Der KW Berg-Cup erlebt in Eichenbühl ein ereignisreiches Wochenende

16. September 2022

Nicht nur den in den Cockpits Aktiven verlangte das „53. Bergrennen Eichenbühl“ (11.-12. September 2022) alles ab. Hart geprüft wurden auch die Organisatoren des veranstaltenden MSC Erftal e.V. im AvD rund um Rennleiter Steffen Hofer inclusive aller Helfer hinter den Kulissen und an der Strecke. Dabei reichte die Palette der Herausforderungen von einer langen Ölspur bis zu Highspeed-Abflügen, die zum Glück alle ohne Personenschäden verliefen. Das am Samstag sehr wechselhafte Wetter zögerte das Trainingsende bis kurz nach 18 Uhr hinaus. Beim Rennen war die selektive 3,050-Kilometer-Piste mit ihrem Mix aus engen und schnellen Kurven stets trocken. Die letzte Zieldurchfahrt fand daher eine Stunde früher statt als am Vortag. Der Zuschauerzuspruch war gigantisch. „Am Sonntag gab es vor den Kassen bis zu 80 Meter lange Warteschlangen, Tickets mussten zeitweilig durch Programmhefte ersetzt werden“ bilanzierte der MSC Erftal nach Rennende. Stichwort Rennen! Damit wollen wir uns nun beschäftigen, startend mit den Klassen der Gruppen A/F/CTC. Bei den 1600ern wurde Robert Maslonka (VW Polo G60) seiner Favoritenrolle gerecht, gewann vor Ralf Fladung im 207 Sport und Rallye-Spezialist Florian Hess (Peugeot 208 R2). Ein ungewöhnliches Podest erlebte die 2-Liter-Klasse mit der Besetzung Christian Bodner (P1/BMW 320iS), Mario Heß mit seinem Opel Schneider Astra GSi 16V als Zweitem und Henner Seibert (P3/BMW 320iS). Vorausgegangen waren Motorenprobleme an Kai Neus Ford Focus und ein Antriebswellendefekt am Renault Wiebe Mégane Coupé von Markus Goldbach. Über 2000 Kubik sicherte sich Rudolf Brandl (Porsche Cayman GT4) den Sieg vor Achim Kreim und Roland Herget (beide Mitsubishi Lancer). Im NSU-Bergpokal stand der erst 20-jährige Rookie Jannik Hofmann zum vierten Mal auf dem Podestplatz des Siegers. Andreas Reich flankierte ihn als Zweiter, Frank Kleineberg als Dritter. Die 1150er Klasse der Gruppen H/FS/E1 sah den Zieleinlauf Jürgen Heßberger (P1/Fiat 127), Uwe Werner (P2/Ford Fiesta RS) und Marco Rauch im Fiat 128 Coupé. Spannend und abwechslungsreich präsentierte sich die Hubraumabteilung bis 1,4 Liter. Thomas Pröschel fuhr den VW Schneider Corrado zur Trainingsbestzeit. Mann des Rennens war aber Franz Weißdorn im VW Polo GT. Er gewann mit drei Laufbestzeiten klar vor Tobias Mayer (VW Minichberger Scirocco) und Thomas Pröschel. Auf der Vier holte sich Nils Abb den größten KW 8V-Trophy Pokal der 1400er, die diesmal mit siebzehn Rennstartern einen mehr hatte als die 2-Liter-Abteilung. Bei den 1,6-Litern hat Andy Heindrichs zurzeit regelmäßig die Spoilerlippe seines Opel Wiebe Corsa 16V RR als erster im Ziel. An seinem Sieg konnten weder Mikko Kataja (P2/Toyota Starlet) noch […]

Endlich normale Menschen – sportauto-Feature Homburger Bergrennen

13. September 2022

Wo steht der Bergrennsport in Deutschland nach fast zwei Jahren Pandemie-bedingter Ausfälle? Die Frage stellte sich der Redaktion des bekannten Auto, Tuning und Rennsportmagazins „sportauto“. In der aktuellen Ausgabe 10/2022 lassen Reporter Philipp Körner und Fotograf Hans-Dieter Seufert die Leser an ihren Eindrücken beim diesjährigen Homburger ADAC Bergrennen des Homburger AC teilhaben. Auf ganzen vier Doppelseiten haben die beiden Journalisten ihre Begeisterung nach ihrem ersten Bergrennen überhaupt zu Papier gebracht, nachdem HAC-Pressesprecher Thomas Bubel eine Einführungsrunde als Scout mit Ihnen in Fahrerlager und an der Käshofer Straße drehte. Viele Schmankerl und interessante Geschichten kamen dabei in den Fokus von „sportauto“ und werfen ein symatisches Bild auf den Bergrennsport in Deutschland, dass aus einem völlig neuen Blickwinkel. Reich bebildert kommt der Artikel des Motorpresse Stuttgart-Verlags daher. In der aktuellen Printausgabe finden sich zahlreiche Aktive wieder, so z.B. Alexander Wolk, Erwin Buck, Roman Szott, Markus Nellessen, Karl-Heinz Schlachter, Georg Lang, Thomas Grimm, Alexander Hin, Harald Luwig, Patrick Orth, Jochen Stoll, Jens Weber, Mario Minichberger, Thomas Ostermann, Frank Debruyne, Uwe Werner, Helmut Sam, Stefan Armbruster und Andreas Paßreiter (Crew Knüttel). Kosten pro Heft 5,50 €, im Zeitschriftenhandel.

Schrotthaufen statt Siegerauto von Alexander Hin

13. September 2022

Die Regierung von Unterfranken feiert seit einigen Jahren den Tag der Franken – diesen Status erlangte das 53. AvD Bergrennnen des MSC Erftal in Eichenbühl (Landkreis Miltenberg) nicht. Denn der Schweinfurter Uwe Lang schied als Kandidat für das Gesamtsiegerpodest nach einem Unfall im Samstagstraining aus. Dem nicht genug – tags darauf erwischte es vor mehreren Tausend Motorsportfans auch das beste Pferd in Langs Rennstall, Alexander Hin, an gleicher Stelle. Das Schweinfurter Motorsportteam Lang muss Unfälle verkraften und Wunden lecken, aber Georg Lang überzeugt. Alexander Hin ist dieses Jahr der dritte Platz in der Europa-Bergmeisterschaft nicht mehr zu nehmen, doch in der Deutschen Meisterschaft lief es zuletzt nicht so gut. Der Breisgauer legte einen Saisonstart mit drei Siegen mit jeweils Streckenrekorden hin, doch ab Homburg verflossen seine Meisterschaftschancen in der Sommerhitze. Ein Aufhängungsdefekt ließ den zweifachen Deutschen Bergrennmeister in Homburg durchfallen, beim Hauensteinrennen in der Rhön war der Zimmerer  zeitgleich beim EM-Rennen in Polen und jetzt kam das Malheur in Eichenbühl noch dazu. Im ersten Rennlauf verbesserte er seinen eigenen Streckenrekord deutlich und machte weiter im Angriffsmodus. Doch die sogenannte Mutkurve vor der Klinge, letztere die schon am Vortag Uwe Lang zum Verhängnis geworden war, musste der Elzacher alle Hoffnungen begraben. Im zweiten Akt des Eichenbühler Dramas für das Team Lang wurde Hin erst die Kurve zu eng, dann ging das Nachlenken schief und in der Folge schlug Alexander Hin in seinem Osella PA 30 mehrmals ein. Damit war der Gesamtsieg futsch und obendrein dürfte dem Breisgauer der Crash geschätzte 50.000 Euro kosten. „Ich habe  rund 15 Meter zu spät eingelenkt und bin dadurch komplett auf die schmutzigen Spur, fernab der Ideallinie geraten“, analysierte Hin die zur Verfügung gestellten Videoszene. „Und da ist eben nicht der benötigte volle Gripp“. Auf Nachfrage von BiD nach dem Befinden, erklärte der Schwarzwälder, „das rechte Knie habe ich mir angeschlagen. Ich hoffe das die Schwellung schnell zurückgeht, dass ich beim EM-Finale in Kroatien mit FA 30 starten kann“. Da gab es also reichlich Wunden zu lecken, im Team Lang-Hin. Damit war der Weg frei für den Deutsch-Slowenen Patrik Zajelsnik, der nach Hausen in der Rhön heuer bei beiden unterfränkischen Rennen den Gesamtsieg holte und mit 1:08,90 Minuten Hin auch noch den Streckenrekord abnahm; Rang zwei belegte Stefan Armbruster, der somit die Spitze in der Tabelle des DMSB Berg-Cup der Rennwagen übernahm. Thomas Conrad (Dettenhausen) sorgte als Dritter für ein bisschen Schadensbegrenzung, nach einer verkorksten Saison. Am besten […]

Walliser Tagessieg beim Bergrennen am Gurnigel

12. September 2022

Nachdem die ersten zwei von drei Trainingsläufen am Samstag noch von Regen beeinträchtigt worden war, herrschten beim 51. Nationalen Bergrennen am Gurnigel am Sonntag ideale äußere Bedingungen. So war es nicht verwunderlich, dass der vom Walliser Eric Berguerand vor vier Jahren aufgestellte Streckenrekord von ihm selbst mit demselben Lola FA99 um 32 Hundertstelsekunden unterboten werden konnte. Seine neue Bestmarke auf der 3734 Meter langen Piste von Dürrbach ins Gurnigelbad steht nun bei 1:39,49, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 135,1 km/h entspricht. Mit dem fünften Saisonsieg in sechs Bergrennen, alle in neuer Rekordzeit, sicherte sich Berguerand zugleich den Schweizer-Meister-Titel 2022 bei den Rennsportwagen. Lokalmatador Marcel Steiner kam noch theoretisch für den Titelgewinn infrage, hätte aber selbst in Rekordzeit gewinnen müssen, falls Berguerand nicht gewertet worden wäre. Nach einem leichten Leitplankenkontakt im ersten Rennlauf vom Sonntagmorgen konnte Steiner Motorsport den Schaden am LobArt-Sportwagen zwar beheben. Im zweiten und dritten Durchgang kam der Oberdiessbacher aber nicht an die gewünschten Zeiten heran und musste sich am Ende mit dem dritten Gesamtrang hinter dem jungen Aargauer Robin Faustini in einem Osella FA30 begnügen. Im Stil von Berguerand errang Reto Meisel im selbst gebauten Mercedes SLK 340 in dieser Saison bereits den fünften Gesamtsieg bei den geschlossenen Rennfahrzeugen, wobei er seine eigene Bestzeit von 2018 mit demselben Wagen um beinahe vier Sekunden auf fantastische 1:48,84 verbesserte. Damit bestätigte der Aargauer seinen überlegenen Titelgewinn in der Schweizer Bergmeisterschaft der Tourenwagen auf eindrückliche Weise. Einen Berner Doppelsieg gab es durch Martin Bürki auf VW Polo und Philipp Krebs auf Renault Clio im Schweizer Berg-Pokal 2022 für hubraumkleinere Tourenwagen. Beide gewannen beim Heimrennen ihre Klassen, wobei der zuvor als Renault-Meister feststehende Denis Wolf wegen eines Motorschadens im Training zum Zuschauen verurteilt war. Nach ersten Schätzungen kamen gegen 10’000 Zuschauer ins malerische Gantrischgebiet, um das erste Gurnigelrennen seit 2019 live zu verfolgen. Das 52. Nationale Bergrennen am Gurnigel findet am Wochenende vom 9./10. September 2023 statt. Text: Peter Wyss, Fotos: Jürg Kaufmann Gesamtklassement (Addition der zwei schnellsten Zeiten aus drei Läufen): 1. Eric Berguerand (Charrat), Lola FA99, 3:22,60 2. Robin Faustini (Suhr), Osella FA30, 3:23,68 3. Marcel Steiner (Oberdiessbach), LobArt-Helftec-Honda-Turbo, 3:23,99

Merli zum vierten Mal Europa-Bergmeister – Hin holt Bronze

6. September 2022

Christian Merli schnappt sich mit seinem Osella FA 30 Judd LRM V8 den achten Gesamt- und Kategoriesieg in ebenso vielen Rennen bei der vorletzten Veranstaltung der Berg-Europameisterschaft 2022, der 28. Ausgabe des Ilirska Bistrica-Bergrennens in Slowenien. Die Speerspitze der Scuderia Vimotorsport hat somit alle geplanten EBM-Rennen gewonnen: Frankreich, Portugal, Spanien, Tschechien, Italien, Polen, Schweiz und Slowenien am vergangenen Wochenende. Nach dieser Leistung krönt er sich zum Berg-Europameister 2022. Nach den Jahren 2018, 2019, 2021 ist dies die vierte kontinentale Meisterschaft in Folge, nur von Corona 2020 unterbrochen. Bereits vor dem Finale der EBM 2022 Mitte des Monats im kroatischen Buzet steht das komplette EM-Podium fest. Nach seinem zweiten Gesamtrang von Slowenien ist dem jungen Tscheche Petr Trnka im Norma M20 FC V8 die Vize-Europameisterschaft nicht zu nehmen. Aus deutscher Sicht bleibt festzuhalten dass Alexander Hin mit Endrang drei, die Beste Platzierung seit 24 Jahren in der EBM-Kategorie II herausfuhr, seit Rüdiger Faustmann die Vize-Meisterschaft und die damit verbundene FiA-Trophäe holte.

Überraschungssieg für Starck – Ritchen erstmals Champion in Frankreich

6. September 2022

Das Turckheimer Bergrennen hat sein Urteil gesprochen. Der junge Belgier Corentin Starck feiert überraschend seinen ersten Gesamtsieg in Französischen Bergmeisterschaft (CFM) im schönen Elsass und Billy Ritchen gewinnt erstmals die Krone des französischen Bergmeisters bei den Rennsportwagen. Die Wetterkapriolen, mit denen die Teilnehmer der 66. Auflage des Course de Côte de Turckheim – 3 Epis am Samstag zu kämpfen hatten, wichen am Sonntag strahlendem Sonnenschein. Ideale Bedingungen, die es den Fahrern ermöglichte, ihr Talent gegen die Uhr voll auszuspielen. Im ersten Lauf des Rennentags machte Billy Ritchen es sich zur Ehrensache, mit seinem Nova-Proto NP-01 die Bestzeit vor Corentin Starck und Fabien Bourgeon zu fahren. Fabien Bourgeon, war im zweiten Anstieg der Schnellste, während Billy Ritchen insgesamt die Führung behielt. Aber im letzten Versuch schlug Corentin Starck alle, indem er die letzte Bestzeit in der diesem Dreikampf erzielte. Somit ringt Belgier mit seinen Nova Proto NP-01 Turbo, bei dieser 66. Ausgabe des Course de Côte de Turckheim – 3 Epis Billy Ritchen nieder und beraubte ihn eines Heimsiegs. Aber der Elsässer war bald getröstet, dieser zweite Platz ist für ihn gleichbedeutend mit seinem ersten Titel des französischen Meisters der Berge. Noch vor Ende der Saison, das am 17./18. September in Limonest gespielt wird, wurde Billy Ritchen nun sicher die Krone aufsetzen. Foto: Nicolas Millet

KW Berg-Cup präsentierten sich stark beim Schweiz-Gastspiel

31. August 2022

Im direkten Ländervergleich gewannen KW Berg-Cup Piloten in Oberhallau vier von sieben Klassen. Insgesamt holten sie vor großer, begeisterter Zuschauerkulisse 10 von 21 möglichen Podestplätzen. Der NSU-Bergpokal kam bei seinem ersten Auftritt in Oberhallau hervorragend an. Wie in den Vorjahren war das „Bergrennen Oberhallau“ erneut ein freundschaftlicher und höchst spannender Gipfelsprint-Ländervergleich. Deshalb fassen wir in diesem Bericht, so wie übrigens auch für die Punktevergabe, die entsprechenden Schweizer und KW Berg-Cup Klassen zusammen. Von den drei durchgeführten Läufen wurden die zwei schnellsten zum Rennergebnis addiert. Ein besondere Herausforderung für die Organisatoren des „Vereins Pro Bergrennen Oberhallau“ und die Teilnehmer stellte am Trainingssamstag (27.08.) das Wetter dar, das mehrfach zwischen nasser und rasch auftrocknender Fahrbahn wechselte. Erst am Sonntag herrschte auf der 3-Kilometer-Piste gleichbleibendes Slickwetter mit zum größtem Teil bedecktem Himmel bei moderaten Temperaturen. Was aber weder der Begeisterung der zahlreichen Fans noch der Motivation der Aktiven abträglich war. In der 1600er-Klasse der Gruppen A/F/CTC war der Schweizer Yves Bracelli im Peugeot 106 GTi der schnellste Pilot vor Robert Maslonka (VW Polo G60) und Ronny Hering mit seinem VW Scirocco. Die 2000-Kubik-Abteilung ging an den KW Berg-Cup, geholt von Michael Schumacher (VW Polo G60) vor Honda-Pilot Nicola Fankhauser und Maximilian Gladbach im BMW E36. Ungefährdeter 1400er-Sieger der Gruppen H/FS/E1 war Armin Ebenhöh mit seinem VW Minichberger Scirocco. Rang zwei holte sich der vom Scirocco zum VW Polo zurück gewechselte Franz Weißdorn vor Martin Bächler (VW Lupo). Superenger Ausgang dann in der 1,6-Liter Abteilung. 2021 hatte Andy Heindrichs im Opel Wiebe Corsa (Foto oben) Martin Bürki mit seinem VW MB Polo vier Hundertstelsekunden hinter sich lassen können. Diesmal drehte der Schweizer den Spieß um, war 21 Hundertstel eher im Ziel als Andy. Martins Junior Mike Bürki (VW MB Scirocco) komplettierte als Dritter das Podium. Klar im KW Berg-Cup Griff lag die 2-Liter Klasse. Wobei es an der Spitze nach zwei kleinen Rutschern von Mario Minichberger (VW Corrado R) in und vor der bekannten Tarzankurve noch richtig eng wurde. Schlussendlich gewann er neun Hundertstel vor Erwin Buck mit seinem VW Spiess Scirocco. Auf Position drei als bester Schweizer dann Reto Steiner (Ford Escort RS 2000). Sensationell das Ergebnis der 3-Liter-Klasse. Beim ersten Gipfelsprint mit dem Opel Gerent Kadett seit Eichenbühl 2019 fuhr Edi Bodenmüller auf Rang drei hinter den starken Schweizern René Köchli (Honda Civic) und Sieger Hermann Bollhalder im Opel Speedster Egmo. Gleich zwei Antriebswellenschäden an seinem Audi 80 Quattro banden Hauke Weber […]

Berguerand siegt in Oberhallau in Meisterform trotz Disqualifikation

29. August 2022

Vor einer rekordzuschauerkulisse lieferten sich Eric Berguerand und Marcel Steiner ein tolles Duell in Rekordzeiten beim vorletzten Berg SM-Lauf von Oberhallau, das der Walliser trotz einer Disqualifikation gewann. Reto Meisel ist bereits Tourenwagenmeister. Laut Schätzungen des Vereins pro Bergrennen Oberhallau, der alles bestens im Griff hatte, kamen an beiden Tagen rund 16’000 Zuschauer in den Schaffhauser Klettgau. Bei idealen äußeren Bedingungen erlebten sie am Sonntag einen unbezwingbaren Eric Berguerand und einen starken Herausforderer Marcel Steiner. Durchgefallen bei der Kontrolle Erst unterbot der im LobArt-Sportwagen früher gestartete Steiner im ersten Rennlauf den von Berguerand 2018 aufgestellten Streckenrekord von 1’08,00 um drei Hundertstel, ehe der Walliser ein paar Minuten später 1’07,56 realisierte. Im zweiten Durchgang bei wärmeren Temperaturen gelang dem Berner eine 1’07,85, auf die Berguerand mit einer erneuten Bestzeit auf der drei Kilometer langen Strecke reagierte. Weil der Lola FA99 samt Fahrer das erforderliche Mindestgewicht von 640 Kilogramm bei der Kontrollmessung durch ASS aber leicht unterschritt, strich ihm die Jury den vermeintlichen Rekordlauf nachträglich. So war de facto Steiner der neue Leader, ohne es zu wissen. Den dritten Lauf legte Berguerand dann kurz nach 18.20 Uhr in 1’07,70 sicher zurück, sodass er in der Addition seiner beiden Zeiten am Ende um 56 Hundertstel vor Steiner lag. Eric Berguerand: «Mein Lola war genauso schwer, wie er sein musste, nur wusste ich nicht, dass es ein Gesamtgewicht gibt, das 80 Kilo höher liegt. Am Abend waren die Bedingungen für eine neue Rekordzeit dann nicht mehr so gut.» Entscheidung am Gurnigel Steiner seinerseits war ebenfalls noch nie so schnell am Oberhallauer Berg und erzielte dementsprechend neuen Sportwagenrekord. Marcel Steiner: «Auto und Motor sind nun gut, ich muss einfach noch besser werden. Ich habe das Vertrauen, mit dem Turbomotor im richtigen Moment aufs Gas zu treten oder drauf zu bleiben, noch nicht gefunden.» Was er nie sagt, obwohl er anbringen könnte: Der LobArt mit ihm an Bord ist auch 60 Kilo schwerer als Berguerands selbst gestrickter, optimaler Rennwagen. Ein Handikap, das er unter normalen Umständen auch am 11. September beim Bergrennen am Gurnigel nicht wettmachen kann. Probieren wird es der Hausherr dort auf jeden Fall. Falls Steiner in neuer Rekordzeit gewänne, müsste Berguerand allerdings nur in Wertung ins Ziel kommen, um sich noch den einen nötigen Punkt zur Sicherstellung des Meistertitels gutschreiben zu lassen. Dritter SM-Rang an Robin Faustini Mit drei guten 1’09er-Zeiten sicherte sich Vorjahressieger Robin Faustini den dritten Gesamtrang vor dem Osella-Markenkollegen Joël […]

Merli-Rekord und Steiner-Podium im Schweizer Jura

22. August 2022

Europameister Christian Merli zeigte beim Bergrennen St-Ursanne–Les Rangiers mit dem Tagessieg in Rekordzeit seine große Klasse. Angeführt vom Gesamtdritten Marcel Steiner überzeugten auch einige Schweizer im Jura. Die wechselhafte Witterung, verbunden mit mehreren Zwischenfällen, ließen am Samstag nur zwei Trainingsläufe auf nie ganz trockener Strecke im Jura zu. Und nach einem Dutzend Fahrer unterbrach die Rennleitung den ersten Rennlauf am frühen Sonntagmorgen für zwei Stunden. Danach begannen praktisch alle Teilnehmer am 77. Int. Bergrennen St-Ursanne–Les Rangiers bei null, was für die Neulinge und die weniger Geübten eine besondere Herausforderung darstellte. Christian Merli nahm sie an und meisterte sich im Stile eines großen Champions. Demonstration des Europameisters Obwohl der Italiener ohne Druck von Simone Faggioli, der hier schon neunmal gewonnen hatte, lockere 25 EM-Punkte für den Tagessieg hätte nach Hause fahren können, unterbot er den Streckenrekord seines Landsmann von 2019 im zweiten Rennlauf um eine Zehntelsekunde. Die neue Rekordmarke auf dem 5180 Meter langen Parcours steht nun bei 1’39,201, was einem unfassbaren Schnitt von 187,98 km/h entspricht – notabene bei einer Dorfdurchfahrt und drei Haarnadelkurven. Christian Merli: «Ich wollte ja nicht einfach den Tagessieg abstauben, sonst hättest du geschrieben, ich hätte es einfach gehabt. Aber nach den gestrigen Verhältnissen war heute alles wieder anders. Ich habe es probiert und es hat geklappt.» In der Addition blieb der erste neue Tagessieger in Les Rangiers seit Marcel Steiner 2010 mit 3’19,739 allerdings über Faggiolis Wert von 2019, was seine Leistung aber keineswegs schmälern soll. Mit total acht Sekunden Rückstand sicherte sich der Tscheche Petr Trinka den zweiten Gesamtrang und den Sieg bei den Sportwagen. 2018 und 2019 hatte er bei den Zweilitern gewonnen. Mit 1’43,513 ist der angehende Vizeeuropameister nun der drittschnellste Mann aller Zeiten hinter Merli und Faggioli. Steiner gewinnt SM-Wertung mit Schweizer Rekord Marcel Steiner lieferte dem Osteuropäer ein tolles Duell, das er um weniger als eine Sekunde verlor. Mit 1’44,037 realisierte der Berner seinerseits die schnellste je von einem Schweizer gefahrene Zeit auf diesem Parcours. Das LobArt-Chassis, der Motor (Helftec-Honda-Turbo) und der Fahrer harmonieren von Rennen zu Rennen besser, was für Steiner Motorsport seit Wochen mit viel Feinarbeit verbunden ist. Auch Robin Faustini so schnell wie noch nie Mit den 25 Punkten für den Sieg in der Schweizer Wertung übernahm Steiner den zweiten SM-Zwischenrang von Robin Faustini. Der Aargauer zeigte jedoch einmal mehr eine reife Leistung, indem beim ersten Start im Jura mit dem Osella FA30 – der mit Merlis […]

Ein Wochenende der Superlative um das F3-Team Patrick Rahn

16. August 2022

Die Saison in der Deutschen Berg-Meisterschaft bog mit dem 54. Int. Osnabrücker ADAC Bergrennen fulminant auf die Zielgerade ein, auf der noch drei Stationen liegen. Nach einer kleiner Sommerpause war auch das Formula 3 Motorsport-Team Patrick Rahn bei seinem Heimrennen selbstverständlich mit von der Partie, um nicht zu sagen Party. Denn diese gab es an diesem herrlichen Sommerwochenende dann auch in mehrfacher Hinsicht. Schon am Donnerstag von Training und Rennen lud der MSC Osnabrück zur stimmungsvollen Welcomeparty, danach feierten die rund 30.000 Zuschauer dieses glanzvolle Event und den Rennsport auf den vollbesetzten Zuschauerwiesen am Uphöfer Berg und zum guten Schluss hatte Patrick Rahn und seine Truppe einen erfolgreichen und befriedigenden Renntag zu begießen. Aber der Reihe nach! Wie schon seit Jahren, fand sich im Osnabrücker Land erneut ein internationales Spitzenfeld ein. Mit Pieter Zeelie war gar ein Pilot aus Südafrika angereist. Patrick konzentrierte sich zunächst auf „sein Ding“, und näherte sich in den drei Trainingsläufen der diesmal anvisierten magischen Minutengrenze. Zu diesem Zeitpunkt spürte der Detmolder bereits das Material und Mensch bestens vorbereitet sind. Nach der Nachtruhe brannte Patrick Rahn auf den Renntag, ebenfalls mit drei Läufen. Gleich bei der ersten Auffahrt stimmten Brems- und Einlenkpunkte präzise und mit 59,515 Sekunden war gleich der Knoten geplatzt. Im zweiten Run erreichte der Dallara  F306 OPC Spiess sogar minimal flotter das Ziel nach 2.030 Metern. Auch im finalen Durchgang stand keine Eins vor den Sekundenziffern im Timing. Demnach ist Rang vier in der Formelklasse bis 2-Liter, hinter dem Schweizer Burgermeister und den beiden Franzosen Allais und Guth, aber vor sämtlicher deutscher Konkurrenz, als vollen Erfolg zu werten. „Als bester der DBM-Klassenwertung ist dies ein weiterer Hammer, nach dem Ibergrennen. Und das auf dieser wirklichen Mut-Strecke von Osnabrück“, bilanzierte Rahn. „Die Veranstaltung war absolut top, mit riesiger Zuschauerresonanz und einer phänomenalen Stimmung. Die Organisatoren haben allen Beteiligten ein wundervolles Wochenende beschert. Nach der letzten Zeit durch die Umstände mit Corona, genau das, was die Leute und auch unser Team wieder glücklich macht. Dank der guten Betreuung durch meine Teammittglieder hatte ich immer den Kopf frei und konnte mich aufs wesentliche konzentrieren. Dennoch möchte ich meine Leistungen noch nach oben ausbauen“. Daher freut sich das gesamte Team-Rahn und schon jetzt auf die kommenden Rennen in diesem Herbst und ein wenig schon auf die Saison 2023.

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