Royal Hillclimb Navys abenteuerliche Reise nach Braga – Volle Fahrt voraus unter Kapitän Wilson

15. Oktober 2021

Schon seit den Anfängen des FiA Hillclimb Masters im Jahr 2014, damals im luxemburgischen Eschdorf, stellen die britischen „Hillracer“ eine echte Bereicherung da. Mit ihren kleinen, aber meist hochmotorisierten Rennwagen, überraschen sie regelmäßig die kontinentalen Experten, Fans und Gegner, so wie auch diesmal in Braga. Unproblematisch und schnell, mal in Deutschland, Luxemburg, Italien, Frankreich oder der Schweiz, im Verlaufe einer Saison anzutreten, wie es die Festlandeuropäer gewohnt sind, ist bei den Briten nicht drin. Nicht nur der Ärmelkanal sondern auch ein enormer Aufwand, hohe Transportkosten und zeitliche Belastungen trennt das Mutterland des Bergrennsports vom Rest Europas. Nur anlässlich des Masters nehmen die Briten ein Abenteuer in Kauf, müssen aber in See stechen. Nach dem Britischen Meisterschafts-Lauf im September, beim ältesten noch aktiven Bergrennen der Welt von Shelsley Walsh, wurden die Top-10-Fahrer der British Hill Climb-Meisterschaft (schnellste der Meisterschaftstabelle in der sogenannten Top-Ten-Run-Off-Wertung) bestimmt sowie die drei Aktiven mit der höchsten Punktzahl aus jeder der 4 Fahrzeuggruppen (Road Going, Modified Production, Sports Libre und Racing Cars) aus dem Britischen Hillclimb Cup. Die Cup-Wertung ist eine separate Meisterschaft bei den gleichen Veranstaltungen auf dem britischen Festland. Insgesamt 22 Fahrerinnen und Fahrer wurden im Anschluss über ihre Qualifikation für das diesjährige FiA Hillclimb Masters vom Team-GB Captain Tim Wilson informiert. Zusätzlich gab es Informationen zur Wildcard-Teilnahme. Ursprünglich hatten sich 18 Britische Fahrer für die Reise nach Braga angemeldet, leider musste Will Hall, der bislang bei allen Masters-Veranstaltungen am Start war, aufgrund anhaltender technischer Probleme mit dem umgebauten Auto zurücktreten. Dessen Force WH-XTEC AER-Formel-Rennwagen hatte bei einem Unfall beim Gurston Down Bergrennen Anfang der Saison schwere Schäden erlitten. Der Planungsprozess zur Verschiffung der mittlerweile 17 Rennfahrzeuge nach Braga konnte also beginnen. Eine zusätzliche Herausforderung war dabei die Umsetzung der neuen Brexit-Regeln, wonach Autos, die von einem Transportunternehmen oder ohne Papiere verschifft werden, ein „Carnet de Passage“-Zolldokument benötigen, um Großbritannien verlassen zu dürfen und in die EU einzureisen. Dies bedeute einen enormen zusätzlichen Papierkram, da alle mit den Rennwagen gelieferten Ausrüstungsgegenstände, wie z. B. Ersatzteile, Werkzeuge oder Zelte im „Carnet“ aufgeführt werden müssen. Dazu fallen auch erhebliche Kosten an. Am Ende reisten 12 Autos, darunter der britische Empire-Formelwagen des maltesischen Fahrers Zach Zammit, der auf der Insel lebt und arbeitet, mit einem Sammeltransporter. Alle Autos, samt Ausrüstung mussten von ihren Besitzern am Sonntag, den 3. Oktober nach Brackley in England geliefert werden, um sie auf zwei geschlossene Transporter zu verladen. Die beiden LkW fuhren dann […]

Masters: Merli absolut schnellster – Meisels goldene Rückkehr

11. Oktober 2021

So schon kann Bergrennen sein. Auch beim vierten FIA Hill Climb Masters, diesmal in Portugal kam das Schweizer Team zu einer Medaille, diesmal mit Reto Meisel. Die Österreicher fehlten hingegen komplett und die drei Deutschen schlugen sich tapfer. Den grandiosen Dreikampf um den Tagessieg entschied Christian Merli für sich. Wer es nicht miterlebt hat, kann sich die Stimmung fast nicht vorstellen. Laut Schätzungen der Organisatoren kamen rund 80’000 Zuschauer ans Training, am Renntag sollen es gegen 100’000 gewesen sein. Der exzellente Livestreream der FiA verwöhnte auch die Daheimgebliebenen. Normalerweise zahlen die Portugiesen bei einem Bergrennen keinen Eintritt. Doch für die drei verlangten Euro plus ein paar mehr für Tribünenplätze kamen sie beim FIA Hill Climb Masters 2021 in Braga voll auf ihre Rechnung. Dreikampf der Champions: Vor dieser beeindruckenden Kulisse lieferten sich die Italiener Simone Faggioli und Christian Merli mit dem französischen Champion Geoffrey Schatz bei schönstem Spätsommerwetter einen sensationellen Fight um Sekundenbruchteile. Dabei hatte Rekord-Europameister Faggioli für einmal nie die Nase vorn. Auf der 2970 Meter kurzen Version der Rampa da Falperra, wo ansonsten noch gute 2,2 Kilometer länger um Punkte zur Berg-EM gefahren wird, lagen Schatz, Merli und Faggioli nach dem ersten Rennlauf nur um vier Zehntel getrennt. Im zweiten Sprint packte der Südtiroler den Hammer aus und trieb den Osella FA30 Zytek in 1’02,033 den Berg hoch, was einem Schnitt von 172,4 km/h entspricht. Dies bedeutete den Tagessieg, für den nicht wie in der Berg-EM üblich die Additionen der zwei besten Zeiten galten, sondern der schnellste Lauf in drei Versuchen. Faggioli für einmal nur Dritter: Im zweiten Sprint an Faggioli vorbei auf Rang 2 vorgerückt, montierte Schatz (Foto) im Gegensatz zu seinen Gegnern erst im dritten Durchgang neue Reifen. Die Mehrleistung seines Oreca-Turbomotors im Nova Proto-Sportwagen vermochte der Franzose aber nicht so auszuspielen, dass er Merlis Sieg noch verhindern konnte. Dessen Vorsprung betrug am Ende 359 Tausendstel, Faggolis Rückstand auf seinen Landsmann etwas mehr als sechs Zehntel. Simone Faggioli: «Ich hatte im letzten Lauf einen kleinen Fehler drin. Ich denke aber nicht, dass ich Merli abgefangen hätte, wohl aber Schatz.» Christian Merli eroberte so wie vor drei Jahren in Gubbio Gold und Faggioli Silber bei den FIA-Rennsportwagen der Kategorie 2, während Schatz die Kategorie Open für unlimitierte bzw. nicht FIA-homologierte Fahrzeuge für sich entschied. Sein älterer Bruder Nicolas hatte 2014 mit einem Norma-BMW V8 beim ersten FIA Hill Climb Masters in Eschdorf (LUX) den Gesamtsieg errungen. Starke […]

Merli spart sich Schallmauerdurchbruch auf – Ebenhöh´s dritter DM-Titel

28. September 2021

Zu einem wahren Bergrenn-Mekka wurde das diesjährige Bergrennen St. Agatha in Oberösterreich. Vor über 17.000 Zuschauern wurde Bergrennsport der Extraklasse geboten und dabei gleich zwei neue Streckenrekorde aufgestellt. Auch organisatorisch lieferte der MSC Rottenegg eine Veranstaltung der Sonderklasse ab, wobei man alle Hürden der zurzeit bestehenden „Covid-Verordnungen“ überwand. Belohnt wurde man mit Kaiserwetter und spätsommerlichen Temperaturen, und einer Stimmung entlang der Strecke die seines gleichen suchte. Tausende Zuschauer dankten dem MSC Rottenegg mit ihrem Besuch, dass endlich wieder Rennsport geliefert wurde. Ein Highlight war wie immer die Radarmessung bei der Waldeinfahrt, wo die Anzeige bei Schnellsten Christian Merli knapp 235 Km/h anzeigte und die Talfahrt wo die Fans jeden einzelnen Fahrer abklatschen konnten. Dazu sorgte das geniale Moderatorenduo um Peter Bauregger und Uli Kohl, die sich einmal mehr großartig ergänzten und exzellent durch das Motorsportwochenende führten. Im Kampf um den Gesamtsieg konnte in St. Agatha der amtierende Berg Europameister Christian Merli aus Italien einen fulminanten Erfolg realisieren. Mit seinem Osella FA30 Zytek LRM konnte er herausragendes leisten und im 1. Rennlauf seinen eigenen Streckenrekord von 2017 um 1,4sec. unterbieten. Dabei gelang ihm eine Zeit von knapp über einer Minute, womit er sich einen weiteren vollen Erfolg in dieser Saison sichern konnte. „Das genügt für heute, ich komme nächstes Jahr wieder“, so Christian Merli auf die Frage, ob er im zweiten Rennlauf den Streckenrekord noch einmal angreift. Der Italiener zeigte bereits beim letzten Trainingslauf des Noblend-Auto-Klassikers Esthofen – St. Agatha, dass sein Streckenrekord aus dem Jahr 2017 in ernsthafter Gefahr ist. Auf dem zweiten Platz folgte der bestens aufgelegte Deutsche Alexander Hin mit seinem von Lang Motorsport bestens vorbereiteten Osella PA30 Zytek LRM. Mit einer herausragenden Leistung konnte er sich gegen die weitere, starke Konkurrenz durchsetzen und mit dem Sieg in der E2-SC Klasse überzeugen. Das Gesamt-Podium komplettierte nach einem spannenden Duell der Kärntner Bernhard Gradischnig, der mit seinem Norma. Mit einer spektakulären Leistung in den Rennläufen konnte er famose Zeiten realisieren und schlussendlich den wohl größten Erfolge seiner Karriere im Bergrennsport realisieren. Rang vier der Gesamtwertung sicherte sich bei seinem Comeback der Vorarlberger Christoph Lampert mit dem Osella PA30 Zytek LRM, welcher vom Merli Team eingesetzt wurde. Mit einer beherzten Vorstellung konnte auch er großartige Zeiten fahren und das obwohl man am gesamten Wochenende über auf der Suche nach dem optimalen Setup war. Die Top5 komplettierte der Tscheche Petr Vitek mit dem Osella PA30 Judd. Mit dem einmalig klingenden Boliden […]

Erwin Buck als KW Berg-Cup Gesamtsieger zum Masters

28. September 2021

Beim grandiosen Berg-Finale in St. Agatha (Oberösterreich) reicht dem VW Spiess-Scirocco-Piloten Erwin Buck der zweite Klassenplatz zu seinem ersten Titelgewinn. Die Teams Jürgen Plumm / Lars Bröker (Mitsubishi Lancer Evo 9) und Armin Ebenhöh / Tobias Mayer (VW Minichberger-Scirocco 16V) fahren auf die Gesamt-Ränge zwei und drei. Das Finale der 33. KW Berg-Saison war grandios. Der MSC Rottenegg, Veranstalter des „NOBLEND Automobil Bergrennen Esthofen – St. Agatha“ (24.-26.09.), hat sein Ziel zu 100 Prozent erreicht. So, wie es Organisations-Chef Markus Altenstrasser bei der zuvor stattgefundenen Pressekonferenz benannt hatte: „Nach dem Passieren der Eingangskontrollen soll unsere Veranstaltung für alle ein Event zum Wohlfühlen sein. Familiär und freundlich, gepaart mit Action und spannendem Sport.“ Zu diesem Paket passten das Kaiserwetter und die gigantische Zuschauerkulisse hervorragend. Im Rahmen der Rückführungen durften sich die Fans sogar die 3,2-Kilometer-Piste mit den Rennautos teilen. Mehr an Nähe und Emotionen geht nicht, es sind Gänsehaut erzeugende Momente. Diese dürften die Erfolgreichen im 180-Starter-Feld, zu dem der KW Berg-Cup inklusive NSU-Bergpokal 52 Autos beigesteuert hatte, noch eine Spur intensiver genossen haben. Allen voran natürlich die eingangs genannte Podestbesetzung der Gesamtwertung. Die – wie alle Teilnehmer – großen Bergrennsport zelebriert haben. „Wir sind hier um zu gewinnen“ hatte Erwin Buck vor dem Rennen seine Marschrichtung ausgegeben. Was in seiner Klasse der verbesserten Tourenwagen bis 2000 Kubik mit ihren 34 Startern äußerst schwierig ist. Am Ende war es ein sicherer zweiter Rang, mit dem der 51-jährige selbständige Maler- und Lackierermeister von der Schwäbischen Alb seinen ersten KW Berg-Cup Top-Erfolg absicherte und in knapp zwei Wochen beim FiA Hillclimb Masters seine Rennserie vertreten wird. Jürgen Plumm und Armin Ebenhöh stürmten in ihren Klassen jeweils zum Sieg. Am Ende der aus drei „Fastest Lap“ Sprintwettbewerben auf Rundstrecken sowie den Bergrennen Osnabrück, Oberhallau (CH) und St. Agatha bestehenden 33. KW Berg-Cup Saison sicherte sich Marcel Gapp (BMW M3 E36) Rang vier im Gesamt-Ranking vor dem Team Thomas Strasser und Hansi Eller auf VW Minichberger-Scirocco 16V, mit dem Thomas den St. Agatha-2-Liter-Klassenerfolg holte. Die Sonderwertung KW 8V-Trophy sicherte sich Norbert Wimmer (BMW 2002), den NSU-Bergpokal gewann Uwe Schindler vor Thomas Krystofiak und Christian Hindmarsh sowie Volker Angelberger, der zudem die NSU-Bergpokal Klassik-Wertung für sich entschied. Ganz hervorragend haben KW Berg-Cup Teilnehmer auch in den DMSB-Prädikaten abgeschnitten. Armin Ebenhöh errang nach 2015 und 2018 zum dritten Mal den Titel des Deutschen Automobil-Bergmeisters knapp vor Erwin Buck und Jürgen Plumm. Der DMSB-Berg-Cup der Tourenwagen war die […]

EM-Finale im Starkregen abgebrochen – Merli siegt dennoch

21. September 2021

Immerhin sieben Rennen zur Europa-Bergmeisterschaft (EBM) kamen in diesem zweiten Coronajahr 2021 zustande, was allein schon als Erfolg zu bewerten ist. Wie schon so oft in den vergangen Jahren waren die Würfel im Kampf um die beiden Titel bei den Rennsportwagen (Kategorie 2) und den Tourenwagen  (Kategorie 1) bereits nach dem vorletzten Rennen in Slowenien und vor dem Finalwochenende im kroatischen Buzet gefallen. Angesichts der meteorologischen Gegebenheiten vor Ort, war das auch gut so. Antonino Migliuolo aus  dem Norden Italien brauchte in Buzet nicht mehr anzutreten. Er hatte erstmals die EM-Krone mit seinem Mitsubishi Lancer schon vor zwei Wochen in Illirska Bistrica errungen. Nach seinem Ausfall zu Saisonbeginn in Spanien hatte auch Simone Faggioli auf Grund der Streichresultatsregelung keine Chance mehr seinen italienischen Landsmann Christian Merli den Titel streitig zu machen. Das dreitägige Programm zum 40. Jubiläum des ältesten kroatischen Automobilevents am Berg, war geprägt von wechselhaftem Wetter, von Regen am ersten Tag, trockenem, sonnigem und schwülem Trainingstag bis hin zu extremen Starkregen am Sonntag, dem Tag der Entscheidungen. Der erste Rennlauf brachte zwar leichten Regen aber einigermaßen regulären Bedingungen. In Mitten des zweiten Laufs, nach einer fast zweistündigen Unterbrechung kam dann die Entscheidung der Internationalen Sportkommission, das Rennen abzubrechen. Somit der erster Lauf entscheidend war. Dies geschah zum ersten Mal in der Geschichte des „Buzetski dani-Rennens“ in den vier Jahrzehnten dieser Veranstaltung. Ein betrübliches Ende des Jubiläums mit nicht weniger als 240 Startern aus 13 Ländern. Da auch am Morgen beim beginnenden historischen Feld noch bessere Bedingungen herrschten, spülte es den Italiener Piero Lottini im 31 Jahre jungen Osella PA 9/90 (Bild Mitte) in der Tageswertung auf den dritten Gesamtrang nach vorne. Italiens Ass Christian Merli wurde hingegen Gesamtsieger, dank des besten ersten, aber auch einzigen Laufs auf abtrocknender Strecke, mit seinem Osella FA30 Zytec LRM, in einer Zeit von 2: 27.312 Minuten und einem Durchschnitt von 122.214 km/h. Dessen größter Rivale,  sein Landmann Simone Faggioli, war im Norma M20 FC Bardahl um 6.403 Sekunden langsamer. Dritter in der europäischen Kategorie II wurde der Franzose Sebastien Petit (Nova NP01-2) mit einem Rückstand von 8,454 Sekunden, deutlich vor den beiden Osella FA 30-Piloten Milos Benes (CZ) und Diego Degasperi aus Italien. Den Wettbewerb der Kategorie I, Tourenwagen im Performance Faktor, gewann der Pole Szymon Lukaszczyk im „Monster“ Mitsubishi Lancer (Foto oben) mit einer Zeit von 2:43,975 Minuten, was ihm für den sechsten Gesamtplatz reichte. Direkt hinter ihm schrieb sich der […]

Ein guter Anfang ist wieder gefunden

25. August 2021

Das lange entgegenfiebern auf den emotionalen Moment, mit einem schnellen Formel-Rennwagen wieder auf eine kurvenreiche Bergrennstrecke losgelassen zu werden, hatte am vergangen Wochenende beim 53. Int. Osnabrücker ADAC Bergrennen endlich ein Ende. Nach mehr als zwei Jahren ohne Renneinsatz durfte der Detmolder Patrick Rahn in der Pandemie das Cockpit seines Dallara F306 Opel-OPC besteigen. Dank des unermüdlichen MSC Osnabrück fand mit dem ersten deutschen Bergrennen in dieser schwierigen Zeit auch gleichzeitig die Heimveranstaltung des Teams statt. Der Lauf im Osnabrücker Land zählte neben den nationalen Prädikaten der Deutschen Berg-Meisterschaft und des DMSB Berg-Cups auch als Finale des FiA Int. Hillclimb Cup. Dem entsprechend fand sich gerade in den Gruppen und Klassen der offenen Rennwagen ein großartiges internationales Spitzenfeld, mit vielen namhaften Fahrern in der Borgloher Schweiz ein. Viele Akteure davon saßen in dieser Saison bereits wieder mehrfach hinter dem Volant ihres Rennwagens und hatten schon wieder ihre Routine zurück erlangt. Dem entsprechend hoch hingen die Trauben für Patrick und seine Mannschaft an diesem Wochenende. Insgesamt vier Trainingsläufe und bis zum Rennstopp im Rahmen eines Wolkenbruchs schaffte man drei Durchgängen, vier waren geplant. Die beiden schnellsten Zeiten des Sonntags flossen die Tageswertung ein. Wie sich anschließend herausstellte war ein Kabelbruch ursächlich für Schaltprobleme im ersten Rennlauf am Sonntagmorgen, die jedoch schnell lokalisiert und behoben wurden. Danach lief es deutlich besser für Patrick Rahn. Mit seiner persönlichen Bestzeit von 1:01,825 min konnte der Lipper noch nicht ganz an seine Topzeiten aus dem Jahr 2019 anknüpfen. Da sich auch die Gripverhältnisse zwischenzeitlich nicht zum Guten entwickelt hatten und auch die Spitzenpiloten an ihre Bestmarken nicht heran kamen,  zeigte sich Patrick am Ende doch recht zufrieden mit dem Erreichten. In der internationalen FiA-Wertung bedeutete dies Rang 13 und in der Deutschen Meisterschaft in der 2-Liter Formel-Klasse Rang 3. „Im dritten Lauf ist mir ein kleiner Fahrfehler unterlaufen, der mich doch gewurmt hat“, so Patrick. „Alles in allem bin ich jedoch erst einmal glücklich mit unserer Performance und das unser neues Design von Rennwagen, LKW und Zelt gut angekommen ist. Wir wurden viele Male von Fahrerkollegen und Zuschauern darauf angesprochen, was mich besonders freut“. Bleibt zu hoffen, dass das Beispiel Osnabrück Schule macht und im kommenden Jahr 2022 wieder mehr Bergrennen in Deutschland stattfinden können. Läuft alles glatt, möchte das Formula 3 Motorsport-Team Patrick Rahn in einem Monat beim extrem schnellen Bergrennen St. Agatha in Oberösterreich an den Start gehen, was dann schon wieder den […]

Gleich wieder von Null auf Hundert – Osnabrück macht Mut

23. August 2021

Seit dem ersten Oktoberwochenende 2019 fand erstmals wieder in Deutschland ein Bergrennen statt. Dass dies dem MSC Osnabrück mit seinem 53. Int. Osnabrücker ADAC Bergrennen gelang, hatten viele Anhänger der so traditionsreichen Motorsportart, erhofft und erwartet. In festen Besucherzonen und nach der GGG-Regel waren sogar, in begrenztem Umfang Zuschauer am Uphöfener Berg zugelassen. Die lange Vorbereitungszeit in der Organisation, mit einem eigens aufgestellten Hygienekonzept zahlte sich aus. Bernd Stegmann und seine Mitverantwortlichen setzten in der Pandemie ein Zeichen der Hoffnung für das Jahr 2022, und für die zahlreichen Veranstalterkollegen aus der Deutschen Bergmeisterschaft und dem KW Berg-Cup. In der Borgloher Schweiz, war man von Seiten des veranstaltenden MSC Osnabrück am Ende der Veranstaltung zwar nass bis auf die Unterhosen, aber dennoch sehr zufrieden unter diesen noch nie dagewesenen Umständen ein Bergrennen dieser Güte über die Bühne gebracht zu haben. Klar, die wunderbare, unbeschwerte Atmosphäre der vergangen Jahre, mit über 25.000 Zuschauern an der Strecke, konnte sich so natürlich nicht einstellen. Aber, der erste Schritt ist getan und der Weg aufgezeigt für eine wieder mehr Bergrennen umfassende Meisterschaftsrunde im kommenden Jahr. Das Osnabrücker Bergrennen war zugleich auch das letzte Bergrennen in der Bundesrepublik in 2021, denn die Läufe in Eichenbühl und Mickhausen sind bereits abgesagt. Dass es der Bergrenngemeinde nicht zu wohl wird, dafür sorgte am Sonntagnachmittag gegen 16 Uhr der Wettergott. Petrus öffnete seine Schleusen über dem Veranstaltungsgelände und ein Wolkenbruch veranlasste die Rennleitung den gerade erst begonnen 4. Rennlauf, sowie den Rennablauf generell zu stoppen. Mit dem Auswertungsmodus der schnellsten zwei aus viel Läufen, waren so eh keine Zeitverbesserungen in der Tageswertung mehr möglich. Schade nur für die Wertung der Deutschen Bergmeisterschaft, wo in diesem Jahr bei jedem der wenigen einzelnen Rennläufe Punkte vergeben werden. So, also nur drei Mal DM-Punkte, plus Zusatzpunkte aus dem letzten Trainingslauf. Beim Rennen in St. Agatha in fünf Wochen, werden weitere letzte Zähler vergeben und die Meister in der DM und den DMSB Berg-Cups hoffentlich gefunden. Auffällig war, die Disziplin aller Aktiven die zum Großteil sehr lange nicht mehr im Rennauto saßen. Übermotiviert ging niemand ans Werk und so blieben schlimme Unfälle aus. Diejenigen die bereits einige Bergrennen dieses Jahr auf der Uhr haben, wie vor allem die Franzosen, spielten ihren Vorteil gnadenlos aus, allen voran die Familie Petit. Der Gesamtsieger des Wochenendes Sebastien Petit kann die meisten Kilometer überhaupt auf Bergrennstrecken und Autobahnen in diesem Jahr vorweisen. Der Französische Meister tingelte in […]

Report Alpe Nevegal (I) Höhen und Tiefen für die Deutschen

10. August 2021

Spannender Bergrennsport wurde auch in diesem Jahr im italienischen Belluno geboten. Dabei sorgte am Sonntag das Wetter für Troubles, nachdem am Trainingstag der Regen erst kurz nach dem letzten Fahrer einsetzte. Der 1. Rennlauf wurde durch kurze Regenspritzer zu einem echten Reifenroulette, ehe kurz vor den E1 1,6l Piloten im oberen Teil ein längerer Regenschauer über Nevegal hereinbrach. Dabei starteten einige Fahrer mit Slicks zu diesem Lauf, was zu diesem Zeitpunkt leider die falsche Wahl war. Dass die letzten offenen Rennwagen dann schon wieder auf die profillosen Reifen setzten, zeigte wie schnell sich die Bedingungen änderten. Der 2. Rennlauf ging dann zum Glück komplett trocken über die Bühne. Leider erlebten ausgerechnet die österreichischen Fahrer ein sehr schwieriges Rennwochenende in Belluno mit vielen Ausfällen und technischen Defekten. Dazu gesellte sich auch der Schwarzwälder Alexander Hin, dem im zweiten Lauf ein Missgeschick passierte, das sie Schaltung lahmlegte. Teamkollege Georg Lang glänzte hingegen bei seinem ersten Auftritt in „bella Italia“. Im Kampf um den Gesamtsieg konnte sich mit einer exzellenten Leistung der Trentiner Diego Degasperi gegen die starke Konkurrenz durchsetzen. Mit seinem Osella FA30 Zytek konnte er mit beeindruckenden Zeiten für Begeisterung sorgen. Vor allem in Rennlauf 1 nutzte er als letzter Fahrer die besser werdenden Bedingungen gnadenlos aus. Auf dem zweiten Platz folgte Stefano di Fulvio mit seinem Osella PA30 Zytek, der heuer erst sein zweites Bergrennen absolvierte. Mit seiner spektakulären Fahrweise konnte er sich in Rennlauf 2 sogar die Bestzeit realisieren. Durch seine frühere Startposition in Rennlauf 1 setzte er noch auf Regenreifen, jedoch hielt sich mit 2,5sec. sein Rückstand auf den Sieger trotzdem in engen Grenzen. Mit der fünftschnellsten Zeit, trotz Regenreifen lag Alexander Hin im „nackten“ Osella PA 30 mit neuem LRM-Motor nach dem ersten Rennlauf auf Gesamtrang 5 und in Reichweite des Podiums. In Lauf zwei strandete Hin dann aber auf der Strecke. „Ein Klettverschluss löste sich vom Akku, sodass die Schaltung aussetzte“, erklärte Hin. „Dennoch bin ich ganz Zuversichtlich. Jeder Meter hier, mit dieser Rakete, war für mich Gold wert“. Das Gesamt-Podium komplettierte Federico Liber mit dem Gloria C8P Evo, der mit einer tollen Performance an diesem Wochenende glänzen konnte. Im 1. Rennlauf musste er sich nur knapp geschlagen geben, jedoch legte er dort den Grundstein für eine Platzierung am Podium. Im trockenen 2. Rennheat konnte er dann abermals eine Spitzenzeit fixieren. Rang Vier im Gesamtklassement sicherte sich sein Teamkollege Mirko Venturato. Mit exzellenten Zeiten am Steuer […]

Robin Shute und Wolf siegreich am Pikes Peak

28. Juni 2021

Zum zweiten Mal nach 2019 bezwang der Brite Robin Shute die bekannteste Bergrennstrecke der Welt in der schnellsten Zeit und wurde Gesamtsieger bei der 99. Auflage des Pikes Peak International Hill Climb. Shute beendete das Rennen im Wolf GB08 TSC-LT Honda-Turbo am Sonntag in 5:55,246 Minuten, mehr als 30 Sekunden schneller als der Zweitplatzierte Franzose Romain Dumas (Porsche 911 GT2 RS Clubsport). Das Drama begann, bevor das erste Auto die grüne Flagge sah. Schnee, Eis und Nebel an der Spitze des Gipfels, der mehr als 4.300 Meter über dem Meeresspiegel liegt, zwangen die Rennverantwortlichen, die Ziellinie zum Devil’s Playground zu verlegen, rund 300 Höhenmeter tiefer als sonst. Durch den Umbau des Zielareals verzögerte sich der Start um etwa eine Stunde. Dumas belegte mit einer Zeit von 6:31,914 zudem den 1. Platz in der Time Attack-Division, während US-Berg-Ikone Paul Dallenbach mit einer Zeit von 6:35,663 die Open-Wheel-Krone holte und den dritten Platz der Gesamtwertung. Mitfavorit Rhys Millen im werksunterstützten Bentley Continental GT3 verpasste das Podium mit Rang vier. Der Luxemburger Steve Zimmer (Porsche Cayman GT4) erreichte bei seinem ersten Start in den USA einen Mittefeldplatz und Rang 9 in seiner Klasse Time Attack.

Corona nimmt Einfluss – Merli siegt in Spanien

17. Mai 2021

Der zweite Lauf zur diesjährigen Berg-Europameisterschaft ging in Nord-Spanien mit dem Klassiker Subida al Fito über die Bühne. In Arriondas spielte das Wetter mit Regen in unterschiedlicher Stärke am gesamten Rennwochenende leider nicht mit. Damit wurde die ohnehin schon anspruchsvolle Strecke noch herausfordernder für die Fahrer. Die besten Bedingungen herrschten dann noch im 3. und letzten Rennlauf am Sonntag, wo auch die schnellsten Zeiten des Wochenendes gefahren wurden. Zudem sorgte leider „Corona“ in Spanien für zusätzliches Kopfzerbrechen, denn im italienischen Faggioli Team wurde ein positiver Test ausgewertet. So mussten Simone Faggioli und sein Team-Kollege Diego Degasperi, als auch Fausto Bormolini und Renzo Napione, als Kontaktpersonen, auf ein Antreten am Sonntag verzichten. Den Gesamtsieg sicherte sich quasi im Alleingang dennoch ein Italiener, mit Christian Merli. Mit dem Osella FA30 Zytek LRM trotzte er den schwierigen Bedingungen im Baskenland, was am Ende des Wochenendes mit einem vollen Erfolg belohnt wurde. Dabei musste er nicht all seine Künste aufbieten, um die restliche Konkurrenz klar auf Distanz halten. Diese wurde vom jungen Spanier und ehemaligen Formel 1-Testfaher Javier Villa Garcia angeführt, der im Training noch mit technischen Problemen an seinem BRC BR53 Turbo haderte. Am Renntag konnte sich der bekannt beherzt agierende Pilot hervorragend in Szene setzen und mit famosen Zeiten bei schwierigen Verhältnissen glänzen, womit er auch den Sieg in der Gruppe E2-SC für sich verbuchen konnte. Das Podium komplettierte der Franzose Sebastien Petit mit dem Nova NP 01-2 Judd GAS39 EMAP, der eine ebenfalls tolle Performance in Spanien ablieferte. Vor allem im 3. Rennlauf konnte er sich nochmals entscheidend steigern und die zweitschnellste Gesamtzeit realisieren, womit der Rückstand auf den Spanier mit 2sec. sehr gering ausfiel. Rang Vier im Gesamtklassement ging wieder nach Italien, und zwar an Federico Liber im Gloria C8P Evo. Dieser konnte auf der anspruchsvollen Strecke mit einer famosen Leistung, gerade auf feuchter Piste überzeugen und aktuell den 4. Rang in der EM-Tabelle einfahren. Die Top5 komplettierte der junge Raul Ferre Matas aus Andorra, der erstmals den neuen Silver Car CS Turbo-Sportwagen an den Start brachte und mit diesem neuen Boliden eine Topperformance ablieferte. Dabei konnte er sich im Laufe des Wochenendes immer weiter steigern und schlussendlich noch den letzten Platz am Podium in der Gruppe E2-SC mit dem 2l Boliden fixieren. Rang Sechs Gesamt sicherte sich der Italiener Mirko Venturato, der im Gloria C8P Evo auch in Spanien aufhorchen ließ. Bei seinem ersten Antreten bei der Subida al […]

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