Der automobile Schatz der Marquardts

17. November 2019

Im Segment des Automobilen Bergrennsports sind viele Fahrzeuge unterwegs, die die Herzen Motorsportfans höher schlagen lassen. Auf den Berg- und Rundstrecken sind auch der Gräfendorfer Matthias Marquardt und sein Vater Werner Marquardt unterwegs. Sie fahren nicht um Gesamtsiege oder große Preisgelder mit, sondern sie leben den olympischen Gedanken, dass dabei zu sein, alles ist. Was die Marquardts adelt, ist, dass sie Besitzer eines automobilen Schatzes, eines NSU Brixner sind. Werner Marquardt hatte in den Jahren 1972 bis 1975 einen NSU Brixner gefahren, aber war dann auf einen NSU TT umgestiegen. Später juckte ihn erneut ein NSU Brixner, der den Unterbau eines NSU hatte und für den die Legende als Chassis-Bauer, Kurt Brixner, die Außenhaut konstruierte. Von diesen Fahrzeugen baute Kurt Brixner einst 70 Stück, von denen heute im deutschsprachigen Raum noch 16 fahrbereite Exemplare existieren. Das besondere am Renner der Gräfendorfer ist, dass Werner Marquardt die Karosserie mit seinem Bruder Erwin Marquardt und Sohn Matthias aus Fragmenten zu einem Rohrrahmen komplett selbst aufbaute. Zehn Jahre lang schraubten die Idealisten an dem NSU Brixner, der dann im Jahr 2016 fertig wurde. Die flache Flunder mit der gelben Außenhaut ist der ganze Stolz der Marquardts und abwechselnd bestreiten der 68-jährige Werner Marquardt und sein 35-jähriger Sohn Rennen im Bergrennsport, auf Rundstrecken oder Rallye-Veranstaltungen. Der NSU Brixner aus dem Baujahr 1975 hat zwar nur 110 PS Unter der Haube, aber bei nur 580 Kilogramm Gewicht hat der Oldtimer einen Top-Speed von bis zu 180 Km/h. „Die Perspektive im Monoposto macht das Fahren im dem Brixner aus“, sagt Werner Marquardt. Denn das Rennsportfahrzeug gibt dem Fahrer eine ganz andere Sicht-Perspektive als im einem BMW 318 oder einen NSU TT, die die Gräfendorfer noch ihr Eigen nennen. Sie bestreiten jährlich mit dem Brixner und dem BMW über zehn Rennen, am Berg, auf der Rundstrecke und bei Rallyes und mit dem NSU Prinz Veranstaltungen für historische Veranstaltungen. Der zweite NSU im Stall der Marquardts ist ein originaler TT Prinz, der aus 1167 Kubikzentimeter eine Leistung von 65 PS schöpft. Den BMW 318 fahren die Marquardts am Berg in der Gruppe G der seriennahen Fahrzeuge, an denen nur das Fahrwerk und die Reifen verändert werden dürfen. Der BMW hat eine normale Straßenzulassung und ein 1,8-Liter-Motor erzeugt 140 PS. Matthias Marquardt ist Kfz-Meister und Serviceleiter des Würzburger Porsche-Zentrums in Estenfeld und frönt dem Rennsport, was ihm einst noch nicht möglich war. Denn bei seinen ersten Schritten im Motorsport […]