Walliser Tagessieg beim Bergrennen am Gurnigel

12. September 2022

Nachdem die ersten zwei von drei Trainingsläufen am Samstag noch von Regen beeinträchtigt worden war, herrschten beim 51. Nationalen Bergrennen am Gurnigel am Sonntag ideale äußere Bedingungen. So war es nicht verwunderlich, dass der vom Walliser Eric Berguerand vor vier Jahren aufgestellte Streckenrekord von ihm selbst mit demselben Lola FA99 um 32 Hundertstelsekunden unterboten werden konnte. Seine neue Bestmarke auf der 3734 Meter langen Piste von Dürrbach ins Gurnigelbad steht nun bei 1:39,49, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 135,1 km/h entspricht. Mit dem fünften Saisonsieg in sechs Bergrennen, alle in neuer Rekordzeit, sicherte sich Berguerand zugleich den Schweizer-Meister-Titel 2022 bei den Rennsportwagen. Lokalmatador Marcel Steiner kam noch theoretisch für den Titelgewinn infrage, hätte aber selbst in Rekordzeit gewinnen müssen, falls Berguerand nicht gewertet worden wäre. Nach einem leichten Leitplankenkontakt im ersten Rennlauf vom Sonntagmorgen konnte Steiner Motorsport den Schaden am LobArt-Sportwagen zwar beheben. Im zweiten und dritten Durchgang kam der Oberdiessbacher aber nicht an die gewünschten Zeiten heran und musste sich am Ende mit dem dritten Gesamtrang hinter dem jungen Aargauer Robin Faustini in einem Osella FA30 begnügen. Im Stil von Berguerand errang Reto Meisel im selbst gebauten Mercedes SLK 340 in dieser Saison bereits den fünften Gesamtsieg bei den geschlossenen Rennfahrzeugen, wobei er seine eigene Bestzeit von 2018 mit demselben Wagen um beinahe vier Sekunden auf fantastische 1:48,84 verbesserte. Damit bestätigte der Aargauer seinen überlegenen Titelgewinn in der Schweizer Bergmeisterschaft der Tourenwagen auf eindrückliche Weise. Einen Berner Doppelsieg gab es durch Martin Bürki auf VW Polo und Philipp Krebs auf Renault Clio im Schweizer Berg-Pokal 2022 für hubraumkleinere Tourenwagen. Beide gewannen beim Heimrennen ihre Klassen, wobei der zuvor als Renault-Meister feststehende Denis Wolf wegen eines Motorschadens im Training zum Zuschauen verurteilt war. Nach ersten Schätzungen kamen gegen 10’000 Zuschauer ins malerische Gantrischgebiet, um das erste Gurnigelrennen seit 2019 live zu verfolgen. Das 52. Nationale Bergrennen am Gurnigel findet am Wochenende vom 9./10. September 2023 statt. Text: Peter Wyss, Fotos: Jürg Kaufmann Gesamtklassement (Addition der zwei schnellsten Zeiten aus drei Läufen): 1. Eric Berguerand (Charrat), Lola FA99, 3:22,60 2. Robin Faustini (Suhr), Osella FA30, 3:23,68 3. Marcel Steiner (Oberdiessbach), LobArt-Helftec-Honda-Turbo, 3:23,99

Berguerand siegt in Oberhallau in Meisterform trotz Disqualifikation

29. August 2022

Vor einer rekordzuschauerkulisse lieferten sich Eric Berguerand und Marcel Steiner ein tolles Duell in Rekordzeiten beim vorletzten Berg SM-Lauf von Oberhallau, das der Walliser trotz einer Disqualifikation gewann. Reto Meisel ist bereits Tourenwagenmeister. Laut Schätzungen des Vereins pro Bergrennen Oberhallau, der alles bestens im Griff hatte, kamen an beiden Tagen rund 16’000 Zuschauer in den Schaffhauser Klettgau. Bei idealen äußeren Bedingungen erlebten sie am Sonntag einen unbezwingbaren Eric Berguerand und einen starken Herausforderer Marcel Steiner. Durchgefallen bei der Kontrolle Erst unterbot der im LobArt-Sportwagen früher gestartete Steiner im ersten Rennlauf den von Berguerand 2018 aufgestellten Streckenrekord von 1’08,00 um drei Hundertstel, ehe der Walliser ein paar Minuten später 1’07,56 realisierte. Im zweiten Durchgang bei wärmeren Temperaturen gelang dem Berner eine 1’07,85, auf die Berguerand mit einer erneuten Bestzeit auf der drei Kilometer langen Strecke reagierte. Weil der Lola FA99 samt Fahrer das erforderliche Mindestgewicht von 640 Kilogramm bei der Kontrollmessung durch ASS aber leicht unterschritt, strich ihm die Jury den vermeintlichen Rekordlauf nachträglich. So war de facto Steiner der neue Leader, ohne es zu wissen. Den dritten Lauf legte Berguerand dann kurz nach 18.20 Uhr in 1’07,70 sicher zurück, sodass er in der Addition seiner beiden Zeiten am Ende um 56 Hundertstel vor Steiner lag. Eric Berguerand: «Mein Lola war genauso schwer, wie er sein musste, nur wusste ich nicht, dass es ein Gesamtgewicht gibt, das 80 Kilo höher liegt. Am Abend waren die Bedingungen für eine neue Rekordzeit dann nicht mehr so gut.» Entscheidung am Gurnigel Steiner seinerseits war ebenfalls noch nie so schnell am Oberhallauer Berg und erzielte dementsprechend neuen Sportwagenrekord. Marcel Steiner: «Auto und Motor sind nun gut, ich muss einfach noch besser werden. Ich habe das Vertrauen, mit dem Turbomotor im richtigen Moment aufs Gas zu treten oder drauf zu bleiben, noch nicht gefunden.» Was er nie sagt, obwohl er anbringen könnte: Der LobArt mit ihm an Bord ist auch 60 Kilo schwerer als Berguerands selbst gestrickter, optimaler Rennwagen. Ein Handikap, das er unter normalen Umständen auch am 11. September beim Bergrennen am Gurnigel nicht wettmachen kann. Probieren wird es der Hausherr dort auf jeden Fall. Falls Steiner in neuer Rekordzeit gewänne, müsste Berguerand allerdings nur in Wertung ins Ziel kommen, um sich noch den einen nötigen Punkt zur Sicherstellung des Meistertitels gutschreiben zu lassen. Dritter SM-Rang an Robin Faustini Mit drei guten 1’09er-Zeiten sicherte sich Vorjahressieger Robin Faustini den dritten Gesamtrang vor dem Osella-Markenkollegen Joël […]

Nach drei Jahren wieder ein Bergrennen am Gurnigel

25. August 2022

Der Schweizer Sport steht in diesen Tagen zwar im Bann des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes in Pratteln. Viele andere Sportvereine bereiten sich derzeit aber für ihre Großanlässe vor, die danach für nationales Echo sorgen werden. So geht am zweiten September-Wochenende das zum 51. Mal ausgetragene Bergrennen am Gurnigel im malerischen Gantrischgebiet über die Bühne. Wegen der Corona-Pandemie musste der Verein Bergrennen Gurnigel (VBG) in den Jahren 2020 und 2021 schweren Herzens auf die Austragung verzichten. Umso mehr freuen sich alle Mitarbeitenden in dem vom neuen Präsidenten Kurt Ruchti (rechts im Bild) angeführten Organisationskomitee auf den 10./11. September 2022, wenn im Fahrerlager und am Start in Rüti bei Riggisberg nach zweijähriger Zwangspause wieder die Rennmotoren in Gang gesetzt werden. Die Geschichte des Automobilsport-Klassikers vor den Toren Berns reicht bis ins Jahr 1910 zurück. Damit gehört das Bergrennen am Gurnigel zu den ältesten seiner Art in Europa. Nachdem es 2019 von Regen beeinträchtigt worden war, hofft der VBG inständig auf schönes, mildes Spätsommerwetter. Dann dürften wieder rund 10‘000 Zuschauer die Naturtribünen entlang der 3734 Meter langen, fahrerisch anspruchsvollen Strecke ins Gurnigelbad bevölkern. In diesem Jahr zählt Gurnigel als sechster und letzter Lauf zur Schweizer Automobil-Bergmeisterschaft 2022. Daher werden am 11. September gegen 18 Uhr die letzten Meisterschaftsentscheidungen in der ablaufenden Rennsaison fallen. Details zum Teilnehmerfeld folgen später. News werden laufend im Internet auf www.gurnigelrennen.ch aufgeschaltet. Dort können Besucher über ein Ticketingsystem auf einfache Weise auch ihre Eintrittskarten mit Rabatt beziehen. von Peter Wyss

Keine Chance gegen Merli – Glanzvolles Event in Osnabrück

8. August 2022

Europameister Christian Merli machte mit seinen Gegnern beim aktuell größten Bergrennen Deutschlands, 54. Int. Osnabrücker ADAC Bergrennen kurzen Prozess. Nach einem spannenden Duell unter den Herausforderern errang Eric Berguerand den zweiten Platz. Bester Deutscher auf Gesamtrang 5 war der aktuelle EM-Dritte Alexander Hin. Ein schönen Einstand in der „Königsklasse“ lieferte Georg Lang im V8-Osella, mit meist 55er Zeiten und Gesamtrang acht ab. Nach den drei Trainingsläufen auf der 2030 Meter kurzen Strecke bei Borgloh vor den Toren Osnabrücks schien die Ausgangslage noch offen, wenngleich Christian Merli (Foto oben) bereits die Bestzeiten vorgelegt hatte. Der diesjährige Schweizer Rekordsieger Eric Berguerand haderte jedoch noch mit seinem Auto, weil er eine kleinere Reifendimensionen ausprobierte und den Lola-Cosworth dadurch nicht mehr wie gewohnt spürte. Auch Marcel Steiner kam im LobArt mit Helftec-Honda-Turbomotor nicht auf die gewünschten Zeiten. Der Berner war aber immerhin Zweitschnellster unter einem Dutzend großer Dreiliter-Rennsportwagen aus der Gruppe E2. Rekordfahrt und Dreher mit Happyend Gleich im ersten Rennlauf am Sonntagmorgen, den er wegen verschmutzter Piste zweimal antreten durfte (angewärmte Reifen waren sicher kein Nachteil), realisierte der Italiener als erster Fahrer bei dem seit 1968 zum 54. Mal ausgetragenen Bergrennen in Norddeutschland mit 49,817 (Schnitt 145,71 km/h) eine Zeit von unter 50 Sekunden. Damit hängte der dreifache Europameister mit seinem optimalen Osella FA30 mit Zytek-V8-LRM-Motor alle Gegner gleich um zwei Sekunden und mehr ab. Nach 50,154 im zweiten Durchgang war sein vierter Tagessieg in Osnabrück nach 2016, 2017 und 2019 – jeweils in Rekordzeit – schon vor dem finalen Sprint klar. In diesem brachte Merli das Kunststück fertig, sich wegen Schaltproblemen in einer von Leitplanken und Reifenstapeln begrenzten Kurve zu drehen, ohne dabei anzuschlagen. Berguerand holt Trainingsrückstand auf Den zweiten Platz nahm nach dem ersten Lauf Eric Berguerand und nach dem zweiten Lauf Marcel Steiner ein, allerdings trennte sie nur eine Zehntelsekunde. Der Franzose Sébastien Petit (Foto Mitte), alter und nun neuer Gesamtsieger im FIA Hill Climb Cup, witterte wie der Schweizer Meister ebenfalls noch seine Chance auf den Ehrenplatz hinter Merli. Alle drei drehten im dritten Rennlauf auf, verbesserten sich dabei aber unterschiedlich gut. So kam es, dass zuerst Petit Steiner vom zweiten Platz und dem ersten bei den Sportwagen verdrängte, ehe Berguerand mit 50,998 als Zweitschnellster des Tages auch den zweiten Gesamtrang übernahm. Eric Berguerand: «Mir hatte der komplette Samstag gefehlt, weil ich den Wagen wieder auf die großen Räder umbaute. Erst im dritten Rennlauf war ich dann dort, wo ich […]

Marcel Steiner Kolumne: Wir kommen der Sache langsam näher

2. August 2022

Mit behobenen Schäden von La Roche-La Berra, erholt und entspannt von einem Kurzurlaub in Italien, reisten wir Donnerstagabend ins schöne Wallis nach Anzère. Unser Teambus kam ordentlich ins Schnaufen, um den Skiort auf 1‘500 M.ü.M zu erreichen. Nach unserer Ankunft stellten wir top motiviert und bei angenehmen Temperaturen noch vor der Dämmerung das Teamzelt auf. Somit bereits startklar mit unserem Lagerplatz, konnten wir den Freitag gemütlich angehen und sogar etwas länger schlafen. Der LobArt/Helftec-Honda wurde routiniert ausgeladen und vorbereitet. Die administrative und technische Abnahme war bald erledigt und ich konnte ich mich ausgiebig der Streckenbesichtigung widmen. Training am Samstag: Samstags ging es schon sehr früh zu einer kurzen Streckenbesichtigung. Der Trainingsbeginn für die ersten Fahrer war bereits auf 7:00 Uhr angesetzt. Wir waren gegen 10:00 Uhr an der Reihe, um über die Rennstrecke Richtung Start zum 1. Trainingslauf zu rollen. Im ersten Lauf fand ich eine gute Ideallinie, aber noch nicht so viel Gripp. Daher war ich im Ziel mit 1:30.198 zufrieden. Vor mir Eric Berguerand (Lola-F3000, 1:29.341) und hinter mir  Robin Faustini (Osella FA30, 1:30.672) sowie Joel Volluz (Osella FA30, 1:32.383). Optimierungen am Auto: Mit höherer Leistungsstufe, aber sonst unverändertem Auto, machte ich mich zum 2. Trainingslauf bereit. Irgendwie schien der LobArt nun gar keine Bodenhaftung mehr zu finden. Ich musste ordentlich kämpfen, um den Wagen auf der Straße zu halten. Die Zeit von 1:30.039 entsprach somit nicht meiner Vorstellung und ich rutschte damit hinter „Bergus“ (1:26.891) und Faustini (1:29.777). Andere Reifen und eine andere Federabstimmung auf der Hinterachse sollten dem Problem Abhilfe schaffen für den 3. Probelauf. Dies schien mit einer Zeit von 1:28.132 zu funktionieren. Dies bedeutete Platz 2 hinter Eric (1:25.668), jedoch vor Robin (1:29.652) und Joel (1:31.311). Bei der abendlichen Kontrolle des LobArt/Helftec-Hondas fanden wir ein ausgerissenes Gewinde an einer Bremssattelbefestigung. Dies raubte uns einige Zeit für die Reparatur. Ansonsten war das Auto einwandfrei. Rennläufe am Sonntag: Am Sonntag war der erste Rennlauf wieder auf 7:00 Uhr angesagt. Für uns stand 10:00 Uhr auf dem Zeitplan. Gerade als ich um acht Uhr von meiner Joggingrunde zurückkam, wurde unser Feld für 8:30 Uhr aufgerufen. Die letzte Vorbereitung des LobArt hatte Priorität und das Frühstück fiel somit aus. Mein eingespieltes Team meisterte die rasche Vorbereitung problemlos, womit dem Start nichts mehr im Weg zu stehen schien. Bereits startklar für die Rückführung zum Start, geriet ein Fahrer von der Straße ab und es stand eine stündige Leitplankenreparatur an. […]

Boxengeflüster 08/2021 „Masters-Spezial“: Wussten Sie schon dass…?

16. Oktober 2021

DASS die Schweizer Marcel Steiner, mit Partnerin Tamara Pauli in Braga als Zaungäste auftauchten. Nach dem Motorschaden an Marcels LobArt Honda Turbo beim Osnabrücker Bergrennen im August, hatte der Berner Oberländer seinen geplante Teilnahme am Masters absagen müssen. Dennoch reisten die Beiden schon am Donnerstag per Flugzeug an und genossen die freie Zeit bei allerlei netten Gesprächen im Fahrerlager und mischten sich natürlich auch unter die Schweizer Delegation bei der großen Parade der Nationen in der historischen Altstadt von Braga. DASS der Bronzemedaillengewinner der Kategorie 4 Wallace Manzies (ausgesprochen Mänges), wohl eine der längsten und kompliziertesten Anreisen zum portugiesischen Mastersschauplatz hatte. Der amtierende Britische Bergmeister aus Alloa in Schottland, der seinen eigenen Renntruck dabei hatte, durchquerte erste einmal die Britische Insel. Anfangs 465 Meilen (750 km) an die südenglische Küste, danach 25 Stunden per Fähre nach Nordspanien. Mit dem letzten Abschnitt der Reise über 7-8 Stunden und 680 km dann ins Fahrerlager von Braga. DASS es um das Masters auch Schattenseiten gab. Schon am Freitagabend, nach Einbruch der Dunkelheit hatten sich Tausende in der Kehre beim Hotel Golden Tulip eingefunden und machten die noch für den Straßenverkehr geöffnete Rennstrecke unsicher. Einige „Möchtegernrennfahrer“ hatten ihren Gasfuß nicht unter Kontrolle und befeuerten so die Partylaune der Herumstehenden. Daran änderte auch das kurzzeitige Aufkreuzen der Polizei nichts. Durch die Raserei kam es später noch zu einem Zusammenstoß zweier Fahrzeuge, wobei eine unbeteiligte Frau verletzt wurde. DASS der einzige Deutsche Tourenwagen-Starter (!) beim diesjährigen Hillclimb Masters Erwin Buck, vom sachverständigen Publikum für seine mutige Fahrweise im VW Spiess Scirocco Mk 1 16V mit offenem Szenenapplaus bedacht wurde. Zur Belohnung gab es einen Pokal für Rang 3 in der Gruppe 3 der Kategorie FIA-Tourenwagen im Rahmen der wundervollen Siegerehrung und Medaillenvergabe. Der Schwabe tauchte sogar im FiA-Livestream als einer von wenigen Interviewgäste auf. Die Sprache  kam dabei auch auf den „German Berg Cup“ und man fragte sich wo die vielen tollen Tourenwagen daraus in der Masters-Starterliste abgeblieben sind. DASS bei der Preisverteilung der Masters-Kategorie 3 aus Versehen dem Schweizer Reto Meisel eine silberne, anstatt einer goldenen Medaille umgehängt wurde. Es ist reiner Zufall, passte aber in sein Wochenende. Der Aargauer hätte sich lieber die Silbermedaille in der Kategorie 1 um den Hals hängen lassen, als die Goldmedaille in der Kategorie 3. Im Fernduell mit den Tourenwagen-Assen war er nur zwei Tausendstelsekunden langsamer als der Pole Szymon Lukaszczyk. Meisel ist sicher, dass die FIA diesen Fauxpas mit der […]

Marcel Steiner Kolumne: Jetzt läuft‘s – aber richtig!

15. August 2021

Nun war es schon wieder lange still auf diesem Kanal. Nicht ganz so still war es bei uns. Aber auch nicht alles spielte von Anfang an in den richtigen Tönen. Doch alles mal der Reihe nach… Anfang Juni konnte ich den LobArt/Honda nach den Abstimmungsarbeiten bei Helftec Engineering abholen. Danach mussten wir das Auto wieder auf die Fliehkraftkupplung umbauen, und der Kupplungstest verlief gleich vielversprechend. Die Testfahrt in Anneau du Rhin (Frankreich) war für uns quasi eine Formsache und wir waren überzeugt, dass dem geplanten Bergrennen in Beaujolais (Frankreich) nichts mehr im Weg stehen würde. Leider wurden wir eines besseren belehrt: Auf der Rennstrecke wollte der Turbomotor nicht richtig in die Gänge kommen. Nach wenigen Runden mussten wir wieder zusammenpacken. In der darauffolgenden Woche stand der nächste Test an, bei welchem Flavio und Guido Helfenstein von Helftec Engineering auch vor Ort waren. Leider konnte auf der Strecke das Problem weder lokalisiert, noch behoben werden. Der Motor musste nochmals auf den Prüfstand… Die Situation erinnerte uns an die Anfänge mit dem LobArt, auch da lief es am Anfang sehr holprig und wir mussten den Heimweg antreten – zum Teil ohne gefahren zu sein. Auch jetzt ist es eine komplett neue Technik, die noch etwas Arbeit und Erfahrung braucht, bis sie richtig zum Laufen kommt. Genau aus diesem Grund arbeiten wir mit den richtigen Leuten zusammen, mit denen wir die Herausforderungen lösungsorientiert angehen können. Nach einem kompletten Check der mechanischen und elektronischen Systeme und Feinabstimmung des Kennfeldes konnten wir auf dem Prüfstand grünes Licht geben. Am 3. August waren wir erneut in Anneau du Rhin zum Test. Nun lief der Motor wie am Schnürchen. Nur die Tücken der Technik holten uns nach 1 ½ Runde in Form einer gebrochenen Antriebswelle ein. Diese konnten wir in nützlicher Zeit vor Ort tauschen und den Test zur vollen Zufriedenheit vorführen. Wir testeten alle Leistungsstufen mit beeindruckenden Topspeed-Werten. Auch Startübungen mit Traktionskontrolle konnte ich absolvieren. In der Datenaufzeichnung konnten wir eine imposante Beschleunigung auf 100 und 200 km/h rauslesen. Auch das Fahrverhalten des LobArt aus Fahrwerk und Aerodynamik stimmte mich positiv. Das Paket scheint auf der Rundstrecke gut miteinander zu harmonieren. Nach diesem positiven Test werden wir den LobArt/Honda Turbo am Berg erproben. Wir sind alle voll motiviert und freuen uns, nach fast zwei Jahren wieder an den Rennen von Osnabrück (D), Oberhallau (CH), Turkheim (F) und St. Agath (A) teilzunehmen. Bei diesen Rennen werden wir noch […]

Marcel Steiner sitzt gut vorbereitet in den Startlöchern

14. Mai 2021

Gibt es eine Rennsaison 2021? Diese Frage haben sich der Schweizer Top-Pilot Marcel Steiner und sein Team schon sehr oft gestellt. Doch auch die Truppe aus dem Berner Oberland kann sie zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantworten. Alle Motorsportbegeisterten hoffen darauf, dass die Bergrennen zumindest ab Sommer abgehalten werden können, und die Jungs von Steiner Motorsport hoffen endlich den neuen Turbomotor unter Rennbedingungen einsetzen zu können. Apropos Motor: „Anfang Oktober 2020 wurde unsere Freude am neuen Turbo jäh gebremst“, sagt Marcel in seiner aktuellen Presseaussendung. „Der Automobil-Weltverband FIA kastrierte die Turbomotoren der Gruppe E2-SS und E2-SC mit einem Airrestriktor. Generell mussten wir bereits mit 1.7-mal weniger Hubraum gegenüber den Saugmotoren auskommen, nun wurde der Turbo nochmals mit einem Luftbegrenzer von 42.25 mm beschnitten. Dies zog mir und den Jungs von Helftec Engineering kurzzeitig den Boden unter den Füssen weg“. Den Kopf in den Sand stecken wollte Steiner-Motorsport aber auch nicht. Eine Lösung musste her und wurde gefunden. So passten die Steiners den Hondamotor bei der Reparatur gerade noch an die neuen Anforderungen an. Am LobArt-Sportwagen nahm man zudem kleine Updates an der Aerodynamik vor und seit kurzem steckt das Aggregat nun wieder im LobArt-Chassis. Kleinere Anpassungen am Auspuffkrümmer stehen noch aus, danach gilt’s auf dem Rollenprüfstand das Kennfeld abzustimmen. Der LobArt Honda-Turbo wäre also bald bereit, um Runden zu drehen oder Bergstraßen hochzujagen. Weiter stellt sich noch eine Reglementsfrage. Nach aktuellstem Stand übernehmen einige nationale Verbände (Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich…) das FIA-Regelwerk nicht oder noch nicht. In diesen Ländern kann der Turbo noch frei und ohne Airrestriktor atmen. „So werden wir unseren Motor auch noch offen abstimmen und bis auf weiteres so fahren“, kündigt Steiner an. Auslauf soll der LobArt Honda im Jahr 2021 hauptsächlich in der Schweizer Bergmeisterschaft finden, die anfangs aus neun Rennen bestand. Leider wurden bereits La Roche, Hemberg, Reitnau, Anzere und Les Paccots wegen Covid-19 wieder abgesagt. Daher musste sich das Team wieder etwas umorientieren. „Zudem finde ich als ersten Start am Berg 2021, gleich auf der Highspeed-Strecke in Les Rangiers, nicht ganz optimal. Aus diesem Grund rückten die französischen Rennen von Vuillanfans und Beaujolais in meinen Terminkalender“. Zudem möchte Marcel Steiner auch die Rennen in Osnabrück/D, Türckheim/F und St.Agatha/A fahren. Dies hängt aber von den Reglementen zum Restriktor und der finanziellen Lage von Steiner Motorsport ab. Als großes Highlight findet im Oktober in Portugal das 4. FIA Hillclimb Masters statt. Nach seiner Teilnahme 2018 in […]

Marcel Steiner Kolumne: Mehr Zeit für den neuen Turbo-Motor

24. Mai 2020

Wie schön wäre es doch, wenn wir von Steiner Motorsport nach einem arbeitsintensiven Winter zum Start der Saison an den geplanten Rennen in Rechberg und Eschdorf hätten teilnehmen können! Ich habe mich sehr darauf gefreut. Leider sind die genannten Bergrennen, wie auch alle Bergrennen in der Schweiz und das FIA Hill Climb Masters in Portugal im Oktober abgesagt. Zu groß ist das gesundheitliche und finanzielle Risiko während der Corona Pandemie für die Zuschauer, Rennfahrer und die Organisatoren. Von meinem ursprünglichen Saisonplan steht aktuell nur noch das Rennen vom 26./27. Oktober in St. Agatha (AT). Ich muss jedoch ehrlich gestehen; auch wenn die beiden Rennen nun stattgefunden hätten, wären wir wohl kaum mit unserem neuen Projekt fertig geworden. Und das nicht nur wegen COVID-19. Wie ihr vielleicht schon in einigen Onlinemedien zum Thema Motorsport gelesen habt arbeiten wir mit der Firma Helftec Engineering an einem 1750 ccm-Honda-Turbo-Motor. Als Basis dient ein Honda Civic Type R-Motor mit original 2 Liter Hubraum. Der Lockdown hat u.a. die Beschaffung einiger Teile für den Umbau des Motors erschwert, da durch die Hubraumverkleinerung und die Änderung vom Sauger- zum Turbomotor inwendig fast alles modifiziert werden muss. Mittlerweile ist aber fast die komplette Umgebung vorbereitet und der Motor zur Montage bereit. Bald setzen wir ihn ins Chassis ein und beginnen mit der Abstimmung auf dem Prüfstand. Auch an der Karosserie und Aerodynamik nehmen wir wegen dem Turbo einige Veränderungen vor: Am Auffälligsten ist der Wegfall der Airbox, wodurch der Heckflügel eine bessere Anströmung bekommt. Zudem konnte ich mit der Firma Drexler Automotive GmbH eine Zusammenarbeit für das Getriebe und Differential realisieren. Ich bin schon richtig gespannt, wie sich der LobArt/Honda durch das neue Differential um die Kurven steuern lässt. Im Juni und Juli planen wir Testfahrten mit allen neuen Komponenten, sobald die Grenzen wieder offen sind. Ab August finden in Frankreich wieder Bergrennen statt, auch in Deutschland und Österreich gibt es noch einige aktive Termine, die wir interessiert verfolgen. Wir möchten den LobArt/Honda unbedingt bei einigen Renneinsätzen im Ausland auf Herz und Nieren testen, damit einer erfolgreichen Saison 2021 nichts im Wege steht. Ich hoffe deshalb, möglichst bald über COVID-19-Lockerungen, verheißungsvolle Testfahrten und bevorstehende Rennen hier zu berichten. In diesem Sinne bis bald… Marcel

Steiner mit neuem Honda-Turbomotor

6. Februar 2020

Auch Marcel Steiner macht sich 2020 in seiner Schweizer Heimat rar. Nicht dass er dem 2019 ungeschlagenen Eric Berguerand und dessen Lola-Cosworth ausweichen will. Im Gegenteil, für den LobArt ist momentan bei Helftec in Hildisrieden ein neuer Honda-Turbomotor in der Entwicklung, mit dem er dem Walliser vom Material her wieder Paroli bieten sollte. Den Motor aus einem serienmässigen Civic Type R lieferte der Honda-Händler aus Oberdiessbach selbst. Daraus machen die Luzerner, die auch die Drift-Boliden von Yves Meyer vorbereiten, ein Rennaggregat. Um das für Bergrennen in der Gruppe E2 der Rennsportwagen vorgeschriebene Hubraumlimit von drei Liter nicht zu überschreiten (Turbofaktor 1,7 für Benziner), wird er auf 1750 ccm reduziert. Damit wird deutlich mehr Leistung und ein besseres Drehmoment generiert als mit dem bisher verwendeten Honda-Mugen-3.0-V8-Saugmotor. In Frankreich pulverisierte Champion Geoffrey Schatz mit einem Norma-Oreca-Turbo-Sportwagen alle Rekorde, auch planen weitere bekannte Bergspezialisten ihre Saison mit diesem Konzept. Marcel Steiner: «Ich spüre, dass ich in diesem Winter wieder mehr motiviert bin. Dies ist eine neue Herausforderung für mich. Nun hoffe ich, dass auch LobArt wie versprochen Modifikationen für das Chassis liefert.» Mehr Starts im Ausland: Nachdem er schon fünfmal Schweizer Rennsportwagenmeister und mehrmals Vizemeister war, konzentriert sich Steiner nicht mehr auf die nationale Schweizer Szene. Geplant sind nur noch heimische Starts in Reitnau, St-Ursanne, Oberhallau und vor dem Heimpublikum am Gurnigel. Dafür fährt der wie Ronnie Bratschi im Ausland beliebte und populäre Berner bei ausgesuchten Veranstaltungen wie Eschdorf (L), Rechberg (A), Ecce Homo (CZ), Glasbach (D), Osnabrück (D), St. Agatha (A) und eventuell Mickhausen (A). Diese Bergrennen zählen teilweise zur EM, zum FIA Hill Climb Cup oder zu nationalen Meisterschaften. Fernes Saisonziel für Steiner (und Bratschi) ist die Teilnahme am vierten FIA Hill Climb Masters Mitte Oktober in Portugal. von Peter Wyss / www.autosprint.ch

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