Royal Hillclimb Navys abenteuerliche Reise nach Braga – Volle Fahrt voraus unter Kapitän Wilson

15. Oktober 2021

Schon seit den Anfängen des FiA Hillclimb Masters im Jahr 2014, damals im luxemburgischen Eschdorf, stellen die britischen „Hillracer“ eine echte Bereicherung da. Mit ihren kleinen, aber meist hochmotorisierten Rennwagen, überraschen sie regelmäßig die kontinentalen Experten, Fans und Gegner, so wie auch diesmal in Braga. Unproblematisch und schnell, mal in Deutschland, Luxemburg, Italien, Frankreich oder der Schweiz, im Verlaufe einer Saison anzutreten, wie es die Festlandeuropäer gewohnt sind, ist bei den Briten nicht drin. Nicht nur der Ärmelkanal sondern auch ein enormer Aufwand, hohe Transportkosten und zeitliche Belastungen trennt das Mutterland des Bergrennsports vom Rest Europas. Nur anlässlich des Masters nehmen die Briten ein Abenteuer in Kauf, müssen aber in See stechen. Nach dem Britischen Meisterschafts-Lauf im September, beim ältesten noch aktiven Bergrennen der Welt von Shelsley Walsh, wurden die Top-10-Fahrer der British Hill Climb-Meisterschaft (schnellste der Meisterschaftstabelle in der sogenannten Top-Ten-Run-Off-Wertung) bestimmt sowie die drei Aktiven mit der höchsten Punktzahl aus jeder der 4 Fahrzeuggruppen (Road Going, Modified Production, Sports Libre und Racing Cars) aus dem Britischen Hillclimb Cup. Die Cup-Wertung ist eine separate Meisterschaft bei den gleichen Veranstaltungen auf dem britischen Festland. Insgesamt 22 Fahrerinnen und Fahrer wurden im Anschluss über ihre Qualifikation für das diesjährige FiA Hillclimb Masters vom Team-GB Captain Tim Wilson informiert. Zusätzlich gab es Informationen zur Wildcard-Teilnahme. Ursprünglich hatten sich 18 Britische Fahrer für die Reise nach Braga angemeldet, leider musste Will Hall, der bislang bei allen Masters-Veranstaltungen am Start war, aufgrund anhaltender technischer Probleme mit dem umgebauten Auto zurücktreten. Dessen Force WH-XTEC AER-Formel-Rennwagen hatte bei einem Unfall beim Gurston Down Bergrennen Anfang der Saison schwere Schäden erlitten. Der Planungsprozess zur Verschiffung der mittlerweile 17 Rennfahrzeuge nach Braga konnte also beginnen. Eine zusätzliche Herausforderung war dabei die Umsetzung der neuen Brexit-Regeln, wonach Autos, die von einem Transportunternehmen oder ohne Papiere verschifft werden, ein „Carnet de Passage“-Zolldokument benötigen, um Großbritannien verlassen zu dürfen und in die EU einzureisen. Dies bedeute einen enormen zusätzlichen Papierkram, da alle mit den Rennwagen gelieferten Ausrüstungsgegenstände, wie z. B. Ersatzteile, Werkzeuge oder Zelte im „Carnet“ aufgeführt werden müssen. Dazu fallen auch erhebliche Kosten an. Am Ende reisten 12 Autos, darunter der britische Empire-Formelwagen des maltesischen Fahrers Zach Zammit, der auf der Insel lebt und arbeitet, mit einem Sammeltransporter. Alle Autos, samt Ausrüstung mussten von ihren Besitzern am Sonntag, den 3. Oktober nach Brackley in England geliefert werden, um sie auf zwei geschlossene Transporter zu verladen. Die beiden LkW fuhren dann […]

EM Auftakt betroffen – Rennverschiebungen und Absagen in Frankreich und Großbritannien

20. Februar 2021

Unter dem Eindruck der anhaltenden Corona-Pandemie, erreichen uns aktuell weitere Absagen oder Terminverschiebungen auf unbestimmte Zeit aus dem europäischen Ausland. Die neusten Meldungen betreffen die Französische und Britische Bergmeisterschaft, mit involviert ist so auch der Auftakt der diesjährigen Europa-Bergmeisterschaft am Col Saint Pierre. Durch eine gemeinsame Pressemitteilung gaben die ASA Rhône-Cèze und die ASA d’Alès, jeweils Organisatoren der Bergrennen von Bagnols-Sabran und Col Saint-Pierre, bekannt, dass ihre Veranstaltungen nicht zu den ursprünglich geplanten Terminen stattfinden können. Die beiden „Frühjahrsklassiker“  in der Südfranzösischen Region Gard, mit denen traditionell die Saison der französischen Bergmeisterschaft eröffnet wird, müssen somit erst einmal passen. „Trotz des guten Willens der Präfektur Gard müssen wir die ursprünglich gewählten Termine 27./28. März und 10./11. April 2021 aufgeben, da sonst die Bergrennen hinter verschlossenen Türen stattfanden müssten“. Diese Einschränkungen keine Zuschauer zulassen, sind für beide Organisatoren ein große Problem, da die Veranstaltungen so nicht finanzierbar sind. Die Clubs ASA Rhône Cèze und ASA d’Alès bleiben jedoch zuversichtlich, beide Veranstaltungen zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr 2021 mit Publikum nachholen zu können. In Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden und der FFSA Hill Climb Commission wird nach Ersatzterminen gesucht. Ebenfalls zwei klassische Bergrennen im britischen Rennkalender wurden vorsorglich gleich ganz für das Jahr 2021 abgesagt. Betroffen sind die touristisch so reizvollen Events auf den Kanalinseln. Nach Gesprächen mit dem Jersey Motorcycle and Light Car Club und dem Guernsey Motor Cycle & Car Club hat der Britische Automobile Racing Club, Organisator der von Avon Tyres präsentierten British Hillclimb Championship – die schwierige Entscheidung getroffen, die beiden beliebten Doppelveranstaltungen Bouley Bay und Val de Terres im Juli bereits jetzt abzusagen. Dies ist auf die Unsicherheiten hinsichtlich der Covid 19-Reisebeschränkungen während des Sommers zurückzuführen. Es wurde der Beschluss gefasst, dass eine frühzeitige Entscheidung für alle Wettbewerber von Vorteil sei, um Klarheit bei der Planung für die Saison 2021 zu schaffen. Die Channel Island-Bergrennen sind seit vielen Jahren ein wesentlicher Bestandteil der Meisterschaft in Großbritannien und ziehen immer eine Menge von Wettbewerbern vom britischen Festland an. Man hofft nun auf bessere Zeit und auf eine Neuauflage dieser beiden idyllischen Events direkt am Meer im Juli 2022.