Marcel Steiner sitzt gut vorbereitet in den Startlöchern

14. Mai 2021

Gibt es eine Rennsaison 2021? Diese Frage haben sich der Schweizer Top-Pilot Marcel Steiner und sein Team schon sehr oft gestellt. Doch auch die Truppe aus dem Berner Oberland kann sie zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantworten. Alle Motorsportbegeisterten hoffen darauf, dass die Bergrennen zumindest ab Sommer abgehalten werden können, und die Jungs von Steiner Motorsport hoffen endlich den neuen Turbomotor unter Rennbedingungen einsetzen zu können. Apropos Motor: „Anfang Oktober 2020 wurde unsere Freude am neuen Turbo jäh gebremst“, sagt Marcel in seiner aktuellen Presseaussendung. „Der Automobil-Weltverband FIA kastrierte die Turbomotoren der Gruppe E2-SS und E2-SC mit einem Airrestriktor. Generell mussten wir bereits mit 1.7-mal weniger Hubraum gegenüber den Saugmotoren auskommen, nun wurde der Turbo nochmals mit einem Luftbegrenzer von 42.25 mm beschnitten. Dies zog mir und den Jungs von Helftec Engineering kurzzeitig den Boden unter den Füssen weg“. Den Kopf in den Sand stecken wollte Steiner-Motorsport aber auch nicht. Eine Lösung musste her und wurde gefunden. So passten die Steiners den Hondamotor bei der Reparatur gerade noch an die neuen Anforderungen an. Am LobArt-Sportwagen nahm man zudem kleine Updates an der Aerodynamik vor und seit kurzem steckt das Aggregat nun wieder im LobArt-Chassis. Kleinere Anpassungen am Auspuffkrümmer stehen noch aus, danach gilt’s auf dem Rollenprüfstand das Kennfeld abzustimmen. Der LobArt Honda-Turbo wäre also bald bereit, um Runden zu drehen oder Bergstraßen hochzujagen. Weiter stellt sich noch eine Reglementsfrage. Nach aktuellstem Stand übernehmen einige nationale Verbände (Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich…) das FIA-Regelwerk nicht oder noch nicht. In diesen Ländern kann der Turbo noch frei und ohne Airrestriktor atmen. „So werden wir unseren Motor auch noch offen abstimmen und bis auf weiteres so fahren“, kündigt Steiner an. Auslauf soll der LobArt Honda im Jahr 2021 hauptsächlich in der Schweizer Bergmeisterschaft finden, die anfangs aus neun Rennen bestand. Leider wurden bereits La Roche, Hemberg, Reitnau, Anzere und Les Paccots wegen Covid-19 wieder abgesagt. Daher musste sich das Team wieder etwas umorientieren. „Zudem finde ich als ersten Start am Berg 2021, gleich auf der Highspeed-Strecke in Les Rangiers, nicht ganz optimal. Aus diesem Grund rückten die französischen Rennen von Vuillanfans und Beaujolais in meinen Terminkalender“. Zudem möchte Marcel Steiner auch die Rennen in Osnabrück/D, Türckheim/F und St.Agatha/A fahren. Dies hängt aber von den Reglementen zum Restriktor und der finanziellen Lage von Steiner Motorsport ab. Als großes Highlight findet im Oktober in Portugal das 4. FIA Hillclimb Masters statt. Nach seiner Teilnahme 2018 in […]

Boxengeflüster 03/2021: Wussten Sie schon dass…?

27. März 2021

DASS sich die beiden Bergrenn-Routiniers Alexander Hin und Steffen Hofmann vor wenigen Tagen handelseinig wurden. Zuerst hieß es, dass in der Berg-Saison 2021 die beiden ihre Rennfahrzeuge tauschen, dass also Steffen Hofmann im Osella PA30 V8 platznimmt und sich Alexander Hin einmal im NSU TT versuchen wird. Aber nein, das ist ein vorgezogener Aprilscherz. Der Oberfranke hat sich beim „Häuslebauer“ Hin ein neues Einfamilienhaus bestellt und am Sonntag vergangener Woche bei einem Besuch in Elzach, den Vertrag mit besten Konditionen unterschrieben (beide mit negativem Coronatest). Somit wird man Steffen in diesem unvorhersehbaren Jahr kaum bei einem Bergrennen antreffen, der zigfache NSU Bergpokal-Gesamtsieger wird sich dem Innenausbau seines neunen Traumhauses widmen. DASS in Italien ab dem 1. Januar 2021 eine Lizenz für Mechaniker bei Bergrennen vom Verband ACI Sport eingeführt wurde. Die Lizenz für sogenannte mechanische Assistenten, ist insbesondere für das Teammitglied obligatorisch, dass das Auto zum Startbereich begleitet, und der somit auch über den erforderlichen Versicherungsschutz verfügt. Die maximale Anzahl der im Fahrerlager zugelassenen Teamstärke, beträgt fünf Personen. Die für die Veranstaltung eingeplanten Teamhelfer, müssen dem jeweiligen Veranstalter vor Beginn der Papierabnahme mit Namen und die Lizenznummern obligatorisch mittgeteilt werden. Diese Lizenz hat jährliche Kosten von 30€. DASS in diesen Tagen der saarländische MSC Mithras Schwarzerden sein 50. Vereinsjubiläum feiert. In wenigen Wochen ist es zudem genau 30 Jahre her, als das Teufelskopf-Bergrennen von Reichweiler bei Kusel, letztmals stattfand. Organisiert vom MSC Mithras, mit dem damaligen Rennleiter und langjährigen ADAC-Saarland Funktionär Karl-Heinz Finkler an der Spitze. Das Auftauchen eines Haselhuhns, das jedoch später niemals wieder gesichtet wurde, besiegelte 1991 das Ende des traditionsreichen Bergrennens auf der saarpfälzischen Grenze. Heutzutage wird die anspruchsvolle Bergstrecke oftmals in Wertungsprüfungen der Saarland-Pfalz-Rallye und auch der Rallye Deutschland einbezogen. Neben dem alljährlichen Einsatz beim Homburger Bergrennen mit dem Ampelteam, ist die Radsportsparte des MSC mit der „Grünen Hölle Freisen“ im Mountainbike-Sport aktiv. Seit nunmehr 17 Jahren findet im September das große MTB Wochenenden mit Rennen und Touren in und um Freisen statt. Alleine der Name der Radsportgruppe verrät die Herkunft und Sympathie zum Rennsport. Darüber hinaus gibt es noch ein Klapprad Racing Team, die „20 Zoll Bagasch“ die sich spaßeshalber zum Ziel gesetzt hat, Legenden der Rennnbahn zu werden. Mit der Teilnahme bei den 24h von Zandvoort und den 24h Rad am Ring, auf der Nordschleife, hat diese Truppe schon außergewöhnliches geleistet, zumal dort nur Rennradfahrer an den Start gehen. So sind die Jungs mit […]

Termine 2021: Bergrennen von Belgien über Frankreich bis Slowenien

13. Januar 2021

Es darf zwar allgemein bezweifelt werden, dass die hier aufgeführten Bergrenn-Termine für Deutschland, Österreich, Schweiz, Belgien, Großbritannien, Luxemburg, Tschechien, Slowenien, Kroatien, Polen und der europäischen Bergmeisterschaften in der Saison 2021 alle uneingeschränkt stattfinden werden. Die nationalen Gremien haben jedoch für alle Fälle ihre jeweiligen Rennkalender zusammengestellt und hoffen auf das Beste. FIA Berg Europameisterschaft 2021 10.-11.04. 2021: Col St. Pierre (Frankreich) 24.-25.04. 2021: Rechberg (Österreich) 08.-09.05. 2021: Rampa de Boticas (Portugal) 15.-16.05. 2021: Subida al Fito (Spanien) 29.-30.05. 2021: Ecce Homo Sternberk (Tschechien) 12.-13.06. 2021: ADAC Glasbach Bergrennen (Deutschland) 26.-27.06. 2021: Ascoli Piceno (Italien) 17.-18.07. 2021: Dobsinsky kopec (Slowakei) 24.-25.07. 2021: Limanowa 2021 (Polen) 14.-15.08. 2021: CdC St. Ursanne – Les Rangiers (Schweiz) 28.-29.08. 2021: Ilirska Bistrica (Slowenien) 18.-19.09. 2021: Buzetski dani (Kroatien) FIA Historic Berg Europameisterschaft 2021 24.-25.04. 2021: Rechberg (Österreich) 29.-30.05. 2021: Ecce Homo Sternberk (Tschechien) 19.-20.06. 2021: GHD Gorjaci (Slowenien) 03.-04.07. 2021: Trento Bondone (Italien) 10.-11.07. 2021: Cesana Sestriere (Italien) 28.-29.08. 2021: Ilirska Bistrica (Slowenien) 18.-19.09. 2021: Buzetski dani (Kroatien) 25.-26.09. 2021: Coppa del Chianti Classico (Italien) FIA International Hillclimb Cup 2021 22.-23.05. 2021: Sanok – Zaluz (Polen) 03.-04.07. 2021: Trento Bondone (Italien) 07.-08.08. 2021: GHD Lucine (Slowenien) 21.-22.08. 2021: Osnabrücker Bergrennen (Deutschland) FIA Hillclimb Masters 09.-10.10. 2021: Rampa da Falperra (Portugal) Deutsche Automobil Bergmeisterschaft 2021 24.-25.04. 2021: ADAC Bergpreis Schottenring-Rudingshain 01.-02.05. 2021: European Hill Race Eschdorf (Luxemburg) 23.-24.05. 2021: Wolsfelder ADAC Bergrennen 12.-13.06. 2021: ADAC Glasbachrennen 26.-27.06. 2021: ADAC Ibergrennen Heiligenstadt 10.-11.07. 2021: Homburger ADAC Bergrennen 31.07.-01.08. 2021: ADAC Hauenstein Bergrennen 21.-22.08. 2021: Osnabrücker ADAC Bergrennen 11.-12.09. 2021: AvD Bergrennen Eichenbühl 25.-26.09. 2021: Bergrennen St. Agatha (Österreich) 02.-03.10. 2021: ADAC Bergrennen Mickhausen Österreichische Bergstaatsmeisterschaft (Modern & Historisch) 2021 23.-25.04. 2021: Rechbergrennen 01.-02.05. 2021: St. Urban 14.-16.05. 2021: St.Anton/Jessnitz 27.-29.05.2021: Ecce Homo – Sternberk (Tschechien) 11.-13.06. 2021: Glasbach (Deutschland) 18-20.06. 2021: Gasen-Straßegg 07.-08.08. 2021: Alpe del Nevegal Belluno (Italien) 28.-29.08. 2021: Ilirska Bistrica (Slowenien) 25.-26.09. 2021: St. Agatha 02.-03.10. 2021: Cividale (Italien) Schweizer Bergmeisterschaft 2021 05.-06. 2021: CdC La Roche 19.-20.06. 2021: Bergrennen Hemberg 27.06. 2021: Bergrennen Reitnau 10.-11.07. 2021: CdC Massongex- Verossaz 14.-15.08. 2021: St. Ursanne-Les Rangiers 28.-29.08. 2021: Oberhallau 11.-12.09. 2021: September: Gurnigel 18.-19.09. 2021: Châtel-St. Denis – Les Paccots Italienische Bergmeisterschaft (CIVM) 2021 01.-02.05. 2021: Trofeo Scarfiotti – Sarnano Sassotetto 15.-16.05. 2021: Salita Morano – Campotenese 29.-30.05. 2021: Verzegnis – Sella Chianzutan 12.-13.06. 2021: Trofeo Vallecamonica – Malegno 26.-27.06. 2021: Coppa Paolino Teodori – Ascoli 03.-04.07. 2021: Trento – Bondone 17.-18.07. 2021: Rieti Terminillo […]

Werkstatt-Report #40: Verbessertes Schweizer Berg-Monster

28. August 2020

Es sind Renn-Tourenwagen, wie sie auch der Deutschen Bergszene gut zu Gesicht stehen würden, die Mitsubishi-Berg-Monster aus der Schweiz. Ronnie Bratschi und Roger Schnellmann waren in der Vergangenheit dafür die besten Beispiele. Jetzt ist auch der Schwyzer Thomas Kessler mit seinem Mitsubishi Lancer optisch und technisch aufgeschlossen. Bei einem Test auf der französischen Rundstrecke von Circuit de l’Anneau du Rhin wurde der Renner kürzlich erstmals in der Öffentlichkeit gezeigt. „Es war ein reiner Funktionstest und das Einstellen grundlegender Funktionen. Leider hat sich am Nachmittag eine defekte Benzinpumpe bemerkbar gemacht, worauf wir denn Test frühzeitig beendet haben“, berichtet der Besitzer und Pilot Thomas Kessler. „Bis dahin funktionierte die Elektronik, Mechanik und Aerodynamik einwandfrei“. Nach dem Unfall beim Bergrennen Anzeré hatte Thomas Kessler mit Hilfe von MS Racing und MT Carbon die komplette Aerodynamik des grauen Mitsubishis überarbeitet und optimiert. Ein neues, stimmigeres Steuergerät wurde durch IRC Performance verbaut und durch das optimieren des Abgasstranges konnte der E1-Bolide auf dem Prüfstand an Leistung zulegen. „Uns war es sehr wichtig dass es für das Auge auch stimmig ist. Für dieses Jahr planen wir noch 1-2 Rundstreckenbesuche danach konzentrieren wir uns voll auf die Saison 2021, wenn sie dann stattfindet“.

Marcel Steiner Kolumne: Mehr Zeit für den neuen Turbo-Motor

24. Mai 2020

Wie schön wäre es doch, wenn wir von Steiner Motorsport nach einem arbeitsintensiven Winter zum Start der Saison an den geplanten Rennen in Rechberg und Eschdorf hätten teilnehmen können! Ich habe mich sehr darauf gefreut. Leider sind die genannten Bergrennen, wie auch alle Bergrennen in der Schweiz und das FIA Hill Climb Masters in Portugal im Oktober abgesagt. Zu groß ist das gesundheitliche und finanzielle Risiko während der Corona Pandemie für die Zuschauer, Rennfahrer und die Organisatoren. Von meinem ursprünglichen Saisonplan steht aktuell nur noch das Rennen vom 26./27. Oktober in St. Agatha (AT). Ich muss jedoch ehrlich gestehen; auch wenn die beiden Rennen nun stattgefunden hätten, wären wir wohl kaum mit unserem neuen Projekt fertig geworden. Und das nicht nur wegen COVID-19. Wie ihr vielleicht schon in einigen Onlinemedien zum Thema Motorsport gelesen habt arbeiten wir mit der Firma Helftec Engineering an einem 1750 ccm-Honda-Turbo-Motor. Als Basis dient ein Honda Civic Type R-Motor mit original 2 Liter Hubraum. Der Lockdown hat u.a. die Beschaffung einiger Teile für den Umbau des Motors erschwert, da durch die Hubraumverkleinerung und die Änderung vom Sauger- zum Turbomotor inwendig fast alles modifiziert werden muss. Mittlerweile ist aber fast die komplette Umgebung vorbereitet und der Motor zur Montage bereit. Bald setzen wir ihn ins Chassis ein und beginnen mit der Abstimmung auf dem Prüfstand. Auch an der Karosserie und Aerodynamik nehmen wir wegen dem Turbo einige Veränderungen vor: Am Auffälligsten ist der Wegfall der Airbox, wodurch der Heckflügel eine bessere Anströmung bekommt. Zudem konnte ich mit der Firma Drexler Automotive GmbH eine Zusammenarbeit für das Getriebe und Differential realisieren. Ich bin schon richtig gespannt, wie sich der LobArt/Honda durch das neue Differential um die Kurven steuern lässt. Im Juni und Juli planen wir Testfahrten mit allen neuen Komponenten, sobald die Grenzen wieder offen sind. Ab August finden in Frankreich wieder Bergrennen statt, auch in Deutschland und Österreich gibt es noch einige aktive Termine, die wir interessiert verfolgen. Wir möchten den LobArt/Honda unbedingt bei einigen Renneinsätzen im Ausland auf Herz und Nieren testen, damit einer erfolgreichen Saison 2021 nichts im Wege steht. Ich hoffe deshalb, möglichst bald über COVID-19-Lockerungen, verheißungsvolle Testfahrten und bevorstehende Rennen hier zu berichten. In diesem Sinne bis bald… Marcel

Auch kein KW Berg-Cup-Lauf in Oberhallau

1. Mai 2020

Mit schwerem Herzen hat der Verein Bergrennen Oberhallau (VBO) die diesjährige Austragung des Laufes zur Schweizer Berg-Meisterschaft und zum deutschen KW Berg-Cup abgesagt. Das anhaltende Verbot von Großveranstaltungen in der Schweiz bis Ende August 2020 wegen des Corona-Virus, zwingt den Vereinsvorstand zu diesem Schritt. „Wir wollen kein Geisterrennen in Oberhallau“, sagt Vereinspräsident Sascha Schlatter (33). „Ohne die Fans im Dorf oder in der Tarzankurve fehlt die einmalige Atmosphäre, die unser Rennen so einzigartig macht.“ Auch beim VBO hat die Gesundheit von Zuschauern und Rennfahrern oberste Priorität, deshalb respektiert der Verein die Entscheidung des Bundesrates. Durch die frühzeitige Absage hält sich zudem der finanzielle Schaden in Grenzen. „Alles was wir für dieses Jahr schon aufgegleist haben, können wir auch nächstes Jahr wieder nutzen, denn 2021 findet definitiv wieder ein Bergrennen Oberhallau statt!“, sagt Schlatter zuversichtlich und verrät schon das Datum. Das nächste Bergrennen Oberhallau findet am Wochenende vom 28. und 29. August 2021 statt.

Berg-Europameisterschaft in der Schweizer Sommerfrische

30. April 2020

Auch das schweizerische Traditionsrennen Saint-Ursanne – Les Rangiers wird 2020 von der Corona-Pandemie ausgebremst. Die Enttäuschung der Aktiven und der Fans ist groß. Aber vergessen wir für einen Moment, dass in diesem Jahr nichts ist wie sonst. Versetzen wir uns für einen Moment an den Schauplatz eines der spektakulärsten Bergrennen Europas. Ruhe suchende Großstädter kommen gern zum Angeln nach Saint-Ursanne. Das mittelalterliche Städtchen unweit von Basel im Schweizer Jura liegt verträumt am Ufer des Flüsschens Doubs. Alljährlich im August aber lockt ein Schwarm bunter und lauter Rennautos die Menschenströme in die Bilderbuchkulisse: Kurz nach dem Osnabrücker Bergrennen trifft sich hier der internationale Rennzirkus wieder. Dann wird aus dem Postkartenidyll der Schauplatz des berühmt-berüchtigten Europameisterschafts-Bergrennens Saint-Ursanne – Les Rangiers. Spaziert man am Rennwochenende vom hoch gelegenen Bahnhof ins Tal hinunter, liegt einem Saint-Ursanne zu Füßen wie eine liebevoll aufgebaute Carrerabahn. Auf einem schmalen, von schmucken Wohnhäusern gesäumten Ausfallsträßchen knapp außerhalb des Stadttors Porte St. Pierre rollen die Rennwagen zur Startlinie. Plötzlich hört man sie aufheulen und beschleunigen, während sie auf den ersten paar hundert Metern der Strecke an gepflegten Vorgärten vorbeirasen. Unter dem massiven Viadukt, das das Doubs-Tal überspannt, entschwinden sie aus dem Bild. Auf sie wartet „Les Grippons“. Den Namen dieser langgezogenen Linkskurve kennen alle Bergpiloten in Europa. Die wagemutigsten erreichen hier mit Vollgas im 6. Gang über 250 km/h. Gänsehaut pur für die Zuschauer auf der angrenzenden Tribüne. Die Frau eines der Piloten dagegen war hier noch nie: „Manchmal ist es besser, sich alles nicht so genau vorstellen zu können.“ Bei dem darauf folgenden ultraschnellen Waldabschnitt nehmen sogar gestandene Spitzenfahrer das Wort „Angst“ in den Mund. „Das ist schon an der Grenze“, gibt einer von ihnen zu. Die Spitzkehren am Petit Susten schließlich bieten den Zuschauern einen fantastischen Ausblick über das letzte Teilstück der 5,180 km langen Strecke. Auf der gegenüberliegenden Seite Saint-Ursannes, am anderen Flussufer, fahren derweil die nächsten Fahrzeuge Richtung Start. Das Tal summt und brummt wie von aufgescheuchten Wespen. Auf Gewerbeflächen, Parkplätzen und Straßen fügt sich das Fahrerlager ein Wochenende lang wie selbstverständlich ins Stadtbild ein. Die Tourenwagen schmücken schon am Freitag den Ort, wenn sie zur technischen Abnahme vor der Stiftskirche vorfahren. Am Samstag und Sonntag fädeln sie sich – buchstäblich zum Anfassen – über die enge Brücke und durch die Gassen, um sich am Ortsausgang gemeinsam mit den offenen Rennsportwagen in die Startvoraufstellung einzureihen. Das Örtchen Saint-Ursanne verkörpert die entspannte Seite des legendären Rennens. […]

Schweizer Hemberg-Bergrennen abgesagt

12. April 2020

Nun auch das Bergrennen in Hemberg im Kanton St.Gallen in der Ostschweiz musste aufgrund der Coronapandemie abgesagt werden. Dies teilen die Veranstalter am Donnerstag vor Ostern mit. Zum neunten Mal hätte am 20./21. Juni 2020 das Bergrennen Hemberg nach der Wiederbelebung des ehemaligen Rennens St. Peterzell-Hemberg, stattfinden sollen. Aufgrund der herrschenden außerordentlichen Lage hat auch das Orga-Team des Bergrennen Hemberg die laufende Situation verfolgt. Doch die Umstände lassen keine anderen Entscheidung zu, als das Bergrennen Hemberg 2020 abzusagen. Besonders schade ist diese Absage, da das Bergrennen Hemberg in diesem Jahr zum ersten Mal eine internationale Veranstaltung im Kalender der FIA gewesen wäre. Nach mehreren Jahren Vorarbeit konnte eine Zusammenarbeit mit dem deutschen KW Berg-Cup fixiert werden. Nach bisherigem Stand sollte es der Saisonauftakt dieser beliebten Bereitensport-Rennserie sein. Einerseits seien die ehrenamtlich wirkenden OK-Mitglieder aufgrund der Corona-Krise beruflich in Krisenstäben oder in ihren Firmen stark engagiert. Ihnen fehlten im Moment die notwendigen Ressourcen für das Bergrennen. Ein weiteres Problem zeichne sich im Bereich der Helfer ab. Da das Bergrennen Hemberg keine Unterstützung mehr durch den Zivilschutz bekommt, wäre es auf unzählige Helfer beim Streckenaufbau angewiesen, die Urlaub nehmen müssten, um am Rennen mitzuhelfen. Das werde auch in Zukunft ein Problem darstellen. Da viele Betriebe jetzt in Kurzarbeit oder am Abbauen von Überstunden und Urlaubstagen sind, werde es herausfordernd Helfer zu finden, die für ihren Einsatz am Bergrennen Hemberg Urlaub bekommen können. Unterdessen wurde die nächste Absage im Schweizer Bergrenn-Kalender bekannt. Das zur Schweizer Berg-Meisterschaft zählende Rennen in Massongex (11./12. Juli) findet in diesem ebenfalls Jahr nicht statt. Damit reduziert sich der Kalender der Schweizer Berg-Meisterschaft (Stand vor Ostern) auf sechs Termine.

Porträt Robin Faustini: «Mein Moped ist nie 30 km/h gefahren»

29. März 2020

Robin Faustini (22) ist der Aufsteiger der Schweizer Berg-Meisterschaft. Sein Motto hat er von Rennfahrer-Legende Mario Andretti abgekupfert: «If everything is under control, you’re just not going fast enough!» Robin Faustini gilt als das Talent im Schweizer Bergrennsport. Unerschrocken, draufgängerisch und doch mit der nötigen Portion Respekt rückt der Aargauer der Schweizer Berg-Elite immer mehr auf die Pelle. Noch fehlen dem gelernten Sanitärinstallateur mit italienischen Wurzeln ein paar Sekunden, doch für den mehrfachen und amtierenden Schweizer Meister Eric Berguerand steht jetzt schon fest: «Robin ist der Mann, der uns eines Tages beerben wird.» Mehr als 18 Jahre Altersunterschied haben die beiden. Das sind im Bergrennsport Welten. Marcel Steiner, im Vorjahr Gesamtzweiter, ist gar doppelt so alt. Doch Faustini lässt sich deshalb nicht von seiner Mission abbringen: «Ich will Schweizer Meister werden», sagt der Mann, der mit 520 PS den Berg hochjagt, selbstbewusst. Vor ihm liegt ein hartes Stück Arbeit. Fahrerisch ist er Berguerand und Steiner, die den Titel in den letzten zehn Jahren unter sich ausgemacht haben, ein großes Stück näher gekommen. Das Problem ist das Auto. «Mein Formel 3000 ist im Vergleich zu Berguerands Lola ein Serienfahrzeug. Eric hat mit seiner Erfahrung das Auto so umgebaut, dass es am Berg perfekt harmoniert. Daran muss ich nun arbeiten.» Im Kart zu faul – Das Einmaleins des Motorsports hat Faustini nicht wie viele andere im Kartsport gelernt. Zwar ist auch er Kart gefahren, aber nur sporadisch. Eine Teilnahme an der Schweizer Meisterschaft hat ihn nie interessiert. «Ich bin meinem Vater sehr dankbar, dass er mir das Kartfahren ermöglicht hat, aber ich war damals als Teenager zu faul, um diesen Sport ernsthaft zu betreiben.» Viel mehr Freude hatte Robin am Hobby seines Vaters. «Ich bin mit ihm zu jedem Bergrennen mitgegangen und habe ihm geholfen, sein Auto zu präparieren.» Bergrennen wurden so bald zur gemeinsamen Leidenschaft. Nur der Nachname blieb unterschiedlich. «Meine Eltern haben nie geheiratet», sagt Robin, der stolz den Namen seiner Mutter trägt. «Als es eines Tages darum ging, dass ich den Namen meines Vaters annehmen sollte, habe ich meinen Eltern gesagt: Wenn ich zu einem ‹Hugentobler› werde, bin ich hier weg!» Mit 17 Jahren klemmte sich Faustini erstmals selber hinters Lenkrad eines Monopostos. «Ich weiss noch», erzählt er, «dass mich Roland Bossy, bei dem auch mein Vater gefahren ist, an einem Montag angerufen hat. Ich war damals noch in der Ausbildung und er fragte mich, ob ich am Mittwoch zu […]

Die Rennkalender lichten sich – KW Berg-Cup Auftakt in Hemberg?

25. März 2020

Immer mehr wird klar: Der Motorsport steht noch wochenlang still. Auch bereits verschobene Rennen sind davon betroffen. Wann es in der Schweiz losgeht, ist ungewiss. Logisch, verständlich und völlig angebracht: In den nächsten Wochen wechseln keine Startampeln auf Grün. Im Schweizer Rennkalender 2020 gab es in den vergangenen Tagen keine weiteren Absagen. Hinter den Kulissen wird die aktuelle Situation aber mit Besorgnis verfolgt. Etwa beim Verein Bergrennen Hemberg, der sich Anfang April telefonisch beraten und wohl danach entscheiden wird, ob die laufende Vorbereitung auf den ersten Lauf der Schweizer Bergmeisterschaft vom 20./21. Juni gestoppt oder bis zum 19. April zugewartet wird. Dann oder eventuell früher wird der Schweizer Bundesrat verlauten lassen, ob bisherige Maßnahmen gelockert, beibehalten oder sogar verschärft werden. Deutscher Bergrennauftakt in Hemberg? In Deutschland sind die ersten vier zur Landesmeisterschaft zählenden Bergrennen abgesagt worden. Saisonstart in dieser Disziplin wäre das Ibergrennen am letzten Juni-Wochenende. Käme das Hembergrennen eine Woche zuvor tatsächlich zustande (was wir natürlich insgeheim hoffen und wünschen), hätte zumindest der KW Berg-Cup dort seinen Auftakt. Erstmals soll diese beliebte deutsche Tourenwagen-Bergrennserie im Toggenburg zu Gast sein. von Peter Wyss / www.autosprint.ch

1 2 3 4 7