EM-Auftakt nach Maß am Rechberg – Schreckmoment für Waldy

23. April 2017

Der Auftakt zur diesjährigen Berg-Europameisterschaft in Österreich hielt alles, was sich die Kenner der Szene erhofft hatten. Das Almenland in der Gegend um Fladnitz in der Steiermark präsentierte sich gottlob schneefrei und vor allem trocken. Dennoch war es genauso stürmisch und „saukalt“ wie in 2016. Die rund 200 Teilnehmer aus neun europäischen Nationen mussten teilweise eine Anreise durch tief verschneite Regionen in Kauf nehmen. Die neue Organisation um Erich Weber funktionierte sehr gut, vor allem das neue Konzept im Training das vorsieht mit rot aufgehaltene Fahrer nicht mehr zurückzuholen und neu starten zu lassen, sondern nach italienischem Vorbild nach Beseitigung der Blockade einfach weiter Richtung Ziel zu schicken, brachte Vorteile. Lediglich eine um fast eineinhalb Stunden verzögerte Siegerehrung hätte man bemängeln können. Doch es bleibt festzuhalten, das neue Orgateam hat sich bewährt. Was vor Wochen noch als „ein Ding der Unmöglichkeit“ angesehen wurde, entpuppte sich am Rennwochenende wider erwarten zur Realität. Österreichs Berg-Legende Herrmann Waldy, der sich über Monate mit Hilfe von Ärzten und Rehateams schindete, um seine inkomplette Querschnittslähmung zu überwinden, hatte es tatsächlich geschafft und steuerte am Trainingstag seinen Tatuus-Formula Master mit 2-Liter Honda-Motor die Rechberg-Bundesstraße hinauf. Der 69-Jährige hatte sein Ziel wieder in seinen Rennwagen zurückzukehren, mit unbändigem Willen erreicht. Doch am Renntag musste Waldy Senior einen erneuten Rückschlag hinnehmen. Im Streckenabschnitt Harrer-Höhe überschlug sich Waldy mit seinem Auto mehrfach, der Bolide blieb auf dem Rücken liegen. Der Kärntner war sofort ansprechbar, wurde von Streckenposten aus dem Auto geholt und konnte gestützt selbstständig gehen. Waldy wurde mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht. Eine Computer Tomographie zeigte aber keinerlei Verletzungen. Auch der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung bestätigte sich nicht. Gesellschaft bei der Untersuchung im Spital hatte Waldy leider auch vom Deutschen Sportwagen-Senior Erich Öppinger, der sich mit seinem Osella PA16 BMW ebenfalls überschlug. In beiden Fällen gab es aber später Entwarnung von der Rennleitung. Rein sportlich gesehen stand das Duell der beiden italienischen Elitefahrer Simone Faggioli und Christian Merli einmal mehr im Brennpunkt des Interesses. Vor allem wie der neue Fortech-V8-Motor in Merlis Osella FA30 einschlagen würde, war die große Frage. Und er schlug ein! Doch zuerst donnerte Serieneuropameister Simone Faggioli in 1:53,783 von Tulwitz nach Rechberg. Der Norma-Pilot verbesserte damit seinen eigenen Streckenrekord aus dem Vorjahr. Aber Vorjahressieger Christian Merli war noch schneller. In 1:52,916 war Merli zwei Sekunden schneller als Faggioli im Vorjahr und der erste Mensch der mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 160 km/h den Rechberg bezwang, was die Sicherheitsexperten der […]

Boxengeflüster 04/2017: Wussten Sie schon dass…?

24. März 2017

DASS die lebende, österreichische Bergrennlegende Herrmann Waldy vergangene Woche auf eigenen Beinen die Gailtalklinik in Hermagor verlassen konnte. Nach einer inkompletten Querschnittlähmung war der mehrfache Berg-Staatsmeister monatelang auf den Rollstuhl angewiesen. Nach einer überwundenen Erkrankung an Prostatakrebs, mit der er sogar fünf Bergrennen in seinem Formel 3000 und mit gelegtem Katheter fuhr, wurde Ende letzten Jahres festgestellt, dass ein Wirbelkörper vom Krebs angegriffen war. Die medizinische Diagnose war für den 69-Jährigen schockierend. Eine qualvolle Rehabilitation über fünf Monate hinweg, war die Folge. Und noch im Vorjahr hatte sich Waldy ein Ziel gesetzt. „Ich möchte auf meinen eigenen Beinen das Krankenhaus wieder verlassen können.“ Dieses Ziel hat er jetzt erreicht. Das erste Probesitzen in seinem weißen Lola F3000 hat Waldy auch schon geschafft. „Ich bin aber zurzeit noch nicht beweglich genug, aber ich arbeite jeden Tag daran“. DASS das österreichische Team von Erich Edlinger vor wenigen Tagen ein Lebenszeichen von sich gab. Vor gut einem Jahr wurde der spektakuläre BMW 320 IRL V8 der Modellreihe E30 eingemottet und gleichzeitig ein neues innovatives Projekt angekündet. Jetzt gab man die erste interessante Information Preiß. Nach all den viele Recherchen, Berechnungen und Überlegungen kamen von den vielen Fahrzeugen mehrerer Hersteller aus der engeren Auswahl, nur noch wenige in Frage und schlussendlich fiel die Wahl auf den i8 von BMW. Ausschlaggebend für diese Entscheidung waren die Parameter wie Sicherheit, Gewicht, Antriebsmöglichkeiten, Fahrzeuggröße und nicht zuletzt noch eine gewisse Affinität zu BMW. Man kann also auf die nächsten hochinteressanten Neuigkeiten aus der Steiermark gespannt sein. DASS sich die Organisatoren des 50. Int. Osnabrücker Bergrennen vom 4. – 6. August 2017 wieder eine ganze Menge einfallen lassen, um den Event im Norden von Deutschland zu einer ganz besonderen Note zu verhelfen und dabei auch für das Jubiläum einmalige Highlights zu präsentieren. Die bekannte Fahrerlagerstraße von der Einfahrt am „Kruzifix“ bis herunter in Höhe des Vorstartbereiches wird in diesem Jahr mit Einbruch der Dunkelheit beleuchtet werden. Der mit der Stromversorgung des gesamten Bergrennens beauftragte Elektriker wird über die gesamte Länge von 2,5 km Leuchtkörper mit LED-Partyleuchten aufhängen. Die Idee entstand auch aus einem Wunsch einiger Teams, insbesondere im dunklen Waldbereich abends und in der Nacht für etwas Licht zu sorgen. Gerade in diesem Jahr hat die Beleuchtung einen sinnvollen Nebeneffekt: Wenn die Teams und Gäste spätabends und in der Nacht den Heimweg von den Jubiläumsfeierlichkeiten antreten, können Sie sicher zu ihren Quartieren zurückfinden. DASS im August ein geschichtsträchtiger Skoda Octavia […]

Werkstatt-Report # 23: ITC-Motorsound kehrt an den Berg zurück

14. März 2017

Der Schwarzwälder Häuslebauer Alexander Hin wird in der bald beginnenden Bergrennsaison 2017 wieder häufiger in den Starterlisten auftauchen, als noch in den vergangenen Jahren. Der Montagebau-Spezialist und Gönner von „Bergrennen in Deutschland“, hat sein berufliches Umfeld etwas verändert und wird so an den Wochenenden wieder deutlich mehr Freizeit zur Verfügung haben, die er in den Bergrennsport investieren möchte. Unter dem Motto „nicht kleckern, sondern klotzen“ plant „Alex“ einiges nachzuholen, auf das er lange hat verzichten müssen. Gleich drei Rennfahrzeuge stehen derzeit in seinem Stall und ein LKW-Renntransporter ist kürzlich auch noch dazu gekommen. Beginnen wird Alexander Hin beim Berg-EM Auftakt am Rechberg mit dem ex-Waldy Reynard Formel 3000. Der rote Rennwagen weilt zurzeit in Schweinfurt bei Motorsport Lang zur Überholung. Uwe und Georg Lang sind dabei verschiedene Servicearbeiten zu erledigen. Das Getriebe wird überholt, eine Lenkradschaltung eingebaut, das Fahrwerk neu justiert und verschiedene Anbauteile aus Carbon repariert. Da der soundstarke Judd-Motor des Reynard mit einem Hubraum von 3,3 Liter für das Deutsche Reglement etwas zu großvolumig ist, kann Hin damit nur Läufe zur Österreichischen Berg-Staatsmeisterschaft fahren. Geplant sind mit diesem Fahrzeug zumindest Rechberg, Ecce Homo und St. Anton. Für den „Deutschen Markt“ steht dem Südschwarzwälder ein Sportwagen der Gruppe E2-SC  hoffentlich bald zur Verfügung. Das PRC S4-Chassis stammt von ex-Bergmeister und Rennwagenbauer Walter Pedrazza aus Hard in Vorarlberg, wo das Fahrzeug auch für die neue Saison und den neuen Besitzer vorbereitet wird. Clou an diesem Deal ist aber die Motorisierung dieses Prototyps. Im Heck der Rennwagenkonstruktion werkelt nämlich eines der legendären 2.5 Liter ITC-V6 Triebwerke von Opel, aus den 1996er Werksbeständen der Rüsslesheimer. Der von Cosworth entwickelte Motor bringt eine Leistung von 470 PS auf die Piste und ist gewichtsmäßig im Vorteil gegenüber den gebräuchlichen 3-Liter Motoren von BMW. Hin  hofft darauf, denn ebenfalls sehr soundstarken Sportprototyp bereits zum Hill Race Eschdorf am ersten Mai-Wochenende erstmals am Berg pilotieren zu können. Eine zweite Motoreneinheit aus dem ITC-Opel Calibra gehört ebenfalls zum erworbenen Gesamtpaket. Und hier kommt Hins dritter Renner ins Spiel. Die Opel Kadett GT-C Silhouette mit der PRC-Sportwagen Bodengruppe wurde zwischenzeitlich auch in die Hände von Pedrazza-Motorsport übergeben. Der bisher verwendete 3-Liter BMW CN-Motor muss weichen, um dem zweiten Opel-ITC Herz Platz zu machen. „So wird es fast ein reinrassiger Opel“, freut sich Alexander Hin. Die Spezialisten von Pedrazza-Racing-Cars (PRC) werden das Chassis anpassen und den V6-Motor einbauen. Wann hier das erste Rollout zu erwarten ist noch nicht absehbar. […]

Zeitenwende am Rechberg – Weber übernimmt von Seitinger

26. Februar 2017

Seit 1972 gibt es das Rechberg-Rennen in der österreichischen Steiermark. Bislang 45-mal ging der „Große Bergpreis von Österreich“ auf der Rechberg-Bundesstraße über die Bühne. Und 45-mal war es auch Ehrenfried Seitinger der dabei die Fäden der Organisation in Händen hielt und das Rechberg-Rennen zu dem machte was es heute ist, nämlich einem der traditionsreichsten Rennveranstaltungen der Alpenrepublik und zu einem der beliebtesten Rennen im Rahmen der Berg-Europameisterschaft, wie sie seit dem Jahr 1981 an diesem Berg ausgefahren wird. Ehrenfried Seitinger, der im vergangen Herbst seinen 80. Geburtstag feiern konnte, kündigte schon zum letztjährigen Rennereignis seinen Rücktritt an. Zwischenzeitlich wurde mit Erich Weber ein neuer „Macher“ für die Gesamtorganisation gefunden. Erich Weber, alias TESSITORE, kennen viele als aktiven Rennfahrer aus der Berg-Europameisterschaft. Der Mann aus Bruck an der Mur belegt mit seinem Porsche 997 Cup Rang fünf in der letztjährigen EM-Wertung der Kategorie I, dass als bester GT-Pilot. Somit kennt sich Weber, der bereits in den späten 1990er Jahren mit einem PRC-2-Liter Sportwagen den ersten Teil seiner Karriere bestritt, im Metier Bergrennen bestens aus. „Als aktiver Motorsportler bemühe ich mich zukünftig auch darum, dass wir ein wenig moderner werden und unser Marketing verbessern“, skizziert Weber seine Marschrichtung. „Dazu gehören auch ein aktueller Facebook Auftritt, ein neues Logo und eine laufend aktuelle Internet-Homepage. Bestandteil unserer Neuerungen ist auch das neue ONLINE Nennsystem für die Teilnehmer, auf www.rechbergrennen.com sowie für die Fans ein eigener Ticketshop, für die vergünstigten Vorverkaufskarten“. Aber ganz wird sich Ehrenfried Seitinger von seinem Lebenswerk noch nicht zurückziehen. „Ja, der Ehrenfried ist heuer noch im „zweiten Glied“ dabei, aber alles was wirklich wichtig ist, entscheide ich“, so Erich Weber gegenüber unserer Webseite. „Rennleiter ist weiterhin Jakob Schrittwieser, aber er darf jetzt mehr selbst entscheiden. Ihm zur Seite stehen Mario Klammer, selbst aktiver Rallyefahrer und Organisator der Rallye Weiz, sowie Peter Eibisberger (ebenfalls Aktiver und Mit-Organisator bei der Rallye Weiz). Dazu konnten wird mit Omikron eine neue Zeitnehmung, mit einem Internet-Livetiming für all jene die zu Hause bleiben müssen, verpflichtet. Auch der Ablauf wird ein wenig gestrafft, damit wir das geplante Mammutprogramm, mit der modernen und historischen EBM, der Österreichische modernen und historischen Meisterschaft sowie die Wertungsläufe der Slowakischen und Slowenischen Berg-Meisterschaften durchbringen“. Am 22./23. April 2017, dem großen Rennwochenende von Fladnitz an der Teichalm, wird Erich Weber dennoch unter seinem Pseudonym TESSITORE auf der Rechberg-Bundesstraße zwischen Tulwitz und der Rechbergpasshöhe bei Semriach, im Rennauto sitzen. Denn der 50-jährige Geschäftsführer visiert […]

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