Auch Mickhausen schnallt den Gürtel enger – Nennschluss Montag 24 Uhr

Noch bis Montagnacht 24 Uhr werden vom ASC Bodbingen Einschreibungen für das 39. ADAC Bergrennen Mickhausen (01./02. 10.2022), dem diesjährigen Finale der Deutschen Bergrennszene, angenommen. Derzeit liegen rund 130 Anmeldungen für die verschiedenen Gruppen und Klassen vor, davon 20 aus dem Lager der GLP-Gleichmäßigkeitsszene. Als Obergrenze hat sich der ASC Bobingen 180 Fahrzeuge gesetzt, die aber wohl nicht erreicht wird. Das im bayrischen Schwabenland beliebte Spektakel findet nach zwei Jahren Corona-Pause wieder statt. Dabei gibt es einige Neuerungen und Hoffnung für die Zukunft.

„Es war nach der langen Zwangspause schwierig, wieder den ganzen Organisationsapparat und eine ausreichende Helfercrew, wir benötigen insgesamt über 200, zu aktivieren. Aber es ist uns gelungen“, sagt Organisationsleiter Hinrich Groeneveld. Da die Zeiten für Rennveranstaltungen auch nicht einfacher geworden sind und die Sponsoren nicht gerade Schlange stehen, musste der Verein einige Sparmaßnahmen treffen. „Davon werden aber die Zuschauer so gut wie nichts bemerken“, so Groeneveld weiter. „So gibt es kein Besucherfestzelt mehr, doch das liegt nicht am Geld, sondern es konnte kein Festwirt gefunden werden. Dem fehlte unter anderem das benötigte Personal“. Dennoch können sich die Zuschauer entlang der Strecke bestens verpflegen: „Wir haben zusätzliche Stände und diese gut verteilt über die Strecke als früher zur Verfügung. Die Rennfans brauchen also keine langen Wege zum Zelt in Kauf nehmen.“

Abgeschafft wurde die teure Tribüne im Startbereich. Auch wird es keinen Vorverkauf mehr geben, da es keine Kapazitätsgrenze für Zuschauer gibt. Genügend Kassenhäuschen an verschiedenen Eingängen um den Ortsteil Münster werden aufgebaut sein. Neu ist auch das Rennbüro im noch nicht ganz fertiggestellten Gemeinschaftshaus. Nicht mehr geben wird es auch die Läufe für Elektroautos, da die LEW als Sponsor abgesprungen ist. Hauptsponsor ist jetzt der ADAC. Da das Festzelt wegfällt, sind auch keine Abendveranstaltungen geplant. Dafür wird es eine Gleichmäßigkeitsprüfung für historische Fahrzeuge geben. Das bedeutet: Rennwagen, die älter als 25 Jahre sind, fahren dreimal die bekannte Strecke bei Antonius-Buche und Tierhold-Kreisel hinauf.

Erfreulich für die Zuschauer: Es wird sechs Renntaxis geben, die nicht nur den VIPs, sondern auch den Zuschauern zur Verfügung stehen. Wer mit einem Renn- und Rallyefahrer die Strecke hochjagen möchte, kann das für 200 Euro tun. Bleibt also für den ASC Bobingen zu hoffen, dass genügend Zuschauer kommen. „Wir brauchen mindestens 4.000 Zahlende, sonst rutschen wir ganz schnell ins Minus. Ohne mindestens eine schwarze Null können wir uns das Bergrennen nicht mehr leisten. Sollten wir wie 2019 wegen schlechtem Wetter ins Minus fallen, dann ist Schluss. Das würde uns sehr schmerzen. Aber wir sind als Verein finanziell nicht in der Lage, Tausende Euro draufzuzahlen.“

Von Reinhold Radloff und Thomas Bubel

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Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.