Formel-Klasse wächst weiter – Marco Lorig im Dallara F3

Trotz aller Widrigkeiten ist die Sehnsucht nach Motorsport am Berg groß. Dies beweist nicht nur der KW Berg-Cup mit seinen 122 Einschreibungen für die kommende Saison, auch im Lager der Formel-Fahrzeuge tut sich was. Marco Lorig aus dem Weserbergland ist nun stolzer Besitzer eines Dallara F305 Formel 3 und plant eine volle Saison in der Deutschen Bergmeisterschaft. Die Region zwischen Bielefeld und Hannover wird so zum „Formel 3-Bergland“, denn mit Patrick Rahn und Daniel Null kommen weitere F3-Piloten aus der Gegend.

Marco Lorig ist in den Fahrerlagern der Bergmeisterschaft aufgewachsen. Mit seinem Vater Ingo, der vor 10 Jahren letztmals im KW Berg-Cup an den Start ging, und mit Mutter Susanne und Schwester Sanja war und ist er über viele Jahre ein Mitglied der viel gepriesenen Berg-Familie. Nach ersten Erfahrungen im Kart, konzentrierte sich der mittlerweile 28-jährige junge Mann aus Rinteln auf seinen beruflichen Werdegang, studierte Wirtschaft und Maschinenbau. Beim TÜV-Nord, der ihn auch im Rennsport etwas unterstützt, ist Marco als Ingenieur beschäftigt. Zudem hat es Lorig zum DMSB Sachverständigen gebracht und ist seit dem letzten November Technischer Kommissar der Stufe A.

Mit Hilfe des Heiligenstädter „Formel 3-Berg-Pabst“ Sascha Herz ging es dann recht schnell für Marco Lorig, seinen Traum vom eigenen Formel 3-Rennwagen zu verwirklichen. Das Ex-Auto des späteren Formel 1-Piloten Paul di Resta wurde in Österreich als Rolling Chassis erworben und zwischenzeitlich bei der Drive Solutions GmbH in Heiligenstadt mit verschieden Komponenten neu aufgebaut. „Sascha und ich haben uns für einen Honda Mugen-Motor entschieden“ gibt Marco Lorig preis. „Motor und Steuergerät sind Serie, wie damals zur F3-Euro-Serie,  also noch mit Air-Restrictor. Das Auto wurde bei Sascha von Grund auf neu aufgebaut. Ich habe selten jemanden erlebt der so talentiert ist, Ahnung von seinem Fach hat und vor allem hilfsbereit ist. Ich kann nur jedem ans Herz legen, mit Sascha Herz und Drive Solutions-Motorsport zusammenzuarbeiten. Also, vielen Dank an Sascha Herz und auch den DMSB-Fachausschuss-Vorsitzenden Kevin Ferner, der mir in Sachen Fahrerlizenz zur Seite stand“.

In diesen Tagen erfolgte die Auslieferung des schmucken Rennwagens und für Anfang April sind erste Testfahrten in Oschersleben geplant. „Mein Ziel war es immer einen Formel-Rennwagen bei Bergrennen zu pilotieren. Die Anschaffungskosten waren wohl höher als im Tourenwagenbereich, dafür ist der Dallara rennfertig und absolut konkurrenzfähig. Jahr für Jahr, beispielsweise in einen E1-Boliden zu investieren um mit dem Wettrüsten mitzuhalten, macht für mich wenig Sinn. Fahren wollte ich die Berg DM. Dieses und nächstes Jahr lasse ich es locker angehen und fahre quasi um die goldene Ananas. Mir ist wichtig das Auto und die Berge kennenzulernen. Danach wollte ich schon ein paar gute Ergebnisse in der Meisterschaft und dem DMSB-Berg-Cup für Rennsportfahrzeuge einfahren. Mal sehen wie lange ich brauche um mich auf den Formel 3 einzuschießen“.

Über Thomas Bubel 741 Artikel
Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.