Boxengeflüster 08/2021 „Masters-Spezial“: Wussten Sie schon dass…?

DASS die Schweizer Marcel Steiner, mit Partnerin Tamara Pauli in Braga als Zaungäste auftauchten. Nach dem Motorschaden an Marcels LobArt Honda Turbo beim Osnabrücker Bergrennen im August, hatte der Berner Oberländer seinen geplante Teilnahme am Masters absagen müssen. Dennoch reisten die Beiden schon am Donnerstag per Flugzeug an und genossen die freie Zeit bei allerlei netten Gesprächen im Fahrerlager und mischten sich natürlich auch unter die Schweizer Delegation bei der großen Parade der Nationen in der historischen Altstadt von Braga.

DASS der Bronzemedaillengewinner der Kategorie 4 Wallace Manzies (ausgesprochen Mänges), wohl eine der längsten und kompliziertesten Anreisen zum portugiesischen Mastersschauplatz hatte. Der amtierende Britische Bergmeister aus Alloa in Schottland, der seinen eigenen Renntruck dabei hatte, durchquerte erste einmal die Britische Insel. Anfangs 465 Meilen (750 km) an die südenglische Küste, danach 25 Stunden per Fähre nach Nordspanien. Mit dem letzten Abschnitt der Reise über 7-8 Stunden und 680 km dann ins Fahrerlager von Braga.

DASS es um das Masters auch Schattenseiten gab. Schon am Freitagabend, nach Einbruch der Dunkelheit hatten sich Tausende in der Kehre beim Hotel Golden Tulip eingefunden und machten die noch für den Straßenverkehr geöffnete Rennstrecke unsicher. Einige „Möchtegernrennfahrer“ hatten ihren Gasfuß nicht unter Kontrolle und befeuerten so die Partylaune der Herumstehenden. Daran änderte auch das kurzzeitige Aufkreuzen der Polizei nichts. Durch die Raserei kam es später noch zu einem Zusammenstoß zweier Fahrzeuge, wobei eine unbeteiligte Frau verletzt wurde.

DASS der einzige Deutsche Tourenwagen-Starter (!) beim diesjährigen Hillclimb Masters Erwin Buck, vom sachverständigen Publikum für seine mutige Fahrweise im VW Spiess Scirocco Mk 1 16V mit offenem Szenenapplaus bedacht wurde. Zur Belohnung gab es einen Pokal für Rang 3 in der Gruppe 3 der Kategorie FIA-Tourenwagen im Rahmen der wundervollen Siegerehrung und Medaillenvergabe. Der Schwabe tauchte sogar im FiA-Livestream als einer von wenigen Interviewgäste auf. Die Sprache  kam dabei auch auf den „German Berg Cup“ und man fragte sich wo die vielen tollen Tourenwagen daraus in der Masters-Starterliste abgeblieben sind.

DASS bei der Preisverteilung der Masters-Kategorie 3 aus Versehen dem Schweizer Reto Meisel eine silberne, anstatt einer goldenen Medaille umgehängt wurde. Es ist reiner Zufall, passte aber in sein Wochenende. Der Aargauer hätte sich lieber die Silbermedaille in der Kategorie 1 um den Hals hängen lassen, als die Goldmedaille in der Kategorie 3. Im Fernduell mit den Tourenwagen-Assen war er nur zwei Tausendstelsekunden langsamer als der Pole Szymon Lukaszczyk. Meisel ist sicher, dass die FIA diesen Fauxpas mit der Medaille noch korrigieren wird.

DASS wie gewöhnlich für solche Veranstaltungen der Bauhof der Stadt Braga (AGERE) einen Aktionsplan in Gang gesetzt und Abfall sammelt, der entlang des gesamten Veranstaltungsgebiets entsorgt wurden. Im Vorfeld hatte das städtische Unternehmen unter der Leitung von Rui Morais etwa 20 Mitarbeiter mobilisiert und 12 Behälter á 140 Liter Fassungsvermögen im Paddock und 20 Container mit einer Kapazität von 3.750 Litern über die gesamte Strecke in den Zuschauerbereichen platziert. Schon unter der laufenden Veranstaltung sorgte ein Trupp für Sauberkeit. Ab dem Montagmorgen wurde die Reinigung des Geländes bei einem durchschnittlichen Vorrankommen von einem Kilometer pro Tag durchgeführt, sodass am Freitagmittag wieder alles picobello war.

DASS sich die von der FiA via YouTube initiierte Liveübertragen von den Masters-Rennläufen am Sonntag, schlussendlich über 84.000 User zugeschaltet haben. Mit Lloyd Hackett und Billy Grace (Sohn des 5-fachen Britischen Berg-Champions und heutigen FiA-Offiziellen David Grace) als fachkundige, englischsprachige Kommentatoren und bei Unterbrechungen auf der Strecke mit vorproduzierten Interviews und Einspielern, kam zu keiner Zeit Langeweile auf. Der original Stream von fast neuneinhalb Stunden kann jederzeit in voller Länge oder in Auszügen angeklickt werden.

Foto: Henri Schwirtz (ACL)