Corona nimmt Einfluss – Merli siegt in Spanien

Der zweite Lauf zur diesjährigen Berg-Europameisterschaft ging in Nord-Spanien mit dem Klassiker Subida al Fito über die Bühne. In Arriondas spielte das Wetter mit Regen in unterschiedlicher Stärke am gesamten Rennwochenende leider nicht mit. Damit wurde die ohnehin schon anspruchsvolle Strecke noch herausfordernder für die Fahrer. Die besten Bedingungen herrschten dann noch im 3. und letzten Rennlauf am Sonntag, wo auch die schnellsten Zeiten des Wochenendes gefahren wurden. Zudem sorgte leider „Corona“ in Spanien für zusätzliches Kopfzerbrechen, denn im italienischen Faggioli Team wurde ein positiver Test ausgewertet. So mussten Simone Faggioli und sein Team-Kollege Diego Degasperi, als auch Fausto Bormolini und Renzo Napione, als Kontaktpersonen, auf ein Antreten am Sonntag verzichten.

Den Gesamtsieg sicherte sich quasi im Alleingang dennoch ein Italiener, mit Christian Merli. Mit dem Osella FA30 Zytek LRM trotzte er den schwierigen Bedingungen im Baskenland, was am Ende des Wochenendes mit einem vollen Erfolg belohnt wurde. Dabei musste er nicht all seine Künste aufbieten, um die restliche Konkurrenz klar auf Distanz halten. Diese wurde vom jungen Spanier und ehemaligen Formel 1-Testfaher Javier Villa Garcia angeführt, der im Training noch mit technischen Problemen an seinem BRC BR53 Turbo haderte. Am Renntag konnte sich der bekannt beherzt agierende Pilot hervorragend in Szene setzen und mit famosen Zeiten bei schwierigen Verhältnissen glänzen, womit er auch den Sieg in der Gruppe E2-SC für sich verbuchen konnte. Das Podium komplettierte der Franzose Sebastien Petit mit dem Nova NP 01-2 Judd GAS39 EMAP, der eine ebenfalls tolle Performance in Spanien ablieferte. Vor allem im 3. Rennlauf konnte er sich nochmals entscheidend steigern und die zweitschnellste Gesamtzeit realisieren, womit der Rückstand auf den Spanier mit 2sec. sehr gering ausfiel.

Rang Vier im Gesamtklassement ging wieder nach Italien, und zwar an Federico Liber im Gloria C8P Evo. Dieser konnte auf der anspruchsvollen Strecke mit einer famosen Leistung, gerade auf feuchter Piste überzeugen und aktuell den 4. Rang in der EM-Tabelle einfahren. Die Top5 komplettierte der junge Raul Ferre Matas aus Andorra, der erstmals den neuen Silver Car CS Turbo-Sportwagen an den Start brachte und mit diesem neuen Boliden eine Topperformance ablieferte. Dabei konnte er sich im Laufe des Wochenendes immer weiter steigern und schlussendlich noch den letzten Platz am Podium in der Gruppe E2-SC mit dem 2l Boliden fixieren. Rang Sechs Gesamt sicherte sich der Italiener Mirko Venturato, der im Gloria C8P Evo auch in Spanien aufhorchen ließ. Bei seinem ersten Antreten bei der Subida al Fito konnte er sich großartig behaupten und mit Platz drei in der Gruppe E2-SS EM-Tabellenrang fünf (Kategorie 2) übernehmen.

Der Tourenwagengesamtsieg ging wenig überraschend an den Schweizer Ronnie Bratschi. Bei seiner Premiere Fito-Strecke konnte er sich mit dem Mitsubishi Lancer Evo 7 RS EGMO im Laufe des Wochenendes immer weiter steigern. Nach einem spannenden Rennverlauf konnte er sich am Ende auch den starken siebenten Platz im Gesamtklassement sichern und die Führung in der Kategorie 1-Tabelle zusammen mit dem Italiener Antonino Migliuolo übernehmen. Dahinter folgte der Spanier Alberto Ordonez Losada mit dem VW Polo WRC Proto, der bei schwierigen Verhältnissen eine beeindruckende Leistung ablieferte. Zudem hielt sich der Rückstand auf den Sieger mit 1,4sec. in engen Grenzen. Mit einem Rückstand von 0,4sec. komplettierte der Franzose Ronald Garces die Top3 bei den Tourenwagen. Der Audi R8 GT3 Pilot stellte sich erstmals der anspruchsvollen Strecke in Spanien und konnte dabei gleich überzeugen. Schlussendlich stand als bester 2wd Pilot der zweite Rang in der Klasse 2 für ihn zu Buche. Rang Vier Gesamt ging bei den Tourenwagen an seinen französischen Landsmann Nicolas Werver, der in Fito dank neuem FiA-Tank wieder in der Berg Europameisterschafts-Wertung antreten konnte. Mit Hilfe von Jose Antonio Lopez Fombona konnte ein von der FIA vorgeschriebener Sicherheitstank in den Porsche 911 GT2 eingebaut werden. Nach einer starken Leistung konnte sich der Routinier den zweiten Platz in der Klasse 1 am Ende des Wochenendes sichern, wobei ihm im 3. Rennlauf sogar die Tourenwagenbestzeit auf auftrocknender Strecke gelang. Der spanische Routinier Jose Antonio Lopez Fombona folgte auf dem fünften Tourenwagenrang mit dem spektakulären Lamborghini Huracan Supertrofeo Evo. Bei seinem Heimrennen im Zuge der Berg Europameisterschaft stand zudem der dritte Klassenrang in der Gruppe 1 für ihn zu Buche, womit man sich am Ende mehr als zufrieden zeigte. Die Top6 bei den Tourenwagen komplettierte der Italiener Antonino Migliuolo mit dem Mitsubishi Lancer Evo 9, der allein in seiner Gruppe fuhr und so nur halbe EM-Punkte bekam.

von Peter Schabernack (www.hillclimbfans.com)

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Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.