Auch Oschersleben schmeckte dem KW Berg-Cup – Weiterer Saisonverlauf ungewiss

Der zweite Lauf zum diesjährigen KW Berg Cup ging erneut auf der Rundstrecke über die Bühne. In Oschersleben wurde dabei erneut spannender Motorsport auf einer für Bergrennfahrzeuge unüblichen Strecke geboten. Trotz nächtlicher Ausgangssperre im Bördekreis, verbunden mit erschwerten Möglichkeiten der Übernachtung stellte sich trotzdem eine starke Abordnung diesem Event. Dabei musste man zunächst am Freitag bei kühlen Temperaturen und regnerischen Verhältnissen das Training und Lauf 1 absolvieren, ehe sich der nächste Tag von der freundlicheren Seite präsentierte. Da derzeit nur die Laufergebnisse zur Verfügung stehen, möchten wir uns auf die einzelnen Klassen konzentrieren.

In der Klasse E1 über 3l Hubraum lieferte in Oschersleben der junge Florian Bodin eine beeindruckende Performance ab. Am Steuer des Porsche 944 Turbo seines Vaters konnte er sowohl im 1. Rennlauf als auch im 2. Rennlauf mit famosen Zeiten überzeugen. Damit war ihm der Klassensieg, aber auch der Gesamtsieg in Oschersleben nicht zu nehmen, und das obwohl zu keiner Gesamtbestzeit an beiden Tagen reichte. Auf Rang Zwei in der Klasse folgte der Schweizer Martin Bürki, der nach dem Unfall in Hockenheim wieder mit seinem Porsche GT3 Cup mit von der Partie war. Dabei konnte er sich eindrucksvoll in Szene setzen und vor allem am trockenen Samstag mit der Gesamtbestzeit glänzen, womit man ein Topresultat in Oschersleben einfahren konnte. Der letzte Platz am Podium ging an Stefan Bodin im doppelt eingesetzten Porsche 944 Turbo vor Jochen Stoll im Porsche 997 GT3 Cup, der sich wiederum gegen Christian Handa im Lancia Delta Integrale durchsetzen konnte.

Die Klasse bis 3l Hubraum war erneut sehr spannend, wobei diesmal am Ende Michael Bodenmüller mit dem Opel Gerent Kadett C 16V als Sieger hervorging. Mit einer tollen Performance am ersten Renntag legte er dabei den Grundstein für den vollen Erfolg. Im trockenen 2. Rennlauf musste er seinen schärfsten Gegner zwar ziehen lassen, am Ende blieb aber ein Vorsprung von 1,2 Sekunden. Diese fehlten schlussendlich Marcel Gapp im BMW E36 M3, der mit seiner beherzten Fahrweise erneut zu begeistern vermochte. Vor allem im trockenen Lauf am Samstag konnte er in eindrucksvoller Art und Weise glänzen, was mit der zweitbesten Gesamtzeit belohnt wurde. Das Podium komplettierte der Norddeutsche Michael Weber (Foto) mit dem Audi 80 Quattro, der ein ebenfalls starkes Rennwochenende in Oschersleben absolvierte. Rang Vier ging in dieser Klasse an den Bayernschwaben Michael Hulm im BMW M3 noch vor Günter Miethke im VW Scirocco.

Bei den 2l Tourenwagen setzte Erwin Buck in Oschersleben zum ersten Mal seinen neuaufgebauten VW Spiess-Scirocco 16V ein. Nachdem Unfall im vergangenen Herbst im italienischen Cividale wurde eifrig am klassisch, weiß-roten Renner gearbeitet, und das mit Erfolg. Mit seiner gewohnt beherzten Fahrweise konnte er sich großartig in Szene setzen und sich am Ende des Wochenendes den Sieg an die Fahnen heften. Rang Zwei ging an Norbert Wimmer im BMW 2002 ti 8V, der auch in Oschersleben mit einer spektakulären Performance zu begeistern vermochte. Im nassen 1. Rennlauf konnte er dabei sogar die Bestzeit in dieser Klasse realisieren. Mit einem weiteren Topergebnis machte er für die Meisterschaft erneut wichtige Punkte, inklusive Sieg in der KW 8V-Trophy. Das Podium komplettierte nach einem spannenden Kampf Rainer Schönborn mit dem wunderschönen VW Golf 1 16V STW, der sich im lediglich 0,3sec. Gesamt durchsetzen konnte und damit ein Topergebnis in Oschersleben fixieren konnte. Rang Vier ging an Lars Heisel im Opel Böhm Kadett C 16V, der sich nach einem spannenden Kampf nur knapp geschlagen geben musste. Dabei hatte man am ersten Renntag noch mit technischen Problemen zu kämpfen, welche man aber vor Ort erfolgreich beheben konnte. Das zeigte auch die Topzeit im 2. Rennlauf, welche nur wenige Hundertstelsekunden über dem zweitplatzierten BMW Piloten lag. Die Top5 komplettierte Hans Peter Eller mit einem BMW 320i noch vor Bernd Ehrle im Opel Minichberger Kadett C, der somit sich Platz Zwei in der 8V-Trophy Wertung sichern konnte. Dahinter folgte Andre Scheer mit dem BMW 320iS E30 noch vor Alexander Pleier auf einem weiteren 8V Opel Kadett C Coupe.

In der 1600er Klasse konnte sich in einem spannenden Kampf der junge Belgier Andy Heindrichs durchsetzen. Nach den Problemen beim Saisonauftakt lief der Opel Wiebe Corsa A 16V diesmal wie ein Uhrwerk und mit famosen Zeiten konnte schlussendlich der Klassensieg realisiert werden. Mit einem knappen Rückstand von nicht einmal 0,5sec. ging Rang Zwei an Sarp Bilen in dem von einem neuen Motor ausgestatteten VW Golf 2 16V. Mit dem mächtig klingenden Triebwerk von Minichberger Motorsport konnte er sich herausragend in Szene setzen, wobei er im 2. Rennlauf sogar die Bestzeit in dieser Klasse aufstellen konnte. Pech hatte leider der Finne Mikko Kataja, der seinen brachialen Toyota Starlett 16V nachdem 1. Rennlauf mit einem technischen Gebrechen vorzeitig abstellen musste.

Bei den E1 1400er Boliden feierte Armin Ebenhöh mit dem VW Minichberger Scirocco 16V den erwarteten Sieg. Rang Zwei ging an Markus Hülsmann im VW Golf 1 16V, der in Oschersleben ebenfalls zu begeistern vermochte. Das Podium komplettierte mit dem 1150er Audi 50 der junge Tobias Stegmann, der eine starke Vorstellung. Rang Vier ging beim ersten Renneinsatz mit dem Suzuki Swift GTI an Christoph Kaiser, der damit unterstrich, dass er zukünftig durchaus für Spannung in dieser Klasse sorgen könnte. Die Top5 komplettierte im Zuge des KW Berg Cup Sophia Faulhaber bei ihrem ersten „Bergeinsatz“ mit dem neu aufgebauten VW Minichberger Polo 8V.

In der E2-SH Klasse konnte sich wie schon in Hockenheim Hauke Weber mit dem TracKing RC01 Audi durchsetzen. Dabei konnte er in der Gruppe 1 sogar den Gesamtsieg realisieren. Rang Zwei ging an Ralf Kroll im Silver Car S2G Evo, der eine ebenfalls starke Vorstellung ablieferte. Einen herausragenden Einstand gab im NSU Bergpokal Christian Hindmarsh. Mit dem NSU 1200c seines Teampartners Thomas Krystofiak konnte er sich in beeindruckender Art und Weise gegen Uwe Schindler im NSU TT durchsetzen und damit aus dem Stand einen vollen Erfolg verbuchen. Das Podium komplettierte eben Thomas Krystofiak, die sich in Oschersleben das Auto teilten und als Doppelstarter unterwegs waren.

Die Gruppe A/F wurde wie schon am Hockenheimring zu einer Beute von Jürgen Plumm. Mit dem Mitsubishi Lancer Evo 9 konnte er sich erneut gegen die Konkurrenten durchsetzen und einen vollen Erfolg realisieren. Rang Zwei sicherte sich Markus Goldbach mit dem Renault Megane Coupe. Damit konnte er sich auch den Sieg in der 2l Klasse an die Fahnen heften und ein Toprennwochenende in Oschersleben absolvieren. Das Podium komplettierte Achim Kreim im Mitsubishi Lancer Evo 8, der ebenfalls starke Zeiten auf der Rundstrecke erreichte, aber auch mit technischen Problemen behafte war. In der Klasse über 2l Hubraum ging der letzte Platz am Podium an Nils Abb, der diesmal einen BMW 323 ti pilotieren durfte noch vor Pascal Ehrmann im Peugeot 207 RC, der ein ebenfalls starkes Rennen in Oschersleben ablieferte. Und die 1,6l Klasse konnte Markus Fink mit dem Citroen C2 VTS für sich entscheiden.

Laut Terminkalender ist die Rundstreckenphase des KW Berg-Cup nun erst einmal beendet. Wie die Saison jedoch mit den geplanten Bergrennen weitergeht, ist aktuell weiter offen. Erstes, bislang noch nicht abgesagtes Bergrennen wäre Ende Juni das Ibergrennen in Heiligenstadt. Um eine offizielle Jahreswertung zu errechnen und die Meister zu krönen, müssen jedoch mindestens drei Veranstaltungen absolviert werden.

von Peter Schabernack, www.hillclimbfans.com

Über Thomas Bubel 634 Artikel
Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.