Hockenheimer KW Berg-Cup Auftakt besser als erwartet

Der Saisonauftakt zum KW Berg Cup 2021 ging an einem für Bergrennfahrzeuge ungewohnten Ort über die Bühne. Auf der Grand-Prix-Strecke des Hockenheimrings wurde nach 1,5 Jahren Pause wieder ein KW Berg Cup Lauf als Zeitfahren ausgetragen. Dabei stellte sich ein kleines, aber feines Starterfeld dieser Herausforderung. Leider sorgte ein kurzer Regenschauer bei kühlen Temperaturen am Nachmittag für erschwerte Bedingungen beim 2. Rennlauf. Somit blieben die Bestzeiten in beiden Startgruppen aus dem 1. Rennlauf bestehen.

Die schnellste Zeit setzte dabei Gastfahrer Maiko Dufner vom KÜS Team Bernhard, der mit seinem Porsche Cayman GT4 nicht zu schlagen war. Mit dem mächtig klingenden Boliden ließ er vor allem im 1. Rennlauf der Konkurrenz keine Chance. Im 2. Rennlauf musste er sich aber gewaltig strecken, um erneut die schnellste Zeit zu setzen. Mit gerade einem 0,04sec. Rückstand kam dort Marcel Gapp mit dem BMW E36 M3 in die Wertung, der mit einer tollen Performance in die neue Rennsaison startete. Der junge Allgäuer hatte extra die Hinterachse angepasst und konnte sich somit hervorragend in Szene setzen und sich damit auch den Sieg im KW Berg Cup sichern. Gesamt reichte es für ihn in der Gruppe 2 zum dritten Platz hinter Patrick Orth. Dieser brachte erstmals einen BMW M3 E46 an den Start lieferte mit dem wohlklingenden Boliden eine hervorragende Leistung ab. Mit dem für die Rundstrecke abgestimmten Fahrzeug konnte er sich eindrucksvoll in Szene setzen und mit seinem beherzten Fahrstil schlussendlich die 3l Klasse Gesamt für sich entscheiden. Rang Vier Gesamt in dieser Gruppe ging an Michael Bodenmüller, der mit seinem Opel Gerent Kadett C 16V sich mit einer tollen Performance exzellent in Szene setzen konnte. Das neue „Überlitertriebwerk“ scheint zu funktionieren. Mit famosen Zeiten stand für ihn am Ende der zweite Rang in der 3l Klasse im Zuge des KW Berg Cup zu Buche.

Die Top5 Gesamt komplettierte der Tiroler Thomas Strasser mit seinem VW Minichberger Scirocco 16V, der vor allem im trockenen 1. Rennlauf eine famose Zeit erreichte. Dabei konnte er sich sogar den dritten Gesamtrang in diesem Heat sichern. Schlussendlich feierte er mit dem wunderschönen Fahrzeug den vollen Erfolg in der 2l Klasse. Dahinter ging der sechste Gesamtrang an Norbert Wimmer im BMW 2002 ti 8V. Mit dem blauen 02er konnte er sich beeindruckend in Szene setzen und damit auch die KW 8V-Trophy für sich entscheiden. Siebenter wurde Jochen Stoll mit dem Porsche 911 GT3 Cup, der sich schlussendlich auch als Sieger in der Klasse über 3l Hubraum feiern lassen konnte. Die Top 8 komplettierte Stefan Bodin mit dem Porsche 944 Turbo, der somit Rang Zwei in der Klasse über 3l Hubraum realisieren konnte. Rang Neun ging an Erwin Buck, der diesmal noch auf den VW Golf 1 8V zurückgreifen musste und mit dem „Klassiker“ den dritten Rang bei den 2l Boliden fixierte. Platz Zehn sicherte sich Alexander Pleier im 8V Opel Kadett C Coupe, der somit Rang Vier bei den E1 2l Boliden für sich verbuchen konnte noch vor Michael Weber im Audi 80 Quattro, der eine bessere Platzierung im 1. Rennlauf aufgrund technischer Probleme verspielte. Trotzdem blieb Rang Vier bei den 3l Fahrzeugen.

Leider gab es auch einige Ausfälle zur verzeichnen, wobei Mario Minichberger mit einem technischen Defekt in Rennlauf 1 vorzeitig aus dem Rennen war. Zwar konnte das Team den wunderschön vorbereiteten BMW 2002 16V F2 vor Ort reparieren und zum 2. Rennlauf wieder einsatzfähig bekommen, die eindrucksvolle Bestzeit in der 2l Klasse blieb aber trotzdem leider unbelohnt. Noch schlimmer erging es Hans-Joachim Schmidt beim Comeback mit dem VW Scirocco 1 Turbo, der bei der Haarnadelkurve auf einer Ölspur sich doch vehement mit dem Heck voraus in die Leitplanken drehte. Dabei wurde der aus Dänemark geholte Tourenwagen doch erheblich beschädigt. Und für Alexander Wolk im VW Golf 2 Turbo war bereits im Training mit einem technischen Defekt vorzeitig der Einsatz am Hockenheimring zu Ende. Gute, der Heimweg war nur kurz.

In der Gruppe 1 feierte beim Rennen am Hockenheimring mit Jürgen Plumm, ein weiterer Gastfahrer einen großartigen Erfolg. Mit seinem Mitsubishi Lancer Evo 9 konnte er sich eindrucksvoll beweisen und mit einer grandiosen Performance für eine kleine Überraschung sorgen. Der Lohn war schlussendlich der Gruppensieg sowie der volle Erfolg in der Klasse CTC über 2l Hubraum. Rang Zwei Gesamt ging hier an den lange vermissten Werner Jetzt im Fiat 131 Abarth. Mit einer spektakulären Vorstellung konnte er sich am Ende des Wochenendes auch den Sieg in der 2l Klasse der Gruppe CTC sichern. Das Podium komplettierte Hauke Weber mit dem TracKing RC01 Audi, der eine spektakuläre Vorstellung auf der Rundstrecke ablieferte. Schlussendlich konnte er sich auch den Sieg in der E2-SH Klasse sichern und zudem in Rennlauf 1 mit der Bestzeit überzeugen. Rang Vier sicherte sich der gebürtige Finne Mikko Kataja mit dem kleinen, brachial klingenden Toyota Starlet, der mit einer beeindruckenden Leistung auch die E1 1600er Klasse für sich entscheiden konnte. Die Top5 komplettierte Achim Kreim mit dem Mitsubishi Lancer Evo 8, der mit einer tollen Leistung den ausgezeichneten zweiten Platz in der Klasse CTC über 2l Hubraum fixieren konnte. Im Zuge des KW Berg Cup stand sogar der Klassensieg für ihn zu Buche.

Rang Sechs Gesamt ging an den jungen Tobias Mayer, der mit dem VW Minichberger Scirocco 16V seines angehenden Schwiegervaters Armin Ebenhöh eine tolle Performance ablieferte und sich als Sieger in der 1400er Klasse feiern lassen konnte. Im NSU Bergpokal konnte sich Uwe Schindler durchsetzen und mit seinem NSU TT mit einem Erfolg in die noch unsichere Rennsaison 2021 starten. Platz Zwei ging an Thomas Krystofiak im NSU 1200C. Mit einem feinen dritten Platz in der Klasse CTC über 2l Hubraum konnte Pascal Ehrmann mit seinem Peugeot 207 RC glänzen und damit mit einem spitzen Ergebnis ins neue Rennjahr starten. Leider gab es auch einige Ausfälle zu verzeichnen, wovon beide Opel Corsa A Piloten aus der E1 1600er Klasse betroffen waren. Sowohl der junge Belgier Andy Heindrichs als auch Lukas Eigl und Kai Neu mussten mit technischen Defekten vorzeitig aufgeben.

von Peter Schabernack (hillclimbfans.com) und Thomas Bubel
Fotos: Heinz Mösinger

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Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.