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Horst Fendrich - Ein Bergkönig feierte seinen 50. Lenz |
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Geschrieben von: Thomas Bubel
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Samstag, den 11. November 2006 um 22:13 Uhr |
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Fast wäre es der BiD-Redaktion entgangen, aber nur fast. Horst Fendrich, einer der erfolgreichsten Bergrennsportler in Deutschland überhaupt, feierte am 27. September 2006 seinen 50. Geburtstag. BiD gratuliert dem vierfachen Bergmeister nachträglich ganz besonders herzlich. Der Zotzenbacher ist heil froh und dankbar bei bester Gesundheit in den zweiten Lebensabschnitt starten zu können. "Der liebe Gott im Himmel will mich scheinbar noch nicht", ließ der Fußbodenbau-Unternehmer im Rahmen seiner Jubiläumsparty verlauten. Um ein Haar wäre es zu diesem runden Geburtstag nicht mehr gekommen. Gut zwei Jahre sind seit Fendrichs lebensgefährlichem Unfall bei seinem geliebten Homburger Bergrennen vergangen. Zuvor acht Mal konnte Horst Fendrich den Homburger Karlsberg als Gesamtsieger verlassen. Im Training zur 2004er Ausgabe kam Fendrich auf einem regennassen Teilstück am Brückchen, mit dem von Laszlo Szasz geliehenen Reynard Formula Nippon, von der Strecke ab und prallte Breitseits in einen Baum. Der Formel 3000 wurde dabei in zwei Teile gerissen. Der damals 47jährige zog sich hierbei schwere Kopfverletzungen zu und wurde zwei Wochen ohne Bewusstsein auf der Intensivstation des Homburger Uni-Klinikums behandelt. "Ich erinnere mich an absolut nichts mehr, auch nicht dass ich am Unglücksmorgen noch beim Golf spielen war". Dem mit "Formel 1-Sicherheit" ausgestatteten Reynard und den hervorragenden Ärzten in Homburg, hat es Fendrich zu verdanken das er seinen 50. Geburtstag feiern konnte. Schon 1994 hatte der Odenwälder einen schweren Crash beim Oberjoch-Bergrennen überstanden. Im weißen Maurer BMW Formel 2 flog Fendrich damals über einen Leitplanke und geriet an einen Baum. Nur leicht verletzt, klemmte sich Fendrich schon Wochen später erneut hinters Lenkrand eines Formel 2-Rennwagens. "Ich hatte nie Angst" sagte Fendrich, "war mir aber immer dem Risiko bewusst". Schade für Fendrich, einen solchen Abschied vom Bergrennsport wie in Homburg, hat sich Horst Fendrich und seine beiden treuen "Hardrock-Mechaniker" Christoph und Gerald nicht verdient. "Für mich ist Schluss mit der Rennerei". "Wenn meine Familie nicht wäre, würde ich sicher wieder an der Berg zurückkehren". "Wegen Ehefrau Christiane und meinem achtjährigen Sohn Marcel und der vier Jahre alten Nina, kann ich es nicht verantworten, wenn mir etwas zustoßen würde".
Horst Fendrich hatte seine Berg-Rennkarriere 1983 in einem Formel Ford 1600 begonnen. Danach folgte der Umstieg in die Formel 3. Im Ralt RT 3 VW war der Zotzenbacher regelmäßig Klassensieger über an die 20 Gegner (! - das waren noch Zeiten). Mit Hilfe der Hotelkette NOVOTEL als Sponsor konnte 1986 der ex-Stefan Bellof Maurer BMW F2 angeschafft werden, bis heute das Lieblingsfahrzeug des Geschäftsmanns. Im Osella PA 9 BMW C3 (siehe Bild oben) gelang Fendrich 1989 und '90 seine erste beiden Deutschen Bergmeisterschaften. Danach folgte die Rückkehr in den Formelsport. Erst im schwarzen Maurer BMW F2 (unser Bild unten von Jürgen Hug), und anschließend im gleichfarbigen Martini Mk 69 BMW Formel 2, gelangen Fendrich 1995 und '96 zwei weitere Bergchampionnate. Ende der 1990er Jahre wechselte Fendrich in den Reynard 95 D Formel 3000, zahlreiche Gesamtsiege wurden dabei eingefahren. Nach dem Verkauf dieses Boliden an den Französischen Berg-Meister Christian Debias, folgten sporadische Einsätze im 92er Reynard F3000 von Freund Laszlo Szasz (Ungarn) sowie im Langstreckenpokal auf der Nürburgring-Nordschleife auf BMW M3. Am 17.Juli 2004 endete auf der Käshofer Straße Fendrichs Laufbahn nach 300 Metern im neuen Reynard an einem Baum. Ein kurzer Regenschauer und profillose Slicks waren die Auslöser.

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