Photo Photo Photo Photo Photo Photo Photo Photo Photo Photo
Frank Jordan - Bergrennen war immer mein Leben PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Thomas Bubel   
Dienstag, den 25. März 2008 um 21:52 Uhr

  

Anfang Februar bot sich für „Bergrennen in Deutschland“ die Gelegenheit einen der „wilden Hunde“ aus den goldenen Jahren der Formel 3 am Deutschen Berg einen Besuch abzustatten. Nach fast 13 Jahren gab es für BiD-Webmaster Thomas Bubel ein Wiedersehen mit dem Süd-Schwarzwälder Frank Jordan. Wir trafen den mittlerweile 48 jährigen Familienvater in seinem schmucken Einfamilienhaus im kleinen Örtchen Sumpfohren bei Hüfingen, im Landkreis Villingen-Schwenningen, wo der Sohn der einst so erfolgreichen Gruppe 6 und Formel 2-Legende Karl Jordan, mit Frau Carola und dem neunjährigen Sohn Marc lebt. Den meisten Bergfans mittleren Alters wird der Name Frank Jordan, ohne Zweifel noch immer in den Ohren klingen. Für diejenigen die den gelernten Betriebswirt nicht mehr in Erinnerung haben oder in dieser Dekade noch „mit der Blechtrommel um den Weihnachtsbaum gelaufen sind“, wollen wir vorweg einmal Frank´s motorsportliche Laufbahn ansprechen.

Bereits zu Beginn der 1970er Jahre begleitete Frank als junger Bub seinen Vater zu den Bergrennen. Spielend erlernte er dabei den Umgang mit dem Schraubenschlüssel. Gleich ob an den Wochenenden  in den Fahrerlagern oder tagtäglich in der heimischen Werkstatt, Frank half seinem Vater ab dem 12. Lebensjahr wo er nur konnte. Als 17jähriger war er in der Lage innerhalb einer viertel Stunde die komplette Getriebeübersetzung am March 802 BMW Formel 2 Boliden seines Vaters selbstständig und vor allem zuverlässig zu wechseln. Noch während seiner Bundeswehrzeit begann der heutige Unternehmer mit dem aktiven Bergrennsport. Vom Dino-Kart stieg er direkt in einen Hawke Formel Ford 1600 um. Ohne je einen Meter mit dem vom Vater vorfinanzierten (!) Rennwagen gefahren zu sein, reiste Jordan Junior zum Saisonauftakt 1980 an den Krähberg. Wie so oft Ende April im Odenwald war die Strecke regennass und so nahm bereits die erste Trainingsfahrt nach rund 1,5 km ein jähes Ende in den Leitplanken. Während der nicht gerade unproblematischen Reparatur, von Hawke in England waren wichtige Ersatzteile nicht mehr zu bekommen, war Vater Karl gezwungen einen Achsträger nach zu bauen. Noch im selben Jahr sprangen bei den Bergrennen Happurg (bei Nürnberg), Auerberg (im Allgäu) und beim „Bergpreis Schwäbische Alp“ am Neuffen die ersten Klassensiege heraus. Zur Mitte des Jahres 1981 wagte Frank den Aufstieg in die Formel 3-Klasse, mit einem in der nahen Schweiz gekauften roten March 793. Somit begann die Zeit, in der Vater und Sohn gemeinsam an den Start gingen und gerade bei Regen der Junge den Alten in seinem Formel 2, hier und da sogar schlagen konnte.

Das Jahr 1983 endete für Frank Jordan mit dem schwersten Crash seiner Karriere. Beim Saisonfinale am Samerberg bei Rosenheim kam der Hüfingener kurz vor dem Ziel mit einer Geschwindigkeit von 210 km/h von der Strecke ab und krachte ins Unterholz. Dabei wurde Frank schwer Verletzt, sein Linker Arm war danach durch einen Trümmerbuch sowie eine Nervenverletzung gelähmt. Erst sieben Monate nach dem Unfall war Franks Arm wieder geheilt und funktionsfähig. Eine lange Narbe am Unterarm zeugt heute noch von diesem Rennunfall. „Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern“ erzählte uns Frank. „Diese Strecke hatte schon immer extrem wenig Gripp zu bieten und ich versuchte es im Training mit Regenreifen und war super unterwegs bis wohl die Regenreifen überhitzten und ich von der Piste rutschte“. Knapp 10 Monate nach Franks Unfall mussten die Jordan`s einen weiteren Schicksalsschlag verkraften. Am 19. August 1984 verunglückte Karl Jordan, nur eine Woche nach seinem sechsten Gesamtsieg beim Homburger ADAC Bergrennen, in der Rhön beim Hauenstein-Bergrennen in seinem Formel 2 tödlich. „Ihm wurde wahrscheinlich schwarz vor Augen, als er auf einer Gerade von der Straße abkam und gegen einen Baum prallte“. Die eingesetzten Notärzte diagnostizierten Herzinfarkt. Karl Jordan wurde lediglich 47 Jahre alt. Nach vier Jahren errang der „Motorsport-Bazillus“ in Franks Kopf wieder die Oberhand. Zwischen 1988 und 1995 kehrte Jordan in die Formel 3, mit dem rot-weißen Ralt RT 3 Alfa Romeo (unser Foto), zurück und zählte neben Werner Eckert, Otto Christmann, Arnold Wagner, Erich Rostek oder Frank Taubert zu den Top-Formel 3-Piloten in der Berg-DM. Ein schleichender Plattfuß bescherte beim Homburger Bergrennen 1995 das vorläufige Karriereende des Frank Jordan. „Ich rutschte mit hoher Geschwindigkeit nach dem Brückchen links in den Graben“. Erst in 1996 stand der Ralt wieder auf allen Vieren, doch Jordan fehlte aus beruflichen Gründen die Zeit für ein erneutes Comeback. Frank Jordan: „Danach wieder zurück zu kommen machte in meinen Augen keinen Sinn, die Technik des mittlerweile in die Jahre gekommenen Ralt RT 3 war nicht mehr konkurrenzfähig“. Danach verstaubte jahrelang der Einsatzwagen vom Typ Ralt RT 3 mit Alfa-Motor ebenso wie Franks T-Car gleichen Modells mit Toyota-Triebwerk in der Halle von „Jordan Automobile“: „Bis ich den Platz benötigte und die beiden Autos verkaufte, worüber ich mich heute noch ärgere“. „Einer wechselte in den die Privatsammlung von Formel 3-Team Chef Bertram Schäfer, der andere Wagen ging nach Luxemburg.“


  

Auch heute noch ist die „Leidenschaft Bergrennen“ tief in Frank Jordan verwurzelt. Zahlreiche Pokale, Trophäen und Bilder aus der Rennzeit der Jordan´s zieren Franks Büro. „Drüber hinaus informiere ich mich via „MOTORSPORT aktuell“ was sich in der Szene tut und zukünftig sicher auch über die Webseite „Bergrennen in Deutschland“, die ich bislang noch nicht kannte“, verriet er uns. Einmal im Jahr zeiht es den „Alpine A 310-Liebhaber“ über die nahe Schweizer Grenze ins 25 km entfernte Oberhallau zum Bergrennen. Dort trifft er oftmals seinen ehemaligen Weggefährten Uwe Lang und auch die Freiburger Zajelsnik-Truppe freut sich über seine Stippvisite. „Mit Uwe Lang habe ich öfter mal telefonischen Kontakt und ab und zu mit Erich Rostek und Frank Taubert“. Dann kommt Jordan richtig ins schwärmen: „Das war eine tolle Zeit“. „Bei manchen Bergrennen brachten wir bis zu 20 Formel 3-Fahrzeuge zusammen, das war eine echt klasse Truppe damals“. Ausdruck dessen - In den 1980er Jahren traf sich die große eingeschworene F3-Meute alljährlich zum gemeinsamen Ski-Urlaub in Kirchberg / Tirol, im Hotel von Formel 2-Pilot Paul Steindl (damals PRC-BMW). Angesprochen auf die damaligen Bergrennstrecken, von denen eine ganze Menge nicht bis heute überlebt haben, und seine persönlichen Vorlieben, antwortete er: „Ich liebte immer die schnellen Strecken, wie Homburg, Trier oder die Alzeyer Teufelsrutsch, wo der Mut des Fahrers gefragt war“. „Aber auch die 11 Kilometer lange Piste auf den Freiburger Hausberg Schauinsland war etwas besonderes, im Gegensatz zu denen, in der Regel erheblich kürzeren Strecken“. „Du warst da so lange unterwegs, dass du zwischendurch Durst bekommen hast“, lachte Jordan. „Aber auch die Atmosphäre bei den grenznahen französischen Bergrennen war immer einzigartig“, erinnert sich Franky. „Da warst Du der Held als Rennfahrer und wurdest sogar auf dem Weg zur technischen Abnahme von den Gendarmen aufgefordert doch mal richtig Gas zu geben“. „Einmal in Turckheim, an einem Samstagabend nach dem Training gegen 21 Uhr, veranstalteten ein paar Fahrerkollegen und ich, unter dem Jubel der Passanten eine kleine Vollgas-Stadtrundfahrt“ – in Deutschland undenkbar. „Im Jahr 2004 bin ich fast wieder schwach geworden“, gestand uns Jordan, „so ein 3 Liter CN-Sportwagen steckt mir eigentlich immer noch in der Nase“. „Als Ersatz und Ablenkung habe ich eine Ducati 999 und eine Ducati 900 zugelegt, da komme ich in punkto Fahrspaß auch auf meine Kosten.

Wir wollten weiter wissen welche seine schönsten Jahre am Berg waren: „Eigentlich war die komplette Geschichte klasse“. „Wenn ich eine Antwort geben müsste, dann würde ich sagen die Ralt-Zeit“. „Die Bergrennen waren damals Urlaub für mich“. Mit großem Rennbus, Vorzelt und allem drum und dran ausgestattet, opferte Jordan in der „Ralt-Zeit“ seinen kompletten Jahresurlaub für die Rennerei. „Wir waren donnerstags vor den Rennen bei den ersten die im Fahrerlager eintrafen und montags danach, die Letzten die das Renngelände verließen“. Aber auch an die Zeit als er als Jugendlicher, ohne Führerschein, mit seinem Vater unterwegs war, kann sich Frank Jordan noch gut erinnern. „Damals waren noch Doppelstarts bei Bergrennen erlaubt“. „War mein Vater im Formel 2 auf der Strecke, durfte ich den KMW-Porsche SP 300, ein zweisitziger Gruppe 6-Sportwagen mit 3 l Hubraum, regelmäßig aus dem Fahrerlager in den Vorstartbereich fahren, das war klasse“. Der Hüfingener, der heute im gleichen Lebensalter wie sein Vater bei dessen Unfall ist, erinnert sich gern an den Herrn Papa zurück: „Er war manchmal etwas eigen und streng“, grinste Jordan. „In den frühen 80er Jahren wurde er in Homburg jahrelang vom Hotel Stadt Homburg gesponsert und wir übernachteten dort auch, als ich einmal meine damalige Freundin dabei hatte, war das meinen Dad überhaupt nicht recht und wir mussten uns kurzer Hand ein anderes Hotel suchen“.

Frank Jordans zweite Leidenschaft seit Ende der 1970er Jahre, ist die legendäre Alpine A 310. Eine Passion die Jordan übrigens mit seinen ehemaligen Bergrennfahrerkollegen Axel Ress und Reinhard Härtel teilt. Bereits zu seiner Lehrzeit in einem Renault-Autohaus träumte er davon einmal eine solche „Flunder“ zu besitzen. Nach dem tödlichen Unfall seines Papas, zog sich Frank erst einmal aus dem Bergrennsport zurück und legte sich statt dessen, Mitte der 1980er Jahre, seinen ersten „A 310“ zu, und engagierte sich in der Szene der Alpine-Freunde und Besitzer. Mittlerweile beherrscht das Thema Alpine einen großen Teil seiner beruflichen Aktivitäten. Die Firma „Jordan-Automobile“ hat sich ganz der Restauration und Reparatur der französischen Sportwagen-Oldies verschrieben und ist zudem spezialisiert auf Tuning, Ersatzteilservice und Motorinstandsetzungen. In Alpine-Kreisen hat sich Frank Jordan mit seiner kleiner Firma einen hervorragenden Ruf erworben.

  

 

Zufallsbild BiD

Veranstaltungen BiD

  • 31.03.2012 - 01.04.2012 Course de Côte Bagnols Sabran
  • 09.04.2012 Course de Cote Lorentzweiler
  • 14.04.2012 - 15.04.2012 Course de Cote Col St. Pierre (EBM)
  • 28.04.2012 - 29.04.2012 ÖAMTC Rechberg-Rennen (EBM)

Homburg / Saar BiD

ClearClear -9 oC
Humidity: 58%
Wind: NE at 8 mph
Sun -18 ⇒ -3 oC » Mostly Sunny «
Mon -21 ⇒ -6 oC » Mostly Sunny «
Tue -12 ⇒ -6 oC » Mostly Sunny «

Besucherzähler BiD

0957490
HeuteHeute958
GesternGestern919
WocheWoche6921
MonatMonat4911
GesamtGesamt957490

Besucher online BiD

Wir haben 224 Gäste online

Social Bookmarks BiD