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Bevor die deutschen Bergspezialisten in die Sommerpause gehen durften – der nächste DM-Lauf ist nach der Absage des Neckar-Odenwald-Bergrennens erst am letzten Juli Wochenende das Karlsbergrennen in Homburg -, trafen sich ausschließlich die Tourenwagenpiloten beim Ibergrennen im nordthüringischen Heiligenstadt. Mangels einer zweiten Leitplanke, die aber noch in diesem Jahr montiert wird, durften Arnold Wagner, Stenger und Co diesmal nicht an den Start. Mit Ricky Dietzler war erstmalig an einem deutschen Bergrennen die Rennleitung in weiblichen Händen. Ein dickes Lob gebührt neben der Rennleitung auch den Mannen des MC Heiligenstadt, die sich mächtig ins Zeug gelegt haben und dafür mit einem erstklassigen Tourenwagenfeld und bestem Wetter belohnt wurden. Im zusätzlichen Trainingslauf am Sonntagmorgen unterbot Georg Plasa (im Bild vorne rechts) mit 59,56 Sekunden bereits inoffiziell den letztjährigen Bergrekord von Norbert Brenner (im Bild vorne links), der bei 1.01,56 stand. Es war absehbar, dass die Bestmarke nicht mehr lange Bestand haben würde. Im ersten Rennlauf sorgten die Favoriten Bruno Ianniello, Norbert Brenner und Georg Plasa für Streckenrekorde im Minutentakt. Ianniello donnerte seinen Lancia Delta S4 in 1.00,52 den rund 2 km kurzen Berg hoch. Brenner schnappte sich gleich dahinter fahrend den Rekord um 8/10 Sekunden zurück, bevor Plasa die zu diesem Zeitpunkt noch sauerstoffreiche und nicht so schwüle Luft nutzte, um im 2,5-Liter BMW 320 16V die Minutenschallmauer mit 59,67 als erster offiziell zu durchbrechen. In der zweiten Bergfahrt
knackte auch „Raketen Bruno“ die Minutengrenze und holte sich den Rekord mit 59,66 Sekunden zurück. Brenner und Plasa blieben derweil über der Minutengrenze. Der Schweizer drehte zum Schluss nochmals am Turborad seines Lancia und fixierte den endgültigen Bergrekord bei sensationellen 58,76 Sekunden und über 120 km/h Schnitt. Damit sorget die Spitze des „ALPINE Car Audio Systems Gruppe-H Berg-Cup“ für eine hinreißende Show, zumal Peter Hoßfeld im Allradgetriebenen Turbo-Porsche Carrera 4, Werner Olijnyk, Thomas Ballin, Günter Bohn (alle Mercedes 190 Evo II) sowie Peter Röllinghoff im BMW M3 Sport Evo sich ebenfalls stetig verbesserten. Auch bei den hubraumschwächeren Berg-Cup Tourenwagen wird derzeit Bergrennsport der Spitzenklasse geboten. Reinhard Härtel (Alpine A110) zeigte sich auch an diesem Wochenende in Top-Form. Der Renault-Händler vom Weserdeich beherrschte die Zweiliterklasse vor Werner Fröhlich (BMW 320), Siegfried Rost (VW Golf) und Uli Thomas (Opel Ascona B). Noch schneller als alle Zweiliter war Ralf Kroll unterwegs, der den aufkommenden Golf-Kollegen in der 1,6 Liter-Klasse Michael Weber sicher im Griff hatte. In der 1300er Klasse war lange Spannung angesagt. Gerhard Moser (VW Polo) verblüffte die Klassenkameraden mit Zweiliter-Zeiten, bis es der Bayer übertrieb und an einer Leitplanke aneckte. Franz Weißdorn (VW Polo) erbte so als Gesamt 15. nicht unverdient den Sieg. Allbekannte Sieger sind in der Gruppe G zu vermerken. Rainer Dauber (Opel Calibra G5), Wolf-Dieter Feuerlein (Audi A4, G3) und Rainer Krug (BMW 325i, G2) waren am Ende wieder vorn. Dauber führt nun auch mit 77 Punkten vor Feuerlein (72) den Veedol-Berg-Pokal an. Werner Boelke gewann im Ford Sierra Cosworth die Gruppe N-Wertung, der Einheimische Thomas Opfermann im Renault Clio Williams die Gruppe A. Die schnellste Rennpappe aus dem schon zu DDR-Zeiten legendären Trabant-Lada-Cup trieb Mario Schumann den Berg hinauf.
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