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Am Ende eines ereignisreichen Rennsonntags (04.09.) mit einer ganzen Reihe glücklicherweise völlig verletzungsfrei ablaufender „Hoppalas“ gewann der Feldkirchener Hermann Waldy zum vierten Mal in sechs Jahren sein Heimrennen auf die Simonhöhe, den 9. Lauf zum österreichischen Meisterschaft.
Das Rennen mit der Rekordbeteiligung von 107 Piloten aus acht Ländern wurde noch spannender als nach dem Training prognostiziert, denn Bestzeit im ersten Rennlauf fuhr nicht der Kärntner, sondern der Deutsch-Slowene Alexander Zajelšnik (rechts im Bild) in einem zweisitzigen Osella-BMW-Rennwagen. Waldy schlug im zweiten Lauf zurück und lag vor dem entscheidenden dritten Lauf zwei Zehntel voran. Als Zajelšnik im dritten Lauf dann einen spektakulären Unfall hatte, bei dem er jedoch völlig unverletzt blieb, stand der Gesamtsieg von Waldy bereits fest. Zajelšnik wurde sogar noch von seinem Bruder Patrik (Norma-Mugen V8) ganz knapp auf Platz 3 verdrängt.
Bei den Tourenwagen kam es zum erwarteten Hunderstelsekunden-Duell zwischen dem Süd-Steirer Hans-Peter Laber und dem Saalfeldener Alex Strobl (beide Ford Escort Cosworth). Strobl setzte sich um 0,43 Sekunden durch und verteidigte damit nicht nur seinen Vorjahrssieg mit Erfolg, sondern gewann auf der Simonhöhe bereits zum dritten Mal. Pech hatte der steirische Mitfavorit Erich Edlinger, der schon im ersten Rennlauf mit einer gebrochenen Einspritzdüse am BMW E30-Chevrolet ausfiel. Die steirische Berglegende Felix Pailer (Lancia Delta Integrale) wiederum hatte Probleme mit der Kupplung und froh, auf Platz 3 knapp vor dem Slowenen Milan Bubnič (ebenfalls Lancia) durchzukommen.
Einen Kärntner Doppelsieg gab’s bei den Rennwagen bis 2000 ccm. Hermann Waldys Schwiegersohn, der einseitig beinamputierte Bernhard Gradischnig setzte sich 0,32 sec. vor Hermann Waldy jun. (beide Dallara-Opel) durch, womit der Kampf um die Vizemeisterschaft bei den Rennwagen zwischen den beiden weiter völlig offen bleibt.
In der Meisterschaft der Gruppen A/N konnte sich der Oberösterreicher René Martinek (Honda Civic R) mit dem Sieg in der Gruppe A bis 2000 ccm an der Spitze wieder etwas Luft verschaffen, da sein schärfster Verfolger, der Steirer Stefan Wiedenhofer (Mitsubishi Lancer Evo VI) etwas unerwartet seine erste Saisonniederlage gegen den Linzer Alfred Fischer (Evo VIII) erlitt. Führungswechsel dagegen bei den Spezialtourenwagen, wo Felix Pailer seinen bislang führenden Landsmann Andi Marko an der Spitze ablöste.
Zu einer unangenehmen Affäre kam es leider im zweiten Lauf, als Mike Jelinek nach Auslösen der Zielzeitnehmung einen mächtigen Abgang hatte und dabei nicht nur die Zeitnehmung, sondern auch jede Menge Leitplanken abmontierte, was eine Unterbrechung von über einer Stunde zur Folge hatte. Während der Reparaturarbeiten kam es im Zielbereich zu lebhaften Diskussionen unter den Fahrern über die Sinnhaftigkeit der Maßnahmen und die sich dadurch ergebenden möglichen Gefahren. Hermann Waldy wurde dadurch so aus dem Konzept gebracht, daß er angesichts der Gefahr eines Abbruchs der Veranstaltung die Nerven verlor und sowohl Jelinek als auch einige nicht näher genannte steirische Fahrer einer für Rennfahrer allzu großen Nähe zum Alkohol beschuldigte. Dies erzeugte einen derartigen Aufruhr, dass der zweite Lauf zwar schließlich beendet wurde, aber der dritte nur von einem Bruchteil der Piloten absolviert wurde, hauptsächlich Kärntnern und den ausländischen Gästen.
Die Sache endete schließlich mit einer Anzeige beim OSK-Sportgericht für Waldy, der sich zwei Tage später zwar auf seiner Homepage entschuldigte, aber der Schaden war bereits angerichtet. Der sonst für den militärisch exakt ablaufenden Zeitplan seiner Veranstaltung bekannte Rennleiter Hugo Rom (für die mächtigen Verspätungen sowohl im Warm-up am Sonntag Vormittag - 59 min. wegen der endlos langen Ölspur eines historischen Käfer und 17 min. nach dem Unfall eines slowenischen Alfa 156 - als auch im zweiten Rennlauf - zum Jelinek-Unfall kamen noch 22 min. nach dem Überschlag eines Zastava – konnte er natürlich überhaupt nichts), verkündete im Regionalfernsehen wegen des Waldy-Zwischenfalls schon seinen Rücktritt, ließ sich aber zwei Tage später glücklicherweise umstimmen, nachdem Jelinek und andere Steirer auf Facebook für ihn persönlich eine Ehrenerklärung abgegeben hatten.
Erfreulich für den Veranstalter war ein kurzer Besuch des Kärntner Landeshauptmannes Dörfler, der angesichts des bemerkenswert großen Zuschauerandranges erklärte, daß er auch in Zukunft kein Problem für die Veranstaltung von politischer Seite sehe: „Wenn die Leute die Veranstaltung wollen, hat sich die Politik danach zu richten.“
1. Hermann Waldy (A), Lola-Judd F3000, 1:53, 968 min
2. Patrik Zajelšnik (SLO), Norma-Mugen V8, + 0,196
3. Alexander Zajelšnik (SLO), Osella-BMW, + 0,201
4. Peter Behnke (D), Osella-BMW, + 3,513
5. Marjan Smrdelj (SLO), Lola-Zytec F3000, + 4,419
6. Erich Öppinger (D), Osella-BMW, + 5,523
7. Bernhard Gradischnig (A), Dallara-Opel, + 6,939
8. Hermann Waldy jun. (A), Dallara-Opel, + 7,256
9. Alex Strobl (Slzbg), Ford Escort Cosworth, + 7,447
10. Marietto Nalon (ITA), Lola-Zytec F3000, + 7,504
11. Hans-Peter Laber (A), Ford Escort Cosworth, + 7,876
12. Hubert Galli (A), Dallara IR9-Chevrolet, + 8,386
13. Nicolas Brebsom (LUX), Lola T96/50-Zytec F3000, + 8,797
14. Felix Pailer (A), Lancia Delta Integrale, + 13,516
15. Milan Bubnič (SLO), Lancia Delta Integrale, + 13,753
16. Anton Mandl (A), Opel-Lotus, + 13,935
17. Mike Jelinek (A), Subaru Impreza, + 14,087
18. Mario Benesch (A), Dallara 302-Opel, + 14,604
19. Andi Marko (A), Audi A4 Quattro, + 17,561
20. Michael Auer (A), VW Scirocco, + 17,663 |