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20 Jahre ist es her, dass letztmals Rennwagen vom Bad Liebensteiner Ortsteil Steinbach aus die Südflanke des Rennsteigs erklommen. Bereits zu DDR-Zeiten wurden ab 1974 die Glasbachrennen veranstaltet und der Gruppe H Berg-Cup gab hier nach dem Mauerfall sein erstes Gastspiel im Osten. Nachdem die RSG Altensteiner-Oberland ihr Rennsteig-Bergrennen, wegen eines streiterprobten Privatwaldbesitzers aufgeben musste, entstand die Idee das vergessene Glasbachrennen wieder zu beleben. So machte die RSG aus der Not eine Tugend. In den letzten Monaten wurde die Strecke neu asphaltiert, Leitplanken montiert und sogar Leerrohre mit Kabeln für Zeitnahme, Beschallung und Rennlenkung unter die Erde gebracht. Das ehrgeizige Projekt lässt in diesem Jahr eine Streckenlänge von 2,2 km zu, ab 2012 sollen dann 5,5 km, und somit Deutschlands längste Bergrennstrecke zur Verfügung stehen. Wie es Initiator Markus Malsch geschafft hat bereits zur Erstlingsveranstaltung, mit dem Hillclimb Cup und der Challenge zwei FiA-Prädikate einzuheimsen, ist wohl seinem großen Engagement zuzuschreiben. Die 110 Fahrer hatten anfangs großen Respekt vor der anspruchsvollen, unbekannten Strecke, die mit ihren beidseitigen Leitplanken einer Bobbahn nahe kommt.
Im Training wurden zahlreiche Ausrutscher registriert. Am heftigsten traf es Holger Hovemann bereits im ersten Probelauf, der seinen Opel Kadett C 16V bei Posten 7 über die Schulter warf und die Saison wohl vorzeitig beenden muss. Somit endet die siebenjährige Siegesserie des Oderwälders im KW Berg-Cup und ein neuer Gesamt- und Division II-Sieger wird gesucht! Nach vier Trainingsläufen war der Rhöner Sebastian Schmitt (Opel Kadett C 16V) schnellster Gruppe H-Pilot. In der Gesamtwertung lautete die Reihung Milan Svoboda und Reto Meisel vor Uwe Lang.
Der Renntag begann wie so oft in diesem Jahr mit einem Regenschauer und folglich einer nassen Strecke. Erneut mussten die Bergspezialisten aus fünf Nationen bei null anfangen. Der Tscheche Dan Michl, im auf einem Speedster basierenden Opel Michl 2.8 V8, fuhr nur fünf Sekunden langsamer als am sonnigen Trainingstag und ging überraschend in Führung, zwei Sekunden vor Reto Meisel (Mercedes RM1 V8) und Georg Olbrich im 2 Liter Osella Sportwagen sowie Bergmeister Uwe Lang, der nach seinem Crash von Osnabrück den Osella BMW rechtzeitig wieder auf die Räder stellte. Ab dem zweiten von vier Durchgängen war die Piste vollständig abgetrocknet und der Trainingsschnellste Milan Svoboda im Lola Zytekt F3000 (Foto oben) sprang mit einer Top-Zeit von 52,484 Sekunden vom fünften auf den ersten Platz. Der Mann vom Tschechischen National Team wurde seiner Favoritenrolle gerecht und steigerte sich auf die Rekordmarke von 52,196 Sekunden, die wohl für die Ewigkeit ist, da ja im kommenden Jahr die längere Strecke befahren wird. Hinter Svoboda wurden im Rennverlauf munter die Positionen gewechselt. Michl rutschte nach und nach auf Rang vier ab, und Uwe Lang verdrängte Reto Meisel auf Position drei.
Dennoch kann Lang mit dem Wochenende in Thüringen nicht zufrieden sein. Da die Mindeststarterzahl bei den Rennwagen nicht erreicht wurde, konnten keine DM-Punkte vergeben werden. Bei nur einem Streichresultat, laut DM Reglement, hat Lang mit der Nichtteilnahme von Eschdorf bereits zwei Streicher auf dem Konto. Somit führt in der Meisterschaft weiter Thomas Rössler mit vier Punkten Vorsprung. Im DMSB Bergpokal der Rennwagen gab es wenigstens halbe Punkte, was jedoch nichts an der deutlichen Tabellenführung für das Formel 3-Team um Thomas Rössler, vor Georg Olbrich änderte. In der Berg-DM der Tourenwagen ist Reto Meisel seine dritte Bergmeisterschaft nicht mehr zu nehmen. Spannung herrscht hingegen im Bergpokal der Tourenwagen, wo die Gruppe H-Piloten Dieter Rottenberger und Björn Wiebe die Tabelle anführen. Berücksichtigt man das Streichresultat steht der Pfälzer Jochen Stoll im Gruppe N Peugeot 306 S 16 auf Rang, nach seinem erneuten Klassensieg am Glasbach, in aussichtsreicher Position. Gebongt ist bereits der Sieger des DMSB Classic-Bergpokals mit Passat-Pilot Andreas Gmeinder, der sich in Steinbach Gaststarter Joachim Escher im VW Golf 1 geschlagen geben musste.
Im KW Berg-Cup bis 2000 ccm Hubraum siegte wie eine Woche zuvor in Oberhallau Sebastian Schmitt mit Gerent-Power, vor Dirk Preisser und Dieter Rottenberger. In der Klasse bis 1150 ccm ging der Klassensieg nach harten Kampf mit Thomas Stelberg (VW Polo 16V) an Bernd Deutsch (Audi 50). Bis 1300 ccm wurde Markus Spöri (Suzuki Swift 4WD) auf den letzten Metern noch von Armin Ebenhöh (VW Polo 16V) verdrängt. Andre Stelberg (VW Polo 16V) auf Rang drei, konnte Franz Weissdorn in Schach halten. Bis 1600 ccm fuhr der Vorarlberger Hans Paulitsch klar die besten Zeiten und siegte deutlich vor Tobias Auchter (Opel Corsa). Stefan Faulhaber (Opel Kadett C) lag nach dem ersten Lauf auf feuchter Strecke noch in Führung. In der Klasse über 2000 ccm ließ Markus Wüstefeld (AMG Mercedes 190 Evo II) dem Salzburger Bernhard Permetinger (BMW M3 E30) keine Chance.
Im NSU-Bergpokal gewann Jörg Davidovic und profitierte dabei im ersten Lauf von Unterbrechungen. Der Mann von der Bergstraße (musste) durfte drei Mal neu ansetzten und konnte so zuvor das nasse Geläuf etwas ausloten. Steffen Hofmann war zwar zum Rennende hin klar schneller als Davidovic, doch zum Sprung auf den Platz an der Sonne reichte es nicht mehr. Thomas Krystofiak in der 1200er Limousine überzeugte erneut auf Rang drei. Uwe Schindler fiel nach einem Leitplankenkontakt im zweiten Lauf von Rang zwei auf den letzten Rang zurück.
Bereits am kommenden Wochenende steht der Bergklassiker von Unterfranken ins Haus. 198 Fahrerinnen und Fahrer haben gemeldet und werden das Örtchen Eichenbühl bei Miltenberg bevölkern.
1. Milan Svoboda (CZ), Lola T96/50 Zytek F3000, 3:40.187
2. Uwe Lang, Osella PA 20S BMW, 3:43.005
3. Reto Meisel (CH), Mercedes 190 Judd V8, 3:44.988
4. Dan Michl (CZ), Opel Michl 2.8 V8, 3:46.536
5. Georg Olbrich, Osella PA 21P Honda, 3:51.272
6. Thomas Rössler, Dallara 305/07 Opel F3, 3:56.610
7. Sebastian Schmitt, Opel Kadett C 16V, 4:01.005
8. Dirk Preisser, Opel Kadett C 16V, 4:03.429
9. Norbert Handa, Lancia Delta Integrale, 4:03.646
10. Dieter Rottenberger, BMW 318i STW, 4:04.053
11. Roman Sonderbauer, Opel Kadett C 16V, 4:05.868
12. Lubor Novy (CZ), Dallara 302 F3, 4:06.458
13. Hans-Peter Eller, VW Scirocco 16V, 4:06.746
14. Marco Fink, BMW 320i WTCC, 4:07.178
15. Vladimir Vitver (CZ), Lotus 2.0 WR, 4:07.789
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