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Report CIVIDALE-CASTELMONTE (I): Dämpfer für den Meister PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Werner Schneider   
Donnerstag, den 14. Oktober 2010 um 15:02 Uhr

Nicht weniger als 213 Piloten standen eine Woche nach Mickhausen beim Finale zur österreichischen und slowenischen Bergmeisterschaft in Cividale del Friuli am Start. Die 6,6 km lange Strecke, die abwechselnd aus schnellen Passagen und Kombinationen aus mehreren engen Haarnadel-Kurven besteht, aber auch einen mächtigen Sprung (wer Mut hat 10 – 15 Meter) und eine sehr steile, mehrere hundert Meter lange Bergab-Passage mit einer Schikane in der Senke beinhaltet, war auf einigen Abschnitten halbseitig neu asphaltiert worden und in bestem Zustand. Was die österreichische Besetzung betrifft, war sie erwartungsgemäß wesentlich besser als eine Woche zuvor in Mickhausen. Hatten sich am Rennen in Schwaben noch 22 beteiligt, so waren es hier gleich 48, was angesichts der unterschiedlichen Strecken-Charakteristik aber niemanden verwunderte. Vor allem die zahlreichen Historischen verweigern sich ja konsequent einem Auftritt in Deutschland und sprechen nur herablassend von einer „Micky-Maus-Strecke“.

Bei durchgehend strahlend sonnigem Wetter fiel die letzte offene Entscheidung in der ÖM ohne Dramen. Didi Holzer brauchte als einziger Österreicher in der Gruppe N-Klasse über 2000 ccm ja nur ins Ziel zu kommen, um sich nach dem österreichischem Reglement zum Meister zu krönen, da konnte Honda-Pilot René Martinek in der Klasse A/2000 noch so viel schneller sein. Der Ausschluss wegen der illegalen Bremsscheiben vom Slovakia-Matador-Rennen im Juli arbeitete gegen ihn.

 
Organisatorisch war die Veranstaltung auf dem gleichen Niveau wie Mickhausen, als Besonderheit hatte man diesmal sogar eine eigene Leitplanken-Reparatur-Einheit mit schwerem Gerät, die mehrmals ausrückte, aber die Unterbrechungen auf ein Minimum beschränkte. Spektakulärster Grund auszurücken war zweifellos der Unfall des österreichischen Rennwagenmeisters Andi Stollnberger, der im ersten Rennlauf im letzten Fünftel der Strecke nach einem schnellen Linksknick in einen Leitplanken-Steher einhakte, diesen komplett ausriß und sich praktisch aus dem Stand überschlug. Der Opel-Lotus wurde dabei wohl völlig zerstört, da auch Teile der Bodengruppe abbrachen, aber Stollnberger selbst blieb mit Ausnahme von Prellungen und einem schweren Schock unverletzt.

In der Gesamtwertung endete das Rennen mit einer ausgemachten Sensation. Nicht Franco Cinelli, Sieger der letzten beiden Jahre in seinem schwarzen Lola-Zytec F3000 lag am Ende vorne, sondern Ex-Europameister Denny Zardo (unser Foto oben). Was insofern außergewöhnlich war, als er keinen F3000, sondern einen vollverkleideten einsitzigen Rennwagen der italienischen Firma Gloria pilotierte, der lediglich von einem 1400er-Suzuki Hayabusa-Motor angetrieben wurde. So nebenbei verbesserte Zardo auch Cinellis Streckenrekord um rund 5,5 Sekunden.
Hinter Cinelli kam ein anderer weit über die italienischen Grenzen hinaus bekannter Pilot auf Platz 3: Niemand anderer als Europameister Simone Faggioli (unser Foto unten). Der fuhr jedoch nicht seinen gewohnten Osella FA30-Zytec, sondern testete eine Weiterentwicklung des bekannten Osella PA21 nach dem im Vergleich zu den E2-SC-Sportwagen stark eingeschränkten CN-Reglement, bestückt mit einem Zweiliter-Honda-Motor. Es zwar zweifellos seine fahrerische Klasse, die diesen Platz zu allererst ermöglichte.

Gesamtresulat:
1. Denny Zardo (I), Gloria C810P-Suzuki E2-SS, 6:23,01
2. Franco Cinelli (I), Lola B99/50-Zytec F3000, + 6,77
3. Simone Faggioli (I), Osella PA21 Evo-Honda CN, + 15,06
4. Stefano Gazziero (I), Reynard K02-Zytec F3000, + 21,52
5. Tiziano Ferrais (I), Ferrais CH2-Alfa Romeo E2-SC, + 22,02
6. Fulvio Giuliani (I), Lancia Delta Integrale E1, + 42,31
7. Gianni di Fant (I), Porsche 997 GT3, + 44,68
8. Andi Marko (A), Audi A4 Quattro E1, + 45,60
9. Federico Liber (I), Gloria-Yamaha E2-SS, + 51,11
10. Felix Pailer (A), Lancia Delta Integrale E1, + 51,71
11. Franco Perini (I),Alfa Romeo 155 E1, + 52,30
12. Fausto Chiappo (A), Ford Focus WRC, + 52,45
13. Marietto Nalon (I), Lola B96/50-Zytec F3000, + 55,21
14. Uberto Bonucci (I), Osella PA9-BMW Hist., + 58,17
15. Roland Eder (A), VW Golf I E1, + 1:06,98
16. Anton Mandl (A), Reynard-Opel-Lotus E2-SS, + 1:11,97
17. Rupert Schwaiger (A), Porsche 911 Turbo E1, + 1:12,56
18. „Romy“ (I), Honda Civic R Gr. A, + 1:17,59
19. Morris Gradina (I), Renault Clio Williams E3A, + 1:19,95
20. Massimo Guerra (I), Porsche Carrera RS Hist., + 1:22,89

Berg-ÖM-Endstände:
Gr. A/N: 1. Didi Holzer 249, 2. Rene Martinek 230, 3. Kurt Ritzberger 130,5
Gr. E1: 1. Andi Marko 249, 2. Felix Pailer 185, 3. Gernot Chlupacek 109
Gr. E2: 1. Andi Stollnberger 183, 2. Jaroslav Krajči 147, 3. Anton Mandl 115,5
 
 

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