|

Nach zehnjähriger Abstinenz ist das Bergrennen von Holtz (26.09.2010) unmittelbar an der Luxemburgisch-Belgischen Grenze wieder zurück im internationalen Bergrennzirkus. Der Neuanfang durch die Ecurie Tetelbierg war etwas verhalten, denn zu den drei Rennläufen am Sonntagnachmittag ab 14 Uhr traten lediglich 39 Piloten an. Nach Absagen im Vorfeld und Ausrutschern im Morgen in den Trainingsläufen sahen die wenigen Zuschauer jedoch in der Spitze ein spannendes Rennen. Den ganzen Tag sorgte Nieselregen für eine konstant feuchte Strecke. Die 2.520 m lange Strecke von Petit Nobressard hinauf nach Holtz kann bei trockenen Verhältnissen als hervorragend bezeichnet werden. Die Straße ist breit, der Asphalt ist so gut wie neu und die Streckenführung ist sehr flüssig nur unterbrochen von drei, vier engeren Kurven. Im nassen war der Streckenbelag doch sehr rutschig.
Glück im Unglück hatte Guy Demuth, der unbedingt eine Zielankunft zum Gewinn der Luxemburger Bergmeisterschaft 2010 benötigte. Bei den Vorbereitungen am Morgen, ließ sich Demuths G-Force Mugen F3000 nicht starten. Nach langer Suche wurde die Benzinpumpe als Ursache ausgemacht, doch einen Ersatzpumpe war nicht aufzutreiben. Glücklicher Weise stand der in Abreschviller stark beschädigte Lola Formel 3000 erstmals wieder am Start und Teamkollege Tommy Rollinger sollte eigentlich sein Formel 3000 Debüt geben. Mit dem Einverständnis der ACL-Sportkommissare durfte Demuth in den „Ersatzwagen“ wechseln. Rang vier reichte Guy Demuth zum Gewinn der dritten Landesmeisterschaft am Berg nach 2005 und 2007. Das Duell des Tages um den Gesamtsieg lieferten sich jedoch zwei junge Nachwuchstalente. Auf regennasser Piste gewann der 23jährige Belgische Newcomer Jelle de Coninick im Norma BMW CN (unser Foto oben) sein erstes Bergrennen im Großherzogtum vor dem neuen Luxemburger Hoffnungsträger David Hauser im Dallara Mercedes F3. Der Sohn des mehrfachen Luxemburger Champion und Streckenrekordhalters von Homburg, Christian Hauser, ging im ersten Rennlauf (1:15,459) sehr beherzt ans Werk und übernahm sogleich die Gesamtführung. Da der schnellste Einzellauf den Sieg bringt, blieb es bis zum Schluss spannend. De Coninck konterte im zweiten Durchgang mit 1:14,797, nach der eher Verhaltenen Zeit von 1:17,868 aus dem ersten Lauf. Hauser Junior ging keine unnötiges Risiko ein, blieb zum Abschluss auf Regenreifen und fuhr dennoch zur persönlichen Tagesbestzeit von 1:14,259. De Coninck, mit dem wesentlich stärken 3 Liter Triebwerk im Sportprototyp vermochte weiter zuzulegen und siegte mit der Bestzeit von 1:13,614. Mit Rang zwei setzte David Hauser, nach seinem vierten Platz von Eschdorf, bei seinem zweiten Bergrennen ein weiteres Achtungszeichen. Für die kommende Saison plant das Hauser Team vermehrt Bergrennen zu fahren. Gegen die beiden „jungen Wilden“ hatte frisch gebackene Belgische Bergmeister Jacques Marchal (Norma M20 BMW CN) auf Rang drei, nicht viel entgegen zu setzten.
Vor allem in der Tourenwagen-Wertung wollten einige belgischen Piloten ihr Punktekonto in ihrer Landesmeisterschaft aufbessern. Belgische Fahrer können bei Auslandsrennen zusätzliche Zähler sammeln und so war das Duell Gaetan Hayot (VW Lehmann Golf 16V) gegen Christophe Le Nouvel (Citroen AX GTI) von besonderer Bedeutung. Hayot krachte im ersten Lauf in die Leitplanken und schied aus (unser Foto unten). Le Nouvel landete nach beherzten Fahrten, als schnellster Tourenwagenpilot auf Rang 11 der Gesamtwertung und ist somit Belgischer Bergmeister der Tourenwagen 2010.
Link zum TV-Bericht von RTL: http://sport.rtl.lu/news/aktualiteit/80347.html
Gesamtresultat:
1. Jelle de Coninck (B) Norma M20 BMW 3.0 CN, 1:13,614
2. David Hauser (L) Dallara F305/7 Mercedes F3, 1:14,259
3. Jacques Marchal (B) Norma M20 BMW 3.0 CN, 1:16,711
4. Guy Demuth (L) Lola B02/50 Zytek F3000, 1:17,885
5. Emmanuel Gonay (B) Ligier JS 49 2.0 CN, 1:19,235
6. Georges Hubert (B) Norma M20 BMW 3.0 CN, 1:20,895
7. Leon Linden (L) Dallara 304 Opel F3, 1:21,741
8. Gilles Saintmard (B) Dallara 393 Opel F3, 1:23,616
9. Etienne Debarre (F) Tatuus F. Renault 2.0, 1:25,221
10. Anthony Loeuilleux (F) Tatuus F.Renault 2.0, 1:25,264
11. Christophe Le Nouvel (B) Citroen AX GTI, 1:28,602
12. Yves Kremer (L) Subaru Impreza GT, 1:29,757
13. Charles Lambert (B) PRM Fun Boost CM, 1:29,861
14. Hugo Arellano (L) Fiat 500 Abarth, 1:30,559
15. Michel Kerchove (B) Peugeot 406 Mi 16 STW, 1:30,675 |