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Report UNTERFRANKEN (D): Der verschenkte Gesamtsieg PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Thomas Bubel   
Montag, den 13. September 2010 um 11:59 Uhr

Vor dem großen Bergfinale von Mickhausen Anfang Oktober sind nur noch wenige Titelentscheidungen in den verschiedenen Meisterschaften und Cups offen. Bei prächtigem Spätsommerwetter wurden weitere Meister gekürt. Zu seinem 50. Clubjubiläum lieferte die Truppe des GAMSC Würzburg eine überaus gelungene Veranstaltung ab. Daran konnte auch eine technische Panne zur Mittagszeit nichts ändern, bei der fast eineinhalb Stunden drauf gingen. Kurzer Hand wurde die Mittagspause mit der Verpflegung der Sportwarte und das Showprogramm vorgezogen sowie eine Rückführung gestrichen und schon lag man wieder im Zeitplan. Die drei geplanten Wertungsläufe konnten so durchgezogen werden.

Am Trainingstag überzeugte Sportwagen-Pilot Marcel Steiner mit drei Laufbestzeiten. Im Tourenwagenbereich ließ Klaus Hoffmann bei einem Debüt im Opel Astra V8 DTM aufhorchen. Der Kitzinger verpasse nur um 37/100 Sekunden die Trainingsbestzeit hinter Markenkollege Norbert Brenner, der am Renntag wie auch Herbert Stolz aber einen Zahn zulegte. Beim Versuch an Brenner und Stolz dran zu bleiben drehte sich Hoffmann im zweiten Rennlauf bei Posten 5 in die Böschung, wobei glücklicherweise der Schaden am Coupé gering blieb.

Mit einem glücklichen Gesamtsieg sicherte sich zum zweiten Mal nach 2007 Uwe Lang den Titel bei den Rennsportfahrzeugen und zugleich den Sportwagen-Bergcup. Nach zwei Auffahrten hatte noch der Schweizer Marcel Steiner die Spoilerlippe seines Martini BMW CN vorne und warf den Sieg beim Finallauf in den Graben. Bei seinem siebten Rennwochenende in Folge fehlte dem angehenden Schweizer Champion wohl etwas die Konzentration, zumal die Wunderwaffe a la Osella FA 30 wegen des Deutschen Reglements nicht eingesetzt werden durfte und sich Steiner umstellen musste. Beim FiA-Prädikatslauf von Mickhausen wird Steiner seinen flotten Italiener den Deutschen Fans jedoch zeigen.

Im Duell der schnellsten Formel 3 Vertreter schaffte Frank Debruyne (Dallara Fiat) den lang ersehnten Sieg über Thomas Rössler (Dallara Opel), der bereits seit dem letzten DM-Lauf in Osnabrück als DMSB-Bergpokalsieger feststand. Mit Gesamtrang zwei sprang für Debruyne so nebenbei die beste Platzierung seiner Karriere heraus.

Mit Norbert Brenner im Opel Astra V8 DTM stand seit langem wieder einmal ein Tourenwagenpilot auf dem Podium. Der siebenfache Bergmeister verwaltete das im ersten Lauf herausgefahrene Polster auf Herbert Stolz (Porsche 935 II). Da DM-Leader Norbert Handa mit einem Kurbelwellenschaden am Lancia Delta Evo III nicht am Rennen teilnehmen konnte, kann die Krönung des Meisters erst in Mickhausen vollzogen werden. Da Brenner anderweitige Verpflichtungen hat sollte Handa in drei Wochen das Ziel sehen um seinen zweite Meisterschaft nach 2002 doch noch einzufahren. Falls nicht, stünde Herbert Stolz Gewehr bei Fuß.

 In der kleinen Sportwagenklasse bis 2000 ccm richteten sich die Objektive auf das Duell zwischen Georg Olbrich (Osella PA 21 Honda) und dem Vorarlberger Arno Bereiter (PRC Honda). Der Deutsche hatte im Training die Nase vorne, lag aber nach dem ersten Rennlauf 83/100 hinter Bereiter zurück. Am Ende hieß der Sieger dennoch Georg Olbrich, der sich nach Bereiters haarigen Ausritts ausgangs der Honda-Kurve noch zeitlich steigerte und sich den Klassensieg redlich verdiente. Dino Gebhard, Bernd Letmade (beide Norma Honda) und Peter Amann (PRC Honda) hatten Olbrich nur wenig entgegen zu setzen.

Als siebter der Tageswertung überzeugte erneut Holger Hovemann im Opel Kadett C 16V auf der ganzen Linie und gewann als schnellster Gruppe H Fahrer zum sage und schreibe siebten Jahr in Folge die Gesamtwertung des KW Berg-Cup. Am Saisonende könnte sogar noch der DMSB Bergpokal der Tourenwagen dazu kommen, hier hat Ex-Bergmeister Dieter Rottenberger im BMW 318is STW noch Chancen. Der Mann aus der Rhön gewann das Rennen in zwei Liter Klasse um Rang zwei hinter Hovemann knapp vor Ralf Kroll (VW Golf 16V) und Hansi Eller im VW Scirocco 16V der ersten Baureihe. Hinter Dirk Preisser (Opel Kadett C 16V) auf Rang fünf, lagen Roman Sonderbauer, Andre Wiebe, Sebastian Schmitt und Günter Göser (9.) innerhalb einer halben Sekunde. Als elfter gewann Michael Rauch (Opel Kadett C) die KW-8V-Trophy der Division II klar vor Norbert Wimmer, der nach dem Crash von Oberhallau mit der BMW M3 Karosse von Bruder Norbert, inklusive eigenem BMW 8V-Triebwerk, antrat.

In der kleinen Division des Cups bleibt es weiter Spannend. Leader Armin Ebenhöh (im Team mit Wolfgang Glas) traf im Training ein Motorschaden am VW Polo 1.3 16V und hat nun Schwiegervater Franz Weissdorn im Nacken, der am Renntag Manfred Konrad (VW Corrado 1.3) unterlag. Hinter dem dritten Klaus Bernert (VW Polo 16V) meldete sich Jürgen Gehrig (VW Polo 16V) mit einer Top-Leistung zurück. Der Moosbrunner hofft nun die Motorradzylinderkopftechnik endlich im Griff zu haben. Die 8V-Subwertung gewann erneut Helmut Götzl (VW Polo) vor Junior Stefan Müller, Thomas Kohler und Jörg Smyrek.

In der Klasse bis 1150 ccm erlebte Tobias Klimsa ein Wochenende zum vergessen. Erst streikte auf der Anreise aus Norddeutschland das Wohnmobil, dann rollte ihm ein Stützrad über den Fuß und dann musste der Divisionssieger aus dem Vorjahr wegen technischer Probleme am VW Polo vorzeitig aufladen. So hießen die Klassensieger diesmal Bernd Deutsch (Schneider Audi 50), Uwe Werner (Ford Fiesta) und Lokalmatador Rolf Rauch im Fiat 128 Coupé. Rauchs Chef Franz Koob, der sich in Homburg überschlug, hat seinen 128er wieder soweit aufgebaut und plant für Mickhausen.

In der Gruppe H bis 1600 ccm ahnte Helmut Maier (VW Spiess Golf 16V) bereits am Freitagabend beim studieren der Starterliste nichts Gutes. Hans Paulitsch dominierte wie erwartet mit seinen VW Scirocco 16V das elf Fahrer umfassende Feld. Nach dem ersten Durchgang lag zudem Tobias Auchter (Opel Corsa GSi 16V) vor Maier. Doch der Passauer spielte seine ganze Routine aus und rettete Rang zwei, runde vier Sekunden hinter Paulitsch.

Endlich war wieder mal die einstige Königsklasse Gruppe H über 2000 ccm Hubraum zahlenmäßig gut besetzt. Markus Wüstefeld mit seinem wunderschön dekorierten ex-DTM Mercedes 190 Klasse 1 war diesmal nicht zu schlagen. Der Duderstädter hatte für Konkurrent Christian Leutheuser und seinen BMW M3 GT im VLN-Rundstreckentrimm eigens Bergsliks mitgebracht, der so den Salzburger Bernhard Permetinger (BMW M3 E30) recht gut in Schach halten konnte.

Den zum zweiten Mal ausgeschriebenen DMSB-Classic-Bergpokal sicherte sich vorzeitig Jürgen Fechter (VW Golf 1). Für den Hessen wird so einen unglaublicher Traum Wahrheit. Sieger der Classic-Fraktion wurde Tim Fröhlich im URD BMW C3-Sportwagen. Wie immer sorgten die 16 Starter des NSU-Bergpokals für den größten Unterhaltungswert. Uwe Schindler rutsche im ersten Rennlauf in der Zielkurve in den Graben, konnte jedoch zu den restlichen Läufen wieder antreten und rettete damit einige Punkte. So oder so hatte Schindler an diesem Tag keine Chance gegen Steffen Hofmann gehabt, der nach drei Läufen auf den Rest des Feldes fast neun Sekunde herausfuhr. Jochen Schittenhelm fiel nach einem Dreher im zweiten Lauf aus der Spitzengruppe heraus. Dafür gelangen Jörg Davidovic mit Rang zwei, Thomas Krystofiak (NSU-Limousine) auf Rang drei und Nicola Höllerich (4.) die besten Platzierungen der laufenden Saison.

Weiter Sieger hießen: Ludger Dreyfürst (Mitsubishi / Gruppe G), Tim Verhoeven (Citroen / Klasse N/F/CTC bis 1400 ccm), Harald Ludwig (BMW M3 / Gruppe N/F/CTC), Bernd Deutsch (VW Polo 8V / Gruppe H bis 1150 ccm), Martin Bürki (VW Polo / FS/E1 bis 1600 ccm), Andreas Greppmeier (Opel Kadett C / FS/E1 bis 2000 ccm), Uwe Kaufel (PRC VW / E2/C3).


Gesamtresulat:
1. Uwe Lang (Osella BMW 3.0 E2-CN), 3:44,986
2. Frank Debruyne (Dallara Fiat F3 Gr. E2), 3:56,709
3. Norbert Brenner (Opel Astra V8 DTM Gr.E1), 3:54,838
4. Thomas Rössler (Dallara Opel F3), 3:57,609
5. Herbert Stolz (A/Porsche 935 II Gr.E1), 3:57,964
6. Georg Olbrich (Osella Honda 2.0 E2-CN) 3:58,007
7. Holger Hovemann (Opel Kadett C 16V Gr. H) 4:10,392
8. Markus Wüstefeld (Mercedes 190 Evo II Gr.H) 4:10,734
9. Urs Müller (CH/Argo Alfa Romeo 3.0 E2-CN) 4:11,451
10. Dieter Rottenberger (BMW 318is STW Gr.H) 4:13,151
11. Ralf Kroll (VW Golf 2.0 16V Gr.H) 4:13,537
12. Hans-Peter Eller (VW Scirocco 2.0 16V Gr.H) 4:13,638

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