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Report OSNABRÜCK (D): Luxemburger Sieg im Norden PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Thomas Bubel   
Montag, den 23. August 2010 um 12:10 Uhr

Die im Norden der Republik nicht gerade mit Motorsport verwöhnten Fans strömten wieder in Massen an den Uphöfer Berg. Doch so viele Zuschauer wie in den vergangen Jahren gekommen waren fanden diesmal nicht den Weg in die Borgloher Schweiz. Die Terminkollision mit dem DTM-Rennen in Zandvoort war wohl die Ursache. 170 Nennungen machten den MSC Osnabrück bereits im Vorfeld mehr als zufrieden. Am Renntag mussten die Akteure „Überstunden“ machen, denn einige Entscheidungen fielen erst kurz nach 18 Uhr 30. Mit dem Start zum vierten Lauf gegen 17 Uhr hatten vor allem Franz Weissdorn (VW Polo 1300 ccm) und Thomas Rössler im Formel 3 die Gelegenheit ihren Kampf um Hundertstel noch für sich zu endscheinen. Dazu jedoch später mehr. Viele Fahrer waren, angesichts der drohenden Gewitterwolken und der fortgeschrittenen Stunde der Meinung, die Verantwortlichen hatten es bei drei Weitungsläufen belassen sollen. Zudem waren die meisten Zuschauer zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Heimweg. Doch dies war nur ein kleiner Schönheitsfehler des bestens organisierten „norddeutschen Bergfests“.

Nach der Tragödie um die Galionsfigur des Bergrennsports Lionel Regal stieg Guy Demuth, der zu Saisonbeginn einen schweren Unfall unverletzt überstand, „mit einem komischen Gefühl“ in seinen G-Force Formel 3000, doch die Routine des zweifachen Luxemburger Meisters machte die Trainingsbestzeit möglich. Einziger ernst zu nehmender Gegner am Renntag war Uwe Lang im Dreiliter Osella Sportwagen. Nach einem ausgeglichenen ersten Lauf, fuhr Demuth nah an den Streckenrekord (55,274 min, Weidinger, 2009) heran und sorgte zur Halbzeit für eine Vorendscheidung. Lang versuchte zu kontern, hatte am Ende jedoch 1,5 Sekunden Rückstand auf Demuth. Für den Schweinfurter war die Niederlage jedoch kein Beinbruch, trotzdem gab es maximale DM-Punkte. Der einzige, der Uwe Lang nun noch seine zweite Bergmeisterschaft streitig machen kann ist Formel 3-Vertreter Thomas Rössler. Im Spannenden Duell um Rang drei setzte sich letztlich der Teamchef der gleichnamigen ATS-F3 Cup-Truppe im Dallara Opel F3 gegen Georg Olbrich (Osella Honda CN) durch und sicherte sich vorzeitig nach 2001 zum zweiten Mal den DMSB Bergpokal für Rennsportfahrzeuge.

In der Tourenwagenmeisterschaft schnappten die Gaststarter Norbert Brenner (Opel Astra V8) und Daniel Schrey (Dodge Viper GTS-R) dem Führungsduo Norbert Handa (Lancia Delta) und Herbert Stolz (Porsche 935II) die Punkte weg. Handas Vorsprung ist jedoch so groß, dass der Franke in drei Wochen in Unterfranken den Sack zumachen kann. Der Innsbrucker Herbert Stolz, in Osnabrück deutlich von Brenner bezwungen, muss da schon auf grobe Fehler Handas hoffen.

Im KW Berg-Cup, wo Holger Hovemann (Opel Kadett C) mit seinem Klassensieg bis 2 Liter wieder die Gesamtführung übernommen hat, feierte der amtierende Deutsche Slalom und Rennslalommeister Lars Heisel (Opel C.Böhm Kadett C 16V) ein glanzvollen Einstand am Berg mit Rang fünf in der „Königsklasse“. Der Student und Lokalmatador fand auf Anhieb den Anschluss an die Spitze und mischte im Kampf um Rang zwei mit. Den errang am Ende, nach Positionswechseln mit Dieter Rottenberger (BMW 318is STW), der Allgäuer Hansi Eller im VW Minichberger Scirocco 16V. Dirk Preisser (Opel Frank Kadett C 16V) hätte im letzten Lauf fast Rottenberger noch vom Podium gestoßen. Auf der schnellen Strecke von Borgloh war diesmal Norbert Wimmer (BMW 2002 8V) nicht ganz in Spitze zu finden. Mit Klassenrang 8 war der Bayer jedoch unangefochten schnellster der KW 8V-Trophy der Division II.

In der Gruppe H bis 1600 ccm machte Gaststarter Thomas Klingelberger (VW Polo JWRC Kit-Car) den ersten Klassensieg von Cup-Neueinsteiger Tobias Auchter (Opel Corsa A GSi) zu Nichte, der sich seinerseits hauchdünn gegen Manfred Lewe (VW Brügge Golf 20V) und Helmut Maier (VW Spiess Golf 16V) durchsetzte. Pech hatte Homburg-Sieger Rainer Koresch (Ford Escort), der einmal durch den Graben schrammte und sich im dritten Lauf drehte.

Bis 1300 ccm siegte erstmals Manfred Konrad im hubraumreduzierten VW Corrado 16V hauchdünn vor Franz Weissdorn, der sich mit einem Schnitzer im zweiten Lauf selbst unter Druck setzte. Mit Rang drei behauptete Weissdorns Schwiegersohn Armin Ebenhöh (mit Teampartner Wolfgang Glas) die Spitze in der kleinen Berg-Cup Division. In der 8V-Wertung hatte Cup-Pilot Helmut Götzl (VW Polo) knapp das Nachsehen gehen den Markenkollegen und Gaststarter Frank Lohmann. In der Klasse bis 1150 ccm fuhr Tobias Klimsa (VW Schneider Polo) dem Rest des Feldes auf und davon. Für Stefanie Deutsch mit Klimsas Ersatzmotor im VW Polo reichte es prompt zu Rang zwei.

Die weiteren Gruppensieger hießen: Steffen Hofmann (NSU-Bergpokal), Wilhelm Vinke (Opel Kadett B / CTC), Michael Starke (Porsche 996 / Gruppe G), Ulli Packeisen (BMW 320 WTCC / Gruppe A), Andreas von der Haar (Seat Ibiza Cupra 2 / Gruppe N/F), Uwe Kaufel (PRC VW / Gruppe E2/C3).

Gesamtwertung:
1.Guy Demuth (L) G-Force Mugen F3000, 3:44,576
2.Uwe Lang, Osella BMW 3.0 CN, 3:46,172
3.Thomas Rössler, Dallara Opel F3, 4:02,993
4.Georg Olbrich, Osella Honda 2.0 CN, 4:03,050
5.Norbert Brenner, Opel Astra V8 DTM, 4:07,816
6.Herbert Stolz (A), Porsche 935 II, 4:11,614
7.Daniel Schrey, Dodge Viper GTS-R, 4:14,122
8.Holger Hovemann, Opel Kadett C 16V, 4:14,304
9.Urs Müller (CH), Argo Alfa Romeo 3.0 CN, 4:15,976
10.Norbert Handa, Lancia Delta Evo III, 4:17,489
11.Hans-Peter Eller, VW Scirocco 16V, 4:18,654
12.Dieter Rottenberger, BMW 318is STW, 4:19,219
13.Dirk Preisser, Opel Kadett C 16V, 4:19.806
14.Lars Heisel, Opel Kadett C 16V, 4:20,460
15.Harald Aring, Reynard Opel Lotus, 4:21,203
16.Bernd Letmade, Norma Honda 2.0 CN, 4:22,117
17.Markus Wüstefeld, Mercedes 190 Evo II, 4:23,168

 

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