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Nachdem der Trainingstag bei herrlichem Sonnenschein wie am Schnürchen ablief und vier Mal die 4,2 km lange Rhönhofstraße befahren werden konnte, zeigte sich die Hochrhön wieder einmal von ihrer launischen Seite. Wetterkapriolen und ein übler Unfall von Gruppe G-Pilot Robert Meiers, bei dem anschließend rund 15 Meter Leitschienen vom Bautrupp des MSC Rhön in rekordverdächtiger Zeit ersetzt wurden, ließen keinen dritten Wertungslauf am Sonntag zu. Der Mann aus der Südeifel verbremste sich bei der Anfahrt auf die Jopp-Kurve am ehemaligen Startbereich, versuchte dann wohl den Notausgang Richtung Fahrerlager zu nehmen und wurde dabei über die Leitplanken katapultiert. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Der im Frontbereich total zerstörte Mitsubishi kam erst wenige Zentimeter vor einem Krankenwagen zum stehen, Meiers kam zu Beobachtung ins Krankenhaus.
Wie zu Saisonbeginn in Eschdorf platzten zwei Gewitterschauer in das Geschehen der Gruppe H bis 2 Liter Hubraum. Nach dem zweiten Wolkenbruch besichtigen zuerst die Rennleitung und einige Fahrervertreter die Strecke, denn an mehreren Stellen spülten die Wassermassen Schlamm und Geröll auf den Asphalt. Erst als am Horizont wie die ersten Sonnenstrahlen aufblitzten entschloss man sich das Rennen wieder aufzunehmen. So wurde das über 160 Piloten umfassende Feld gehörig durcheinander gewürfelt, denn die kleineren Tourenwagenklassen sowie die Classic-Cars profitierten von den jeweils besten Bedingungen des Tages.
Bei seinem Heimspiel bekam Rennwagen-DM-Leader Uwe Lang im Osella BMW CN Konkurrenz vom Schweizer Martini-Piloten Marcel Steiner, der sich ja in diesem Jahr auf die heimische Bergmeisterschaft konzentriert. Beide zweimal auf nasser Piste unterwegs, fuhr sich anfangs Lang ein Polster von rund 1,5 Sekunden auf Steiner heraus. Im zweiten Lauf verbesserste sich Lang nochmals um 1,6 Sekunden, doch „Regengott“ Marcel Steiner riskierte im Martini BMW CN mehr und drehte mit der Tagesbestzeit von 1:48,378 den Spieß noch um und verbuchte somit seinen dritten Gesamtsieg am Hauenstein nach 2006 und 2008. Lang fuhr dafür taktisch klug auf Platz zwei, kassierte volle DM-Punkte, da Steiner mit Schweizer Lizenz fuhr und baute seinen Vorsprung in der Meisterschaft erneut aus. Thomas Rössler, Lokalmatador aus Fulda, fuhr im Dallara 305 Opel Formel 3 wie in Homburg zu Gesamtrang drei. Der aktuelle zweite der DM kann nun Vorzeitig den Bergpokal-Titel einfahren, denn Rivale Georg Olbrich sackte in der Sportwagenklasse bis 2 Liter hinter Arno Bereiter, Uwe Wolpert und Dino Gebhard auf Rang vier ab. Formel 3-Kollege Frank Debruyne war zudem nicht am Start. Debruyne verlor so auch seinen dritten Rang in der Bergmeisterschaft an Urs Müller im Argo Alfa CN, am Hauenstein dritter „Lizenzdeutsche“ der Rennwagendivision.
Am Trainingstag bahnte sich bereits eine interessante Auseinandersetzung um den Tourenwagen-Gesamtsieg, zwischen dem Innsbrucker Herbert Stolz (Porsche 935 II) und dem achtfachen Deutschen Bergmeister Norbert Brenner (Opel Astra V8). Doch auch hier machte der Regen die Vorfreude der Fans zu Nichte. Im ersten Lauf spielte Stolz die Vorteile seines Allrad-Porsche (Kraftverteilung ca. 70% auf die Hinterräder) aus und führte mit 1,6 Sekunden vor Brenner, der es dann Vorzog seinen DTM-Boliden nicht zu riskieren. Dafür rieb sich Norbert Handa im Allrad Lanica Delta Evo II (unser Foto) die Hände. Schon nach dem Ersten Lauf war die „Messe gehalten“, denn einen Vorsprung von über vier Sekunden verwaltet Handa bei jedem Wetter, erst recht bei erneut feuchter Strecke. Der Franke führt somit weiter in der Tourenwagen Berg DM.
Das Wetterchaos könnte sogar in der Endabrechnung des KW Berg-Cup eine Rolle spielen. Der Führende der Division 1 Armin Ebenhöh (im Team Wolfgang Glas) rutschte bei einsetzendem Regen mit dem Slick bereiften VW Minichberger Polo 16V ins Aus. Erst danach durften die Regenreifen aufgezogen werden. Ähnliches Pech hatte Division II Tabellenführer Dieter Rottenberger (BMW 318i ex-STW) im zweiten Lauf, als vor seiner Nase abgebrochen wurde. Peter Naumann (VW Polo G60) gewann überraschend auf noch halbwegs trockenen Strecke, vor dem besten „Regenfahrer“ Mario Minichberger (VW Scirocco 16V) und Holger Hovemann (Opel Kadett C 16V), der sich in der Tabelle Stück für Stück nach vorne arbeitet und auch den DMSB-Bergpokal wieder anführt. In der Tageswertung platzierte sich Naumann als zweitbester Tourenwagenpilot auf Gesamtrang sechs. Bemerkenswert ist auch die Leistung von Ingo Lorig, der mit seinem unterlegenen VW Golf im letzten Lauf die siebte Zeit fuhr und sich den achten Klassenrang hinter Jens Werber (4.), Andre Wiebe (bester Junior auf Rang 5.), Dieter Rottenberger (6.) und Hansi Eller, diesmal im Opel Kadett C 8V von Kumpel Bernd Ehrle, redlich verdiente. Die KW-8V Subwertung ging erneut an Norbert Wimmer, der im Training gleich zwei Mal mit dem BMW 2002 neben der Strecke landete, vor Frank Brügge im VW Golf.
In der Klasse H bis 1600 ccm schlug, wie immer wenn es regnet, die Stunde von Helmut Maier (VW Spiess Golf), der so zu einem überlegenen Sieg über den stärker motorisierten Hans Paulitsch (VW Minichberger Scirocco) kam. Für Aufsehen sorget hier Berg-Cup Neuling Tobias Auchter (Opel Corsa A) auf Rang drei, vor Manfred Lewe, Stefan Faulhaber und Nikolas Dietz, der seinen VW Golf Typ 17 nach seinem Einschlag vor drei Wochen im Homburger Posten 8 in zahllosen Nachtschichten wieder auf die Räder stellte.
In der Klasse H bis 1300 ccm wurde durch „Unfallopfer“ Armin Ebenhöh und Schwiegervater Franz Weissdorn (2.) ein Protest eingelegt. Näheres ist zurzeit noch nicht bekannt und so ist der Klassensieg von Klaus Bernert (VW Polo 16V) unter Vorbehalt zu sehen. Rang drei ging an Gastfahrer Markus Spöri im Suzuki Swift 4x4, noch vor Manfred Konrad (VW Corrado). Pech für den jungen Stefan Müller aus der Oberpfalz, dessen VW Polo 8V im zweiten Lauf mit Getriebeschaden ausrollte. Den Sieg in der KW 8V-Trophy der Division I erbte so Helmut Götzl (ebenfalls VW Polo).
Ohne ernsthafte Gegenwehr von Bernd Deutsch (Audi 50), Uwe Werner (Ford Fiesta) und Rolf Rauch (Fiat 128), gewann Tobias Klimsa (VW Polo) die Klasse H bis 1150 ccm. Bei seinem zweiten Einsatz in Deutschland gelang dem Salzburger Bernhard Permetinger (BMW M3 E30) der zweite Sieg in der Klasse H über 2000 ccm und dass mehr als deutlich. Der Belgier Werner Heindrichs fährt in der Gruppe FS/E1 bis 1600 ccm weiter von Sieg zu Sieg und setzt sich in der Spitze der KW Berg-Cup Gesamtwertung fest. Eine Klasse höher bis 2000 ccm zogen die beiden Cup-Piloten Günter Miethke (VW Käfer RS) und Iberg-Rennleiter Kevin Ferner (VW HIQ Polo G60) den Kürzeren gegen Jürgen Schuster (Mazda RX-7) und Ralf Orth (BMW 320is).
Einmal mehr konnte „Trainingsweltmeister“ Jochen Schittenhelm seine Spitzenposition am Renntag nicht umsetzten. Das Feld der diesmal 13 NSU-Prinzen dominierte Uwe Schindler, am Ende mit über fünf Sekunden Vorsprung auf Steffen Hofmann und weiteren drei Sekunden auf Schittenhelm. Im DMSB Classic-Bergpokal steht Jürgen Fechter mit seinem VW Golf 1 aus der Klasse CTC bis Baujahr 1990, bis 1600 ccm der Zeit vor seinem größten Erfolg. Mit dem Kassensieg am Hauenstein wird der Titelgewinn immer wahrscheinlicher vor den drei abschließenden Veranstaltungen in Osnabrück, Unterfranken und Mickhausen. Hier noch die restlichen Klassensieger: Richard Rein (Ford Capri / CTC über 2000 ccm), Torsten Löber (Opel Manta / G5 und 4), Patrick Orth (BMW 318is / G3), Ludger Dreyfürst (Mistubishi / G1 und Gruppe G), Jochen Stoll (Peugeot 306 / N+F bis 2000 ccm), Lars Bröker (Mitsubishi / N+F über 2000 ccm), Uli Packeisen (BMW 320i WTCC / Gr. A), Sepp Koller (Alfa Romeo / Diesel 2000), Uwe Kaufel (PRC / Gr. C3) und Karlheinz Meub (Cooper F3) Gesamtsieger der GLP für historische Fahrzeuge.
Gesamtergebnis:
1.Marcel Steiner (CH), Martini BMW 3.0 CN, 3:41,619
2.Uwe Lang, Osella BMW 3.0 CN, 3:42,153
3.Thomas Rössler, Dallara Opel F3, 4:02,022
4.Norbert Handa, Lancia Delta Evo III E1, 4:05,111
5.Arno Bereiter (A), PRC Honda 2.0 CN, 4:10,225
6.Peter Naumann, VW Polo G60 Gr.H, 4:10,235
7.Herbert Stolz (A), Porsche 935 II E1, 4:11,720
8.Mario Minichberger, VW Scirocco 16V Gr.H, 4:12,048
9.Holger Hovemann, Opel Kadett C 16V Gr.H, 4:13,060
10.Urs Müller (CH), Argo Alfa Romeo 3.0 CN, 4:13,141
11.Helmut Maier, VW Spiess Golf 16V Gr.H, 4:13,199
12.Richard Rein, Ford Capri Gr. CTC, 4:18,057
13.Uwe Wolpert, UWR Honda 2.0 CN, 4:18,164
14.Rene Frank, BMW M3 DTM Gr.CTC, 4:18,254
15.Dino Gebhard, Norma Honda 2.0 CN, 4:18,949
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