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An einem großartigen Bergfinale, bei spätsommerlichen Temperaturen und einen nahezu wolkenlosen Himmel, hatten über 25.000 Zuschauer in den Stauden vor den Toren Augsburgs ihre helle Freude. Sie sahen ein exzellentes Fahrerfeld aus sechs Nationen, das von einer reibungslosen Organisation des ASC Bobingen profitierend, eine tolle Show bot. Nachdem die Untersuchungen in den Reihen des DMSB, im „Doppelnennungsfall“ Jörg Weidinger unter der Woche eingestellt wurden, war für den zweifachen Berg EM-Gewinner der Weg geebnet zur ersten Deutschen Meisterschaft. Widersacher Marcel Steiner (Martini BMW) konnte zwar
Weidinger in seinem Osella BMW auf der 2,2 km langen Hochgeschwindigkeitsstrecke Richtung Birkach hauchdünn bezwingen, am Erfolg Weidingers jedoch nichts mehr ändern. Einziger Trost für den Spross des ehemals erfolgreichen Formel 2-Piloten Heinz Steiner, war der dritte Gesamtsieg in Folge im Sportwagen-Bergcup. Arno Bereiter, Steiners einzig verbliebener Konkurrent um den Gruppe-C Titel, platze im Training der 2 Liter Honda-Motor in seinem PRC und zugleich der Traum vom Cup-Gewinn. Danach war der Weg in der Klasse E2-SC (CN) bis 2 Liter frei zum Heimsieg für Lokalmatador Martin Bobinger (Osella Honda), vor dem Leader nach dem ersten Durchgang, Dino Gebhard im Norma M20 Honda.

In der Tageswertung hatten Weidinger und Steiner, im Gegensatz zum Vorjahr keine Chancen gegen Lionel Regal. Der alte und neue französische Bergmeister stand über allem und strich alle vier Laufbestzeiten im Reynard Mugen F3000 ein. Zur angestrebten Verbesserung des absoluten Streckenrekords reichte es am Ende jedoch nicht. „Mein Plan den Streckenrekord zu verbessern ging nicht auf, dazu braucht man neue Reifen, die mir nicht zur Verfügung standen“, ließ der nun fünfmalige Mickhausen-Sieger Lionel Regal wissen. Für Formel 3000-Kollege Fausto Bormolini wäre sicherlich mehr als Rang vier, vor Uwe Lang (Osella) drin gewesen, doch der Mann aus Livigno tauschte mit Team-Kollege Renzo Napione die Fahrzeuge. „In meinem gewohnten ex-Regal-Reynard 95D wäre ich schneller gewesen“.
Bei den „V8-Giganten“ aus dem Tourenwagenlager stand das Duell des Jahres, mit Georg Plasa gegen den bereits seit sieben Wochen feststehenden Deutschen Meister Reto Meisel, der nach der ersten Auffahrt führte, auf dem Programm. Plasa hatte anfangs mit seinem stark untersteuernden BMW 320 Judd V8 zu kämpfen und schlitterte wie auf Eis durch die Startkurve. Danach lief es deutlich besser und Plasa, der dieses Jahr hauptsächlich in Italien startete, pulverisierte danach drei Mal seinen eigenen Tourenwagenrekord zur neuen Bestmarke von 51,669. Meisel vermochte zugleich nicht mehr zuzulegen und so ging der Sieg mit mehr als 1,5 Sekunden Vorsprung an Plasa. Am Ende dritter Mann bei den „mit Dach-Fahrern“ war Norbert Handa (Lancia Delta). Der Franke mußte sich im Training dem Schweizer Toni Büeler im APT-Opel Astra V8 DTM beugen, hatte aber dafür Markenkollege Felix Pailer in der Tasche. Beide Gegner Handas sahen jedoch das Ziel nach technischen Problemen nicht. Herbert Stolz zählte ebenfalls zu den Ausfallopfern und war am Sonntag nicht mehr dabei. Die Öltemperatur am Porsche 935 II machte zicken und so blieb der Motor still. So lieferten sich am Renntag Handa und der Schweizer Hans Schori im bärenstarken Mitsubishi Lancer eine Kopf an Kopf Duell, mit dem besseren Ende für Handa.

Während nun in Deutschland alle Meister feststehen, brachte das Wochenende in der Österreichischen Meisterschaft keine Titelträger hervor. Hermann Waldy (Reynard 95D Judd F3000) als gesamt achter und Andy Marko, der sich mit seinem Audi A4 Quattro STW im letzten Lauf drehte, können jedoch am kommenden Wochenende in Cividale (I) beim letzten ÖM-Lauf in ihren Divisionen alles klar machen.
Im seit kurzem vom Deutschen Motorsport Verband (DMV) unterstützten KW Berg-Cup blieb es bis zum Schluss spannend. Neben Holger Hovemann, der schon seit Mitte August zum sechsten Mal in Folge als Cup-Gesamtsieger feststeht, siegte erstmals der Norddeutsche Tobias Klimsa im VW Polo aus der Klasse bis 1150 ccm in der kleinen Division, wo Markenkollege Armin Ebenhöh die KW 8V Subwertung herausfuhr. Tagesaktuell verbuchte Robert Bauer einen ganz und gar überlegenen Klassensieg bis 1150 ccm mit seinem EMP Polo 16V mit Motorradzylinderkopf vor Klimsa und Jürgen Hessberger. In der Klasse bis 1300 ccm tauchte überraschend der sechsfache Divisionsgewinner vergangener Jahre Franz Weissdorn auf. Im von Hajo Schmidt übernommenen VW Polo 16V, ebenfalls mit Motorradzylinderkopf, schaffte der Aufhausener auf Anhieb Rang vier.“ Das war nur ein Test, ich werde im kommenden Jahr nochmal voll angreifen“ verriet Weissdorn. Der letzte Klassensieg des Jahres 2009 ging noch einmal an Gerhard Moser (VW Polo 16V), der jedoch zu spät kam. Die Ausfälle von Osnabrück und Unterfranken machten den Moser-Brüdern den möglichen Divisionssieg zu Nichte. Armin Ebenhöh (VW Polo) und Manfred Konrad (VW Corrado) waren auf den Rängen zwei und drei gegen den grünen Moser-Polo machtlos. Als fünfter und zugleich zweiter der 8V-Wertung überzeugte der junge Stefan Müller (VW EMP Polo), deutlich vor Letmade, Trachsel und Smyrek. Gaststarter und Slalompilot Markus Spöri schied auf Rang drei liegend mit seinem Suzuki Swift aus.
Die Klasse H bis 1600 ccm war mit 11 Fahrzeuge stark besetzt. Den Sieg entführte überraschend Gaststarter Werner Rohr (Toyota Corolla AE 86) in die Schweiz, nach dem er bereits im ersten Trainingslauf im Karussell einschlug und reparieren musste. Hell wach legte Thomas Klingelberger im VW Polo Kit-Car im ersten Rennlauf am Morgen die schnellste Zeit vor, wurde aber danach bis auf Rang vier , hinter Helmut Maier und Rainer Koresch, durchgereicht. Die schnellsten 8V-Vertreter hießen hier Bernhard Schad vor Nicolas Dietz (beide VW Golf Typ 17).
Wie in der Klasse bis 1300 ccm sorgte bei den zwei Liter-Tourenwagen ein Rückkehrer für Furore. Ralf Kroll, der langjährige Dominator der 1,6 Liter Klasse, versuchte sich erstmals in der „Königsklasse“. Am Stuhl von Holger Hovemann, konnte Kroll noch nicht sägen aber den Rest des 33 Wagen zählenden Feldes hatte der Odenwälder auf Anhieb im Griff. Kroll wird sich im Winter entscheiden ob er nun endgültig in die Klasse bis 2000 ccm wechselt. Für Aufsehen sorgte erneut Norbert Wimmer im 8V-BMW 2002. Der Südbayer vom MC Waldkaiburg tummelte sich pudel wohl im großen Feld der 16V-Vertreter auf Rang sechs hinter Bastl Schmitt, Björn Wiebe und Mario Minichberger, jedoch vor Dieter Rottenberger, Dirk Preisser oder einem Günter Göser. Den klassenübergreifenden Vergleich mit dem zurzeit schnellsten Österreicher im Tourenwagen Andreas Marko, konnte Hovemann ebenfalls für sich endscheiden. Die Klasse über 2000 ccm gewann knapp der Österreicher Bernhard Permetinger im ex-Auer BMW M3 vor Armin Dellkamm (BMW M3 DTM). Christian Auer (Ford Mondeo V6) seinerseits, erbte nach Markos Dreher im letzten Lauf den Sieg in der Klasse E1 bis zwei Liter.
Der neue Meister im NSU Bergpokal heißt erstmals Uwe Schindler. Insgesamt 13 „Prinzen“ konnte Schindler bezwingen, darunter auch den scheidenden fünffachen Pokalsieger Steffen Hofmann, nach spannenden vier Auffahrten. Der Trainingsschnellste Jochen Schittenhelm setzte seine NSU TT im ersten Rennlauf kurz nach dem Karussell in den Graben. Mit Respektabstand belegte Johannes Niedermann Rang drei, vor Walter Fassbender und der sich im Saisonverlauf kontinuierlich steigernden Nicola Höllerich.
In der Gruppe G der Serienfahrzeuge blieb Guido Bestle (Renault Alpine V6 Turbo) siegreich. Schnellster Mann in der Gruppe N/DN/F2005 war erwartungsgemäß Roland Wanek (Mitsubishi Lancer Evo 9). Wobei in dieser Gruppe Mathias Scheerschmidt vom Homburger AC die Klasse bis 1400 ccm und Jochen Stoll, vor Waldi Bätzel (beide Peugeot), die Klasse bis 2000 ccm gewannen. Die Gruppe A Wertung gewann mit Rudi Bicciato (Mitsubishi Lancer Evo) ein Südtiroler. Bleibt noch zu erwähnen das der Schweizer Stefan Schöpfer (Audi 50) die Klasse E1 bis 1400 ccm klar beherrschte und Landsmann Martin Bürki (VW Polo 16V) in der Hubraumklasse E1 bis 1600 ccm zu überzeugen wusste.
Mit einem knappen Vorsprung von 5,95 Punkten gewinnt das Team Jörg und Oskar Eberle (Fiat 127 sport) vor Norbert Handa und Franz Koob (Fiat 128) den Fiat-Lancia-Sportpokal 2009, vor den weiteren Platzierten, Trachsel, Rauch, Weissdorn, Holz, Voit und Schmalzreich.
Resultat:
1.Lionel Regal (F) Reynard 1KL Mugen F3000, 3:17,986
2.Marcel Steiner (CH) Martini Mk 77 BMW 3.0 CN, 3:22,259
3.Jörg Weidinger (D) Oella PA 20S BMW 3.0 CN, 3:22,947
4. Fausto Bormolini (I) Reynard K02 Cosworth F3000, 3:25,984
5.Uwe Lang (D) Osella PA 20S BMW 3.0 CN, 3:27,483
6.Georg Plasa (D) BMW 320 Judd V8, 3:30,144,
7.Dusan Neveril (CZ) Lola 003 Zytek F3000, 3:31,075,
8.Hermann Waldy (A) Reynard 94D Judd F3000, 3:31,745,
9.Reto Meisel (CH) Mercedes 190 RM1 Judd V8, 3:31,860
10.Peter Behnke (D) Osella PA 20S BMW 3.0 CN, 3:34,639
11.Michael Behnke (D) Osella PA 20S BMW 3.0 CN, 3:34,746
12. Norbert Handa (D)Lancia Delta Evo III, 3:45,388
13.Hans Schori (CH) Mitsubishi Lancer Evo RS, 3:45,451
14.Frank Debruyne (D) Dallara F393 Fiat F3, 3:45,833
15.Franz Seitz (D) Reynard Opel Lotus, 3:47,044
16. Andy Stollnberger (A) Reynard Opel Lotus, 3:52,937
17.Urs Müller (CH) Argo JM 21 Alfa Romeo 3.0 CN, 3:53,190
18.Holger Hovemann (D) Opel Kadett C 16V, 3:53,231
19.Martin Bobinger (D) Osella PA 21 Honda 2.0 CN, 3:53,550
20.Erich Öppinger (D) Osella PA 16 BMW C3, 3:54,122
21.Dino Gebhard (D) Norma M20 Honda 2.0 CN, 3:3:54,721
22.Gabriella Pedroni (I) Lola B99/50 Zytek F3000, 3:56,152
23.Ralf Kroll (D) VW Golf 2.0 16V, 3:56,942
24.Sebastian Schmitt (D) Opel Kadett C 16V, 3:57,021
25.Christian Auer (D) Ford Mondeo V6 STW, 3:57,337 |