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Report UNTERFRANKEN: DM-Titelentscheidung vertagt PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Thomas Bubel   
Montag, den 14. September 2009 um 14:30 Uhr

Traditionell startet das Rennwochenende im kleinen Örtchen Eichenbühl in der Nähe von Miltenberg am Main, am Freitagabend mit der angesagtesten Zeltparty der Saison. Einheimische, Fans und Aktive feierten sich und den Bergrennsport bis tief in die Nacht. Doch die meisten Fahrer zeigten sich diszipliniert und gingen artig bei Zeiten zu Bett. Damit taten die Piloten auch einen gefallen, denn für die 3.050 Meter lange Strecke am Umpfenbacher Berg sollte man alle Sinne zusammen haben. Gleich nach der Startlinie folgen einige selektive Kurvenkombinationen, die sich am Ortsrand entlangschlängelt. Danach heißt es viel Schwung auf die lange Gerade, hin zur berüchtigten „Klinge“ mitzunehmen. Mit Vollgas geht es weiter zur „Hondakurve“ und nochmals mit allem was der Motor hergibt zur Zielkehre. Bei dieser Beanspruchung quittierten bereits

am Trainingstag einige Aggregate ihren Dienst. Besonders hart traf es die Klasse bis 1300 ccm des KW Berg-Cup, wo die Favoriten Hugo Moser, Klaus Bernert, Martin Kleiner und André Stelberg betroffen waren. Mit knapp über 180 Nennungen konnte der GAMSC Würzburg das mit Abstand größte Fahrerfeld der bisherigen Saison begrüßen. Rennleiter Peter Thumbeck und sein Team lieferten am Sonntag eine nahezu perfekte Organisation ab. Die drei Läufe, inklusive Mittagspause, wurden bis 16 Uhr durchgezogen - das gab es in Eichenbühl noch nie. Stark verbesserungswürdig war hingegen die Auswertung der Rennergebnisse. Eineinhalb Stunden nach Rennschluss war kein Gesamtklassement zu bekommen und in der Liste der Division II (Rennwagen) fehlten die Piloten Frank Debruyne, Franz Seitz und Rolf Köppel aus der Klasse der Formelrennwagen bis 2000 ccm ganz.



In der noch offenen Meisterschaft der Rennwagen spitzte sich die Lage vor dem Finale von Mickhausen weiter zu. Seit dem letzten DM-Lauf vor vierzehn Tagen am Kyffhäuser hat sich hinter den Kulissen einiges zusammengebraut. Titelverteidiger Marcel Steiner (Martini BMW CN) fühlt sich durch Weidingers vermeintliche Doppelnennung am Kyffhäuser und beim gleichzeitig stattfindenden Schweizer Lauf in Oberhallau ausgetrickst. Eine Untersuchung des Schachverhaltes soll bereits beim DMSB angelaufen sein. Nach Weidingers Sieg in Kelbra ist für ihn plötzlich der Titel zum greifen nah, da Steiner in Oberhallau ja keine DM-Punkte bekam. Am Wochenende wurde die Auseinandersetzung auf der Rennpiste fortgesetzt. Am Trainingstag fuhr Jörg Weidinger einen inoffiziellen Streckenrekord und am Renntag legte der zweifache Berg-Europameister im ersten von drei Läufen die Bestzeit vor. Im zweiten Lauf hatte Weidinger einen Schutzengel, als die hintere Verkleidung des Osella Sportwagens bei voller Fahrt abriss. Nur Sekunden später musste Weidinger den zweiten Schreck verdauen. Marcel Steiner entriss dem Franken den Streckenrekord aus dem Vorjahr um fast genau eine Sekunde (1:12,38 min) und auch in Lauf drei strich der Schweizer volle DM-Punkte ein. Vorbehaltlich eines drohenden Verfahrens müsste Weidinger in Mickhausen lediglich das Ziel sehen um erstmals die DM Krone zu gewinnen. Wie die Sache auch aus ausgeht, der sportliche Wert des Meistertitels hat auf jeden Fall gelitten. Im Kampf der beiden Streithähne konnte Laszlo Szasz im Reynard Zytek Formel Nippon (japanischer Formel 3000) nicht ganz mitmischen. Der Ungar startet auf Einladung seines Freundes, dem Ex-Bergmeister Horst Fendrich erstmals in Unterfranken. Nach Rang vier am vergangen Wochenende beim FiA-Cup Lauf im italienischen Pedavena, sprang Szasz diesmal aufs Podium. Das Brüderpaar Peter und Michael Behnke verfehlte mit ihren Osella PA 20S BMW auf den Rangen vier und fünf das Podium deutlich.



Da Reto Meisel es vorzog mit seinem Mercedes V8 beim Historischen Bergrennen von Arosa in der heimischen Schweiz zu starten und Norbert Brenners reparierter Opel Astra V8 DTM so gut wie verkauft ist, feierte Norbert Handa im Lancia Delta Evo III seinen ersten Tourenwagensieg des Jahres, vor Holger Hovemann, als Sieger der Gruppe H und Herbert Stolz im Porsche 935 II, dem nach einer zweijährigen Rennpause noch etwas die Fahrpraxis fehlte. Alle Akteure des KW Berg-Cup präsentierten in Eichenbühl erstmals den roten Frontscheibenkleber mit der Aufschrift DMV. Der Deutsche Motorsport Verband e.V. unterstützt für den Rest der Saison 2009 und in der Saison 2010 den KW Berg-Cup als einer der Hauptsponsoren. Durch den neuen Gönner DMV frisch motiviert wurde in der Gruppe H bis 1150 ccm besonders hart um die Sieg gefochten. Mit einem Traumlauf zum Abschluss gelang es Tobias Klimsa (VW Polo 8V) noch den Führenden Jürgen Hessberger (Fiat 127 Sport) von der Spitze zu vertreiben, und das sogar deutlich. Mitfavorit Robert Bauer musste mit Motorproblemen am VW Polo 16V auf den Start am Sonntag verzichten. So fuhr Jörg Eberle (Fiat 127 Sport) ungefährdet auf Rang drei. Nach dem Crash von Homburg wurde der Fiat 128 von Franz Koob pünktlich zum Heimspiel wieder fit gemacht und auf Rang fünf gefahren. Wie bereits erwähnt gab es in der Klasse bis 1300 ccm ein Favoritensterben. Nutznießer war hier Manfred Konrad im VW Corrado 16V vor Armin Ebenhöh (VW Polo 8V) als Sieger der KW 8V-Trophy der Division I und Hajo Schmidt im VW Polo 16V. Bernd Letmade, auf Rang vier, fehlte etwas das Vertrauen zu seinem „Sportgerät“. Am VW Polo 8V sprangen unvermutet bei voller Fahrt die Gänge heraus. Die Truppe von der Lippe konnte sich nur mit einem Schweißpunkt helfen. Von seinem leichten Herzinfarkt wieder genesen dominierte der Passauer Helmut Maier (VW Spiess-Golf 16V) die Klasse bis 1600 ccm mit konstanten Zeiten im Bereich von einer Minute, 27 Sekunden. Valentin Schneider (VW Golf 16V) verschenkte hier im letzten Rennlauf Rang zwei mit einer all zu aggressiven Fahrweise an den Pfälzer Rainer Koresch (Ford Escort). In der Klasse bis 2000 ccm rollte Holger Hovemann bereits im ersten Trainingslauf mit Motorschaden am gelben Opel Kadett C 16V aus. Der Odenwälder scheute zuerst vor einem Reparaturversuch, doch dann machte sich Hovemanns Mannschaft doch noch ans Werk. Am Renntag stand das RISSE Coupé wieder am Start und der Motor hielt so gut, dass „Mister Gruppe H“ einen weiteren überlegenen Klassensieg feiern konnte. Wie immer wurde um die Ehrenplätze erbittert gekämpft. Sebastian Schmitt, Dirk Preißer (bei Opel Kadett C 16V) und Hansi Eller mit dem Minichberger VW Scirocco 16V lieferten sich eine packendes Rennen. Am Anfang mischte sich sogar Günter Göser (Opel Kadett C 16V) in den Dreikampf ein, doch am Ende konnte der Allgäuer froh sein noch vor Dieter Rottenberger (BMW 318is STW) das Ziel zu sehen. In der Klasse über 2 Liter Hubraum hatte Markus Wüstefeld im Mercedes 190 Klasse 1 leichtes Spiel gegen den Allgäuer Siegfried Hauff im Opel Kadett C 16V. Die kleine FS/E1-Klasse bis 2000 ccm gewann Markus Goldbach (Opel Corsa) vor seinem Markengefährten Thomas Stelberg und Iberg-Rennleiter Kevin Ferner im VW Polo G40.

Die Tageswertung im DMSB Bergpokal gewann bei den Formelwagen bis 2 Liter zwar Frank Debruyne (Dallara Fiat F3), Widersacher Franz Seitz machte hingegen erstmals den Bergpokal-Titel mit dem zweiten Platz klar. Die Klasse der Sportwagen bis 2 Liter gewann erneut der Vorarlberger Arno Bereiter (PRC Honda CN) vor Martin Bobinger (Osella PA 21S Honda) und Dino Gebhard im formschönen Norma M20 Honda. In der Gruppe F2005 waren diesmal insgesamt 17 Piloten am Start. Bis 1400 ccm hatte Tim Verhoeven (Citroen AX) die fünf Fahrer starke Riege des Homburger AC mit Mathias Scheerschmidt (Opel Corsa), Björn Hemmer (Peugeot 106) an der Spitze, deutlich in der Tasche. Bis 1600 ccm siegte Tobias Stegmann (Honda CRX) vom MSC Osnabrück. Bis 2000 ccm blieb Lars Bröker (Honda Typ R) siegreich, vor den Peugeot-Tretern Jochen Stoll und Waldi Bätzel. Der Gruppensieg ging an Roland Wanek im Mitsubishi. Seinen ersten Gesamtsieger im Classic-Berg-Cup verbuchte Tim Fröhlich. Der Winzer aus Bockenau an der Nahe kommt mit dem von Gerhard Siebert übernommenen URD BMW 1.6 Gruppe C3-Sportwagen immer besser zurecht. Die Unterwertung im NSU Bergpokal gewann zum zweiten Mal in dieser Saison Jochen Schittenhelm, knapp vor Steffen Hofmann.


Resultat:
1. Marcel Steiner (CH), Martini Mk 77 BMW CN, 3:39,44 min
2. Jörg Weidinger (D), Osella PA 20 S BMW CN, 3:40,42 min
3. Laszlo Szasz (H), Reynard Zytek F.Nippon, 3:43,07 min
4. Peter Behnke (D), Osella PA 20 S BMW CN, 3:48,80 min
5. Michael Behnke (D), Osella PA 20 S BMW CN, 3:50,36 min
6. Frank Debruyne (D), Dallara 393 Fiat F3, 4:00,85 min
7. Franz Seitz (D), Reynard Opel Lotus, 4:03,26 min
8. Klaus Hoffmann (D), Stenger BMW CN, 4:03,67 min
9. Arno Bereiter (A), PRC Honda 2.0 CN, 4:04,92 min
10. Norbert Handa (D), Lancia Delta Evo III E1, 4:06,19 min
11. Martin Bobinger (D), Osella PA 21 S Honda, 4:08,49 min
12. Holger Hovemann (D), Opel Kadett C 16V H, 4:10,33 min
13. Herbert Stolz (A), Porsche 935 dp II E1, 4:11,58 min
14. Urs Müller (CH), Argo JM 21 Alfa CN, 4:12,39 min
15. Sebastian Schmitt (D), Opel Kadett C 16V H, 4:13,40 min
16. Dino Gebhard (D), Norma M20 2B Honda CN, 4:13,81 min
17. Dirk Preißer (D), Opel Kadett C 16V H, 4:14,02 min
18. Rolf Köppel (D), Martini BMW F2, 4:14,44 min
19. Hans-Peter Eller (D), VW Scirocco 16V H, 4:14,76 min
20. Holger Fladung (D), AROS 80 Peugeot C3, 4:14,78 min
21. Markus Wüstefeld (D), Mercedes 190 E Evo II H, 4:15,06 min
22. Günter Göser (D), Opel Kadett C 16V H, 4:15,06 min
23. Dieter Rottenberger (D), BMW 318i STW H, 4:17,92 min
24. Björn Wiebe (D), Renault Clio Williams H, 4:18,41 min
25. Stefan Glass (D), Ford Escort Mk1 H, 4:19,41 min

         

 

 

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