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Bergrennen, das bedeutet für den MSC Osnabrück, dass nicht nur ein paar Rennwagen den Berg hinauf fahren. Auch bei der 42. Ausgabe des Osnabrücker Bergrennens strömten die Fans in Massen in der Borgloher Schweiz. Die emsige Truppe des MSC Osnabrück um den Macher Bernd Stegmann, der erneut nichts unversucht ließ ein attraktives Starterfeld, prominente Gäste und ein buntes Rahmenprogramm auf die Beine zu stellen, wurde für sein große Engagement mit 153 Teilnehmern, die meist eine weite Anreise aus dem Süden der Republik auf sich nahmen und rund 15.000 Zuschauen belohnt, was beides in dieser Saison bislang
von keinem Veranstalter erreicht wurde. Gerade den Motorsportanhängern, die im norden Deutschlands nicht gerade verwöhnt werden, bietet die nur 2030 Meter lange Strecke in der Borgloher Schweiz eine exzellente Übersicht. Sie sahen nebenbei zahlreiche Attraktionen aus dem Hause Ferrari, die Wahl der „Race-Cup-Queenl“ sowie jede Menge Renntaxifahrten, auf und neben der Piste. Für einen neuen PS-Rekord in der Berg DM sorgte Gaststarter Daniel Schrey, der eine gut 900 PS starke Dodge Viper aus der FiA-GT Meisterschaft einsetzte, jedoch gegen die besten Bergspezilisten aus dem KW Berg-Cup und der DM nicht viel ausrichten konnte.
Um mehr Spannung in den Kampf um den Tagessieg zu bringen, engagierten die Niedersachsen den zweifachen Luxemburger Bergmeister Guy Demuth mit seinem Ex-Mathias Lauda Lola Formel 3000 (Baujahr 2002), für den die Piste jedoch Neuland war. Demuth steigerte sich kontinuierlich, hatte jedoch am Ende gegen die Sportwagenpiloten Jörg Weidinger und Marcel Steiner das Nachsehen. Die beiden Kampfhähne liefern sich derzeit ein packendes Duell um die Deutsche Bergmeisterschaft der Rennwagen. Am Morgen legte Weidinger, mit einem neuen Streckenrekord (55,274) den Grundstein für seinen zweiten Tagessieg am Teutoburger Wald. Die restlichen drei Läufe war Marcel Steiner der Schnellere. Da in der DM pro Rennlauf Punkte vergeben werden, kassierte Steiner drei Mal volle Punkte und baute so sogar sein Vorsprung von vier auf acht Punkte auf Weidinger aus. Uwe Lang ist nach seinem vierten Platz in der Tageswertung aus dem Titelrennen raus. Im noch offenen DMSB Bergpokal der Rennwagen rette sich Franz Seitz (Reynard Opel Lotus) knapp von Frank Debruyne (Dallara Fiat F3) ins Ziel.

So früh wie noch nie, standen im Lager des KW Berg-Cup die ersten Titelträger des Jahrgangs 2009 fest. Holger Hovemann, zum sechsten Mal in Folge in der Gesamtwertung und der Division II des KW Berg-Cup, und Reto Meisel, nach 2007 zum zweiten Mal als Deutscher Automobil Bergmeister, ließen sich vorzeitig feiern. Die Jagt auf den Tourenwagenrekord (58,620) von Norbert Brenner (Opel Astra V8 DTM) aus dem Vorjahr, brach Meisel (Mercedes RM1 Judd V8) nach einem akrobatischen Quersteher im zweiten Lauf ab. Der Tourenwagengesamtsieg war dagegen reine Formsache. Freud und Leid lagen im KW Berg-Cup eng zusammen. Die Division II Piloten Meisel und Hovemann strahlten, wogegen Gerhard Moser als Leader der kleinen Division mit einem gerissenen Zahnriemen am 1300er VW Polo 16V aufgeben musste. Die erste Diagnose ließ einen angehenden Motorschaden vermuten. Somit wird es in den restlichen drei Saisonläufen (Unterfranken, St.Agatha und Mickhausen) wieder spannend, denn Jürgen Hessberger (Fiat 127 Sport) aus der Klasse bis 1150 ccm Hubraum sitzt den Moser-Brüdern nun wieder im Nacken. Nach Mosers Pech staubte Markenkollege André Stelberg den Klassensieg bis 1300 ccm ab. Ein weiterer Unglücksrabe hieß Jörg Smyrek. Dem Lokalmatador brach auf der Zielgeraden im letzten Lauf unvermutet die rechte Vorderradaufhängung am schwarzen Audi 50 8V weg und der Detmolder landete im Graben. In der KW 8V-Trophy der Division I siegte Armin Ebenhöh vor Bernd Letmade und Holger Vitt (alle VW Polo). In der Klasse bis 1150 ccm war Rolf Rauch nach seinem Crash von Homburg wieder dabei, musste jedoch zusehen wie Tobias Klimsa klar gewann, deutlich vor Jürgen Hessberger. Ein gelungenes Comeback nach langer Pause feierte der Mühlheimer Peter Richter (VW Polo) auf Rang drei.

Außer Diskussion stand erneut der Klassensieg für Holger Hovemann in der Klasse H bis 2 Liter. Unter den Augen seines Tuners Dietrich Risse, der immer noch an den Folgen seines Schlaganfalls zu knabbern hat, fuhr der Odenwälder klar vorne weg. Wie am Hauenstein konnte Sebastian Schmitt die Pace von Hovemann nicht mitgehen. Stattdessen musste sich der „Neu-Düsseldorfer“ Hansi Eller (VW Minichberger Scirocco 16V) erwehren. Jeweils zeitlich eng abgegrenzt folgen auf den weiteren Rängen Günter Göser, Dieter Rottenberger und die Brüder Björn und André Wiebe. Die KW 8V-Wertung war erneut eine sichere Beute für Norbert Wimmer, dem im Training bei Posten 7 kurzzeitig die Strecke ausging, aber über Nacht wieder allen richten konnte. In der Gruppe H über 2000 ccm blieb Markus Wüstefeld (Mercedes 190 Evo II) trotz einen Leitplankenkontakts im zweiten Rennlauf siegreich vor Armin Dellkamm (BMW M3 DTM) und Roman Sonderbauer im Opel Kadett C 16V. Die kleine Klasse der Gruppe FS/E1 gewann Manfred Lewe (VW Brügge Golf 20V), der in diesem Jahr vorwiegend auf der Rundstrecke engagiert ist, vor Stefan Faulhaber (Opel RISSE Kadett) und dem Belgier Werner Heindrichs (Opel Corsa), der für 2010 eine komplette Saison im KW Berg-Cup plant.
Der Nächste der vorzeitig jubeln durfte, war „Julien Rogers“ vom MSC Rhön im 1978er ex-DRM BMW 320, als Gewinner des erstmals ausgeschriebenen DMSB Classic Bergpokals. Im privat organisierten Classic-Berg-Cup musste sich Tabellenführer Andreas Herl (Ford Escort RS 2000) in der Klasse bis 2 Liter den Lokalmatadoren Wilhelm Vinke (Opel Kadett B) und Stefan Scholz (Opel Kadett C Coupé) geschlagen geben. In der kleinen Klasse bis 1300 ccm kam Detlef Schröder (VW Polo) endlich zu seinem ersten Sieg, vor Eirich und Triebstein. Im NSU Bergpokal, der viele Fans der Traditionsmarke nach Hilter-Borgloh lockte, war diesmal Steffen Hofmann siegreich. Der Burgebracher profitierte davon, dass der schwächste Lauf gestrichen wurde, sonst hätte Uwe Schindler am Ende ganz oben gestanden. Nach Johannes Niedermann auf Rang drei, führte Nicola Höllerich das Verfolgerfeld an und gab den „alten Hasen“ Walter Fassbender, Michael Vogel und Gerhard Hofmann das Nachsehen. In der Gruppe G musste sich Robert Maiers (Mitsubishi) Lokalmatador Michael Starke (Porsche 996 GT3) hauchdünn geschlagen eben. Die Gruppe N gewann Wadi Bätzel im Peugeot 206 RC.
Resultat:
1.Jörg Weidinger (D), Osella BMW 3.0 CN, 3:42,634
2.Marcel Steiner (CH), Martini BMW 3.0 CN, 3:43,788
3.Guy Demuth (L), Lola Zytek F3000, 3:48,393
4.Uwe Lang (D), Osella BMW 3.0 CN, 3:50,063
5.Reto Meisel (CH), Mercedes 190 Judd V8 (1.Gr.E1), 4:02,323,
6.Franz Seitz (D), Reynard Opel Lotus, 4:07,793,
7.Frank Debruyne (D), Dallara Fiat F3, 4:08,059,
8.Holger Hovemann (D), Opel Kadett C 16V (1.Gr.H), 4:12,830,
9.Urs Müller (CH), Argo Alfa 3.0 CN, 4:15,601,
10.Norbert Handa (D), Lancia Delta Evo III, 4:15,648,
11.Christian Reuter (D), BMW E30 M3 V8, 4:15,750,
12.Georg Olbrich (D), Osella Honda 2.0 CN, 4:15,760,
13.Rolf Köppel (D), Martini BMW F2, 4:17,366,
14.Sebastian Schmitt (D), Opel Kadett C 16V, 4:19,630,
15.Hans-Peter Eller (D), VW Scirocco 16V, 4:21,763,
16.Günter Göser (D), Opel Kadett C 16V, 4:22,568,
17.Daniel Schrey (D), Dodge Viper GTS-R, 4:22,636,
18.Markus Wüstefeld (D), Mercedes 190 Evo II, 4:24,359
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