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Der Aufwand in Sachen Streckensicherung, der beim einzigen saarländischen Bergrennen betrieben wird, ist wohl der Größte in der ganzen Berg DM. Mit rund 1.000 gebündelte Reifenstapel, 1,5 km Schutzzaun sowie teilweise eine dreifache Leitplanke, verwandeln die Mitglieder des Homburger AC die Landstraße L120 in eine Rennstrecke. Diesmal wurde mit zusätzlichen 15 LKW-Landungen Schotter das Bankett aufgefüllt um zu verhindern das die flachen Rennsportfahrzeuge unter die Planken rutschen können, dafür gab es ein Lob vom DMSB. Gut so, denn der HAC möchte vom DMSB seine Formel 3000 Zulassung zurück, um im kommenden Jahr die Fahrer der Luxemburger Meisterschaft begrüßen zu können.
Das 36. Bergrennen auf der Käshofer Straße bedeutete für einen Mann das Ende einer Ära. Hartmut Schöffler, seit Jahren einziger Renn- und Organisationsleiter in Personalunion der Szene, zog nach 33 Jahren in Folge (!) zum letzten Mal die Fäden auf der Käshofer Straße. Der Macher sah im Training den zweifachen Europameister Jörg Weidinger im Osella BMW Prototyp als Trainingsschnellsten, vor Marcel Steiner und Uwe Lang. An beiden Tagen sorgten Regenschauer und eine in den vielen Waldpassagen kaum abtrocknende Strecke, für extrem schwierige Bedingungen. Oft war es für Sliks zu feucht und für Regenreifen zu trocken. Allein diese Umstände verhinderten einen neuen Streckenrekord. Die Bestmarke (1:08,13) des Luxemburger Formel 3000-Pilot Christian Hauser stammt noch aus dem Jahr 2000 und ist derzeit der am längsten bestehende Rekord in Deutschland.

Weidinger fuhr im letzten Lauf bis auf eine knappe halbe Sekunde diese Marke heran. Den Grundstein zu seinem zweiten Gesamtsieg in der Saarpfalz nach 2007 legte der Happurger bereits im morgendlichen ersten Lauf, mit einem Polster von über zwei Sekunden auf Lang und über fünf Sekunden auf Marcel Steiner. „Meine Reifen arbeiteten nicht, der Martini untersteuerte an einem Stück“, berichtete der Schweizer bei der Fehlersuche im Fahrerlager. Im dritten Lauf lief es wieder nach Wunsch und der Sohn des Schweizer Berg-Königs der 1980er Jahre Heinz Steiner fuhr gleichfalls nah an den Streckenrekord heran. So schnell fuhren die Sportwagen am Karlsberg noch nie. Bei den Formelrennwagen bezwang erstmals in dieser Saison Frank Debruyne (Dallara Fiat) seinen Dauergegner Franz Seitz im Opel RISSE Lotus und konnte ein paar Punkte im DMSB Bergpokal gut machen.
Nach 11 Jahren Abstinenz gastierte Bruno Ianniello mit seinem Lancia Delta S4 wieder in Homburg, Fans aus der Region machten dies möglich und erfüllten sich einen Wunsch. Trotz idealer Verhältnisse für die Allradfraktion blieb „Raketen Bruno“ bei allen Läufen im Schatten seines Landsmanns Reto Meisel (Mercedes 190 RM1 Judd V8) und sogar Norbert Handa im „normalen“ Lancia Delta lang bis zur zweiten Auffahrt vor Ianniello.
Im KW Berg-Cup war Norbert Wimmer Mann des Tages. Mit seinem BMW 2002 8V lehrte der Bayer die 16V-Konkurenz das Fürchten, nur Holger Hovemann ließ sicht beirren und gewann. Hansi Eller war zwar im letzten Lauf schneller als Wimmer, womit der Mann im Minichberger VW Scirocco aber nur seinen dritten Klassenplatz festigen konnte. Hinter Dirk Preißer (Opel Kadett C 16V) und Björn Wiebe (Renault Clio 16V) landete Cup-Neuling Rainer Schönborn (VW Golf 16V) auf einem ausgezeichneten sechsten Rang von 28 gestarteten Klassenkollegen, noch vor so etablierten Fahrern wie Günter Göser, Richard Petter und André Schrörs.
In der Klasse bis 1600 ccm der Gruppe H spielte Helmut Maier (VW Spiess Golf 16V) seine Extraklasse auf feuchtem Geläuf voll aus und gewann deutlich vor Vorjahressieger und Lokalmatador Rainer Koresch (Ford Escort) und Dirk Pesch (VW Polo Kitcar) beim ersten Ausfahrt der Saison, auf seiner erklärten Lieblingstrecke.
Der Pechvogel des Wochenendes war in der Klasse H bis 1300 ccm zu finden. Der junge Eichenbühler Nils Abb krachte im Training bei Posten 19 in die Leitplanken. Am Abend wurde der gelbe VW Polo mit Hilfe vieler fachkundiger Fahrerkollegen wieder für den Renntag hergerichtet. Doch auch Sonntag war für den Maurergesellen bei Posten 19 Endstation. Eine Felge brach, die scheinbar beim Traingscrash was abbekam. Ebenfalls vom Pech verfolgt wurde André Stelberg. Knapp in Führung liegend und den Sieg bereits vor Augen, verschenkte der Gummersbacher mit einem Abflug vor der Zielkurve alles an Hugo Moser (beide VW Polo 16V). „Bis auf die letzten Meter zum Ziel lief das Wochenende für mich optimal, doch am Ende war’s für die Katz“ kommentierte Stelberg Junior. So rückte auch Armin Ebenhöh im VW Polo 8V auf den zweiten Platz auf, vor Manfred Konrad (VW Corrado) und Bernd Letmade, der seinen am Iberg beschädigten VW Polo 8V wieder in der Reihe hatte.
Ähnlich wie Stelberg erging es Robert Bauer in der Klasse bis 1150 ccm. Auch der Oberpfälzer kontaktierte in Führung liegend die Leitplanken und musste anschließen sein VW Polo 16V aufladen. Danach richteten sich die Augen auf das Duell der Fiat 127 Piloten Jörg Eberle und Jürgen Hessberger, das letztlich der Malermeister aus Roßtal, denkbar knapp mit 0,160 Sekunden für sich entschied.
Die wieder einmal schwach besetzte Klasse H über 2000 ccm gewann Roman Sonderbauer im Opel Kadett C 16V. Für den Neuensteiger im KW Berg-Cup war dies der erste Klassensieg am Berg. Die kleine FS/E1 Klasse gewann Andrés Vater Thomas Stelberg im Opel Corsa. Zum ersten Einsatz des angekündigten VW Polo in der 1150er Klasse im Team mit Motorentuner Jürgen Schneider wir es frühestens zum Saisonende kommen. Bereits am Samstag schied Franz Koob mit einem „dreifachen Rittberger“ im Fiat 128, kurz nach dem Brückchen aus. Dafür gab der 18jährige Junior Sven Koob im Rahmen der Gleichmäßigkeitsprüfung, seine Einstand am Berg im Fiat 128 A von Papa Franz.

Der NSU Marken-Bergpokal im Classic-Berg-Cup war erneut für ein paar Überraschungen gut. Der mehrfache Saisonsieger Uwe Schindler war diesmal abgeschlagen auf Rang vier zu finden. Dafür trumpfte Jochen Schittenhelm bei diesen Mischverhältnissen auf und gewann nach drei Jahren wieder einmal die Cupwertung vor Edgar Reich, der noch vor dem zweiten Lauf hauchdünn die Führung innehatte. Der wie Entfesselt agierende Schittenhelm fuhr in den letzten beiden Rennläufen einen Vorsprung von mehr als 7 Sekunden auf Reich und Jörg Davidovic heraus. Horst Fleischer schied bereits im ersten Rennlauf durch Unfall aus. Aus dem Classic-Berg-Cup hatten insgesamt 23 Fahrerinnen und Fahrer gemeldet, das war Saisonrekord. Die kleine Klasse gewann Tim Fröhlich (Renault Alpine A 110), die Größere Lokalmatador Andreas Herl auf Ford Escort RS 2000.
Mit 15 Fahrern stellte der veranstaltende Homburger AC den seit vielen Jahren zahlenmäßig größten Block bei einem Deutschen Bergrennen. Erfolgreichster Mann war hier der Wiesbacher Björn Hemmer (Peugeot 106 Rally) als Klassensieger bis 1400 ccm der Gruppe F2005.
Resultat:
1.Jörg Weidinger, Osella BMW 3.0 CN, 3:34,447
2.Marcel Steiner (CH), Martini BMW 3.0 CN, 3:42,853
3.Uwe Lang, Osella BMW 3.0 CN, 3:43,009
4.Reto Meisel (CH) Mercedes 190 Judd V8 E1, 3:53,715,
5.Bruno Ianniello (CH), Lancia Delta S4 E1, 4:04,610,
6.Urs Müller (CH), Argo Alfa Romeo 3.0 CN, 4:08,226,
7.Holger Hovemann, Opel Kadett C 16V H, 4:09,086,
8.Frank Debruyne, Dallara Fiat F3, 4:09,147,
9.Norbert Handa, Lancia Delta E1, 4:09,996,
10.Franz Seitz, Reynard Opel Lotus, 4:12,089,
11.Uwe Wolpert, UWR Honda 2.0 CN, 4:13,379,
12.Norbert Wimmer, BMW 2002 8V H, 4:13,950,
13.Hans-Peter Heller, VW Scirocco 16V H, 4:16,278,
14.Dirk Preißer, Opel Kadett C 16V H, 4:18,503,
15.Björn Wiebe, Renault Clio 16V H, 4:20,081,
16.Rainer Schönborn, VW Golf 16V H, 4:23,237,
17.Helmut Maier, VW Golf 16V H, 4:24,498,
18.Günter Göser, Opel Kadett C 16V H, 4:24,738
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