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Report TRIER: Paprikarakete zündete endlich wieder PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Thomas Bubel   
Montag, den 15. Juni 2009 um 11:58 Uhr

Wohl eine Mischung aus Wirtschaftskrise und der Tatsache dass das Rennen von Fell hinauf nach Thomm weiterhin nicht zum KW Berg-Cup zählt, bescherte dem Racingteam Trier mit 82 gestarteten Fahrern ein überschaubares Starterfeld. Enttäuschend war auch das Zuschaueraufkommen. Lediglich gezählte 400 Zuschauer verfolgten am frühen Nachmittag das Rennen auf der großen Zuschauerwiese an der Bitkurve. Ein Plätzchen in der ersten Reihe war hier zu stets zu bekommen. Geschätzte 2.000 Fans ließen sich an beiden Tagen entlang der 3,715 Meter langen Kreisstraße 82 nieder und das obwohl man sechs Formel 3000 Boliden, zehn Sportwagen und weiter Formel-Rennwagen nirgendwo außer in Trier bei einem Deutschen Bergrennen zu Gesicht bekommt. Am hochkarätigen Fahrerfeld in der Spitze kann es nicht gelegen haben.



Zum bedauern der eingefleischten Bergfans sagte auch noch Simone Faggioli, der mit seiner neuen Wunderwaffe á la Osella Zytek FA30 im heimischen Italien antrat und Trier als Streicher verbuchte, ab. Faggioli versucht es in diesem Jahr Lionel Regal gleich zu tun, der im Vorjahr den EBM und Landesmeistertitel holte. Dies ist für Simone Faggioli nun möglich, da es in Italien erstmals einen Gesamtmeister geben wird. Somit reiste Landsmann Fausto Bormolini im Reynard  95D F3000 als klarer Favorit an die Mosel. Ein leichter Ausrutscher im Training kaufte dem Mann aus Wintersportort Livigno den Schneid ab und auch am Renntag lief einfach nichts zusammen. Dafür überraschte Laszlo Szasz. Beim Ungarn platzte nach langer Durststrecke endlich der Knoten. Mit drei Laufbestzeiten feierte Szasz nach sechs Jahren wieder einen Sieg beim Deutschen EM-Lauf. „In den letzten Jahren war ich oftmals von meinen Platzierungen enttäuscht“, gab Szasz freimütig zu. „Ich hatte den Kopf nicht frei und der schwere Unfall von meinem Freund Horst Fendrich 2004 in meinem Auto, war irgendwo im Hinterkopf gespeichert“. Als Schnellster des Trainings steigerte sich Renzo Napione am Renntag deutlich, doch Szasz war an diesem Tag nicht zu schlagen. Vom Vorjahresrekord des Europameisters Lionel Regal, der zeitgleich im Französischen Championnat eine Niederlage gegen Nicolas Schatz kassierte, waren Szasz, Napione und Co jedoch mit über drei Sekunden, meilenweit entfernt. Auf einen Podiumsrang hatte Marcel Steiner im Martini-Sportwagen bei dieser starken Konkurrenz nicht zu hoffen gewagt, zumal DM-Kollege Uwe Lang am Morgen frischer und schneller war. Da sich der Tabellenführer des Sportwagen-Bergcups Jörg Weidinger im ersten Lauf drehte, konnte Steiner seine DM-Führung ausbauen und auch im SBC punkten.



In der kleinen Klasse des Sportwagen-Bergcups bis 2000 ccm hatte erneut der Vorarlberger Arno Bereiter im PRC Honda CN uneingeschränkt das Sagen, nachdem Georg Olbrich (Osella PA 21 Honda CN) im zweiten Lauf aneckte und zum Schluss nicht mehr antrat. Martin Bobinger hatte als zweiter stets in der engen Bit-Kurve mit seinem Osella PA 21 Honda zu kämpfen. Rang 12 in der Gesamtwertung konnte sich jedoch sehen lassen.

In der Luxemburger Bergmeisterschaft behauptete sich Leon Linden im 2005er Dallara F3 an der Tabellenspitze. Frank Maas, der mit Problemen an der Stromversorgung seines Reynard F3000 aufgab, fiel auf Platz zehn zurück. Guy Demuths Chancen auf den Titel sind weiter gegeben. Der Mann im Ex-Matthias Lauda Lola F3000 überstand wie Linden unbeschadet einen Ausrutscher im Warm Up. Um noch Meister zu werden muss Demuth jedoch bei den restlichen Läufen in Belgien und Frankreich immer als schnellster Luxemburger ins Ziel kommen. Nach dem Trierer Bergrennen liegt überraschend Bob Kellen im Rallye Ford Escort RS 2000 auf Rang zwei.

Praktisch ohne Gegner tummelte sich Reto Meisel mit seinem E1-Tourenwagen im Feld der Rennwagen. Allein seinen eigenen Tourenwagenrekord zu brechen, gab dem Schweizer Motivation. Im zweiten Lauf war es dann soweit und die neue Bestzeit lautet 1:41,096. In der DM-Wertung der Tourenwagen hat sich Meisel bereits einen komfortablen Vorsprung herausgefahren. Für die wenigen Gruppe H-Piloten galt es Punkte für den DMSB Bergpokal zu sammeln. Da Holger Hovemann mit seinem Opel Kadett C 16V nicht am Start war, baute Jürgen Hessberger (Fiat 127 Sport) mit einem Klassensieg seinen Punktepolster auf. Schnellster Gruppe H-Vertreter war wie in Wolsfeld Werner Jetzt im Lancia Delta Integrale.

Die Gruppe der 2 Liter Formelwagen beherrschte der Tscheche Milan Svoboda im formelfreien Dallara Opel. Für die einheimischen Akteure ging es um Punkte für den DMSB Bergpokal der Rennsportfahrzeuge. Franz Seitz (2.) im Reynard Opel RISSE Lotus hatte seinen direkten Gegner Frank Debruyne (Dallara Fiat F3) absolut im Griff. Mit einem Vorsprung von durchschnittlich 4 Sekunden pro Lauf sprach Seitz eine deutliche Sprache.

Die größte Fraktion am Thommer Berg stellte der NSU Bergpokal im Classic-Berg-Cup, mit elf Fahrzeugen. Neueinsteiger Jörg Davidovic, der ausgenommen von Homburg und Osnabrück, über keinerlei Streckenkenntnis verfügt, trumpfte auf der alljährlichen Wertungsprüfung der Rallye Deutschland, mächtig auf und gewann seinen ersten NSU-Bergpokallauf. Uwe Schindler im NSU KWR versuchte im letzten Lauf noch die Niederlage abzuwenden und rutschte dabei in der Bit-Kurve auf die Wiese. Schindler konnte danach mit Rang zwei zufrieden sein. Michael „Mike“ Vogel aus dem Davidovic-Team komplettierte den der Erfolg der Darmstädter Truppe auf Platz drei, vor Nicki Höllerich, und Walter Fassbender.



In den Tourenwagen-Gruppen N, A und SP wurden in Trier Punkte zur Berg-EM vergeben. Als viertschnellster Tourenwagenpilot und Gruppe A-Sieger baute der Tscheche Vaclav Janik im Mitsubishi Lancer EVO IX seine EBM-Führung aus. Der Odenwälder Achim Kreim (Mitsubishi Lancer Evo 8), der in diesem Jahr bereits einige EM-Läufe bestritten hat, sammelte weitere Punkte mit Platz zwei. Wie in Ecce Homo gewann Roland Wanek im Mitsubishi die Gruppe N. Aus beruflichen Gründen ist eine volle EM-Saison für den Iserlohner zurzeit leider nicht machbar.

 

 

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