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Report ST. ANDRÄ-KITZECK - Von allen verlassen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Werner Schneider   
Mittwoch, den 03. Juni 2009 um 11:55 Uhr

Veranstalter Hans-Peter Laber konnte einem schon leid tun. Beim 4. Lauf zur österreichischen Bergmeisterschaft auf den Dämmerkogel in der Südsteiermark wurde er von so ziemlich allen externen Mitarbeitern im Stich gelassen. Allzu populär war die Zusammenlegung von Berg-ÖM und Bergrallye-Cup ohnehin noch nie (was sich auch diesmal im Startverzicht etlicher Bergrallye-Cup-Stammfahrer, aber auch einiger Berg-ÖM-Stars niederschlug), aber das hatte der Veranstalter nicht verdient. Für das katastrophale Wetter am Trainingstag (strömender Regen am Morgen und später unmittelbar nach Trainingsbeginn wieder einsetzender Regen, dazu nur 7 Grad und starkem Wind) konnte natürlich niemand was. Schlimmer war da schon

, daß in der Nacht plötzlich die Lebensmittelpolizei im Festzelt auftauchte und die dort stattfindende Party zwangsweise beendete. Offenbar herrschten hygienische Zustände, die ein solches Vorgehen unvermeidlich machten. Zu diesem Zeitpunkt hing auch schon längst der drohende Abbruch der Veranstaltung durch die Sportkommissäre wie ein Damokles-Schwert über Laber. Die neue Zeitnahme-Firma schien nämlich im Vorfeld das Blaue vom Himmel versprochen zu haben und lieferte dann ein einziges Chaos ab. So war entlang der Strecke der Zeitenservice zusammen gebrochen, was dem Streckensprecher einen ziemlich undankbaren Job verschaffte. Auch die Trainingszeiten wirkten teilweise eher wie gewürfelt statt gemessen. Über Nacht besserte sich zumindest das Wetter. Der Renn-Sonntag präsentierte sich strahlend sonnig, wobei die Temperatur schließlich auf rund 18 Grad stieg. Die Zeitnahme funktionierte nun einigermaßen, allerdings waren Anzeigetafel am Start und im Ziel nicht synchron und zeigten für ein und denselben Fahrer oft unterschiedliche Zeiten an. Dazu war die Zeitnahmefirma nicht imstande, ein Problem mit den Lautsprecher am wichtigsten Zuschauerplatz zu lösen. Dieser fiel ständig kurzfristig aus oder lieferte lautes Rauschen statt der Stimme des ungemein bemühten Streckensprechers, manchmal auch beides gleichzeitig. Die Probleme machten es notwendig, die ursprünglich 98 Autos im Abstand von 35-40 sec. zu starten, weil sich die Zeitnehmung außerstande erklärte, bei geringeren Abständen korrekte Zeiten zu dokumentieren. Dies, obwohl die Strecke trotz Verlängerung noch immer lediglich 1,9 km lang war. Kein Wunder, daß man für einen Trainings- und drei Rennläufe, die um 9 Uhr begonnen wurden, am Ende bis 18:17 Uhr benötigte, ehe der letzte Fahrer endlich das Ziel erreicht hatte. Trotz extra kurz gehaltener Pausen zwischen den einzelnen Läufen. Kein Wunder, daß Hans-Peter Laber bei der erst um 21:30 Uhr beginnenden Siegerehrung einem Nervenzusammenbruch nahe war. Sportlich wurde die Rennwagen-Kategorie am eingekauften Gast-Star und Europameister Lionel Regal (Reynard-Mugen F3000) klar dominiert, der klar vor Hermann Waldy sen. (Reynard-Judd F3000) und dem Italiener Marietto Nalon (Lola-Cosworth F3000) gewann. In der Zweiliter-Klasse siegte erwartungsgemäß der immer stärker werdende Andi Stollnberger (Opel-Lotus), der damit seine Führung in der ÖM erfolgreich verteidigte. Die E1-Tourenwagen-Gruppe gewann in der Klasse über 2000 ccm der abtretende Tourenwagen-Meister Andi Gabat vor seinem Kunden Laber und Felix Pailer. Laber hatte allerdings Glück, daß Gabat ihm nach dem zweiten Rennlauf aus seinem eigenen Auto eine Radnabe zur Verfügung stellte. Diese ermöglichte es dem Juwelier im Finale noch, an Pailer vorbei auf Platz 2 zu kommen. Die Zweiliter-Klasse wurde wie gewohnt zu einer überlegenen Beute von Andi Marko im Audi A4 Quattro, der inzwischen fast ebenso schnell fährt wie die Top-Leute der großen Klasse. Die 1600er wurden zur Beute des mit österreichischer Lizenz fahrenden Passauers Helmut Maier (Golf I), bei den 1400ern waren wegen des Verzichts einiger Bergrallye-Piloten nur drei Piloten am Start, wobei sich Manfred Majkovski (Suzuki Swift) schließlich leicht gegen einen 1000er-Mini durchsetzte. In der Gruppe A fehlte wie schon 2008 der dominierende Christian Schweiger, was René Martinek (Honda Civic R) zu seinem ersten Saisonsieg nützte. Gruppe N-Sieger wurde Hermann Waldy jun. (ebenfalls Honda). Mit dem Ende des Rennens waren die Probleme der Funktionäre aber noch nicht ausgestanden: Die Zeitnahme verschwand nämlich so schnell wie möglich und ließ nichts außer einigen ausgedruckten Zetteln zurück, aus denen erst die korrekten Ergebnisse für die ÖM und den Bergrallye-Cup per Hand heraus gerechnet werden mußten. Wie gewohnt ergab sich nämlich das verwirrende Bild, das einige Piloten nur für die ÖM oder nur für den Bergrallye-Cup gewertet wurden, andere aber für beide Wertungen berücksichtigt wurden. Wer auf die ÖM verzichtete, zahlte nämlich nur das deutlich geringere Standard-Nenngeld für den Bergrallye-Cup.

 

 

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