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Report RENNSTEIG: Weidinger bester Rennbergsteiger PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Thomas Bubel   
Montag, den 18. Mai 2009 um 20:50 Uhr

Juristisches „Hickhack“ im Vorfeld des 5. ADAC Rennsteig-Bergrennens, ausgehend von einem Privatwaldbesitzer, kostete die RSG Altensteiner-Oberland viele zusätzliche Nerven. In letzter Minute wurde ein Eilantrag gegen das Rennen vom Verwaltungsgericht abgewiesen. Die notwendigen Genehmigungspapiere hatten die Mannen um Organisationsleiter Marcus Malsch erst am Freitag, also einen Tag vor der Veranstaltung, in Händen. Damit nicht genug, auch am Renntag streiften „Aufpasser“ des Grundbesitzers durch den Wald entlang der Rennsteigpiste. Doch die Zuschauer verhielten sich diszipliniert und besonnen.


Auf Deutschlands längster Bergrennstrecke feierte Ex-Tourenwagen-Europabergmeister Jörg Weidinger (Osella BMW CN) einen Sieg auf der ganzen Linie. Mit neuem Streckenrekord im ersten Rennlauf (1.35,742) und insgesamt zwei Laufbestzeiten konnte der BMW-Fahrwerks-Ingenieur in der Berg DM-Wertung wieder auf den Leader Marcel Steiner (Martini BMW CN) aufschließen. Einziger Schönheitsfehler war der letzte Lauf, wo Steiner um 4/1000 schneller war und alle froh waren noch vor einen Regenschauer das Ziel erreicht zu haben. Mit Steiners Landsmann Reto Meisel (Mercedes 190 Judd V8), der im letzten Rennlauf noch an Sportwagenpilot Uwe Lang (Osella BMW CN) vorbei ziehen konnte, tummelte sich wieder mal ein Tourenwagenfahrer in der absoluten Spitze. Der Schweizer verfehlte mit seinem V8-Boliden jedoch den angepeilten Tourenwagenrekord, Erzrivale Norbert Brenner im Opel Astra V8 DTM war dennoch machtlos und Norbert Handa wurde von seinem Lancia Delta bereits im ersten Lauf im Stich gelassen.



Die 4.250 Meter lange, enge und schnelle Landstraße L 1027 stellte erneut hohe Ansprüche an Fahrkunst und Material. So konnten im Verlauf des Wochenendes u.a. Gebhard Kraus (Formel Opel Lotus), Armin Ebenhöh (VW Polo 8V), Dirk Preisser (Opel Kadett C 16V), René Fußenegger (VW Golf 8V), Arne Schiermeister (Opel Corsa 8V) und Jörg Weidinger den Anziehungskräften der Leitplanken nicht widerstehen. Der Happurger konnte über Nacht reparieren, was anderen „Unfallopfern“ nicht vergönnt war. Am schlimmsten erwische es Arne Schiermeister, dessen RISSE-Corsa ein Fall für die Abwrackprämie ist. Besonders Leid tun konnte einem der junge André Stelberg. Den Gummersbacher plagten im Training Motorprobleme, worauf man sich entschloss beim Racing-Service von Andreas Brandt im südhessischen Bürstadt über Nacht den Ersatzmotor in den roten VW Polo 16V einpflanzen. Pünktlich zum ersten Rennlauf war die Stelberg-Truppe wieder am Rennsteig angekommen, doch wenige Meter nach dem Start ging auch das Ersatztriebwerk in Rauch auf.

 

Holger Hovemann im Opel RISSE Kadett bot den „Bergwanderern“ (es war ja schließlich Volkswandertag) entlang der Strecke eine erstklassige Vorstellung und deklassierte als dritter der Tourenwagenwertung den Rest der Gruppe H und E1-Meute. Fast 10 Sekunden fuhr der Odenwälder in der Klasse H bis 2000 ccm auf seine ärgsten Verfolger Hansi Eller (VW Minichberger Scirocco 16V) und Sebastian Schmitt im Opel Kadett C 16V heraus. An solch langen Bergen tritt die derzeitige Überlegenheit des Holger Hovemann noch deutlicher hervor. Erwähnenswert ist hier auch Norbert Wimmer auf Klassenrang fünf, der mit seinem BMW 2002 die 8V-Wertung deutlich gewinnen konnte.



In der kleinsten Hubraumklasse bis 1150 ccm scheint sich langfristig ein Machtwechsel anzubahnen. Klassensieger Robert Bauer verfügt nun ebenfalls über Motorradzylinderkopftechnik in seinem VW Polo 16V von Tuner EMP. Im Thüringer Wald funktionierte das Triebwerk erstmals nahezu optimal und der Oberpfälzer drückte dem über 50fachen Klassensieger Jürgen Hessberger im Fiat 127 Sport 8V rund sieben Sekunden Rückstand aufs Auge. Jörg Eberle, Franz Koob und Co blieben da nur die Zuschauerrolle.

In der Klasse H bis 1300 ccm zeichnete sich unterdessen eine dicke Überraschung ab, jedoch nicht um den Klassensieg, den Klaus Bernert deutlich vor Eschdorf-Sieger Hajo Schmidt (beide VW Polo 16V) einfuhr. Nach seinem Klassensieg beim nicht zum KW Berg-Cup zählenden Bergrennen in Schleiz lag der junge Stefan Müller im VW Polo 8V nach Armin Ebenhöhs Ausfalls nach dem zweiten Lauf auf dem dritten Rang und führte die Wertung der KW 8V-Trophy noch vor Bernd Letmade und Jörg Smyrek an. Eine abgescherte Antriebswelle machte dem Mitterteicher dann aber einen Strich durch die Rechnung. Die Klasse H bis 1600 ccm war auch am Rennsteig etwas unterbesetzt. Thomas Klingelberger im VW Polo Kit Car setzte sich überraschend deutlich gegen Valentin Schneider im VW Golf 16V durch. In der Hubraumstärksten Klasse über 2000 ccm der Gruppe H fuhr Lutz Pfeil im BMW M3 Coupé allein auf weiter Flur.

Bei den Gruppe C-Sportwagen bis 2 Liter, die um den DMSB Bergpokal und den Sportwagen- Berg-Cup fahren, arbeitete der Vorarlberger Arno Bereiter im PRC Honda erst zum Schluss seinen Klassensieg deutlich heraus, vor Martin Bobinger und Georg Olbrich (beide Osella PA 21 Honda). Den DMSB Bergpokal für Rennsportfahrzeuge haben auch die schnellsten Formelpiloten im Visier. Franz Seitz (Reynard Opel Lotus), als ausgezeichneter sechster der Gesamtwertung, war klar bester Monopostofahrer, deutlich Formel 3-Mann Frank Debruyne.

Nach Eschdorf mussten die DMSB-Kommissare erneut einen Protest entgegen nehmen, diesmal aus dem Bereich des Classic-Berg-Cups und des DMSB Classic-Berg-Pokals. Christian Kolb mit seinem BMW 320 musste sich darauf hin einer technischen Nachkontrolle stellen. Ein Ergebnis liegt „BiD“ derzeit noch nicht vor. Das vorläufige Resultat weist „Julien Rogers“ im ex-DRM BMW 320 als Sieger aus, vor Kolb, Rein und Timo Danz im bildschönen BMW 3,5 CSL. Andreas Herl (Ford Escort), der ab 2010 einen PRC Alfa Sportwagen im CBC pilotieren wird, schied auf Rang drei liegend aus. Mit zwölf Fahrzeugen war der NSU Bergpokal im CBC erneut zahlenmäßig stark vertreten. Steffen Hofmann, der in Eschdorf pausiert hatte, verbuchte nach Schleiz bereits seinen zweiten Saisonsieg vor Jörg Höber und Uwe Schindler. Jochen Schittenhelm, der nach einjähriger Pause wieder dabei war, schied auf Rang drei liegend im letzten Lauf aus.

Die restlichen Gruppensieger hießen: Ludger Dreyfürst (Mitsubishi Lancer) in der Gruppe G, Lars Bröker (Honda Civic Typ R) in der Gruppe N und Achim Kreim (Mitsubishi Lancer Evo VIII) in der Gruppe A. Zum Training erschienen insgesamt 91 Fahrer. 72 Piloten hatten am Ende das Ziel an der Ruhlaer Skihütte, gelegen auf 600 Meter Seehöhe, erreicht.



Resultat:
1. Jörg Weidinger (D/Osella BMW 3.0 CN) 4.48,600
2. Marcel Steiner (CH/Martini BMW 3.0 CN) 4.53,053

3. Reto Meisel (CH/Mercedes 190 Judd V8 E1) 5.02,284
4. Uwe Lang (D/Osella BMW 3.0 CN) 5.03,101
5. Norbert Brenner (D/Opel Astra V8 DTM E1) 5.09,736
6. Franz Seitz (D/Formel Opel Lotus) 5.32,482
7. Holger Hovemann (D/Opel Kadett C 16V Gr. H) 5.32,777
8. Arno Bereiter (A/PRC Honda 2.0 CN) 5.34,690
9. Martin Bobinger (D/Osella Honda 2.0 CN) 5.38,491
10. Urs Müller (CH/Argo Alfa 3.0 CN) 5.41,796
11. Hansi Eller (D/VW Scirocco 16V Gr.H) 5.41,925
12. Sebastian Schmitt (D/Opel Kadett C 16V Gr.H) 5.41,965
13. Kurt Flatz (A/Opel Vectra STW Gr.H) 5.43,362
14. Georg Olbrich (D/Osella Honda 2.0 CN) 5.46,767
15. Norbert Wimmer (D/BMW 2002 8V Gr.H) 5. 47,073

 

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