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Einem verregneten Trainingstag mit vielen Unterbrechungen folgte am Sonntag, bei nahezu perfekten Bedingungen, drei zügige und spannende Rennläufe beim vorletzten Berg-DM-Lauf in Unterfranken.
Eine Meisterschaft, die dem Opel Astra V8 Coupé in der DTM versagt blieb, schaffte am heimischen Umpfenbacher Berg vorzeitig Norbert Brenner. Der Odenwälder hatte nach der Lizenzsperre von Reto Meisel eine freie 3.050 Meter lange Bahn. Für den mittlerweile 60 Lenze zählenden „Bergkönig“
bedeutete dies die 8. Bergmeisterschaft und der neunte DMSB-Titel am Berg. Auf dem x-ten Hochpunkt seiner seit 1972 laufenden Karriere denkt Brenner ans Aufhören. „Ich hatte vor nach dem nächsten Titel den Helm an den Nagel zu hängen, jetzt ist es soweit und ich bin am Zweifeln“. Verständlich, den Brenner hatte seine Gegner in den Gruppen E1 und H sicher im Griff. Meisels Tourenwagen-Rekord von 1.16.24 aus dem Vorjahr griff Brenner klugerweise nicht an um nicht noch die Meisterschaft mit einem Crash aufs Spiel zu setzen. Die Bestzeit von 1.17,42 reichte völlig aus. Dennoch mussten die Brenner-Fans an der Strecke im letzten Lauf noch zittern. Der rote Astra rauchte mächtig aus dem linken hinteren Radkasten. Beim Startvorgang verharke sich der Holz-Unterlegkeil des Starters, der dass Zurückrollen verhindert. Außer besagter Rauchentwicklung blieb das Missgeschick folgenlos.
Aller Ehren wert war die Bestmarke (1.19,91) des Vorarlbergers Walter Terler, bei seinem erst zweiten Start im Opel Astra V8. Der Nachfolger von Werner Jetzt im Ammann-Team legte pro Lauf eine Sekunde zu und möchte sich in den restlichen Saisonläufen weiter an den Ex-DTM Boliden gewöhnen um für 2009 fit zu sein. Norbert Handa im Lancia Delta Evo III hatte bereits das Nachsehen gegen den ehemaligen Formel 3 Vize-Meister aus Österreich.
Die Entscheidung um die Landesmeisterschaft bei den Rennwagen wurde erneut vertagt. Beim großen Finale von Mickhausen, wo sich erneut ein international erstklassiges Starterfeld abzeichnet, sind die letzten 60 Punkte zu vergeben. Das bedeutet dass mit Eidgenossen Marcel Steiner (Martini BMW CN) und den beiden Osella-Piloten Jörg Weidinger und Uwe Lang, noch drei Fahrer Titelchancen haben. In Eichenbühl knabberten Lang und Weidinger an Steiners Punktepolster. In Mickhausen lautet somit die Devise für Steiner, das Ziel zu sehen um erstmals Deutscher Champion zu werden. War der Oberdiesbacher Anfangs noch Laufschnellster, überraschte in Lauf zwei Jörg Weidinger mit dem sprichwörtlich „Messer zwischen den Zähnen“, indem er einen weiteren von Herbert Stenger gehaltenen Streckenrekord, in 1.13,14 auslöschte. Dies war der Grundstein zum ersten Gesamtsieg der Saison. „Endlich geht es bei mir wieder Aufwärts“, freute sich der BMW-Fahrwerksingenieur.
Im achten Lauf des KW Berg-Cup eroberte sich „Mister Gruppe H“ Holger Hovemann (Opel RISSE Kadett C 16V) die Tabellenführung zurück, die der Odenwälder nach seinem ersten Ausfall in Osnabrück an „Jungstar“ Björn Wiebe im Renault Clio 16V verloren hatte. Dank der Streichresultate kann Hovemann bereits am kommenden Wochenende im oberösterreichischen St.Agatha zum fünften Mal in Folge die Gesamtwertung des KW Berg-Cups gewinnen. In Unterfranken fiel Hovemanns Klassensieg knapper aus als noch zuletzt.
Dieter Rottenberger im Ex-STW BMW 318is ärgerte den Abo-Sieger mit der schnellsten 2-Liter und Gruppe H Zeit (1.24,23) des Wochenendes und fing somit Andreas Kokor (Ford Escort RS) und Günther Göser (Opel Kadett C 16V) ab. So gut wie sicher hat Bernd Ehrle (Opel Kadett C) die 8V-Subwertung der großen Division in der Tasche. Der Allgäuer lieferte sich ein beinhartes Gefecht mit Gaststarter Norbert Wimmer (BMW 2002) und unterlag hauchdünn.
Bei den „Kleinen“ steht Jürgen Hessberger im Fiat 127 Sport vor dem Gewinn der Division I, inklusive KW 8V-Trophy. Der Franke siegte erneut in der Klasse H 1150 ccm. Rechnet man auch hier mit den Streichern, kann nur Klaus Bernert (VW Polo 16V) mit zwei weiteren Siegen in der Klasse H 1300, Hessbergers Triumph abwenden. Die in Eichenbühl schnellsten 8V-Piloten bis 1,3 Liter Armin Ebenhöh und Bernd Letmade (beide VW Polo) können Hessbergers 8V-Meisterschaft bereits nicht mehr verhindern.
Bis 1600 ccm versage wie zuletzt in Osnabrück die Kurbelwelle am VW Scirocco 16V des Hans Paulitsch und Helmut Maier siegte vor Manfred Lewe (beide VW Golf). Über 2 Liter profitierte Werner Olijniyk von einem Dreher seines Markenkollegen Markus Wüstefeld im Mercedes 190 Evo II und gewann.
Der Classic-Berg-Cup schloss seine drittes Jahr bereits in Unterfranken ab. Karl-Heinz Eck im Ford Escort Mk I Baujahr 1972 heißt der neue Cup-Sieger, der sich jedoch diesmal Andreas Herl im Mk II geschlagen geben musste.
Im NSU und Sportwagen-Bergcup bleibt es bis zum Schluss spannend. Mittlerweile ist Steffen Hofmann (NSU TT), nach seiner Zwangspause durch den Unfall am Rennsteig, wieder auf Meisterkurs. Marcel Steiner, steht neben der Bergmeisterschaft auch vor dem Gewinn des Sportwagen-Bergcup. Da der Schweizer nicht in St. Agatha an den Start gehen wird, Unterfranken war schließlich sein drittes Bergrennen in drei Wochen, fällt auch hier die Entscheidung in Mickhausen.
Die weiteren Klassen b.z.w. Gruppensieger hießen: Robert Meisers (Mitsubishi / Gr.G), Björn Hemmer (Peugeot 106 / F2005 bis 1400 ccm), Lothar Schmitt (Honda Civic / F2005 bis 1600 ccm), Lars Bröker (Honda Typ R / F2005 bis 2l), Roland Wanek (Mitsubishi / Gr. N), Achim Kreim (Mitsubishi / Gr.A), Michael Kerber (URD BMW / Gr. E2/C3), Georg Olbrich ( Osella PA 21 Honda / E2 bis 2l), Bernd Ribarczik (BR Eigenbau / E2 bis 1600 ccm), Frank Debruyne (Dallara F 393 / E2 bsi 2000 ccm).
1. Jörg Weidinger, Osella BMW 3.0 CN, 3:41,66
2. Marcel Steiner (CH), Martini BMW 3.0 CN, 3:43,35
3. Uwe Lang, Osella BMW 3.0 CN, 3:44,15
4. Norbert Brenner, Opel Astra V8 Coupé E1, 3:52,50
5. Michael Behnke, Osella BMW 3.0 CN, 4:01,79
6. Walter Terler (A), Opel Astra V8 Coupé E1, 4:03,64
7. Frank Drebruyne, Dallara F393 Fiat 2.0 E2, 4:04,11
8. Norbert Handa, Lancia Delta Evo III E1, 4:05,42
9. Georg Olbrich, Osella PA 21 Honda 2.0 CN, 4:09,28
10. Urs Müller (CH) Argo Alfa Romeo 3.0 CN, 4:12,57
11. Holger Hovemann, Opel Kadett 2.0 16V H, 4:14,36
12. Rolf Köppel, Martini BMW 2.0 E2, 4:15,90
13. Dieter Rottenberger, BMW 318is STW H, 4:16,10
14. Andreas Kokor, Ford Escort RS 2000 H, 4:17,30
15. Günter Göser, Opel Kadett C 2.0 16V H, 4:17,79
16. Kurt Flatz (A), Opel Vectra 2.0 STW H, 4:19,65
17. Michael Kerber, URD BMW 1.6 C3, 4:19,21
18. Dirk Preisser, Opel Kadett C 2.0 H, 4:20,15
19. Werner Olijnyk, Mercedes 190 Evo II H, 4:21,61 |