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Der MSC Osnabrück hatte zum 41. „Nordgipfel“ in die Borgloher Schweiz geladen. Die meisten der 150 gemeldeten Fahrer nahmen die weite Anreise aus dem Süden der Republik in Kauf und wurden dafür mit einer rundherum gelungenen Veranstaltung belohnt. Pech hatte der unermüdliche Organisator Bernd Stegmann samt seinen Mannen mit dem Showprogramm, am Renntag lief eigentlich nur noch der Lamborghini Gallardo auf Hochtouren, der Donkervoort und das NASCAR Pick-up mussten zuvor den vielen ungewohnten Starts aus dem Stand Tribut zollen.
Fällt nach zehn Jahren endlich Deutschlands ältester Streckenrekord (55,91), der damals vom Französischen Berg-Ass Christian Debias in einem Martini BMW Formel 2 aufgestellt wurde? Oder, schafft es Norbert Brenner mit seinem Opel Astra DTM endlich Erzrivale Reto Meisel im Mercedes 190 Judd V8 zu schlagen? Das waren die brennensten Fragen, die am Ende mit ja beantworte wurden. Aber der Reihe nach.
Am Trainingstag riskierte Uwe Lang (Osella BMW CN), Marcel Steiner (Martini BMW CN) und Jörg Weidinger (Osella BMW CN) schon mal einen Blick Richtung Streckenrekord und näherten sich der Uraltmarke bis auf eine dreiviertel Sekunde. Meisel, der das gesamte Wochenende über ein schlecht liegendes Mercedes Chassis klagte, hatte lediglich im letzten Probelauf, mit einem inoffiziellen Tourenwagenrekord einen Lichtblick. Hauptkontrahent Norbert Brenners Tagesbestzeit lang eine runde halbe Sekunde dahinter.
Der Sonntag, mit seinen vier Läufen, begann furios. Uwe Lang, der nach mäßigem Erfolg in der ersten Saisonhälfte die Reifenmarke wechselte, war urplötzlich wieder bei der Musik und schockte die Konkurrenz mit einem neunen Streckenrekord (55,831). Steiner und Weidinger waren eine halbe bis ganze Sekunde langsamer. Im zweiten Durchlauf konterte Steiner in 55,671 und riss die Bestmarke an sich, schaffte es jedoch nicht Lang in der Zwischenwertung zu überflügeln. Lang ließ im dritten Durchgang eine Laufbestzeit folgen, dennoch blieb es spannend bis zur letzten Sekunde. Zum Abschluss war Steiner abermals der Laufschnellste, was jedoch dem Eidgenossen nichts mehr nützte und dem amtierenden Bergmeister Lang den ersten Gesamtsieg der Saison einbrachte. Im Kampf um die Meisterschaft büßte Steiner verkraftbare zwei Punkte auf seine Verfolger Lang und Weidinger ein.
In der Tourenwagen-Division verfügen nur noch Meisel und Brenner über Titelchancen. Ob Reto Meisel seinen Titel erfolgreich verteidigen kann, hängt jedoch maßgeblich von Entscheidung des DMSB Sportgerichts am 24. August ab. Ob und wann bei Meisel, nach seinem Kat-Vergehen vom Iberg, eine Lizenzsperre zum tragen kommt, könnte Norbert Brenner zum vorzeitigen Meister machen, falls Meisel für die beiden abschließenden DM-Läufe in Eichenbühl und Mickhauen gesperrt würde. Brenner, der siebenfache Berg-Champion, bewies am Uphöfer Berg, dass auch er Meisel das Wasser reichen kann. Der Odenwälder besiegte Meisel erstmals in der laufenden Saison, und luchste dem Autohausbetreiber in 58,62 gar noch den Streckenrekord für Tourenwagen ab.
Im KW Berg-Cup schlug in der Klasse bis 2 Liter die Stunde der Verfolger. Holger Hovemann, der zuvor alle sieben möglichen Klassensiege souverän einfuhr, stellte am Nachmittag seinen Opel Kadett C 16V mit Motorschaden ab und eröffnete so ungewollt den Kampf und den Sieg. Sebastian Schmitt, dem wie den Kat-Sünder Meisel und Wensorra ein Richterspruch in Frankfurt bevorsteht, hat nach seiner verbalen Entgleisung gegen die DMSB-Sportkommissare am Iberg eine härtere Strafe zu erwarten. Der junge Rhöner setzte sich gegen Andreas Kokor, der nach Lauf 1 geführt hatte, Dieter Rottenberger, Hansi Eller und Björn Wiebe durch. Olaf Rost (VW Golf 16V), Günter Göser (Opel Kadett C 16V) und Kurt Flatz im Ammann-Opel Vectra STW blieb diesmal nur der Kampf um Rang sechs, den der Sohn von Siegfried Rost (Berg-Cup Divisionsgewinner von 1998 und 2000) trotz rasieren eines Reifenstapels bei Posten 3 davontrug.
In Abwesenheit von Michael Rauch, der nach seinem kapitalen Motorschaden vom Hauenstein die Saison wohl beendet hat, fuhr der Vorarlberger René Fußenegger (VW Minichberger Golf 1) zu seinem ersten Sieg in der KW 8V-Trophy der großen Division, 1,1 Sekunden vor Kadett-Treter René Rypka und deutlich vor dem rheinhessischen Italiener Sebastiano Pagano im Opel Briegel Kadett C.
In der 1300er-Keimzelle des KW Berg-Cups sah es für Gerhard Moser anfangs nach dem zweiten Klassensieg der Saison nach Wolsfeld aus, doch hinten raus war Klaus Bernert klar der Schnellere. Auf Rang drei platzierte sich bereits der schnellste 8V-Mann Armin Ebenhöh (VW Polo). Bernd Letmade, auf Rang vier, ist nach dem Neuaufbau seines Polos im Winter, in der kleinen KW 8V-Trophy noch immer nicht auf dem Leistungsstand der Vorjahre und experimentiert weiter mit diversen Fahrwerkseinstellungen. Nach seinem Crash von Eschdorf 2007, meldete sich Arne Schiermeister mit seinem Widererstarkten Opel RISSE Corsa auf dem dritten 8V-Platz zurück. Martin Kleiner rollte, wie am Hauenstein, bereits im ersten Rennlauf antriebslos aus. In den letzten zwei Wochen hatte die Stelberg-Truppe jede Menge Stress, nachdem in Hausen der 16V-Motor einen Fremdkörper angesaugt hatte und sich damit in die „ewigen Jagdgründe“ verabschiedete. Das etwas leistungsschwächere Ersatztriebwerk muckte in Lauf drei und warf André Stelberg von Position drei auf Rang neun zurück.
Nach 26 Jahren Motorsport gelang endlich Manfred Lewe im VW Golf 20V bis 1600 ccm der erste Klassensieg am heimischen Berg. Der Unternehmer aus Recke, hatte sich bereits auf einen harten Fight mit Hans Paulitsch im Minichberger Scirocco 16V eingestellt, doch der Vorarlberger musste nach einem Kurbelwellenschaden im letzten Trainingslauf vorzeitig die rund 700 km lange Heimreise antreten. Die restlichen Podiumsplätze gingen so an Dirk Pesch im VW Polo Kit-Car und Lokalmatador Benjamin Bellingradt im VW Golf 8V.
Die Gruppe H bis 1150 ccm rahmten die Norddeutschen Klimsa´s ein. Wehrend Vater Helmut im Audi 50 siebter und Letzter wurde, hatte Sohn Tobias an beiden Tagen im VW Polo die „Fiat-Freunde“ Jürgen Hessberger, Franz Koob, Rolf Rauch und Walter Trachsel recht locker im Griff und siegte.
Das Duell Wüstefeld gegen Hovemann um den H-Gruppensieg fiel nach dem Ausfall von „Mr. Gruppe H“ ins Wasser. Der Eichsfelder gewann erneut ohne Mühe die Klasse über 2 Liter vor Peter Röllinghoff im Ex-Danner BMW M3 und Lutz Pfeil (BMW M3 Coupé E46). Armin Dellkamm gab nach einem Hinterachsschaden am Ex-DTM M3 nach dem zweiten Rennlauf auf. Die kleine FS/E1-Klasse gewann Werner Kieser im Ford Escort.
Die weiteren Sieger hießen: Steffen Hofamann (NSU Bergpokal), Rene Frank (Classic-Berg-Cup / BMW M3), Frank Neugebauer (Markenpokale / Porsche GT3 RS), Michael Starke (Gruppe G / Porsche 996 GT3), Roland Wanek (Gruppe N / Mitsubishi), Franz Weissdorn (Gruppe A / Alfa 147), Peter Behnke (Gruppe E2/C3 / Tiga Hart) und Bernd Ribarczik in der Gruppe D/E mit seinem Eigenbau BR 06 Formel-Rennwagen.
Durch die Absage des Kyffhäuser Bergrennens (geplant für den 30./31. August) erhalten die Bergfahrer in den nächsten vier Wochen eine Verschnaufpause, bevor es dann mit den abschließenden Rennen von Unterfranken, St. Agatha (nur KW Berg-Cup) und Mickhausen in die heiße Endphase geht.
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