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Zum 39. Mal wurden die „Bergsteiger des Motorsports“ in der rund 700 Seelen zählenden Gemeinde Hausen in der Bayrischen Rhön, mit offenen Armen aufgenommen. Drei Tage „Racing und Party“ lockten 140 Fahrer und an die 4.000 Fans ins grüne Herz der Republik.
Nach der Streckenverlängerung mit Regenrennen im Vorjahr, waren neue Rekorde vorprogrammiert. Dies unterstrichen die beiden Schweizer Marcel Steiner (Martini BMW CN) und Reto Meisel (Mercedes 190 Judd V8) bereits im Training in ihren Divisionen. Bei besten Bedingungen machten die beiden Eidgenossen schon am frühen Sonntagmorgen Ernst und stellten die ersten offiziellen Rekorde des Tages auf. Demnach führte Steiner vor Meisel, noch vor den beiden Osella BMW-Piloten Uwe Lang und Jörg Weidinger in der Tageswertung. Im zweiten Lauf bewies Lang auf seiner Heimstrecke, mit einer neuen Rekordmarke (1:41,521) ansteigende Form und auch Weidinger steigerte sich um fast 2 Sekunden, wodurch Meisel auf Rang vier abrutschte. Zum Abschluss gelang Steiner Rekord Nummer vier (1:40,961) und der dritte DM-Sieg in Folge war perfekt.
Reto Meisel, der Norbert Brenner im Opel Astra V8 DTM keine Chance ließ, steuerte mit der Tourenwagenbestzeit 1:42,950 Rekord Nummer fünf bei. Norbert Brenner betonte, „um zu Reto aufzuschießen müsste ich meinen Astra rund 70 kg erleichtern, das jedoch extrem teuer oder geht auf Kosten der Sicherheit, was unakzeptabel ist“. Im Training zeigte Klaus Hoffmann eine ausgezeichnete Performance. Der E1-Ford Escort Cosworth lief endlich halbwegs wunschgemäß und siehe da, der Kitzinger war schneller als Kollege Norbert Handa im E1-Lancia Delta Evo III. Auch im ersten Rennlauf (Rang 6) war Hoffmann flotter als Handa. Doch dann tat es wieder mal einen Schlag und Hoffmann rollte nach der Jopp-Kurve (am ehemaligen Start) genauso aus, wie Minuten später Handa.
Mit Rang 6, wie zuletzt in Homburg gewann Frank Debruyne im Dallara 393 Fiat F3 die Wertung zum DMSB Bergpokal der Rennsportwagen vor Peter Behnke (Tiga SC 93 Hart C3). Pokal-Leader Rolf Köppel setzte in Lauf zwei seinen Martini BMW F2 kurz vor dem Ziel in die Leitschienen. Die Wertung zum Tourenwagen-Bergpokal führt weiter „Mr. Gruppe H Holger Hovemann an.
Dramen spielten sich in den Gruppe H-Klassen des KW Berg-Cup ab. Bis 1150 ccm vertrödelte Tobias Klimsa (VW Polo) den zweiten Lauf und geriet dadurch auf die Verliererstraße gegen Jürgen Hessberger im Fiat 127 Sport. Robert Bauer (VW Polo) hatte, nach eigener Vorhersage, auf dieser steilen Powerstrecke keine Chance ein Wörtchen um den Klassensieg mitreden zu können, der Kraftfahrer in Diensten des Autozubehörriesen ATU, musste gar Franz Koob im Fiat 128 Coupe vor sich dulden. Dahinter hatte Walter Trachsel, im orange Ex-Hörnig Fiat 127 Sport den Rest des 1150er Feldes im Griff.
Eine Klasse höher bis 1,3 Liter war Nachwuchsmann André Stelberg auf den ersten 4,2 km fast eine Sekunde schneller als Hugo Moser und Klaus Bernert (alle VW Polo 16V). Doch dann versagte Stelbergs Sportgerät seinen Dienst und Moser siegte am Ende denkbar knapp mit 96/100 vor Bernert. Nachdem Martin Kleiner an gleicher Stelle wie danach Handa und Hoffmann antriebslos ausrollte, war der Weg frei für Hajo Schmidt zum Sprung auf Platz 3. Der Berg-Cup Gesamtsieger von 1999 verfügt seit neustem über einen mit Motorradzylinderkopftechnik aufgepeppten 16V-Motor im roten Polo. Die KW-8V-Trophy der Division 1 hatte erneut Armin Ebenhöh im Auto-Weißdorn VW Polo voll unter Kontrolle. Nur im ersten Rennlauf konnte Bernd Letmade (VW Polo) halbwegs am Hagelstadter dran bleiben.
Böse Überraschung für Peter Naumann, bei seinem ersten Auftritt der Saison. Im von Andreas Voss geliehen VW Golf 16V (1600 ccm), fabrizierte der Schwabe mit Doppelsalto einen Totalschaden.Naumann geriet im Bereich der großen Zuschauerwiese (zwischen Posten 7 und 8) in den Graben und war danach machtlos. Der amtierende Titelträger der KW Berg-Cup Division I, der bekanntlich beim Saisonfinale 2007 in Mickhausen seinen VW Sorg-Polo auf ähnliche Weise „kalt verformte“, wurde vorsorglich ins nächste Krankenhaus zum Routineuntersuchung eingeliefert, da er über Rückenschmerzen klagte.
Hans Paulitsch (VW Scirocco 16V) gewann die Klasse deutlich vor Frank Brügge im VW Golf 20V, der „Weltenbummler“ Helmut Maier im VW Spiess Golf 16V um 5/100 bezwingen konnte. Der Passauer startete am Wochenende vor dem „Rhönklassiker“ beim EM-Lauf im slowenischen Ilirska Bistrica, wo der Versicherungskaufmann die Klasse E1 bis 1600 ccm für sich entschied.
Unantastbar spulte Holger Hovemann (Opel RISSE Kadett C 16V) die drei Läufe ab und bleibt weiter ungeschlagen. „Wenn das so weitergeht, muss ich mir irgendwann eine neue Herausforderung suchen“, kündigte der Odenwälder an. Im Kampf um die Ehrenplätze ging richtig die Post ab. Nach dem ersten Lauf lediglich sechster, presste sich Hansi Eller im Minichberger VW Scirocco 16V noch an den Lokalmatadoren Sebastian Schmitt und Dieter Rottenberger (zweiter nach Lauf 1) sowie an Günter Göser und Kurt Flatz vorbei auf Rang zwei. Andreas Kokor auf einem ungewohnten Rang 12, verspiele eine deutlich bessere Platzierung mit einem heftigen Verbremser in der Jopp-Kurve. Bernd Ehrle im blauen Opel Kadett C baute mit seinem Sieg in der großen 8V-Wertung seine Tabellenführung in der KW-Subwertung aus, profitierte dabei jedoch vom technisch bedingten Ausfall von Michael Rauch im Briegel-Kadett. Dritter im Reigen der „8V’ler“ war René Rypka, ebenfalls auf „CQP“.
Nichts Neues in der Gruppe H über 2000 ccm Hubraum. Lutz Pfeil im bildschönen BMW M3 Coupe E46 á la VLN steigert sich weiter Stückchen für Stückchen. Armin Dellkamm (Ex-Schnitzer BMW M3) bekam dies nun zu spüren. Den Klassen und Gruppensieg holte sich dagegen Markus Wüstefeld im Mercedes 190 Evo II. In der Gruppe E1 hieß der Klassensieger bis 2000 ccm Michael Wensorra (Opel RISSE Kadett C 16V).
In der Rhön zeigte sich der Classic-Berg-Cup, inklusive NSU Bergpokal wieder mal von seiner besten Seite. Insgesamt 27 Fahrzeuge (18/9) sorgten für die beste Starteranzahl der laufenden Saison. Pokale zum Klassensieg wurden Siegfried Rost (VW Polo), Karl-Heinz Eck (Ford Escort Mk1), Axel Reß (Renault Alpine A310), Tim Fröhlich (Alpine A 110) und Richard Feulner (Chevron Toyota F3) überreicht. Keine rechte Spannung ließ Steffen Hofmann im NSU-Bergpokal aufkommen. Nach dem angenehm frühen Rennende gegen 17 Uhr, hatte Hofmann gegenüber Jörg Höber einen Vorsprung von fast 10 Sekunden aufgebaut. Johannes Niedermann, auf Rang 3, lag weitere 17 Sekunden zurück.
Der 17jährige “Bergfloh“ Valentin Hummel blieb zum dritten mal nach Iberg und Homburg siegreich mit seinem Campa Bio-Diesel BMW 120d in der zusammen gelegten Gruppe G 3-5. Hinter den beiden Mitsubishi´s von Gruppensieger Robert Meiers, den viele noch aus seiner Formel 3 Zeit kennen und Ludger Dreyfürst, belegte Hummel sogar Rang drei der Gruppenwertung. Bleibt die Gruppe N, die Lars Bröcker (Honda Civic Typ R) klar gewann. In der Gruppe A / DA / Diesel 2000 war Franz Weißdorn im Alfa 147 Cup wieder einmal als Alleinunterhalter unterwegs.
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