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Mit dem 14.Ibergrennen der Neuzeit, feierte der organisierende MC Heiligenstadt seinen 50. Geburtstag. Schon in den 1970er Jahren begann die Motorsport-Tradition im Eichsfeld mit Läufen zur DDR-Meisterschaft. Heute geht’s gottlob internationaler auf dem Holzweg zu. Analog zum bisherigen Saisonverlauf dominierten die Schweizer den Trainingstag.
Bei Marcel Steiner lief es im abschließenden vierten Probelauf bereits dermaßen gut, das der Martini-BMW Pilot den Streckenrekord, inoffiziell und unbeabsichtigt um 4/10 unterbot und das mit alten Reifen. Auch Reto Meisel mit seinem Mercedes 190 Judd V8 bewegte sich am Samstag bereits im Bereich seines eigenen Tourenwagenrekords, den er nur durch „lupfen“ auf der Zielgerade abwenden konnte.
Am Sonntag überschlugen sich die Ereignisse im Tagesverlauf des Öfteren. Gleich im ersten Rennlauf am Morgen schallte der Ausruf „Streckenrekord“ bereits bei den Tourenwagen durch den Thüringer Wald. Reto Meisel steigerte seine eigene Bestmarke aus dem Vorjahr um einen Zehntel. Minuten später löschte Uwe Lang im Osella BMW CN die zwei Jahre alte absolute Rekordmarke von Patrick Zajelsnik in 54,015 aus. Langs Freude war jedoch nicht von Dauer, denn unmittelbar nach dem aktuellen Bergmeister durchbrach Marcel Steiner die 53 Sekunden Schallmauer.
Gleiches Spiel im zweiten von vier Durchgängen. Meisel drehte weiter an der Rekordschraube und fuhr nochmals mehr als eine halbe Sekunde schneller. Auch Steiner vermochte sich mit einer weiteren Rekordfahrt vorentscheidend von Lang und Jörg Weidinger ab zu setzten. In der dritten Auffahrt ließen die beiden Schweizer DM-Leader etwas nach. Im Verlauf des abschließenden Durchgangs überschlugen sich plötzlich die Ereignisse. Nach einer Kontrolle der DMSB-Kommissare im Fahrerlager wurden Reto Meisel und die beiden Gruppe H-Piloten Sebastian Schmitt und Michael Wensorra, wegen fehlendem und nicht funktionsfähigem Kat mit Wertungsausschluss belegt. „Zum Rennen montierten wird erstmals unsere neue 6 kg leichtere Auspuffanlage, doch der Kat ließ sich nicht einbauen. So mussten wir ohne Kat fahren“, entschuldigte sich Meisel. Die drei Betroffenen erwartet nun ein Sportgerichtsverfahren beim DMSB in Frankfurt, das voraussichtlich erst im Herbst verhandelt wird. Bis dahin sind Meisel, Schmitt und Wensorra ganz normal bei jedem Bergrennen startberechtigt. Es droht allerdings eine Sperre, die möglicherweise über den Winter "abgesitzt" werden kann.
Somit hatte Norbert Brenner im Opel Astra V8 den Tourenwagensieg vor Augen, doch der Odenwälder hatte großes Pech und zugleich Glück im Unglück, als am EX-DTM Boliden die Narbe der Lenkung brach und Brenner, nur noch Passagier, die Leitplanken streifte und mit einer Vollbremsung schlimmeres verhinderte. So kam am Ende Norbert Handa mit seinem Lancia Delta zu einem unerwarteten Tourenwagensieg.
Mit einer astreinen Vorstellung sicherte sich unterdessen Marcel Steiner den Gesamtsieg und setzte sich in der DM-Wertung erst einmal von Lang und Weidinger ab. Da die Klassen bis 2 und 3 Liter der Gruppe CN zusammen gelegt wurden, blieb dem Österreicher Arno Bereiter (PRC Honda 2.0 CN) ein Klassensieg versagt. Über einen hervorragender vierten Platz in der Gesamtwertung durfte sich der Architekt aber mit Recht freuen. Extrem ärgerlich war der Ausschluss für Sebastian Schmitt, der im Begriff war, seit langem wieder mal Holger Hovemann (beide Opel Kadett C 16V) zu schlagen. Nach dem dritten Lauf führte Schmitt die Gruppe H, vor Hovemann und Lokalmatador Markus Wüstefeld im Ex-DTM Mercedes an. Hovemann sagte Danke und rang anschließend noch Wüstefeld aus der Klasse über 2 Liter nieder.
Hinter „Mister Gruppe H“ überraschten Kurt Flatz im Ammann-Ex-STW Opel Vectra und Dieter Rottenberger (BMW 318is Ex-STW) auf den Platzen zwei und vier (bis 2000 ccm). Rang drei verhilft Björn Wiebe zum zwischenzeitlichen zweiten Tabellenplatz im DMSB-Bergpokal und im KW Berg-Cup.
Die KW 8V-Trophy der Division II war, nach hartem Kampf mit Markenkollege Bernd Ehrle, eine Beute für Michael Rauch im weißen Opel Kadett C. Nach der Trennung vom Ammann Performance Team, das wegen gesundheitlicher Probleme von Chefmechaniker Charly Jansenberger nicht an den Iberg reisen konnte, trat Werner Jetzt mit seinem bildschönen Fiat Abarth 131 in der Gruppe H an und belegte Rang 10.
Im KW Berg-Cup bis 1300 ccm feierte der erst 21jährige André Stelberg seinen ersten Klassensieg vor Dauersieger Klaus Bernert (beide VW Polo 16V). Der Kraichgauer hatte bis nach dem dritten Lauf noch die Nase vorn, ehe Stelberg Junior mit einem „Traumlauf“ doch noch den ersehnten Klassensieg schaffte. „Ein Klassensieg war eigentlich erst fürs nächste Jahr mein Ziel, ich bin glücklich und überrascht, dass es am Iberg bereits geklappt hat“, rapportierte Stelberg am Mikrofon bei Berg-Cup Streckensprecher Uli Kohl. Hinter dem drittplazierten Gerhard Moser (VW Polo 16V) klaffte eine über 9 Sekunden große Lücke auf den Rest des Feldes, der 16 1,3 Liter-Fahrzeuge. Die steil ansteigende Startgerade forderte diesmal nur ein Opfer. Armin Ebenhöh brach beim beschleunigen nach wenigen Metern die Antriebswelle und Aus war es mit dem 8V-Sieg in der Division I. So siegte Bernd Letmade trotz Fahrwerksproblemen, am über den Winter neu aufgebauten VW Polo, vor Christian Winkler (VW Polo) und Jörg Smyrek (Audi 50).
In der Klasse H bis 1600 ccm, wo „Dominator“ Ralf Kroll weiter pausiert, hat der Vorarlberger Hans Paulitsch die Rolle Krolls übernommen und gewann auch am Iberg deutlich vor Helmut Maier (VW Spiess Golf), der im Rennverlauf Spediteur Manfred Lewe im VW Brügge-Golf 20V abfangen konnte. Bei den „kleinsten“ bis 1150 ccm ließ Jürgen Hessberger (Fiat 127 Sport) im Training erst mal Tobias Klimsa (VW Polo) den Vortritt. Am Renntag drehte der Malermeister aus Roßtal bei Nürnberg den Spieß um und gewann. Nicht ganz mithalten konnten diesmal Jörg Eberle (Fiat 127 Sport) und Robert Bauer im blauen VW Polo.
Im NSU-Bergpokal siegte wie am Rennsteig und in Trier Jörg Höber vor Johannes Niedermann. Steffen Hofmann, der ja am Rennsteig einen Crash wegstrecken musste, war wieder an Bord. Im in Windeseile gerichtete babyblaue NSU, verrichtete auf dem Holzweg eine muckender Ersatzmotor seinen Dienst. Mehr wie Rang drei war da nicht drin. Auch Nicola Höllerich hatte Probleme. Die 19jährige musste wegen Getriebeproblemen die Starts zu den ersten beiden Läufen abbrechen. Die Zeiten in Lauf 3 und 4 konnten sich dann aber wahrlich sehen lassen. Schnellster im „regulären“ Classic-Berg-Cup war der Nordbayer Christian Kolb im BMW 320 E21, vor René Frank im Schnitzer BMW M3, der sich im ersten Lauf bei Posten 7 drehte und damit aussichtslos zurückfiel. Karl-Heinz Eck (Ford Escort Mk I) gewann übrigens die kleine CBC-Klasse.
Die weiteren Klassensieger hießen: Valentin Hummel (G4 u.3 / BMW 120d), Robert Meiers (G2 u.1 / Mitsubishi Lancer), Lars Bröker (N/DN/F2005 bis 2 Liter / Honda Civic Typ R), Roland Wanek (über 2000 ccm / Mitsubishi Lancer), Franz Weißdorn (A/DA/Diesel 2000 / Alfa Romeo 147 Cup), Manfred Bläsius (FS/E1 bis 2 Liter / BMW 320i), Peter Behnke (E2/C3 bis 2l / Tiga Hart) und Rolf Köppel (E bis 2l / Martini BMW F2). |