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Rennbericht RENNSTEIG (D): Schweizer auch am Rennsteig erfolgreich PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Thomas Bubel   
Montag, den 26. Mai 2008 um 20:17 Uhr

Unzählige Zwischenfälle an beiden Veranstaltungstagen (allein 18 am Sonntag), dazu Nieselregen in der Nacht, der am Morgen des Renntages für eine feuchte Piste sorgte, ließen kaum einen flüssigen Ablauf am Rennsteig bei Winterstein (zwischen Eisenach und Gotha) zu. Prominentestes Unfallopfer war Reto Meisel, der nach einem stumpfen Einschlag bei der Schlüsselstelle „Posten 3“, eine Nachtschicht am Mercedes 190 Judd V8 einlegen musste. Ersatzteile aus dem Aargau mussten herbeigeschafft werden.

Angesichts der nassen Piste am Sonntagmorgen, beraumte Deutschlands jüngster Rennleiter Kevin Ferner (30) ein Warm up an, um jedem der knapp 100 Piloten die akuten Verhältnisse näher zu bringen. Auch hier gab es jedoch Unterbrechungen zu Hauff, sodass der erste Rennlauf erst gegen 13 Uhr 30 gestartet werden konnte. Erst kurz vor 19 Uhr kreuzte dann, der am Ende zehnte Rolf Köppel (Martini BMW F2) als letzter Fahrer die Ziellinie im Thüringer Wald. Wenn’s mal lief begeisterten die Top-Piloten beider Divisionen die rund 3.500 Fans.

Wie beim letzten DM-Lauf von Wolsfeld mischten die schnellsten Tourenwagenpiloten kräftig mit im Kampf um den Tagessieg. Meisel fand im Probelauf wieder Vertrauen in seinen V8-Monster und verbesserte im zweiten Rennlauf seinen Vorjahres-Tourenwagenrekord um fast vier Sekunden. Dass die nun mit 4.250 Meter längste Bergrennstrecke der Republik diesmal um 300 Meter verlängert wurde, sei am Rande bemerkt! Am Abend erklomm dann Meisel nicht als einziger Schweizer das Gesamtsiegerpodium. Marcel Steiner im Martini Sportwagen hielt sich in beiden Läufen Jörg Weidinger hauchdünn vom Hals, der im Vorjahr an gleicher Stelle seinen ersten Tagessieg feiern durfte. Diesmal reichte es für den Happurger um 1,2 Sekunden nicht und der Eidgenosse strich nach 2006 den zweiten Erfolg am Rennsteig ein und das in neuer Rekordmarke (1.37,217).

Bergmeister Uwe Lang (Osella BMW CN) fand sich nach Meisel „Traumlauf“ auf dem undankbaren vierten Platz wieder. Stark gehandikapt humpelte Norbert Brenner mit einem geschwollenem „Kupplungsfuß“ durchs Fahrerlager. „Ich bin letzte Woche umgeknickt“. Da der siebenfache Bergmeister freiwillig auf Wolsfeld verzichtete und den einzigen Streicher somit bereits in Anspruch nahm, musste der Odenwälder am Rennsteig auf jeden Fall antreten um in der DM im Rennen zu bleiben. Brenner schlug sich tapfer und steuerte den Ex-DTM Opel Astra V8 auf Gesamtrang 5.

Werner Jetzt im Ammann-Opel Astra V8 DTM (ex-Test-Fahrzeug, das bis vor kurzem noch bei der Firma Spiess im Schaufenster stand), zeigte erneut den Zuschauern an der Strecke das man auch ein DTM-Fahrzeug nach „Rallye-Art“ bewegen kann. Im letzten Lauf überzog „Jety“ leicht, rumpelte kurzzeitig die Böschung entlang und durchtrennte dabei das Datenkabel der Zeitnahme, was zu fortgeschrittener Stunde, eine weitere Unterbrechung zur Folge hatte. Mit „Jety´s“ Bestzeit von 1.46,939 (Rang 24) war die APT-Truppe dennoch zufrieden. „Dass wir bereits jetzt bei der Musik sind, hätten wir vor ein paar Wochen nicht zu hoffen gewagt“, so ATP-Chefmechaniker Charly Ransenberger. „Spätestens in Homburg wollen wir das Ex-Reuter Einsatzfahrzeug für den Werner zum Einsatz bringen“.

Im Sportwagen-Fahrerlager, dass sich am Rennsteig untypisch, getrennt von den Tourenwagen, im Zielbericht aufgeschlagen war, ließ im Training Bernd Simon (Osella BMW CN) mit einen klasse Zeit (1.42,107), noch vor Uwe Lang, aufhorchen. Ausrutscher an beiden Tagen, machten einen zählbaren Erfolg für den Dillenburger jedoch zu Nichte. Der Schweizer Urs Müller belegte im unterlegenen Argo Alfa-Romeo CN-Sportwagen am Ende, mit Gesamtrang 8 (5. CN), sein bislang bestes Saisonergebnis und auch Michael Behnke im Ex-Krisam Osella BMW 3.0 CN, momentan noch der Lernphase, darf mit Platz sechs, jedoch deutlich (fast 17s) hinter Norbert Brenner, zufrieden sein. In der schwächeren Klasse C3 bis 2 Liter des Sportwagen-Bergcup, dominierte Michael Kerber (URD BMW 1.6) über Peter Behnke im Tiga BMW 2.0 und Uwe Kaufel (PRC VW 2.0).

In den Tiefen des KW Berg-Cup der Gruppe H setzte sich zum wiederholten male der Nachwuchs in Szene. Kaum dem Teenageralter entwachsen, schlugen Sebastian Schmitt (Opel Kadett C 16V) und Björn Wiebe (Renault Clio Williams) eine Vielzahl „alter Hasen“ in der 2 Liter-Klasse, nur am Thron von „Mister Gruppe H“ Holger Hovemann (Opel RISSE Kadett C) ist derzeit noch nicht zu rütteln. Auf Rang sieben, hinter Eller, Flatz und Kokor, fuhr Norbert Wimmer (BMW 2002) klar zum 8V-Sieg in der großen Divison, noch vor 16V’ler Günter Göser (Opel Kadett C), der heuer noch nicht an seine Erfolge aus dem Vorjahr anknüpfen konnte.

Mit André Stelberg (VW Polo 16V) gelang mit Rang drei bis 1300 cm ebenfalls einem aus der „jungen Garde“ ein Achtungserfolg, hinter Klaus Bernert (VW Polo 16V) und 8V-Sieger Armin Ebenhöh. Der zweite der 8V-Wertung Felix Rabe (VW Polo) schlug überraschend Martin Kleiner im 16V-Polo mit Honda-Motorradzylinderkopf-Technik. Bis 1150 ccm durfte endlich Robert Bauer (VW Polo) den Sieg, nach mehreren Trainingsbestzeiten und anschließenden Ausfällen, feiern, dies souverän vor Jörg Eberle und Jürgen Hessberger. Bis 1600 ccm war Hans Paulitsch (VW Scirocco 16V) von Manfred Lewe (VW Golf 20V) nicht zu schlagen, analog zur Klasse H über 2000 ccm, wo Markus Wüstefeld (Mercedes 190) Lutz Pfeil im BMW M3 Coupé E46 insgesamt 10 Sekunden gab.

Laufsieger im NSU-Bergpokal wurde Jörg Höber nach einen spektakulären Überschlag (Posten 3) von Abo-Sieger Steffen Hofmann, der wohl längere Zeit aussetzen muss und so ungewollt Spannung in den Cup bringt. Neueinsteiger Johannes Niedermann trumpfte mit einen hervorragenden zweiten Platz vor Fabian Fassbender (NSU Grewe) auf.

Die verbleibenden Gruppensiege gingen an: Richard Feulner (CBC), Lokalmatador Daniel Lesser (Gruppe G), Lars Bröcker (N/DN/F2005), Franz Weissdorn (A/DA/Diesel 2000). Lediglich 83 Fahrzeuge erreichten das Ziel an der Ruhlaer Skihütte.


1. Marcel Steiner (CH), Martini BMW 3.0 CN, 3.15,255
2. Jörg Weidinger, Osella BMW 3.0 CN, 3.16,461
3. Reto Meisel (CH), Mercedes 190 Judd V8 E1, 3.21,176
4. Uwe Lang, Osella BMW 3.0 CN, 3.21,259
5. Norbert Brenner, Opel Astra V8 DTM E1, 3.25,256
6. Michael Behnke, Osella BMW 3.0 CN, 3.42,487
7. Holger Hovemann, Opel Kadett C 16V, 3.44,387
8. Urs Müller (CH), Argo Alfa 3.0 CN, 3.45,916
9. Arno Bereiter (A), PRC Honda 2.0 CN, 3.45,920
10. Rolf Köppel, Martini BMW F2, 3.48,311
11. Sebastian Schmitt, Opel Kadett C 16V, 3.49,218
12. Björn Wiebe, Renault Clio Williams 16V, 3.50,265
13. Hans-Peter Eller, VW Scirocco 16V, 3.51,284
14. Markus Wüstefeld, Mercedes 190 Evo II, 3.51,706
15. Kurt Flatz (A), Opel Vectra STW, 3.51,825

 

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