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Für die „Schlammschlacht“ vom Vorjahr wurde der EMSC Bitburg diesmal mit Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen bis zum Abwinken entschädigt. Der befürchtete Teilnehmerschwund, ausgehend von der nun geltenden HANS-Pflicht in nahezu allen Gruppen, bleib vorerst aus. Rund 150 Piloten hatten zum Rennen auf Deutschlands engster, winkligster (mit vier Spitzkehren) und zugleich kürzester Bergstrecke gemeldet.
Auf dieser, für Rennsportwagen und die meisten Top-Tourenwagen, wie beispielsweise das V8-Monster von Reto Meisel, unvorteilhaften Strecke, war dennoch Marcel Steiner (Martini BMW CN) Trainingsschnellster vor Osella-Fahrer Uwe Lang und „Raketen Bruno“ Ianniello, dessen Lancia Delta S4 wie geschaffen ist diese Streckencharkteristik. Am Pfingstmontag zog Rennleiter Günter Hoor vier Rennläufe durch. In der Früh fuhr der amtierende Bergmeister Uwe Lang im Osella Prototyp vorne weg, noch vor Ianniello und Meisel im Mercedes Judd. Im zweiten Durchgang katapultierte sich Marcel Steiner mit der schnellsten Zeit des gesamten Wochenendes (1:02,624) vorbei an den E1-Boliden auf Rang zwei, wehrend Lang seinen Platz an der Sonne behaupten konnte.
Auch nach dem dritten Rennlauf führte der Schweinfurter das Feld an, 7/10 vor der beballten Schweizer Streitmacht mit Ianniello, Steiner und Meisel. Jörg Weidinger, Bernd Simon (beide Osella BMW) oder Luxemburgs Meister Guy Demuth im Lola Zytek F3000, hatten zu diesem Zeitpunkt nichts mehr mit dem Gesamtsieg am Hut. Das Spitzenquartett spielte zum Abschluss munter „Bäumchen Wechsel dich“. „Raketen Bruno“ machte seinem Namen wieder mal alle Ehre und schoss sich auf den letzten Metern an Lang vorbei, zum zweiten Gesamtsieg in Wolsfeld nach 2001, diesmal sogar im trockenen. Tourenwagen-Bergmeister Reto Meisel (mit DMSB-Lizenz) „vernaschte“ dann auch noch seinen Landsmann Steiner. „Dieser Kurs ist nicht für mein V8-Schiff gemacht“, kommentierte Meisel. „Hauptsache wir haben volle Punkte in der DM geholt, da lass ich mich gern von Bruno schlagen“.
Mit seinem typischen breiten Grinsen rollte Ianniello am Abend talwärts, „Klasse dass es noch zum Sieg gereicht hat, aber dennoch zickte meine Zicke leicht, sonst wäre mein Tourenwagen-Rekord sicher gefallen“. Im Luxemburger Championnat baute Demuth seine Führung gegenüber Frank Maas (Reynard Cosworth F3000) aus.
Im KW Berg-Cup sorgten Tobias Klimsa (VW Polo 8V) und Gerhard Moser (VW Polo 16V) in ihren Klassen für Überraschungen. Bis 1150 ccm hatte Klimsa den Seriensieger Jürgen Hessberger (Fiat 127) total im Griff. Mitfavorit und Klassenprimus des Trainings Robert Bauer (VW Polo) schied frühzeitig durch Unfall aus. Derweil Oskar Eberle noch immer auf bessere Teile für seinen Fiat-Motor warten muss und am Wolsfelder Berg deutlich das Nachsehen gegenüber Franz Koob (Fiat 128 Coupé) hatte.
Bei den 1300ern musste Eschdorf-Sieger Klaus Bernert bereits nach dem Training mit Getriebeschaden am VW Polo 16V aufladen. Da in 2008 auch Peter Naumann, nach seinem Totalschaden am VW Polo, in dieser Klasse nicht existent ist, schlug die Stunde für Gerhard Moser, der Martin Kleiner und Armin Ebenhöh (Sieger 8V-Wertung) in ihren Polos problemlos schlagen konnte. In Wolsfeld klemmte sich erstmals Thomas Klingelberger hinter das Steuer des brandneuen VW Polo N62 Kitcar, den Teamkollege Dirk Pesch vor einer Woche in Eschdorf erstmals ausführen durfte. Der Mann vom Iberg war am Ende mit Platz vier zufrieden. "Wir sind noch bei der Feinabstimmung und hoffen gegen Saisonende ganz vorne mitmischen zu können", so Klingelberger. Positive auf sich aufmerksam machen konnte Felix Rabe im VW Polo V8. Der Cup-Neuling bezwang André Stelberg (VW Schneider Polo 16V) sowie seinen Clubkameraden des AC Lemgo Bernd Letmade im über den Winter völlig überarbeiteten VW Polo 8V.
Holger Hovemann (Opel RISSE Kadett C 16V) hieß der Sieger in der Gruppe H bis 2 Liter, obwohl sich der Odenwälder an beiden Tagen mit Magenproblemen und Übelkeit herumschlagen musste. Wie im Vorjahr zeigte Nachwuchsmann Björn Wiebe (Renault Clio Williams 16V) erneut eine Glanzvorstellung und konnte den Trainingsschnellsten Andreas Kokor (Ford Escort RS 2000) und Sebastian Schmitt im Opel Kadett C 16V bezwingen. Auf Rang 5 kam Michael Rauch (Opel CQP) der schnellste Pilot der KW 8V-Trophy der Division II ein noch vor den 16V`lern Göser, Reich und Olaf Rost.
In der Klasse bis 1600 ccm bügelte der grüne "Lewe-Brügge-Golf" seine Niederlage von Eschdorf gegen den VW Scirocco des Hans Paulitsch aus. Mit Frank Brügge im Cockpit und 20V-Motor unter Haube fuhr der Grüne rund 2,5 Sekunden Vorsprung heraus. Rainer Koresch (Ford Escort) und Benjamin Bellingradt (VW Golf 8V) hatten da nicht viel entgegen zu setzen. Lediglich zwei Kontrahenten traten in der Gruppe H über zwei Liter an. Armin Dellkamm im Ex-DTM BMW M3 E30 gewann deutlich.
Erstmals in 2008 rückte der NSU-Berg-Pokal aus und half somit die Fahne des Classic-Berg-Cup im Wind zu halten. Steffen Hofmann, Rekordmeister des NSU-Gemeinde, führ wieder einmal in einer anderen Liga als seine 8 Gegnerinnen und Gegner. Nahezu 10 Sekunden baute Hofmann Junior gegen Jörg Höber auf. Gesamtschnellster der CBC-Klassen war René Frank im Ex-DTM Schnitzer BMW M3. Die weiteren Gruppensieger hießen: Yves Stocklausen (ACL / Mitsubishi Evo VII), Robert Meiers (G / Mitsubishi Lancer Evo 8), Roland Wanek (N / Mitsubishi Lancer Evo IX), Mike Souvigne (A / Citroen Saxo Kitcar), Holger Hovemann (H), Bruno Ianniello (FS/E1), Lang (E2/CN).
Für eine in der Berg-DM denkwürdige Premiere und das in zweifacher Hinsicht, sorgte der erst seit fünf Wochen 17jährige Valentin Hummel. Zu einen ist Hummel nun der bislang jüngste Teilnehmer aller Zeiten an einem Lauf zur Berg-DM. Zum anderen steuerte der junge Schwarzwälder erstmals einen ausschließlich mit Bio-Diesel betriebenen Tourenwagen am Berg, ein BMW 120d Coupé auf Platz drei in der G3.
1. Bruno Ianniello (CH), Lancia Delta S4 16V E1, 4:12,744
2. Uwe Lang (D), Osella BMW 3.0 CN, 4:12,828
3. Reto Meisel (CH), Mercedes 190 Judd V8 E1, 4:13,676
4. Marcel Steiner (CH), Martini BMW 3.0 CN, 4:14,368
5. Jörg Weidinger (D), Osella BMW 3.0 CN, 4:18,654
6. Bernd Simon (D), Osella BMW 3.0 CN, 4:20,674
7. Guy Demuth (L), Lola Zytek F3000, 4:21,737
8. Werner Jetzt (D), Opel Astra V8 E1, 4:22,013
9. Frank Maas (L), Reynard Cosworth F3000, 4:25,708
10. Norbert Handa (D), Lancia Delta Evo E1, 4:27,062
11. Holger Hovemann (D), Opel Kadett C 16V H, 4:29,287
12. Björn Wiebe (D), Renault Clio Williams H, 4:30,706
13. Andreas Kokor (D), Ford Escort RS 2000 H, 4:31,968
14. Sebastian Schmitt (D), Opel Kadett C 16V H, 4:32,279
15. Roland Wanek (D), Mitsubishi Lancer Evo 9 N, 4:36,560
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