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Nach den Absagen der Bergrennen von Schleiz und Kyffhäuser, war Eschdorf im Herzen Luxemburgs der erste Aufgalopp zur in diesem Jahr nur 10 Rennen umfassenden Berg-DM. Eine optimale Showbühne bot hier die „Union des Pilotes“ dem erstklassigen Starterfeld mit den Top-Piloten aus Deutschland, Frankreich, Belgien, Luxemburg und der Schweiz. Insgesamt 169 Piloten nahmen das Training am Samstagmorgen auf. Unter den herrschenden positiven Umständen standen die drei Streckenrekorde (absolut, Tourenwagen und Gruppe C) auf dem Prüfstand. Analog zur Französischen Meisterschaft war der Beste von drei Läufen für die Endwertung ausschlaggebend.
Wie im heimischen Championnat duellierten sich die beiden Franzosen Lionel Regal (Reynard Mugen Nippon) und Fabien Frantz (Reynard Cosworth F3000) bis auf Messer, wobei Regal im ersten Lauf sich lediglich mit 172/1000 behaupten konnte. Anschließend erwischte Regal einen Traumlauf und senkte seine eigene Rekordmarke aus dem Vorjahr (49,90) auf 49, 843 Sekunden. Fabiens Bruder Cyrille Frantz (Norma BMW 3.0 CN) eroberte sich zwischenzeitlich dritten Gesamtrang, musste dann aber dem 10fachen Belgischen Meister Jean Schmits im potenteren Ralt Cosworth F3000 Tribut zollen.
Eine beeindruckende Vorstellung lieferte der erst 20jährige F3000-Newcomer „Billy the Kid“ Ritchen im Ex-Tschager Lola Cosworth ab. Der Elsässer schlug klar den bestplatzierten Luxemburger Frank Maas im Reynard Cosworth, der seinerseits mit Rang 6 in diesem erlesenen Fahrerfeld hoch zufrieden war. So bleibt die Spannung in der Luxemburger Bergmeisterschaft erhalten, den Guy Demuth (Lola Zytek F3000) schaffte den erhofften Sprung in Top-Ten (Rang 11) nicht. Leon Linden (Martini-Honda), der weiter auf seinen neuen Dallara Formel 3 warten muss, verlor mit der Niederlage gegen Hugo Vitali (Reynard Opel F2) weiter an Boden.
Ihr Ziel sich direkt hinter dem unantastbaren Cyrille Frantz zu rangieren schaffte die Deutschen Sportwagenfraktion nicht. Der Belgier Jacques Marchal (Osella BMW CN) war um einen Wimpernschlag flotter und durfte sogar seinen Gruppe C-Rekord aus 2004 behalten. Bester Deutscher war, trotz Dreher in der zweiten Auffahrt, Jörg Weidinger (Osella BMW CN), der sich nach zwei VLN-Läufen im Bäder BMW Z4 nur doch für die Berg-DM entschieden hat. Da es in der DM pro Wertungslauf Punkte gibt, wird der Schweizer Marcel Steiner (Martini BMW CN) als Leader zum zweiten DM-Lauf am kommenden Wochenende nach Wolsfeld reisen. Titelverteidiger Uwe Lang musste sich erstmals einem Markenkollegen Bernd Simon (Osella BMW CN) geschlagen geben, der seinerseits Patrik Zajelsnik im bildschönen G-Force 03 Formula Nippon schlug. Patriks „großer Bruder“ Alexander belegte im Osella BMW CN Gesamtrang 18. Die CN-Premieren von Michael Behnke (Ex-Krisam Osella BMW 3.0) und Martin Bobinger verliefen nicht unbedingt reibungslos. Der ältere der Behnke-Brüder hatte an beiden Tagen jeweils eine leichten Ausritt zu verzeichnen und Martin Bobinger hatte den, doch gegenüber dem PRC stärkern Ex-Zauner Osella PA 21 2.0, noch nicht vollends in der Gewalt.
Eine nicht minder sehenswerte Vorstellung gaben die Tourenwagenpiloten. Meister Reto Meisel im Mercedes Judd V8 lieferte sich mit den beiden Ex-DTM Astra´s von Norbert Brenner und Werner Jetzt ein Klasse Rennen. Erst im letzten Lauf vermochte sich Meisel abzusetzen. Bei seiner Premiere im Rüsselsheimer überzeugte „Allrounder“ Werner Jetzt auf der ganzen Linie und lag mit seiner Bestzeit am Ende nur 15/100 hinter dem Rekordmeister Norbert Brenner zurück. Völlig unerwartet hat der Rekord (54,40) von Herbert Stolz aus dem Jahr 2004 weiter bestand.
Im KW Berg-Cup waren unsere besten 2-Liter-Vertreter heiß auf den Vergleich mit Francis Dosieres, dem 5-fachen Europameister aus Frankreich. Der zur Zeit schnellste Tourenwagen-Pilot an Frankreichs Bergen, hatte jedoch mit seinem BMW 320 STW keine Chance gegen Hovemann, Schmitt und Kokor. „Mister Gruppe H“ Holger Hovemann konnte sich trotz Getriebeproblemen im ersten Rennlauf gegen Sebastian Schmitt (beide Opel Kadett C 16V), der sich nach Ausfall im ersten Training erst einmal eine funktionsfähige Hinterachse aus dem nahen Saarland organisieren musste, klar behaupten. Hansi Eller landete bei seinem 16V-Debüt im VW Minichberger Scirocco auf einen guten 4. Platz in der H-2 Liter. Kurt Flatz, der nächste Debütant im APT-Opel Vectra STW musste den kompletten Renntag ohne dritten Gang auskommen und platzierte sich auf Position neun. Die Wertung der KW-8V Trophy in der großen Division gewann klar Bernd Ehrle, bei seinem ersten Eschdorf-Start im blauen Opel Kadett C vor Sebastiano Pagano im gelben CQP. Bei den „kleinsten“ aus der Klasse bis 1150 ccm zeichnet sich eine interessante Saison ab. Jörg Eberle (Fiat 127 Sturm Evo) für zwar Tagesbestzeit, in der Addition war hatte jedoch Jürgen Hessberger die Nase seines Fiat vorne. In Schlagdistanz lauerte zudem ein Tobias Klimsa (Schneider Polo 8V). „Wir warten sehnsüchtig verbesserte Motorteile, dann sollten wir Hessberger des Öfteren schlagen können“, freut sich Team-Chef Oscar Eberle.
In der Klasse H bis 1300 ccm hat nach dem vorübergehenden Wechsel von Peter Naumann zu den 1600ern, Klaus Bernert im VW Polo 16V das Sagen. Der Kraichgauer gewann vor Martin Kleiner und dem erst 20jährigen André Stelberg auf weiteren 16V-Polos. Widereinsteiger Armin Ebenhöh heimste die 8V-Subwertung der Division 1, im orange VW Polo von Schwiegervater Franz Weissdorn hauchdünn, vor Bernd Letmade ein. Nach anfänglichen Schwierigkeiten am brandneuen VW Polo WRC Kit Car konnte Dirk Pesch mit dem ersten „roll-out“ und Rennbedingungen zufrieden sein.
Bei den 1600ern legte der Vorarlberger Hans Paulitsch (VW Minichberger Scirocco 16V) im ersten Rennlauf mit der Klassenbestzeit von 1.02,403 min den Grundstein zum Klassensieg vor Manfred Lewe im VW Brügge-Golf 20V und Rainer Koresch im Ford Escort. Das ungleiche „Generationenduell“ der beiden BMW-Piloten in der größten H-Klasse entschied Lutz Pfeil im E46 M3 gegen Armin Dellkamm im E30 DTM M3 klar für sich.
Am kommenden Pfingstwochenende (11./12.05) schlägt auf dem engen und winkligen Kurs von Wolsfeld bei Bitburg erneut die Stunde der „Herausforderer“. Die arrivierten Spitzenfahrer, werden sich wie jedes Jahr, warm anziehen müssen.
1. Lionel Regal (F) Reynard Mugen F.Nippon, 0,49.843
2. Fabien Frantz (F) Reynard Cosworth F3000, 0,50.564
3. Jean Schmitz (B) Ralt Cosworth F3000, 0,52.365
4. Cyrille Frantz (F) Norma BMW 3.0 CN, 0,52.535
5. Billy Ritchen (F) Lola Cosworth F3000, 0,52.781
6. Frank Maas (L) Reynard Cosworth F3000, 0,53.150
7. Jacques Marchal (B) Osella BMW 3.0 CN, 0,53.242
8. Stephane Baudin (F) Reynard Mugen F.Nippon, 0,53.457
9. Jörg Weidinger (D) Osella BMW 3.0 CN, 0,53.540
10. Marcel Steiner (CH) Martini BMW 3.0 CN, 0,53.986
11. Guy Demuth (L) Lola Zytek F3000, 0,54.096
12. Yannick Latraille (F) Osella BMW 3.0 CN, 0,54.213
13. Bernd Simon (D) Osella BMW 3.0 CN, 0,54.232
14. Patrik Zajelsnik (SLO) G-Force Mugen F.Nippon, 0.54,315
15. Uwe Lang (D) Osella BMW 3.0 CN, 0,54.578
16. Reto Meisel (CH) Mercedes Judd V8 E1, 0,55.147
17. Georges Hubert (B) Dallara VW 2.0 F2, 0,55.429
18. Alexander Zajelsnik (SLO) Osella BMW 3.0 CN, 0,55.480
19. Norbert Brenner (D) Opel Astra V8 Coupé E1, 0,56.925
20. Werner Jetzt (D) Opel Astra V8 Coupé E1, 0,56.940 |