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Rennbericht RECHBERG (A): Glück und Pech PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Werner Schneider   
Dienstag, den 29. April 2008 um 20:08 Uhr

Wie nahe Glück und Pech im Rennsport beisammen liegen, konnte beim ersten Lauf zur Berg-Europameisterschaft wieder einmal unter Beweis gestellt werden. Im ersten Rennlauf stand Ex-Europameister Denny Zardo bereits am Vorstart, als der Mugen-Motor seines F3000-Reynard nicht mehr anspringen wollte. Unter normalen Umständen wären die verbleibenden vier Minuten Zeit bis zum Ende des Laufs für die Mechaniker viel zu wenig gewesen, um den Teufel im System zu finden. Dann jedoch drehte sich zuerst der Slowene Vladimir Stankovic, was einige Minuten Unterbrechung zur Folge hatte. Diese Galgenfrist nutzten die Leute der Scuderia Villorba Corse, um den Wagen doch wieder in Gang zu bekommen und Zardo hastete zur drittbesten Laufzeit hinter dem Ungarn Laszlo Szasz und Österreichs Hermann Waldy sr. Da die drei aber lediglich durch eine halbe Sekunde getrennt waren, war für den zweiten Lauf einiges zu erwarten. Dort hämmerte Zardo dann eine Zeit hin, die fast drei Sekunden schneller war als die der Konkurrenz und gewann überlegen vor Szasz und seinem Landsmann Fausto Bormolini. Waldy hingegen scheiterte an genau jenem Problem, das Zardo heimgesucht hatte: Der Judd-Motor seines Reynard weigerte sich plötzlich anzuspringen und da er nicht einmal eine Minute Zeit hatte, das Problem zu beseitigen, war das bereits das Ende. Drei weitere Mitfavoriten fielen ebenfalls aus: Renzo Napione hatte schon im ersten Lauf einen Getriebeschaden am Reynard-Mugen, sein Landsmann, der italienische CN-König Simone Faggioli (Osella-BMW), der im Training als einziger Pilot, der keinen Monoposto fuhr, die F3000 unter Druck setzte, konnte aus demselben Grund am Renntag gar nicht mehr antreten. Der Trainingsschnellste Slowake Jaroslav Krajci drehte sich im ersten Lauf und trat danach nicht mehr an. Bei den Tourenwagen dominierte Andy Gabat in seinem eigentlich schon verkauften schwarzen E1-Escort Cosworth, den er sich „zum Testen“ vom Neubesitzer in Italien ausgeborgt hatte. Der Steirer gewann mehr als 3 sec. vor dem Italiener Leonardo Isolani (Ferrari 575) und dem nunmehr über 800 Porsche-PS verfügenden Herbert Pregartner, der aber noch sehr mit dem dadurch überaus nervös gewordenen Fahrverhalten des Hecktrieblers zu kämpfen hatte. Felix Pailer scheiterte gleich im ersten Lauf mit Motorschaden am Lancia. In der Gruppe A setzte sich der Deutsche Alfred Hilger knapp gegen den mehrfachen Europameister Nico Pulic aus Kroatien (beide BMW M3) durch. Platz 4 belegte Achim Kraim vom MSC Rödenstein (Evo VIII). Für  die Gruppe N wurde zu einer Beute des Tschechen Miroslav Jakes (Mitsubishi Lancer Evo IX) vor Roland Wanek (MSC Ruhr-Blitz; Evo IX) und Rainer Krug (BMW M3 E36). Von den übrigen deutschen Piloten erreichte der Passauer Helmut Maier (Golf I) in der 1600er-Klasse der Gruppe E1 Platz 3, Lars Siegmann gewann bei den Historischen, die ebenfalls ihren ersten EM-Lauf austrugen, mit einem Lotus Elan seine Klasse. Insgesamt 163 Piloten sorgten für das mengenmäßig beste Starterfeld seit Jahren.

 

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