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"Made in Bayern" - Plasas 570 PS starker Berg-Bolide für die Berg EM 2011 |
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Geschrieben von: Ralf Schütze
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Donnerstag, den 09. Dezember 2010 um 20:43 Uhr |
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Georg Plasa aus dem beschaulichen Warngau in Oberbayern ist ein bescheidener, ruhiger Typ - wenn er nicht gerade am Steuer eines Bergrenners sitzt. Sechsmal gewann er die europäische FIA-Hillclimb-Championship. Die Konkurrenz wird immer härter, Plasa reagiert: In einer Scheune in Sufferloh unweit des Tegernsees entstand die Wunderwaffe für die nächste Bergrenn-Saison: Ein 570 PS starker Tourenrennwagen auf Basis des BMW 135i mit jeder Menge Formel 1-reifer Hightech unter dem Carbon-Kleid.
In besagter Scheune am Mühlweg in Sufferloh würde man alles vermuten, nur keine Formel 1-reife Spitzentechnologien für die Bergrenn-EM 2011. Rund 500.000 Euro und Zehntausende von Arbeitsstunden stecken im 134Judd; große Hoffnungen auf die Bergrenn-Europameisterschaft 2011 werden damit geweckt. Aber Georg Plasa war immer schon für Überraschungen gut. Geburtsstätte: Eben jene Scheune in Sufferloh, die eine Rennsport-Garage vom Feinsten in sich birgt.
Plasas Wunderwaffe für 2011 ist ein Tourenrennwagen. Das Geschoss mobilisiert dank des Judd-V8 sagenhafte 570 PS, wiegt fahrfertig nur 748 Kilogramm und sprintet atemberaubend schnell nur mit Heckantrieb und ohne Turbo in 3,1 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Formel 1-taugliche Technik überall, wohin man schaut: Transaxle-Getriebe mit Magnesium-Gehäuse, geschlossener Unterboden mit Heckdiffusor, Slick-Reifen, abnehmbares Multifunktionslenkrad, unzählige Fahrzeugteile aus ultraleichtem und sehr teurem Titan oder Carbon.
Plasa ist stolz: „Nur mit Hilfe renommierter Partner und engagierter Mitarbeiter wurde unser Judd-BMW Wirklichkeit.“ Dazu gehören die Briten vom Rennreifenspezialisten Avon oder Fausto Lettieri vom Auspufflieferanten Tubistyle aus Maranello ebenso wie junge Mechaniker, CAD-Konstrukteure oder Karosseriebauer aus Plasas sechsköpfigem Kernteam.
Das Projekt „134Judd“ - abgeleitet vom 3,4 Liter großen V8 unter der Carbon-Haube des BMW 1ers - ist nicht zuletzt ein finanzielles Wagnis. Warum so viel Geld und Herzblut für die Zeitenjagd am Berg, die im Motorsport nicht zu den populärsten Sparten gehört? Plasa schätzt das praktisch offene Reglement der FIA-Europameisterschaft: Mindestgewicht 780 Kilogramm, das Plasas wesentlich leichterer Judd-BMW erst dank geschickt platziertem Ballast erreicht. Sonst haben die Konstrukteure praktisch freie Hand.
„Da gibt es keine Grauzonen“, betont Plasa im Hinblick auf Tricks, mit denen sonstige Tourenwagen-Reglements oft ausgehebelt werden. Außerdem schätzt der Oberbayer seit jeher an Bergrennen, dass hier wie beim Qualifying der Formel 1 auf den Punkt genau alles passen muss. Umso besser, dass der Judd-BMW selbst an einem Berg mit achtprozentiger Steigung in rund fünf Sekunden von 100 auf 200 km/h beschleunigen wird - dem gigantischen Leistungsgewicht von nur 1,37 kg/PS sei Dank.
Zum Vergleich: Ein 1001 PS starker Bugatti Veyron schleppt 1,9 Kilo pro PS mit sich herum. Plasa freut sich auf den heißen Ritt mit dieser Kanonenkugel: „Im Vergleich dazu sind DTM-Rennwagen mit 1.000 Kilogramm und 500 PS eine bessere Gehhilfe.“ Gute Voraussetzungen, um von Sufferloh aus die Rennsportwelt zu erobern.
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