|
1960er Jahre Berglegende Michel Weber verstorben |
|
|
|
|
Geschrieben von: Michael John / Thomas Bubel
|
|
Samstag, den 27. August 2011 um 15:45 Uhr |
|
Am 18. August 2011 verstarb im Alter von 73 Jahren Michel Weber nach jahrelangem Kampf gegen die Parkinson-Krankheit. Der „Gebirgsjäger“ war in den wilden 1960er Jahre einer der erfolgreichsten deutschen Piloten am Berg. Todesmutig erklomm der Offenbacher mit seinem stets rot lackierten Porsche die berühmtesten Bergkurse Europas. Ohne Netz und doppelten Boden, null Sicherheit und schon gar keine Leitplanken. Ob Schauinsland, Eberbach, Ratisbona, Sudelfeld, oder Wallberg, ob Trento, Sestriere oder Mont Ventoux - der Porsche Pilot hat jeden dieser Riesen mindestens einmal mit dem Siegerkranz verlassen. Allerdings ging´s dabei auch oft genug außerplanmäßig abwärts; entweder die Böschung runter, oder eben im freien Flug durchs Unterholz mit Endstation Baum.
Bis auf einen Alfa Romeo-Abstecher blieb der Hesse seiner Hausmarke Porsche während seiner ganzen Karriere treu. Super 90, Carrera 1600, und 904 GTS waren seine bevorzugten Berg-Autos. Das Resultat konnte sich wahrlich sehen lassen: Deutscher Bergmeister 1963, dazu je zweimal Vizemeister in Berg EM und DM. Energisch trat Weber der Vermutung entgegen, er sei nur am Berg schnell. Mit dem Porsche 917 gewann er vor dem Schweden Joakim Bonnier am Norisring, in Le Mans fuhr er zusammen mit seinem alten Berg-Spezi Reinhold Joest im Langheck 908 auf den dritten Rang.
Nach fast 10 Jahren endete 1972 Webers Rennfahrerkarriere auch deshalb, weil die Bandscheibe nicht mehr mitspielte. Die folgende Operation war ebenso erfolgreich wie der Aufbau seines Autohauses, dass am 1. Juli 2008 von Tomas Bilic übernommen wurde. Per TV informierte sich Weber nach seinem Karriereende von der DTM aufwärts über alles was über den Äther ging. Auch persönlich ließ sich Weber noch gelegentlich an der Rennstrecke sehen, vorzugsweise in Hockenheim. Überdies war er Veranstalter von Sportfahrerlehrgängen für die geschätzte Ferrari Kundschaft.
|