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Es gibt Hiobsbotschaften, die nimmt man zur Kenntnis und geht dann irgendwann wieder zur Tagesordnung über. Und solche, die einen ein Leben lang begleiten werden. Dienstag, den 9. Februar, später Nachmittag. Gerade zurück aus dem sonnigen und bereits frühlingshaften Spanien, wo ich zuvor die beiden überarbeiteten Ford S-Max und Galaxy Probe gefahren bin, befinde ich mich nun auf der Autobahn irgendwo zwischen Brüssel und Luxemburg. Mein Handy klingelt, ein Blick aufs Display, es ist Emma (Emmanuel Schmit), der Rennleiter des Eschdorfer Bergrennens. In der Annahme, er wolle nochmals nachfragen, ob ich seine Einladung zur nächsten Versammlung der „Union des Pilotes“ bekommen habe, lasse ich das Telefon weiter klingeln, wie ich es meistens tue, wenn ich im Auto unterwegs bin. Ich kann Emma immer noch heute Abend von zu Hause aus zurückrufen. 5 Minuten später und eine Handvoll Kilometer weiter, wieder das Handy, diesmal der SMS-Klingelton. Erneuter Blick aufs Handy, Absender erneut Emma. Ich lese und mir stockt der Atem. Ich kann nicht glauben, nicht fassen, nicht wahrhaben, was da steht. David ist tot. Womit niemand, nach all den Fortschritten der vergangenen Wochen seit seinem Unfall in der Sylvesternacht gerechnet hatte, war nun doch eingetreten. Noch Tage zuvor hatte es ausgesehen, als könne David bald schon die Spezialklinik in Nancy verlassen, in ein Krankenhaus näher zu Luxemburg, näher zu uns allen verlegt werden. Und nun war er gegangen, einfach so, hatte seinen Hut gezogen, Tschüss gesagt. Zuletzt war ich David eher zufällig während der Christmas-Parade in der Hauptstadt begegnet, wie immer fröhlich und einen lockeren Spruch auf den Lippen, knapp zwei Wochen später machte die Nachricht von seinem schlimmen Feuerwerksunfall die Runde. Seit sein Vater Nico sich vor vier Jahren als Organisations-Leiter des Eschdorfer Bergrennens zurückgezogen und seinem Sohn das Zepter übergeben hatte, waren David und ich ein Team gewesen, wie schon zuvor Nico hatte ich nun ihm so gut ich es nur konnte geholfen, Kontakte zu allen erdenklichen ausländischen Spitzenfahrern herzustellen, um aus seinem, was sag ich, aus unserem gemeinsamen Eschdorf ein ganz besonderes Bergrennen zu machen. Jenes, das bis weit, sehr weit über die Grenzen Luxemburgs hinaus jenen hohen Stellenwert genießt, bei Fahrern, Zuschauern und vielen Insidern der Bergrennsportszene. Wozu David nicht nur durch seine ungebremste Motivation, seine ungehemmte Leidenschaft für diesen Sport, sondern vor allem auch seine offene, stets liebenswürdige und daher bei allen Fahrern und Fans beliebte Art, sein einzigartiges Wesen, wie kein Zweiter beigetragen hatte. Und nun klafft diese schreckliche Lücke. Nie wieder wird er mit dem Quad bis tief in die Nacht hinein durch Eschdorf brausen, von Renntransporter zu Renntransporter, von Team zu Team, um seine sprichwörtlich gute Laune zu versprühen. Und doch war es nicht nur „sein“ Bergrennen, das David am Herzen lag. “Er war einer der Wenigen, der über den Rand der eigenen Veranstaltung hinaus gesehen hat.“, so Michael Lippke, Rennsekretär des Osnabrücker Bergrennens. Und ja, David half immer und überall mit, wo er nur zeitlich konnte. Ob am deutschen Berg oder auch bei andern einheimischen Motorsportveranstaltungen. Seine unverwechselbare Stimme klang seit ein paar Jahren beim Lorentzweiler Bergrennen, den Goodyear-Rennen über die Lautsprecheranlage, und als im Vorjahr die kurzfristige Absage der Rallye de Luxembourg bekannt wurde, war es wieder er, der binnen weniger Tage das Luxemburger Motorsportvolk zu einer einzigartigen, gleichzeitig aber auch besonnenen und einfühlsamen Solidaritätsbekundung in Mertzig zusammen trommelte. Und der bereit war, künftig auch in diesem Bereich Initiative zu zeigen, Verantwortung zu übernehmen. David war eben neben vielem anderen vor allem auch ein Macher, einer, der sich nicht mit „man könnte ja“ begnügte, sondern Hand anpackte, wo immer es nötig war. Aber er war nicht nur Motorsportler durch und durch, dessen Traum, irgendwann selbst ins Lenkrad eines Rallyefahrzeugs greifen zu können, nun auf ewig ein Traum bleiben wird. Er war vor allem auch ein fabelhafter Mensch, ein Freund und Kumpel, wie einem im Leben nur wenige begegnen. Nicht nur für seinen treuen Hund Billy, dem David in Echternacherbrück eine neue Heimat gegeben hatte, fernab vom Hundeasyl. Entsprechend groß war die Bestürzung über die Hiobsbotschaft, die sich am 9. Februar wie ein Lauffeuer über Internet und Telefon verbreitete. Ob Ex-Europameister Lionel Regal, Stammgast und Dauersieger in Eschdorf, der mehrfache Gruppe H-Bergcup-Sieger Holger Hovemann, kurzum, das gesamte Bergrenn- und Motorsportvolk zeigte sich geschockt: „David war ein Mensch, den ich zutiefst schätzte, weil er für mich die Grundwerte verkörperte wie Einfachheit, Engagement, persönliche Einsatzbereitschaft und Teilen.“, so schrieb Sportwagenpilot Frank Cannata aus dem fernen Nizza. Treffender hätte auch ich es nicht ausdrücken können. Äddi David!
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