Werkstatt-Report #35: Tom Strasser – Ein wenig Gewicht eliminieren

13. März 2019

Spät, aber nicht zu spät, hat sich der Tiroler Thomas „Tom“ Strasser entschieden die hinteren Seitenwände seines VW Scirocco 16V aerodynamisch auszuarbeiten und aus dem leichten Werkstoff Kohlefaser zu fertigen. Dies wird, gegenüber den regulären Blechteilen, eine Gewichtserleichterungen bringen. Denn die beiden Formteile aus Kohlefaser bringen nur jeweils 2,5 kg auf die Waage. Diese werden derzeit in Tom´s Hütte, eh Werkstatt, in Ellmau angepasst und aufgrund des Einsatzes von Carbon auch leichter werden. Die erste Seitenwand konnte bereits erfolgreich abgeformt und angepasst werden. Von der technischen Seite wird sich nicht viel ändern, hatte man doch erst Mitte Saison 2018 einen neuen Motor von Tuner Minichberger Motorsport für den VW erhalten. Tom Strasser hat sich erneut für die kommende Saison in den deutschen KW Berg-Cup eingeschrieben, diesmal jedoch nicht im Team mit dem Allgäuer Mario Minichberger. Strasser wird somit im Alleingang das Unternehmen Titelverteidigung im KW Berg-Cup International in Angriff nehmen.

Werkstatt-Report #34: Valentin Schneider – Ohne geht´s doch a ned!

12. März 2019

Auch im bayrischen Warngau, dem Ort wo einst Georg Plasa lebte, wird aktuell in der Werkstatt von TS Motorsport eifrig am Neuaufbau eines VW Golf für Valentin Schneider gearbeitet. Nachdem schweren Unfall, auf regennasser Fahrbahn beim slowenischen Berg-EM Lauf in Ilirska Bistrica im Spätsommer letzten Jahres, war die Karosse des Gruppe E1-Golf 1 im Frontbereich nicht mehr reparabel. Lange hat es gedauert, bis sich der Familienvater dazu entschlossen, den VW TSM Golf 1 16V nochmals aufzubauen und den Helm nicht an den berühmten Nagel zu hängen. Noch ist viel zu tun, um für die neue Rennsaison vorbereitet zu sein. Die Karosseriearbeiten konnten mittlerweile erfolgreich abgeschlossen werden, womit bereits mit den Lackierarbeiten begonnen wurde. Dabei bleibt das Team den „Schneider´schen-Traditionsfarben“ Blau und Pink treu, sprich der Innenraum wird in Blau gehalten, während die Außenfarbe wieder als Pink bestehen bleibt. Wann jedoch die komplette Technik aus dem Unfallwagen übernommen ist und die ersten Testes und Rennteilnahmen anstehen, ist derzeit noch nicht genau terminiert. Wenn es soweit ist, steht sicherlich wieder ein internationales Programm, mit dem ein oder anderen Bergrennen auch in Deutschland auf dem Terminkalender. An dieser Stelle möchte sich Valentin Schneider bei seiner gesamten Familie sowie den fleißigen Helfern für die Unterstützung bedanken und auch die motivierenden Zusprüchen so mancher Fans nicht unerwähnt lassen.

Werkstatt-Report #33: Werner Walser – Vom Sportwart zurück zum Piloten

16. Februar 2019

Nach seinem Überschlag am berüchtigten Posten 8 beim Osnabrücker ADAC Bergrennen 2017 wird derzeit eifrig am Comeback des Vorarlbergers Werner Walzer für die Saison 2019 gearbeitet. Beim Unfall im August 2017 wurde die Karosse der ex-Alexander Hin-Opel Kadett C Limosine erheblich in Mitleidenschaft gezogen und irreparabel beschädigt. Da die Karosserie komplett verzogen war, musste sich Werner dazu entschließen, diese zu entsorgen. Die verbaute Technik, hatte bei diesem Ausritt nur wenig abbekommen. Ende Juli vergangenen Jahres, sah man den Berufskraftfahrer aus  Höchst in der Rolle eines Streckenpostens beim Hauenstein-Bergrennen in der Rhön, wo er sich sicherlich die nötige Motivation für einen langen und arbeitsreichen Winter geholt hat. Im letzten Herbst wurde bereits eine neue Karosserie angeschafft, wobei die Wahl natürlich erneut auf einen Opel Kadett C Limo fiel. In dieser wurde eine Sicherheitszelle verschweißt. Danach wurde eifrig an der Karosserie gearbeitet, um diese für die Lackierarbeiten vorzubereiten. Gute Nachrichten erhielt Werner auch von seinem Motorenbauer. Der 8V-Opel-Motor wurde beim Überschlag zum Glück nicht beschädigt und nach einer Revision konnte dieser bereits wieder in die heimische Werkstatt verfrachtet werden. An dieser Stelle möchte sich Werner bei der Firma Schertler Transporte aus Lauterach bedanken, wo man zuletzt in deren Werkstatt am neuen Opel Kadett C Limo arbeiten durfte. Werner kam zwischenzeitlich gut voran. Der Opel Kadett C Limo wurde mittlerweile komplett lackiert und erstrahlt nun in Weiß. Jetzt gilt es die Technik in den Boliden zu verbauen. Werner möchte in der Saison 2019 ein paar ausgewählte Bergrennen absolvieren, wobei er sich Richtung KW Berg Cup orientieren wird. Aber auch die zwei Meisterschaftsläufe in Österreich mit St. Anton/J. und St. Agatha, die ja ebenfalls zum Kalender des deutschen KW Berg-Cup gehören, werden auf dem Programm stehen. Fotos: Stefan Brodnig

Werkstatt-Report #32: Der Kühlergrill wird besonders liebevoll wieder eingesetzt

25. März 2018

Nach seinem Ausrutscher beim Bergrennen Mickhausen im letzten Oktober hat sich Alexander Marx entschlossen seinen BMW M3 E36 der Gruppe F neu aufzubauen. Dies geschieht aktuell im Saarbrücker Stadtteil Klarenthal. Dabei wird die komplette Technik in eine neue Karosse übernommen. Der 27 jährige Metallbaumeister im Familienbetrieb spielte sowieso bereits mit dem Gedanken eine jüngere Karosse zu fahren. „Der Unfall von Mickhausen hat uns die Entscheidung leicht gemacht mit dem Um- und Neuaufbau zu beginnen“, stellt Alexander klar. „Die alte Karosserie wäre noch zu retten gewesen, doch die Zeichen der Zeit waren daran sichtbar geworden. Außerdem gab es im alten Blechkleid nur einen geschraubten Überrollkäfig. Im neuen Auto wird dieser eingeschweißt sein. Ich plane den ersten Renneinsatz fürs Wolsfelder Bergrennen an Pfingsten, das müsste ich schaffen. Es sieht aktuell noch nach mehr Arbeit aus, als es in Wirklichkeit ist“. Bald soll das Chassis, für den 3 Liter Motorblock mit überarbeiteter Nockenwelle, in die Lackierkabine geschoben werden. Danach kann es mit dem Zusammenbau dann richtig los gehen. Zusammen mit Vater Klaus, der im Team mit seinen Grillspezialitäten exzellent für das leibliche Wohl sorgt, wurde nach Wolsfeld das Glasbachrennen geplant, bevor man Anfang Juli beim Heimrennen in Homburg antritt. Danach sollen Osnabrück und Eichenbühl die Saison beschließen. Vater und Sohn Marx sind auch abseits des Motorsports im ganzen Saarland bekannt. Mit Eisen Marx produzieren und vertreiben die Beiden das saarländische Kult-Produkt überhaupt, den „Schwenker“. Zur Erklärung für alle Nicht-Saarländer, dabei handelt es sich um einen Dreibeingrill mit hängendem Rost für offene Feuerstellen, ganz nach der Tradition im Saarland. Heut zu Tage natürlich aus Edelstahl. Aber nicht nur dass! Alles was die Herzen der Grillfreunde höher schlagen lässt, halten die Marx in ihrem Ladenlokal in Saarbrücken-Klarenthal und im Online-Shop vor, wie zum Beispiel Outdoor-Küchen, Gasgrills, Pizzaöfen, Smoker und Räucheröfen samt Zubehör und Ersatzteilen. Denn nicht nur im Saarland gehören Rennsport und Grillen auf jeden Fall zusammen, da kann nur sagen „sau gudd“.

Werkstatt-Report #31: Formel 1 Turbo-Power im Osella

20. Februar 2018

Nach der Öffnung der Französischen Bergmeisterschaft für Sportwagen mit Turbo-Motoren zeichnen sich hochinteressante Projekte ab. Mit dem gleichen Fahrgestell, jedoch einer neuen Motorisierung wird der Südostfranzose Benjamin Vielmi in der Gruppe E2SC der Bergmeisterschaft Frankreichs in die Saison 2018 starten. Der 31jährige Mechaniker aus der Apenstadt Annecy ist aktuell dabei den BMW 6-Zylinder Motor aus seinem Osella PA 27 heraus zu nehmen und durch ein Megatron-Triebwerk, das 1987 und 1988 in der Formel 1-Weltmeisterschaft von den damaligen Teams Arrows und Ligier verwendet wurde, zu ersetzen. Der 1.5 Liter 4-Zylinder-Turbo wurde damals wie heute vom Schweizer Tuner Heini Mader vorbereitet, mit dem Vielmi in enger Verbindung steht. Das spektakuläre Triebwerk sollte eine Leistung von etwa 480 bis 500 PS entwickeln, was mehr als genug ist, um Berge zu bezwingen. Der Turbolader der letzten Generation wird bei niedrigem Druck eingesetzt. Die elektronische Steuerung wird wiederum dem Cosworth-System anvertraut. Das Chassis muss nur leicht angepasst werden, denn der Magatron-Turbomotor wurde ursprünglich für die Saison 1982 werksseitig von BMW entwickelt. Nach dem Rückzug von BMW als Motorenlieferant in der Formel 1 im Jahr 1986, kaufe Arrows Eigner Jackie Olivier mit Hilfe eines Sponsors die Triebwerke auf und setzte diese unter dem Namen Megatron bis zum Verbot der Turbotreibwerke in der Formel 1 ein. Benjamin Vielmi gibt sich selbst eine komplette Saison, um die optimalen Einstellungen der neuen Fahrzeug-Motor-Kombination zu entwickeln, und um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Sein Programm 2018 bezieht sich auf das gesamte Französische Championat. Benjamin stellt auch einige weitere Bergrennen im Ausland in Aussicht. Die Fans können somit hoffen, dass Vielmi beispielsweise auch wieder einmal beim Eschdorfer Hillrace in Luxemburg auftauchen könnte.

Werkstatt-Report #30: Der „Dicke“ im Kuraufenthalt

11. Februar 2018

Es gibt in Deutschland kaum ein Fahrzeug bei den Bergrennen, das von den Fans im Fahrerlager so dicht umlagert ist wie der „Dicke“ des Odenwälders Holger Hovemann. Auch die Medienvertreter aus  dem In- und Ausland berichten in der Fachpresse regelmäßig von dem knallgelben Boliden und auch in den sozialen Netzwerken und auf den YouTube-Kanälen liegt der Opel Kadett C Coupé V 8 GT/3 ganz weit an der Spitze der Nutzerzahlen. Der extrem verbreiterte Rennwagen wird von einem V8-Sauger mit 5,7 Liter Hubraum aus dem Hause GM-Lotus angetrieben. Nachdem zunächst einige technische Hindernisse zu bewältigen waren, hatte der ehrgeizige Rennfahrer in den vergangenen Jahren auch einiges Pech auf der Rennstrecke. Doch Holger Hovemann hat mit der Firma RISSE Motorsport aus Soest und dem Team von Norbert Vornhold aus der Nähe von Hamburg eine einmalige Unterstützung, so dass jedes technische Problem und jeder Schaden am Fahrzeug behoben werden können. Gleich nach Saisonende 2017 machte sich das aus drei bundesweit verstreuten Teilen geformte Team an die Arbeit, um die Infrastruktur und das Sportgerät selbst zu verbessern und zu überholen. Im Buchener Stadtteil Bödigheim wurde noch im alten Jahr die KfZ-Werkstatt Hovemanns einem Umbau und einer Erweiterung unterzogen. Es entstand zusätzlich eine Motorsportwerkstatt, die überbaute Fläche wurde so um ein Drittel vergrößert. Hoch im Norden der Republik bei Norbert Vornholt in Ulzburg wurde das großvolumige Triebwerk derweil zerlegt und eine Bestandsaufnahme gemacht. Die Zylinderköpfe gingen anschließend zur Revision zurück nach Nordrhein-Westfalen zur RISSE-Motorsport. Zwischenzeitlich wurde von Schäfer eine neue Rennauspuffanlage geliefert und bereits montiert. Nach vier Jahren hartem Einsatz gab es neue Kats von HJS und auch die Kupplung hatte es nötig und wurde ausgetauscht. Aktuell ist man in Schleswig-Holstein dabei den Motorblock wieder Stück für Stück zusammenzusetzen. Schon jetzt freut sich Holger Hovemann auf den Saisonstart Ende April im hessischen Schotten und ganz sicher werden ihm seine vielen Anhänger im Fahrerlager und an der Rennstrecke fest die Daumen drücken, dass er das Rennen und die gesamte Saison 2018 erfolgreich bestreitet. Text: Bernd Stegmann / Thomas Bubel

Werkstatt-Report #29: BMW-Cabrio mit GFK-Außenhaut

3. Februar 2018

Viel Arbeit in seiner Werkstatt in Luxemburg-Stadt hatte und hat aktuell Canio Marchione. Nach einer sehr erfolgreichen Saison 2017 mit dem erneuten Gewinn der Luxemburger Bergmeisterschaft für Tourenwagen und Rang vier in der E1-Division des FiA Hillclimb Cup auf dem VW Minichberger Scirocco, wurde dieser an KW Berg-Cup Altmeister Franz Weissdorn verkauft und für 2018 ein neues Projekt gestartet. Dabei wurde Canio bereits Ende November 2017 in der Schweiz fündig, wo er von Martin Bürki den Ex-Rottenberger/Weidinger BMW 318i E36 STW übernehmen konnte. Eine erste Testfahrt mit dem ehemaligen Meisterauto verlief ein paar Tage später durchaus positiv. Jedoch wird der BMW 2018 nicht nur optisch in neuem Gewand an den Start rollen. Im Dezember wurde praktisch die komplette Blech-Außenhaut des BMW abgetrennt und durch eigens angefertigte GFK-Teile ersetzt. Ziel war es weiter das Fahrzeuggewicht herunter zu schrauben. Mittlerweile sind diese Arbeiten abgeschlossen und Canio berichtete bei einem Gespräch mit „Bergrennen in Deutschland“ am Abend der Meisterschaftsgala des Luxemburger Automobilclubs am 20. Januar in Bad Mondorf von einem aktuellen Fahrzeuggewicht von 820 kg, also rund 30 kg weniger als zuvor. Vor wenigen Tagen wurde die Karosse in Marchiones Hausfarbe Rot lackiert. Weiter steht die Installation einer neuen Elektronik auf der Tod-Do-Liste sowie das montieren einer modernen Paddle Shirt-Lenkradschaltung. Die Saisonplanung sieht die Titelverteidigung in der Luxemburger Bergmeisterschaft vor. Dazu sucht Maschione erneut seine Chance im FiA Hillclimb Cup. Nach den ersten Rennen wird man Bilanz ziehen und je nach Tabellenstand weiter am Ball bleiben oder nicht.

Werkstatt-Report #28: Team Schulte´s Weiterentwicklungen

30. November 2017

Das Zweiwagenteam von Manfred und Benedikt Schulte wird auch in der kommenden Saison 2018 nicht zusammen an den Start gehen. Nach dem spektakulären Unfall von Sohn Benedikt beim Wolsfelder Bergrennen im Juni diesen Jahres und dem anschließend doch überraschend schnellen Neuaufbaus des „kleinen“ Citroen AX, wird „Benne“ in der kommenden Saison pausieren. Zeit und Geld werden stattdessen in eine massive Aufrüstung des Citroen AX Sport 8V für die 1,6-Liter Klasse der Gruppe E1 gesteckt. Das Auto befindet sich bereits in Rottalmünster bei den Moser Brüdern um das Fahrwerk auf 15 Zoll umzubauen. Dazu wird ein 16 Ventiler Nemeth-Motor verbaut und ein sequentielles DREXLER 6-Gang Getriebe die Sache abrunden. Vater und Team-Chef Manfred Schulte plant erneut ein sehr abwechslungsreiches und internationales Rennprogramm, mit all seinen Lieblingsveranstaltungen. Aktuell ist der Citroen AX Kit Car mit dem Nemeth 16V-Motor komplett zerlegt. Die Arbeiten zur Umrüstung des Fahrwerks auf 17 Zoll laufen an. Parallel wird es eine Gewichtsoptimierung geben und eine Feinoptimierung des Triebwerks bei Haustuner Ewald Nemeth. Mit den Bergrennen Eschdorf, Osnabrück, Oberhallau und St. Agatha plant Manfred Schulte lediglich vier Läufe des KW Berg-Cup für die Saison 2018 ein. Dazu kommen die französischen Meisterschaftsläufe von Abreschviller und Turckheim, die Berg EM-Rennen von Ecce Homo und St. Ursanne, der Klassiker von Trento-Bondone in Italien und das FiA Hillclimb Masters, das im kommenden Jahr sogar in Deutschland stattfinden könnte.

Werkstatt-Report #27: Aufrüstung in der Formel 3

1. Juni 2017

Ende letztes Jahr konnte der Heiligenstädter Formel 3-Pilot Sascha Herz unter beratender Hilfe von Frank Debruyne, ein bis auf die letzte Schraube zerlegtes Formel 3-Fahrzeug erwerben. Dieses ist erneut ein italienisches Dallara-Modell, jedoch vom Baujahr und den Nachrüstsätzen her ein aktuelleres Modell als Saschas bisheriger F302. Das erstandene Fahrzeug ist größten Teils, obwohl aus dem Baujahr 2005, mit Technik und Aerodynamik des 2011er ausgestattet. Motorisiert ist das Ganze von einem Opel-Spiess, einem sogenannten „Challenge-Motor“. So verfügt es weiter über ein aktuelles Drexler Getriebe, das modernste was SACHS an Stoßdämpfern zu bieten hat und aerodynamische Bauteile die nicht der Serie entsprechen. Die standartmäßige Bosch-Elektronik wurde durch eine KMS Steuerung  mit AIM-Formellenkrad  und weiteren Features ersetzt, welchen Part Saschas neuer Sponsor CER (Comfort-Elektronik-Raulf) übernahm. „Das so ein kompletter Neuaufbau auch seine Tücken hat, bekamen wir Mitte April auf dem Leistungsprüfstand zu spüren. Getriebeprobleme waren dort nur der Anfang. Nach dem wir eine Leistungssteigerung von 10% gegenüber der Serie erreicht hatten, kam es zu einer heftigen Fehlzündung beim Starten welche den Anlasser in seine Bestandteile zerlegte. Dieser ist vom Hersteller natürlich nicht sofort lieferbar“, so Herz. „Nun musste ich als gelernter Werkzeugmacher selbst ran. Das heißt, es lieft alles weiter“. Am kommenden Pfingst-Wochenende wird der Reißverschluss-Fabrikant noch ein mal mit dem älteren F302-Modell an den Start gehen. Letzte Teilelieferungen in Sachen Anlasser sind für die kommende Woche angekündigt, sodass ein Start beim Glasbachrennen am zweiten Juni-Wochenende mit dem F 2005/11 fest eingeplant ist. Ein für Mitte Mai geplanter Test im Mai fiel dem Anlasserproblem zum Opfer. Die Abstimmung des Fahrwerkes, verbunden mit späteren Renneinsätzen legt Herz in die erfahrenen Hände von Frank Debruyne, der letzten Winter schon zahlreiche Stunden am Fahrzeug verbracht hat. „Geht unser Plan auf, bringen wir den aktuell modernsten Formel 3 am deutschen Berg an den Start, welcher mit seiner Motorleistung alle baugleichen Formel 3 in den Schatten stellt, das verspricht uns CER“, freut sich der Thüringer weiter. Beim Osnabrücker Bergrennen Anfang August wird dann Herz Motorsport mit beiden Formel 3-Rennen antreten, so wie es auch zuvor am heimischen Iberg mit Gerhard Dietrich geplant ist. Bernd Könemann, einer der „Berg-Legenden“ aus den 1980er Jahren, hat sich bereits das Cockpit des weißen Dallara F302 Opel-Spiess für den FiA-Lauf im Osnabrücker Land angemietet. Die älteren Bergrennfreunde werden den Verkaufsleiter aus Porta Westfalica sicherlich von seinen Einstätzen im Team von Herbert Stenger und den Rostek-Brüdern her kennen. Könemann für damals Formel V, Gruppe […]

Werkstatt-Report #26: Formel 3000-light mit Schweden-Power

14. April 2017

Franz Seitz und sein Sohn Florian Hartmann gehen gern ungewöhnliche Weg und verfolgen nicht alltägliche Ideen. Die Auslobung der neuen „Race and Fun Challenge“, wo bekanntlich der jeweilige Zweitplatzierte der Rennwagenklasse bis 2-Liter Hubraum, Pokal und Preisgeld abstaubt, ist nur ein Beispiel. Bezahlbarer Motorsport, bei maximalem Spaßfaktor war schon immer die Maxime des Familien-Teams aus dem Schwabenländle. So reifte nach und nach die Idee in einem Formel 3000-Chassis einen unkomplizierten und kostengünstigen, aber dennoch PS-starkes Triebwerk zu verbauen. Lange suchten die Beiden nach dem idealen Motor für ihr Vorhaben. Schlussendlich wurde man in Schweden fündig. Ein, im Rallyecross-Sport häufig verwendeter Volvo-Motor, der dank seines massiven Blocks mühelos auf drei Liter Hubraum aufgebohrt wird, fiel dem Team Seitz bei Internetrecherchen auf. Der Reihen-4-Zylinder mit Vierventilkopf wurde in Skandinavien geordert und quasi als Weihnachtsüberraschung kurz vor den Festtagen 2016 geliefert. Aus Kostengründen verzichtete man bewusst auf ein V8-Aggregat und hat dennoch 390 PS bei 360 Newtonmeter zur Verfügung. „Das Drehzahlband wollen wir vorerst nur bis 8.000 Umdrehungen nutzen, es geht aber mehr“, erläutert Franz Seitz. Während der Wartezeit auf den Motor widmete man sich in Rutesheim-Perouse dem Reynard-Chassis vom Typ 88D. Der Formel 3000 stammte ursprünglich vom Paul Stewart Team aus England und wurde anschließend, zwischen 1992 und 1999 vom Grazer Norbert Binder in der Berg ÖM gefahren, jedoch auch nicht mit dem etatmäßigen V8-Motor, sonder mit einem BMW. 1998 fanden Fahrer und Fahrzeug sogar den langen Weg zum Osnabrücker Bergrennen, das damals zum Österreichischen Mobil-Berg-Cup zählte. Das allererste Rollout vor einer Woche beim Testtag auf dem Flugfeld in Lahr verlief zufriedenstellend. „Die Stromversorgung via Batterie war zu knapp bemessen, wir werden eine Lichtmaschine einbauen, dann wird die Zündung rund laufen. Unser Reynard 88D Volvo 16V ist sehr gutmütig fahrbar, das können wir auf jeden Fall schon sagen“. Aus beruflichen Gründen musste die anvisierte Premiere beim Hillrace in Eschdorf verworfen werden. Somit arbeitet man nun auf die Jungfernfahrt am 24./25. Juni am Iberg in Heiligenstadt hin. Weiter möchte das Vater-Sohn-Gespann noch nicht denken. Klappt der erste Renneinsatz, sind weitere Läufe im Rahmen der Deutschen Bergmeisterschaft geplant.

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