Interview Ralf Kroll: Die Einführung der CM-Rennwagen ist weiter auf dem Vormarsch

26. Januar 2017

Nach dem enormen Interesse an unserem November-Artikel über die Zulassung der ersten CM-Fahrzeuge durch den DMSB, hat sich „Bergrennen in Deutschland“ vorgenommen an diesem interessanten Thema dran zu bleiben und führte kürzlich ein Interview mit dem Ziehvater dieser in Deutschland neuen Rennwagenkategorie Ralf Kroll. BiD: Deine Bemühungen für die „CM-Autos“ eine Zulassung am Deutschen Berg zu bekommen, waren jetzt schlussendlich von Erfolg gekrönt. Wie gingen die Verhandlungen vonstatten und wer hat Dich dabei unterstützt? Ralf Kroll: Begonnen hat es 2012, als ich mich mit dem damaligen DMSB Fachausschuss Berg über die CM Fahrzeuge unterhalten habe. Konkreter wurde es im Winter 2013 mit dem neu formierten Fachausschuss, die von den CM Fahrzeugen sehr angetan waren. Eine Unterstützung seitens des Fachausschusses wurde mir für das Vorhaben signalisiert. Im Sommer 2013 besuchte ich den EM Lauf von Mont Dore in Zentralfrankreich, alle CM Hersteller waren mit Ihren Fahrzeuge vertreten. Zuvor hatte ich mit dem Hersteller Silver-Car in Spanien Kontakt aufgenommen. Silver-Car hat für mich sehr viel Potential, das war schon damals mein Eindruck. Ich nutzte die Gelegenheit und schaute mir die Fahrzeuge von den verschiedenen Herstellern  näher an, und durfte auch mal im ein oder anderen CM probesitzen. Ich schaute dabei, ob es zu mir passen könnte und ein Wohlfühleffekt aufkommt. Im Frühjahr 2014 bekam ich die Möglichkeit, dass Meisterschaftsauto von Frankreich zu kaufen. Der Silver-Car S2 lief bis dahin nur fünf Rennen und hatte Vollausstattung. Die Gespräche mit dem Fachausschussvorsitzenden Marcus Malsch und Rüdiger Julius–Bernhart wurden intensiver, weil ich den S2 kaufen wollte. Im Juni 2014 habe ich den S2 beim französischen Silver-Car Händler abgeholt und nach Spanien ins Werk für einen Check gebracht. Im Vorfeld hatte ich schon den Technischen DMSB-Kommissar Christian Schleicher wegen eines Wagenpass kontaktiert, denn das Ibergrennen war als das erste Rennen mit dem S2 geplant. Dann gab es leichte Probleme, weil es für Deutschland noch kein nationales CM Reglement gab und ein paar Dinge nicht den DMSB Bedingungen bzw. Regularien entsprachen. BiD: Die Zulassung für den DMSB-Bereich zu bekommen, war dann doch komplizierter als gedacht? Ralf Kroll: Ich ging damals davon aus, da Silver-Car für den S2 eine nationale spanische und französische Homologation und ein Zertifikat für den Gitterrohrahmen hatte, dass es keine Probleme gibt. In Europa und Übersee, wurden Silver-Car Fahrzeuge seit 2006 verkauft und im nationalen  Motorsport ohne Zulassungsprobleme eingesetzt. Dem war dann leider nicht so, und es mussten mehrere Dinge abgeklärt und besprochen werden. […]

Boxengeflüster 12/2016: Wussten Sie schon dass…?

23. Dezember 2016

DASS der Tiroler Herbert Stolz ein Comeback in der Deutschen Bergmeisterschaft für die Saison 2017 plant. Der Innsbrucker Routinier mit der DMSB-Fahrerlizenz, hat sein Geschäft für Hi-Fi und Unterhaltungselektronik in der Tiroler Landeshauptstadt kürzlich verkauft. Nach gesundheitlichen Problemen musste Stolz die Saison 2016 frühzeitig abbrechen, doch mit fortschreitender Genesung visiert der zweifache Deutsche Bergmeister eine volle Saison in der Berg DM an. Untersatz bleibt der babyblaue dp Porsche 935 II in der Gruppe E1. DASS der TracKing TT01 nun auch die Zulassung des Sports-Car-Club of America (SCCA) zur Rennteilnahme in den USA erhalten hat. Das Fahrzeug mit der Chassisnummer 01 überstand kürzlich die 8000 km lange Reise von Saint Benigne in Frankreich nach Reno in Nevada. Hier finden derzeit auch Testläufe auf der Rundstrecke statt. In der Rennserie des SCCA findet man typischerweise Rennsportwagen mit offenen Cockpits. TracKing hat somit den Sprung über den großen Teich geschafft und wird die Vielfalt und das Rennspektakel in der SCCA erhöhen. DASS das vor vier Jahren von der DMSB-Executive beschlossene Ende der Gruppe H im Rallyesport zum Jahresende 2016 unterlaufen werden könnte. Im Hintergrund werden Anstrengungen unternommen die Gruppe H im Rallyesport weiter am Leben zu halten. Zwischenzeitlich wurde der RSC-Rallye-Cup gegründet, der fristgemäß seinen Genehmigungsantrag beim DMSB einreichte, die aber im August zum erliegen kam. Jetzt haben die Gruppe H-Befürworter um den Coburger Patrick Mohr gegen den DMSB geklagt. Vor wenigen Tagen wurde die Klage in erster Instanz vom  Amtsgericht Frankfurt am Main abgelehnt. Nach Aussage der Kläger geht der Kampf „David gegen Goliath“ auf jeden Fall weiter. DASS die britische Bergrenn-Amazone Charlie Martin nach den Jahren 2015 und 2016 im Tatuus Formel Renault 2-Liter, erneut in der kommenden Saison in der französischen Bergmeisterschaft an den Start gehen wird. Nach der Einladung vom Team Faggioli in St. Ursanne und beim Bergrennen Gurnigel in diesem Jahr einen Norma Honda 2l-Sportwagen zu pilotieren, hat die charmante Britin Gefallen an den Sportprototypen gefunden. In der kommenden Saison 2017 wird Charlie etatmäßig eine Norma M20 Honda in der 2-Liter Klasse pilotieren, der vom Team Schatz Competition, der französischen Meistermannschaft um Nicolas Schatz, vorbereitet und eingesetzt wird.

DMSB gibt grünes Licht für die ersten CM-Renner in Deutschland

12. November 2016

Die sogenannten CM-Rennsportfahrzeuge sehen aus wie geschrumpfte Le Mans-Sportwagen oder DTM-Boliden. Doch vom kompakten Aussehen dieser Zwergrennwagen sollte man sich nicht täuschen lassen, denn solche auf Gitterrohrrahmen aufgebauten, quirligen Renner haben es faustdick hinter den Ohren. Zu einem überschaubaren Neupreis oder auch gebraucht, gibt es je nach Hersteller sogar verschiedene, coole Karosserien im Look von BMW, Audi und Co. So ein Paket, angetrieben von PS-starken und leichten Motorrad-Triebwerken ist ideal für den ambitionierten Privatfahrer und bei Bergrennen für Top-Platzierungen in der Gesamtwertung gut. Drei Jahre ist es nun her, dass der Odenwälder Berg-Routinier Ralf Kroll seinen bekannt schnellen VW Golf 16V aus dem KW Berg-Cup in die Ecke stellte, und sich der Faszination der sogrannten „CM-Fahrzeuge“ hingab. Aus Spanien exportierte Kroll einen Silver Car S2 der von einem 1000 ccm-Suzuki GSXr-Motor befeuert wird. Der zweifache Deutsche Bergpokalsieger hatte sich sogleich das Ziel gesetzt diese in Spanien und Frankreich bereits weit verbreitete Art von Rennfahrzeugen auch in Deutschland zu etablieren. Dies war jedoch nicht so einfach wie sich der Mudauer das gedacht hatte. Anfangs durfte Krolls Silver Car nur bei GLP-Gleichmäßigkeits-Bergrennen starten. So konnte Ralf wenigstens sein neues „Gerät“ in nicht ganz freier Wildbahn kennen lernen. Seit 2014 befindet sich Ralf Kroll in Gesprächen mit dem Fachausschuss Bergrennen und dem DMSB selbst, für den diese Rennfahrzeuge ebenfalls Neuland waren. Mit dem Ausschussvorsitzenden Marcus Malsch gewann der Silver Car-Importeur für Deutschland zwischenzeitlich einen Verbündeten. „Mit diesen Fahrzeugen beschäftigt sich der Fachausschuss Bergrennen schon seit geraumer Zeit und hat in Zusammenarbeit mit der DMSB Geschäftsstelle nun die ersten Fahrzeuge in Deutschland mit einem DMSB-Wagenpass ausgestattet. Da für diese Fahrzeuge europaweit keine einheitlichen und ordentlichen Regularien  existieren und diese teilweise von einigen Herstellern sicherheitstechnisch nicht korrekt aufgebaut werden, musste die Abteilung Technik des DMSB nachhelfen und teilweise vor der sportrechtlichen Zulassung, sprich DMSB-Wagenpass, individuelle Umbaumaßnahmen anordnen“, erklärte Malsch. Das Thema stand auch bei der FA-Bergrennen-Sitzung im September zur Debatte. Marcus Malsch ging weiter auf die Problematik ein, dass gültige ASN-Zertifikate für Überrollkäfige von Seiten der DMSB-Geschäftsstelle nur anerkannt werden, wenn diese auch dem Anhang J der FIA entsprechen. Er bat diese Vorgehensweise zu überdenken und empfahl den DMSB-Verantwortlichen, dass gültige ASN-Zertifikate grundsätzlich anerkannt werden sollten, ohne weiter Umbauten anzufordern. Marcus Malsch wird die Hersteller, wie beispielsweise Silver Car, TracKing, BRC und Mitjet, darüber informieren, dass die Sicherheitsbestimmungen der FIA, insbesondere des Anhang J Art. 277, unbedingt eingehalten werden müssen und zukünftig hergestellte Fahrzeuge dahingehende […]

An Sensation vorbeigeschrammt

18. Mai 2016

Es wäre die Sensation schlechthin gewesen: Der Feldkircher Berg-Spezialist Christoph Lampert düpierte mit seinem „nur“ 190 PS starken TracKing-Silhouetten-Renner, angetrieben von einem 1000-Kubik-Suzuki-Motorrad-Motor, beim Berg-DM-Lauf in Wolsfeld bei Bitburg beinahe die komplette, 120 Starter umfassende Konkurrenz. Im Training lag er mit einer Laufbestzeit von 1:06,02 Minuten auf der 1,64 km langen und mit engen Kurven bespickten Strecke an der großartigen fünften Stelle, inmitten von Formel- und Gruppe-CN-Sportwagen-Boliden! Auf den Trainingsschnellsten Bruno Ianniello im 650 PS starken Lancia-Delta S4 fehlten Lampert nur 1,39 Sekunden. Einen Rang hinter Lampert zurück: Der spätere Tagessieger David Hauser aus Luxemburg in einem Dallara-GP2-Renner! Im ersten Rennlauf am Pfingstmontag zog der 34-jährige Feldkircher dann nochmals alle Register seines Könnens, toppte seine Trainingsbestzeit nochmals um sagenhafte 1,44 Sekunden auf 1:04,58 Minuten (91,42 km/h Schnitt) und fand sich hinter Ianniello, dem Deutschen Formel-3-Piloten Frank Debruyne und dem Sportwagenpiloten Francesco D’Acri an unglaublicher vierter Zwischenposition! Auf  Debruyne fehlten Lampert nur 22, auf D’Acri gar nur sieben Hundertstelsekunden. Hauser lag mit seinem infernalischen GP2-Monoposto-Renner mit 1:04,96 erneut hinter ihm zurück! Eine Mega-Sensation lag also in der Luft, doch es sollte nicht sein. Im zweiten Rennheat streikte urplötzlich die Benzinpumpe. Lampert: „Das Auto hat mitten auf der Piste einfach abgestellt und ging nicht mehr zum Starten. Ich glaube, dass die Sicherung der Benzinpumpe rausgeflogen ist. Somit war es erledigt, da bei dieser Veranstaltung für die Wertung alle drei Rennläufe zusammengezählt werden. Die Zeit im ersten Rennlauf war wirklich der Hammer und da wäre sogar für die restlichen zwei Gipfelstürme noch etwas drinnen gewesen.“ Schlussendlich siegte Hauser vor Debruyne und Ianniello. Der Höchster Werner Walser, zweiter Vorarlberger im Feld, wurde mit seinem Opel Kadett C Gesamt-96. Lamperts nächster Renntermin ist am 4./5. Juni der Bergrennslalom von Damüls (Vorarlberg). Autor: Dietmar Gasser