Preisverleihung Auto Sport Schweiz – Ehre, wem Ehre gebührt

28. November 2019

Auto Sport Schweiz hat am vergangenen Wochenende im ehrwürdigen Hotel Bellevue Palace in Bern die Schweizer Automobil-Meister und Pokalsieger ausgezeichnet. Rund 150 geladene Gäste nahmen am vergangenen Freitagabend an der Meisterfeier teil. In neun Kategorien wurden die Sieger der diesjährigen Automobil-Meisterschaften geehrt. Durch das abendfüllende Programm führte SRF-Sportmoderator Lukas Studer gemeinsam mit Brice Zufferey, Promotor der Junior-Rallye-SM und der Clio RT3 Alps Trophy. Bis auf zwei Fahrer aus der Rallye-Fraktion waren alle Piloten aus den verschiedenen Meisterschaften (Rallye, Slalom, Berg) und auch aus den Pokalen (Berg-Pokal, Rallye-Pokal) zugegen. Sie durften vom Präsidenten der Nationalen Sportkommission (NSK), Andreas Michel, sowie von Miss Yokohama, Kylie Raymund, ihre Preise in Empfang nehmen. Gleich zwei Auszeichnungen erhielt Martin Bürki. Der Uetendorfer gewann zum siebten Mal (zum sechsten Mal in Serie!) die Schweizer Slalom-Meisterschaft. Außerdem sicherte sich der bald 52-jährige Bürki im Schweizer Berg-Pokal Platz 2 hinter Philipp Krebs. Dieser freute sich riesig über seine Auszeichnung: «Noch nie zuvor hat ein Fahrer mit einem Cup-Fahrzeug diese Wertung gewinnen können», sagte Krebs. «Deshalb bedeutet mir dieser Titel besonders viel.» Auch Hanspeter Thöni (Zweiter im Slalom) und Christian Darani (Dritter) haben ihre Pokale mit Stolz entgegengenommen. In der Schweizer Berg-Meisterschaft ging der Titel zum sechsten Mal an Eric Berguerand. Der Dominator der abgelaufenen Saison hat seinen ersten Titel 2005 geholt. Danach war er von 2013-2016 unantastbar. In seiner derzeitigen Verfassung wird es für die Konkurrenz 2020 schwierig werden, den Walliser vom Thron zu stoßen. Bei der Siegerehrung in Bern warnte Berguerand aber: «Im Moment stehe ich ganz oben – das stimmt. Aber im Motorsport kann sich das Blatt schnell wenden. Deshalb genieße ich den Moment und freue mich auf die nächste Saison.» Hinter Berguerand holten sich Marcel Steiner und Robin Faustini ihre silbernen Kannen für die Plätze 2 und 3 ab. Während Steiner als mehrfacher Schweizer Meister das Gefühl bestens kennt, war es für den jungen Faustini eine Premiere. «Platz 3 war mein Saisonziel», meinte der Aargauer bescheiden. «Das habe ich erreicht.» Für die Fans des Schweizer Automobilsports ist der dritte Platz Faustini ein Versprechen für die Zukunft. Selbst Beguerand freute sich für den Podiumsneuling. «Es ist schön zu sehen, dass der Nachwuchs nicht ausstirbt», so der Champion. Für eine Premiere sorgte auch die Familie Feigenwinter. Zum ersten Mal standen in der Berg-Meisterschaft Vater und Sohn gemeinsam auf dem Podium. Das hat es bisher nur in der Schweizer Rallye-Meisterschaft gegeben. «Mit meinem Sohn Raphi auf dem Podium […]

Berguerand auch in Mickhausen vor Steiner

7. Oktober 2019

Marcel Steiner schien beim Int. Bergrennen Mickhausen in Südbayern auf dem Weg zum Tagessieg. Doch bei einsetzendem Nieselregen war einmal mehr Eric Berguerand der Schnellere. Das nach einem Jahr Pause zum 38. Mal ausgetragene Int. ADAC Bergrennen Mickhausen südlich von Augsburg zählte als Finallauf zur Deutschen Automobil-Bergmeisterschaft und zu anderen nationalen Prädikaten. Weil es jedoch kein Lauf mehr zum FIA-Bergcup war, wie bis 2017, waren außer ein paar Österreichern und Schweizern kaum ausländische Fahrer am Start. Marcel Steiner und Eric Berguerand sind seit etlichen Jahren gern gesehene Gäste in Mickhausen und machten den Tagessieg unter sich aus. Anders als in der Schweizer Bergmeisterschaft gab Steiner im LobArt-Sportwagen (Foto Mitte) schon im nassen Training vom Samstag, als auch in den beiden ersten Rennläufen bei kühlen, aber trockenen Bedingungen das Tempo vor. Sein erster Saisonsieg über den bisher unbezwingbaren Gegner lag in der Luft. Doch entscheidend sollte der dritte Durchgang sein. Anders als in der Schweiz zählten in Mickhausen nicht die beiden besseren, sondern alle drei Laufzeiten für das Gesamtklassement. Als leichter Nieselregen einsetzte, blieb Steiner auf Slicks, während Berguerand seinen Lola-Cosworth (Foto oben) mit Profilreifen bestückte – offenbar mit ganz guten. Aus einem Rückstand von 1,7 Sekunden machte der diesjährige Bergmeister in der Addition einen Vorsprung von 1,8 Sekunden. Steiner hatte auf der bloß 2,2 Kilometer langen Strecke mit nur 79 Metern Höhenunterschied ganze 3,5 Sekunden auf Berguerand verloren. Dieser kam so zum Saisonschluss zu einem weiteren Tagessieg, dem ersten in Mickhausen nach etlichen Anläufen. Eric Berguerand: «Im zweiten Rennlauf der Rennwagen war es schon so nass, dass ich mit Slicks wie auf Glatteis fuhr. Ich wollte eigentlich schon zusammenpacken. Doch als das Rennen so zügig lief, montierte ich für den dritten Lauf aus Sicherheitsgründen die Regenreifen. Als ich die Zeiten von Marcel und Alex hörte, wusste ich, dass es die richtige Wahl war. Ich hatte nochmals richtig Spaß beim Fahren und so halt die Chance gepackt.» Tausende Zuschauer säumten die Rennstrecke und standen bei der letzten Talfahrt Spalier. Sie feierten Eric Berguerand erstmals als Tagessieger in Mickhausen. Dem dafür schon dreimal beim grenznahen Bergrennen erfolgreichen Steiner (zuletzt 2017) blieb einmal mehr nur der zweite Gesamtrang und zum Trost der Sportwagensieg vor dem Deutschen Alexander Hin im Ex-Hugentobler-Osella PA30 Zytek V8. Marcel Steiner: «Wenn ich müsste, würde ich mich wieder für Slicks entscheiden. Für Regenreifen war es meiner Meinung einfach zu wenig nass. Ich fuhr halt zu verhalten hoch. Es ist […]

Wer sonst? – Berguerand siegt auch in Les Paccots

17. September 2019

Eric Berguerand war beim Finale der Schweizer Berg-Meisterschaft in Les Paccots unantastbar. Berguerand hat die Schweizer Berg-Meisterschaft so beendet, wie er sie angefangen hat: mit einem Sieg in neuer Rekordzeit. Der 40-jährige Walliser, der schon vor dem Finale in Les Paccots als Schweizer Rennwagenmeister feststand, hat der Saison 2019 damit endgültig den Stempel aufgedrückt. Von den sieben Rennen, an denen Berguerand teilgenommen hat, hat er sechs gewonnen. Fünf davon in neuer Rekordzeit. Nur am Gurnigel reichte es nicht zum Tagessieg. Doch da kam dem Formel-3000-Piloten aus Charrat (VS) der Regen in die Quere. Sonst hätte er wohl auch dort mit seinem Lola FA99 eine neue Bestmarke aufgestellt. Beim Rennen von Châtel-St-Denis nach Les Paccots hatte Berguerand vergleichsweise leichtes Spiel. Dauerrivale Marcel Steiner verzichtete auf das Saisonfinale. Der Berner, der in dieser Saison nur in Les Rangiers triumphierte, dort, wo Berguerand seit 2007 nicht mehr antritt, hat sich eine Pause gegönnt. Steiner wird dafür bei den Bergrennen St. Agatha in Österreich (22. September) und Mickhausen in Südbayern (6. Oktober) an den Start gehen. Berguerands Zeiten waren aber auch ohne Konkurrenzdruck beeindruckend. Den ersten Durchgang absolvierte er in 53,643 sec. Im dritten unterbot er mit 53,370 sec seine eigene Rekordmarke aus dem Vorjahr um 18 Hundertstelsekunden. «Ich habe meine Bestzeit mit einem alten Satz Reifen erzielt», sagt Berguerand, der sich in dieser Saison vor allem über die Standfestigkeit seines Autos gefreut hat. «Es hat in diesem Jahr einfach alles gepasst. Aber selbstverständlich ist das nicht. Da steckt natürlich viel Arbeit dahinter.» Für Berguerand ist der fünfte Titel trotz seiner Überlegenheit kein besonderes Ereignis. «Dieser Titel hat nicht mehr oder weniger Wert als die zuvor. Es ist einfach angenehm, wenn alles leichter von der Hand geht und das Auto keine Probleme bereitet.» Genug hat Berguerand noch lange nicht. Der Konkurrenz lässt er ausrichten, dass er als Fahrer sich noch verbessern kann. «In mir steckt noch mehr Potenzial», grinst der Champion und schielt mit einem Auge schon auf die Saison 2020. 6,5 Sekunden hinter Berguerand liess sich Robin Faustini Platz 2 im Gesamtklassement notieren. Der junge Aargauer stand vor Les Paccots bereits als Meisterschaftsdritter fest und hatte in Les Rangiers als Zweiter (hinter Steiner) ein Ausrufezeichen gesetzt. Diesmal war er in der Addition der beiden schnellsten Läufe 0,7 Sekunden schneller als sein Vater Simon Hugentobler, der auf seinem neuen Osella PA30 Platz 3 belegte. «Ich hatte im ersten Lauf noch ein Getriebeproblem», erklärte Faustini. […]

Boxengeflüster 08/2019: Wussten Sie schon dass…?

16. September 2019

DASS das Comeback des bis Anfang Oktober nochimmer amtierenden DMSB Berg-Cup Champion für Sportwagen 2018 und Deutschen Vize-Bergmeisters 2017 Frank Debruyne kein gutes Ende nahm. Beim Bergrennen Eichenbühl saß der Badener erstmals am Berg in seinem neuen Projekt, einem Formel 3 vom Typ Dallara F316 (Foto oben), also einem sehr modernen und erst drei Jahre alten Chassis. Im vergangenen Herbst hatte Debruyne mit den Arbeiten begonnen, nachdem er seinen altgedienten Dallara F303 nach Irland verkaufte. Sein neues Renngerät musste aus vielen Teilen erst zusammengesetzt werden. Ein Test auf der französischen Rundstrecke Anneau du Rhin verlief kürzlich vielversprechende. Doch am Eichenbühler Berg drehte sich der Neurieder bereits am Trainingstag mit dem Heck in die Leitplanken und verzichtete danach auf weitere Starts und geht noch einmal in heimischer Werkstatt in Klausur. DASS dem neuen Schweizer Vize-Bergmeister Marcel Steiner bei seinem Heim-Bergrennen am Gurnigel ein großes Missgeschick unterlief. Nachdem die „Legenden“ ihren ersten Show-Lauf im Anschluss an das reguläre Rennfeld absolviert hatten, besuchte Marcel kurz seinen Vater Heinz Steiner im Zielraum. Er wollte erfahren, welche Eindrücke er von seiner ersten Fahrt nach 20 Jahren im Martini Mk 77 BMW hatte. Als Marcel bemerkte, dass die Rückführung bereits im Gange war, rannte er zu seinem LobArt zurück. Nur stand dieser nicht mehr wie vorher am selben Platz, sondern etwa 20 Meter weiter unten hinter Absperrgittern – in der Seite eines PKWs. Die „autonome Fahrt“ hinterließ einigen Schaden vom Frontsplitter bis zum Heckflügel. Doch der größte Schaden entstand an Monika Fahrni, der Lebensgefährtin eines Rennfahrerkollegen, in Form eines Beinbruchs, der am Montag operiert wurde. Marcel Steiner und BiD wünschen gute und schnelle Besserung, liebe Moni! Den sympathischen Schweizer werden wir nach dem Abschluss der Schweizer Meisterschaft noch bei den Rennen in St. Agatha und Mickhausen erleben. DASS bei der ADAC Rallye Deutschland, dem Rallye-Weltmeisterschaftslauf im nördlichen Saarland, an der Mosel und dem Truppenübungsplatz Baumholder wieder ein wenig „der Geist des Bergrennsports“ dabei war. Teil von Wertungsprüfungen waren die ehemaligen Bergrennstrecken Fell-Thomm (Trierer Bergrennen) und des Teufelskopf-Bergrennens von Reichweiler (bei Kusel). Zudem mischten auch in der Organisation, aus dem Bergrennsport bekannte Personen mit. Einer der Umweltbeauftragten war Christoph Schackmann (EMSC Bitburg). Helmut Weyer der frühere Organisationsleiter des letztmals im Jahr 2011 ausgetragenen Trierer ADAC Bergrennens, fungierte wie in den Vorjahren als Abschnittsleiter der Mosel-WP´s. Hans-Peter Baehr, aus dem Organisationsteam ehemaligen des Potzberg-Rennens, das der MSC Potzberg bis in die 1990er Jahre veranstaltete und heutige Leiter des […]

Noch mehr Rekorde zum Schweizer Saisonabschluss?

11. September 2019

Auf die Pflicht folgt die Kür. Beim Saisonfinale der Schweizer Berg-Meisterschaft wollen Eric Berguerand und Andy Feigenwinter als neue Meister nochmals glänzen. Eric Berguerand hat am vergangenen Wochenende mit einem dritten Platz beim Bergrennen am Gurnigel seinen fünften Titel bei den Rennwagen nach 2013, 2014, 2015 und 2016 ins Trockene gefahren. Am kommenden Wochenende steht der 40-jährige Walliser als frischgebackener Meister nochmals im Einsatz: beim Saisonfinale der Schweizer Bergmeisterschaft, dem achten Lauf von Châtel-St-Denis nach Les Paccots im Kanton Freiburg. Obwohl Berguerand, der in Les Paccots in 53,55 min den Streckenrekord hält, den Titel im Sack hat, ist er für das letzte Rennen 2019 voll motiviert. «Ich freue mich auf Les Paccots, bin gleichzeitig aber auch froh, dass die Saison am Wochenende zu Ende geht. Es war anstrengend, aber die Arbeit hat sich ausbezahlt. Und ich hoffe, dass mir beim letzten Rennen nochmals ein Top-Ergebnis gelingt.» Im Rennen um den Gesamtsieg kann Berguerand in Les Paccots eigentlich nur die Technik im Weg stehen. So wie zuletzt am Gurnigel, als es am Lola FA99 des Wallisers Probleme mit der Schaltung gab. Berguerands Dauerrivale Marcel Steiner wird in Les Paccots nämlich fehlen. «Ich werde wohl eine Pause gebrauchen», sagt der Vizemeister, der in dieser Saison meistens das Nachsehen gegen Bergeurand hatte, auch oder weil sein LobArt LA01 salopp gesagt übergewichtig ist. «Ich habe in Les Rangiers rund eine Sekunde pro Kilometer auf die beiden Spitzenreiter aus Italien verloren – allein aufgrund des Gewichts. Auch gegen Eric bin ich da im Nachteil. Aber nichtsdestotrotz gratuliere ich ihm zu seinem Titel. Er hat ihn verdient.» Zu den Top-Anwärtern auf Platz 2 hinter Berguerand gehört somit Robin Faustini. Der junge Aargauer hat den dritten Gesamtrang am Gurnigel trotz des Tagessieges von Thomas Amweg sichergestellt. «Das war mein Ziel für dieses Jahr», so Faustini, der auch im Freiburgischen mit dem Reynard 97D seines Vaters Simon Hugentobler antritt. Dieser trifft in der Kategorie der Sportwagen E2 bis 3000 cm3 beim Finale auf keinen Geringeren als auf den Franzosen Cyrill Frantz, der im Vorjahr hinter Sieger Berguerand und Joël Volluz Gesamtdritter wurde und wie Hugentobler auf Osella fährt. Wie Berguerand bei den Rennwagen könnte es auch Andy Feigenwinter bei den Tourenwagen locker angehen. Der Baselbieter könnte zwar theoretisch noch eingeholt werden. Doch Roger Schnellmann, der Einzige, der dazu noch in der Lage wäre, verzichtet auf den Start auf der 2,58 km langen Strecke. Damit ist Feigenwinter die Tourenwagen-Krone […]

Premiere für Amweg, Titel an Berguerand

9. September 2019

Thomas Amweg, der Sohn von Berg-König Fredy Amweg, sicherte sich am Gurnigel bei schwierigen Bedingungen seinen ersten Gesamtsieg. Der Titel geht an Eric Berguerand. Petrus hatte für die 50. Ausgabe des Bergrennens am Gurnigel kein Einsehen. Während die Trainingsläufe am Samstag noch bei angenehmem Herbstwetter über die Bühne gingen, wurden die Rennläufe am Sonntag von teils starken Regenfällen heimgesucht. Während die Teilnehmer einiger Kategorien wenigstens beim zweiten Lauf eine abtrocknende Strecke vorfanden, war der Regen für die Fahrer der Sport- und Rennwagenklasse in beiden Durchgängen ihr ständiger Begleiter. Die Ausgangslage vor dem siebten und vorletzten Lauf war klar: Leader Eric Berguerand konnte mit einem Sieg am Gurnigel alles klar machen. Nur Vorjahresmeister Marcel Steiner hätte den Walliser, der bisher fünf von sechs Rennen für sich entschieden hatte, noch am Titelgewinn hindern können. Doch ausgerechnet Steiner traf es in Sachen Regen besonders hart. Während seine direkten Rivalen bessere Bedingungen vorfanden, goss es bei ihm wie aus Kübeln. «Im ersten Lauf hatte ich keinen Grip», sagte Steiner. Auch Berguerand erwischte keinen guten ersten Lauf. Allerdings war daran nicht nur der Regen Schuld. Am Lola FA99 des Wallisers gab es Schaltprobleme. So lag nach dem ersten Durchgang weder Berguerand, noch Steiner in Führung, sondern Thomas Amweg. Der Sohn des 20-fachen Gurnigel-Gewinners Fredy Amweg ließ sich in 2:04,33 min mit Abstand die Bestzeit notieren. Auch im zweiten Durchgang stimmte das Timing des 34-jährigen Aargauers. Außerdem hatte Amweg mit dem Set-Up richtig gelegen. Die 2:01,02 min für die 3,734 km lange Strecke bedeuteten somit nicht nur Tagesbestzeit, in der Addition beider Läufe war der Fahrer des Lola B99/50 (Foto oben) flotte 7,68 sec schneller als die Konkurrenz. «Darüber», so Amweg, «habe ich mich selber etwas erschrocken.» Zweitschnellster hinter Amweg in der Endabrechnung war aber nicht etwa Berguerand oder Steiner, die sich beide im zweiten Lauf verbessern konnten. Roger Schnellmann, nach dem ersten Lauf noch Dritter, nutzte die Gunst der Stunde und wuchtete seinen Mitsubishi Evo VIII in 2:02,05 min den Berg hinauf. Für Berguerand reichte es so «nur» zu Platz 3 – vor Steiner. Dennoch sicherte er sich damit locker den fünften Schweizer Meisterschafts-Titel nach 2013, 2014, 2015 und 2016. «Die Bedingungen waren nicht einfach», so Berguerand. «Aber die Saison war wirklich gut. Jetzt freue ich mich noch auf das letzte Rennen in Les Paccots. Dort möchte ich nochmals ganz oben stehen.» Auch bei den Tourenwagen ist die Entscheidung gefallen. Andy Feigenwinter, der auf seinem […]

Erster Matchball für Berguerand

4. September 2019

Eric Berguerand kann beim siebten und vorletzten Lauf zur Schweizer Berg-Meisterschaft am Gurnigel alles klar machen. Alles, was er dazu braucht, ist ein weiterer Sieg. Eric Berguerand hat am Wochenende seinen ersten Matchball. Der 40-jährige Walliser kann sich bei der 50. Ausgabe des Bergrennens am Gurnigel im Rahmen der Schweizer Meisterschaft vorzeitig den Titel sichern. Alles, was er dazu braucht, ist ein weiterer Sieg. Dies ist dem Dominator der Saison 2019 locker zuzutrauen. Von den fünf Rennen, an denen er bisher teilgenommen hat, hat er fünf gewonnen. Vier davon in Rekordzeit. Nur in Anzère machte ihm das Wetter einen Strich durch die Rechnung und verhinderte eine neue Bestmarke. Berguerand selber macht sich aus solchen Gedankenspielen nicht viel. «Abgerechnet wird am Sonntagabend in Les Paccots beim letzten Lauf», sagt der Fahrer des Lola FA99. «Ich bereite mich ganz normal auf das Rennen am Gurnigel vor. Für mich ist das ein Rennen wie jedes andere. Ich versuche mein Bestes zu geben. Aber an die Meisterschaft denke ich nicht.» Der Einzige, der Berguerand am Titel hindern könnte, ist Marcel Steiner. Während sich der Lokalmatador in den vergangenen zwei Jahren an seinem Hausberg jeweils bereits als Meister bei den Rennsportwagen feiern lassen durfte, sieht er seinem Heimrennen diesmal skeptisch entgegen. «Es wird wohl nichts aus dem zweiten Hattrick. Der Zug scheint abgefahren», meint Steiner, der seine bisherigen Titel in den Jahren 2010-2012 und 2017/2018 geholt hat. Ein Blick auf die Statistik unterstreicht das Gefühl Steiners. Berguerand hat die letzten sechs Ausgaben am Gurnigel für sich entschieden. Auch der Streckenrekord von 1:39,81 min geht auf das Konto des Lola-Fahrers. Während Berguerand also seinen fünften Titel nach 2013, 2014, 2015 und 2016 anvisiert und damit punkto gewonnene Meisterschaften mit Steiner gleichziehen würde, peilt bei den Tourenwagen der Baselbieter Andy Feigenwinter seinen ersten grossen Coup an. Mit fünf Siegen in der Gruppe SuperSerie liegt der Lotus-Pilot klar in Führung. Zwar war Ronnie Bratschi auf seinem Monster-Mitsubishi in der Regel der schnellste Mann mit einem geschlossenen Fahrzeug, aufgrund von zwei technisch bedingten Ausfällen beträgt sein Rückstand auf Feigenwinter jedoch 32 Punkte. Der Urner könnte Feigenwinter also nur einholen, wenn beim Leader in den verbleibenden zwei Rennen sehr viel schief läuft. «Doch davon gehe ich nicht aus», sagt Bratschi. «Was soll an einem Serienauto schon großartig kaputt gehen?» Zwischen Bratschi und Feigenwinter liegt noch Roger Schnellmann in Lauerstellung. Doch auch der zweite Mitsubishi-Pilot hat 18 Punkte Rückstand auf den […]

Bergrennen am Gurnigel – 50 Jahre in der Schweizer Meisterschaft

30. August 2019

In einer Woche steht die 50. Auflage des traditionellen Schweizer Bergrennens am Gurnigel auf dem Programm. Wie gewohnt haben zahlreiche ehrenamtliche Helfer und Fahrer aus der Region bereits viele Vorarbeiten an der der gut 3,7 km langen Strecke zwischen Dürrbach und Gurnigelbad geleistet. Zusätzliche mobile Sicherheitselemente werden in diesen Tagen von den Profis der Firma Sagérime herbeigeführt und an den neuralgischen Stellen platziert, damit Zuschauer und Piloten bei einem Zwischenfall optimal geschützt sind. Die Startliste umfasst in diesem Jahr über 250 Namen, was einmal mehr das Interesse der Aktiven aus der ganzen Schweiz an diesem publikumswirksamen Anlass vor den Toren Berns bestätigt. Jetzt benötigt der Veranstalter nur noch etwas Goodwill von Petrus, damit am 7. und 8. September möglichst viele Zuschauer die Naturtribünen entlang der Piste belegen und die hohen Ausgaben gedeckt werden können. Als Ende der Sechzigerjahre angesichts des neuen Autoverlads am Lötschberg der bisherige Berner-Lauf von Mitholz nach Kandersteg ersetzt werden musste, erinnerten sich die damaligen Organisatoren an die Strecke im Gantrischgebiet, die erst kurz zuvor asphaltiert worden war. Nach zwei Probedurchgängen als Sektionsanlass (1968 und 1969) erfolgte 1970 die Ablösung des «Bühlstutzes» durch das 1. Nationale Bergrennen am Gurnigel. Da seither alljährlich ein Rennen ausgetragen worden ist, darf der VBG nun das 50-jährige Bestehen als Schweizer Meisterschaftslauf feiern. Da sowohl das Publikum wie auch die Fahrer 2018 die Rückkehr zum traditionellen Format des Bergrennens eindeutig begrüßt haben, werden auch in diesem Jahr die Darbietungen der Automobilsportler ganz klar im Vordergrund stehen. Wie bereits kommuniziert wurde, feiert das Gurngigelrennen heuer den 50. Geburtstag von dessen Aufnahme in die Schweizer Meisterschaft. Seit 1970 hat hier ohne Unterbruch ein SM-Lauf stattgefunden, und dies wird mit einem kleinen, aber feinen Showblock gewürdigt. Bewusst beschränken sich die Verantwortlichen auf ein Dutzend Teilnehmer bzw. Fahrzeuge, die dieses Rennen in der Vergangenheit geprägt haben. Die prominenteste «Legende» ist Gurnigel-König Fredy Amweg (20 Tagessiege zwischen 1973 und 1998) auf seinem Eigenbau F2 von 1976, aber auch an Marcel Steiners Vater Heinz, der 20 Jahre nach seinem Rücktritt nochmals den Martini-CN-Boliden steuert, oder an Jürg Dürig und seinen spektakulären BMW 635 CSi dürften sich vor allem langjährige Besucher erinnern. Die komplette Liste mit Bildern der Fahrzeuge ist auf der Webseite www.gurnigelrennen.ch aufgeschaltet. von Jürg Kaufmann (Text und Fotos)

Berguerand lässt Steiner in Oberhallau keine Chance

27. August 2019

Eric Berguerand hat mit dem Tagessieg in Oberhallau, dem fünften in diesem Jahr, einen großen Schritt in Richtung Meistertitel gemacht. Schon beim nächsten, dem vorletzten Rennen am Gurnigel könnte sich Berguerand die Berg-Krone sichern. Bei noch maximal 54 zu vergebenen Punkten braucht der Mann aus Charrat noch 26 Zähler. Gelingt ihm am Gurnigel ein weiterer Tagessieg in Rekordzeit würde er dafür 27 Punkte einheimsen. Damit könnte ihn Steiner, dem sein Streichresultat noch bevorsteht, beim Finale in Les Paccots (14./15. September) auch theoretisch nicht mehr einholen. Für Steiner, der in Oberhallau schon neun Mal zum Tagessieg gefahren ist, ist die Sache abgehakt. Die Meisterschaft sei gelaufen, meint er. «Eric müsste in den letzten Rennen technische Probleme haben. Aber danach schaut es nicht aus.» Mangelnden Einsatz kann man Steiner nicht vorwerfen. Der Berner war mit seinem LobArt LA01 erneut schneller als im Vorjahr. Doch gegen Berguerand in Hochform reicht das in dieser Saison nicht. Der Fahrer des Lola FA99 (Foto 1) war auch im Klettgau in jedem Lauf schneller als Steiner. Schon im ersten Durchgang stellte er in 1:18,00 min eine neue Rekordzeit auf. In der Addition der beiden schnellsten Fahrten war er 1,31 Sekunden schneller als Steiner. «Im Vorjahr habe ich auf dieser Strecke noch frühzeitig aufladen müssen», erinnert sich Berguerand. «In diesem Jahr läuft alles nach Plan.» Das Wort «Entscheidung» kommt Eric aber noch nicht über die Lippen. «Im Motorsport kann sich alles sehr schnell ändern. Aber es sieht im Moment sehr gut für mich aus.» Hinter den beiden Titelaspiranten tobte erneut ein Kampf um Platz 3. Diesen sicherte sich Robin Faustini. Der Aargauer setzte sich im Reynard F3000 gegen seinen Vater Simon Hugentobler im Osella PA30 (Foto 2) durch. «Es war knapp, aber ich hatte am Ende die Nase vorn», grinst Faustini, der Platz 3 in der Meisterschaft gegenüber Thomas Amweg, der in Oberhallau aus privaten Gründen fehlte, festigte. Die Top 5 komplettierte Ronnie Bratschi auf Mitsubishi Evo VIII. Der Urner war erneut der schnellste Tourenwagenpilot. Und auch er ließ sich in 1:14,56 min eine neue Rekordzeit notieren. «Ich wollte unbedingt meinen alten Rekord auslöschen», sagt Bratschi. «Das ist mir schon im ersten Lauf gelungen. Aber der zweite Durchgang war noch besser.» Hinter Bratschi reihte sich Markenkollege Roger Schnellmann ein. Sein Rückstand: 1,89 Sekunden. Drittschnellster Tourenwagenfahrer war der Deutsche Holger Hovemann in seinem Opel Kadett aus dem KW Berg-Cup. Drittschnellster Schweizer Tourenwagenpilot war erstmals Hermann Bollhalder in seinem Opel Speedster […]

Steiner hofft auf das «Stängeli» von Oberhallau

23. August 2019

Es geht Schlag auf Schlag: Am Wochenende steht mit dem Bergrennen in Oberhallau (SH) bereits der sechste Lauf in der Schweizer Berg-Meisterschaft auf dem Programm. Für die Schweizer Bergrennfahrer geht es Schlag auf Schlag weiter. Am Wochenende geht es in Oberhallau mit dem sechsten Lauf zur Schweizer Bergmeisterschaft weiter. 250 Fahrer haben sich eingeschrieben, darunter auch 41 Teilnehmer des deutschen KW Berg-Cups, die in der Internationalen Serie eingeschrieben sind und somit beim beliebten Gipfelsprint-Event im Schweizer Kanton Schaffhausen eine echt starke Gruppe bilden. Das Aufgebot reicht vom 1,15-Liter VW Polo 16V, den Hugo Moser fahren wird, bis hin zu Holger Hovemanns 5727-Kubik-Dampfhammer namens Opel Kadett C GT/R V8. Spannung und volle Felder sind garantiert. Und wie zuletzt in Les Rangiers ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wieder einige Rekorde purzeln. Der absolute Streckenrekord hat schon seit 2012 Bestand. Marcel Steiner absolvierte die exakt drei Kilometer lange Strecke damals in 1:08,49 min. «Das ist meine letzte Bastion», sagt Steiner etwas reumütig. «Und ich gehe davon aus, dass auch dieser Rekord am Sonntag ausradiert wird.» Die Hoffnung, dass dem LobArt-Piloten eine neue Bestmarke gelingt, ist allgegenwärtig. «Natürlich strebe ich meinen zehnten Gesamtsieg an, schliesslich will ich das „Stängeli“. Aber ich vermute, dass da mindestens einer etwas dagegen hat.» Dieser eine ist Eric Berguerand. Der Walliser kehrt am Wochenende zurück, nachdem er in Les Rangiers traditionsgemäß auf den Start verzichtet hatte. Seine Bilanz in der bisherigen Saison ist beeindruckend. Die ersten vier Bergrennen hat der Meisterschaftsleader allesamt gewonnen. Bis auf Anzère, wo es geregnet hat, hat er dabei immer eine neue Rekordzeit aufgestellt. Doch damit nicht genug: Berguerand war bisher in neun von zehn Läufen der schnellste Fahrer. Nur in Anzère konnte ihm Steiner im ersten Lauf das Wasser reichen. Die Frage nach dem Favoriten ist damit geklärt. Trotzdem gibt sich Steiner kämpferisch: «Oberhallau war immer ein gutes Pflaster. Ich hoffe, das bleibt so.» Im Vorjahr gewann der Berner die Zeitenjagd durch die Klettgauer Weinberge. Zweiter wurde damals Joël Volluz. Berguerand lud seinen Lola FA99 2018 nach Motorproblemen frühzeitig auf. Apropos Volluz: Der junge Walliser wird in Oberhallau aufgrund der Getriebeprobleme, die er in Les Rangiers hatte, fehlen. Bei den Tourenwagen dürfen sich die Fans auf ein neuerliches Duell zwischen Ronnie Bratschi und Roger Schnellmann freuen. Zwischen den beiden Mitsubishi-Fahrern steht es in Sachen Siege 3:2 für Schnellmann, wobei Bratschi schon zwei technisch bedingte Ausfälle zu beklagen hatte. «Das ist auch der Grund, weshalb […]

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