Porträt Joël Volluz: «Jeder Fehler kann ins Auge gehen»

17. Juni 2019

Auch wenn die Schweizer Berg-Saison 2019 ohne Joël Volluz begann, ist der junge Walliser ein ernstzunehmender Titelkandidat. Schon drei Mal war er Schweizer Vizemeister. Joël Volluz ist das Nesthäkchen unter den drei Titelaspiranten 2019 in der Schweizer Bergmeisterschaft. Mit seinen 27 Jahren drückt er den Schnitt am Berg nach unten. Zum Vergleich: Marcel Steiner wird demnächst 44, Eric Berguerand ist eben erst 40 geworden. Doch das Alter scheint eine untergeordnete Rolle zu spielen. Was Steiner und Berguerand mit ihrer Erfahrung herausholen, versucht «Jojo» mit seinem Speed wettzumachen. Dass er in dieser Saison auf die ersten beiden Rennen in Hemberg und Reitnau verzichtet, ist aus Sicht der Fans bedauerlich. Umso mehr dürfen sich diese freuen, wenn Volluz ab dem dritten Lauf in Massongex (oder spätestens in Anzère am 26./27. Juli) eingreift. «Ich weiß, dass ich mir dadurch einen Nachteil einhandeln kann», sagt Volluz, «aber ich bin überzeugt, dass man mit Top-Ergebnissen immer noch eine Chance auf den Titel hat.» Volluz stammt aus einer rennverrückten Familie. Patenonkel Jean-Daniel Murisier, ein früherer Bergcupsieger, hat u.a. neun Mal das Bergrennen von Ayent-Anzère gewonnen. Vater Georges war sein Mechaniker. Daher ist es nicht erstaunlich, dass Joël schon im Alter von vier Jahren im Kart saß. Allerdings, so der Mann aus Châble habe er nie wirklich eine ganze Saison absolviert. «Das Vergnügen stand im Vordergrund», so Volluz. Immerhin: 2004 war er Champion de la Romandie. Danach schnupperte Joël für kurze Zeit sogar internationale Rennluft. Den Grundstein dazu legte er 2008 mit dem Gewinn der Formel Lista Junior. Dank diesem Titel kam er zu zwei Einsätzen in der damaligen Formel BMW Europa – als Ersatz bei DAMS in Hockenheim und Monza. «Das war eine tolle Erfahrung. Aber mir war rasch klar, dass wir auf dieser Schiene nicht weiterkommen. Es war sehr schwierig, um nicht zu sagen unmöglich, Sponsoren zu finden.» Volluz fuhr auf nationaler Ebene noch diverse Rennen in der LO Formel Renault, wechselte dann aber in die Schweizer Slalommeisterschaft. Dass er parallel stets die Bergmeisterschaft verfolgte, gefiel den Eltern anfangs gar nicht. Doch Joël vermochte sie zu überzeugen und so startete er 2010 erstmals am Berg – zuerst mit einem Tatuus 2.0, ab 2011 mit einem Reynard 95D Formel 3000 und ab 2013 mit einem Osella FA30. «Ich wusste, dass ich mir Zeit geben musste», sagt Volluz. «Denn Bergrennen sind anders als Rundstreckenrennen. Jeder Fehler, jeder Defekt, kann ins Auge gehen.» Volluz weiß, wovon er spricht. […]

Porträt Marcel Steiner: «Titelverteidigung ist das Ziel»

15. Juni 2019

An diesem Wochenende fällt in Hemberg der Startschuss zur diesjährigen Schweizer Bergmeisterschaft. Oder wie Titelverteidiger Marcel Steiner sagt: «Endlich geht es los!» Der bald 44-jährige Marcel Steiner aus Oberdiessbach in der Nähe von Thun gehört inzwischen zu den Urgesteinen im Schweizer Motorsport. Seit 1996 fährt Steiner Autorennen. Seit 2004 ausschließlich am Berg. Den Virus hat er von Vater Heinz geerbt, der ebenfalls Bergrennen fuhr. «Ich bin mit meinem Vater ab 1984 mitgegangen», erinnert sich Steiner jr. «Selber fing ich erst Anfang der Neunzigerjahre an – im Kartsport.» Steiner erinnert sich, dass die Felder damals noch deutlich größer waren als heute. «Man musste sich fürs Finale qualifizieren», lacht Marcel. «Das war bei 70 Teilnehmern nicht immer einfach.» An die große Karriere habe er damals nicht viel Gedanken verschwendet. Spaß habe es gemacht, «das war wichtig. Die Formel 1 war für mich immer sehr weit weg.» Gegen eine Profikarriere hätte Steiner allerdings nichts einzuwenden gehabt. Aber die Mittel waren beschränkt. An eine Ausscheidung in Nogaro erinnert er sich, als wäre es gestern geschehen. «Ich musste in einem Formel Renault gegen Neel Jani antreten und ich bin heute noch überzeugt, dass ich nur als Referenz herhalten mußte.» Statt Tourenwagen-WM oder -EM, wo Steiner gerne mal gefahren wäre, landete er über die Sports Car Challenge in Vaters Fußstapfen. Die Umstellung von der Rundstrecke an den Berg brauchte Zeit. Ein Jahr, meint Steiner aus heutiger Sicht. Der Weg nach Deutschland und die dortigen Erfolge  (u.a. Deutscher Meister 2008) ebneten ihm den Weg nach oben. «Vier Jahre Deutsche Meisterschaft war eine gute Schule», sagt Steiner. «Da habe ich viel gelernt; nicht nur was das Fahren betrifft.» Zahlreiche Pokale in Steiners Honda-Garage in Oberdiessbach erinnern an diese Zeit. Besonders gute Erinnerungen hat der Berner an Mickhausen 2012. Damals schlug Steiner den zuvor jahrelang ungeschlagenen Simone Faggioli zum ersten Mal. «Und das gleich in beiden Läufen. Das war eine große Genugtuung.» Auch Glasbach 2013 ist eines der Rennen, das Steiner nie vergisst. «Die Konkurrenz war groß – mit Faggioli, Ducommun und Volluz. Ein neuer Streckenrekord lag in der Luft. Und ich unterbot ihn um drei Sekunden.» Zu diesem Zeitpunkt hatte Steiner schon drei Schweizer Meistertitel im Sack – 2010, 2011 und 2012. Den lupenreinen Hattrick kann Steiner in dieser Saison wiederholen. 2017 und 2018 sicherte sich Marcel die Titel Nummer 4 und 5. «Die Titelverteidigung ist das Ziel», sagt er. «Wo wir genau stehen, ist aber schwierig abzuschätzen. Wenn […]

Vorschau Hemberg (CH): Steiner oder Berguerand – wer macht das Rennen?

14. Juni 2019

Das Warten hat ein Ende. Am Wochenende startet die Schweizer Berg-Meisterschaft in die neue Saison. 167 Fahrer haben sich für den Auftakt in Hemberg eingeschrieben. 4:3 steht es in Hemberg zwischen Eric Berguerand und Marcel Steiner. Von den sieben in der Neuzeit ausgetragenen Bergrennen im St. Gallischen hat der Walliser vier gewonnen. Und auch bei der achten Ausgabe wird der Tagessieg mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit zwischen den beiden schnellsten Schweizer Bergrennfahrern der vergangenen neun Jahre ausgefochten. «Ich freue mich sehr auf den Auftakt», sagt Vorjahressieger Steiner, der sich mit einem Triumph im luxemburgischen Eschdorf auf die bevorstehende Saison vorbereitet hat. «Wo wir stehen, werden wir erst nach den ersten Trainingsläufen wissen. Wir sind in den vergangenen Jahren mit mehr Fahrpraxis gestartet, aber ich glaube, wir sind dennoch gut aufgestellt und haben unseren LobArt nochmals verbessert.» Die spannendste Frage wird sein: Wie gut ist das Auto von Berguerand? Der Walliser hat seinen Lola FA99 mit weiteren Formel-1-Teilen von Force India aufgerüstet. Doch für einen Testeinsatz vor dem Auftakt hat es nicht gereicht. «In Hemberg wissen wir mehr», sagt Berguerand geheimnisvoll. «Ich hoffe, dass wir die technischen Probleme vom Vorjahr im Griff haben. Das Ziel ist ganz klar der Titel.» Die beiden Titelaspiranten werden in Hemberg (und auch eine Woche später in Reitnau) noch unter sich sein. Der dritte Titelkandidat, Joël Volluz, wird erst später in den Titelkampf eingreifen. Hinter den beiden Favoriten gibt es ein paar heisse Kandidaten, die am Hemberg für Topzeiten in Frage kommen. Einer davon ist Robin Faustini in seinem Reynard K01. Aber auch Christian Balmer (Tatuus FM), Marcel Maurer (Formel Renault 2.0), Thomas Zürcher (Tatuus F4) und Thomas Amweg (Lola B99) sind Fahrer, die für einen Exploit sorgen können. Gespannt darf man auch auf das Abschneiden von Michel Zemp sein, der mit seinem Norma M20 in derselben Klasse antritt wie Steiner. Bei den Tourenwagen führt der Weg zur Schweizer Meisterschaft voraussichtlich über Ronnie Bratschi und sein Mitsubishi Evo VIII. Der Urner, bereits drei Mal FIA-E1-Cupsieger, hat am Wochenende im deutschen Wolsfeld überlegen gewonnen und ist daher bestens vorbereitet. Bratschi hält im Übrigen mit 57,83 sec den Tourenwagenrekord in Hemberg. «Man hat im Vorjahr gesehen, was möglich ist. Deshalb gehe ich guter Dinge in die neue Saison. Aber man soll den Tag nie vor dem Abend loben. Die Technik kann einem immer einen Streich spielen. Vor allem bei diesen Autos. Die sind sehr ausgereizt». Seine ärgsten Gegner im […]

Porträt Eric Berguerand: «Die zwei Minuten schaffe ich auch so»

13. Juni 2019

Fünf Mal hat Eric Berguerand die Schweizer Bergmeisterschaft bereits gewonnen. Der sechste Titel ist enorm abhängig davon, ob die Technik an seinem Lola FA99 funktioniert. Wenn am 15./16. Juni in Hemberg die Schweizer Bergmeisterschaft eröffnet wird, steht der Name «Berguerand» nicht nur einmal in der Startliste. Neben Eric, fünfmaliger Schweizer Meister, wird auch Louis Berguerand, stolze 81 Jahre alt, die 1758 Meter kurze Strecke im St.Gallischen unter die Räder nehmen. Gemeinsam betreiben Vater und Sohn eine Autowerkstatt am Rande von Martigny. «Bis vor zehn Jahren hatten wir noch eine offizielle Hyundai-Vertretung», erzählt Eric. «Aber diese warf keinen Profit mehr ab. Deshalb sind wir heute eine Garage für jedermann.» Berguerand schraubt an allem, was zwei, vier oder mehr Räder hat. Am liebsten ist ihm aber sein Lola FA99. Mit dem jagt er seit 2012 die Berge hoch. Und das ziemlich erfolgreich. Von 2013 bis 2016 konnte ihm in der Schweiz keiner das Wasser reichen. In den beiden vergangenen Jahren war Berguerand jeweils Vizemeister. Obwohl er im Vorjahr aus Gründen der Zuverlässigkeit nur bei vier Rennen antreten konnte, schaffte er noch die Hundert-Punkte-Marke. Drei von vier Rennen gewann er. Darunter sein Heimrennen Ayent-Anzère sowie die letzten beiden Veranstaltungen am Gurnigel und in Les Paccots. Berguerands Karriere ist zweigeteilt – vor und nach seinem Unfall. Wie Marcel Steiner und Joël Volluz ist auch Berguerand die ultraschnelle Strecke von St.Ursanne nach Les Rangiers zum Verhängnis geworden. Allerdings benötigte Eric deutlich mehr Schutzengel als seine Kontrahenten. «Ich war ein Jahr im Krankenhaus», erzählt Berguerand. «Alles war kaputt, beide Beine, das Becken – alles. Zum Glück hatte ich keine schwerwiegenden inneren Verletzungen.» Was war passiert? Berguerands alter Lola war im Training bei mehr als 250 km/h aufgesetzt. «Ich war nur noch Passagier. Zum Glück erinnere ich mich an nichts mehr. Der Körper klammert das aus. Das hilft bei der Genesung.» An seiner Einstellung zum Rennsport hat der Unfall nicht viel geändert. Er fahre vorsichtiger, grinst Berguerand. Wer ihn schon einmal mit seinem pechschwarzen Formel 3000 den Berg hochfahren sah, hat Mühe das zu glauben. Dass Bergrennen gefährlich seien, meint er, sei relativ. «Wenn ich sehe, wie viele Leute auf dem Motorrad, mit dem Mountainbike oder dem Gleitschirm verunfallen, dann ist die Quote in unserem Sport sehr niedrig.» Vielmehr als der Unfall seien das Alter und die Erfahrung ein Schutz. Außerdem wirken seine Kinder, so Berguerand, als natürliche Handbremse. Vieles hat auch mit dem Sportgerät zu tun. Und […]

Vorschau: Stark besetzte Schweizer Bergrennen

11. Juni 2019

So spät wie in keinem anderen Land beginnt die Bergmeisterschaft in der Schweiz. Den Anfang macht Hemberg am 16. Juni, danach folgen Reitnau am 30. Juni, Massongex am 7. Juli, Ayent–Anzère am 28. Juli, St-Ursanne–Les Rangiers am 18. August (auch Lauf zur EBM), Oberhallau am 25. August (wo auch der KW-Berg-Cup fährt), Gurnigel am 8. September und Châtel-St-Denis–Les Paccots am 15. September. Einen Vorteil hat der späte Saisonbeginn im Sommer: Die Spezialisten konnten sich bei Bergrennen im Ausland oder bei der ebenfalls populären und von etlichen Piloten parallel bestrittenen Slalom-Meisterschaft warm fahren. Als Titelverteidiger tritt Marcel Steiner mit seinem LobArt-Mugen LA01 an, einem Exoten unter den Rennsportwagen. Da sie von den Italienern kaum Hilfe bekommen, verbessert Steiner Motorsport den in der Gruppe E2-SC bis 3000 eingeteilten Sportwagen von Saison zu Saison selbst. Auch der bald 44-jährige Inhaber einer Automobil-Werkstätte in Oberdiessbach im Berner Oberland wird immer besser, was seine Streckenrekorde untermauern. Dass Steiner nach der Winterpause sofort in Form kam, bewies der Tagessieg in Eschdorf über Leute wie Sébastien Petit, Guy Demuth und Landsmann Joël Volluz. «Aufgrund von Petits Übung bei den ersten Rennen 2019 und dem letztjährigen Saisonverlauf, als er in Osnabrück und Gubbio klar vor mir lag, war das nicht unbedingt zu erwarten.  Mit einem neuen KW-Fahrwerk macht das Fahren nun noch mehr Spaß. Daher freue ich mich auf die Schweizer Bergrennen.» Als deutsche Bergrennen hat Steiner im August Osnabrück und nach Abschluss der Schweizer Saison Mickhausen in seinem Programm. Steiners härtester Gegner wird Eric Berguerand sein, der ebenfalls schon fünf SM-Titel bei den Rennsportwagen auf seinem Konto hat. Der Walliser hat seinen Eigenbau-Lola auf Basis eines früheren Formel 3000 nun mit weiteren Karosserieteilen von Force India F1 modifiziert. Nachdem er 2018 mit einem F1-Frontspoiler einen Entwicklungssprung gemacht hatte, kommen nun entsprechende Flanken und ein Heckflügel aus der Formel 1 hinzu. Nach Berguerands Rekordfahrten bei den letzten zwei Schweizer Bergrennen 2018 am Gurnigel und in Les Paccots darf man auf seine Zeiten besonders gespannt sein. Im Gegensatz zu Steiner ist Hemberg sein erstes Saisonrennen 2019. Ob dies ein Nachteil ist, wird man sehen. Mit Thomas Amweg (Lola-Cosworth) und Robin Faustini (Reynard-Mugen) sind zwei weitere schnelle Piloten mit V8-Rennwagen aus der Klasse E2-SS bis drei Liter bereits ab dem Saisonauftakt am Start. In den Kampf zwischen Berguerand und Steiner um den Tagessieg werden sie bei normalen Bedingungen aber kaum ein Wort mitreden. Viel eher ist dies Joël Volluz zuzutrauen. […]

Marcel Steiner Kolumne: Perfekter Saisonauftakt in Eschdorf

17. Mai 2019

Auch wenn es über die Wintermonate ruhig war um uns, sind wir im Steiner Motorsport Team immer noch top aufgestellt, voll motiviert und auch erfolgreich. Bereits Mitte April waren wir mit Sägesser Motorsport zur Testfahrt auf dem Circuit de Bresse, um das Set-Up nochmals zu verfeinern und das Potenzial des LobArt/Mugen weiter auszuloten. Unsere Stoppuhr zeigte erfreuliche Zeiten. So waren ich und das Auto bereit für das erste Rennen der Saison 2019 in Eschdorf (LUX). Zwar wurde diese Vorfreude vorgängig etwas getrübt, denn eine Woche vor dem Rennen starb der Großherzog von Luxemburg. Er wurde am Trainings-Samstag beigesetzt und das Land stand unter Staatstrauer. Deshalb haben die Organisatoren den Trainingstag auf einen Lauf ab 18 Uhr gekürzt. Wiederum gut für uns war, dass wir deshalb erst am Freitag nach Arbeitsschluss nach Luxemburg reisen mussten. Unser Bus war bis auf den letzten Millimeter vollgepackt, da wir noch die Rennwagen von Thomas Zürcher und Michel Zemp mittransportierten. Am Samstag hatten wir genug Zeit, um mit vereinten Kräften den reservierten Fahrerlagerplatz einzurichten. Die Wagenabnahme war schnell erledigt und wir besichtigten gemeinsam die Strecke. Während des Tages schneite es immer mal wieder, gegen Abend wurde das Wetter jedoch freundlicher und dem Training stand nichts mehr im Weg. Die erste Startgruppe fand dann auch trockene Verhältnisse vor, wenn auch nur knapp über dem Gefrierpunkt. Als wir in unserer Gruppe zum Start herunterrollten, zogen schwarze Wolken auf und es begann erneut zu schneien. Die meisten Fahrer standen mit Trockenreifen am Start und wie ihr euch denken könnt, war ein reguläres Training bei dieser Wettersituation nicht möglich. Somit fuhren wir in gemächlichem Tempo die Strecke hoch zurück ins Fahrerlager und hofften auf bessere Bedingungen am Sonntag. Tatsächlich begrüßte uns der Sonntag relativ freundlich, wenn auch sehr kalt. Für den einzigen Trainingslauf am Sonntag rückte ich vorsichtshalber noch mit Regenreifen aus. Mit diesen war schon der Start eine ziemliche Herausforderung, um einigermaßen in die Gänge zu kommen und Gripp zu finden. Den Rest der Strecke ging ich dementsprechend vorsichtig an und markierte bis dahin trotzdem Bestzeit. Unterboten wurde diese nur noch von Joel Volluz (Osella FA30) und Robin Faustini (Reynard-F3000). Auf den 1. Rennlauf montierten wir dann die Trockenreifen, ließen aber das Fahrwerk wegen den kalten Temperaturen noch im Regen-Set-Up. Auf dem Weg zum Start spürte ich schon, dass der Gripp auf der Strecke gar nicht so schlecht war. Der Start und die erste Kurve verliefen etwas problematisch, […]

Vierter Eschdorf-Sieg für Familie Steiner

7. Mai 2019

„2:2, da muss ich ja nächstes Jahr wieder antreten!“. Dem 70-jährigen Heinz Steiner war am Sonntag nach einem langen, intensiven Renntag, der in aller Frühe mit einem Trainingslauf begonnen und drei Rennläufen bei bitterer Kälte, jedoch im Gegensatz zum wegen der Staatstrauer auf einen erst ab 18.00 Uhr erlaubten und dann wegen anhaltender Schneeschauer, der den 1,850 km langen Kurs in eine Rutschbahn verwandelt hatte, vorzeitig abgebrochenen Trainingslauf reduzierten Samstag ohne Niederschläge weitergegangen war, zum Spaßen aufgelegt. Sein Sohn Marcel hatte soeben, zum zweiten Mal nach 2013, den Schlusssieg auf jener Strecke erobert, auf der der Herr Papa 1995 und 1996 geglänzt hatte, als er noch im Martini-BMW Mk69 Formel 2 aktiv gewesen war. „Künftig werden wir immer erst am Freitagabend nach Eschdorf anreisen…“, fügte der vierfache Schweizer Bergmeister hinzu, „so wie wir es bereits bei meinem ersten Sieg hier vor 6 Jahren gemacht hatten!“ Ab dem ersten Rennlauf konnte der 44-jährige Garagist sich im LobArt-Mugen Honda V8 an die Spitze setzen, legte erst eine Zeit von 51,020 s. vor, dann 50,039, um schließlich als einziger Fahrer an diesem eiskalten Tag die 50er-Schallmauer zu durchbrechen in 49,833 sec., ohne jemals von jenem Fahrer bedrängt zu werden, der im Vorjahr an gleicher Stelle dominiert hatte. Der französische Doppelmeister Sébastien Petit blieb effektiv im Norma-Mugen V8 am Ende vier Zehntel über der schnellsten Zeit seines eidgenössischen Rivalen…und genau zwei Sekunden über seinem eigenen Streckenrekord aus dem Vorjahr. Überraschender 3. Platz derweil für den Luxemburger Guy Demuth, der seinen Norma-Judd im zweiten Lauf am Osella-Judd FA 30 des Schweizers Joël Volluz vorbeischieben konnte, der es im Anschluss nicht mehr schaffen sollte, den Podestplatz zurückzuerobern. Dahinter folgen die beiden 2 Liter-Sieger Anthony Loeuilleux (Tatuus-Honda Master bei den Formelwagen) und Kevin Durot (Norma-Honda) bei den Sportwagen, die beide nur durch 52 Tausendstel getrennt waren. Nur 9 Hundertstel hinter Durot läuft der Luxemburger Bergmeister 2014 Tommy Rollinger im Osella-Zytek FA 30 als Siebter ein, während dahinter der beste U25-Junior Robin Faustini (CH, Reynard-Mugen Nippon) zwei Zehntel Vorsprung auf den nun siebenfachen Eschdorf-F3-Sieger Ludovic Cholley ins Ziel rettet, eine F3-Klasse wo Samy Guth und sein Dallara-VW nur knapp mit 3 Zehntelsekunden Vorsprung einen Durchmarsch der Dallara-Mercedes der Cholley-Familie verhindert, wobei Vater Patrick nur 12 winzige Tausendstel schneller als sein jüngster Sohn Arnaud die Ziellinie kreuzt. Bei den „Autos mit Dach“ war der Kampf um den Gesamtsieg derweil spannender als bei den Rennsportfahrzeugen. Nachdem der Schweizer Vize-Bergmeister Ronnie […]

Igor Stefanovski plant Berg-Comeback in der TCR Hillclimb Serie

29. März 2019

Igor Stefanovski wird 2019 in der brandneuen TCR Hill Climb Serie die komplette Saison bestreiten. Dies verkündet der Serienausschreiber Auto Sport Schweiz, in einer Pressemeldung. Stefanovski ist ein professioneller Fahrer mazedonischer Herkunft. Im vergangenen Jahr ist er in der TCR Europe auf einem Hyundai i30 N gefahren. In den Jahren 2016 und 2017 startete er in der ETCC Tourenwagenmeisterschaft. Stefanovski hat zudem in den Jahren 2014 und 2015 die FiA Berg-Europameisterschaft bestritten und diese mit einem Mitsubishi Lancer in der Tourenwagenkategorie zweimal gewonnen. Der 37-jährige EBM-Gewinner gilt als erfolgreichster Mazedonischer Rennfahrer und „Idze“ wurde 2014 zum Sportler des Jahres in Mazedonien gekürt.

ASS lanciert TCR Europa-Bergrennserie – MSC Rhön einer der Gastgeber

14. März 2019

Unter der Führung von Auto Sport Schweiz wird die aus sechs Bergrennen in Zentraleuropa bestehende ASS TCR Hill Climb Series organisiert. Hauenstein-Bergrennen ist deutscher Anlaufpunkt. Den Vorgeschmack auf eine internationale TCR-Klasse am Berg erhielten Zuschauer und Fahrer aus mehreren Ländern zuletzt beim FIA Hill Climb Masters in Gubbio. Nach etlichen Meisterschaften auf Rundstrecken rund um den Globus gibt es für die boomende Klasse TCR (Tourenwagen mit Frontantrieb und Turbomotoren bis zwei Liter Hubraum) nun auch eine separate europäische Wertung am Berg. Federführend ist Auto Sport Schweiz (ASS). Die Schweizer Sporthoheit organisiert die «ASS TCR Hill Climb Series» gemeinsam mit Promoter BZ Consult. Die Firma des Wallisers Brice Zufferey kümmert sich auch um die Schweizer Rallye-Meisterschaft Junior und die Clio R3T Alps Trophy. Die Meisterschaft ist eine offizielle, von der FIA genehmigte internationale Rennserie. Der Kalender umfasst sechs Veranstaltungen, wobei die Austragungsorte bewusst so gewählt wurden, dass die Rennen in Zentraleuropa stattfinden. Also in Ländern, in welchen eine Affinität zur TCR gewährleistet ist. In den Folgejahren kann die «ASS TCR Hill Climb Series» um bis auf acht Veranstaltungen ausgebaut werden. Saisonstart ist am ersten Mai-Wochenende bei Bergrennen Eschdorf in Luxemburg. Als fünfter Lauf zählt der Schweizer EM-Lauf St. Ursanne–Les Rangiers dazu. In der Schweiz zählt die TCR seit 2018 als eigene Division zur Bergmeisterschaft der Tourenwagen. Michel Zemp (Seat Cupra) und Patrick Flammer (Opel Astra) lieferten sich hinreissende Duelle mit Rekordzeiten. Da für volle Punkte acht Teilnehmer oder eine Platzierung in den Top 5 des Gesamtklassements nötig wären (was Flammer in Massongex um ein Haar schaffte), erhielten sie jedoch nie volle Punkte. Patrick Flammer kreuzte 2018 mit einem neuen Opel Astra TCR bei den Schweizer Bergrennen auf. Die neue Europa-Rennserie könnte für ihn ein Anreiz zur Teilnahme sein. Einschreibungen eröffnet: Interessierte Fahrer können sich ab sofort und bis 18. April 2019 für die komplette Saison oder einzelne Events einschreiben. Die Zahl der Teilnehmer ist nicht limitiert. Ziel ist es, in drei bis fünf Jahren bis zu 20 TCR-Fahrzeuge in dieser Serie am Start zu sehen. Die folgenden sechs Veranstaltungen sind im Kalender 2019 vorgesehen und von den Veranstaltern genehmigt: 4/5. Mai: Eschdorf (L) 1/2. Juni: Verzegnis (I) 15/16. Juni: Beaujolais (F) 27/28. Juli: Hauenstein (D) 17/18. August: Les Rangiers (CH) 21/22. September: St. Agatha (A) Weitere Informationen sowie den Link zur Einschreibung findet man auf der neu eingerichteten Homepage www.tcrmotorsport.ch von Peter Wyss, www.autosprint.ch

Marcel Steiner Kolumne: Geniales Saisonende beim FIA Hill Climb Masters

18. Oktober 2018

Lange war ich mir nicht schlüssig, ob ich die 800 Kilometer lange Anreise nach Gubbio (IT) auf mich nehmen wollte. Doch dann erlebten mein Team und ich ein unbeschreibliches Wochenende in einem mittelalterlichen Städtchen bei herrlichem Herbstwetter und einem faszinierenden Rennen Doch erst mal eins nach dem andern: Bereits am Mittwochabend nach Arbeitsschluss nahmen wir die Reise unter die Räder des Teambuses. Abgesehen von einer Reparaturpause am Anhänger kamen wir gut voran und erreichten Gubbio donnerstags um sechs. Nach einem kurzen Nickerchen machte ich mich auf zur Streckenbesichtigung. Dabei konnte ich massiv vom Training auf dem Simulator eine Woche zuvor bei Racing Fuel Academy profitieren; vielen Dank, Wani! Der Streckenverlauf und die Ideallinie hatte ich schon ziemlich raus. Freitagfrüh konnten wir unseren reservierten Platz im Fahrerlager direkt neben der technischen Abnahme im wunderschönen Städtchen beziehen. In Windeseile hatten wir ausgeladen und waren, in Kooperation mit Michel Zemp und Team, eingerichtet. Die Wagenabnahme nahmen die Organisatoren für einmal sehr genau – die komplette Fahrerausrüstung und alle sicherheitsrelevanten Teile am Auto (Sicherheitstank, Sicherheitsgurt, Überrollbügel, etc.) mussten angegeben werden und wurden kontrolliert. Am Samstag war ich gespannt und motiviert, die Strecke endlich mit dem Rennwagen erkunden zu können. Schon die Startaufstellung am Vorstart war ein Erlebnis, zwischen vielen neuen Fahrzeugen und mir noch unbekannten Fahrern aus 21 Nationen. Endlich konnte ich an die Startlinie vorziehen. Ich absolvierte einen zügigen Besichtigungslauf auf der mir neuen Piste. Ich klassierte mich an 7. Position hinter sechs italienischen Fahrern (ein Norma und fünf Osella). Für den 2. Trainingslauf versuchte ich den LobArt etwas besser auf die Bodenwellen abzustimmen. Ich konnte mich um 3 Sekunden steigern, rutschte aber auf den 8. Rang zurück. Zu den italienischen Landsmännern gesellte sich noch Sebastien Petit (Frankreich/Norma-Mugen). Christian Merli (Italien/Osella FA30) realisierte die Trainingsbestzeit vor Simone Faggioli (Italien/Norma-Zytek). Auf den 3. Platz fehlten mir aber lediglich 2 Sekunden. Für den Renntag war also alles offen. Nach den Trainingseinheiten folgte gegen Abend die Fahrerparade in der Altstadt von Gubbio vor tausenden Zuschauern. Es war ein eindrückliches Gefühl, erst alleine und dann mit den anderen Schweizer Fahrern dort einzulaufen. Am Sonntagmorgen standen nach der Streckenbesichtigung einige Abstimmungsarbeiten am LobArt an, die wir wegen der Festlichkeiten verschoben hatten. Gut vorbereitet ging es zum 1. Rennlauf. Der untere Teil der Strecke lag noch im Schatten und der Grip in den ersten Kurven war daher noch bescheiden. Ich konnte mich um gut eine Sekunde gegenüber der Trainingszeit […]

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