Boxengeflüster 05/2021: Wussten Sie schon dass…?

22. Mai 2021

DASS vor wenigen Tagen der 2-Liter Minichberger-Motor aus dem Gruppe E1-VW Golf von Mario Ruwe, mit dem 6-fachen Österreichischen Slalom-Staatsmeister Patrick Mayer einen neuen Besitzer fand. Der auch gelegentliche Bergfahrer reiste aus Schwechat vor den Toren Wiens rund 1.000 km ins Tecklenburger Land, um das Triebwerk persönlich abzuholen. Den Verkaufserlös stecken Mario Ruwe und sein Familienteam wiederum in einen 2-Liter VW-Motor aus dem Hause Mario Minichberger Motorsport. Der bereits erprobte und erfolgreiche „Triebling“ mit STW-Modifikationen wartet bereits auf den Einbau in den mittlerweile grauen VW Golf II. Mit der fachkundlicher Hilfe von Teampartner Christoph Lampert wird es sobald als möglich zu Test- und Einstellfahrten kommen. Ob es dieses Jahr noch zu Renneinsätzen kommt, hängt nicht zuletzt von der allgemeinen gesundheitlichen Lage, in Verbindung mit Covid-19 ab. DASS der DMSB mit einem Schreiben vom 22.April zum 53. Int. Osnabrücker ADAC Bergrennen offiziell festgestellt, dass der MSC Osnabrück e.V. im ADAC in Deutschland zu den renommiertesten Veranstaltern gehört und seit vielen Jahren erfolgreich nationale und internationale Automobilsport-Veranstaltungen in Deutschland, unter der Einhaltung höchster Qualitäts- und Sicherheitsstandards, mit entsprechenden internationalen und nationalen Meisterschaftsprädikaten durchführt. DASS Timo Neumann aus dem Vorstand des MSC Rund um Schotten, seit dem 16. April 2021 Ortsvorsteher in Rudingshain, dem Startort und Fahrerlagerplatz des ADAC Berg-Preis Schotten ist. Sicherlich eine gute Nachricht für den Motorsport in und um Rudingshain, wobei es da wirklich noch nie Probleme gab. Alle Mitglieder im Ortsbeirat stammen von einem Wahlvorschlag der „Bürgerliste Rudingshain“. Es ist bereits die 3. Wahlperiode in Folge, dass keine Parteien mehr in Rudingshain zur Wahl zum Ortsbeirat antreten. DASS mehr als eineinhalb Jahre nach seinem Unfall beim Schweizer Bergrennen Gurnigel Ronnie Bratschi auf die Bergstrecken zurückkehrte. Der Tourenwagen-Streckenrekordhalter am Uphöfener Berg hat seinen Mitsubishi Evo 7 RS seither in Eigenregie komplett neu aufgebaut. Möglich wurde dieses dank seiner treuen Partner, wobei hier zwei namhafte Unternehmen hinzugewonnen werden konnten: Der Reifenhersteller Michelin wird ihn direkt ab dem Werk in Frankreich mit speziell entwickelten Bergrennreifen versorgen und der Schmierstoffhersteller Motul. Auch hat der Zentralschweizer große Unterstützung von meiner Familie und Kollegen erhalten. Ohne sie alle wäre ein Neustart in diesem Ausmaß nicht möglich gewesen. Er baute seinen Mitsubishi nach den Regeln der neuen FIA-Topklasse für Tourenwagen, um damit in der Berg-EM auf Titeljagd zu gehen. Große internationale Erfahrung bringt Bratschi aus dem FIA International Hillclimb Cup mit, den er dreimal für sich entschied. Und so freut er sich, zahlreiche neue und anspruchsvolle […]

Corona nimmt Einfluss – Merli siegt in Spanien

17. Mai 2021

Der zweite Lauf zur diesjährigen Berg-Europameisterschaft ging in Nord-Spanien mit dem Klassiker Subida al Fito über die Bühne. In Arriondas spielte das Wetter mit Regen in unterschiedlicher Stärke am gesamten Rennwochenende leider nicht mit. Damit wurde die ohnehin schon anspruchsvolle Strecke noch herausfordernder für die Fahrer. Die besten Bedingungen herrschten dann noch im 3. und letzten Rennlauf am Sonntag, wo auch die schnellsten Zeiten des Wochenendes gefahren wurden. Zudem sorgte leider „Corona“ in Spanien für zusätzliches Kopfzerbrechen, denn im italienischen Faggioli Team wurde ein positiver Test ausgewertet. So mussten Simone Faggioli und sein Team-Kollege Diego Degasperi, als auch Fausto Bormolini und Renzo Napione, als Kontaktpersonen, auf ein Antreten am Sonntag verzichten. Den Gesamtsieg sicherte sich quasi im Alleingang dennoch ein Italiener, mit Christian Merli. Mit dem Osella FA30 Zytek LRM trotzte er den schwierigen Bedingungen im Baskenland, was am Ende des Wochenendes mit einem vollen Erfolg belohnt wurde. Dabei musste er nicht all seine Künste aufbieten, um die restliche Konkurrenz klar auf Distanz halten. Diese wurde vom jungen Spanier und ehemaligen Formel 1-Testfaher Javier Villa Garcia angeführt, der im Training noch mit technischen Problemen an seinem BRC BR53 Turbo haderte. Am Renntag konnte sich der bekannt beherzt agierende Pilot hervorragend in Szene setzen und mit famosen Zeiten bei schwierigen Verhältnissen glänzen, womit er auch den Sieg in der Gruppe E2-SC für sich verbuchen konnte. Das Podium komplettierte der Franzose Sebastien Petit mit dem Nova NP 01-2 Judd GAS39 EMAP, der eine ebenfalls tolle Performance in Spanien ablieferte. Vor allem im 3. Rennlauf konnte er sich nochmals entscheidend steigern und die zweitschnellste Gesamtzeit realisieren, womit der Rückstand auf den Spanier mit 2sec. sehr gering ausfiel. Rang Vier im Gesamtklassement ging wieder nach Italien, und zwar an Federico Liber im Gloria C8P Evo. Dieser konnte auf der anspruchsvollen Strecke mit einer famosen Leistung, gerade auf feuchter Piste überzeugen und aktuell den 4. Rang in der EM-Tabelle einfahren. Die Top5 komplettierte der junge Raul Ferre Matas aus Andorra, der erstmals den neuen Silver Car CS Turbo-Sportwagen an den Start brachte und mit diesem neuen Boliden eine Topperformance ablieferte. Dabei konnte er sich im Laufe des Wochenendes immer weiter steigern und schlussendlich noch den letzten Platz am Podium in der Gruppe E2-SC mit dem 2l Boliden fixieren. Rang Sechs Gesamt sicherte sich der Italiener Mirko Venturato, der im Gloria C8P Evo auch in Spanien aufhorchen ließ. Bei seinem ersten Antreten bei der Subida al […]

Extrem spannender EBM-Auftakt – Faggioli schlägt Merli um 0,032 Sekunden

10. Mai 2021

Die Kleinstadt Boticas im nördlichen Portugal eröffnet vergangenes Wochenende die Saison 2021 der FIA Berg-Europameisterschaft. Obwohl durch die strengen Hygienevorschriften keine Zuschauer an der Strecke und im Fahrerlager zugelassen waren, freuten sich die Fahrer dennoch, insbesondere auf dem anspruchsvollen Boticas-Kurs, endlich wieder hinter dem Steuer sitzen zu können. Der Samstag sollte eigentlich nur ein Trainingstag, mit drei Läufen sein. Diese fanden ohne größere Zwischenfälle unter strahlender Sonne statt. Die Regenprognose für den gesamten Sonntagmorgen veranlasste den Rennleiter jedoch in Absprache mit den FiA-Stewards, darunter auch der Heiligenstädter Kevin Ferner, den ersten Rennlauf um einen Tag vorzuziehen, was im Nachhinein gesehen die goldrichtige Entscheidung war. Auf diese Weise verwandelt der Veranstalter den ersten von drei Rennen am Sonntag in ein Warm-up, damit sich die Teilnehmer, von denen viele zum ersten Mal in Boticas fuhren, mit der regennasse Strecke vertraut machen konnten. Laut den lokalen Experten versprach der Asphalt rutschiger und kniffliger zu werden, da es in der Region seit mehreren Wochen nicht mehr geregnet hat. Die Entscheidung war daher klug und wurde von den Fahrern begrüßt. Christian Merli (Osella FA30 Zytek), der bereits die besten Zeiten während der drei Trainingsläufe fuhr, erwies sich als der Schnellsten vor seiner ewigen Rivalen Simone Faggioli (Norma M20FC Zytek), um eine Sekunde und acht Zehntel. Diego Degasperi (Osella FA30 Zytek) komplettiert das vorläufige Podium und hat vor den sonntäglichen Läufen einen Vorsprung von 3 Sekunden vor Sébastien Petit (Nova NP01-2). Das Gesamtklassement wurde ermittelt, indem die beiden besten Rennläufe jedes Fahrers addiert wurden. Bei den geschlossenen Fahrzeugen der Klasse 1 landete der Spanier Jose Lopez-Fombona (Lamborghini Huracan) vor dem Schweizer Ronnie Bratschi (Mitsubishi Lancer). Der zweite Tag der Veranstaltung war eine Wende: Simone Faggioli setzte seine ganze Kraft in den Kampf ein und konnte das Defizit des Vortages ausgleichen, um am Ende mit einem kleinen Vorsprung von 0,032 Sekunden gegen Christian Merli zu gewinnen. Alle Fahrer hatten während ihres ersten Sonntagslaufs zwar mit einer sehr nassen Straße zu kämpfen, das Wetter verbesserte sich jedoch allmählich, bis der Asphalt beim letzten Lauf wieder trocken war. Simone Faggioli, der am Samstag 1,785 Sekunden langsamer gewesen war, setzte alles auf eine Karte und seine Norma M20FC Zytek für den letzten Anstieg auf vier neuen Ultrasoft-Reifen, während Christian Merli (Osella FA30) konservativer war und es vorzog, die gleichen Reifen wie zuvor zu fahren. Faggioli stellte nicht nur einen neuen Streckenrekord auf, sondern schaffte es auch, Merli um 1,817 Sekunden […]

Bratschi geht im Mitsubishi mit PF1 auf EBM-Titeljagt

5. Februar 2020

Seit Monaten ist der Schweizer Ronnie Bratschi in der Freizeit mit dem Neuaufbau des Mitsubishi beschäftigt. Dieser wurde im September 2019 beim Überschlag beim Gurnigel-Bergrennen schwer beschädigt. Der nun mit einem noch potenteren Turbomotor von Eggenberger Motorsport (Egmo) ausgerüstete Allradler wird auf die bevorstehende Saison hin im Prinzip wiederum nach Gruppe-E1-Reglement entwickelt. Der Urner schaut jedoch darauf, dass auch der von der FIA vorerst nur in der Berg-Europameisterschaft, dem FiA Hillclimb Cup und Masters, für geschlossene Fahrzeuge eingeführte Leistungsfaktor (Performance Factor) passt. Mit diesem erfolgt die Unterteilung nicht mehr nach Gruppen und Hubraum, sondern in einer einzigen Kategorie nach PF-Klassen. Weil Bratschi um Gesamtsiege in der Kategorie 1 kämpfen will, holt er das Bestmögliche aus dem Reglement heraus. In der Klasse PF1 muss er etwa gegen die bisherigen E2-Silhouettenautos antreten. Beim letztjährigen Schweizer Berg EM-Lauf in Les Rangiers hat er sie bei seiner Europarekordfahrt aber alle geschlagen. Der dreifache FIA-E1-Hill-Climb-Cupsieger möchte 2020 um den Titel in der Berg-EM fahren, sodass man ihn in der Schweiz nur in St-Ursanne und – wenn überhaupt – bei ein, zwei weiteren Rennen am Start sehen wird. Mehr liegt vom Terminplan her nicht drin und ist zudem vom Saisonverlauf abhängig. von Peter Wyss / www.autosprint.ch

Berguerand lässt Steiner in Oberhallau keine Chance

27. August 2019

Eric Berguerand hat mit dem Tagessieg in Oberhallau, dem fünften in diesem Jahr, einen großen Schritt in Richtung Meistertitel gemacht. Schon beim nächsten, dem vorletzten Rennen am Gurnigel könnte sich Berguerand die Berg-Krone sichern. Bei noch maximal 54 zu vergebenen Punkten braucht der Mann aus Charrat noch 26 Zähler. Gelingt ihm am Gurnigel ein weiterer Tagessieg in Rekordzeit würde er dafür 27 Punkte einheimsen. Damit könnte ihn Steiner, dem sein Streichresultat noch bevorsteht, beim Finale in Les Paccots (14./15. September) auch theoretisch nicht mehr einholen. Für Steiner, der in Oberhallau schon neun Mal zum Tagessieg gefahren ist, ist die Sache abgehakt. Die Meisterschaft sei gelaufen, meint er. «Eric müsste in den letzten Rennen technische Probleme haben. Aber danach schaut es nicht aus.» Mangelnden Einsatz kann man Steiner nicht vorwerfen. Der Berner war mit seinem LobArt LA01 erneut schneller als im Vorjahr. Doch gegen Berguerand in Hochform reicht das in dieser Saison nicht. Der Fahrer des Lola FA99 (Foto 1) war auch im Klettgau in jedem Lauf schneller als Steiner. Schon im ersten Durchgang stellte er in 1:18,00 min eine neue Rekordzeit auf. In der Addition der beiden schnellsten Fahrten war er 1,31 Sekunden schneller als Steiner. «Im Vorjahr habe ich auf dieser Strecke noch frühzeitig aufladen müssen», erinnert sich Berguerand. «In diesem Jahr läuft alles nach Plan.» Das Wort «Entscheidung» kommt Eric aber noch nicht über die Lippen. «Im Motorsport kann sich alles sehr schnell ändern. Aber es sieht im Moment sehr gut für mich aus.» Hinter den beiden Titelaspiranten tobte erneut ein Kampf um Platz 3. Diesen sicherte sich Robin Faustini. Der Aargauer setzte sich im Reynard F3000 gegen seinen Vater Simon Hugentobler im Osella PA30 (Foto 2) durch. «Es war knapp, aber ich hatte am Ende die Nase vorn», grinst Faustini, der Platz 3 in der Meisterschaft gegenüber Thomas Amweg, der in Oberhallau aus privaten Gründen fehlte, festigte. Die Top 5 komplettierte Ronnie Bratschi auf Mitsubishi Evo VIII. Der Urner war erneut der schnellste Tourenwagenpilot. Und auch er ließ sich in 1:14,56 min eine neue Rekordzeit notieren. «Ich wollte unbedingt meinen alten Rekord auslöschen», sagt Bratschi. «Das ist mir schon im ersten Lauf gelungen. Aber der zweite Durchgang war noch besser.» Hinter Bratschi reihte sich Markenkollege Roger Schnellmann ein. Sein Rückstand: 1,89 Sekunden. Drittschnellster Tourenwagenfahrer war der Deutsche Holger Hovemann in seinem Opel Kadett aus dem KW Berg-Cup. Drittschnellster Schweizer Tourenwagenpilot war erstmals Hermann Bollhalder in seinem Opel Speedster […]

Bratschi räumt auf der geilen Meile von Wolsfeld ab

11. Juni 2019

Das Wetter hat diesmal gehalten, nicht wie schon so manches Mal beim Wolsfelder ADAC Bergrennen, als Petrus die Sieger in der Regenlotterie auswürfelte. Knapp war´s aber dennoch, denn pünktlich zum Ende der Gesamtsiegerehrung im Startbereich, fing es zu regnen an. Doch dies konnte auf eine makellose Rennveranstaltung, organisiert vom Eifel-Motor-Sport-Club Bitburg, keinen Schatten werfen. Ein Rekordstarterfeld wirbelte durch den slalomähnlichen Parcours hinauf auf den Wolsfelderberg und zeigte einmal mehr, das Alleinstellungsmerkmal dieser Bergrennpiste auf, wo weniger am Ende oft mehr ist. Gemeint sind weniger PS und Verbissenheit dafür aber mehr Drehmoment und Bodenfreiheit. Es musste also an vielen Rädchen gedreht werden um sich selbst und sein Rennfahrzeug optimal auf die besonderen Belastungen diese „Achterbahn“ einzustellen. Dies bewerkstelligte am langen Pfingstwochenende am besten der Schweizer Gaststarter Ronnie Bratschi (Foto oben) mit seinem schon extremen Mitsubishi Lancer Evo 8 EGMO. Bereits in den Trainingsläufen drehte der Urner an der PS-Schraube, aber nicht hoch sondern runter. Mit „nur“ 600 PS konnte sich der zweifache FiA Hillclimb Cup-Gewinner gut einschießen, um am Renntag noch ein paar Schippen drauf zu legen. Doch das Höchstmaß von rund 750 PS ließ er unangetastet, dafür nutzte Bratschi mehr das Drehmoment des EGMO-Triebwerks (ehemals Eggenberger). Somit war er nicht zu schlagen – als Tagessieger wohlgemerkt, vor sämtlichen Sport- und Rennwagen. Für ihn der erste Gesamtsieg unter regulären Bedingungen, nachdem er 2016 in Verzegnis (I) als Führender der Tourenwagenwertung vom Abbruch infolge eines Unwetters profitiert hatte. „Die Strecke in Wolsfeld ist ähnlich wie jene bei uns in Massongex, also sehr wellig und schmal“, sagte Bratschi. „Als ich nach dem ersten Rennlauf nur knapp vorne lag, habe ich die vier Rennen alten Reifen gegen neue ausgetauscht. So klappte es dann auch mit einem neuen Tourenwagenrekord in 1.01,550 Minuten“. Somit bleibt der Rekord in Schweizer Hand, den Bruno Ianniello im Jahr 2011 aufstellte und jetzt um rund 1/10 Sekunde gedrückt wurde. „Raketen Bruno“, der hier mit seinem Lancia Delta S4 in seinen besten Jahren ebenfalls schon den Tagessieg errungen hatte, kam mit 16,7 Sekunden Rückstand zu Gesamtrang 17. In der Addition der drei Zeiten (3’06,058) auf der nur 1,64 Kilometer kurzen Strecke verwies der Schweizer den schnellsten Deutschen Christian Triebstein in einem Dallara F302 Opel F3 (Foto Mitte) um 2,7 und den Franzosen Anthony Loeuilleux in einem Tatuus-Honda FM um 4,1 Sekunden auf die verbleibenden Podiumsränge. Triebstein gewann somit auch die heißumkämpfte Rennwagenklasse bis 2 Liter und widmete seinen Erfolg seiner Großmutter, […]

Vorschau: Stark besetzte Schweizer Bergrennen

11. Juni 2019

So spät wie in keinem anderen Land beginnt die Bergmeisterschaft in der Schweiz. Den Anfang macht Hemberg am 16. Juni, danach folgen Reitnau am 30. Juni, Massongex am 7. Juli, Ayent–Anzère am 28. Juli, St-Ursanne–Les Rangiers am 18. August (auch Lauf zur EBM), Oberhallau am 25. August (wo auch der KW-Berg-Cup fährt), Gurnigel am 8. September und Châtel-St-Denis–Les Paccots am 15. September. Einen Vorteil hat der späte Saisonbeginn im Sommer: Die Spezialisten konnten sich bei Bergrennen im Ausland oder bei der ebenfalls populären und von etlichen Piloten parallel bestrittenen Slalom-Meisterschaft warm fahren. Als Titelverteidiger tritt Marcel Steiner mit seinem LobArt-Mugen LA01 an, einem Exoten unter den Rennsportwagen. Da sie von den Italienern kaum Hilfe bekommen, verbessert Steiner Motorsport den in der Gruppe E2-SC bis 3000 eingeteilten Sportwagen von Saison zu Saison selbst. Auch der bald 44-jährige Inhaber einer Automobil-Werkstätte in Oberdiessbach im Berner Oberland wird immer besser, was seine Streckenrekorde untermauern. Dass Steiner nach der Winterpause sofort in Form kam, bewies der Tagessieg in Eschdorf über Leute wie Sébastien Petit, Guy Demuth und Landsmann Joël Volluz. «Aufgrund von Petits Übung bei den ersten Rennen 2019 und dem letztjährigen Saisonverlauf, als er in Osnabrück und Gubbio klar vor mir lag, war das nicht unbedingt zu erwarten.  Mit einem neuen KW-Fahrwerk macht das Fahren nun noch mehr Spaß. Daher freue ich mich auf die Schweizer Bergrennen.» Als deutsche Bergrennen hat Steiner im August Osnabrück und nach Abschluss der Schweizer Saison Mickhausen in seinem Programm. Steiners härtester Gegner wird Eric Berguerand sein, der ebenfalls schon fünf SM-Titel bei den Rennsportwagen auf seinem Konto hat. Der Walliser hat seinen Eigenbau-Lola auf Basis eines früheren Formel 3000 nun mit weiteren Karosserieteilen von Force India F1 modifiziert. Nachdem er 2018 mit einem F1-Frontspoiler einen Entwicklungssprung gemacht hatte, kommen nun entsprechende Flanken und ein Heckflügel aus der Formel 1 hinzu. Nach Berguerands Rekordfahrten bei den letzten zwei Schweizer Bergrennen 2018 am Gurnigel und in Les Paccots darf man auf seine Zeiten besonders gespannt sein. Im Gegensatz zu Steiner ist Hemberg sein erstes Saisonrennen 2019. Ob dies ein Nachteil ist, wird man sehen. Mit Thomas Amweg (Lola-Cosworth) und Robin Faustini (Reynard-Mugen) sind zwei weitere schnelle Piloten mit V8-Rennwagen aus der Klasse E2-SS bis drei Liter bereits ab dem Saisonauftakt am Start. In den Kampf zwischen Berguerand und Steiner um den Tagessieg werden sie bei normalen Bedingungen aber kaum ein Wort mitreden. Viel eher ist dies Joël Volluz zuzutrauen. […]

Ronnie Bratschi kehrt mit neuem Mitsubishi zurück

26. April 2018

Darauf haben Fans von Bergrennen lange gewartet. Knapp zehn Monate nach dem Unfall in Hemberg kehrt der Schweizer Ronnie Bratschi mit einem neuen Mitsubishi Evo RS in dies Szene zurück. Das erste Testrennen ist an diesem Sonntag in Abdreschviller (Frankreich), unweit der Grenze zu Deutschland. Alles ging sehr schnell am 10. Juni 2017 beim Schweizer Meisterschaftslauf in Hemberg: Kurz nach dem Start zu seinem ersten Trainingslauf brach der Kardan am Mitsubishi Evo VIII. Ronnie Bratschi war nur noch Passagier und prallte heftig in einen zur Streckensicherung abgelegten Baumstamm. Diesen traf er so unglücklich am unteren Ende dass der Wagen dabei irreparabel beschädigt wurde. Zum Glück blieb Bratschi beim seitlichen Aufprall bis auf ein paar Prellungen unverletzt. Die Saison 2017 war für den Urner somit gelaufen, bevor sie richtig begonnen hatte. Motor, Getriebe und Differenzial waren noch zu gebrauchen, sodass sich der 31-jährige Urner bald an den Wiederaufbau eines komplett neuen und in allen Details optimierten Wagens machte. Als gelernter Polymechaniker verrichtete der Sieger des FIA Hill Climb Cups von 2015 und 2016 die meiste Arbeit selbst. Ronnie Bratschi: „So ein Auto kann man nicht mehr kaufen. Ich liess viele Ideen einfliessen und ging dabei an die Grenzen des Gruppe-E1-Reglements, ohne diese zu überschreiten. Gewisse Dinge habe ich verstärkt, andere erleichtert. Die Basis hatte ja funktioniert, daher sind es keine Riesensprünge. Es ist einfach alles etwas besser als bisher.“ Tiefer Schwerpunkt, sichere und steife Rallyezelle: Beim Chassis legte Bratschi Wert auf einen möglichst tiefen Schwerpunkt. Weil sich die Rallyezelle von OMP beim Unfall bewährte und diese günstig zu kaufen ist, baute er wieder eine solche ein. Alles, was der Sicherheit und der Steifigkeit dient, hat der Selfmademan verstärkt. Aerodynamische Details hat Bratschi ebenfalls selbst entworfen und mithilfe eines Karossiers auch gleich die Formen dazu hergestellt. So ist stets rascher Ersatz vorhanden. In Zusammenarbeit mit KW hat der Schweizer Slalom-Meister und Vize-Bergmeister von 2013 auch das Fahrwerk modifiziert, das beim Unfall ohnehin beschädigt worden war. Das Gewicht dürfte wie bisher um die 1080 kg betragen. Den genauen Wert wird der erste Gang auf die Waage ergeben. Motor mit mehr als 700 PS: Unter der Fronthaube steckt weiterhin der von Egmo (Eggenberger Motorsport) in Lyss optimierte 2,1-Liter-Turbomotor. Über dessen Leistung äußerst sich Bratschi etwas kryptisch. Ronnie Bratschi: „Bei der PS-Zahl steht vorne eine Sieben… Drehmoment hätte ich satt, aber wir nehmen wegen der Standfestigkeit etwas raus. Die volle Leistung rufe ich nur ab, wenn […]