Hill Race Eschdorf aus deutscher Sicht

6. Mai 2019

Das mit internationalen Spitzenfahrern wieder einmal bestens gespickte European Hill Race Eschdorf in den Luxemburger Ardennen, zeigte wie schon mit dem FiA Hillclimb Masters in Italien im letzten Oktober, dass der Deutsche Bergrennsport im europäischen Vergleich nur eine untergeordnete Rolle spielt und mit der absoluten Spitze bei den Rennsportfahrzeugen, wie auch den Tourenwagen nicht mithalten kann. Zudem sagten weitere Top-Piloten ihre Teilnahme in Eschdorf kurzfristig ab, somit schaffte es Christian Triebstein als bester Deutscher am Ende unter die Top-Ten der Gesamtwertung. Über die Stagnation der letzten Jahre im Deutschen Bergrennsport und Faktoren wie Reglement, Lizenzen, Katalysator oder Nachwuchsförderung, die sich mehr und mehr negativ bemerkbar machen, konnte dies jedoch nicht hinwegtäuschen. Als vom Veranstalter Union des Pilotes im Vorfeld bekannt gegeben werden musste, dass wegen der Staatstrauer im Großherzogtum das Training am Samstag erst nach 18 Uhr gestartet werden darf, war klar, dass man hier auf Zuschauereinnahmen wohl oder übel verzichten muss. Das vorhergesagte nass-kalte Schauerwetter mit Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt, schreckte wohl weitere Teilnehmer ab, auf die der Veranstalter nicht zählen konnte. Das 190er Fahrerfeld schrumpfte so auf 141, was im nach hinein gesehen dazu beitrug, dass am trockenen aber kalten Sonntag, ein Trainingslauf und drei (!) komplette Rennläufe vom luxemburgisch-deutschen Rennleiter-Duo Alain Pier und Heiko Petzhold durchgezogen werden konnte. Ein Glück, das am Sonntag doch mehr Fans zur Strecke pilgerten, als die Verantwortlichen des Clubs befürchten. Dennoch müssen die UdP´ler jeden Euro zweimal umdrehen um für das nächste Rennen in 2020 gerüstet zu sein. Bei extremen Bedingungen überschatteten einige Ausrutscher den stark verkürzten Trainingsabend am Samstag. Einer der Unglücklichen war der Alzeyer Gerd Kauff bei seinem Comeback im Team von Sascha Herz. Im Zielbereich kam der frühere Formel 3-Pilot mit dem Dallara Nissan World Series 3-Liter Rennwagen von der Strecke ab. Mit Rippenverletzungen musste Kauff dann die Nacht im Krankenhaus verbringen, ist aber zwischenzeitlich wieder wohlauf. Nichts desto trotz denkt der Messebau-Unternehmer schon wieder an die nächsten Bergrennen. Für den arg mittgenommenen Dallara-Rennwagen müssen jedoch erst einmal Ersatzteile organisiert werden und wahrscheinlich auch ein neues Moncoque. Motor und Heckpartie sind intakt. Trotz allem, kann sich das Resultat im Bereich der Formel-Rennwagen aus deutscher Sicht gut sehen lassen. In der Klasse E2-SS der Formel-Rennwagen bis 2000 ccm Hubraum mischten die DM-Piloten auch ohne Frank Debruyne gut mit. Der rezente Dallara F303 des Badeners wurde am Eschdorf-Wochenende vom neuen Besitzer, einem Iren abgeholt, sodass auch Debruyne auf die […]

Hessischer Doppelsieg in Schottener GLP-Wertung

1. Mai 2019

Die GLP-Wertung im Rahmen des Schottener Bergpreis auf Sollzeit, mit 53 Fahrern, wurde zum Doppelsieg aus heimischer Sicht und ging in den Main-Kinzig-Kreis. Stellvertretend für alle Fahrer brachte es Dennis Treml (BMW) aus Schotten vielleicht auf den Punkt. „Eine super Veranstaltung. Samstag war nicht so schön, aber der Sonntag war super bei bestem Wetter. Nächstes Jahr bin ich wieder dabei“. Es gewann nach drei Wertungsläufen Christian Strott aus Sinntal im VW Golf 2 (+0,325 sec.) vor Jürgen Fechter aus Gründau im VW Scirocco 16V (+0,957 sec.) und Michael Beer im Peugeot 206 (Foto oben /+1,701 sec.). Letzterer nahm am Freitag auch erfolgreich beim DMSB-Lizenzlehrgang teil und wird voraussichtlich zum Eichenbühler Heimrennen im September, in den Rennbetrieb der Deutschen Bergmeisterschaft wechseln. Der Peugeot soll in der Gruppe E1 eingesetzt werden. Aus hessischer Sicht komplettiert der Grünberger Adrian Mirthes im Opel Ascona die Top-10 (+3,313 sec.). von Heiko Schäfer und Thomas Bubel

Hovemann siegt am Schottener Hoherodskopf

29. April 2019

Auf ein Neues! Hieß es im Alleingang für die Tourenwagen-Pilotinnen und Piloten, beim 16. ADAC Bergpreis Schottenring, zum Start in die Saison 2019. Bevor am kommenden Wochenende beim international stark besetzten Luxemburger Hill Race in Eschdorf, die Aktiven in ihren Rennsport- und Formelwagen dazu stoßen, gab es für den schnellsten Tourenwagenfahrer einen seltenen Gesamtsieg zu gewinnen. Am Fuße des über 700 Meter hohen und weithin sichtbaren Hoherodskopf und entlang der traditionsreichen Bergstecke hinter den Poppenstruth, hatte der Frühling eine Pause eingelegt und gerade das Training am Samstag war von Graden nahe dem Gefrierpunkt und anhaltendem Regen geprägt. Eine ungemütliche Sache für alle Beteiligten. Hier sollte man vor allem den Streckenposten und Sportwarten für ihre Arbeit danken und das ausharren von früh bis spät an der Strecke. Die Rennläufe am Sonntag waren dann für alle bei erträglicheren Bedingungen entspannter zu meistern. Nach dem erwarteten Duell zwischen Holger Hovemann und Herbert Stolz, steht für mindestens ein Jahr fest, Schotten und der Vogelsberg sind vorerst kein Porscheland mehr. Mit viel Engagement und Fleiß, sowie einige Rückschlägen die Hovemann und seine Team verkraften mussten, stand der Opel Kadett C GT/R V8 (Foto oben) in Rudingshain an der Startlinie. Die Technik des Boliden, die noch nicht auf dem 100%igen Stand ist, machte alles mit und verhalf seinem Piloten zu vier von vier Laufbestzeiten. Herbert Stolz im dp Porsche 935 II legte zwar immer wieder nach und bis zum Schluss waren Fehler für beide Akteure tabu, doch am Ende trennten die beiden 2,3 Sekunden. Nach 2015, damals im Juni, heißt der Gesamtsieger in Schotten zum zweiten Mal Holger Hovemann. Die Porsche-Piloten Herbert Pregartner und Herbert Stolz gewannen in der Zwischenzeit. Wie beim Rennen in 2017, gelang dem Odenwälder Ralf Kroll im Silver Car S2 souverän der Sprung auf´s Podium. Das Norddeutsche Vater-Sohn-Team Michael und Hauke Weber waren an beiden Tagen zweifellos die Überraschung. Scheinbar wurden die Hausaufgaben über Winter hervorragend erledigt und die Beiden in ihren mintgrünen Audi 80 Quattro (Foto Mitte), zeigten eine beeindruckende Performance auf den Gesamträngen vier und sechs. Beide haben sich wohl insgeheim mehr Regen am Sonntag gewünscht, so wie auch Regenspezialist Ralph Paulick (VW Golf), der im Training aufhorchen ließ und am Renntag auf fast trockener Piste, sich der PS-Übermacht von Patrick Orth (BMW 320), Günter Göser (Opel Kadett 16V), Marcel Gapp (BMW M3) und Porsche-Mann Jochen Stoll beugen musste. Schauen wir auf interessante Vorkommnisse in den jeweiligen Klassen: In der […]

Zajelsnik wie im Vorjahr in Frankreich auf dem Podium

29. April 2019

Beim französischen Berg-Meisterschaftslauf in Abreschviller, im zu Deutschland grenznahen Lothringen, der zeitgleich mit den Bergrennen in Schotten und am Rechberg stattfand, übernimmt Cyrille Frantz (Osella PA 30 Cosworth) mit dem zweiten Gesamtrang hinter dem überragenden Tagesieger Geoffry Schatz im Norma M20 Oreca-Turbo, die Meisterschaftsspitze. Der Freiburger Patrik Zajelsnik im Norma-Mugen V8 wird auf durchweg gleichbleibend feuchter Piste, guter Dritter vor „Jungstar“ Kevin Durot im Norma-Honda 2L, während Nicolas Werver im Porsche 997 GT2 Gesamtsechster wird und die Tourenwagen und GT-Wertung vor McLaren-Pilot Pierre Courroye gewinnt. Die separate Wertung für Fahrzeuge außerhalb der französischen Meisterschaft, wo auch Punkte zur Luxemburger Bergmeisterschaft ausgefahren wurden, gewinnt der Schweizer Joël Volluz im Osella FA30 Judd mit der viertschnellsten Zeit aller Teilnehmer,  vor Landsmann Ronnie Bratschi im jetzt noch breiteren Mitsubishi Lancer Evo VIII, Charles Valentiny im Schilling-Subaru Impreza und Canio Marchione im BMW 320 STW. Der Deutsche Manfred Schulte im Citroen AX Kit Car gewinnt die E1-Klasse bis 1600 ccm vor zahlreichen 2-Liter Fahrzeugen. von Patrick Weber und Thomas Bubel

Merli-Sieg mit neuem Rekord beim EM-Auftakt

15. April 2019

Bei der 47. Auflage des Col Saint Pierre-Bergrennens im südfranzösischen St. Jean du Gard, erster von zwölf Veranstaltung der diesjährigen Berg-Europameisterschaft, setzte Titelverteidiger Christian Merli genau dort wieder an, wo er im vergangen Oktober aufgehört hatte. Der Fahrer des Blue City Motorsport Teams, am Steuer des Osella FA30 Zytek LRM, stand sofort wieder auf der obersten Stufe des Podiums, nachdem er das ganze Wochenende immer einen Ticken schneller war als sein Dauerrivale und Landsmann Simone Faggioli im Norma M20 V8.  Für die Piloten aus der EBM gab es am Sonntag  zwei Rennenläufe mit einer Länge von 5.080 Kilometern, die addiert wurden.  Die Teilnehmer des Französischen Championats waren drei Mal gefordert, aber nur die besten zwei Auffahrten wurden gewertet. Daher hat die Tagesgesamtwertung eher einen inoffiziellen Charakter. In den Trainingsfahrten gesellte sich der Franzose Geoffrey Schatz, als Gesamtsieger des ersten Französischen Rennes der Saison von Bagnols-Sabran, zu den beiden Italienischen Top-Piloten. Mit seinem krachneuen Norma M20 FC mit Oreca-Turbo Motor konnte der jüngere Schatz-Bruder mit Merli und Faggioli auf Anhieb mithalten. Die erste Aufklärungsfahrt auf der französischen Strecke mit viel Sonne aber frischen 12 Grad, beendete Merli in 2’18“985 als Schnellster.  Dann folgte Geoffrey Schatz mit einem Rückstand von 0,252 und Faggioli auf Rang drei mit 2”450.  Im zweiten Qualifying fuhr Merli erneut an der Spitze in 2’16 “176.  Schatz ist wieder Zweiter bei 1 „074, Faggioli Dritter bei 1″496. Doch aus dem mit Spannung erwarten Dreikampf am Renntag wurde es nichts. Schatz musste am Sonntag, genauso wie der Vorarlberger Christoph Lampert (Osella FA 30 Zytek LRM) mit technischen Problemen passen. Zum Erstaunen der vielen Zuschauer vor Ort und Zuhause vor den Livezeiten war es für Merli, getrieben von Faggioli, erneut möglich den Streckenrekord bei einem EM-Lauf zu verbessern – diesmal sogar gesteigert in beiden Durchgängen. Bei der erste Besteigung des Cols  blieben die Uhren für Merli bei 2’14“069 stehen.  Der Trentiner baute seinen Streckenrekord somit um 0,058 Tausendstel aus.  Faggioli folgt mit einem Wimpernschlag von 0″461, während der französische Champion Sebastien Petit mit einem Rückstand von 2, 768 Sekunden Dritter ist. Anschließend triumphiert der Osella-Werksfahrer erneut und verbesserte den Streckenrekord in einer hemmungslosen Fahrt erneut, auf die mindestens bis 2020 gültige Marke von 2’13”634 min. Aber auch Faggioli unterbot zum Schluss noch den noch am Morgen gültigen Rekord. Im Finalresultat reichte es jedoch für Merli mit einem dünnen Polster von 0,7 Sekunden zum Tagessieg. „Der EM-Auftakt lief für mich gut, […]

Keith Camilleri gewinnt die Malta National Hillclimb Championship 2018

17. Dezember 2018

Erst vor wenigen Tagen ging die letzte Landesmeisterschaft im Bergrennsport auf Malta zu Ende. Im Südwesten der Mittelmeerinsel bei Mtahleb, auf der wohl bekanntesten Strecke für Bergrennen auf Malta, organisierte der Island Car Club am Donnerstag, den 13. Dezember, also am Nationalfeiertag und Sonntag, den 16. Dezember den sechsten und siebten Lauf der maltesischen nationalen Hillclimb-Meisterschaft, wobei die siebte Runde das Finale der kleinen aber feinen Meisterschaft darstellte. Die sechste Runde am Donnerstag wurde von Fabio Baldacchino in seinem OMS 2000M Suzuki gewonnen. Dabei wurde er erstmals überhaupt Gesamtsieger in der Berg-Meisterschaft Maltas und hielt seine Meisterschaftschancen vor dem Finale offen. So blieb die Meisterschaft bis auf den letzten Meter der siebten und letzten Runde spannend, die Keith Camilleri, einer der Rennfahrer des Camilleri Racing Teams, mit einem Vorsprung von sieben Punkten auf Baldacchino Meister beendete. So fanden sich im Endergebnis der maltesischen Bergmeisterschaft 2018 Keith Camilleri (Radical ProSports Suzuki) mit fünfzig Punkten, vor Fabio Baldacchino mit dreiundvierzig Punkten und Kurt Camilleri (Radical ProSports Suzuki) an dritter Stelle, ein weiterer Rennfahrer des Camilleri Racing Teams, mit 19 Punkten. Alle drei Piloten auf dem Podium, waren übrigens auch im vergangenen Oktober beim FiA Hillclimb Masters in Gubbio am Start.

Volksfeststimmung und Besucherrekord beim Edelweiß-Bergpreis Roßfeld

23. Oktober 2018

Nicht weniger als 12.000 Besucher pilgerten am letzten September-Wochenende 2018 nach Berchtesgaden, um bei der fünften Auflage des Edelweiß-Bergpreises mit dabei zu sein. Das Prachtwetter und die traumhafte Herbstkulisse bildeten den perfekten Rahmen für die Classic-Veranstaltung, welche die hochgesteckten Erwartungen der internationalen Oldtimer-Fans sogar noch übertraf. Im Eindruck diesen großen Erfolgs zieht Initiator Joachim Althammer zufrieden Bilanz – und plant bereits für die Fortsetzung im September 2020. Legendäre Renn- und Tourenwagen, spektakuläre Vorkriegs-Boliden, wilde Gesellen in Lederkombis auf historischen Motorrädern, die allseits beliebten Oldtimer-Busse und lachende Gesichter wohin man auch blickte – der diesjährige Edelweiß-Bergpreis am Roßfeld wurde für alle Beteiligten zu einem unvergesslichen Erlebnis. Grandios: Die Stars der Veranstaltung – allen voran Roßfeld-Botschafter Walter Röhrl, aber auch Jochi Kleint in seinem VW Twin-Golf II „Pikes Peak“, Triple-Le Mans-Gewinner Benoit Treluyer oder die Rennhelden Karl Wendlinger und Frank Biela – waren während des Wochenendes am Berg ebenso gut gelaunt wie die unzähligen Besucher, die sich in bewährter Manier von den OIdtimer-Bussen gen Gipfel chauffieren ließen. Auch Moderatoren-Legende Rainer Braun zeigte sich in Höchstform und entlockte seinen Gesprächspartnern, darunter Herbert Schnitzer und Kurt Bergmann, so manche Anekdote aus der goldenen Ära des Motorsports. Angesichts der Begeisterung aller Beteiligten fällt das Resümee von Organisator Joachim Althammer äußerst positiv aus: „Unsere Strategie, Jahr für Jahr in die Qualität und Originalität des Teilnehmerfelds zu investieren, hat sich 2018 erneut ausgezahlt. Wir hatten sensationelle Autos mit dabei, allen voran natürlich der einzigartige Ferrari 212 E Montagna, der 1969 alle Läufe der Berg-Europameisterschaft gewonnen hat.“ Wenngleich sich beim Edelweiß-Bergpreis alle Teilnehmer als Gewinner fühlen dürfen, bewertete eine Jury auch in diesem Jahr die Geschichte der teilnehmenden Fahrzeuge sowie den optischen Eindruck der teilnehmenden Fahrer. Auch die Sympathie-Bekundungen der Zuschauer flossen in diese Wertung ein. Gesamtsieger über alle Klassen wurde Heinrich Maltz, der bereits beim ersten Roßfeldrennen 1958 mit dabei gewesen war, auf einem DKW Junior, Baujahr 1959. 12.000 zahlende Gäste an den beiden Veranstaltungstagen am Berg bedeuten einen neuen Besucherrekord – und gute Nachrichten für die Lebenshilfe Berchtesgadener Land, welcher der Reinerlös zugute kommt. „Mein Dank gilt dem gesamten Team und allen Helferinnen und Helfern, ohne die der Edelweiß-Bergpreis in dieser Form nicht möglich wäre“, so Joachim Althammer im Anschluss an die Veranstaltung. „Angesichts des enormen Besucheransturms werden die Eintrittskarten für den nächsten Edelweiß-Bergpreis voraussichtlich nur noch im Vorverkauf verfügbar sein. Damit wollen wir sicherstellen, dass die Qualität der Veranstaltung für jeden einzelnen Besucher erhalten bleibt und […]

Eine Deutsche Masters-Bilanz

20. Oktober 2018

Eines ist sicher, wer bei der dritten Auflage des von der FiA initiierten Hillclimb Masters in der mittelalterlichen Stadt Gubbio in Italien nicht dabei war, der hat definitiv etwas verpasst. Diejenigen die aber die weite Reise nach Umbrien auf sich genommen haben, werden dieses Wochenende für immer in ihr „Bergrennherz“ geschlossen haben und noch lange von unzähligen Gänsehautmomenten zehren können. Das lokale Comitato Eugubino Corse Automobilistiche und der italienische Motorsportverband ACI hatten, in Zusammenarbeit mit der FIA das wundervolle Masters-Konzept prächtig weiterentwickelt. Unter den über 20 Nationen, die ihre besten Bergrennfahrer nach Mittelitalien schickten befand sich auch das deutsche Team, mit den Piloten Hans-Peter Eller, Armin Ebenhöh, Egidio Pisano und Manfred Schulte im Nationen Cup, Markus Fink (U25-Wertung) sowie Alexander Hin und Jörg Weidinger (mit Wild Cards). Zu Diskussionen kam es bereits am Freitag bei der Technischen Abnahme im Fahrerlager, vor herrlicher Kulisse. Streitpunkt war hier der Tribut Plasa BMW, den Jörg Weidinger in Gedenken an den großen Georg Plasa, wie in Goodwood im Wettbewerb pilotieren sollte. Uneins war man sich über die Einstufung des damals für die Gruppe E1 aufgebauten BMW 320 Judd V8. Schlussendlich bestätigten die FIA-Kommissare aber die zuvor gewählte Einstufung in die Gruppe E2-SH, der Silhouetten-Fahrzeuge. Bei einer Zulassung in der Gruppe E1, wäre Weidinger urplötzlich einer der Topfavoriten auf eine Medaille und der Aufschrei unter den arrivierten E1-Piloten sicher groß gewesen. Dem wollte man von Seiten der FiA wohl aus dem Weg gehen. Wie dem auch sei, der Plasa-BMW rollte im ersten Rennlauf am Sonntagmorgen kurz vor dem Ziel mit Getriebeproblemen aus und konnte vom KW-Team für die weiteren Läufe nicht wieder flott gemachte werden. Wenig später wurden die Kehren vor dem Ziel unterhalb des Klosters Madonna della Cima zum „Deutschen Eck“. Alexander Hin verlor das Heck seines Reynard Judd F3000 und rutschte in die Leitplanken. Nach seinem hervorragenden 13. Gesamtrang im Training hatte der Schwarzwälder wohl einen Ticken zu viel gewollt. Hins Team um „Chefmechaniker“ Uwe Lang, konnte den Boliden für die Läufe zwei und drei wieder instand setzten und verhalf dem Hausbau-Unternehmer zu einem versöhnlichen Rang 21, in diesem Feld der Extraklasse. Die weiteren Deutschen Starter spielten bei der Vergabe der Medaillen, wie befürchtet keine Rolle und auch in ihren Gruppen blieb nicht mehr als die Statistenrolle übrig, gegen die Hubraum- und PS-Riesen aus allen Teilen Europas. Dennoch schlug man sich tapfer. Zweitschnellster der DMSB-Fraktion wurde Hans-Peter Eller im 2l-VW Corrado auf Gesamtrang […]

Marcel Steiner Kolumne: Geniales Saisonende beim FIA Hill Climb Masters

18. Oktober 2018

Lange war ich mir nicht schlüssig, ob ich die 800 Kilometer lange Anreise nach Gubbio (IT) auf mich nehmen wollte. Doch dann erlebten mein Team und ich ein unbeschreibliches Wochenende in einem mittelalterlichen Städtchen bei herrlichem Herbstwetter und einem faszinierenden Rennen Doch erst mal eins nach dem andern: Bereits am Mittwochabend nach Arbeitsschluss nahmen wir die Reise unter die Räder des Teambuses. Abgesehen von einer Reparaturpause am Anhänger kamen wir gut voran und erreichten Gubbio donnerstags um sechs. Nach einem kurzen Nickerchen machte ich mich auf zur Streckenbesichtigung. Dabei konnte ich massiv vom Training auf dem Simulator eine Woche zuvor bei Racing Fuel Academy profitieren; vielen Dank, Wani! Der Streckenverlauf und die Ideallinie hatte ich schon ziemlich raus. Freitagfrüh konnten wir unseren reservierten Platz im Fahrerlager direkt neben der technischen Abnahme im wunderschönen Städtchen beziehen. In Windeseile hatten wir ausgeladen und waren, in Kooperation mit Michel Zemp und Team, eingerichtet. Die Wagenabnahme nahmen die Organisatoren für einmal sehr genau – die komplette Fahrerausrüstung und alle sicherheitsrelevanten Teile am Auto (Sicherheitstank, Sicherheitsgurt, Überrollbügel, etc.) mussten angegeben werden und wurden kontrolliert. Am Samstag war ich gespannt und motiviert, die Strecke endlich mit dem Rennwagen erkunden zu können. Schon die Startaufstellung am Vorstart war ein Erlebnis, zwischen vielen neuen Fahrzeugen und mir noch unbekannten Fahrern aus 21 Nationen. Endlich konnte ich an die Startlinie vorziehen. Ich absolvierte einen zügigen Besichtigungslauf auf der mir neuen Piste. Ich klassierte mich an 7. Position hinter sechs italienischen Fahrern (ein Norma und fünf Osella). Für den 2. Trainingslauf versuchte ich den LobArt etwas besser auf die Bodenwellen abzustimmen. Ich konnte mich um 3 Sekunden steigern, rutschte aber auf den 8. Rang zurück. Zu den italienischen Landsmännern gesellte sich noch Sebastien Petit (Frankreich/Norma-Mugen). Christian Merli (Italien/Osella FA30) realisierte die Trainingsbestzeit vor Simone Faggioli (Italien/Norma-Zytek). Auf den 3. Platz fehlten mir aber lediglich 2 Sekunden. Für den Renntag war also alles offen. Nach den Trainingseinheiten folgte gegen Abend die Fahrerparade in der Altstadt von Gubbio vor tausenden Zuschauern. Es war ein eindrückliches Gefühl, erst alleine und dann mit den anderen Schweizer Fahrern dort einzulaufen. Am Sonntagmorgen standen nach der Streckenbesichtigung einige Abstimmungsarbeiten am LobArt an, die wir wegen der Festlichkeiten verschoben hatten. Gut vorbereitet ging es zum 1. Rennlauf. Der untere Teil der Strecke lag noch im Schatten und der Grip in den ersten Kurven war daher noch bescheiden. Ich konnte mich um gut eine Sekunde gegenüber der Trainingszeit […]

Merli, Peruggini, Hall und Schnellmann holen Gold beim Masters in Gubbio

17. Oktober 2018

Grandioser Bergrennsport wurde beim Abschluss der Saison 2018 in Gubbio von der großen internationalen Bergrennfamilie geboten. Auf verkürzter Strecke wurde dabei das FIA Hillclimb Masters ausgetragen, wo sich die Toppiloten aus ganz Europa einfanden, um in 4 verschiedenen Kategorien um die begehrten Medaillen zu kämpfen. Die Location und das Ambiente der italienischen Altstadt begeisterte dabei nicht nur die Fahrer, sondern auch die zahlreichen Fans. Und auch die anspruchsvolle Strecke mit ihren Highspeedpassagen forderte die Piloten, was leider auch zu einigen Unfällen führte. Diese verliefen aber zum Glück alle glimpflich, jedoch wurde das Rennen am Sonntag deswegen ordentlich in die Länge gezogen und war erst kurz vor 17.30 beendet. Da für das Endergebnis nur der schnellste der drei Läufe herangezogen wurde, kam es somit zum Abschluss noch zum großen Showdown um den Gesamtsieg. Der neue Berg Europameister sowie italienische Bergmeister Christian Merli behielt dabei die Oberhand und konnte mit seinem Osella FA30 Zytek LRM somit eine beeindruckende Saison mit dem Gewinn des FIA Hillclimb Masters beenden. Mit einer beeindruckenden Performance konnte er die starke Konkurrenz auf Distanz halten und sich die Goldmedaille in der Kategorie 2 sichern. Für den sympathischen Südtiroler stand am Ende somit ein krönender Saisonabschluss zu Buche. Mit einem Rückstand von 0,7sec. ging der zweite Rang an seinen italienischen Landsmann Simone Faggioli, der im Norma M20FC Zytek eine ebenfalls beeindruckende Vorstellung ablieferte und grandiose Zeiten erreichte. Mit einer tollen Performance konnte er im entscheidenden Rennlauf nochmals nachlegen, ganz nach vorne reichte es aber für den x-fachen Berg Europameister nicht mehr. Zudem hatte er in Rennlauf 1 viel Glück, als bei einem Dreher kein Schaden am Boliden entstand. Das Podium komplettierte nach einem dramatischen 3. Rennlauf der Franzose Sebastien Petit, der somit den totalen italienischen Triumph vereitelte. Mit dem Norma M20FC Mugen konnte er mit einer grandiosen Leistung auf der für ihn völlig unbekannten Strecke von Gubbio überzeugen. Dabei lieferte er exzellente Zeiten ab, welche am Ende noch zur Bronzemedaille in der Kategorie 2 reichten. Diese gelang ihm aber erst im 3. Rennlauf, wo er sich noch gegen den jungen Italiener Domenico Scola durchsetzen konnte. Dieser musste sich am Ende mit dem undankbaren vierten Rang zufrieden geben, jedoch war seine Vorstellung trotzdem sehr hoch einzuordnen. Den im Gegensatz zur Konkurrenz war er in einem Osella P2000 Evo mit einem 2l Honda Motor am Start, welcher doch einiges an Motorleistung gegenüber den 3l Fahrzeugen zurückliegt. Schlussendlich fehlten dem bekannt spektakulär […]

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