Steiners besonders schöner Saisonabschluss in Mickhausen

3. Oktober 2017

Der Schweizer Bergmeister Marcel Steiner gewann das Internationale Bergrennen Mickhausen nach einem harten Duell mit Patrik Zajelsnik. Romeo Nüssli triumphierte wie im Vorjahr in der Gruppe E1. Schönes Herbstwetter im Training vom Samstag, Regen am Morgen des Renntags, danach trocken und zum Schluss fast perfekte Verhältnisse – die 163 Fahrer aus sieben Nationen mussten sich beim Int. 37. ADAC Bergrennen Mickhausen südlich von Augsburg in Südbayern auf alle Bedingungen einstellen. Und am besten gelang dies Marcel Steiner. Nur im ersten Training und im zweiten Rennlauf am Sonntag war sein grosser Gegenspieler Patrik Zajelsnik im Norma M20 FC auf der 2,2 km langen Strecke um jeweils eine Zehntelsekunde schneller. Steiners klare Bestzeit im nassen ersten Rennlauf war aber für nichts, weil der Regen für den Rest des Tages aufhörte und die Piste langsam abtrocknete. Im zweiten Durchgang irritierten ihn die Ölflaggen im schnellen Régal-S, wo lange nach einem heftigen Unfall des Schweizers Patrick Hedinger (Peugeot 205) gar keine Rutschgefahr mehr bestand, etwas mehr als den mit slowenischer Lizenz startenden Deutschen. So musste der dritte, nahezu trockene Lauf die Entscheidung bringen. Steiner zeigte Nervenstärke und legte mit 49,258 die Tagesbestzeit hin, klar vor Zajelsnik (50,035). In der Addition der beiden besten Zeiten lag der Schweizer Bergmeister somit um 0,684 voraus. Nach seinen beiden Tagessiegen von 2010 und 2012 (als er Simone Faggioli bezwang) mit dem Osella FA30 war es für den 42-jährigen Berner der dritte beim grossen deutschen Finalrennen und der erste internationale Erfolg mit dem LobArt-Mugen. „Als weder Merli noch Faggioli auf der Startliste standen, wusste ich, dass ich hier mit Zajelsnik um den Sieg fahren werde. Der Saisonschluss in Mickhausen ist immer schön, und wenn man vor dieser tollen Zuschauerkulisse gut fährt und danach bei einer öffentlichen Siegerehrung gefeiert wird, ist das genial“, freute sich Steiner. Wie zuletzt beim Bergrennen Gurnigel durfte Christoph Lampert als Dritter auf dem Gesamtsiegerpodest mitfeiern. Mit jedem Rennen kommt der Vorarlberger besser mit dem Osella PA2000 Honda Evo zurecht. Hinter den drei Sportwagenpiloten belegte Simon Hugentobler zur eigenen Überraschung den vierten Platz und gewann damit die Gruppe E2-SingleSeater. Von seinem Sohn Robin Faustini gecoacht, der wegen Motorproblemen am Tatuus-Honda FM von Bossy Racing auf den geplanten Start verzichten musste, fand Hugentobler den richtigen Kompromiss, um die Power des Reynard-Mugen 97D bei den tückischen Bedingungen richtig einzusetzen. Fausto Bormolini, Tagessieger von 2007 in Mickhausen, blieb nach einem leichten Leitplankenkontakt im Nassen auch in den zwei weiteren Rennläufen […]

Flottes Rennen vor vollem Haus – Der KW Berg-Cup in St. Agatha

27. September 2017

Die in der Überschrift getroffene Aussage „flottes Rennen“ gilt übrigens nicht nur für die gefahrenen Top-Zeiten, sondern auch für die Abwicklung. Das Team des MSC Rottenegg liefert zum 30. Rennjubiläum eine perfekte Arbeit ab. Ein Traum sind die Probeheats. Sie beginnen am Samstag erst um 12 Uhr, dies aber minutengenau. 182 Fahrzeuge werden dazu aufgerufen, die beiden Auffahrten auf der flüssigen, ultraschnellen 3,2-Kilometer-Strecke von Esthofen hinauf nach St. Agatha sind schon gegen 16:30 Uhr beendet. Traditionell wird in Oberrösterreich der Sonntag mit einem dritten Trainings-Run begonnen. Dieser startet um 8:30 Uhr. Nach einer Stunde und vierzig Minuten sind alle oben. Mein Block, auf dem ich routinemäßig die wichtigsten Vorfälle festhalte, ist so gut wie leer. Nur ein paar Notizen über das Wetter habe ich hin gekritzelt. Trocken steht da, morgens kühl. Am Samstag wärmt die Sonne das Asphaltband etwas auf, am Renntag hält sie sich oft hinter Wolken versteckt. In Anbetracht der hohen Zahl an Teilnehmern wird der Rennbeginn flugs auf 12 Uhr vorgezogen. Ein weiser Beschluss, denn im ersten Race-Heat wird nun merklich hitziger agiert. Was ein Teil der Betonwandelemente und Leitplanken zu spüren bekommt. Aber es bleibt bei glimpflich verlaufenden Einzelfällen, die Blessuren an den Sicherheitseinrichtungen werden schnell behoben. In der zweiten und letzten Bergfahrt haben sich die Gemüter schon wieder beruhigt, gegen 17:15 Uhr schließt die Startnummer 1, Christian Merli im Osella FA30, mit dem neuen Streckenrekord von 1:02,129 das EXCAPE Autobergrennen Esthofen – St. Agatha spektakulär und würdig zugleich ab. Wie immer ist die Rückführung ein letztes Highlight, denn Fans und Rennautos teilen sich dabei diszipliniert die Straße. Und begeisterte Zuschauer hatte es auch in 2017 an beiden Tagen reichlich. Ganz genauso wie aktive KW Berg-Cup’ler. 48 davon haben sich an der Reise nach St. Agatha beteiligt. Das ist mehr als ein Viertel des imposanten Gesamtfeldes. Wie es den Einzelnen in unserem rot-weiß-roten Nachbarland ergangen ist, das wollen wir uns nun gemeinsam Klasse für Klasse ansehen. Bei den leider nur zwei 1,15-Litern der stark verbesserten Tourenwagen (TW) ist lange Zeit heftiges Augenreiben angesagt. Denn Jörg Eberle turnt mit seinem 8- Ventiler Fiat 127 Super frech, fröhlich und frei vor dem Schneider Polo 16V von Thomas Stelberg herum. Dessen Kupplung rutscht, obendrein schwächelt die Differentialsperre. Dennoch verringert Thomas den Trainingsrückstand von 2,7 Sekunden in Rennlauf eins auf nur mehr 27 Hundertstel. Ins Finale geht er voll motiviert, ignoriert die technischen Gebrechen, schafft mit 1:31,60 noch die „last […]

Vier-Kampf der Meister in St. Agatha

25. September 2017

Das diesjährige Bergrennen St. Agatha war ein Bergrennsportfestival der Extraklasse. Dafür sorgte nicht nur dass international hochkarätige Starterfeld, sondern die auch zahlreich erschienen Zuseher. Diese sorgten für eine großartige Atmosphäre bei diesem Bergklassiker in Oberösterreich. Zudem hatte das Veranstalterteam vom MSC Rottenegg auch mit dem Wetter das Glück auf ihrer Seite, blieb es doch am gesamten Wochenende trocken. Im Kampf um den Gesamtsieg war auch in diesem Jahr der italienische Ausnahmekönner und Vize-Europameister Christian Merli nicht zuschlagen. Mit seinem Osella FA30 Fortech konnte er bereits im Training mit herausragenden Zeiten überzeugen, ehe er im 1. Rennlauf seinen eigenen Streckenrekord aus dem Vorjahr regelrecht pulverisierte. Im 2. Rennlauf legte der Osella-Pilot nochmals nach und korrigierte den Streckenrekord schlussendlich um über 1sec. nach unten. Auf den ersten Verfolgerplatz konnte er somit einen Vorsprung von 5,5sec. herausfahren. Um diesen gab es einen elektrisierenden Dreikampf, welchen am Ende der neue französische Bergmeister Sebastien Petit knapp für sich entscheiden konnte. Nachdem er mit seinem Norma M20FC Mugen im 1. Rennlauf nur auf den vierten Platz lag, konnte er im entscheidenden Rennlauf nochmals kräftig zulegen und so noch auf den zweiten Rang im Gesamtklassement nach vorne fahren. Mit einem hauchdünnen Rückstand von 0,3sec. ging der letzte Platz auf dem Podium an den Deutsch-Slowenen Patrik Zajelsnik, der mit seinem top-aktuellen Norma M20 FC Mugen eine weitere herausragende Vorstellung ablieferte und exzellente Zeiten erreichte. Jedoch haderte er im 2. Rennlauf ein wenig mit der Elektronik, womit er sich im Gegensatz zum Franzosen nicht mehr weiter steigern konnte. Mit weiteren 0,07sec. Rückstand ging der vierte Platz im Gesamtklassement an den neuen Schweizer Bergmeister Marcel Steiner, der erstmals in Österreich seinen selbst weiterentwickelten LobArt LA01 Mugen an den Start brachte und mit diesem Boliden ebenfalls begeistern konnte. Mit seiner beherzten Fahrweise konnte er den zahlreich erschienen Zuschauer imponieren. Die Top 5 komplettierte der Tscheche Dusan Neveril mit seinem einmalig klingenden Norma M20 FC Judd, der mit einer exzellenten Vorstellung überzeugen konnte und eine ebenfalls tolle Show beim diesjährigen Bergrennen St. Agatha ablieferte. Dahinter folgte auf dem sechsten Gesamtrang der Vorarlberger Christoph Lampert, der eine exzellente Performance mit seinem 2-Liter Osella PA2000 Evo Honda ablieferte. Mit einer großartigen Leistung auf dieser Powerstrecke war er am Ende bester Österreicher in St. Agatha, wobei er im 2. Rennlauf sogar die 1:10min. Schallmauer unterbieten konnte und so als schnellster 2-Liter Pilot am gesamten Rennwochenende beeindrucken konnte. Nicht zu vergessen ist Alexander Hin, als bester […]

Endphasenaufgalopp des KW Berg-Cup in Unterfranken

14. September 2017

Zum runden Geburtstag ein rundum gelungenes Rennen, besser hätte es für den GAMSC Würzburg am letzten Wochenende gar nicht laufen können. Eine nasse Fahrbahn gab es nur am Trainingssamstag bis gegen Mittag, der Sonntag bot dann echt annehmbares Wetter. Zwar etwas kühl, in der Tendenz aber eher freundlich. An beiden Tagen schaffte die Mannschaft rund um Peter Thumbeck einen pünktlichen Beginn, legte damit den Grundstein dazu, dass alle drei pro Tag geplanten Läufe auf der 3,05-Kilometer-Strecke durchgezogen werden konnten. Trotz der insgesamt 181 teilnehmenden Autos, von denen 47 in der angegliederten Gleichmäßigkeitsprüfung starteten, lag der Schluss des Fahrbetriebes jeweils kurz vor 17:30 Uhr. Die Feiern zum „Fünfzigsten“ beschränkten sich auf den Samstagabend. Im Festzelt, das sehr gut besucht war, erlebten die Gäste ein buntes Programm, zu dem die Eichenbühler Vereine verschiedene attraktive Einlagen beisteuerten. Besonders interessant war für alle Freunde des Bergrennsports sicher der Beitrag der Feuerwehr, an dem Nils Abb federführend mitgearbeitet hatte. In einer gut inszenierten Multimediashow ließ dieser 50 Jahre Bergrennen Unterfranken Revue passieren, wobei die gezeigten Bilder bei vielen Besuchern Erinnerungen auffrischten und Emotionen auslösten. Und damit zurück aus dem Festzelt an die Rennstrecke. Wie immer steigen wir mit dem NSU-Bergpokal, für den Unterfranken der vorletzte Lauf des Jahres war, in die Berichterstattung ein. Elf der luftgekühlten Heckmotorfahrzeuge nahmen daran teil. Der Übungssamstag bot wenig Überraschendes. Jörg Davidovic ließ sich die beste Zeit gutschreiben. Karsten Steinert folgte als Zweiter, dahinter bezog Gaststarter Andreas Reich Position drei. Ihm folgten, eng zusammenliegend, Thomas Krystofiak (TP4) und Uwe Schindler als Fünfter. Der Renntag zeichnete dann ab Platz zwei ein etwas anderes Bild. Uwe Schindler fuhr im ersten Heat auf die Drei vor, setzte sich vor Thomas Krystofiak (P4) und Andreas Reich (P5). Der Letztgenannte hatte in der zweiten Auffahrt ein Problem, vollendete diese nicht. Seinen fünften Rang übernahm Mike Vogel. Vor ihm hatte sich nichts geändert, allerdings war Thomas Krystofiak weiterhin nahe an Uwe Schindler dran. Im dritten und letzten Run schaffte der sehr gleichmäßig agierende Thomas Krystofiak noch die Wende, zog um 0,459 Sekunden an Uwe Schindler vorbei. Der Endstand: Klassensieg für Jörg Davidovic vor Karsten Steinert (P2) und Thomas Krystofiak als Drittem. Uwe Schindler beendet das Rennen auf der Vier, Fünfter ist Mike Vogel. Und schon sind wir bei den Wassergekühlten angelangt, widmen uns hier zuerst der Klasse bis 1150 Kubik der nach Gruppe H, FS und E1 Technik-Regeln vorbereiteten Fahrzeuge. Die Ränge eins bis fünf dieser […]

Wachablösung mit Meisterkrönung in Unterfranken

11. September 2017

Mit dem 50. Jubiläums-Bergrennen Unterfranken schließt sich der Kreis beim GAMSC Würzburg. Seit 1966 hatte der Deutsch-Amerikanische Motorsport Club alljährlich das Bergrennen in Eichenbühl bei Miltenberg veranstaltet. Nur im Jahr 1978 war die Strecke hinauf nach Umpfenbach nach einem Unwetter nicht befahrbar und das Rennen musste abgesagt werden. Fünf Jahre später übernahm Peter Thumbeck als bislang dritter Rennleiter das Regiment. Seit 2008 zusätzlich auch aus GAMSC-Präsident, führte der Nürnberger den Club und das Rennen in seiner konsequenten Art und Weise zu vielen Erfolgen. Jetzt soll also Schluss sein für die GAMSC´ler und mit dem Bergrennen vom vergangenen zweiten September-Wochenende ging eine Ära wie am Schnürchen zu Ende. Das Feuer der Begeisterung wird in den nächsten Wochen und Monaten an den vor gut einem Jahr neu gegründeten MSC Erftal übergeben. Noch gilt es einige letzte Hürden, wie die Übergabe des gesamten Aufbaumaterials aus dem Weg zu räumen, doch ab 2018 soll und wird MSC-Präsiden Steffen Hofer und die schon über 150 Mitglieder des MSC Erftal die Fäden der Organisation vollends in die Hände nehmen. Zahlreiche GAMSC´ler wollen ihren Nachfolgeclub dabei tatkräftig unterstützen und so dafür sorgen, dass ihr „Lebenswerk“ weiter besteht. Bodenständig wurde das 50er Jubiläum gefeiert und Zuschauer wie auch die Aktiven eine nahezu perfekte Rennveranstaltung geboten. Am Samstagabend präsentierten MSC-Pilot Nils Abb zusammen mit der örtlichen Feuerwehr eine stimmungsvolle Foto und  Video-Show aus den letzten Jahrzehnten im randvoll besetzten Festzelt. Die 51. Rennveranstaltung auf der Kreisstraße St 507 wird dann am 08. und 09. September 2018 unter dem neuen Namen „Bergrennen Eichenbühl“ laufen. Der Trainingstag begann ungemütlich bei herbstlich, kühlem Nieselregen. Ab dem Mittag trocknete es jedoch ab und der Renntag am Sonntag verlief sonnig aufgelockert und trocken. Packendem Bergrennsport stand somit nichts im Wege. Die Frage nach dem Gesamtsieger 2017 war wie erwartet schnell zu Gunsten von Uwe Lang geklärt. Der Mann vom MSC Sennfeld fuhr mit seinem Osella BMW vorne weg und siegte klar vor Frank Debruyne im AST-Dallara F303. Rang drei hatte der Vorarlberger Peter Amann in seinem ex-Merli Osella PA 2000 Honda im Visier. Der Kaffee-Importeur rangierte nach Lauf 1 an der Spitze der 2-Liter Klasse und zugleich auf Gesamtrang drei, bevor anschließen 200 Meter vor dem Ziel, wegen einer Kleinigkeit das technische Aus kam. Seine Position übernahm Thomas Conrad, dessen Renault-Motor im CRS-Eigenbau-Sportwagen nach Motorschaden nun wieder lief. Der Schwabe kappelte sich lange mit dem Badener Dino Gebhard (Osella BMW), mit dem besseren Ende […]

Steiner vorzeitig Meister – Berguerand Gurnigel-Tagessieger

11. September 2017

Bei Regen und Kälte liessen sich am Samstag wirklich nur die grössten Rennfans aus der warmen Stube locken. Der Sonntag begann zwar im Schweizer Gantrischgebiet auch noch trüb, aber das Wetter besserte sich zusehends, und schliesslich konnten die rund 230 Konkurrenten auf Autos aller Kategorien sowie die 40 Fahrer historischer Motorräder ihr Können doch noch vor einer stattlichen Zuschauerkulisse zeigen. Im Verlauf des Nachmittags trocknete die Fahrbahn völlig ab, und im zweiten Durchgang lagen die besten Zeiten schliesslich nur noch gut anderthalb Sekunden über dem Streckenrekord. Lokalmatador Marcel Steiner und der amtierende Schweizer Champion Eric Berguerand lieferten sich wie erwartet ein packendes Duell. Der Walliser liess sich durch einen leichten Ausrutscher im letzten Training nicht aus dem Konzept bringen, sondern hatte im ersten Rennlauf auf der noch teilweise feuchten Piste die Nase um 8 Hundertstel vorn. Im letzten Versuch versuchte Steiner auf dem optimierten LobArt-LA01 zwar den Spiess umzudrehen, aber erneut war Berguerand um einen Zehntel schneller. Steiner ärgerte sich zwar über den knapp entgangenen Tagessieg, konnte sich aber mit dem vorzeitigen Gewinn des Meistertitels bei den Rennsportwagen trösten. Auf das letzte Bergrennen vertagt wurde die Entscheidung bei den Tourenwagen: Frédéric Neff (Porsche), der wie sein Verfolger Roger Schnellmann (Mitsubishi) einen weiteren klaren Sieg feierte, rückte dem Titel aber um einen Schritt näher. Wie Steiner hatte auch der Innerschweizer Rolf Reding Grund bereits am Gurnigel zum Feiern, wurde er doch mit einem weiteren Volltreffer klarer Gewinner der neu ins Leben gerufenen Schweizer Junior-Bergmeisterschaft. Fest in Berner Hand war schliesslich der Renault Classic Cup. Philipp Krebs war am Gurnigel der Schnellste, Denis Wolf wurde dank seinem zweiten Rang schon ein Rennen vor Schluss Gesamtsieger. Gesamtklassement nach zwei Rennläufen: Eric Berguerand (CH), Lola FA99-Cosworth, 3:33,13 Marcel Steiner (CH), LobArt LA01-Mugen, 3:33,31 Christoph Lampert (A), Osella PA 2000 Evo, 3:40,74 Die kompletten Resultatlisten gibt es als Download auf www.gurnigelrennen.ch

Defektteufel bringt die EM-Entscheidung

3. September 2017

Über die bislang zehn von zwölf Veranstaltungen in der Europa-Bergmeisterschaft lieferten sich die beiden Italiener Simone Faggioli und Christian Merli ein faszinierendes Duell um den EBM-Titel 2017. Streckenrekorde purzelten und die Gesamtsiege wurden durchweg  im Kampf um Hundertstelsekunden  untereinander ausgemacht. Im elektrisierenden Zweikampf der beiden „Ausnahmefahrer der Berge“ vermochte sich niemand, auch nur ansatzweise einzumischen. Für viele Insider und Fans überraschend, fiel beim vorletzten EM-Lauf am vergangenen Wochenende im slowenischen Ilirska Bistrica die Entscheidung zu Gunsten von Simone Faggioli, der im Zielauslauf vergeblich auf seinen Rivalen wartete. Was war passiert? Als Merli zu seinem zweiten und letzten Rennlauf starten wollte, streikte plötzlich der Fortech-Motor im Heck seines Osella FA 30 und ließ sich nicht wieder starten. Nachdem der Südtiroler am Mont Dore mangels Gegner nur halbe Punkte einfuhr, bedeutete die Nullnummer von Bistrica das Aus im EM-Duell. Ein Geschenk war der vorzeigte Titelgewinn für Faggioli jedoch beileibe nicht. Der Norma-Werksfahrer im Modell M20 FC schraubte erneut an der Rekordmarke für diesen Berg. Seinen nunmehr neunten EM-Titel in der Kategorie II krönte Faggioli mit zwei Laufzeiten unter der bislang unerreichten zwei Minuten-Schallmauer. Dies war sein sechste Gesamtsieg in der Slowenischen Kleinstadt. Auf Gesamtrang zwei landet dennoch ein Osella FA 30, und zwar der mit dem Tschechen Milos Benes hinter dem Steuer, vor dem EM-Urgestein Fausto Bormolini im Reynard Cosworth F3000. In der EM-Wertung der Kategorie I, der Produktionswagen und GT, geht das Rechenspiel weiter. Hier wird die Entscheidung um die Europameisterschaft definitiv erst in zwei Wochen beim Endlauf im kroatischen Buzet fallen. Tabellenführer Tessitore aus Österreich gab sich keine Blöße und siegte mit seinem Audi R8 LMS in der Gruppe GT über seinen Hauptkontrahenten Jan Milon aus der Slowakei im BMW Z4 GT3. Milon ist damit so gut wie aus dem Titelrennen heraus, dafür ist der Tscheche Tomas Vavrinec zum Hauptgegner von Tessitore herangereift. Der EM-Rückkehrer gewann mit seinem Mitsubishi Lancer die Gruppe N und besitzt vor Buzet 156 Punkte, inklusive Streichresultat. Tessitore, alisa Erich Weber, der zu Jahresbeginn die Organisationsleitung beim Rechberg-Rennen übernommen hat, muss aktuell neun Punkte (aus Polen) streichen und kommt so auf 170 Zähler. Gehen wir in zwei Wochen von einem N-Gruppensieg von Vavrinec aus, für den es 25 Punkte gibt, benötigt Tessitore 12 Zähler um als erster Österreicher, nach Johann Ortner den Berg EM-Titel zu holen. Ortner war 1970 und 1971 Titelträger auf einem Fiat Abarth.

Unfallserie am Schweizer Berg reiß nicht ab

28. August 2017

Die Schweizer Bergmeisterschaft steht in diesem Jahr unter keinem guten Stern. Beim Bergrennen Oberhallau, das auch zum deutschen KW Berg-Cup zählt, ereignete sich am Rennsonntag (27.08.) gegen 18 Uhr ein folgenschwerer Unfall. Der Schweizer Pilot Martin Wittwer (Forst bei Längenbühl) ist mit seinem Peugeot 205 während des dritten Wertungslaufs im Streckenbereich Wäldchen, gleich nach der berüchtigten Brotlaube, schwer verunglückt. Der Fahrer aus dem Kanton Bern schleuderte mit seinem Tourenwagen über die Leitplanken und traf einen Baum. Die umgehend durch Streckenposten, Rettungssanitäter und Ambulanz eingeleiteten Rettungsmaßnahmen konnten nicht verhindern, dass der verunglückte Pilot auf dem Weg mit dem Rettungshelikopter ins Krankenhaus verstarb. Tragischer Weise stand im Moment des Unfalls Martin Wittwers jüngerer Bruder Daniel Wittwer mit seinem VW Golf an der Startlinie und wartet auf seine Startfreigabe. Die fünfte Veranstaltung zur Schweizer Automobil Berg Meisterschaft wurde umgehend abgebrochen und aus Respekt vor dem Verunglückten keine Siegerehrung und Preisverteilung abgehalten.  Bedauerlicherweise ist die Tragödie um den dreiunddreißigjährigen Martin Wittwer der folgenschwerste von bislang drei gravierenden Unfällen in der aktuellen Saison. Beim Hembergrennen Mitte Juni hatte bereits der schwere Unfall von Top-Gear Schauspieler Richard Hammond bei Showfahrten für großes Aufsehen gesorgt. Hier sind mittlerweile von der FiA und Autosport Schweiz empfindliche Strafen an die Rennleitung und den Veranstalterverein ausgesprochen worden. Zwei Wochen später beim Bergrennen Reitnau, musste die Veranstaltung nach einem Crash von Chris Steiner (Porsche) abgebrochen werden, der mit komplizierten Beinverletzungen per Helikopter abtransportiert wurde. Für die Meisterschaften wurde das Resultat aus Oberhallau nach dem zweiten Durchgang als Wertungsgrundlage herangezogen. Über einen Erfolg freute sich unter diesen Umständen niemand, auch Marcel Steiner nicht, der bis zum Abbruch die Nase seines LobArt Mugen V8 hauchdünne 25/100 Sekunden von derer von Eric Berguerands Lola Cosworth in der Tageswertung hatte. Das Podium komplettierte der Vorarlberger Christoph Lampert im Osella PA 2000 Honda. Für Reto Meisel ging die Saison bereits am Trainingstag vorzeitig zu Ende. Der Mercedes SLK 340 V8 fing im letzten Probelauf im Heckbereich Feuer und bekam einiges ab. Eine schnelle Reparatur ist ausgeschlossen. Den Tourenwagensieg trug Roger Schnellmann im rund 700 PS starken Mitsubishi  Evo VIII davon. Bergrennen in Deutschland entbietet der Familie den Verwandten und Freunden von Martin Wittwer ihr tiefes Beileid und ist in Gedanken bei den Bergrennsportfreunden in der Schweiz. Foto: Teambeyou

Domenico Scola gewinnt Trofeo Luigi Fagioli 2017

23. August 2017

Zu den wichtigsten und interessantesten Automobilveranstaltungen in Italien, in Bezug auf Bergrennen, zählt das italienische Rennen Luigi Fagioli bei Gubbio, das nach einem der größten Fahrer des letzten Jahrhunderts genannt wurde. Die Veranstaltung wird jährlich von dem Eugubino Corse Automobilistiche Committee von Gubbio organisiert und findet in den steilen Bergstraßen unweit von Perugia, in der italienischen Region Umbrien, statt. Mit seinen 4.150 Metern Streckenlänge ist es eines der interessantesten und mit größter Spannung erwarteten Rennen des „Campionato Italiano Velocità Montagna“, also der Italienischen Bergmeisterschaft. Die Trofeo Luigi Fagioli findet zwischen den Orten Gubbio und Madonna della Cima statt, unterquert die Autobahn vor Ort und ist, wie schon erwähnt, 4.150 Meter lang mit einem Höhenunterschied von 270 Metern und einer Durchschnittssteigung von 6,5%. Das Rennen hat dieses Jahr die 52. Edition erreicht und ist eine wahre Tradition im italienischen Bergrennen Milieu geworden, so sehr, dass in den letzten Jahren dank dieses Rennens einige der besten Fahrer weltweit hervorgebracht wurden. Ein Beispiel davon ist Simone Faggioli, Jahrgang ’78, neunmaliger Europameister des Bergrennens zwischen 2005 und 2016 und elfmalige Gewinner von Luigi Fagioli zwischen 2001 und 2015. Die 52. Edition der Trofeo Luigi Fagioli wurde dieses Jahr, eigentlich nicht allzu überraschend, erneut von Domenico Scola gewonnen: der 26-jährige Pilot wurde in Cosenza, in Kalabrien, geboren und triumphierte in Gubbio an Bord seines Osella FA 30 Zytek. Mit diesem Triumph hat er zwei Siege erreicht; auch letztes Jahr gewann der kalabrischer Rennerfahrer die Luigi Fagioli Trophäe und brach somit die Hegemonie von Simone Faggioli, die seit acht aufeinander folgende Jahren gedauert hatte. Domenico Scola erweist sich so als einer der Favoriten des Campionato Italiano Velocità Montagna 2017, mit den wichtigsten italienischen Bergrennen. Die Liebe für diesen Sport liegt wahrscheinlich in der DNA, da auch der Großvater von Scola, der auch Domenico heißt, ein unvergesslicher Champion dieser Disziplin ist. Mit 88 Siegen im Campionato Italiano Velocità Montagna und zwei Luigi Fagioli Titeln (in den Jahren 1971 und 1973) ist der im Februar 2016 verstorbene Scola Senior einer der Symbole des italienischen Bergrennens. Nach einem spektakulären Sprint, gelangte Domenico Scola auf die oberste Stelle des Podiums, in dem er Domenico Cubeda aus Catania, ebenfalls an Bord eines Osella FA 30 und Omar Magliona, aus Sassari in Sardinien, in seinem ex-Faggioli Norma M20 FC Zytek, überflügelte. Wenn Sie auch Fan dieser Sportart sind, aber nicht die Möglichkeit haben diese auszuüben, können Sie einen Blick auf Royal Vegas […]

Dicke Luft am Mont Dore – Eine Momentaufnahme der Berg EM

15. August 2017

Die Berg-Europameisterschaft entwickelt sich derzeit mehr und mehr zur Farce. Der sportliche Wert des einst so glorreichen Championats leidet. Dies wurde am vergangenen Wochenende beim neunten von zwölf Veranstaltungen am Mont Dore im französischen Zentralmassiv deutlich. Ein Grund dafür ist das Wirrwarr der nationalen Klassen und Gruppen, die nicht immer mit den FiA-Gruppen der EBM konform gehen. Dazu sinkt die Anzahl der Fahrer die permanent in der Berg-Europameisterschaft aktiv sind. Mit gutem Willen kann man aktuell 22 Aktive benennen die an der EM teilnehmen. Acht bei den Produktionswagen und GT sowie 14 bei den Renn- und Silhouettenfahrzeugen. Die einst vollbesetzten Produktionswagengruppen N und A, wo sich die Mitsubishis und Subarus tummelten sind verweist. Die Homologationen dieser Fahrzeuge laufen oder liefen aus und diejenigen die begonnen hatten, brechen nach und nach die Saison ab. Kurios ging es in diesen Gruppen am Mont Dore zu. Die beiden Tschechen Lukas Vojacek (Subaru Gruppe A) und Tomas Vavrinec (Mitsubishi Gruppe N) waren allein auf weiter Flur und kassierten als Gruppensieger halbe EM-Punkte. Vavrinec  landete mit seinem Lancer Evo 9 im zweiten Lauf in der Botanik und schleppte sich nach einer Notreperatur im letzten Lauf in über vier Minuten, fast eineinhalb Minuten länger als im ersten Durchgang  den Berg hoch, um wenigstens noch seine halben EM-Zähler zu retten. Vojacek „überführte“ drei Mal seinen Impreza STI WRX sichtlich unmotiviert ins Ziel – wen wundert´s. Ärger und Diskussionen gab es in der Gruppe der GT Fahrzeuge, die zusammen mit den Gruppen N und A einen eigenen Europameister der Kategorie 1 ausfahren. Die Ginetta G55 GT3 des Spaniers Sanchez wurde vorab noch wegen einer fehlenden GT3-Homologation noch in die Gruppe E2-SH umgestuft, in der danach Vladimir Vitver im Audi TT-R DTM nicht mehr als „Alleinunterhalter“ unterwegs war. EM-Leader „Tessitore“, der seit dem EM-Lauf in Polen seinen Porsche gegen einen Audi R8 LMS GT3 eingetauscht hat,  monierte jedoch zwei weitere GT-Renner als nicht dem GT3-Reglement entsprechend. „Die Brüder Philippe und Christian Schmitter aus Frankreich, fahren in ihren Lamborghini und Porsche kurze Getriebeeinheiten die nicht für die Berg EM homologiert sind und das ist allgemein bekannt. So wurden uns EM-Fahrern Punkte weggenommen“. Überhaupt finden sich nach dem sehr späten Rennende am Mont Dore, allein der erste Lauf hatte fünf Stunden gedauert, mindesten fünf Fahrer in der Resultatsliste der EBM, die zugleich in der separaten Ergebnisliste der französischen Meisterschaft auftauchen, jedoch mit abweichenden Gruppenbezeichnungen. Einmal in der EM geführt in der […]

1 8 9 10 11 12