EM-Auftakt nach Maß am Rechberg – Schreckmoment für Waldy

23. April 2017

Der Auftakt zur diesjährigen Berg-Europameisterschaft in Österreich hielt alles, was sich die Kenner der Szene erhofft hatten. Das Almenland in der Gegend um Fladnitz in der Steiermark präsentierte sich gottlob schneefrei und vor allem trocken. Dennoch war es genauso stürmisch und „saukalt“ wie in 2016. Die rund 200 Teilnehmer aus neun europäischen Nationen mussten teilweise eine Anreise durch tief verschneite Regionen in Kauf nehmen. Die neue Organisation um Erich Weber funktionierte sehr gut, vor allem das neue Konzept im Training das vorsieht mit rot aufgehaltene Fahrer nicht mehr zurückzuholen und neu starten zu lassen, sondern nach italienischem Vorbild nach Beseitigung der Blockade einfach weiter Richtung Ziel zu schicken, brachte Vorteile. Lediglich eine um fast eineinhalb Stunden verzögerte Siegerehrung hätte man bemängeln können. Doch es bleibt festzuhalten, das neue Orgateam hat sich bewährt. Was vor Wochen noch als „ein Ding der Unmöglichkeit“ angesehen wurde, entpuppte sich am Rennwochenende wider erwarten zur Realität. Österreichs Berg-Legende Herrmann Waldy, der sich über Monate mit Hilfe von Ärzten und Rehateams schindete, um seine inkomplette Querschnittslähmung zu überwinden, hatte es tatsächlich geschafft und steuerte am Trainingstag seinen Tatuus-Formula Master mit 2-Liter Honda-Motor die Rechberg-Bundesstraße hinauf. Der 69-Jährige hatte sein Ziel wieder in seinen Rennwagen zurückzukehren, mit unbändigem Willen erreicht. Doch am Renntag musste Waldy Senior einen erneuten Rückschlag hinnehmen. Im Streckenabschnitt Harrer-Höhe überschlug sich Waldy mit seinem Auto mehrfach, der Bolide blieb auf dem Rücken liegen. Der Kärntner war sofort ansprechbar, wurde von Streckenposten aus dem Auto geholt und konnte gestützt selbstständig gehen. Waldy wurde mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht. Eine Computer Tomographie zeigte aber keinerlei Verletzungen. Auch der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung bestätigte sich nicht. Gesellschaft bei der Untersuchung im Spital hatte Waldy leider auch vom Deutschen Sportwagen-Senior Erich Öppinger, der sich mit seinem Osella PA16 BMW ebenfalls überschlug. In beiden Fällen gab es aber später Entwarnung von der Rennleitung. Rein sportlich gesehen stand das Duell der beiden italienischen Elitefahrer Simone Faggioli und Christian Merli einmal mehr im Brennpunkt des Interesses. Vor allem wie der neue Fortech-V8-Motor in Merlis Osella FA30 einschlagen würde, war die große Frage. Und er schlug ein! Doch zuerst donnerte Serieneuropameister Simone Faggioli in 1:53,783 von Tulwitz nach Rechberg. Der Norma-Pilot verbesserte damit seinen eigenen Streckenrekord aus dem Vorjahr. Aber Vorjahressieger Christian Merli war noch schneller. In 1:52,916 war Merli zwei Sekunden schneller als Faggioli im Vorjahr und der erste Mensch der mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 160 km/h den Rechberg bezwang, was die Sicherheitsexperten der […]

Fabian Kreim ist Deutscher Rallye-Meister 2016

23. Oktober 2016

Großer Jubel bei Skoda Auto Deutschland im Ziel der ADAC 3-Städte-Rallye (21. – 22. Oktober 2016). Mit dem Sieg beim letzten der neun Saisonläufe sicherten sich Fabian Kreim (Fränkisch-Crumbach) und Co-Pilot Frank Christian (Oberhausen) im Fabia R5 den Titel in der DRM (Deutschen Rallye-Meisterschaft) 2016. Die elf Wertungsprüfungen (WP) über 120,6 km im ostbayerischen Bäderdreieck rund um den Servicepark in Karpfham absolvierten sie in 1:07:40,3 Stunden. Fabian Kreim ist der Sohn des Vize-Bergeuropameisters Achim Kreim. Platz zwei belegten Dominik Dinkel mit Co-Pilotin Christina Kohl (Tochter von Berg-Cup Streckensprecher Uli Kohl) bei ihrer Premiere im Skoda Fabia R5 mit einem Rückstand von 52,5 Sekunden. Auf den dritten Platz der DRM-Wertung fuhren Maximilian Koch / Lisa Brunthaler (Regensburg) in ihrem Skoda Fabia S2000. Nachdem sie auf der Freitagsetappe noch mit Kreim um die Bestzeiten kämpften, kam schon in der ersten Samstags-WP das Aus durch einen Getriebeschaden für Christian Riedemann (Sulingen) und seine belgische Co-Pilotin Lara Vanneste im Peugeot 208 T16 R5. Dennoch sicherten sie sich die Vize-Meisterschaft. „Damit wurde definitiv ein Traum war“ strahlte der frischgebackene Meister Fabian Kreim im Ziel. Der Förderpilot der ADAC Stiftung Sport ergänzte schmunzelnd, „jetzt stehen mein Co Frank Christian und ich in den Büchern der deutschen Rallye-Geschichte, ein tolles Gefühl.“ Mit dem Sieg beim Finallauf krönten sie eine überzeugende Saison. „Ein riesiger Dank an das gesamte Team. Wir hatten nur beim Lauf im Vogelsberg ein Problem, aber daran war ich selbst schuld,“ sagte der Youngster. Gemischte Gefühle gab es im Team von Peugeot Deutschland / ROMO. Bis zum Finale hatte Christian Riedemann im 208 T16 R5 noch die – wenn auch kleine – Chance, Kreim den Titel zu entreißen. Ein Getriebedefekt am frühen Samstag machte auch diese zunichte. „Dennoch, mit dem neu formierten Team auf Anhieb Vize-Meister zu werden ist ein toller Erfolg“, zog Riedemann ein positives Fazit der Saison. Strahlende Gesichter gab es im Team von Dominik Dinkel, der sich im Skoda Fabia S2000 die Grundlagen für den dritten DRM-Platz sicherte. Beim Finale saß er, mit Christina Kohl, erstmals in der leistungsstärkeren R5-Variante des Fabia und war begeistert, „wenn mir vor der Saison jemand gesagt hätte, dass ich in dem starken Feld auf den dritten Platz fahre, hätte ich das nicht geglaubt. Jetzt durfte ich sogar noch dieses Auto fahren.“ Auch der DRM-Vierte Peter Corazza (Oelsnitz) strahlte, hatte er sich den Platz doch in der technisch unterlegenen R4-Version des Mitsubishi Lancer eingefahren. „Das ist bei diesem starken DRM-Feld […]

Pedavena: Magliona gewinnt Finale der Bergmeisterschaft Italiens

21. Oktober 2016

Omar Magliona im ex-Faggioli Norma M20 FC Zytek dominierte die 34. Auflage des Bergrennens „Pedavena – Croce D’Aune“, das zeitgleich mit dem FiA Hillclimb Masters das große Potential an Top-Fahrern in Italien vor Augen führte. Das Rennen am südlichen Rand der Dolomiten war zwölfter und letzter Lauf der italienischen Bergmeisterschaft 2016, organisiert von den „Freunden von Pedavena“, die die letzten Titel der Saison zugeordneten. Der sardische Pilot von der Scuderia CST dominierte beide Durchgänge auf sehr rutschigem Geläuf, nachdem in der Nacht Regen gefallen war und die Piste sehr zögerlich abtrocknete. Das Podium erklimmen durfte weiter der Sizilianer Vincenzo Conticelli, der es mit wenig Streckenkenntnis bei diesen schwierigen Bedingungen in seinem Osella PA 30 Zytek doppelt schwer hatte. Der dritte Platz gelang dem Trentiner Adolfo Bottura, die übermäßige Risiken am Steuer des mächtigen Osella FA 30 Zytek scheute. Mitfavorit Dany Zardo stoppten  technische Probleme am Lola Zytek auf den ersten Kilometern des zweiten Laufs. Luca Ligato ist italienischer CN-Gruppen-Meister. Der 23-jährige Inhaber von Reggio Calabria Jonia Corse gewann die Herausforderung des letzten Rennens mit seinem dem Osella PA 21 EVO Honda, trotz einigen Nervenkitzels vor dem Rennstart, sprang für den Mann aus Kalabrien am Ende der 4. Platz im General von Pedavena heraus.

Masters: Goldmedaillen gehen an Faggioli, Moran und Peruggini

10. Oktober 2016

Nachdem sie bereits im Training die besten Zeiten erreicht hatten, bestätigten der Italiener Simone Faggioli (Norma M20 FC Zytek V8, Kategorie 2), der Brite Scott Moran (Gould GR61X, Kategorie 3) und der Italiener Lucio Peruggini (Ferrari 458 Italia GT3, Kategorie 1) auch im sonntäglichen Rennen ihre Überlegenheit. Sie holten damit die drei beim Hillclimb Masters vorgesehenen Goldmedaillen. Bei der sehr gelungenen zweiten Auflage im tschechischen Šternberk ging die Slowakei als Gewinner des Nationencups hervor, überdies siegte der Italiener Andrea Bormolini (Osella) bei den Junioren (U25), und die Französin Martine Hubert (Norma M20 BMW 3.0) schwang in der Damenwertung obenaus. Am Ende der zweiten Auflage des FIA Hillclimb Masters ist Simone Faggioli überglücklich: «Diesen Sieg wollte ich mir nicht entgehen lassen!». Obwohl neunfacher Europameister und eine lebende Legende im Bergrennsport, ist es ihm erst jetzt gelungen, seine erste Goldmedaille in diesem Wettbewerb zu erobern. «Vor zwei Jahren in Eschdorf musste ich mich mit Silber begnügen. Für diese Niederlage wollte ich mich unbedingt revanchieren, und dieser Sieg war mein erklärtes Ziel. Der Kampf gegen Christian Merli war toll, musste ich doch meine letzten Reserven mobilisieren. Dieses Rennen ist einzigartig, sowohl durch seinen Status als auch durch seine Aura. Alles entscheidet sich an einem einzigen Tag und auf einem relativ kurzen Parcours, wo man jeden Fehler auf der Uhr teuer bezahlt. Der Druck war also groß, aber alles hat bestens geklappt, und ich bin überglücklich, dass ich die Tagesbestzeit aller Kategorien erzielen konnte. Europameister, italienischer Meister und nun noch die Goldmedaille beim Masters, besser hätte meine Saison 2016 nicht verlaufen können!» Einmal mehr musste sich Christian Merli mit dem zweiten Platz begnügen. Dabei hatte er sich mit seinem Osella FA30 Evo-Fortech bis zuletzt nach Kräften gewehrt. Nach dem zweiten Lauf nur knapp eine halbe Sekunde hinter seinem ewigen Rivalen, wollte er im dritten Versuch nochmals alles auf eine Karte setzen, doch kurz vor dem letzten Lauf begann es leicht zu regnen, sodass die letzten Kurven vor dem Ziel feucht waren. So fuhr Merli absichtlich langsam die Strecke hoch, um auf Faggioli zu warten, und die beiden überquerten nebeneinander das Ziel. Ein sympathisches Bild und Ausdruck der kollegialen Atmosphäre, die beim Masters 2016 geherrscht hat. Diese wenigen Regentropfen verhinderten aber eine Top-Platzierung der Italiener im Nationen Cup. Hinter den beiden Aushängeschildern der Europameisterschaft holte schließlich Sébastien Petit (Norma M20FC-Mugen V8) die Bronzemedaille, was den Franzosen umso mehr freute, weil er am Samstag nach technischen Problemen (Ölpumpe) am […]

Mickhausen: Forderndes KW Berg-Cup Finale in den Stauden

6. Oktober 2016

Mickhausen ist zurück. 24 lange Monate hatten wir gebangt und gehofft, nun ist es Gewissheit, das „Int. 36. ADAC Bergrennen Mickhausen“ ist gelaufen. Dabei zeigte das Finale vieler Prädikate zwei Gesichter. Am Samstag freundlich und warm, mit zu jeder Zeit vollständig trockener 2,2-Kilometer-Sprintstrecke, auf der die drei anberaumten Übungsauffahrten problemlos durchgeführt werden konnten. Aber über Nacht wandelte sich das Bild. Regen fiel, die Temperaturen gingen leicht nach unten. Zum Rennbeginn um 08:30 Uhr hatten die Niederschläge zwar schon längst wieder aufgehört, aber in den Waldpassagen blieb die Fahrbahn feucht und tückisch. Damit waren die Trainingszeiten Makulatur. Das 160 Fahrzeuge umfassende Feld setzte zu Beginn ausnahmslos auf Regenreifen, erst spät wagten vereinzelte Mutige den Einsatz von Slicks. An den erzielten Zeiten änderte dies nicht wirklich viel, denn so oder so war man irgendwo im Vorteil und auf den anderen Abschnitten dafür etwas eingebremst. Noch während des ersten Race-Heats – etwa nach dem ersten Drittel der verbesserten 2-Liter Tourenwagenklasse, fielen wieder Tropfen. Der Rest des Tages unterlag von da an einem Wechselspiel von Bedingungen, war zum Teil von oben trocken, bot aber ansonsten alles von Nieselregen bis zu heftigen Schauern und Güssen. Lief der Übungssamstag echt entspannt und mit toller Atmosphäre – woran sicher das nicht übergroße Fahrerfeld seinen Anteil hatte – so änderte sich dies am Rennsonntag komplett. Eine ganze Reihe von technischen Defekten und Unfällen, die zum Glück allesamt ohne Personenschaden ausgingen, belasteten den Zeitplan schwer, forderten von allen Beteiligten vollen Einsatz. Aber trotz der widrigen Umstände konnten alle drei ausgeschriebenen Rennläufe durchgezogen werden. Dafür gebührt der Truppe des veranstaltenden ASC Bobingen und deren Helfern ein Riesenkompliment und ein ganz dickes Dankeschön. Das wechselnde Wetter würfelte das Klassement durcheinander, bremste vermeintliche Favoriten aus, gebar aber dafür auch neue Helden. Was der Spannung keinen Abbruch tat – ganz im Gegenteil. Das wollen wir uns nun gemeinsam anschauen, beginnend mit dem NSU-Bergpokal, der beim Finale in Mickhausen seinen zehnten Saisonlauf absolvierte. Zwar standen mit Jörg Davidovic und Steffen Hofmann die Jahresgewinner schon frühzeitig fest, aber um die noch verbleibenden Podestplätze wurde in den Stauden hart gefightet. Im Training beharken sich Jörg Davidovic und Jörg Höber auf Augenhöhe, aber schlussendlich setzt Jörg Davidovic die schnellste Zeit, 0,479 Sekunden vor Jörg Höber (TP2). Auf der Drei folgt Thomas Krystofiak, Vierter ist Uwe Schindler, Übungsrang fünf holt sich Alexander Follmann. Zum Rennstart zeigt sich Jörg Davidovic bestens motiviert, stürmt zur Bestzeit. Bei Jörg Höber spielt […]

Mickhausen: Der Veteran meldet sich zurück

3. Oktober 2016

Schweizer Doppelsieg beim Berg DM-Finale von Mickhausen – so wird wohl am Dienstag, die in den vergangenen Jahren bereits mehrfach bemühte Schlagzeile in der Staden-Lokalpresse lauten – aber diesmal anders als gedacht. Regenschauer und Ausrutscher waren am Rennsonntag die Spielverderber. Der, dem zu Folge wenige Gripp zeigte auch den Top-Fahrern ihre Grenzen auf, was aber auch nicht wirklich eine Neuigkeit war. Auf das FiA Masters nächstes Wochenende müssen nach diversen Unfällen so Holger Hovemann und Marcel Steiner, der nach dem zweiten Lauf noch in der Gesamtwertung geführt hatte, genauso verzichten wie sein Schweizer Landsmann Reto Meisel, mit Getriebeschaden am populären Mercedes-Boliden. Ein schwerer Schlag für die Masters-Nationalteams von Deutschland und der Schweiz. Der glückliche Gesamtsieger hieß nach überstandenen Regenphasen Romeo Nüssli im schneeweißen ex-Andreas Gabat Ford Escort Cosworth, und dass nach einer Rennpause von 21 Jahren. Der Schweizer dürfte den älteren Motorsportfreunden unter uns, sicherlich noch aus den mittigen 1980er bis 90er Jahren bekannt sein, als der Garagist noch mit Formel Super V und Formel 3-Rennwagen in der Schweizer Meisterschaft, sowohl auf der Rundstrecke und auch am Berg erfolgreich unterwegs war. Neben dem nötigen Quäntchen Glück stellte Nüssli auch sein Können unter Beweis, denn nach dem ersten Durchgang, der wie der gesamte Sonntag von lästigen Unterbrechungen durchzogen war, rangierte er auf Gesamtrang drei, hinter Top-Favorit Eric Berguerand im futuristischen Lola-Cosworth-Eigenumbau und dem dritten Schweizer im Bunde, Marcel Steiner. Derweil ein weiterer Eidgenosse mit Reto Meisel, die Gruppe E2-SH anführte. Holger Hovemann büßte auf Meisel nur eine runde Sekunde ein und legte dann im zweiten Durchgang, bei besseren Streckenverhältnissen noch einen Zahn zu, um nach Meisels ausrollen an der Antoniusbuche, die Führung bei den „Berg-Monstern“ zu übernehmen. Schon zu fortgeschrittener Stunde, nahm das Unheil mit dem kräftigen Ausrutscher Hovemanns seinen Lauf. Der Odenwälder verlor vor der Waldeinfahrt die Kontrolle über seinen Opel Kadett GT-R V8 und landete samt Reifenkette im Waldrand. „Ich war nur noch Passagier“, mailte Hovemann aus dem Augsburger Klinikum, in dem er die Nacht verbringen musste. „Ich hatte beim Einschlag bestimmt noch 160-170 Sachen drauf. Am Montagmorgen durfte ich dann die Klinik verlassen, aber mit tut halt alles weh und ich hoffe wir können den „Dicken“ wieder reparieren“. Im Verlauf der Bergungsarbeiten kam erneut der Regen zurück und die Formel- und Sportwagen-Teams zogen auf den letzten Drücker des Renntags noch den Kürzeren. Seine Hoffnungen auf eine erneute Top-Platzierung verlor danach, an gleicher Stelle wie Hovemann, Marcel Steiner im […]

Cividale: Stollnberger nun doch Ö-Meister der Rennwagen

3. Oktober 2016

Der Termin des Finales der Österreichischen Berg-Staatsmeisterschaft 2016, dem italienischen „2. Liga-Bergrennen“ von Cividale-Castelmonte, stand lange Zeit nicht genau fest. Die Scuderia Red-Withe plante zuerst für das kommende zweite Oktoberwochenende, bis man bemerkte dadurch mit dem FiA Hill Climb Masters in Tschechien zu kollidieren. Spät entschloss man sich eine Woche eher zu fahren, was den ein oder anderen Piloten zwang, die Reise ins Friaul einer Reise nach Mickhausen vorzuziehen, um noch die letzten ÖM-Zähler der Saison einzustreichen. Für schwierige Bedingungen am Renntag sorgte das Wetter auch an der italienisch-slowenischen Grenze vor allem am Renntag – also nicht nur beim deutschen Bergfinale in Mickhausen. Die Verhältnisse auf der eher rallyeartigen Piste waren nicht gerade einladend. Nachdem der Trainingstag noch trocken und bei Sonnenschein über die Bühne ging kam die vom Wetterdienst vorhergesagte Kaltfront mit Regen, welcher den 1. Rennlauf für alle Teilnehmer zu einer äußerst schwierigen Angelegenheit machte. Dieser endete dann frühzeitig. Den Beginn des  zweiten und letzten Durchgangs zögerten die „Rot-Weißen“ etwas hinaus um der Strecke mehr Zeit zum abtrocknen zu geben. Dies gelang aber nur teilweise, denn die vielen Waldpassagen blieben feucht. Im Kampf um den Gesamtsieg kam es zu einem äußerst spannenden Duell, in dem sich am Ende hauchdünn der Italiener Christian Merli durchsetzen konnte. Dieser pilotierte nicht seinen gewohnten Osella FA 30, sondern erstmals einen Osella PA 21 JRB mit einem 1000ccm BMW Motorradmotor, der wohl vom Osella-Werk als Testauto geliefert wurde. Auch mit diesem kleinen und handlichen Sportwagen lieferte der neue Vize-Europameister ein großartiges Rennen ab. Mit einer beeindruckenden Performance vor allem im zweiten Rennlauf, konnte er einen Rückstand von fast vier Sekunden aus Lauf 1, noch in einen minimalen Vorsprung verwandeln. Am Ende konnte sich Merli um 0,26 Sekunden gegen seinen italienischen Landsmann Federico Liber durchsetzen, dessen Leistung am Renntag mit dem bekannten Gloria C8P-Evo jedoch sowieso nach einem eigenen Kapitel verlangt. Denn im Mittelteil des 1. Trainingslauf hatte er einen leichten Ausritt gegen die Böschung zu verzeichnen, wobei die Front seines Boliden doch erheblich beschädigt wurde. Über Nacht konnte das Team vom Gardasee den Schaden reparieren und der „Jung-Vater“ konnte am Rennen wieder starten, wo er mit einer gigantischen Vorstellung sich nur knapp dem Sieger geschlagen geben musste, aber mit Platz zwei unter diesen Umständen ein gigantisches Ergebnis herausholte. Das Podium komplettierte, völlig überraschend, bereits der genauso überraschende Tourenwagengesamtsieger, und der kam diesmal nicht aus den E1 Klassen sondern aus der Gruppe A! Der […]

Neuer Besucherrekord beim Edelweiß Bergpreis am Roßfeld

2. Oktober 2016

Traumwetter, Volksfeststimmung am Berg, ein neuer Besucherrekord und positives Feedback sämtlicher Teilnehmer – die diesjährige Auflage des Edelweiß-Bergpreises am Roßfeld war ein voller Erfolg! Nicht weniger als 10.000 Zuschauer waren am vergangenen letzten September-Wochenende mit dabei, als Walter Röhrl, Hans Joachim Stuck, Eberhard Mahle & Co. in den Berchtesgadener Bergen das Revival der legendären Berg-Europameisterschaftsläufe der 1960er- und 1970er-Jahre zelebrierten. Die wahren Stars waren jedoch wieder einmal die Autos: Der Themenschwerpunkt „Die Autos des Walter Röhrl“ wurde zum erhofften Publikumsmagneten, und auch der Rest des insgesamt 147 Boliden umfassenden Starterfeldes sorgte immer wieder für spontanen Szeneapplaus. Für große Sympathie sorgten abermals die über 20 historischen Busse, mit denen sich Jung und Alt aufs Roßfeld chauffieren ließen. Der eigentliche Gewinner dieses unvergesslichen Wochenendes steht mit der Lebenshilfe Berchtesgadener Land ebenfalls bereits fest. Wer am vergangenen Wochenende beim Edelweiß-Bergpreis am Roßfeld durch das historische Fahrerlager schritt, sah nur lachende Gesichter. Kein Wunder: Die Sonne strahlte vom wolkenlosen Himmel und die zahlreichen Zuschauer genossen die unbeschwerte Stimmung einer Zeitreise in die 1960er Jahre. Erwachsene trafen der Helden ihrer Kindheit und gingen auf Autogrammjagd, und frühere Idole wie Hans Joachim Stuck, Rudi Lins, Eberhard Mahle, Herbert Linge, Harald Demuth und natürlich Walter Röhrl nahmen sich gerne Zeit dafür. Und dann waren da natürlich noch die Autos: 147 Fahrzeuge, darunter viele schier unbezahlbare Originale aus der Motorsport-Historie, sorgten für eine regelrechte Volksfeststimmung. Während mit Volkswagen, Porsche, Audi und Opel gleich vier große Werke ihre Schätze nach Berchtesgaden gebracht hatten, waren es vor allem die vielen, oftmals exotischen Privatfahrzeuge, die das Salz in der Suppe ausmachten. Dementsprechend positiv fällt auch das Fazit von Initiator Joachim Althammer aus. Der Erfinder des „Edelweiß-Bergpreises am Roßfeld“ freute sich vor allem über die große Publikumsresonanz, welche die geplante Wiederauflage der Veranstaltung Ende September 2018 absichert. „Meine persönliche Bilanz ist ausschließlich positiv. Ein neuer Besucherrekord, die begeisterten Besucher aus aller Welt und vor allem die vielen Familien und jungen Besucher aus der Region beweisen, dass unser Konzept der Zeitreise in die große Vergangenheit des Roßfeldrennens voll angenommen wird“, so Althammer, der das Lob umgehend an sein Team weitergibt: „Ohne den unermüdlichen Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helfer und Mitarbeiter wäre so eine Veranstaltung nicht möglich gewesen. Ein herzliches Dankeschön an alle!“ Auch die prominenten Gäste waren vom diesjährigen Edelweiß-Bergpreis begeistert. Allen voran der Botschafter der Veranstaltung, Doppel-Rallye-Weltmeister Walter Röhrl, sprach von einem weltweit einzigartigen Event. Auch der Präsident des Deutschen Motor Sport Bundes (DMSB), Hans […]

St. Agatha: Merli überragend – Hin verpasst knapp den Podiumsrang

28. September 2016

Der Italiener Christian Merli mit seinem Osella FA30 Evo RPE sorgen im oberösterreichischen St. Agatha für Furore und konnte mit einer herausragenden Leistung alles überstrahlen. Mit gigantischen Zeiten konnte er bereits im 1. Rennlauf den Streckenrekord aus dem Vorjahr (Sebastian Petit / Norma BMW V8 4l) deklassieren und den Grundstein für den Gesamtsieg bei seinem ersten Start in St. Agatha legen. Im 2. Lauf konnte er sich nochmals um 0,14sec. steigern und sich zum großen Sieger bei diesem Rennen küren. Dabei konnte er die Zuschauer erneut mit seinem bekannt spektakulären Fahrstil begeistern und für eine Show der Extraklasse sorgen. Platz zwei Gesamt ging an den Deutsch-Slowenen Patrik Zajelsnik im Norma M20F V8 Mugen, der sich mit einer grandiosen Performance ebenfalls hervorragend in Szene setzen konnte und ebenfalls mit gigantischen Zeiten für Furore sorgen konnte. Dabei sorgte vor allem der Sound seines Boliden für Gänsehautfeeling pur entlang der Rennstrecke. Das Podium beim Bergrennen St. Agatha in Oberösterreich komplettierte der Tscheche Dusan Neveril mit seinem ebenfalls brachial klingenden Norma M20FC Judd, der eine großartige Leistung bei diesem Rennen ablieferte und ebenfalls mit exzellenten Zeiten für eine Show der Extraklasse sorgen konnte. Dabei konnte er sich in einem äußerst spannenden Duell gerade einmal um 0,7sec. gegen den Deutschen Alexander Hin durchsetzen, der nach dem ersten Rennlauf noch auf dem letzten Podiumsrang rangierte. Der Schwarzwälder lieferte mit seinem mächtigen und wunderschönen Reynard Judd F3000 (ex-Waldy) eine herausragende Leistung bei seinem ersten wirklichen Renneinsatz mit diesem Boliden ab und konnte dabei gleich mit seinem beherzten Fahrstil für Furore sorgen. Das wurde schlussendlich mit dem exzellenten zweiten Platz in der Gruppe D, E2-SS hinter dem Gesamtsieger aus Italien belohnt. Die Top5 komplettierte der schnellste Österreicher an diesem Wochenende mit dem Kärntner Hermann Waldy sen., der mit seinem kreischenden Lola B06/51 F3000 sich ebenfalls exzellent und vor allem für sein Alter, in Szene setzen konnte und dabei mit starken Zeiten aufhorchen ließ. Platz Sechs ging an den in Kroatien lizensierten Ungarn Laszlo Szasz im weißen Reynard Zytek F3000 mit einer Sekunde Rückstand auf den Kärntner. Wobei wohl ein Problem in der Elektronik eine bessere Platzierung kostete und für eine schlechtere Zeit im 1. Rennlauf sorgte. Die Top 8 komplettierten Milos Asanovic aus Montenegro in einem wunderschönen Radical SR8 LM, der bereits im Vorjahr mit einer exzellenten Leistung überzeugen konnte und diese in diesem Jahr nochmals unterstrich und der Deutsche Peter Behnke mit seinem 2l Tatuus Formel Master S2000, der […]

St. Agatha: Top-Bergrennsport wie immer bei Traumwetter

28. September 2016

Bessere äußere Bedingungen hätte sich der veranstaltende MSC Rottenegg für sein „EXCAPE Automobil Bergrennen Esthofen-St. Agatha“ kaum wünschen können. An beiden Tagen Sonne pur, die in der Früh die Nachtkühle schnell verdrängt. Und auch auf dem flüssig-schnellen 3,2-Kilometer-Asphaltband in Oberösterreich alsbald ein brauchbares Griplevel generiert. Am Übungssamstag sowieso, denn der beginnt in St. Agatha traditionell erst um 12:30 Uhr. Der Sonntag fordert die Aktiven dann ab 09:00 Uhr. Oder zumindest diejenigen, die früh aufstehen und gerne noch einmal probieren möchten. Denn an der dritten Trainingsauffahrt nehmen nicht alle teil. Das Rennen selbst beginnt ebenfalls um 12:30 Uhr, es stehen zwei Durchgänge auf dem Programm, deren Zeiten zum Schlussergebnis addiert werden. Wie immer werden in St. Agatha alle Beginnzeiten so exakt eingehalten, dass man die Uhr danach stellen könnte. Trotz einiger Vorfälle – die wir zum Teil später noch näher erwähnen wollen – ist der Ablauf zügig. An beiden Tagen startet die letzte Rückführung jeweils gegen 17:00 Uhr. Für die Nicht-St.-Agatha-Kenner unter uns müssen wir hier und jetzt noch unbedingt erwähnen, dass die Talfahrten dort etwas ganz Spezielles sind: Sie führen durch ein Heer von begeisterten Zuschauern, die dabei ganz nahe an ihre Lieblinge herandürfen. Unter dem Motto „eine Fahrbahnhälfte für die Rennautos, die andere für die Fans.“ Was bei den Aktiven ganz sicher immer wieder für ein echt prickelndes Gänsehaut-Feeling sorgt. So, nach dieser kurzen Einstimmung nun zum aktuellen Geschehen auf der Strecke. Für die Freunde der Statistik sei noch kurz erwähnt, dass einschließlich des rot-weiß-roten Histo-Feldes, das genau wie die modernen Fahrzeuge nach Bestzeitwertung fährt, 168 Teilnehmer an den Start des Rennens gehen. Genau 160 Fahrerinnen und Fahrer beenden die Veranstaltung in Wertung. Zu denen zählen auch alle drei 1150er Piloten. Wobei dies für einen davon echt am seidenen Faden hing. Oder korrekter ausgedrückt am Getriebe, das zwischendurch geöffnet werden musste, um eine gebrochene Schaltgabel zu ersetzen. Was gelang, von der Schaltbox aber im letzten Race-Heat wieder ignoriert wurde. Dennoch war Youngster Tobias Mayer zufrieden, hatte er doch bereits am Samstag mit seinem Ford Fiesta seine persönlichen Fahrzeit-Anforderungen mehr als deutlich unterboten. War zunächst von der 2-Minuten-Schallmauer die Rede, legte er sich die Latte später auf 1:50, blieb mit 1:43,06 (2. TL) klar darunter. Derweil beharkten sich an der Spitze Jörg Eberle im Fiat 127 Super und Thomas Stelberg im Schneider Polo 16V heftig. Jörg geigt gleich in der ersten Probeauffahrt gewaltig auf, markiert in dieser 1,150 Sekunden vor […]

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