Merli, Peruggini, Hall und Schnellmann holen Gold beim Masters in Gubbio

17. Oktober 2018

Grandioser Bergrennsport wurde beim Abschluss der Saison 2018 in Gubbio von der großen internationalen Bergrennfamilie geboten. Auf verkürzter Strecke wurde dabei das FIA Hillclimb Masters ausgetragen, wo sich die Toppiloten aus ganz Europa einfanden, um in 4 verschiedenen Kategorien um die begehrten Medaillen zu kämpfen. Die Location und das Ambiente der italienischen Altstadt begeisterte dabei nicht nur die Fahrer, sondern auch die zahlreichen Fans. Und auch die anspruchsvolle Strecke mit ihren Highspeedpassagen forderte die Piloten, was leider auch zu einigen Unfällen führte. Diese verliefen aber zum Glück alle glimpflich, jedoch wurde das Rennen am Sonntag deswegen ordentlich in die Länge gezogen und war erst kurz vor 17.30 beendet. Da für das Endergebnis nur der schnellste der drei Läufe herangezogen wurde, kam es somit zum Abschluss noch zum großen Showdown um den Gesamtsieg. Der neue Berg Europameister sowie italienische Bergmeister Christian Merli behielt dabei die Oberhand und konnte mit seinem Osella FA30 Zytek LRM somit eine beeindruckende Saison mit dem Gewinn des FIA Hillclimb Masters beenden. Mit einer beeindruckenden Performance konnte er die starke Konkurrenz auf Distanz halten und sich die Goldmedaille in der Kategorie 2 sichern. Für den sympathischen Südtiroler stand am Ende somit ein krönender Saisonabschluss zu Buche. Mit einem Rückstand von 0,7sec. ging der zweite Rang an seinen italienischen Landsmann Simone Faggioli, der im Norma M20FC Zytek eine ebenfalls beeindruckende Vorstellung ablieferte und grandiose Zeiten erreichte. Mit einer tollen Performance konnte er im entscheidenden Rennlauf nochmals nachlegen, ganz nach vorne reichte es aber für den x-fachen Berg Europameister nicht mehr. Zudem hatte er in Rennlauf 1 viel Glück, als bei einem Dreher kein Schaden am Boliden entstand. Das Podium komplettierte nach einem dramatischen 3. Rennlauf der Franzose Sebastien Petit, der somit den totalen italienischen Triumph vereitelte. Mit dem Norma M20FC Mugen konnte er mit einer grandiosen Leistung auf der für ihn völlig unbekannten Strecke von Gubbio überzeugen. Dabei lieferte er exzellente Zeiten ab, welche am Ende noch zur Bronzemedaille in der Kategorie 2 reichten. Diese gelang ihm aber erst im 3. Rennlauf, wo er sich noch gegen den jungen Italiener Domenico Scola durchsetzen konnte. Dieser musste sich am Ende mit dem undankbaren vierten Rang zufrieden geben, jedoch war seine Vorstellung trotzdem sehr hoch einzuordnen. Den im Gegensatz zur Konkurrenz war er in einem Osella P2000 Evo mit einem 2l Honda Motor am Start, welcher doch einiges an Motorleistung gegenüber den 3l Fahrzeugen zurückliegt. Schlussendlich fehlten dem bekannt spektakulär […]

Die Meister sind gekürt – Kurioses Berg DM-Finale

15. September 2018

Der Motorsport Club Erftal ist endgültig in der Gemeinschaft der Berg DM-Veranstalter angekommen. Mit dem erstmals in kompletter Eigenregie auf die Beine gestellte Bergrennen Eichenbühl landeten die viel fleißigen Helfer rund um Rennleiter Steffen Hofer gleich einen Volltreffer. Mit rund 180 angenommenen Nennungen, machte man es sich für den Anfang nicht leicht, aber die Trainings.- und Rennläufe brachte man dennoch pünktlich durch. Die gemeinhin spürbare Anspannung in der Organisationsleitung verflog schnell auf Nimmerwiedersehen und das „Wetterglück des Tüchtigen“ gesellte sich hinzu. In den sozialen Medien und auch im analogen Leben erntete das junge Erftaler Team viel Lob zu Zuspruch. So kann es in die Zukunft gehen und eine weitere Kuh ist wieder mal vom Eis geholt. Ein an Spannung kaum zu überbietendes Rennwochenende, schloss den Kreis der diesjährigen Deutschen Automobil Bergmeisterschaft und der beiden DMSB Berg-Cups, die Ende April beim Bergpreis Schottenring begann. Vielen wird es nicht einmal aufgefallen sein, dass es der Berg-Team-Cup in diesem Jahr nicht zur Disposition stand. Es hatten sich im Frühjahr nicht genügend Teams zusammengefunden und angemeldet, was natürlich sehr schade ist und nach einer besseren Vermarktungsstrategie von Seiten des DMSB Fachausschuss Berg ruft. Beim 51. AvD Bergrennen Eichenbühl war die Frage nach dem Gesamtsieger eigentlich schnell und deutlich beantwortet, doch auf den letzten Metern der Saison 2018 gab es nicht nur spannende, sondern auch tragische Momente vor allem im Kampf um die DM-Krone. Gruppe E1-Pilot Dirk Preißer reiste als Leader in der Bergmeisterschaft an und galt vor dem Wochenende in Unterfranken als klarer Favorit auf den DM-Titel, alle Trümpfe hatte er selbst in der Hand. Doch am Sonntagabend fand sich der Schwabe in der Rolle des tragischen Helden, noch nicht einmal auf dem Meisterschaftspodest wieder. Das Unheil nahm bereits im letzten Trainingsdurchgang seinen Lauf, wo es bereits zwei wertvolle Zusatzpunkte zu holen gab. Mit einem dünnen Nervenkostüm landete Preißer mit seinem Opel Kadett C 16V im unteren, selektiven Streckenteil in der Böschung, um danach kurzer Hand mit dem weidwunden Tourenwagen zur Notreparatur in die 125 km entfernte heimische Werkstatt aufzubrechen. Nach einer langen Nacht tauchten die Preißers am Morgen des Renntags wieder im Fahrerlager auf. Ein zweiter Platz in der Klasse bis 2.000 ccm Hubraum, hinter dem nicht punktberechtigten Tiroler Thomas Strasser war somit absolute Pflicht. Doch ein weiteres Mal hatte der Stahlbauunternehmer kein Glück. Beim alles entscheidenden dritten Rennlauf musste Dirk Preißer nach einem Unfall von Fahrerkollege Alexander Pleier mit rot in Zielnähe […]

Berguerand mit Rekord – Steiner holt fünften Meistertitel

10. September 2018

In diesem Jahr fand das traditionelle Gurnigel-Rennen bei prachtigem Spätsommerwetter statt, und entsprechend fanden zahlreiche Zuschauer (rund 10‘000) den Weg ins schweizerische Gantrischgebiet. Während das Training am Samstag eher harzig verlief, konnte das Programm am Sonntag problemlos eingehalten werden, und überdies begeisterten die Piloten das Publikum mit zahlreichen spannenden Kämpfen. Unter idealen Bedingungen wurden zahlreichen Klassen- und Gruppenbestzeiten verbessert. Auch der seit 2012 bestehende abslute Streckenrekord von Marcel Steiner wurde nach sechs Jahren endlich unterboten. Eric Berguerand, der bereits die letzten fünf Auflagen des populären Berner Klassikers für sich entschieden hatte, war auch heuer wieder der schnellste Fahrer. Sowohl der mit einem kräftigeren Motor ausgestattete und aerodynamisch weiterentwickelte Lola-Einsitzer als auch sein Chauffeur waren in Topform, blieb doch der Walliser bereits im ersten Trainingslauf bloss eine Sekunde über Steiners Bestmarke. Am Sonntagmorgen knallte Berguerand dann fantastiche 1:39,81 auf die noch kühle Piste und verbesserte den Rekord um fast 1,6 Skunden. Marcel Steiner kam auf seinen LobArt-Rennsportwagen ebenfalls noch in die Nähe der früheren Bestmarke und wurde wie im Vorjahr vor dem schnellen Vorarlberger Christoph Lampert Zweiter. Zugleich holte der Lokalmatador am Gurnigel vorzeitig seinen fünften Bergmeistertitel. Ebenfalls bereits als Meister durfte sich der 22-jährige St-Galler Thomas Schmid in der mit identischen Serienfahrzeugen ausgetragenen Junior-SM feiern lassen. Bei den Tourenwagen wird die Entscheidung hingegen erst am kommenden Wochenende in Les Paccots fallen.   Gesamtklassement nach zwei Rennläufen: Eric Berguerand (CH-Martigny), Lola FA99-Cosworth, 3:19,82 2. Marcel Steiner (CH-Oberdiessbach), LobArt LA01-Mugen, 3:23,27 3. Christoph Lampert (A), Osella FA30-Zytek, 3:25,00     Die kompletten Resultatlisten gibt es ab Montag als Download auf www.gurnigelrennen.ch

Faggioli siegt in Slowenien – Merli erstmals Europameister

4. September 2018

Die Würfel in der Europa-Bergmeisterschaft sind bereits vor dem Finale, das in nicht ganz zwei Wochen im kroatischen Buzet abgehalten wird, gefallen. Die Europameister des Jahres 2018 heißen in der Kategorie II der Rennsportwagen Christian Merli und in der Kategorie I der Produktionstourenwagen und GT Lucas Vojacek. Beide gewannen am vergangenen Wochenende, beim vorletzten EM-Lauf der Saison in Ilirska Bistica in Slowenien ihre Gruppen souverän und können nicht mehr eingeholt werden. Der Italiener und der Tscheche stehen erstmals auf dem europäischen Olymp des Bergrennsports, nach jeweils zahlreichen Anläufen. Das Bergrennen im Südwesten Sloweniens lief am Trainingstag nicht ganz rund. Sintflutartige Regenfälle waren der Grund für zahlreiche Unterbrechungen und auch das Fahrerlager stand teilweise knöcheltief unter Wasser. Viele Akteure bezeichneten ihren Trainingslauf als „Eiertanz“, dem entsprechend landeten einige davon unsanft neben der Strecke. Unter den Gestrandeten befand sich auch der Bayer Valentin Schneider, der mit seinem 1600er VW Golf 16V mit arg deformierter Frontpartie aufladen musste und sich nun über eine Winterbeschäftigung keine Gedanken mehr machen muss. Aussagekräftige Zeiten brachten die wenigsten Teilnehmer zusammen und ein „Einschießen“ war selbst für die Favoriten auf den Gesamtsieg nicht möglich. Der Renntag versprach eine Wetterbesserung und ein Sonne-Wolken-Gemisch bescherte den verbliebenen 181 Startern, über lange Zeit recht ansprechende Bedingungen. Wohl nicht mit der letzten Entschlossenheit ging in der Tageswertung Osella-Pilot Christian Merli ans Werk. In Hinterkopf hatte der Mann aus der Nähe von Trento sicherlich in erster Linie die Absicherung des EM-Titels. Mehr als 2,5 Sekunden lagen er nach zwei Wertungsläufen hin dem Gesamtsieger des Wochenendes Simone Faggioli im Norma M20 FC zurück. Aus deutscher Sicht erfreulich ist auf alle Fälle der dritte Gesamtrang des Freiburgers Patrik Zajelsnik, in seiner alten Heimat. Bei besseren Wetterkonditionen in den Trainingsläufen wäre der Kampf um letzten Podiumsplatz sicherlich enger ausgefochten worden. Sebastien Petit, der zuletzt im Jahr 2009 hier antrat, brachte keinen gescheiten Probelauf zusammen und so war für den angehenden neuen französischen Meister, nicht mehr drin. Ebenfalls nicht mehr heraus zu holen, gab es für den Favoriten des Tourenwagenlagers, Karl Schagerl aus Österreich. Nach dem ersten Durchgang rangierte der Prugstaller in seinem VW Golf TFSI-R auf einem sensationellen sechsten Rang in der Gesamtwertung, mit einer neuen Rekordzeit für Tourenwagen, mit diesem Schikanenaufbau. Auf Grund der Wetterprognose zog die Rennleitung in Lauf zwei die EM-Gruppen vor und die E1-Piloten mussten sich, bei aufziehenden Regenwolken gedulden. Hier hatte Schagerl Pech und musste nach einem Dreher von Benjamin Duller, […]

Marcel Steiner Kolumne: Drei Mugen auf dem Podest von Osnabrück

8. August 2018

In der Woche nach dem Bergrennen von Anzère setzten wir den Mugen Motor wieder zusammen und bauten diesen in den LobArt ein. Am Samstag vom dem Osnabrück-Wochenende konnte ich das Triebwerk zum ersten Mal wieder zünden. Und am Dienstag war der LobArt inklusive Mugen verladebereit. Bereits am Mittwoch machten wir uns mit dem Teambus auf den Weg in den hohen Norden. Wir nutzten den 1. August, um in Anneau du Rhin die neuen Kolben und den Motor einzufahren und deren Funktion zu testen. Abgesehen von einer leeren Batterie im zweiten Stint funktionierte alles wie am Schnürchen. Der Motor verrichtete wieder seine guten Dienste. Somit konnten wir kurz nach sieben Uhr die Weiterreise Richtung Osnabrück antreten. Um drei Uhr morgens erreichten wir das Fahrerlager. Einigermaßen ausgeschlafen bezogen wir am Donnerstag früh unseren perfekten Platz hinter dem Rennbüro, in nächster Nähe zum Start. Sogleich machten wir uns ans Ausladen der Autos und Aufstellen des Zeltes. Am Rennwagen standen noch einige Kontrollarbeiten an, die immer mal wieder durch lockere Gespräche unterbrochen wurden. Abends lud der Veranstalter die Teams zu einem netten Grillabend am Borgloher See. Am Freitag genossen wir einen freien Tag auf Shoppingtour durch Osnabrück… Wie in den letzten Wochen üblich, begrüßte uns der Samstag wolkenlos und warm. Und über Tag sollte es noch richtig heiß werden. Beim 1. Trainingslauf entschied ich mich für alte Reifen, um ein erstes Mal die Strecke zu besichtigen. Direkt vor meinem Start wurde der Trainingsbetrieb unterbrochen und ich musste von der Startlinie zurückgeschoben werden. Guy Demuth (Norma/Zytek) verabschiedete sich nach einem „Touchierer“ am Reifenstapel bereits aus dem Favoritenkreis. LobArt und ich fühlten uns aber bereits sehr wohl auf der Strecke und in 52.815 Sekunden konnte ich gleich eine Bestzeit setzen, die um eine Sekunde schneller war als meine beste Rennzeit aus 2017. Hinter mir reihten sich Christoph Lampert (Osella FA30, 53.848), Sebastien Petit (Norma/Mugen, 54.528), Milos Benes (Osella FA30, 55.033) und Patrik Zajelsnik (Norma/Mugen, 55.048) ein. Mit anderen alten Reifen versuchte ich es im 2. Probelauf. Bereits in der ersten Kurvenkombination merkte ich, dass das Griplevel nicht wie vorher und wie gewünscht war. Im Ziel war ich somit wenig erstaunt über meine Zeit von 54.136 Sekunden. Sebastien (52.164), Patrik (53.267) und Christoph hatten mich überholt. Milos verabschiedete sich durch einen Reifenstapel-Kontakt nach dem Ziel in der Schikane – mit einem ähnlich defekten Auto wie Guy schied er aus dem Rennen. Wir bauten sofort wieder auf die anderen Reifen zurück, um […]

Großer Sport in der Borgloher Schweiz

6. August 2018

Beim 51. Osnabrücker Bergrennen stand in diesem Jahr der Sport klar im Vordergrund und das war der größte Pluspunkt von vielen, bei einem heißen Wochenende beim nördlichsten internationalen Bergrennen in Europa. Die Mannen des MSC Osnabrück ließen sich nicht aus dem Konzept bringen und zogen souverän eine klasse Veranstaltung auf und durch. Dann kam auch das Glück des Tüchtigen hinzu und am Renntag, der nicht ganz so von der Hitze dominierte war wie die Tage zuvor, brachte man vier Rennläufe problemlos durch, von denen die schnellsten beiden Chronos gewertet wurden. Mit dem FiA Hillclimb Cup, dem KW Berg-Cup und den drei DMSB-Bergmeisterschaften hatte man wertvolle Prädikate bekommen, machte daraus eines der schillerndsten Bergrennen der bisherigen europäischen Bergsaison. Im Fahrerlager ging es international zu. Von Bulgarien bis Norwegen reisten Teilnehmer an und besonders die drei skandinavischen Teams waren eine bisweilen positiv verrückter Farbtupfer. Die Zuschauerzahlen blieben am extrem heißen Trainingstag etwas hinter den Erwartungen zurück, aber am Sonntag strömte das rennsportbegeisterte Volk wieder in Massen an der Uphöfer Berg. Was eigentlich keiner so richtig auf dem Schirm hatte, trat dann bereits am Trainingstag ein. Der Streckenrekord (51,024 Sek.) des aktuellen EM-Überfliegers Christian Merli aus dem Vorjahr, wurde bereits im letzten freien Trainingslauf kurz nach 18 Uhr vom Franzosen Sebastien Petit in 51,008 inoffiziell unterboten. Die weiteren Favoriten im halben Duzend hielten ihren Ehrgeiz derweil im Zaum. Auf Petit folgten Geheimfavorit Christoph Lampert (Osella FA 30) aus Vorarlberg, der Schweizer Marcel Steiner mit dem LobArt und wieder frischem Kolben im Mugen V8-Motor und Patric Zajelsnik im Norma M20 V8 sowie dem Tschechen-Doppelpack Vaclav Janik und Milos Benes. Nach einer lauen Sommernacht bleib der amtierende und wohl auch kommende französische Meister Petit cool und stürmte in 50,350 Sekunden die knapp zwei Kilometer zum neuen Streckenrekord nach oben. Auch in allen weiteren Durchgängen blieb „Seb“ unter der alten Bestmarke Merlis. Im zweiten Lauf trug er in 50,145 Sek. vorerst seine Rekordmarke in die Ergebnisliste ein. „Eine 49er Zeit ist sicher möglich“, meinte Petit im Siegerinterview. „Ich komme nächste Jahr zurück um den Rekord weiter zu drücken, dann voraussichtlich mit einem Mitsubishi-Turbo Motor im Heck meines Norma“. Schier über sich hinaus wuchs der Freiburger Patric Zajeslsnik. Auch er blieb zwei Mal unter dem Vorjahresrekord von Merli und strahlte nach der letzten Rückführung, die in der Borgloher Schweiz wieder mit viel Spektakel und heißen Girls zelebriert wurde, bis über beide Ohren. Nach den Entbehrungen der letzten […]

Guy Demuth Zweiter in Polen – Ärger in der GT3

30. Juli 2018

Bei der 10. Auflage des Limanowa Bergrennens südlich von Krakau in Polen, stieg erneut Christian Merli auf die oberste Stufe des Podiums. Es war der neunte der zwölf Veranstaltungen, die für die Europa-Bergmeisterschaft 2018 gewertet werden und der sechster Saisonsieg für den Osella-Piloten. Merlis EM-Zwischenbilanz fällt bis zum jetzigen Zeitpunkt so gut aus, wie noch nie. Der Mann aus der Region Trento gewann den fünften EM-Lauf in Folge. Hinzu kommt, dass er in Polen, wo er in den letzten drei Jahren gewonnen hatte, den achten Streckenrekord bricht. Mit Respektabstand auf Rang zwei war der Luxemburger Guy Demuth erneut sehr erfolgreich. Die „Rundreise“ von Luxemburg nach Slowenien und von dort nach Polen, führt den mehrfachen Luxemburger Meister am Berg auf der Rundstrecke und im Slalom bereits am kommenden Wochenende weiter nach Osnabrück, wo auch zum engeren Favoritenkreis zählt. In Limanowa konnte Demuth das EM-Urgestein Fausto Bormolini (Reynard Cosworth) hauchdünn auf Rang drei verweisen. Zu einem Eklat ist es bereits in der Slowakei in der Gruppe GT3 gekommen. McLaren-Pilot Jan Milon sagte seine Teilnahme in Polen kurzfristig ab, nachdem er bei der FiA einen Protest gegen seinen französischen Markenkollegen Pierre Courroye einreichte und dieser abgewiesen wurde. Courroye führte bis letzte Woche in der EM-Wertung der Touren- und GT-Wagen. Gegenstand der Anschuldigungen war das Getriebe in Courroyes McLaren das nicht dem GT3-Reglement entsprechen soll. Bereits in der Vergangenheit waren GT3-Getriebe Streitpunkt in der Berg-Europameisterschaft. Courroye gewann zwar in Polen seine Gruppe, da jedoch Milon als „dritter Mann“ fehlte, gab es nur halbe Punkte für den jungen Mann aus Frankreich.

Hitzeschlacht in der Rhön

30. Juli 2018

Auch auf den Höhen der Rhön, mit dem höchsten Punkt der Wasserkuppe von 950 Metern ist die aktuelle Hitzewelle angekommen. Ein üblicher Temperaturunterschied zum Rhein-Main-Gebiet, der sonst immer vorherrscht, gab es diesmal nicht. Das ist selten in der beschaulichen Rhön, weitab von den Metropolen Deutschlands, mit seinen unvergleichlichen Landschaften und dem Status eines Biosphärenreservats. Bereits zum 49. Mal organisierte der MSC Rhön das ADAC Hausenstein-Bergrennen und präsentierte erneut eines der sportlichen Highlights in der Region im ganzen Jahr. Nach dem traditionsreichen „Rhöner-Dröner“, spitz sich die Lage in der Deutschen Bergmeisterschaft, vor den beiden abschließenden Läufen am kommenden Wochenende bei Osnabrück und dem Finale Anfang September im unterfränkischen Eichenbühl zu. Der Finallauf der letzten Jahre, das Bergrennen von Mickhausen findet wie bekannt wegen eines Umbruchs im Organisationsteam in diesem Jahr nicht statt. Aber, wie aus sicherer Quelle zu erfahren war, wurde vor kurzem für die Saison 2019 wieder ein Termin beim Deutschen Motorsport Bund in Frankfurt eingereicht. Im ersten von drei Endspurts um die Deutsche Automobil-Bergmeisterschaft 2018 blieben von den Top-5 Platzierten die noch Meisterschaftsambitionen hegen dürfen, diesmal nur Armin Ebenhöh (VW Scirocco 16 – E1-bis 1400 ccm) siegreich. Trotz seines zweiten Platzes in der Klasse bis 2000 ccm der Gruppe E1, hinter Mario Minichberger im VW Scirocco 16V, bleibt der Schwabe Dirk Preißer im Opel Kadett C 16V an der Tabellenspitze, gefolgt von Ebenhöh, der in der Rhön Formel 3-Pilot Frank Debruyne überflügelte. Debruyne seinerseits, gehandikapt durch einem Hexenschuss, schaffte nur Rang in der Formel 3-Klasse. Der bislang zweifache Bergmeister Norbert Handa (Lancia Delta – E1 über 3000 ccm) musste sich in der Klassen E1-über 3000 ccm dem mit DMSB-Lizenz fahrenden Tiroler Herbert Stolz (Porsche 935 II) beugen, der sich nach dem Rennen als Tourenwagen-Gesamtsieger feiern lassen durfte. Schlimm erwischte es den Saarländer Kai Neu, dessen Ford Focus ST nach einem ansehnlichen Zeitpolster und der Führung in der 2-Literklasse der Gruppe F, am Start zum dritten Durchgang keinen Mucks mehr von sich gab und nicht mehr in Gang bringen ließ. Ein Streichresultat muss jeder in seine Berechnungen einbeziehen. Günter Göser hat sich hier bereits bedient und kann mit seinem Opel Kadett C 16V aus der Klasse E1 über 2000 ccm jeweils noch voll punkten, was ihn nach seinem Klassensieg vom Wochenende noch weit nach vorne bringen kann. Auch Markus Fink aus der Gruppe F bis 1600 ccm kann noch auf einen Spitzenplatz am Ende der DM-Wertung hoffen. Der junge Franke […]

Merli liess auch in der Slowakei nichts anbrennen

23. Juli 2018

Der Gesamt- und Gruppensieg mit neuem Streckenrekord sprang für Christian Merli in der 35. Ausgabe des Dobsinsky Kopec Bergrennens in der Slowakei heraus. Dies war bereits der achten von 12 Läufen der diesjährigen Berg-Europameisterschaft. Bis zum jetzigen Zeitpunkt hatte der Fahrer der Scuderia Vimotorsport fünf von acht EM-Läufen am Steuer der Osella FA30 Zytek LRM dominiert und ist mit 175 Punkten allein an der Spitze der Wertung in der Kategorie II der Rennsportwagen. Aber nicht nur das, Merli hat in Dobsina den siebten Streckenrekord im achten Rennen der Europabergmeisterschaft geschrieben und hat nun alle Chancen erstmals den EM-Titel zu erringen. „Dies war wieder ein sehr wichtiger Schritt für mein Team und mich. Mit meiner Zeit im ersten Rennlauf war ich nicht ganz zufrieden. Zusammen mit meinen Mechaniker haben wir dann einige Änderungen vorgenommen. Im zweiten Aufstieg hat alles gut gepasst für den Sieg mit Rekord. Ich bin glücklich“, sagte Merli nach dem Rennen. „Glücklicherweise hat uns das schlechte Wetter verschont, das vorhergesagt war und es blieb trocken. Jetzt treten wir die Weiterreise von 850 Kilometern an, um am kommenden Sonntag in Limanowa in Polen, den 9. Lauf der Europameisterschaft zu fahren„. Merlis Erzrivale Simone Faggiloli musste bereits am Trainingstag mit unlösbaren Motorproblemen aufgeben und konnte auch über Nacht seinen Norma M20 FC nicht wieder einsatzbereit aufstellen. Im Kampf um die EM-Krone hatte der Titelverteidiger so oder so schon lange nichts mehr zu melden und nur noch Gruppe CN-Pilot Andrea Bormolini (Osella PA 20 BMW) hat noch Chancen Merli den Titel abspenstig zu machen. Aber auch der Neffe von EM-Urgestein Fausto Bormolini musste sich bereits einmal in der zweiten Halbsaison mit halben Punkten für die Gruppensieg zufrieden geben, die er aber wieder streichen könnte. Diesmal gab es jedoch volle 25 Punkte für den Gruppensieg. In der Tageswertung steigerte sich der Luxemburger Guy Demuth im neuen Norma M20 FC Zytek vom fünften Platz im Training, über Rang drei im ersten Rennlauf, schlussendlich auf Position zwei im zweiten und letzten Renndurchgang. Dies bedeutete für den mehrfahren Luxemburger Meister die bislang beste Platzierung seiner Karriere bei einem EM-Rennen. Der Tscheche Dusan Neveril in einem weiteren Norma M20 FC wurde so auf Rang drei verwiesen. Im Fernduell um die EM-Titel bei den Produktions- und GT-Fahrzeugen steht es weiter pari zwischen dem französischen McLaren GT3-Piloten Pierre Courroye und dem tschechischen Gruppe A-Fahrer Lukas Vojacek im Subaru Impreza. Beide Kontrahenten gewannen ihre Gruppen und liegen nun mit […]

Tribute to Georg Plasa beim Goodwood Festival of Speed 2018

21. Juli 2018

Beim 25. Goodwood Festival of Speed feierte der legendäre BMW 320 Judd V8 des 2011 bei einem Bergrennen in Italien verstorbenen Ausnahmebergrennfahrers Georg Plasa sein Comeback. KW-Geschäftsführer Klaus Wohlfarth und Georg Plasa verband eine enge Freundschaft. Als Andenken an den Oberbayer baute ein Team von KW-Angestellten den BMW 320 Judd V8 wieder auf. Zur Jubiläumsausgabe des Goodwood Festival of Speed wurde das Team samt des Rennwagens vom Veranstalter, Charles Gordon-Lennox, 11. Duke of Richmond, eingeladen. Bei der britischen Motorsportveranstaltung startete der BMW nicht etwa als Showprogramm, sondern nahm ganz im Sinne von Georg Plasa am Wettbewerb teil. In Großbritannien sorgte der BMW für eine Überraschung. Mit einer Zeit von 46,43 Sekunden war der alte Dreier BMW das schnellste Fahrzeug mit herkömmlichem Verbrennungsmotor und musste sich nur den Elektro-Rennwagen Volkswagen I.D. R Pikes Peak (43,86 Sekunden) und dem Elektro-Sportwagen NIO EP9 (44,32 Sekunden) im „Shootout-Finale“ geschlagen geben. Für die europäische Bergrennsport-Community ist Georg Plasas BMW der Sieger der Herzen. Ein absolutes Ausnahmetalent im europäischen Bergrennsport war Georg Plasa. Wie kaum ein anderer hat er die internationale Bergrennsport-Gemeinde geprägt und das nicht nur durch seine zahlreichen Streckenrekorde. Der stille Mann aus Warngau war einer der ersten der in seinem Tourenwagen Ende der 1990er Jahre und Anfang der 2000er Jahre Formel-1-Technik einsetzte. Noch heute sind viele seiner Streckenrekorde gültig. Georg Plasa verunglückte bei einem Bergrennen mit seinem BMW 134 Judd tödlich. Als Andenken an den beliebten Sportler und bodenständigen Menschen übernahm KW-Geschäftsführer Klaus Wohlfarth, den mit dem Oberbayern eine enge und lange Freundschaft verband, den alten BMW 320 Judd V8. Zwar wurde der Rennwagen regelmäßig gepflegt, um an Georg Plasa zu erinnern, aber der Wagen war nicht rennfertig. Es fehlten viele Komponenten wie etwa Aufhängungs- und Anbauteile sowie zahlreiche Kleinteile. Schwierig gestaltete sich der Wiederaufbau in den Wintermonaten 2017 / 2018, da es sich dabei größtenteils um Einzelanfertigungen handelte die man nirgends kaufen konnte. Beispielsweise nutzte Georg Plasa beim BMW 320 Judd Reifen mit einer einzigartigen Mischung auf Felgen in einer Größe, die davor und danach nie wiederhergestellt wurden. Auf Anfrage fertigte der Reifenhersteller Avon für den BMW mit den alten Formen neue Reifen. Aber auch andere Partner wie etwa Recaro stellte einen neuen Schalensitz zur Verfügung, da die Zulassung des bis 2009 von Georg Plasa eingesetzten Rennwagen abgelaufen war. Den Wiederaufbau übernahmen KW-Angestellte und Diplomanden in ihrer Freizeit und auch ehemalige Teamkollegen von Georg Plasa unterstützten den Fahrwerkhersteller. Den Auftritt des BMW 320 Judd […]

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