EM-Finale im Starkregen abgebrochen – Merli siegt dennoch

21. September 2021

Immerhin sieben Rennen zur Europa-Bergmeisterschaft (EBM) kamen in diesem zweiten Coronajahr 2021 zustande, was allein schon als Erfolg zu bewerten ist. Wie schon so oft in den vergangen Jahren waren die Würfel im Kampf um die beiden Titel bei den Rennsportwagen (Kategorie 2) und den Tourenwagen  (Kategorie 1) bereits nach dem vorletzten Rennen in Slowenien und vor dem Finalwochenende im kroatischen Buzet gefallen. Angesichts der meteorologischen Gegebenheiten vor Ort, war das auch gut so. Antonino Migliuolo aus  dem Norden Italien brauchte in Buzet nicht mehr anzutreten. Er hatte erstmals die EM-Krone mit seinem Mitsubishi Lancer schon vor zwei Wochen in Illirska Bistrica errungen. Nach seinem Ausfall zu Saisonbeginn in Spanien hatte auch Simone Faggioli auf Grund der Streichresultatsregelung keine Chance mehr seinen italienischen Landsmann Christian Merli den Titel streitig zu machen. Das dreitägige Programm zum 40. Jubiläum des ältesten kroatischen Automobilevents am Berg, war geprägt von wechselhaftem Wetter, von Regen am ersten Tag, trockenem, sonnigem und schwülem Trainingstag bis hin zu extremen Starkregen am Sonntag, dem Tag der Entscheidungen. Der erste Rennlauf brachte zwar leichten Regen aber einigermaßen regulären Bedingungen. In Mitten des zweiten Laufs, nach einer fast zweistündigen Unterbrechung kam dann die Entscheidung der Internationalen Sportkommission, das Rennen abzubrechen. Somit der erster Lauf entscheidend war. Dies geschah zum ersten Mal in der Geschichte des „Buzetski dani-Rennens“ in den vier Jahrzehnten dieser Veranstaltung. Ein betrübliches Ende des Jubiläums mit nicht weniger als 240 Startern aus 13 Ländern. Da auch am Morgen beim beginnenden historischen Feld noch bessere Bedingungen herrschten, spülte es den Italiener Piero Lottini im 31 Jahre jungen Osella PA 9/90 (Bild Mitte) in der Tageswertung auf den dritten Gesamtrang nach vorne. Italiens Ass Christian Merli wurde hingegen Gesamtsieger, dank des besten ersten, aber auch einzigen Laufs auf abtrocknender Strecke, mit seinem Osella FA30 Zytec LRM, in einer Zeit von 2: 27.312 Minuten und einem Durchschnitt von 122.214 km/h. Dessen größter Rivale,  sein Landmann Simone Faggioli, war im Norma M20 FC Bardahl um 6.403 Sekunden langsamer. Dritter in der europäischen Kategorie II wurde der Franzose Sebastien Petit (Nova NP01-2) mit einem Rückstand von 8,454 Sekunden, deutlich vor den beiden Osella FA 30-Piloten Milos Benes (CZ) und Diego Degasperi aus Italien. Den Wettbewerb der Kategorie I, Tourenwagen im Performance Faktor, gewann der Pole Szymon Lukaszczyk im „Monster“ Mitsubishi Lancer (Foto oben) mit einer Zeit von 2:43,975 Minuten, was ihm für den sechsten Gesamtplatz reichte. Direkt hinter ihm schrieb sich der […]

Ein guter Anfang ist wieder gefunden

25. August 2021

Das lange entgegenfiebern auf den emotionalen Moment, mit einem schnellen Formel-Rennwagen wieder auf eine kurvenreiche Bergrennstrecke losgelassen zu werden, hatte am vergangen Wochenende beim 53. Int. Osnabrücker ADAC Bergrennen endlich ein Ende. Nach mehr als zwei Jahren ohne Renneinsatz durfte der Detmolder Patrick Rahn in der Pandemie das Cockpit seines Dallara F306 Opel-OPC besteigen. Dank des unermüdlichen MSC Osnabrück fand mit dem ersten deutschen Bergrennen in dieser schwierigen Zeit auch gleichzeitig die Heimveranstaltung des Teams statt. Der Lauf im Osnabrücker Land zählte neben den nationalen Prädikaten der Deutschen Berg-Meisterschaft und des DMSB Berg-Cups auch als Finale des FiA Int. Hillclimb Cup. Dem entsprechend fand sich gerade in den Gruppen und Klassen der offenen Rennwagen ein großartiges internationales Spitzenfeld, mit vielen namhaften Fahrern in der Borgloher Schweiz ein. Viele Akteure davon saßen in dieser Saison bereits wieder mehrfach hinter dem Volant ihres Rennwagens und hatten schon wieder ihre Routine zurück erlangt. Dem entsprechend hoch hingen die Trauben für Patrick und seine Mannschaft an diesem Wochenende. Insgesamt vier Trainingsläufe und bis zum Rennstopp im Rahmen eines Wolkenbruchs schaffte man drei Durchgängen, vier waren geplant. Die beiden schnellsten Zeiten des Sonntags flossen die Tageswertung ein. Wie sich anschließend herausstellte war ein Kabelbruch ursächlich für Schaltprobleme im ersten Rennlauf am Sonntagmorgen, die jedoch schnell lokalisiert und behoben wurden. Danach lief es deutlich besser für Patrick Rahn. Mit seiner persönlichen Bestzeit von 1:01,825 min konnte der Lipper noch nicht ganz an seine Topzeiten aus dem Jahr 2019 anknüpfen. Da sich auch die Gripverhältnisse zwischenzeitlich nicht zum Guten entwickelt hatten und auch die Spitzenpiloten an ihre Bestmarken nicht heran kamen,  zeigte sich Patrick am Ende doch recht zufrieden mit dem Erreichten. In der internationalen FiA-Wertung bedeutete dies Rang 13 und in der Deutschen Meisterschaft in der 2-Liter Formel-Klasse Rang 3. „Im dritten Lauf ist mir ein kleiner Fahrfehler unterlaufen, der mich doch gewurmt hat“, so Patrick. „Alles in allem bin ich jedoch erst einmal glücklich mit unserer Performance und das unser neues Design von Rennwagen, LKW und Zelt gut angekommen ist. Wir wurden viele Male von Fahrerkollegen und Zuschauern darauf angesprochen, was mich besonders freut“. Bleibt zu hoffen, dass das Beispiel Osnabrück Schule macht und im kommenden Jahr 2022 wieder mehr Bergrennen in Deutschland stattfinden können. Läuft alles glatt, möchte das Formula 3 Motorsport-Team Patrick Rahn in einem Monat beim extrem schnellen Bergrennen St. Agatha in Oberösterreich an den Start gehen, was dann schon wieder den […]

Gleich wieder von Null auf Hundert – Osnabrück macht Mut

23. August 2021

Seit dem ersten Oktoberwochenende 2019 fand erstmals wieder in Deutschland ein Bergrennen statt. Dass dies dem MSC Osnabrück mit seinem 53. Int. Osnabrücker ADAC Bergrennen gelang, hatten viele Anhänger der so traditionsreichen Motorsportart, erhofft und erwartet. In festen Besucherzonen und nach der GGG-Regel waren sogar, in begrenztem Umfang Zuschauer am Uphöfener Berg zugelassen. Die lange Vorbereitungszeit in der Organisation, mit einem eigens aufgestellten Hygienekonzept zahlte sich aus. Bernd Stegmann und seine Mitverantwortlichen setzten in der Pandemie ein Zeichen der Hoffnung für das Jahr 2022, und für die zahlreichen Veranstalterkollegen aus der Deutschen Bergmeisterschaft und dem KW Berg-Cup. In der Borgloher Schweiz, war man von Seiten des veranstaltenden MSC Osnabrück am Ende der Veranstaltung zwar nass bis auf die Unterhosen, aber dennoch sehr zufrieden unter diesen noch nie dagewesenen Umständen ein Bergrennen dieser Güte über die Bühne gebracht zu haben. Klar, die wunderbare, unbeschwerte Atmosphäre der vergangen Jahre, mit über 25.000 Zuschauern an der Strecke, konnte sich so natürlich nicht einstellen. Aber, der erste Schritt ist getan und der Weg aufgezeigt für eine wieder mehr Bergrennen umfassende Meisterschaftsrunde im kommenden Jahr. Das Osnabrücker Bergrennen war zugleich auch das letzte Bergrennen in der Bundesrepublik in 2021, denn die Läufe in Eichenbühl und Mickhausen sind bereits abgesagt. Dass es der Bergrenngemeinde nicht zu wohl wird, dafür sorgte am Sonntagnachmittag gegen 16 Uhr der Wettergott. Petrus öffnete seine Schleusen über dem Veranstaltungsgelände und ein Wolkenbruch veranlasste die Rennleitung den gerade erst begonnen 4. Rennlauf, sowie den Rennablauf generell zu stoppen. Mit dem Auswertungsmodus der schnellsten zwei aus viel Läufen, waren so eh keine Zeitverbesserungen in der Tageswertung mehr möglich. Schade nur für die Wertung der Deutschen Bergmeisterschaft, wo in diesem Jahr bei jedem der wenigen einzelnen Rennläufe Punkte vergeben werden. So, also nur drei Mal DM-Punkte, plus Zusatzpunkte aus dem letzten Trainingslauf. Beim Rennen in St. Agatha in fünf Wochen, werden weitere letzte Zähler vergeben und die Meister in der DM und den DMSB Berg-Cups hoffentlich gefunden. Auffällig war, die Disziplin aller Aktiven die zum Großteil sehr lange nicht mehr im Rennauto saßen. Übermotiviert ging niemand ans Werk und so blieben schlimme Unfälle aus. Diejenigen die bereits einige Bergrennen dieses Jahr auf der Uhr haben, wie vor allem die Franzosen, spielten ihren Vorteil gnadenlos aus, allen voran die Familie Petit. Der Gesamtsieger des Wochenendes Sebastien Petit kann die meisten Kilometer überhaupt auf Bergrennstrecken und Autobahnen in diesem Jahr vorweisen. Der Französische Meister tingelte in […]

Report Alpe Nevegal (I) Höhen und Tiefen für die Deutschen

10. August 2021

Spannender Bergrennsport wurde auch in diesem Jahr im italienischen Belluno geboten. Dabei sorgte am Sonntag das Wetter für Troubles, nachdem am Trainingstag der Regen erst kurz nach dem letzten Fahrer einsetzte. Der 1. Rennlauf wurde durch kurze Regenspritzer zu einem echten Reifenroulette, ehe kurz vor den E1 1,6l Piloten im oberen Teil ein längerer Regenschauer über Nevegal hereinbrach. Dabei starteten einige Fahrer mit Slicks zu diesem Lauf, was zu diesem Zeitpunkt leider die falsche Wahl war. Dass die letzten offenen Rennwagen dann schon wieder auf die profillosen Reifen setzten, zeigte wie schnell sich die Bedingungen änderten. Der 2. Rennlauf ging dann zum Glück komplett trocken über die Bühne. Leider erlebten ausgerechnet die österreichischen Fahrer ein sehr schwieriges Rennwochenende in Belluno mit vielen Ausfällen und technischen Defekten. Dazu gesellte sich auch der Schwarzwälder Alexander Hin, dem im zweiten Lauf ein Missgeschick passierte, das sie Schaltung lahmlegte. Teamkollege Georg Lang glänzte hingegen bei seinem ersten Auftritt in „bella Italia“. Im Kampf um den Gesamtsieg konnte sich mit einer exzellenten Leistung der Trentiner Diego Degasperi gegen die starke Konkurrenz durchsetzen. Mit seinem Osella FA30 Zytek konnte er mit beeindruckenden Zeiten für Begeisterung sorgen. Vor allem in Rennlauf 1 nutzte er als letzter Fahrer die besser werdenden Bedingungen gnadenlos aus. Auf dem zweiten Platz folgte Stefano di Fulvio mit seinem Osella PA30 Zytek, der heuer erst sein zweites Bergrennen absolvierte. Mit seiner spektakulären Fahrweise konnte er sich in Rennlauf 2 sogar die Bestzeit realisieren. Durch seine frühere Startposition in Rennlauf 1 setzte er noch auf Regenreifen, jedoch hielt sich mit 2,5sec. sein Rückstand auf den Sieger trotzdem in engen Grenzen. Mit der fünftschnellsten Zeit, trotz Regenreifen lag Alexander Hin im „nackten“ Osella PA 30 mit neuem LRM-Motor nach dem ersten Rennlauf auf Gesamtrang 5 und in Reichweite des Podiums. In Lauf zwei strandete Hin dann aber auf der Strecke. „Ein Klettverschluss löste sich vom Akku, sodass die Schaltung aussetzte“, erklärte Hin. „Dennoch bin ich ganz Zuversichtlich. Jeder Meter hier, mit dieser Rakete, war für mich Gold wert“. Das Gesamt-Podium komplettierte Federico Liber mit dem Gloria C8P Evo, der mit einer tollen Performance an diesem Wochenende glänzen konnte. Im 1. Rennlauf musste er sich nur knapp geschlagen geben, jedoch legte er dort den Grundstein für eine Platzierung am Podium. Im trockenen 2. Rennheat konnte er dann abermals eine Spitzenzeit fixieren. Rang Vier im Gesamtklassement sicherte sich sein Teamkollege Mirko Venturato. Mit exzellenten Zeiten am Steuer […]

Robin Shute und Wolf siegreich am Pikes Peak

28. Juni 2021

Zum zweiten Mal nach 2019 bezwang der Brite Robin Shute die bekannteste Bergrennstrecke der Welt in der schnellsten Zeit und wurde Gesamtsieger bei der 99. Auflage des Pikes Peak International Hill Climb. Shute beendete das Rennen im Wolf GB08 TSC-LT Honda-Turbo am Sonntag in 5:55,246 Minuten, mehr als 30 Sekunden schneller als der Zweitplatzierte Franzose Romain Dumas (Porsche 911 GT2 RS Clubsport). Das Drama begann, bevor das erste Auto die grüne Flagge sah. Schnee, Eis und Nebel an der Spitze des Gipfels, der mehr als 4.300 Meter über dem Meeresspiegel liegt, zwangen die Rennverantwortlichen, die Ziellinie zum Devil’s Playground zu verlegen, rund 300 Höhenmeter tiefer als sonst. Durch den Umbau des Zielareals verzögerte sich der Start um etwa eine Stunde. Dumas belegte mit einer Zeit von 6:31,914 zudem den 1. Platz in der Time Attack-Division, während US-Berg-Ikone Paul Dallenbach mit einer Zeit von 6:35,663 die Open-Wheel-Krone holte und den dritten Platz der Gesamtwertung. Mitfavorit Rhys Millen im werksunterstützten Bentley Continental GT3 verpasste das Podium mit Rang vier. Der Luxemburger Steve Zimmer (Porsche Cayman GT4) erreichte bei seinem ersten Start in den USA einen Mittefeldplatz und Rang 9 in seiner Klasse Time Attack.

Corona nimmt Einfluss – Merli siegt in Spanien

17. Mai 2021

Der zweite Lauf zur diesjährigen Berg-Europameisterschaft ging in Nord-Spanien mit dem Klassiker Subida al Fito über die Bühne. In Arriondas spielte das Wetter mit Regen in unterschiedlicher Stärke am gesamten Rennwochenende leider nicht mit. Damit wurde die ohnehin schon anspruchsvolle Strecke noch herausfordernder für die Fahrer. Die besten Bedingungen herrschten dann noch im 3. und letzten Rennlauf am Sonntag, wo auch die schnellsten Zeiten des Wochenendes gefahren wurden. Zudem sorgte leider „Corona“ in Spanien für zusätzliches Kopfzerbrechen, denn im italienischen Faggioli Team wurde ein positiver Test ausgewertet. So mussten Simone Faggioli und sein Team-Kollege Diego Degasperi, als auch Fausto Bormolini und Renzo Napione, als Kontaktpersonen, auf ein Antreten am Sonntag verzichten. Den Gesamtsieg sicherte sich quasi im Alleingang dennoch ein Italiener, mit Christian Merli. Mit dem Osella FA30 Zytek LRM trotzte er den schwierigen Bedingungen im Baskenland, was am Ende des Wochenendes mit einem vollen Erfolg belohnt wurde. Dabei musste er nicht all seine Künste aufbieten, um die restliche Konkurrenz klar auf Distanz halten. Diese wurde vom jungen Spanier und ehemaligen Formel 1-Testfaher Javier Villa Garcia angeführt, der im Training noch mit technischen Problemen an seinem BRC BR53 Turbo haderte. Am Renntag konnte sich der bekannt beherzt agierende Pilot hervorragend in Szene setzen und mit famosen Zeiten bei schwierigen Verhältnissen glänzen, womit er auch den Sieg in der Gruppe E2-SC für sich verbuchen konnte. Das Podium komplettierte der Franzose Sebastien Petit mit dem Nova NP 01-2 Judd GAS39 EMAP, der eine ebenfalls tolle Performance in Spanien ablieferte. Vor allem im 3. Rennlauf konnte er sich nochmals entscheidend steigern und die zweitschnellste Gesamtzeit realisieren, womit der Rückstand auf den Spanier mit 2sec. sehr gering ausfiel. Rang Vier im Gesamtklassement ging wieder nach Italien, und zwar an Federico Liber im Gloria C8P Evo. Dieser konnte auf der anspruchsvollen Strecke mit einer famosen Leistung, gerade auf feuchter Piste überzeugen und aktuell den 4. Rang in der EM-Tabelle einfahren. Die Top5 komplettierte der junge Raul Ferre Matas aus Andorra, der erstmals den neuen Silver Car CS Turbo-Sportwagen an den Start brachte und mit diesem neuen Boliden eine Topperformance ablieferte. Dabei konnte er sich im Laufe des Wochenendes immer weiter steigern und schlussendlich noch den letzten Platz am Podium in der Gruppe E2-SC mit dem 2l Boliden fixieren. Rang Sechs Gesamt sicherte sich der Italiener Mirko Venturato, der im Gloria C8P Evo auch in Spanien aufhorchen ließ. Bei seinem ersten Antreten bei der Subida al […]

Erste Zwischenbilanz aus den virtuellen Bergmeisterschaften 2021

15. Mai 2021

Heißt es in der Realität bis auf weiteres, nichts oder noch nichts geht am Deutschen Berg, so liefern sich im Internet derzeit rund 30 Gamer alle 14 Tage spannende Rennen auf den klassischen deutschen und ausgesuchten ausländischen Bergpisten im sogenannten SimRacing. Die gekoppelten Meisterschaften „Röttele Berg-Challenge by GTR4u“ und der neue „ADAC SimRacing Berg-Cup“ sorgen für jede Menge Spaß und Spannung, und sind zu einer Art „Ersatz-Droge“ für Bergrennsport-Enthusiasten und sogar einige wenige reale Berg-Piloten geworden. Die bis kurz vor Weihnachten dieses Jahres angesetzten einundzwanzig Rennabende (immer montags zwischen 18 Uhr 30 und 21 Uhr), zählen allesamt zur Röttele-Challenge, zwölf davon zusätzliche zum ADAC-Cup. Die virtuellen Berg-Einzelzeitfahren laufen über die Plattform Assetto Corsa, wo es möglich ist die wundervoll nachempfunden Bergstrecken mit allerlei unterschiedlichen Rennfahrzeugen zu befahren. Pro Veranstaltung stellt ein immer wieder neues, einheitliches Rennfahrzeug, neue Anforderungen an die Gamer. Ein perfektes Set-up ist neben der Streckenkenntnis und der persönlichen Performance, einer der Schlüssel zu Erfolg. Die Strecken-Fahrzeug-Kombinationen stehen allen Teilnehmer mindesten 14 Tage vor dem Rennen zu ausgiebigen Test- und Einstellfahrten, rund um die Uhr zu Verfügung. Während in diesen Covid-19 Wochen an reale Rennwochenenden nicht zu denken ist, wird der Kalender der Sim-Racing-Events in den Sparten Rundstrecke, Rallye und nicht zuletzt Bergrennen immer umfangreicher. Die „Röttele Berg-Challenge by GTR4u“ und der „ADAC SimRacing Berg-Cup“ haben bereits ein Drittel der Saison hinter sich. Nach den Läufen auf den virtuellen Strecken von Arona (Spanien), St. Ursanne (Schweiz), Rieti (Italien), Oberhallau (Schweiz), Vuillafans (Frankreich) und den deutschen Strecken Waldau, Schotten und Wolsfeld, geht es erst nach der Pfingstpause Anfang Juni mit dem Glasbachrennen in den Mittelteil des Terminkalenders. Die Rennen sind durchweg bestens organisiert. YouTube-Livestream, Moderatoren die immer wieder prominenten Gästen, wie Niki Schelle, Manuel Metzger oder Reto Meisel am Mikrofon begrüßen dürfen. Ein erstklassiges Livetiming und zeitnah aktualisierte Meisterschaftsstände können sich zudem sehen lassen. Da vergisst man schnell, dass Simracing im verglichen zum Real Life Racing, den Nachteil hat, dass es bei weitem weniger Feedback für den Geist und Körper des Piloten gibt. Die Anspannung und bisweilen auch Nervosität an der Startlinie steht aber dem realen Sport in nichts nach. Die virtuelle Bergszene hat nun auch einige Spitzen-Simracer angezogen, die mit fast unglaublichen Zeiten ganz oben rangieren. Reallive-Bergpiloten wie Harald Ludwig oder Christoph Kaiser können trotzdem noch nicht ganz mit den besten Sim-Racern mithalten. Das liegt hauptsächlich an der unglaublichen Menge an Zeit, die diese Jungs über Jahre hinweg […]

Auch Oschersleben schmeckte dem KW Berg-Cup – Weiterer Saisonverlauf ungewiss

13. Mai 2021

Der zweite Lauf zum diesjährigen KW Berg Cup ging erneut auf der Rundstrecke über die Bühne. In Oschersleben wurde dabei erneut spannender Motorsport auf einer für Bergrennfahrzeuge unüblichen Strecke geboten. Trotz nächtlicher Ausgangssperre im Bördekreis, verbunden mit erschwerten Möglichkeiten der Übernachtung stellte sich trotzdem eine starke Abordnung diesem Event. Dabei musste man zunächst am Freitag bei kühlen Temperaturen und regnerischen Verhältnissen das Training und Lauf 1 absolvieren, ehe sich der nächste Tag von der freundlicheren Seite präsentierte. Da derzeit nur die Laufergebnisse zur Verfügung stehen, möchten wir uns auf die einzelnen Klassen konzentrieren. In der Klasse E1 über 3l Hubraum lieferte in Oschersleben der junge Florian Bodin eine beeindruckende Performance ab. Am Steuer des Porsche 944 Turbo seines Vaters konnte er sowohl im 1. Rennlauf als auch im 2. Rennlauf mit famosen Zeiten überzeugen. Damit war ihm der Klassensieg, aber auch der Gesamtsieg in Oschersleben nicht zu nehmen, und das obwohl zu keiner Gesamtbestzeit an beiden Tagen reichte. Auf Rang Zwei in der Klasse folgte der Schweizer Martin Bürki, der nach dem Unfall in Hockenheim wieder mit seinem Porsche GT3 Cup mit von der Partie war. Dabei konnte er sich eindrucksvoll in Szene setzen und vor allem am trockenen Samstag mit der Gesamtbestzeit glänzen, womit man ein Topresultat in Oschersleben einfahren konnte. Der letzte Platz am Podium ging an Stefan Bodin im doppelt eingesetzten Porsche 944 Turbo vor Jochen Stoll im Porsche 997 GT3 Cup, der sich wiederum gegen Christian Handa im Lancia Delta Integrale durchsetzen konnte. Die Klasse bis 3l Hubraum war erneut sehr spannend, wobei diesmal am Ende Michael Bodenmüller mit dem Opel Gerent Kadett C 16V als Sieger hervorging. Mit einer tollen Performance am ersten Renntag legte er dabei den Grundstein für den vollen Erfolg. Im trockenen 2. Rennlauf musste er seinen schärfsten Gegner zwar ziehen lassen, am Ende blieb aber ein Vorsprung von 1,2 Sekunden. Diese fehlten schlussendlich Marcel Gapp im BMW E36 M3, der mit seiner beherzten Fahrweise erneut zu begeistern vermochte. Vor allem im trockenen Lauf am Samstag konnte er in eindrucksvoller Art und Weise glänzen, was mit der zweitbesten Gesamtzeit belohnt wurde. Das Podium komplettierte der Norddeutsche Michael Weber (Foto) mit dem Audi 80 Quattro, der ein ebenfalls starkes Rennwochenende in Oschersleben absolvierte. Rang Vier ging in dieser Klasse an den Bayernschwaben Michael Hulm im BMW M3 noch vor Günter Miethke im VW Scirocco. Bei den 2l Tourenwagen setzte Erwin Buck in Oschersleben […]

Extrem spannender EBM-Auftakt – Faggioli schlägt Merli um 0,032 Sekunden

10. Mai 2021

Die Kleinstadt Boticas im nördlichen Portugal eröffnet vergangenes Wochenende die Saison 2021 der FIA Berg-Europameisterschaft. Obwohl durch die strengen Hygienevorschriften keine Zuschauer an der Strecke und im Fahrerlager zugelassen waren, freuten sich die Fahrer dennoch, insbesondere auf dem anspruchsvollen Boticas-Kurs, endlich wieder hinter dem Steuer sitzen zu können. Der Samstag sollte eigentlich nur ein Trainingstag, mit drei Läufen sein. Diese fanden ohne größere Zwischenfälle unter strahlender Sonne statt. Die Regenprognose für den gesamten Sonntagmorgen veranlasste den Rennleiter jedoch in Absprache mit den FiA-Stewards, darunter auch der Heiligenstädter Kevin Ferner, den ersten Rennlauf um einen Tag vorzuziehen, was im Nachhinein gesehen die goldrichtige Entscheidung war. Auf diese Weise verwandelt der Veranstalter den ersten von drei Rennen am Sonntag in ein Warm-up, damit sich die Teilnehmer, von denen viele zum ersten Mal in Boticas fuhren, mit der regennasse Strecke vertraut machen konnten. Laut den lokalen Experten versprach der Asphalt rutschiger und kniffliger zu werden, da es in der Region seit mehreren Wochen nicht mehr geregnet hat. Die Entscheidung war daher klug und wurde von den Fahrern begrüßt. Christian Merli (Osella FA30 Zytek), der bereits die besten Zeiten während der drei Trainingsläufe fuhr, erwies sich als der Schnellsten vor seiner ewigen Rivalen Simone Faggioli (Norma M20FC Zytek), um eine Sekunde und acht Zehntel. Diego Degasperi (Osella FA30 Zytek) komplettiert das vorläufige Podium und hat vor den sonntäglichen Läufen einen Vorsprung von 3 Sekunden vor Sébastien Petit (Nova NP01-2). Das Gesamtklassement wurde ermittelt, indem die beiden besten Rennläufe jedes Fahrers addiert wurden. Bei den geschlossenen Fahrzeugen der Klasse 1 landete der Spanier Jose Lopez-Fombona (Lamborghini Huracan) vor dem Schweizer Ronnie Bratschi (Mitsubishi Lancer). Der zweite Tag der Veranstaltung war eine Wende: Simone Faggioli setzte seine ganze Kraft in den Kampf ein und konnte das Defizit des Vortages ausgleichen, um am Ende mit einem kleinen Vorsprung von 0,032 Sekunden gegen Christian Merli zu gewinnen. Alle Fahrer hatten während ihres ersten Sonntagslaufs zwar mit einer sehr nassen Straße zu kämpfen, das Wetter verbesserte sich jedoch allmählich, bis der Asphalt beim letzten Lauf wieder trocken war. Simone Faggioli, der am Samstag 1,785 Sekunden langsamer gewesen war, setzte alles auf eine Karte und seine Norma M20FC Zytek für den letzten Anstieg auf vier neuen Ultrasoft-Reifen, während Christian Merli (Osella FA30) konservativer war und es vorzog, die gleichen Reifen wie zuvor zu fahren. Faggioli stellte nicht nur einen neuen Streckenrekord auf, sondern schaffte es auch, Merli um 1,817 Sekunden […]

Hockenheimer KW Berg-Cup Auftakt besser als erwartet

30. März 2021

Der Saisonauftakt zum KW Berg Cup 2021 ging an einem für Bergrennfahrzeuge ungewohnten Ort über die Bühne. Auf der Grand-Prix-Strecke des Hockenheimrings wurde nach 1,5 Jahren Pause wieder ein KW Berg Cup Lauf als Zeitfahren ausgetragen. Dabei stellte sich ein kleines, aber feines Starterfeld dieser Herausforderung. Leider sorgte ein kurzer Regenschauer bei kühlen Temperaturen am Nachmittag für erschwerte Bedingungen beim 2. Rennlauf. Somit blieben die Bestzeiten in beiden Startgruppen aus dem 1. Rennlauf bestehen. Die schnellste Zeit setzte dabei Gastfahrer Maiko Dufner vom KÜS Team Bernhard, der mit seinem Porsche Cayman GT4 nicht zu schlagen war. Mit dem mächtig klingenden Boliden ließ er vor allem im 1. Rennlauf der Konkurrenz keine Chance. Im 2. Rennlauf musste er sich aber gewaltig strecken, um erneut die schnellste Zeit zu setzen. Mit gerade einem 0,04sec. Rückstand kam dort Marcel Gapp mit dem BMW E36 M3 in die Wertung, der mit einer tollen Performance in die neue Rennsaison startete. Der junge Allgäuer hatte extra die Hinterachse angepasst und konnte sich somit hervorragend in Szene setzen und sich damit auch den Sieg im KW Berg Cup sichern. Gesamt reichte es für ihn in der Gruppe 2 zum dritten Platz hinter Patrick Orth. Dieser brachte erstmals einen BMW M3 E46 an den Start lieferte mit dem wohlklingenden Boliden eine hervorragende Leistung ab. Mit dem für die Rundstrecke abgestimmten Fahrzeug konnte er sich eindrucksvoll in Szene setzen und mit seinem beherzten Fahrstil schlussendlich die 3l Klasse Gesamt für sich entscheiden. Rang Vier Gesamt in dieser Gruppe ging an Michael Bodenmüller, der mit seinem Opel Gerent Kadett C 16V sich mit einer tollen Performance exzellent in Szene setzen konnte. Das neue „Überlitertriebwerk“ scheint zu funktionieren. Mit famosen Zeiten stand für ihn am Ende der zweite Rang in der 3l Klasse im Zuge des KW Berg Cup zu Buche. Die Top5 Gesamt komplettierte der Tiroler Thomas Strasser mit seinem VW Minichberger Scirocco 16V, der vor allem im trockenen 1. Rennlauf eine famose Zeit erreichte. Dabei konnte er sich sogar den dritten Gesamtrang in diesem Heat sichern. Schlussendlich feierte er mit dem wunderschönen Fahrzeug den vollen Erfolg in der 2l Klasse. Dahinter ging der sechste Gesamtrang an Norbert Wimmer im BMW 2002 ti 8V. Mit dem blauen 02er konnte er sich beeindruckend in Szene setzen und damit auch die KW 8V-Trophy für sich entscheiden. Siebenter wurde Jochen Stoll mit dem Porsche 911 GT3 Cup, der sich schlussendlich auch als Sieger […]

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