Vier-Kampf der Meister in St. Agatha

25. September 2017

Das diesjährige Bergrennen St. Agatha war ein Bergrennsportfestival der Extraklasse. Dafür sorgte nicht nur dass international hochkarätige Starterfeld, sondern die auch zahlreich erschienen Zuseher. Diese sorgten für eine großartige Atmosphäre bei diesem Bergklassiker in Oberösterreich. Zudem hatte das Veranstalterteam vom MSC Rottenegg auch mit dem Wetter das Glück auf ihrer Seite, blieb es doch am gesamten Wochenende trocken. Im Kampf um den Gesamtsieg war auch in diesem Jahr der italienische Ausnahmekönner und Vize-Europameister Christian Merli nicht zuschlagen. Mit seinem Osella FA30 Fortech konnte er bereits im Training mit herausragenden Zeiten überzeugen, ehe er im 1. Rennlauf seinen eigenen Streckenrekord aus dem Vorjahr regelrecht pulverisierte. Im 2. Rennlauf legte der Osella-Pilot nochmals nach und korrigierte den Streckenrekord schlussendlich um über 1sec. nach unten. Auf den ersten Verfolgerplatz konnte er somit einen Vorsprung von 5,5sec. herausfahren. Um diesen gab es einen elektrisierenden Dreikampf, welchen am Ende der neue französische Bergmeister Sebastien Petit knapp für sich entscheiden konnte. Nachdem er mit seinem Norma M20FC Mugen im 1. Rennlauf nur auf den vierten Platz lag, konnte er im entscheidenden Rennlauf nochmals kräftig zulegen und so noch auf den zweiten Rang im Gesamtklassement nach vorne fahren. Mit einem hauchdünnen Rückstand von 0,3sec. ging der letzte Platz auf dem Podium an den Deutsch-Slowenen Patrik Zajelsnik, der mit seinem top-aktuellen Norma M20 FC Mugen eine weitere herausragende Vorstellung ablieferte und exzellente Zeiten erreichte. Jedoch haderte er im 2. Rennlauf ein wenig mit der Elektronik, womit er sich im Gegensatz zum Franzosen nicht mehr weiter steigern konnte. Mit weiteren 0,07sec. Rückstand ging der vierte Platz im Gesamtklassement an den neuen Schweizer Bergmeister Marcel Steiner, der erstmals in Österreich seinen selbst weiterentwickelten LobArt LA01 Mugen an den Start brachte und mit diesem Boliden ebenfalls begeistern konnte. Mit seiner beherzten Fahrweise konnte er den zahlreich erschienen Zuschauer imponieren. Die Top 5 komplettierte der Tscheche Dusan Neveril mit seinem einmalig klingenden Norma M20 FC Judd, der mit einer exzellenten Vorstellung überzeugen konnte und eine ebenfalls tolle Show beim diesjährigen Bergrennen St. Agatha ablieferte. Dahinter folgte auf dem sechsten Gesamtrang der Vorarlberger Christoph Lampert, der eine exzellente Performance mit seinem 2-Liter Osella PA2000 Evo Honda ablieferte. Mit einer großartigen Leistung auf dieser Powerstrecke war er am Ende bester Österreicher in St. Agatha, wobei er im 2. Rennlauf sogar die 1:10min. Schallmauer unterbieten konnte und so als schnellster 2-Liter Pilot am gesamten Rennwochenende beeindrucken konnte. Nicht zu vergessen ist Alexander Hin, als bester […]

Defektteufel bringt die EM-Entscheidung

3. September 2017

Über die bislang zehn von zwölf Veranstaltungen in der Europa-Bergmeisterschaft lieferten sich die beiden Italiener Simone Faggioli und Christian Merli ein faszinierendes Duell um den EBM-Titel 2017. Streckenrekorde purzelten und die Gesamtsiege wurden durchweg  im Kampf um Hundertstelsekunden  untereinander ausgemacht. Im elektrisierenden Zweikampf der beiden „Ausnahmefahrer der Berge“ vermochte sich niemand, auch nur ansatzweise einzumischen. Für viele Insider und Fans überraschend, fiel beim vorletzten EM-Lauf am vergangenen Wochenende im slowenischen Ilirska Bistrica die Entscheidung zu Gunsten von Simone Faggioli, der im Zielauslauf vergeblich auf seinen Rivalen wartete. Was war passiert? Als Merli zu seinem zweiten und letzten Rennlauf starten wollte, streikte plötzlich der Fortech-Motor im Heck seines Osella FA 30 und ließ sich nicht wieder starten. Nachdem der Südtiroler am Mont Dore mangels Gegner nur halbe Punkte einfuhr, bedeutete die Nullnummer von Bistrica das Aus im EM-Duell. Ein Geschenk war der vorzeigte Titelgewinn für Faggioli jedoch beileibe nicht. Der Norma-Werksfahrer im Modell M20 FC schraubte erneut an der Rekordmarke für diesen Berg. Seinen nunmehr neunten EM-Titel in der Kategorie II krönte Faggioli mit zwei Laufzeiten unter der bislang unerreichten zwei Minuten-Schallmauer. Dies war sein sechste Gesamtsieg in der Slowenischen Kleinstadt. Auf Gesamtrang zwei landet dennoch ein Osella FA 30, und zwar der mit dem Tschechen Milos Benes hinter dem Steuer, vor dem EM-Urgestein Fausto Bormolini im Reynard Cosworth F3000. In der EM-Wertung der Kategorie I, der Produktionswagen und GT, geht das Rechenspiel weiter. Hier wird die Entscheidung um die Europameisterschaft definitiv erst in zwei Wochen beim Endlauf im kroatischen Buzet fallen. Tabellenführer Tessitore aus Österreich gab sich keine Blöße und siegte mit seinem Audi R8 LMS in der Gruppe GT über seinen Hauptkontrahenten Jan Milon aus der Slowakei im BMW Z4 GT3. Milon ist damit so gut wie aus dem Titelrennen heraus, dafür ist der Tscheche Tomas Vavrinec zum Hauptgegner von Tessitore herangereift. Der EM-Rückkehrer gewann mit seinem Mitsubishi Lancer die Gruppe N und besitzt vor Buzet 156 Punkte, inklusive Streichresultat. Tessitore, alisa Erich Weber, der zu Jahresbeginn die Organisationsleitung beim Rechberg-Rennen übernommen hat, muss aktuell neun Punkte (aus Polen) streichen und kommt so auf 170 Zähler. Gehen wir in zwei Wochen von einem N-Gruppensieg von Vavrinec aus, für den es 25 Punkte gibt, benötigt Tessitore 12 Zähler um als erster Österreicher, nach Johann Ortner den Berg EM-Titel zu holen. Ortner war 1970 und 1971 Titelträger auf einem Fiat Abarth.

Uwe Lang steht vor der Titelverteidigung

31. August 2017

In gut einer Woche steht der Deutschen „Berggemeinde“ wieder Großes bevor. Beim 50. AvD Bergrennen Unterfranken wird nicht nur das eindrucksvolle Jubiläum gefeiert, sondern auch der spannende Endspurt in Sachen DMSB Berg-Prädikate eingeläutet. Zum zweiten Mal in der Geschichte wird der Titelgewinner des DMSB Berg-Cup für Sportwagen gesucht und zum zweiten Mal  könnte der Champion Uwe Lang heißen. Über den nahezu kompletten Saisonverlauf belauerten sich die beiden früheren Deutschen Bergmeister Uwe Lang im Dreiliter Osella BMW und Frank Debruyne im Dallara Formel 3 an der Tabellenspitze. Die Verfolgerrolle übernahm mit Ehrgeiz Georg Lang, der Junior aus dem Hause Lang Motorsport im Tatuus Formel Renault. Eine markellose Bilanz kann bis zu jetzigen Zeitpunkt der Schweinfurter Osella-Pilot vorweisen. Außer beim Saisonstart in Eschdorf, wo er seinen weißen Sportwagen an den Luxemburger Frank Maas vermietet hatte und die Veranstaltung aus Streichresltat in Kauf nahm, sackte Uwe Lang anschließend die maximal mögliche Punktzahl von je 20 ein. Jeweils drei Zusatzpunkte für die schnellste Laufzeit am Renntag wurden dazu gutgeschrieben, sodass Lang Senior im Augenblick 138 Zähler auf seinem Konto vorweisen kann. Frank Debruyne im AST-Dallara F303 Opel gab alles um den Titelkampf so lange wie möglich spannend zu halten, doch beim Ibergrennen Ende Juni war auch er Machtlos. Als einziger der Spitzenleute kam der Badener in den Regen und verlor viele wertvolle Zähler mit Rang vier. Rechnet man dieses Resultat als Streicher ab, kommt der Mann vom CR-Racingteam auf 108 Zähler. Echte 20 Zähler zurück rangiert Georg Lang auf Position drei. Aussichtslos liegen derweil E2-SH Vertreter Holger Hovemann auf der Vier, vor Sportwagen-Pilot Dino Gebhard und Debruynes Formel 3-Kumpel Sascha Herz zurück. Vor den beiden Abschlussrennen in Eichenbühl und Mickhausen ergibt sich folgendes Szenario: Uwe Lang kann bereits am zweiten Septemberwochenende den Sack zumachen und seinen Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigen. Dem Industriemeister bei SACHS genügt ein zweiter Platz in der Rennwagen-Division und er kann sich in Mickhausen sogar eine Nullnummer leisten. Frank Debruyne könnte dennoch bei beiden Rennen die Divisionswertung für sich entscheiden und würde am Ende einen Punkt hinter Lang liegen. Einen Doppelsieg für die Langs ist zwar noch nicht ausgeschlossen, doch da müsse Georg Lang schon auf ein Missgeschick von Debruyne hoffen. Aller Voraussicht nach werden sich die aktuellen Meisterschaftspositionen auf dem DMSB Berg-Cup-Podium nicht mehr ändern.

Domenico Scola gewinnt Trofeo Luigi Fagioli 2017

23. August 2017

Zu den wichtigsten und interessantesten Automobilveranstaltungen in Italien, in Bezug auf Bergrennen, zählt das italienische Rennen Luigi Fagioli bei Gubbio, das nach einem der größten Fahrer des letzten Jahrhunderts genannt wurde. Die Veranstaltung wird jährlich von dem Eugubino Corse Automobilistiche Committee von Gubbio organisiert und findet in den steilen Bergstraßen unweit von Perugia, in der italienischen Region Umbrien, statt. Mit seinen 4.150 Metern Streckenlänge ist es eines der interessantesten und mit größter Spannung erwarteten Rennen des „Campionato Italiano Velocità Montagna“, also der Italienischen Bergmeisterschaft. Die Trofeo Luigi Fagioli findet zwischen den Orten Gubbio und Madonna della Cima statt, unterquert die Autobahn vor Ort und ist, wie schon erwähnt, 4.150 Meter lang mit einem Höhenunterschied von 270 Metern und einer Durchschnittssteigung von 6,5%. Das Rennen hat dieses Jahr die 52. Edition erreicht und ist eine wahre Tradition im italienischen Bergrennen Milieu geworden, so sehr, dass in den letzten Jahren dank dieses Rennens einige der besten Fahrer weltweit hervorgebracht wurden. Ein Beispiel davon ist Simone Faggioli, Jahrgang ’78, neunmaliger Europameister des Bergrennens zwischen 2005 und 2016 und elfmalige Gewinner von Luigi Fagioli zwischen 2001 und 2015. Die 52. Edition der Trofeo Luigi Fagioli wurde dieses Jahr, eigentlich nicht allzu überraschend, erneut von Domenico Scola gewonnen: der 26-jährige Pilot wurde in Cosenza, in Kalabrien, geboren und triumphierte in Gubbio an Bord seines Osella FA 30 Zytek. Mit diesem Triumph hat er zwei Siege erreicht; auch letztes Jahr gewann der kalabrischer Rennerfahrer die Luigi Fagioli Trophäe und brach somit die Hegemonie von Simone Faggioli, die seit acht aufeinander folgende Jahren gedauert hatte. Domenico Scola erweist sich so als einer der Favoriten des Campionato Italiano Velocità Montagna 2017, mit den wichtigsten italienischen Bergrennen. Die Liebe für diesen Sport liegt wahrscheinlich in der DNA, da auch der Großvater von Scola, der auch Domenico heißt, ein unvergesslicher Champion dieser Disziplin ist. Mit 88 Siegen im Campionato Italiano Velocità Montagna und zwei Luigi Fagioli Titeln (in den Jahren 1971 und 1973) ist der im Februar 2016 verstorbene Scola Senior einer der Symbole des italienischen Bergrennens. Nach einem spektakulären Sprint, gelangte Domenico Scola auf die oberste Stelle des Podiums, in dem er Domenico Cubeda aus Catania, ebenfalls an Bord eines Osella FA 30 und Omar Magliona, aus Sassari in Sardinien, in seinem ex-Faggioli Norma M20 FC Zytek, überflügelte. Wenn Sie auch Fan dieser Sportart sind, aber nicht die Möglichkeit haben diese auszuüben, können Sie einen Blick auf Royal Vegas […]

EM-Auftakt nach Maß am Rechberg – Schreckmoment für Waldy

23. April 2017

Der Auftakt zur diesjährigen Berg-Europameisterschaft in Österreich hielt alles, was sich die Kenner der Szene erhofft hatten. Das Almenland in der Gegend um Fladnitz in der Steiermark präsentierte sich gottlob schneefrei und vor allem trocken. Dennoch war es genauso stürmisch und „saukalt“ wie in 2016. Die rund 200 Teilnehmer aus neun europäischen Nationen mussten teilweise eine Anreise durch tief verschneite Regionen in Kauf nehmen. Die neue Organisation um Erich Weber funktionierte sehr gut, vor allem das neue Konzept im Training das vorsieht mit rot aufgehaltene Fahrer nicht mehr zurückzuholen und neu starten zu lassen, sondern nach italienischem Vorbild nach Beseitigung der Blockade einfach weiter Richtung Ziel zu schicken, brachte Vorteile. Lediglich eine um fast eineinhalb Stunden verzögerte Siegerehrung hätte man bemängeln können. Doch es bleibt festzuhalten, das neue Orgateam hat sich bewährt. Was vor Wochen noch als „ein Ding der Unmöglichkeit“ angesehen wurde, entpuppte sich am Rennwochenende wider erwarten zur Realität. Österreichs Berg-Legende Herrmann Waldy, der sich über Monate mit Hilfe von Ärzten und Rehateams schindete, um seine inkomplette Querschnittslähmung zu überwinden, hatte es tatsächlich geschafft und steuerte am Trainingstag seinen Tatuus-Formula Master mit 2-Liter Honda-Motor die Rechberg-Bundesstraße hinauf. Der 69-Jährige hatte sein Ziel wieder in seinen Rennwagen zurückzukehren, mit unbändigem Willen erreicht. Doch am Renntag musste Waldy Senior einen erneuten Rückschlag hinnehmen. Im Streckenabschnitt Harrer-Höhe überschlug sich Waldy mit seinem Auto mehrfach, der Bolide blieb auf dem Rücken liegen. Der Kärntner war sofort ansprechbar, wurde von Streckenposten aus dem Auto geholt und konnte gestützt selbstständig gehen. Waldy wurde mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht. Eine Computer Tomographie zeigte aber keinerlei Verletzungen. Auch der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung bestätigte sich nicht. Gesellschaft bei der Untersuchung im Spital hatte Waldy leider auch vom Deutschen Sportwagen-Senior Erich Öppinger, der sich mit seinem Osella PA16 BMW ebenfalls überschlug. In beiden Fällen gab es aber später Entwarnung von der Rennleitung. Rein sportlich gesehen stand das Duell der beiden italienischen Elitefahrer Simone Faggioli und Christian Merli einmal mehr im Brennpunkt des Interesses. Vor allem wie der neue Fortech-V8-Motor in Merlis Osella FA30 einschlagen würde, war die große Frage. Und er schlug ein! Doch zuerst donnerte Serieneuropameister Simone Faggioli in 1:53,783 von Tulwitz nach Rechberg. Der Norma-Pilot verbesserte damit seinen eigenen Streckenrekord aus dem Vorjahr. Aber Vorjahressieger Christian Merli war noch schneller. In 1:52,916 war Merli zwei Sekunden schneller als Faggioli im Vorjahr und der erste Mensch der mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 160 km/h den Rechberg bezwang, was die Sicherheitsexperten der […]

Geheimnis um Merlis Motor gelüftet

16. April 2017

Am Wochenende nach Ostern ist „kick off“ der diesjährigen Berg-Europameisterschaft beim Rechberg-Rennen in Österreich. Einer der Titelfavoriten in der Rennwagengruppe ist erneut der Italiener Christian Merli. Vor einigen Wochen sorgte die Meldung von einem Wechsel des Motorkonzepts im Heck des Blue City-Osella FA 30 für Schlagzeilen. Details zum neuen Motor kamen erst jetzt an die Oberfläche. Der Fortech 3000 V8 stammt aus den Händen des venezianischen Unternehmens Fortech Race Technology und basiert auf dem Motorblock und den Zylinderköpfen von Zytek. Alle anderen Komponenten wurden von Fortech selbst entwickelt. Nach den Tests und dem ersten Rennen in Italien ist Christian Merli optimistisch. „Wir müssen noch am Feintuning arbeiten, doch der Ausgangspunkt ist sehr gut und der Motor sehr stark. Der große Unterschied zum bislang verwendeten englischen RPE-V8  ist ein besseres Ansprechverhalten bei niedrigeren Drehzahlen, das in langsamen und engen Passagen eine bessere Performance bieten wird“. Unterdessen wurden für die Beschickung des Osella FA 30 Fortech V8 in die Europameisterschaft ein neues Einsatzteam gegründet. Christian Merli konnte hierzu seinen Sponsor und Gönner Daniele Sontacchi, den Inhaber von Blue City gewinnen. Das neue Team hat seine Basis in Pietramurata in der Nähe von Trento, wo auch die Rennwagen vorbereitet werden. „Wir haben beschlossen die notwenigen Strukturen und das technische Niveau zu schaffen, um mein Auto in der EBM sowie einen Osella PA21 Jr B 1000, für Luc Splitaler zu betreuen. Er wird sechs Rennen in der Italienischen Bergmeisterschaft CIVM bestreiten“, so Merli weiter. Für 2018 planen wird weiter zu expandieren“. Werksunterstützung erfährt Merli und sein Team auch weiterhin von Chassis-Hersteller Osella. In den Hallen von Enzo Osella und der Firma Evotech wurde über den Winter das Heck des FA30 an den neuen Motor angepasst, aerodynamisch weiterentwickelt und die passende Telemetrie eingebaut.

Christian Merli mit neuen Motor im Rücken

6. Februar 2017

Seit ein paar Tagen ist es offiziell, der Osella FA 30 des amtierenden Vize-Europa-Bergmeisters der Kategorie II Christian Merli, wird einen neuen Motor für die Saison 2017 bekommen. Die Vorbereitungen hierzu haben im Hause Osella bereits begonnen. Somit wird wohl die Zusammenarbeit mit dem britischen Motorenbauer RPE, dessen Konzept aus zwei Motorradmotoren einen V8-Motor zu koppeln bestand, vorerst beendet sein. Zum Einsatz wird künftig wieder ein konventionelles 3-Liter-V8-Triebwerk kommen, verbunden mit der Hoffnung wieder auf Augenhöhe mit der Meisterkombination „Norma-Zytek-Faggioli“ zu sein. Welches V8-Aggregart genau nun im Heck des Werks-Osella seinen Platz finden wird, ist zurzeit noch nicht zu erfahren. Experten gehen jedoch von zukünftiger „Waffengleichheit“ aus, also einem Zytek V8-Block. „Mein Auto wird grundlegend verändert werden, insbesondere im Heck, mit einem neuen Achtzylinder 3-Liter Motor mit größerem Drehmoment und ein paar PS mehr Leistung“, freut sich Christian Merli. „Wir hoffen, es ist ein kluger Schachzug. Es ist meine Absicht, die Berg-Europameisterschaft erneut in Angriff zu nehmen und dazu bei ein paar Rennen der Italienischen Bergmeisterschaft am Start zu sein. Auf die Mechaniker von Osella wartet noch viel Arbeit. Das Gewicht und das Volumen der bei beiden Motoren ist sehr unterschiedlich. Damit verbunden sind Anpassungen an der Aerodynamik, der Gewichtsverteilung und der Übersetzung. Kurz gesagt, es beginnt alles wieder von neuem und jedes Rennen wird in seiner Art und Weise anders sein als die letzten Jahre. Das Wichtigste ist, den Fahrplan der Umbauarbeiten zu halten und möglichst vor den ersten Rennen zu testen. Das wird entscheidend sein, um beim ersten Rennen, das für den 23. April am Rechberg in Österreich geplant ist, schon konkurrenzfähig zu sein“.

Pedavena: Magliona gewinnt Finale der Bergmeisterschaft Italiens

21. Oktober 2016

Omar Magliona im ex-Faggioli Norma M20 FC Zytek dominierte die 34. Auflage des Bergrennens „Pedavena – Croce D’Aune“, das zeitgleich mit dem FiA Hillclimb Masters das große Potential an Top-Fahrern in Italien vor Augen führte. Das Rennen am südlichen Rand der Dolomiten war zwölfter und letzter Lauf der italienischen Bergmeisterschaft 2016, organisiert von den „Freunden von Pedavena“, die die letzten Titel der Saison zugeordneten. Der sardische Pilot von der Scuderia CST dominierte beide Durchgänge auf sehr rutschigem Geläuf, nachdem in der Nacht Regen gefallen war und die Piste sehr zögerlich abtrocknete. Das Podium erklimmen durfte weiter der Sizilianer Vincenzo Conticelli, der es mit wenig Streckenkenntnis bei diesen schwierigen Bedingungen in seinem Osella PA 30 Zytek doppelt schwer hatte. Der dritte Platz gelang dem Trentiner Adolfo Bottura, die übermäßige Risiken am Steuer des mächtigen Osella FA 30 Zytek scheute. Mitfavorit Dany Zardo stoppten  technische Probleme am Lola Zytek auf den ersten Kilometern des zweiten Laufs. Luca Ligato ist italienischer CN-Gruppen-Meister. Der 23-jährige Inhaber von Reggio Calabria Jonia Corse gewann die Herausforderung des letzten Rennens mit seinem dem Osella PA 21 EVO Honda, trotz einigen Nervenkitzels vor dem Rennstart, sprang für den Mann aus Kalabrien am Ende der 4. Platz im General von Pedavena heraus.

Mehr als nur ein Bergrennen – 131 Fahrer beim zweiten Masters dabei

5. Oktober 2016

Die noch junge Geschichte des FiA Hill Climb Masters wird am kommenden Wochenende im tschechischen Sternberk eine Fortsetzung finden. Zum zweiten Mal, nach der grandiosen Premiere im luxemburgischen Eschdorf in 2014, werden die besten Bergrennspezialisten Europas bei einem Event vereint sein, doch das ist nicht immer gewährleistet. Die auf 3,3 km verkürzte, fast permanente Bergrennstrecke von Ecce Homo, die ein Stück am Sternberker Stadtrand entlangführt, dürfte den Protagonisten der Berg-Europameisterschaft und vor allem den 30 einheimischen, tschechischen Teilnehmern bestens bekannt sein. Völliges Neuland betreten hingegen erneut die starken Piloten aus Großbritannien oder die erstmals am Masters teilnehmende Abordnung aus Griechenland. Beide Landesmannschaften reisen übrigens mit eigens gecharterten Trucks im Sammeltransport an. Bedauerlicher weise fehlen die noch in Eschdorf durch ihr sympathisches Auftreten aufgefallenen Teams aus Malta und Irland, denen die lange Anreise in den Osten der Tschechischen Republik zu beschwerlich war oder der von der FiA vorgegebene Zweijahresrhythmus aus vielerlei Gründen nicht in die Saisonplanung passt. Am 8. und 9. Oktober werden sicherlich Bergrennsportfans aller Herren Länder das Wochenende vor ihren PC´s oder Notebooks verbringen, denn wie man hört werden die Läufe zum FiA Hill Climb Masters live im Internet zu verfolgen sein, und das beschränkt sich nicht nur auf den Zeitenmonitor. Acht Kameras werden am Renntag für ein Live-Streaming auf Youtube sorgen und auf die kleine Stadt Sternberk, mit ihren 14.000 Einwohnern gerichtet sein. Dort besitzt der Motorsport eine lange Tradition, wurde doch bereits 1905, also vor 111 Jahren erstmals ein Anlass für Automobile ausgetragen. Doch zwei von drei Goldmedailliengewinner aus 2014 werden beim Live-Stream nicht über den Bildschirm flimmern. Der Norma M20 FC mit dem 4-Liter V8-BMW-Triebwerk von Nicolas Schatz, also des Französischen Bergmeisters der letzten Jahre, ist derzeit auf dem Pariser Autosalon ausgestellt und auch der 2014er Kategorie 2-Sieger Eric Berguerand, der erneut die Schweizer Berg-Krone mit seinem Lola Cosworth-E2-SS-Umbau gewinnen konnte, machte keine Anstalten in Richtung Masters. Aus bekannten Gründen (BiD berichtete) wird auch der 2014ner Bronzeträger und U25-Hero David Hauser aus Luxemburg fehlen. Zudem war das vergangene Rennwochenende sehr verlustreich. Die beiden Schweizer Reto Meisel und Marcel Steiner sowie die Deutsche Speerspitze Holger Hovemann mussten ihre geplante Teilnahme am Masters auf Grund von technischen Defekten oder gar Unfällen absagen. Doch wir wollen hier ja nicht nur aufzählen wer alles nicht in der Region Olmüz von der Partie ist, denn es wird sicherlich auch so interessant und spannend werden. Als Top-Favorit sehen Kenner der Szene vor […]

Ilirska Bistrica: Faggioli mit Schachzug zum neunten EM-Titel

5. September 2016

Mit einem einmaligen Coup suchte EM-Titelverteidiger Simone Faggioli in Slowenien den direkten Zweikampf mit Dauerrivalen Christian Merli im werksunterstützten Osella FA 30. Nach drei Jahren pilotierte Faggioli erstmals wieder einen Osella FA30, mit dem Segen seines Norma-Chefs Norbert Santos. Nach dem Fahrzeug- und Gruppenwechsel blieb „Fagg“ in beiden Rennläufen knapp vor Merli. Der Florentiner unterbot sogar jeweils seinen Streckenrekord aus dem Vorjahr, den er im Norma M20 V8 herausfuhr, mit dem diesmal sein Teamkollege Paride Macario den italienischen Dreifachsieg komplettierte. Mit seinem fünften Sieg in Ilirska Bistrica sicherte sich Faggioli seinen 9. EM-Titel vor dem EM-Finale in Kroatien. Bei den Produktionswagen muss Christian Schweiger (A) nach seinem Gruppe-A Sieg beim Finale auf einen Patzer des Serben Miljkovic in der Gruppe N hoffen um selbst noch zum EM-Titel zu kommen. In der Österreichischen Berg-Staatsmeisterschaft musste Karl Schagerl mit seinem VW Golf Rallye TFSI-R auf die Reise nach Slowenien verzichten und sein Streichresltat in Anspruch nehmen. Verbesserungen am Motor zogen sich hin und das Treibwerk stand zum Rennwochenende von Ilirska Bistrica noch nicht zur Verfügung. Bei Schagerls größtem Verfolger in der ÖM-Wertung, Karl Werner und seinem Audi S2 lief es auch nicht ganz rund. Mit Technikproblemen schaffte er noch Rang 2 in der E1-Wertung hinter „Altmeister“ Felix Pailer im Lancia Delta Evo. Klar auf Titelkurs bei den Produktionswagen ist der Honda-Pilot Chris-André Mayer, der erneut seine Klasse N bis 2000 ccm gewann. Mehr Spannung verspricht hingegen die Rennwagen-Kategorie. Andreas Stollnberger ist mit seinem Motor im Formel 3 weiter am verzweifeln. Unrund landete der Meisterschaftsleader auf einem 23. Gesamtplatz. Nach Einrechnung des Streichresltats hat nun Hermann Waldy Senior im Lola F3000 die Meisterschaftsführung übernommen, und hat auch beste Aussichten diese über die verbleibenden drei Restrennen (Buzet, St. Agatha und Cividale) bis ins Ziel zu tragen, dass mit seinem Sohn Hermann Junior (Dallara F3) im Schlepptau. Mit einem verbogenen Dreieckslenker am Formula Renault Monza 1600 begann der Trainingstag für Franco Berto. Ersatz war zwar dabei und schnell montiert, aber das Vertrauen ins Material musste erst wieder wachsen. So kam der Italo-Schweizer nicht an seine Zeiten aus dem Vorjahr heran und wurde auf Gesamtrang 20 unter Wert geschlagen. Dennoch festigte der Mann aus dem Ferienort Bardolino seinen vierten Platz in ÖM-Zwischentabelle. Aus Deutscher Sicht verpasste der Freiburger Patrik Zajelsnik im Norma M20 F Mugen V8 um Haaresbreite Gesamtrang vier. Der Tscheche Milos Benes im Osella FA 30 war in beiden Rennläufen jeweils einen Tick schneller […]

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