Glasbach-Schallmauer vehement übersprungen

12. Juni 2017

Zwei gestandene Männer aus Italien stellten den Rest der 129 gemeldeten Teilnehmer aus 13 Nationen, beim 22. Int. ADAC Glasbachrennen bei Bad Liebenstein in Thüringen, regelrecht in den Schatten. Die entsprechende Bühne für den „Kampf der Giganten“ und die spannenden Rennen in den einzelnen Klassen und Gruppen boten die Mannen um den „Glasbach-Macher“ Marcus Malsch in hervorragender Weise. Dabei ist es für die RSG-Altensteiner-Oberland, anhand der Streckenlänge von 5,5 km und einem Veranstaltungsgelände das sich über gut und gern über acht Kilometer erstreckt, wesentlich schwieriger die benötigte „Man-Power“ zusammen zu trommeln, als es für die meisten anderen DM-Veranstalter ist – und die haben schon ihre Probleme. Vom Zielauslauf auf dem Rennsteig bis hinunter auf den idyllischen kleinen Marktplatz des Fahrerlagerorts Steinbach, wo unter Einbeziehung der Bevölkerung an zwei Abenden die „Race-Party“ für Stimmung sorgte und am frühen Sonntagabend mit einer urigen Siegerehrung die Rennteams verabschiedet wurden, war alles perfekt aufgebaut und vorbereitet. Hatte man mit dem Ablauf des Trainingstages mit vielen Zwischenfällen noch Mühe den Zeitplan einzuhalten, lief es am Renntag wie am Schnürchen und die Sonne lachte von einem wolkenlosen Himmel mit den Organisatoren um die Wette. So aufgestellt gehört die RSG in diesem Jahr mit Sicherheit zu den Top-Veranstaltern in der Berg-Europameisterschaft. Die vom Veranstalter RSG Altensteiner-Oberland genannten 10.000 Zuschauer wurden schon am Samstag von den beiden Streckensprechern auf das mögliche fallen der „Zwei-Minuten-Schallmauer“ eingestimmt. Diese sollte dann auch im alles überragenden Zweikampf der derzeit wohl weltbesten Bergrennfahrern Christian Merli und Simone Faggioli fallen. In Lauf eins blieb zuerst Faggioli im Norma Zytek V8 und dann Christian Merli, als letzter Konkurrent des Feldes, im Osella FA30 unter der magischen 120 Sekunden-Grenze. Die Vorentscheidung im italienischen Duell fiel im zweiten Durchgang, aus dem Merli mit fast einer Sekunde Guthaben auf seinen Erzrivalen hervor ging. Unglaublich, das Merli zum Abschluss im Labyrinth der 35 Kurven nochmals zulegen konnte und mit der neuen absoluten Rekordzeit von 1:58,440 min Faggioli um ganze 2,7 Sekunden distanzierte. Diese Rekordmarke bedeutet eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 167 km/h, entsprechend einer Fahrstrecke von fast 46,5 Metern pro Sekunde, dies bei stehendem Start und inklusive Bremsschikane! Merli war übrigens der einzige der Top-Fahrer der sich im letzten Lauf noch steigern konnte. Dennoch ging es in diesem Tagessiegduell nur ums Prestige. In der EM-Wertung haben die Beiden ihre Gruppen deutlich gewonnen, und rangieren in der Zwischenwertung weiter punktgleich an der Spitze. Nahezu genauso souverän wie die beiden Italo-Stars, verkaufte […]

EM-Auftakt nach Maß am Rechberg – Schreckmoment für Waldy

23. April 2017

Der Auftakt zur diesjährigen Berg-Europameisterschaft in Österreich hielt alles, was sich die Kenner der Szene erhofft hatten. Das Almenland in der Gegend um Fladnitz in der Steiermark präsentierte sich gottlob schneefrei und vor allem trocken. Dennoch war es genauso stürmisch und „saukalt“ wie in 2016. Die rund 200 Teilnehmer aus neun europäischen Nationen mussten teilweise eine Anreise durch tief verschneite Regionen in Kauf nehmen. Die neue Organisation um Erich Weber funktionierte sehr gut, vor allem das neue Konzept im Training das vorsieht mit rot aufgehaltene Fahrer nicht mehr zurückzuholen und neu starten zu lassen, sondern nach italienischem Vorbild nach Beseitigung der Blockade einfach weiter Richtung Ziel zu schicken, brachte Vorteile. Lediglich eine um fast eineinhalb Stunden verzögerte Siegerehrung hätte man bemängeln können. Doch es bleibt festzuhalten, das neue Orgateam hat sich bewährt. Was vor Wochen noch als „ein Ding der Unmöglichkeit“ angesehen wurde, entpuppte sich am Rennwochenende wider erwarten zur Realität. Österreichs Berg-Legende Herrmann Waldy, der sich über Monate mit Hilfe von Ärzten und Rehateams schindete, um seine inkomplette Querschnittslähmung zu überwinden, hatte es tatsächlich geschafft und steuerte am Trainingstag seinen Tatuus-Formula Master mit 2-Liter Honda-Motor die Rechberg-Bundesstraße hinauf. Der 69-Jährige hatte sein Ziel wieder in seinen Rennwagen zurückzukehren, mit unbändigem Willen erreicht. Doch am Renntag musste Waldy Senior einen erneuten Rückschlag hinnehmen. Im Streckenabschnitt Harrer-Höhe überschlug sich Waldy mit seinem Auto mehrfach, der Bolide blieb auf dem Rücken liegen. Der Kärntner war sofort ansprechbar, wurde von Streckenposten aus dem Auto geholt und konnte gestützt selbstständig gehen. Waldy wurde mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht. Eine Computer Tomographie zeigte aber keinerlei Verletzungen. Auch der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung bestätigte sich nicht. Gesellschaft bei der Untersuchung im Spital hatte Waldy leider auch vom Deutschen Sportwagen-Senior Erich Öppinger, der sich mit seinem Osella PA16 BMW ebenfalls überschlug. In beiden Fällen gab es aber später Entwarnung von der Rennleitung. Rein sportlich gesehen stand das Duell der beiden italienischen Elitefahrer Simone Faggioli und Christian Merli einmal mehr im Brennpunkt des Interesses. Vor allem wie der neue Fortech-V8-Motor in Merlis Osella FA30 einschlagen würde, war die große Frage. Und er schlug ein! Doch zuerst donnerte Serieneuropameister Simone Faggioli in 1:53,783 von Tulwitz nach Rechberg. Der Norma-Pilot verbesserte damit seinen eigenen Streckenrekord aus dem Vorjahr. Aber Vorjahressieger Christian Merli war noch schneller. In 1:52,916 war Merli zwei Sekunden schneller als Faggioli im Vorjahr und der erste Mensch der mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 160 km/h den Rechberg bezwang, was die Sicherheitsexperten der […]

Schatz geht neuen Weg in die ELMS

31. März 2017

Es mag  vielen Enthusiasten des Bergrennsports vorkommen wie ein verfrühter April-Scherz, doch die Neuigkeiten aus Frankreich sprechen eine andere Sprache. Am Tag vor dem 1. April verkündete Nicolas Schatz, der siebenfache Bergmeister Frankreichs seinen Wechsel auf die Rundstrecke. Der 31-jährige Rennprofi aus der Bourgogne wird in der European Le Mans Series 2017 an den Start gehen und in einem Ligier JS P3 LMP3, innerhalb des Team Alésien und Duqueine Engineering, Platz  nehmen. Somit wird Schatz der Französischen Bergmeisterschaft den Rücken kehren und sich voll und ganz auf sein Abenteuer „Rundstrecke“ konzentrieren. Schatz wird zudem weitere Rennen auf einem Norma M20 FC in der französischen VdeV-Endurance Serie bestreiten, dass im DB Autosport-Team des ehemaligen Bergrennfahrers Daniel Bassora. Bei den Bergrennen in Frankreich wird Nico nur ab und an in den Fahrerlagern auftauchen um als Team-Chef und Coach für seine Kunden da zu sein. Nicos Bruder Geoffrey Schatz wird jedoch die Flagge von Schatz Competition in der CFM weiter hoch halten. Er plant, nach aktuellem Stand, weiter in der Formel 3000-Klasse zu starten, jedoch im Reynard 01KL Mugen den Alban Thomas bislang pilotierte.

Mission Titelverteidigung am Pikes Peak

20. Februar 2017

Das Bergrennen Pikes Peak in den USA scheint den Franzosen zu gefallen! Wir erinnern uns an den Sieg von Sebastien Loeb im Jahr 2013, mit dem absoluten Streckenrekord auf seinem Werks-Peugeot 208 T 16, aber auch an Romain Dumas, den Doppelsieger der Veranstaltungen der Jahre 2014 und 2016. Romain Dumas, der seit kurzem nicht mehr zur Riege der Werksfahrer bei Porsche gehört, wird in 2017 nach Colorado, zu seiner fünften Teilnahme am „Race to the Clouds“ zurück kehren. Seine Waffe wird erneut ein Protoytp aus der Französischen Rennwagenschmiede Norma sein, dass in der Kategorie Unlimited. Der Norma MXX RD Limited getaufte Portotyp ist neu. Weitere Details sind noch geheim. Fest steht zudem, das der Norma von Dumas-Team eingesetzt wird und ein zweites Fahrzeug in der Time Attack Klasse 1 an den Start bringen wird. Wer hier hinter dem Lenkrad platzt nehmen darf, ist ebenfalls noch nicht bekannt. Nach der Dakar-Rallye und der Rallye-Monte Carlo zu Beginn diesen Jahres, ist Romain Dumas ein viel beschäftigter Rennfahrer, doch der Termin des Pikes Peak Bergrennens am 25. Juni passt da wunderbar, nur eine Woche nach dem 24 Stunden Klassiker von Le Mans.

Homestory: Franco Berto mit neuer Herausforderung in 2017

28. Dezember 2016

Im vergangenen Sommer besuchte „Bergrennen in Deutschland“ Franco Berto, den Österreichischen Berg-Vize-Meister von 2015, in seiner italienischen Heimat am Gardasee und beim Bergrennen Alpe del Nevegal im Belluno. Der 55-jährige Italo-Schweizer bestreitet seit 1989 Bergrennen. Seit einigen Jahren konzentriert sich der Mann aus dem mit unter weltbekannten Ferien- und Weinbauort Bardolino auf die Österreichische Berg-Staatsmeisterschaft, wo er in der abgelaufenen Saison Rang 4 in der Endabrechnung des Rennwagenchampionats belegen konnte. Als Mitteleuropäer, von der Nordseite der Alpen kommend, ist man schon ein bisschen neidisch auf die in Norditalien und am Gardasee gerne praktizierte unbeschwerte Lebensart. Hektik und Stress scheint es hier nicht zu gegen. Dem entsprechend trafen wir den Bergspezialisten erst einmal in einem typischen Straßenkaffe, jedoch etwas abseits der ausgetretenen Touristenpfade im der Bar Centrale in Calmasino, 80 Meter über dem See, im Hinterland von Bardolino. Hier kann man Franco Berto unter der Woche fast jeden Morgen zu seiner angestammten Zeit antreffen. Bei einem sensationellen Blick über den See ist Motorsport da kaum Thema, höchstens wenn Ferrari in der Formel 1 den Gesprächsstoff liefert. Vielmehr stehen lokale Ereignisse und das genießen eines Cappuccino oder Espresso im Vordergrund. Wenig später ging es weiter zu Francos Anwesen etwas oberhalb von Bardolino, wo er mit Ehefrau und Tochter Giulia lebt. Die Garage im Garten beherbergt den Formel Renault Monza, samt Equipment, mit dem Berto im Jahr 2015 die Österreichische Vize-Bergmeisterschaft hausgefahren hatte. Hier ist es recht eng, doch der Rennwagen samt Ersatzteilen, Werkzeugen und Pflegemittel hat seinen Platz gefunden. Auch ein Teil der unzähligen Pokale ist hier her ausquartiert. „Nur die wichtigsten Trophäen stehen im Haus, genauer gesagt im Schlafzimmer, sonst spielen meine beiden Frauen nicht mit“, lacht Franco. Kleinere Wartungsarbeiten und aerodynamische Weiterentwicklungen nimmt der Vertreter in der Sanitärbranche selbst an seinem Formel Boliden vor. Es ist ein recht ungewöhnliches und eher seltenes Rennfahrzeug. Der Formel Renault „Monza“ stammt aus der italienischen Formel Renault Serie auf der Rundstrecke und ist, anders als üblich mit einem 1600 ccm, statt einem 2-Liter Triebwerk ausgerüstet. Der Motor in Francos Rennwagen entspricht in den letzten Jahren den bekannten Super 1600-Motoren, wie sie im Rallyesport beispielsweise im Renault Clio Verwendung finden. In der Klasse bis 2 Liter der Berg ÖM kann der Mann vom Gardasee dennoch hervorragend mitthalten. Wie viele am Bergrennsport begeisterte Sportler kann Franco Berto auf eine zweigeteilte Laufbahn schauen. Ende der 1980er Jahre, genau 1989 begann Franco mit einem Peugeot 205 1,9 GTI mit […]

Pedavena: Magliona gewinnt Finale der Bergmeisterschaft Italiens

21. Oktober 2016

Omar Magliona im ex-Faggioli Norma M20 FC Zytek dominierte die 34. Auflage des Bergrennens „Pedavena – Croce D’Aune“, das zeitgleich mit dem FiA Hillclimb Masters das große Potential an Top-Fahrern in Italien vor Augen führte. Das Rennen am südlichen Rand der Dolomiten war zwölfter und letzter Lauf der italienischen Bergmeisterschaft 2016, organisiert von den „Freunden von Pedavena“, die die letzten Titel der Saison zugeordneten. Der sardische Pilot von der Scuderia CST dominierte beide Durchgänge auf sehr rutschigem Geläuf, nachdem in der Nacht Regen gefallen war und die Piste sehr zögerlich abtrocknete. Das Podium erklimmen durfte weiter der Sizilianer Vincenzo Conticelli, der es mit wenig Streckenkenntnis bei diesen schwierigen Bedingungen in seinem Osella PA 30 Zytek doppelt schwer hatte. Der dritte Platz gelang dem Trentiner Adolfo Bottura, die übermäßige Risiken am Steuer des mächtigen Osella FA 30 Zytek scheute. Mitfavorit Dany Zardo stoppten  technische Probleme am Lola Zytek auf den ersten Kilometern des zweiten Laufs. Luca Ligato ist italienischer CN-Gruppen-Meister. Der 23-jährige Inhaber von Reggio Calabria Jonia Corse gewann die Herausforderung des letzten Rennens mit seinem dem Osella PA 21 EVO Honda, trotz einigen Nervenkitzels vor dem Rennstart, sprang für den Mann aus Kalabrien am Ende der 4. Platz im General von Pedavena heraus.

Mehr als nur ein Bergrennen – 131 Fahrer beim zweiten Masters dabei

5. Oktober 2016

Die noch junge Geschichte des FiA Hill Climb Masters wird am kommenden Wochenende im tschechischen Sternberk eine Fortsetzung finden. Zum zweiten Mal, nach der grandiosen Premiere im luxemburgischen Eschdorf in 2014, werden die besten Bergrennspezialisten Europas bei einem Event vereint sein, doch das ist nicht immer gewährleistet. Die auf 3,3 km verkürzte, fast permanente Bergrennstrecke von Ecce Homo, die ein Stück am Sternberker Stadtrand entlangführt, dürfte den Protagonisten der Berg-Europameisterschaft und vor allem den 30 einheimischen, tschechischen Teilnehmern bestens bekannt sein. Völliges Neuland betreten hingegen erneut die starken Piloten aus Großbritannien oder die erstmals am Masters teilnehmende Abordnung aus Griechenland. Beide Landesmannschaften reisen übrigens mit eigens gecharterten Trucks im Sammeltransport an. Bedauerlicher weise fehlen die noch in Eschdorf durch ihr sympathisches Auftreten aufgefallenen Teams aus Malta und Irland, denen die lange Anreise in den Osten der Tschechischen Republik zu beschwerlich war oder der von der FiA vorgegebene Zweijahresrhythmus aus vielerlei Gründen nicht in die Saisonplanung passt. Am 8. und 9. Oktober werden sicherlich Bergrennsportfans aller Herren Länder das Wochenende vor ihren PC´s oder Notebooks verbringen, denn wie man hört werden die Läufe zum FiA Hill Climb Masters live im Internet zu verfolgen sein, und das beschränkt sich nicht nur auf den Zeitenmonitor. Acht Kameras werden am Renntag für ein Live-Streaming auf Youtube sorgen und auf die kleine Stadt Sternberk, mit ihren 14.000 Einwohnern gerichtet sein. Dort besitzt der Motorsport eine lange Tradition, wurde doch bereits 1905, also vor 111 Jahren erstmals ein Anlass für Automobile ausgetragen. Doch zwei von drei Goldmedailliengewinner aus 2014 werden beim Live-Stream nicht über den Bildschirm flimmern. Der Norma M20 FC mit dem 4-Liter V8-BMW-Triebwerk von Nicolas Schatz, also des Französischen Bergmeisters der letzten Jahre, ist derzeit auf dem Pariser Autosalon ausgestellt und auch der 2014er Kategorie 2-Sieger Eric Berguerand, der erneut die Schweizer Berg-Krone mit seinem Lola Cosworth-E2-SS-Umbau gewinnen konnte, machte keine Anstalten in Richtung Masters. Aus bekannten Gründen (BiD berichtete) wird auch der 2014ner Bronzeträger und U25-Hero David Hauser aus Luxemburg fehlen. Zudem war das vergangene Rennwochenende sehr verlustreich. Die beiden Schweizer Reto Meisel und Marcel Steiner sowie die Deutsche Speerspitze Holger Hovemann mussten ihre geplante Teilnahme am Masters auf Grund von technischen Defekten oder gar Unfällen absagen. Doch wir wollen hier ja nicht nur aufzählen wer alles nicht in der Region Olmüz von der Partie ist, denn es wird sicherlich auch so interessant und spannend werden. Als Top-Favorit sehen Kenner der Szene vor […]

Ilirska Bistrica: Faggioli mit Schachzug zum neunten EM-Titel

5. September 2016

Mit einem einmaligen Coup suchte EM-Titelverteidiger Simone Faggioli in Slowenien den direkten Zweikampf mit Dauerrivalen Christian Merli im werksunterstützten Osella FA 30. Nach drei Jahren pilotierte Faggioli erstmals wieder einen Osella FA30, mit dem Segen seines Norma-Chefs Norbert Santos. Nach dem Fahrzeug- und Gruppenwechsel blieb „Fagg“ in beiden Rennläufen knapp vor Merli. Der Florentiner unterbot sogar jeweils seinen Streckenrekord aus dem Vorjahr, den er im Norma M20 V8 herausfuhr, mit dem diesmal sein Teamkollege Paride Macario den italienischen Dreifachsieg komplettierte. Mit seinem fünften Sieg in Ilirska Bistrica sicherte sich Faggioli seinen 9. EM-Titel vor dem EM-Finale in Kroatien. Bei den Produktionswagen muss Christian Schweiger (A) nach seinem Gruppe-A Sieg beim Finale auf einen Patzer des Serben Miljkovic in der Gruppe N hoffen um selbst noch zum EM-Titel zu kommen. In der Österreichischen Berg-Staatsmeisterschaft musste Karl Schagerl mit seinem VW Golf Rallye TFSI-R auf die Reise nach Slowenien verzichten und sein Streichresltat in Anspruch nehmen. Verbesserungen am Motor zogen sich hin und das Treibwerk stand zum Rennwochenende von Ilirska Bistrica noch nicht zur Verfügung. Bei Schagerls größtem Verfolger in der ÖM-Wertung, Karl Werner und seinem Audi S2 lief es auch nicht ganz rund. Mit Technikproblemen schaffte er noch Rang 2 in der E1-Wertung hinter „Altmeister“ Felix Pailer im Lancia Delta Evo. Klar auf Titelkurs bei den Produktionswagen ist der Honda-Pilot Chris-André Mayer, der erneut seine Klasse N bis 2000 ccm gewann. Mehr Spannung verspricht hingegen die Rennwagen-Kategorie. Andreas Stollnberger ist mit seinem Motor im Formel 3 weiter am verzweifeln. Unrund landete der Meisterschaftsleader auf einem 23. Gesamtplatz. Nach Einrechnung des Streichresltats hat nun Hermann Waldy Senior im Lola F3000 die Meisterschaftsführung übernommen, und hat auch beste Aussichten diese über die verbleibenden drei Restrennen (Buzet, St. Agatha und Cividale) bis ins Ziel zu tragen, dass mit seinem Sohn Hermann Junior (Dallara F3) im Schlepptau. Mit einem verbogenen Dreieckslenker am Formula Renault Monza 1600 begann der Trainingstag für Franco Berto. Ersatz war zwar dabei und schnell montiert, aber das Vertrauen ins Material musste erst wieder wachsen. So kam der Italo-Schweizer nicht an seine Zeiten aus dem Vorjahr heran und wurde auf Gesamtrang 20 unter Wert geschlagen. Dennoch festigte der Mann aus dem Ferienort Bardolino seinen vierten Platz in ÖM-Zwischentabelle. Aus Deutscher Sicht verpasste der Freiburger Patrik Zajelsnik im Norma M20 F Mugen V8 um Haaresbreite Gesamtrang vier. Der Tscheche Milos Benes im Osella FA 30 war in beiden Rennläufen jeweils einen Tick schneller […]

Faggiolis Schachzug – Vorzeitiges EM-Endspiel in Ilirska Bistrica

31. August 2016

Mit einem ungewöhnlichen Schachzug sucht Titelverteidiger Simone Faggioli am kommenden Wochenende die Titelentscheidung in der diesjährigen Europa-Bergmeisterschaft. Vor dem vorletzten Saisonrennen im slowenischen Ilirska Bistrica liegt der Florentinische Champion gleichauf mit seinem Landsmann Christian Merli, der am Ende bei Punktgleichheit den Titel davon tragen würde. Da beide Rivalen in unterschiedlichen Gruppen dominieren und am Ende  wohl auch punktgleich wären, sucht Faggioli nun die direkte Konfrontation und startet in der Gruppe E2-SS (Single Seater). Sein E2-SC Sportwagen vom Typ Norma M20 FC Zytek V8  tauscht er gegen einen Osella FA 30 aus seinem eigenen Team ein, der auf Pirelli-Reifen rollen wird. Seit dem Jahr 2013 steuerte Faggioli einen solchen Rennwagen nicht mehr bei einem Rennen. Norma Auto Concept-Chef Norbert Santos steht hinter seinem Fahrer und dem kurzzeitigen Markenwechsel. „Wir haben vollstes Verständnis für die Haltung von Simone. Das EM-Reglement ist so, dass der schnellste und erfolgreichste Fahrer, mit dem besten Auto, nicht zwangsläufig Europameister wird. Simone hat keine andere Wahl, als diesen Versuch zu wagen. Die gesamte Norma-Mannschaft unterstützt Simone bei dieser Prüfung und hofft das er beim EM-Finale Mitte September in Buzet, im bewährten Norma erneut den EM-Titel der Kategorie II, für sich und sein Team sowie die Marke Norma sicherstellen kann“.

Lucine: Drei Mal Streckenrekord in Slowenien

15. August 2016

Der Bergrennsport in Mitteleuropa legte am vergangen Wochenende eine Pause sein, wo sonst sich zwei oder drei Termine überscheiden, hatte das Bergrennen GHD Lucine in der Nähe der slowenischen Hauptstadt Ljubljana, dem früheren Laibach, das Alleinvertretungsrecht. Auf der 4 km langen Strecke, mit einer schnellen Ortsdurchfahrt und einigen sehr engen Haarnadelkurven im Mittelteil wurde der vorletzte Lauf zum FiA International Hillclimb Cup 2016 ausgetragen. Am Renntag wurde in allen drei Durchgängen der absolute Streckenrekord unterboten. Den Anfang machte hauchdünn der Veronese Federico Liber im Formula Gloria C8P in 2:01,90 min und warf somit den Federhandschuh dem Tschechen Vaclav Janik vor die Füße, der dann zwei Mal Laufbestzeit im Norma M20 FC V8 fuhr und den Bahnrekord schlussendlich auf 2:01,30 min drückte. Klar, daß so auch der Gesamtsieg an Janik ging, vor Liber und Janiks Teamkollege Petr Trnka im Norma M20 aus der 2-Liter Sportwagenklasse. Im FiA Hillclimb Cup liegt Janik vor dem Finalrennen von Mickhausen (1./2. Oktober) uneinholbar an der Spitze der Kategorie 2 (Competition) und verteidigt somit zum fünften Mal in Folge seinen Titel seit 2012. In der Kategorie 3, der E1-Tourenwagen hatte der Schweizer Ronnie Bratschi nach seinem Sieg von Osnabrück, am darauf folgenden Wochenende kein Glück und packte bereits nach dem ersten Rennlauf seine Sachen ein. „Auf verschmutzter Strecke, wahrscheinlich vom Kühlwasser eines Kontrahenten und ohne das entsprechende Flaggensignal touchierte ich leicht eine Leitplanke und stellte meinen Mitsubishi Lancer sicherheitshalber ab, da ich den Titel im Fia Hillclimb Cup schon sicher habe“. So ging der Tourenwagensieg von Lucine an den einheimischen Milan Bubnic im Lancia Delta. Bedingt durch abzurechnende Streichresultate musste die Titelentscheidung in der Kategorie 1 der Produktionswagen auf den FiA und DM-Endlauf im bayrischen Schwabenland vertagt werden. Hier haben der Ungar Laszlo Hernadi, der Slowake Petr Jurena und die Italienerin Gabriela Pedroni (alle Mitsubishi) noch Chancen auf den Titel.

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