Merli gewinnt auch in Portugal – Petit mit Highspeed-Crash

13. Mai 2019

Nach den Bergrennen Col St. Pierre (Frankreich) und Rechberg (Österreich) gewinnt Christian Merli auch den dritten Lauf der diesjährigen Berg-Europameisterschaft in Portugal. Beim 40. Internationalen Rampa da Falperra vor den Toren der Stadt Braga, nordöstlich von Porto, bricht der Osella-Werksfahrer auch zum dritten Mal in dieser Saison den Streckenrekord. Bereits die Bestmarke aus dem Vorjahr war vom Fahrer der Scuderia Vimotorsport auf den 5.200 Meter langen Highspeed-Strecke in 1:47,890 min aufgestellt worden. Diesmal war Merli noch einmal  nahezu eine Sekunde schneller in 1:46,944 min. An manchen Stellen der Strecke erreichte Merli, wie auch ein Großteil der Topfahrer eine Spitzengeschwindigkeit von über 250 km/h. Seinem ärgsten Widersacher und Landsmann Simon Faggioli im Norma M20 FC fehlten am Ende, das unerwartet kommen sollte,  wieder einmal 3,3 Sekunden. Ein Ausrufezeichen setzte der Vorarlberger Christoph Lampert, auf der für ihn gänzlich unbekannten Strecke. Ohne echten Druck von Sebastien Petit oder Guy Demuth zu verspüren, dafür aber erneut mit Unterstützung des Blue City-Teams von Christian Merli, gelang Lampert ein unglaublicher dritter Gesamtrang. „Sehr gut. Wir freuen uns über unser Ergebnis und auch über Rang 3 von Lampert“, kommentierte Merli. „Versuchen wir so weiterzumachen. Wir haben eine Reihe kleiner Änderungen und Aktualisierungen an meinem Osella FA 30 vorgenommen, mit denen wir Rekorde und Siege fahren konnten. Gleich Morgen nehmen wir die Arbeit an den beiden Sportarten wieder auf und ziehen dann nördlich von Oviedo nach Spanien, um an der 4. Runde der Berg EM, der Subida al Fito „, teilzunehmen“. Wie schon in Eschdorf war der Franzose Sebastien Petit im Norma M20 FC nicht in Bestform, was mit dem im letzten Lauf passierten Unfall, aber nichts zu tun hatte. Auf einer der Hochgeschwindigkeitspassagen geriet Petits Norma im dritten Lauf plötzlich außer Kontrolle und krachte beidseitig mehrfach in die Leitplanken, die in Portugal nur einfach ausgebaut sind. Wie durch ein Wunder stieg der Französische Meister völlig unverletzt aus dem Wrack aus. Mehrfach war anschließend die Rede von einem Bruch des Heckflügels, was die unheilvolle Situation auslöste. Die darauf folgenden Piloten verzichteten danach auf eine Startwiederholung, wohl auch wegen den zahlreichen Schäden an den Leitplanken. Einen Durchgang zuvor war nicht nur Lampert schneller gewesen als Petit, sondern auch der Luxemburger Guy Demuth im Norma Zytek V8. Petit wurde dennoch als vierter der Gesamtwertung geführt, hauchdünn vor Guy Demuth. Nach diesem Horror-Unfall, bei dem Petit nur noch Passagier war, möchte er so schnell wie möglich wieder hinters Steuer um […]

Ander Vilarino übernimmt Norma V8 seines Vaters

4. Februar 2019

Nach dem Ende der langen und erfolgreichen Motorsportkarriere der spanischen Bergrenn-Legende Andres Vilarino (67) Ende letzten Jahres, wird nun sein Sohn Ander das verwaiste Cockpit des Norma M20 FC V8 übernehmen und damit in den Schoß des Familien-Teams zurückkehren. Dies haben Vater und Sohn am vergangen Wochenende beschlossen und bekannt gegeben. Beide Generationen der Vilarino-Familie waren in der Vergangenheit bereits Titelträger in der Berg-Europameisterschaft. Letztmals im Jahr 2007 starten beide gemeinsam in der Berg-EM, Ander mit einem Reynard Formel 3000 und Andres im Norma BMW. Danach zog es Ander auf die Rundstrecke, mit weiteren Erfolgen. So gewann der Junior drei Mal das europäische Pendant der NASCAR-Serie und auch in der Sportwagen-Langstreckenmeisterschaft VDV European Challenge, die vorwiegend in Frankreich angesiedelt ist,  konnte Ander zwei Mal in der Gesamtwertung gewinnen. Einmal stand er sogar kurz vor einem Vertrag in der DTM, doch sein Landsmann Augusto Farfus bekam den Vorzug. Mit Spannung wird nun die Verkündung von Anders Rennkalender 2019 erwartet. Mit dem E2-SC Sportwagen stehen dem mittlerweile 39jährigen Basken theoretische die Spanische Bergmeisterschaft, die Europa-Bergmeisterschaft oder eine Mischung aus beidem offen. Eine Pressekonferenz zu diesem Thema wird demnächst in San Sebastian stattfinden.

Simone Faggioli und Fabien Bouduban starten erneut am Pikes Peak

19. Januar 2019

Der europäische Bergrennstar Simone Faggioli bildet die Speerspitze in der Liste von Konkurrenten für das 97. Broadmoores Pikes Peak International Hill Climb am 30. Juni diesen Jahres. Aktuell befinden sich bereits 74 Autos und 28 Motorräder in der Starterliste des einzigartigen Bergrennens in den USA, das auch von Gran Turismo unterstützt wird. Die Auflistung ist als vorläufig anzusehen, denn der Veranstalter kann nach seinem Ermessen weitere Teilnehmer und Teams zulassen. So ist nicht ausgeschlossen, das potente Werksteams wie beispielsweise Volkswagen im vergangen Jahr, noch dazu stoßen. Simone Faggioli siegte im letzten Jahr mit einer unglaublichen Fahrzeit  von 8:37.230 Minuten, das als Neuling in der Unlimited Klasse, in der Gesamtwertungen lediglich geschlagen mit dem außergewöhnlichen Allzeitrekord von 7:57,148, den Romain Dumas aus Frankreich in seinem Volkswagen ID R an „America’s Mountain“ aufgestellt hatte. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt ist klar – Der italienische Ausnahmefahrer kehrt mit seinem Norma M20 SF PKB in der Unlimited-Kategorie zurück. Zur Mannschaft von Simone Faggioli gehört auch wieder der Schweizer Fabien Bouduban, der auf einem baugleichen Sportprototyp im letzten Jahr Dritter wurde. Das berühmteste Bergrennen der Welt strahlt immer noch im Schein der fabelhaften Leistung von Romain Dumas aus dem letzten Sommer, in seinem VW Elektro Racer. Mehr als 7.000 Zuschauer aus 23 Ländern und mehr als 40 US-Staaten standen im vergangenen Juni an der Strecke, um Dumas und einen der dramatischsten Momente in der Geschichte des Rennsports zu sehen. „Wir wissen nie, welche fantastischen Momente in diesem Jahr,  Teil der Geschichte des Rennens werden „, sagte die leitende Direktorin von PPIHC, Megan Leatham. “ Wir haben schon jetzt eine großartige Auswahl an Konkurrenten aus der ganzen Welt, die diesen Sommer zum Pikes Peak kommen, um den Berg der Berge zu besteigen.“ Weitere Top-Konkurrenten des Race to the Clouds 2019: Raphaël Astier, Frankreich – Time Attack 1: Zweiter beim Pikes Peak Open im letzten Sommer. Der Rallye-Pilot mit Einsätzen in der WRC, wurde im Porsche 911 GT3 RS im Vorjahr mit 9: 53.718 gestoppt. In diesem Jahr wird er im Cockpit eines Porsche 911 GT3 Cup Turbo Platz nehmen. Astier war 2016 Zweiter im Feld Time Attack 1 als PPIHC-Rookie des Jahres. Liam Doran, Großbritannien – Unlimited:  Doran ist ein professioneller Rallycrossfahrer, der an der FIA World Rallycross Championship, der Global Rallycross Championship, den X Games und der European Rallycross Championship teilnimmt. Er ist der Sohn des britischen Rallycross-Fahrers Pat Doran und Besitzer der Lydden Hill […]

Mit Karacho den Rennsteig hinauf – Luxemburger Bilanz

17. Juli 2018

Erstmals wurde das Glasbachrennen in Bad Liebenstein für die Luxemburger Bergmeisterschaft gewertet, und zur Premiere waren viele Piloten aus dem Großherzogtum angereist, die sich allesamt mehr als zufrieden gaben. Am 8. September 1974, noch zu seligen DDR-Zeiten, wurde vor 6.000 begeisterten Zuschauern das 1. Glasbachrennen ausgetragen. Heute verkörpert die mit 35 Kurven bespickte Strecke vom Ortsteil Steinbach hinauf zum Glasbachstein die längste und modernste Bergrennstrecke Europas, die daher zurecht den EBM-Status (Europa Bergmeisterschaft) trägt und 2018 erstmals auch zur Luxemburger Bergmeisterschaft gewertet wurde. ACL-Sport hatte ein gutes Näschen bewiesen, um dieses Rennen in unseren Kalender einzufügen und schon zum 2. Mal durfte der ACL-Sportpräsident Marc Joseph ebenfalls das Ehrenamt als FIA-Observer (Präsident) für diese Veranstaltung bekleiden. 15 Luxemburger Piloten hatten sich zu dieser Premiere angemeldet und 13 reisten schlussendlich in den Thüringer Wald, um das überaus spektakuläre Rennen in Angriff zu nehmen. Sie sollten ihr Kommen nicht bedauern, denn zum einen glänzt dieses Bergrennen durch seine perfekte Organisation, dann sind die Menschen dieser Region überaus freundlich und schließlich verlangt die endlose Fahrt hinauf von Mensch und Maschine alles ab, und nur wer richtig gut im Bergrennsport ist, hat eine Chance einigermaßen fehlerfrei diesen kniffligen Parcours zu bewältigen. Allen voran glänzte der amtierende europäische Champion Christian Merli (Osella FA30 Zytek) bei diesem Rennen und holte sich unangefochten den Gesamtsieg. Gegen den Italiener war kein Kraut gewachsen und das mussten die Sébastien Petit, Jelle De Coninck, Patrick Zajelsnik (alle Norma M20FC) und Konsorten allesamt einsehen. Zum einen, weil sie an die Zeiten des Christian Merli nicht annähernd herankamen und zum anderen, weil sie sich überschätzten und ihre Sportwagen gegen die auf 5,5 km errichteten doppelten Leitplanken setzten. Das wusste Guy Demuth zu vermeiden, und an seinem 49. Geburtstag brachte er das Kunststück fertig, nach dem guten EM-Rennen im portugiesischen Braga (Falperra) einen weiteren  grandiosen Parforceritt am Rennsteig hinzulegen. Mit Rang 4 und nach 2 Läufen insgesamt 14,8 Sekunden Rückstand hinter Merli wurde er für seinen Einsatz und sein Können am Lenkrad seines neuen Norma M20FC (Foto oben) belohnt. In Windeseile hat er sich an sein schwarzes „Ungeheuer“ gewöhnt und ihm wird in Zukunft noch viel mit seinem fahrbaren Untersatz zuzutrauen sein. Kein Wunder, dass abends die Korken beim Team Demuth knallten und sie gemeinsam mit ihren überaus liebenswerten Gastgebern, vor deren Haus sie ihre Zelte und den Lkw abgestellt hatten, feierten. Aber auch bei Daniel Donkels (Tatuus Renault) und Tania Flammang im […]

Allzeit-Rekord für VW am Pikes Peak

25. Juni 2018

Mit dem rein elektrisch angetriebenen I.D. R Pikes Peak hat Volkswagen beim Pikes Peak International Hill Climb Geschichte geschrieben. Romain Dumas (F) bezwang die mit konventioneller Antriebstechnik fahrende Konkurrenz im 500 kW (680 PS) starken I.D. R Pikes Peak und verbesserte nicht nur die bisherige Bestmarke für Elektrofahrzeuge, sondern auch den Allzeit-Rekord von Sébastien Loeb (F) aus dem Jahr 2013 – und das um gleich 16 Sekunden. Dumas‘ neue Bestmarke von 7.57,148 Minuten steht nun an erster Stelle der Liste von Pikes-Peak-Siegern – darunter namhafte Fahrerpersönlichkeiten wie Loeb, Walter Röhrl (D), Michèle Mouton (F), Stig Blomqvist (S), Nobuhiro Tajima (J) sowie Rod Millen und dessen Sohn Rhys (beide NZ). „Der I.D. R Pikes Peak ist der sportliche Vorbote der rein elektrisch angetriebenen I.D. Familie von Volkswagen. Und heute haben wir gezeigt, was in dieser Technologie steckt“, so Dr. Frank Welsch, Mitglied des Markenvorstands Volkswagen Pkw, Geschäftsbereich „Technische Entwicklung“. „Auf den heutigen Tag und dieses Ergebnis kann jeder Mitarbeiter von Volkswagen extrem stolz sein. Ich gratuliere der Mannschaft von ganzem Herzen. Mit herausragender Ingenieurskunst und leidenschaftlichem Einsatz hat das Team in nur acht Monaten einen phantastischen Rennwagen auf die Räder gestellt. Nun hat der Volkswagen I.D. R Pikes Peak die beste Zeit in der über 100-jährigen Geschichte dieses Bergrennens erzielt – das ist ein starkes Zeichen für die Elektromobilität.“ Als reinrassiger Hillracer war erstmals der europäische Champion Simone Faggioli aus Italien am Berg der Berge. Das Norma M20 SF PKP-Zweiwagenteam mit dem Schweizer Fabien Bouduban blieb von diversen Motorproblemen im Verlauf der Trainingsfahrten nicht verschont, führt die Strecke doch auf eine Höhe von 4.300 Meter. Im Rennen, wo die 19,99 km lange Strecke erstmals im Rahmen der Veranstaltung in voller Länge befahren wird, erkämpfte sich Faggioli den zweiten Gesamtplatz, sein Teamgefährte Bouduban wurde Vierter. „Das Rennen heute zu beenden, nach einer schwierigen Woche mit ungewissem Ausgang, hat für mich einen enormen Wert!“ sagte Faggioli nach dem Rennen. „Das ist wie ein Sieg für mich und das ganze Team. Die Aufregung und Arbeiten an den Autos waren sehr intensiv! Ich hatte auch Probleme im Rennen, aber ich sehe nur die positiven Seiten dieses Abenteuers. Wenn ich bedenke, dass meine Zeit von 8’37“ die absolute schnellste Zeit in der Geschichte des Pikes Peak Bergrennen für ein offenen Sportwagen ist, es ist die absolut beste Zeit in der Geschichte für ein privates Team, die drittbeste Zeit aus allen 96 Ausgaben des Rennens und auch […]

Patrik Zajelsnik mit Podiumsplatz in Frankreich

30. April 2018

Nach den ersten beiden Läufen zur Französischen Bergmeisterschaft ganz im Süden Frankreichs, gastierte das Championnat de la Montage in Abeschviller im Osten der Republik und damit in der Nähe der grünen Grenze zu Deutschland und Luxemburg. Mit dabei waren, neben wenigen Deutschen Startern auch die Fahrerinnen und Fahrer der Luxemburger Berg-Meisterschaft, die in ihrer eigenen Wertung unterwegs waren. Die drei Durchgänge, von denen wie in Frankreich üblich, nur der schnellste Lauf für die Endplatzierung ausschlaggebend ist, stand im Zeichen der beiden Rivalen Geoffrey Schatz und Sebastien Petit. Mit zwar relativ gleichen Fahrzeugen aus dem Hause Norma, aber unterschiedlichen Motorkonzepten, lieferten sich die Beiden einen exzellenten Zweikampf, im Verlaufe dessen der Streckenrekord von beiden Piloten unterboten wurde und schlussendlich Schatz die Nase seines Norma BMW 4-Liter V8 vorne hatte. Nur um 31/1000 Sekunden verpasste Petit, der auf 3-Liter V8-Power von Zytek vertraut und so auch in der Berg EM starten kann, die Wiederholung seines Vorjahressieges. Bereits bestens in Frühform zeigte sich der Freiburger Patrik Zajelsnik in seinem V8-Norma. Für seine  schnellen Fahrten, die am Ende Gesamtrang 3 bedeuteten, erntet der junge Tankstellenunternehmer Lob und Anerkennung von der Französischen Elite. Alexander Zajelsnik steuerte das von Bruder Patrik übernommen Norma Vorgängermodell, jetzt ebenfalls mit V8-Pover, auf Gesamtrang 12. Auch der Badener Dino Gebhard, kam mit seinem neu angeschafften Norma M20 Honda 2-Liter den kurzen Weg herüber um den weißen Sportwagen erstmals unter Rennbedingungen zu bewegen. Unter allen fast 50 Rennsportfahrzeugen die das Ziel sahen wurde Dino 37. Bei den Tourenwagen und GT siegte der junge Pierre Courroye im Mc Laren MP4 12C unangefochten vor Nicolas Werver (Porsche 997 GT2) und Philippe Schmitter im Renault RS 01. Der schnellste Tourenwagenpilot des Tages kam jedoch aus der Schweiz und startete in der Luxemburger Extrawertung. Ronnie Bratschi debütierte im neu aufgebauten E1-Mitsubishi Lancer Evo 8 (BiD berichtete bereits) und kann sicherlich für den Anfang mit dem aktuellen Stand seines spektakulären Fahrzeuges zufrieden sein und mit Optimismus im Gepäck am kommenden Wochenende nach Eschdorf reisen. Als „rollout in den Frühling“ nahm Frank Debruyne im bewährten Dallara F303 Formel 3, den ebenfalls kurzen Sprung von Baden herüber. Ohne großartig zu puschen langte es für den 47jährigen zweifachen Deutschen Bergmeister, der auch in dieser Saison wieder für das pfälzische CR-Racingteam in AST-Farben fahren wird, zu Gesamtrang 2 vor dem besten Luxemburger Daniel Donkels im Tatuus Formel Renault. Aus rein Deutscher Sichtweise gelang Manfred Schulte im Luxemburger Feld der Sieg […]

Zuwachs auf dem Sportwagen-Sektor

5. April 2018

Über sporadische Teilnahmen beim ADAC Bergrennen Mickhausen ab 2009 fanden die Brüder Hendrik und Nicolas Uenzen allmählich Gefallen am Bergrennsport. Mit ihrem Kumpel Michael Hulm verbündete sich das Brüderpaar zum Team „NHM Performance Motorsport“, mit Sitz in Schwabmünchen, nur wenige Kilometer vom Mickhausener Berg entfernt. Die drei Freunde und ihre Helfer Christian Vogelsang und Jörg Schlögel waren in den letzten Jahren sehr vielseitig und betätigten sich beim Slalom, Rundstrecken- und Bergrennen, dabei wuchs das Potential ihrer Rennfahrzeuge kontinuierlich. Seit drei bis vier Jahren tauchen die Uenzens regelmäßig auch bei weiter entfernten Bergrennen, wie in Unterfranken, Homburg oder Hauenstein auf und bereichern mit Ihren BMW-Fahrzeugen die Gruppe F. In der Saison 2018 wagen die Uenzens nun den logischen, nächsten Schritt in der Hierarchie des Bergrennsports, nämlich den Sprung in die Gruppe der Rennsportfahrzeuge. In Andorra fanden die bayrischen Schwaben einen E2-SC Sportwagen, der Marke Norma, Typ M20 F mit einem nach CN-Reglement vorbereiteten 2 Liter Honda-Triebwerk. Über drei Tage und rund 3.000 km führte die Reise in den Zwergstaat zwischen Frankreich und Spanien und zurück. Am Ende mit dem Rennsportwagen aus dem Baujahr 2007 im Gepäck. Nicolas „Nico“ Uenzen, ein 27jähriger Maschienbautechniker und sein 29jähriger Bruder Hendrik, der seinen Lebensunterhalt als Homologationsingenieur im Automobilbereich verdient, haben das Fahrzeug gemeinsam erstanden und werden sich auch am Volant des Norma abwechseln. Im Mai wollen die beiden bei einem Testtag auf dem Rundkurs von Anneau du Rhin in Frankreich den Sportprototypen näher kennen lernen und danach Anfang Juni beim ADAC Glasbachrennen in die Berg-Saison einsteigen. Anschließend sind alle weiteren Läufe zur Deutschen Bergmeisterschaft gesetzt. Aus bekannten Gründen fällt das Heimspiel in Mickhausen heuer ja flach. Als Ersatzheimspiel gilt dann das Homburger Bergrennen Anfang Juli im Saarland, von wo Nicos und Hendriks Papa einst der Liebe wegen ins Augsburger Umland zog. Auch drei Bergrennen im Ausland, nämlich Oberhallau in der Schweiz sowie Pedavena und Cividale in Italien wollen die Brüder ausprobieren. Ebenfalls mit einem Norma M20 2-Liter Honda Rennsportwagen wird der Badener Dino Gebhard 2018 in Geschehen am Berg eingreifen. Seinen Osella PA 20S BMW aus der großen E2-SC Klasse konnte Dino nach Frankreich verkaufen. Hier wurde er auch bei seinem neuen Sportgerät fündig. Dino möchte bereits Ende April, quasi vor seiner Haustür im französischen Abreschviller das erste Mal mit seiner Neuanschaffung an den Start gehen. Im Rahmen der Deutschen Bergmeisterschaft sind danach, bis auf die Rennen Osnabrück und Hauenstein, alle Bergveranstaltungen geplant.

Ein Schatz am französischen Berg

23. März 2018

In gut zwei Wochen beginnt die Französische Bergmeistermeisterschaft 2018 mit dem Auftaktrennen am 7. und 8. April im südfranzösischen Bognols-Sabran. Aber wie im Vorjahr wird der siebenfache Französische Meister Nicolas Schatz nicht mit dabei sein. Der 32-jährige aus der Bourgogne hat sich entschieden, sein Rundstrecken-Abenteuer fortzusetzen und wird in der bald anlaufenden Saison hinter dem Steuer eines Norma M30 sitzen. „Ich habe das Vergnügen, an der internationalen Meisterschaft des Michelin Le Mans Cup teilzunehmen. Ich fahre mit meinem Teamkollegen Jacques Wolff eine LMP3 Norma im DB Autosport Team, der Mannschaft des früheren Bergspezialisten Daniel Bassora“, bestätigt Schatz. „Ehrensache ist unsere Präsenz in Le Mans am 16. Juni, dann im Rahmenprogramm des 24 Stundenrennens.“ Nicos jüngeren Bruder Geoffrey verbleibt in der Bergmeisterschaft und wird unter den  Farben des Team Schatz Compétition antreten. „Geoffrey wird sich zu 100% auf das Titelrennen in der Bergmeisterschaft von Frankreich mit unserem Norma M20 FC BMW V8 4 Liter konzentrieren“, bestätigt Nicolas. „Das Team von Schatz Competition wird zudem weitere Fahrer und auch Neulinge bei den Bergrennen betreuen. Ich werde dem Team vor Ort zur Seite stehen, bei so vielen Meetings wie es mir möglich ist.“ Foto: Mark Scheidecker

Simone Faggioli startet mit Norma und Pirelli am Pikes Peak 2018

18. Januar 2018

Der Traum des Simone Faggioli vom US-amerikanischen Pikes Peak Bergrennen lag schon seit seinem Debüt mit der Marke Norma zur Saison 2014 in der Schublade. Seit dem Nachmittag des 18. Januar 2018, mit der Veröffentlichung der offiziellen Liste des Pikes Peak International Hillclimb, beginnt dieser Traum Formen anzunehmen und wurde Realität in Sachen Auto, Motor, Team und sogar der Startnummer 11. Simone Faggioli startet mit seinem Best Lap-Team am 24. Juni diesen Jahres beim weltbekannten Pikes Peak Bergrennen in Colorado. Der 10fache Europameister wird zusammen mit seinem Teamkollegen und Freund Fabien Bouduban das Abenteuer wagen, einem Schweizer, der seit 2016 Fahrer in Faggiolis Team ist. Die beiden werden sich den rund 20 Kilometern asphaltierter Rennpiste, die auf eine Meereshöhe von 4.300 Höhenmeter führt, aus sportliche Herausforderung persönlich stellen. Jedem der beiden wird ein spezielles Norma-Fahrzeug namens M20 SF PKP mit einem 3.700 ccm Biturbo TFT-Motor von fast 800 PS zur Verfügung stehen. Der französische Hersteller Norma Auto Concept wird den Überseeausflug offiziell unterstützen, und auch Reifenhersteller Pirelli wird dies tun, um das Know-how für die bestmögliche Leistung einzubringen. Ein enthusiastischer Simone Faggioli sagt: „Ein Projekt, das schon so lange in der Pipeline ist, hat sich endlich bewahrheitet. Nach der Eroberung meines zehnten europäischen Titels in der letzten Saison, suchte ich nach einem anderen Reiz, und fand ihn in den USA. Ich hoffe natürlich, dass ich in der Lage bin gut abzuschneiden, und alle meine Bemühungen, von Fabien und des ganzen Teams, haben dieses eine Ziel. Unsere Referenz ist die Rekordmarke von Sebastien Loeb mit dem Peugeot 208 T16 aus dem Jahr 2013. Am Ende der letzten Saison haben Fabien Bouduban und ich uns mit den Norma-Verantwortlichen Norbert Santos und Guillem Roux getroffen und haben uns entschlossen, dieses ehrgeizige Projekt durchzuführen, das für mein Team ein echtes Geschäft in jeder Hinsicht ist. Die Kosten sind so hoch, die Logistik extrem kompliziert, ganz zu schweigen von der physischen Anstrengung, die von uns Piloten abverlangt wird, und den surrealen Bedingungen, in denen Motoren und Technik arbeiten müssen. Der atmosphärische Druck in dieser Höhenlage ist eine der größten Schwierigkeiten. Viele illustre Gegner und wichtige offizielle Hersteller stehen in der aktuell registrierten Liste und das macht die Herausforderung umso schöner. Während wir dem Rennen entgegenfiebern, werden wir weitere Details preisgeben, aber jetzt arbeiten wir weiter und bereiten uns auf´s Beste vor“. http://ppihc.org/wp-content/uploads/2018-PPIHC-Competitor-List.pdf

Defektteufel bringt die EM-Entscheidung

3. September 2017

Über die bislang zehn von zwölf Veranstaltungen in der Europa-Bergmeisterschaft lieferten sich die beiden Italiener Simone Faggioli und Christian Merli ein faszinierendes Duell um den EBM-Titel 2017. Streckenrekorde purzelten und die Gesamtsiege wurden durchweg  im Kampf um Hundertstelsekunden  untereinander ausgemacht. Im elektrisierenden Zweikampf der beiden „Ausnahmefahrer der Berge“ vermochte sich niemand, auch nur ansatzweise einzumischen. Für viele Insider und Fans überraschend, fiel beim vorletzten EM-Lauf am vergangenen Wochenende im slowenischen Ilirska Bistrica die Entscheidung zu Gunsten von Simone Faggioli, der im Zielauslauf vergeblich auf seinen Rivalen wartete. Was war passiert? Als Merli zu seinem zweiten und letzten Rennlauf starten wollte, streikte plötzlich der Fortech-Motor im Heck seines Osella FA 30 und ließ sich nicht wieder starten. Nachdem der Südtiroler am Mont Dore mangels Gegner nur halbe Punkte einfuhr, bedeutete die Nullnummer von Bistrica das Aus im EM-Duell. Ein Geschenk war der vorzeigte Titelgewinn für Faggioli jedoch beileibe nicht. Der Norma-Werksfahrer im Modell M20 FC schraubte erneut an der Rekordmarke für diesen Berg. Seinen nunmehr neunten EM-Titel in der Kategorie II krönte Faggioli mit zwei Laufzeiten unter der bislang unerreichten zwei Minuten-Schallmauer. Dies war sein sechste Gesamtsieg in der Slowenischen Kleinstadt. Auf Gesamtrang zwei landet dennoch ein Osella FA 30, und zwar der mit dem Tschechen Milos Benes hinter dem Steuer, vor dem EM-Urgestein Fausto Bormolini im Reynard Cosworth F3000. In der EM-Wertung der Kategorie I, der Produktionswagen und GT, geht das Rechenspiel weiter. Hier wird die Entscheidung um die Europameisterschaft definitiv erst in zwei Wochen beim Endlauf im kroatischen Buzet fallen. Tabellenführer Tessitore aus Österreich gab sich keine Blöße und siegte mit seinem Audi R8 LMS in der Gruppe GT über seinen Hauptkontrahenten Jan Milon aus der Slowakei im BMW Z4 GT3. Milon ist damit so gut wie aus dem Titelrennen heraus, dafür ist der Tscheche Tomas Vavrinec zum Hauptgegner von Tessitore herangereift. Der EM-Rückkehrer gewann mit seinem Mitsubishi Lancer die Gruppe N und besitzt vor Buzet 156 Punkte, inklusive Streichresultat. Tessitore, alisa Erich Weber, der zu Jahresbeginn die Organisationsleitung beim Rechberg-Rennen übernommen hat, muss aktuell neun Punkte (aus Polen) streichen und kommt so auf 170 Zähler. Gehen wir in zwei Wochen von einem N-Gruppensieg von Vavrinec aus, für den es 25 Punkte gibt, benötigt Tessitore 12 Zähler um als erster Österreicher, nach Johann Ortner den Berg EM-Titel zu holen. Ortner war 1970 und 1971 Titelträger auf einem Fiat Abarth.

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