Kann Steiner Berguerand schlagen?

7. September 2016

Am kommenden Wochenende treffen sich die Schweizer Automobilsportler zum traditionellen Bergrennen Gurnigel in der Nähe von Bern. In den verschiedenen Kategorien erwartet man über 270 Autos am Start, überdies werden sich rund 45 historische Motorräder im Gantrischgebiet einfinden. Der Thementag ist diesmal der Marke Porsche gewidmet, und auch sonst hat das Rahmenprogramm wie gewohnt viel zu bieten. Eric Berguerand ist der vierte Meistertitel in Serie bei den Rennsportwagen praktisch sicher, nachdem sich Hauptrivale Joël Volluz zurückziehen musste, da er beim Bergrennen Les Rangiers seinen Osella FA30 völlig zerstört hat. Als Tagessieger der drei letzten Jahre möchte Berguerand am Gurnigel erneut zuschlagen, freie Fahrt dürfte der Walliser aber trotz desVerzichts seines Freundes Volluz nicht haben. Lokalmatador Marcel Steiner kommt nämlich mit seinem italienischen LobArt-Mugen nach einem harzigen Beginn immer besser in Schwung. So musste er in Oberhallau dem favorisierten Meister erst im letzten Lauf den Vortritt lassen, und vor dem eigenen Publikum wird Steiner sicher nichts unversucht lassen, um an seine früheren Erfolge (fünf Tagessiege zwischen 2008 und 2013) anzuknüpfen. Auch im Kampf um den Meistertitel bei den Tourenwagen ist zwar nach Ronnie Bratschis Abwesenheit in Oberhallau (Motorschaden) die Spannung gesunken. Reto Meisel ist seinen Gegnern in der Gruppe E1 klar überlegen, seinem extrem effizienten Mercedes SLK 340 mangelt es allerdings zuweilen noch an Zuverlässigkeit. Da am Gurnigel nur zwei Rennläufe ausgetragen werden, darf sich Meisel überdies auch keine Fahrfehler wie in Oberhallau leisten. Im Hinterhalt lauert der Jurassier Frédéric Neff, der auf seinem Porsche GT3 bisher in der Gruppe InterSwiss kräftig punktete. Allerdings tritt zum ersten Mal in dieser Saison Alain Pfefferlé mit seinem bärenstarken Porsche 935 Biturbo an, der Markenkollege Neff am Gurnigel die Suppe versalzen könnte. Spitzenplätze in der Meisterschaft sind bei weitem nicht die einzige Motivation, um vor der eindrücklichen Zuschauerkulisse des Berner Bergrennens die letzten Reserven zu mobilisieren. Deshalb sind am Samstag und Sonntag in den verschiedenen Kategorien und Klassen auf jeden Fall tolle Kämpfe angesagt. Wer Genaueres über den Zeitplan, zu den eingeschriebenen Teilnehmern, Details zum Porsche-Thementag oder zum übrigen Rahmenprogramm erfahren möchte, findet diese Informationen und noch vieles mehr auf der Webseite www.gurnigelrennen.ch. Dort kann man auch im attraktiven neuen Magazin blättern, das erstmals im Vorfeld des Rennens erscheint und dessen vierfarbige Printversion vor Ort zusammen mit dem Programm für 5 Franken abgegeben wird.

Nach 3 Jahren mit neuem attraktiven Prototypen zurück in Osnabrück

4. August 2016

Marcel Steiner aus dem Schweizer Oberdiessbach nimmt erstmals seit 2013 wieder die 2,030 km des „Uphöfener Berges“ in Angriff. Dabei präsentiert der mehrfache Schweizer und Deutsche Bergmeister und Sportwagen-Bergpokalsieger ein fast nagelneues Fahrzeug: Der SportsCar LobArt LA 01 hat nach anfänglichen „Startschwierigkeiten“ durch die Tücken der Technik immer mehr an Zuverlässigkeit gefunden. Der Pilot selber sieht den Boliden, dessen Leistung er noch nicht genau beziffert, noch immer in der Entwicklungsphase, doch man darf von dem in Osnabrück sehr beliebten Steiner sicher Einiges erwarten, was einen Spitzenplatz angeht. Dabei hat er in seiner Klasse mit dem amtierenden Hill Climb Champion Vaclav Janek (CZ), mit einem Norma M 20 sowie dem mehrfachen deutschen Bergmeister Uwe Lang, Osella PA 20 EVO einige starke Konkurrenten zu bezwingen und weitere sehr starke Fahrer können noch hinzukommen.

Marcel Steiners strapazierte Nerven

17. Juni 2016

Manchmal können einem gestandene Bergrennfahrer schon leidtun, die sich einem völlig neuen Projekt widmen, viel Herzblut hinein stecken und quasi wieder bei null anfangen müssen. In der Schweiz geht es gerade zwei der wohl besten Bergrennfahrer des Landes so. Neben Reto Meisel bekommt in diesen Wochen und Tagen Marcel Steiner eine Menge neue graue Haare. Der Garagist aus dem Berner Oberland hatte über den Winter sein Berg-Comeback mit dem LobArt LA01, einer italienischen Neukonstruktion, vorbereitet. Der Zeitplan für die Modifikationen des E2-SC Rennwagens geriet in Verzug und das Team aus Oberdiesbach musste auf geplante Rennteilnahmen im Ausland anfangs verzichten. Die Premiere beim Eschdorfer Hill Race Anfang Mai lief zwar nicht reibungslos, aber gab Grund zur Zuversicht. Immer wieder ließ sich der Mugen V8-Motor nicht starten. Nach einer umfangreichen Fehlersuche war Marcel Steiner guten Mutes, dass der Schweizer Saisonstart am 11./12. Juni am Hemberg doch positiv ausfallen würde, aber weit gefehlt. Samstagfrüh gegen halb vier Uhr setzte im Toggenburg dann der Regen ein und blieb bis in den Vormittag. Leider wurde der Zeitplan schon sehr früh durch Ausrutscher verzögert. Dementsprechend fand Steiners 1. Trainingslauf erst gegen Mittag statt. „Guter Dinge machte ich mich auf dem Weg vom Fahrerlager Richtung Startgelände und konnte zugleich noch ein wenig meine neuen Regenreifen anfahren. Seit der Reparatur nach Eschdorf sprang der Motor nun jedes Mal perfekt an. Nur im entscheidenden Moment vor dem Start konnte ich dem Motor wieder keinen Ton entlocken!“ Auch mehrmalige Versuche halfen nichts, Papa Heinz Steiner musste den LobArt ein weiteres Mal ins Fahrerlager zurückschleppen. Nach dem wechseln der Batterie sprang der Motor dann wieder sofort an. „Auf der Rückführung zum 2. Probelauf stellte ich fest, dass die Strecke schon trockener war, als ich es vermutet hatte. Dies veranlasste uns dazu, kurz vor dem Start einen Boxenstopp einzulegen und auf Slicks zu wechseln. Doch auch dies sollte mir nicht den gewünschten Erfolg bringen. Die Startlinie schon in Sichtweite, starb mir der Motor ab. Aber kein Problem, dachte ich mir… Nur daraus wurde wieder nichts – abermals bekam ich den Motor nicht zum Laufen und musste wieder am Seil zurück! Es war zum Verzweifeln! Nochmals mit anderer Batterie und Überprüfung der Daten konnten wir dann den Motor vor dem 3. Training warmlaufen lassen und weil der Regen auch wieder zurück war, in der Startaufstellung auf Regenreifen wechseln. Die Nerven etwas angespannt, sprang der Motor einwandfrei an und ich konnte doch noch meine […]

Steiners LobArt LA01 lernt laufen – Premiere in Eschdorf

17. April 2016

Seit Wochen und Monaten arbeitet der zweifache Schweizer Champion und Deutsche Bergmeister von 2008, Marcel Steiner an seinem Bergrenn-Comeback mit einer Rennwagen-Neukonstruktion des noch jungen italienischen Herstellers LobArt. Nach unzähligen Arbeitsstunden in der heimischen Werkstatt in Oberdiesbach, in denen der E2-SC Rennsportwagen komplett zerlegt und wieder zusammengesetzt wurde, durchdrang der kerniger V8-Sound des erste Motorstart am 2. März die Garage Steiner im Berner Oberland. „Am Mittwoch vor dem langen Osterwochenende erfolgte dann das erste Rollout auf der südelsässischen Rennstrecke von Anneau du Rhin. Dieses galt ausschließlich einem Funktionscheck. Erfreulicherweise arbeiteten alle Systeme und waren dicht“, kann Marcel Steiner berichten. Bis zum eigentlichen Test auf der Rennstrecke von Bresse konnten dann zuhause die letzten Feineinstellungen vorgenommen und das Auto auf die neue Reifengeneration umgebaut werden. Zudem wurden zu den ersten reinrassigen Tests am 8. und 9. April,  einige Aerodynamik-Updates geliefert. Ab Freitag konnten Marcel und sein Team die gesammelte Erfahrung mit dem Wissen der Rennwagenerbauer Giovanni und Stefano Lobartolo von LobArt verstärken, die eigens angereist waren. „Dadurch konnten wir mit dem neuen Rennwagen innerhalb weniger Runden große Fortschritte erzielen. Leider wurden wir dann, wie auch schon beim Rollout, von technischen Gebrechen gestoppt. Die erreichten Rundenzeiten lassen aber auf ein großes Potential des LobArt LA01/Mugen V8 hoffen“, so Steiner weiter. „Natürlich stehen wir noch immer am Anfang der Entwicklung dieses Autos – wir haben noch viel zu lernen und ich muss mich an den LobArt gewöhnen, um mit dem Fahrzeug zu einer Einheit zu verschmelzen. Weil wir unser ehrgeiziges Testprogramm leider nicht annähernd durchziehen konnten, werde ich auf die Teilnahme am Rechbergrennen (23./24. April) wohl oder übel verzichten. Wir organisieren dafür nochmals einen Testtag und wenn alles nach Plan läuft, freuen wir uns auf die Rennpremiere des LobArt beim Bergrennen in Eschdorf vom 07. bis 08. Mai 2016 in Luxemburg.