Berguerand auch in Mickhausen vor Steiner

7. Oktober 2019

Marcel Steiner schien beim Int. Bergrennen Mickhausen in Südbayern auf dem Weg zum Tagessieg. Doch bei einsetzendem Nieselregen war einmal mehr Eric Berguerand der Schnellere. Das nach einem Jahr Pause zum 38. Mal ausgetragene Int. ADAC Bergrennen Mickhausen südlich von Augsburg zählte als Finallauf zur Deutschen Automobil-Bergmeisterschaft und zu anderen nationalen Prädikaten. Weil es jedoch kein Lauf mehr zum FIA-Bergcup war, wie bis 2017, waren außer ein paar Österreichern und Schweizern kaum ausländische Fahrer am Start. Marcel Steiner und Eric Berguerand sind seit etlichen Jahren gern gesehene Gäste in Mickhausen und machten den Tagessieg unter sich aus. Anders als in der Schweizer Bergmeisterschaft gab Steiner im LobArt-Sportwagen (Foto Mitte) schon im nassen Training vom Samstag, als auch in den beiden ersten Rennläufen bei kühlen, aber trockenen Bedingungen das Tempo vor. Sein erster Saisonsieg über den bisher unbezwingbaren Gegner lag in der Luft. Doch entscheidend sollte der dritte Durchgang sein. Anders als in der Schweiz zählten in Mickhausen nicht die beiden besseren, sondern alle drei Laufzeiten für das Gesamtklassement. Als leichter Nieselregen einsetzte, blieb Steiner auf Slicks, während Berguerand seinen Lola-Cosworth (Foto oben) mit Profilreifen bestückte – offenbar mit ganz guten. Aus einem Rückstand von 1,7 Sekunden machte der diesjährige Bergmeister in der Addition einen Vorsprung von 1,8 Sekunden. Steiner hatte auf der bloß 2,2 Kilometer langen Strecke mit nur 79 Metern Höhenunterschied ganze 3,5 Sekunden auf Berguerand verloren. Dieser kam so zum Saisonschluss zu einem weiteren Tagessieg, dem ersten in Mickhausen nach etlichen Anläufen. Eric Berguerand: «Im zweiten Rennlauf der Rennwagen war es schon so nass, dass ich mit Slicks wie auf Glatteis fuhr. Ich wollte eigentlich schon zusammenpacken. Doch als das Rennen so zügig lief, montierte ich für den dritten Lauf aus Sicherheitsgründen die Regenreifen. Als ich die Zeiten von Marcel und Alex hörte, wusste ich, dass es die richtige Wahl war. Ich hatte nochmals richtig Spaß beim Fahren und so halt die Chance gepackt.» Tausende Zuschauer säumten die Rennstrecke und standen bei der letzten Talfahrt Spalier. Sie feierten Eric Berguerand erstmals als Tagessieger in Mickhausen. Dem dafür schon dreimal beim grenznahen Bergrennen erfolgreichen Steiner (zuletzt 2017) blieb einmal mehr nur der zweite Gesamtrang und zum Trost der Sportwagensieg vor dem Deutschen Alexander Hin im Ex-Hugentobler-Osella PA30 Zytek V8. Marcel Steiner: «Wenn ich müsste, würde ich mich wieder für Slicks entscheiden. Für Regenreifen war es meiner Meinung einfach zu wenig nass. Ich fuhr halt zu verhalten hoch. Es ist […]

Hintergründe zu den Wertungsausschlüssen von St. Agatha

23. September 2019

Das Bergrennen St. Agatha  des oberösterreichischen MSC Rottenegg schrieb wieder einmal Geschichte. In den letzten Jahren gelang dies Markus Altenstrasser und seinem Team mit einer reibungslosen Organisation, einer wunderbaren Atmosphäre und sportlich hochwertigen Läufen. Doch die sportlichen Resultate sollten diesmal alsbald nach Rennende in den Hintergrund treten und die bis dahin glänzende Veranstaltung den Beteiligten in eher unangenehmer Weise in Erinnerung bleiben. Gegen die Piloten Marcel Steiner, Alexander Hin und Georg Lang wurde Protest eingelegt, in allen drei Fällen stattgegeben und die Angeschuldigten disqualifiziert. Protestführer war Patrik Zajelsnik, der zunächst hinter Marcel Steiner auf Gesamtrang zwei rangierte. An die beiden Laufbestzeiten des neuen Schweizer Vizemeisters (1:03,087 und 1:03,414 min) kam zuvor weder Zajelsnisk noch ein anderer Konkurrenten heran, doch das nützte dem Oberdiesbacher nichts. Die Nachuntersuchung der Techniker vor Ort ergab an Steiners LobArt LA01 das die Mittel-Finne der Airbox um 2,8 cm zu hoch war. Des Weiteren ragte der Auspuff 2,5 Zentimeter zu weit nach hinten heraus, was nicht unbedingt einen Wettbewerbsvorteil bedeutet und eher auf eine Nachlässigkeit oder Versehen hindeutet. Das Reglement kennt in diesem Fall aber keine Spielräume. Da es um den Tagessieg und viel Prestige ging, ist diese Protestnote noch einigermaßen nachvollziehbar. Im Fall der beiden Deutschen Alexander Hin und Georg Lang, kann man jedoch von einem klassischen „Zierleistenprotest“ sprechen, der eher auf die Personen abzielt, als auf die Fahrzeuge. Gegenstand und Angriffspunkt war in beiden Fällen die Außenspiegel. Die Spiegel waren laut österreichischem Chef-Techniker und geübten FIA-Funktionär, übrigens ur-original, wurden also einmal so legal gefahren bis die FIA die Mindestmaße für den Bergrennsport festgesetzt hat. Vorgeschrieben sind 150×50 mm, montiert waren 111×52 mm. Somit blieb den Verantwortlichen auch in diesem Fall keine andere Wahl als der Wertungsauschluss. Zweifellos in diesem Zusammenhang stehen die Vorfälle vom Osnabrücker Bergrennen diesen Jahres (BiD berichtete). Beim Lauf zur Deutschen Bergmeisterschaft und FiA Hillclimb Cup legte Marcel Steiner einen Protest gegen den Hubraum an Zajelsniks Mugen-Triebwerk ein. Doch der Deutsch-Slowene verweigerte Anfang August eine technische Nachkontrolle und entzog seinen Norma M20 FC schlussendlich ohne Klärung den Technikern. Eine Feststellung der Hubraummaße konnte somit nicht durchgeführt werden. Der Fall wurde sogleich an die FiA gemeldet. Der aktuelle Stand der Ermittlungen und Konsequenzen daraus, sind derzeit nicht bekannt. Vier Wochen später fehlte das Zajelsnik-Team bei ihrem Heimatrennen, dem vorletzten Berg-EM Lauf von Ilirska Bistrica. Zum EM-Finale in Buzet (Kroatien), eine Woche vor St. Agatha, trat man wieder an. Unbestätigt ist ein Protest […]

Boxengeflüster 08/2019: Wussten Sie schon dass…?

16. September 2019

DASS das Comeback des bis Anfang Oktober nochimmer amtierenden DMSB Berg-Cup Champion für Sportwagen 2018 und Deutschen Vize-Bergmeisters 2017 Frank Debruyne kein gutes Ende nahm. Beim Bergrennen Eichenbühl saß der Badener erstmals am Berg in seinem neuen Projekt, einem Formel 3 vom Typ Dallara F316 (Foto oben), also einem sehr modernen und erst drei Jahre alten Chassis. Im vergangenen Herbst hatte Debruyne mit den Arbeiten begonnen, nachdem er seinen altgedienten Dallara F303 nach Irland verkaufte. Sein neues Renngerät musste aus vielen Teilen erst zusammengesetzt werden. Ein Test auf der französischen Rundstrecke Anneau du Rhin verlief kürzlich vielversprechende. Doch am Eichenbühler Berg drehte sich der Neurieder bereits am Trainingstag mit dem Heck in die Leitplanken und verzichtete danach auf weitere Starts und geht noch einmal in heimischer Werkstatt in Klausur. DASS dem neuen Schweizer Vize-Bergmeister Marcel Steiner bei seinem Heim-Bergrennen am Gurnigel ein großes Missgeschick unterlief. Nachdem die „Legenden“ ihren ersten Show-Lauf im Anschluss an das reguläre Rennfeld absolviert hatten, besuchte Marcel kurz seinen Vater Heinz Steiner im Zielraum. Er wollte erfahren, welche Eindrücke er von seiner ersten Fahrt nach 20 Jahren im Martini Mk 77 BMW hatte. Als Marcel bemerkte, dass die Rückführung bereits im Gange war, rannte er zu seinem LobArt zurück. Nur stand dieser nicht mehr wie vorher am selben Platz, sondern etwa 20 Meter weiter unten hinter Absperrgittern – in der Seite eines PKWs. Die „autonome Fahrt“ hinterließ einigen Schaden vom Frontsplitter bis zum Heckflügel. Doch der größte Schaden entstand an Monika Fahrni, der Lebensgefährtin eines Rennfahrerkollegen, in Form eines Beinbruchs, der am Montag operiert wurde. Marcel Steiner und BiD wünschen gute und schnelle Besserung, liebe Moni! Den sympathischen Schweizer werden wir nach dem Abschluss der Schweizer Meisterschaft noch bei den Rennen in St. Agatha und Mickhausen erleben. DASS bei der ADAC Rallye Deutschland, dem Rallye-Weltmeisterschaftslauf im nördlichen Saarland, an der Mosel und dem Truppenübungsplatz Baumholder wieder ein wenig „der Geist des Bergrennsports“ dabei war. Teil von Wertungsprüfungen waren die ehemaligen Bergrennstrecken Fell-Thomm (Trierer Bergrennen) und des Teufelskopf-Bergrennens von Reichweiler (bei Kusel). Zudem mischten auch in der Organisation, aus dem Bergrennsport bekannte Personen mit. Einer der Umweltbeauftragten war Christoph Schackmann (EMSC Bitburg). Helmut Weyer der frühere Organisationsleiter des letztmals im Jahr 2011 ausgetragenen Trierer ADAC Bergrennens, fungierte wie in den Vorjahren als Abschnittsleiter der Mosel-WP´s. Hans-Peter Baehr, aus dem Organisationsteam ehemaligen des Potzberg-Rennens, das der MSC Potzberg bis in die 1990er Jahre veranstaltete und heutige Leiter des […]

Noch mehr Rekorde zum Schweizer Saisonabschluss?

11. September 2019

Auf die Pflicht folgt die Kür. Beim Saisonfinale der Schweizer Berg-Meisterschaft wollen Eric Berguerand und Andy Feigenwinter als neue Meister nochmals glänzen. Eric Berguerand hat am vergangenen Wochenende mit einem dritten Platz beim Bergrennen am Gurnigel seinen fünften Titel bei den Rennwagen nach 2013, 2014, 2015 und 2016 ins Trockene gefahren. Am kommenden Wochenende steht der 40-jährige Walliser als frischgebackener Meister nochmals im Einsatz: beim Saisonfinale der Schweizer Bergmeisterschaft, dem achten Lauf von Châtel-St-Denis nach Les Paccots im Kanton Freiburg. Obwohl Berguerand, der in Les Paccots in 53,55 min den Streckenrekord hält, den Titel im Sack hat, ist er für das letzte Rennen 2019 voll motiviert. «Ich freue mich auf Les Paccots, bin gleichzeitig aber auch froh, dass die Saison am Wochenende zu Ende geht. Es war anstrengend, aber die Arbeit hat sich ausbezahlt. Und ich hoffe, dass mir beim letzten Rennen nochmals ein Top-Ergebnis gelingt.» Im Rennen um den Gesamtsieg kann Berguerand in Les Paccots eigentlich nur die Technik im Weg stehen. So wie zuletzt am Gurnigel, als es am Lola FA99 des Wallisers Probleme mit der Schaltung gab. Berguerands Dauerrivale Marcel Steiner wird in Les Paccots nämlich fehlen. «Ich werde wohl eine Pause gebrauchen», sagt der Vizemeister, der in dieser Saison meistens das Nachsehen gegen Bergeurand hatte, auch oder weil sein LobArt LA01 salopp gesagt übergewichtig ist. «Ich habe in Les Rangiers rund eine Sekunde pro Kilometer auf die beiden Spitzenreiter aus Italien verloren – allein aufgrund des Gewichts. Auch gegen Eric bin ich da im Nachteil. Aber nichtsdestotrotz gratuliere ich ihm zu seinem Titel. Er hat ihn verdient.» Zu den Top-Anwärtern auf Platz 2 hinter Berguerand gehört somit Robin Faustini. Der junge Aargauer hat den dritten Gesamtrang am Gurnigel trotz des Tagessieges von Thomas Amweg sichergestellt. «Das war mein Ziel für dieses Jahr», so Faustini, der auch im Freiburgischen mit dem Reynard 97D seines Vaters Simon Hugentobler antritt. Dieser trifft in der Kategorie der Sportwagen E2 bis 3000 cm3 beim Finale auf keinen Geringeren als auf den Franzosen Cyrill Frantz, der im Vorjahr hinter Sieger Berguerand und Joël Volluz Gesamtdritter wurde und wie Hugentobler auf Osella fährt. Wie Berguerand bei den Rennwagen könnte es auch Andy Feigenwinter bei den Tourenwagen locker angehen. Der Baselbieter könnte zwar theoretisch noch eingeholt werden. Doch Roger Schnellmann, der Einzige, der dazu noch in der Lage wäre, verzichtet auf den Start auf der 2,58 km langen Strecke. Damit ist Feigenwinter die Tourenwagen-Krone […]

Premiere für Amweg, Titel an Berguerand

9. September 2019

Thomas Amweg, der Sohn von Berg-König Fredy Amweg, sicherte sich am Gurnigel bei schwierigen Bedingungen seinen ersten Gesamtsieg. Der Titel geht an Eric Berguerand. Petrus hatte für die 50. Ausgabe des Bergrennens am Gurnigel kein Einsehen. Während die Trainingsläufe am Samstag noch bei angenehmem Herbstwetter über die Bühne gingen, wurden die Rennläufe am Sonntag von teils starken Regenfällen heimgesucht. Während die Teilnehmer einiger Kategorien wenigstens beim zweiten Lauf eine abtrocknende Strecke vorfanden, war der Regen für die Fahrer der Sport- und Rennwagenklasse in beiden Durchgängen ihr ständiger Begleiter. Die Ausgangslage vor dem siebten und vorletzten Lauf war klar: Leader Eric Berguerand konnte mit einem Sieg am Gurnigel alles klar machen. Nur Vorjahresmeister Marcel Steiner hätte den Walliser, der bisher fünf von sechs Rennen für sich entschieden hatte, noch am Titelgewinn hindern können. Doch ausgerechnet Steiner traf es in Sachen Regen besonders hart. Während seine direkten Rivalen bessere Bedingungen vorfanden, goss es bei ihm wie aus Kübeln. «Im ersten Lauf hatte ich keinen Grip», sagte Steiner. Auch Berguerand erwischte keinen guten ersten Lauf. Allerdings war daran nicht nur der Regen Schuld. Am Lola FA99 des Wallisers gab es Schaltprobleme. So lag nach dem ersten Durchgang weder Berguerand, noch Steiner in Führung, sondern Thomas Amweg. Der Sohn des 20-fachen Gurnigel-Gewinners Fredy Amweg ließ sich in 2:04,33 min mit Abstand die Bestzeit notieren. Auch im zweiten Durchgang stimmte das Timing des 34-jährigen Aargauers. Außerdem hatte Amweg mit dem Set-Up richtig gelegen. Die 2:01,02 min für die 3,734 km lange Strecke bedeuteten somit nicht nur Tagesbestzeit, in der Addition beider Läufe war der Fahrer des Lola B99/50 (Foto oben) flotte 7,68 sec schneller als die Konkurrenz. «Darüber», so Amweg, «habe ich mich selber etwas erschrocken.» Zweitschnellster hinter Amweg in der Endabrechnung war aber nicht etwa Berguerand oder Steiner, die sich beide im zweiten Lauf verbessern konnten. Roger Schnellmann, nach dem ersten Lauf noch Dritter, nutzte die Gunst der Stunde und wuchtete seinen Mitsubishi Evo VIII in 2:02,05 min den Berg hinauf. Für Berguerand reichte es so «nur» zu Platz 3 – vor Steiner. Dennoch sicherte er sich damit locker den fünften Schweizer Meisterschafts-Titel nach 2013, 2014, 2015 und 2016. «Die Bedingungen waren nicht einfach», so Berguerand. «Aber die Saison war wirklich gut. Jetzt freue ich mich noch auf das letzte Rennen in Les Paccots. Dort möchte ich nochmals ganz oben stehen.» Auch bei den Tourenwagen ist die Entscheidung gefallen. Andy Feigenwinter, der auf seinem […]

Erster Matchball für Berguerand

4. September 2019

Eric Berguerand kann beim siebten und vorletzten Lauf zur Schweizer Berg-Meisterschaft am Gurnigel alles klar machen. Alles, was er dazu braucht, ist ein weiterer Sieg. Eric Berguerand hat am Wochenende seinen ersten Matchball. Der 40-jährige Walliser kann sich bei der 50. Ausgabe des Bergrennens am Gurnigel im Rahmen der Schweizer Meisterschaft vorzeitig den Titel sichern. Alles, was er dazu braucht, ist ein weiterer Sieg. Dies ist dem Dominator der Saison 2019 locker zuzutrauen. Von den fünf Rennen, an denen er bisher teilgenommen hat, hat er fünf gewonnen. Vier davon in Rekordzeit. Nur in Anzère machte ihm das Wetter einen Strich durch die Rechnung und verhinderte eine neue Bestmarke. Berguerand selber macht sich aus solchen Gedankenspielen nicht viel. «Abgerechnet wird am Sonntagabend in Les Paccots beim letzten Lauf», sagt der Fahrer des Lola FA99. «Ich bereite mich ganz normal auf das Rennen am Gurnigel vor. Für mich ist das ein Rennen wie jedes andere. Ich versuche mein Bestes zu geben. Aber an die Meisterschaft denke ich nicht.» Der Einzige, der Berguerand am Titel hindern könnte, ist Marcel Steiner. Während sich der Lokalmatador in den vergangenen zwei Jahren an seinem Hausberg jeweils bereits als Meister bei den Rennsportwagen feiern lassen durfte, sieht er seinem Heimrennen diesmal skeptisch entgegen. «Es wird wohl nichts aus dem zweiten Hattrick. Der Zug scheint abgefahren», meint Steiner, der seine bisherigen Titel in den Jahren 2010-2012 und 2017/2018 geholt hat. Ein Blick auf die Statistik unterstreicht das Gefühl Steiners. Berguerand hat die letzten sechs Ausgaben am Gurnigel für sich entschieden. Auch der Streckenrekord von 1:39,81 min geht auf das Konto des Lola-Fahrers. Während Berguerand also seinen fünften Titel nach 2013, 2014, 2015 und 2016 anvisiert und damit punkto gewonnene Meisterschaften mit Steiner gleichziehen würde, peilt bei den Tourenwagen der Baselbieter Andy Feigenwinter seinen ersten grossen Coup an. Mit fünf Siegen in der Gruppe SuperSerie liegt der Lotus-Pilot klar in Führung. Zwar war Ronnie Bratschi auf seinem Monster-Mitsubishi in der Regel der schnellste Mann mit einem geschlossenen Fahrzeug, aufgrund von zwei technisch bedingten Ausfällen beträgt sein Rückstand auf Feigenwinter jedoch 32 Punkte. Der Urner könnte Feigenwinter also nur einholen, wenn beim Leader in den verbleibenden zwei Rennen sehr viel schief läuft. «Doch davon gehe ich nicht aus», sagt Bratschi. «Was soll an einem Serienauto schon großartig kaputt gehen?» Zwischen Bratschi und Feigenwinter liegt noch Roger Schnellmann in Lauerstellung. Doch auch der zweite Mitsubishi-Pilot hat 18 Punkte Rückstand auf den […]

Berguerand lässt Steiner in Oberhallau keine Chance

27. August 2019

Eric Berguerand hat mit dem Tagessieg in Oberhallau, dem fünften in diesem Jahr, einen großen Schritt in Richtung Meistertitel gemacht. Schon beim nächsten, dem vorletzten Rennen am Gurnigel könnte sich Berguerand die Berg-Krone sichern. Bei noch maximal 54 zu vergebenen Punkten braucht der Mann aus Charrat noch 26 Zähler. Gelingt ihm am Gurnigel ein weiterer Tagessieg in Rekordzeit würde er dafür 27 Punkte einheimsen. Damit könnte ihn Steiner, dem sein Streichresultat noch bevorsteht, beim Finale in Les Paccots (14./15. September) auch theoretisch nicht mehr einholen. Für Steiner, der in Oberhallau schon neun Mal zum Tagessieg gefahren ist, ist die Sache abgehakt. Die Meisterschaft sei gelaufen, meint er. «Eric müsste in den letzten Rennen technische Probleme haben. Aber danach schaut es nicht aus.» Mangelnden Einsatz kann man Steiner nicht vorwerfen. Der Berner war mit seinem LobArt LA01 erneut schneller als im Vorjahr. Doch gegen Berguerand in Hochform reicht das in dieser Saison nicht. Der Fahrer des Lola FA99 (Foto 1) war auch im Klettgau in jedem Lauf schneller als Steiner. Schon im ersten Durchgang stellte er in 1:18,00 min eine neue Rekordzeit auf. In der Addition der beiden schnellsten Fahrten war er 1,31 Sekunden schneller als Steiner. «Im Vorjahr habe ich auf dieser Strecke noch frühzeitig aufladen müssen», erinnert sich Berguerand. «In diesem Jahr läuft alles nach Plan.» Das Wort «Entscheidung» kommt Eric aber noch nicht über die Lippen. «Im Motorsport kann sich alles sehr schnell ändern. Aber es sieht im Moment sehr gut für mich aus.» Hinter den beiden Titelaspiranten tobte erneut ein Kampf um Platz 3. Diesen sicherte sich Robin Faustini. Der Aargauer setzte sich im Reynard F3000 gegen seinen Vater Simon Hugentobler im Osella PA30 (Foto 2) durch. «Es war knapp, aber ich hatte am Ende die Nase vorn», grinst Faustini, der Platz 3 in der Meisterschaft gegenüber Thomas Amweg, der in Oberhallau aus privaten Gründen fehlte, festigte. Die Top 5 komplettierte Ronnie Bratschi auf Mitsubishi Evo VIII. Der Urner war erneut der schnellste Tourenwagenpilot. Und auch er ließ sich in 1:14,56 min eine neue Rekordzeit notieren. «Ich wollte unbedingt meinen alten Rekord auslöschen», sagt Bratschi. «Das ist mir schon im ersten Lauf gelungen. Aber der zweite Durchgang war noch besser.» Hinter Bratschi reihte sich Markenkollege Roger Schnellmann ein. Sein Rückstand: 1,89 Sekunden. Drittschnellster Tourenwagenfahrer war der Deutsche Holger Hovemann in seinem Opel Kadett aus dem KW Berg-Cup. Drittschnellster Schweizer Tourenwagenpilot war erstmals Hermann Bollhalder in seinem Opel Speedster […]

Steiner hofft auf das «Stängeli» von Oberhallau

23. August 2019

Es geht Schlag auf Schlag: Am Wochenende steht mit dem Bergrennen in Oberhallau (SH) bereits der sechste Lauf in der Schweizer Berg-Meisterschaft auf dem Programm. Für die Schweizer Bergrennfahrer geht es Schlag auf Schlag weiter. Am Wochenende geht es in Oberhallau mit dem sechsten Lauf zur Schweizer Bergmeisterschaft weiter. 250 Fahrer haben sich eingeschrieben, darunter auch 41 Teilnehmer des deutschen KW Berg-Cups, die in der Internationalen Serie eingeschrieben sind und somit beim beliebten Gipfelsprint-Event im Schweizer Kanton Schaffhausen eine echt starke Gruppe bilden. Das Aufgebot reicht vom 1,15-Liter VW Polo 16V, den Hugo Moser fahren wird, bis hin zu Holger Hovemanns 5727-Kubik-Dampfhammer namens Opel Kadett C GT/R V8. Spannung und volle Felder sind garantiert. Und wie zuletzt in Les Rangiers ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wieder einige Rekorde purzeln. Der absolute Streckenrekord hat schon seit 2012 Bestand. Marcel Steiner absolvierte die exakt drei Kilometer lange Strecke damals in 1:08,49 min. «Das ist meine letzte Bastion», sagt Steiner etwas reumütig. «Und ich gehe davon aus, dass auch dieser Rekord am Sonntag ausradiert wird.» Die Hoffnung, dass dem LobArt-Piloten eine neue Bestmarke gelingt, ist allgegenwärtig. «Natürlich strebe ich meinen zehnten Gesamtsieg an, schliesslich will ich das „Stängeli“. Aber ich vermute, dass da mindestens einer etwas dagegen hat.» Dieser eine ist Eric Berguerand. Der Walliser kehrt am Wochenende zurück, nachdem er in Les Rangiers traditionsgemäß auf den Start verzichtet hatte. Seine Bilanz in der bisherigen Saison ist beeindruckend. Die ersten vier Bergrennen hat der Meisterschaftsleader allesamt gewonnen. Bis auf Anzère, wo es geregnet hat, hat er dabei immer eine neue Rekordzeit aufgestellt. Doch damit nicht genug: Berguerand war bisher in neun von zehn Läufen der schnellste Fahrer. Nur in Anzère konnte ihm Steiner im ersten Lauf das Wasser reichen. Die Frage nach dem Favoriten ist damit geklärt. Trotzdem gibt sich Steiner kämpferisch: «Oberhallau war immer ein gutes Pflaster. Ich hoffe, das bleibt so.» Im Vorjahr gewann der Berner die Zeitenjagd durch die Klettgauer Weinberge. Zweiter wurde damals Joël Volluz. Berguerand lud seinen Lola FA99 2018 nach Motorproblemen frühzeitig auf. Apropos Volluz: Der junge Walliser wird in Oberhallau aufgrund der Getriebeprobleme, die er in Les Rangiers hatte, fehlen. Bei den Tourenwagen dürfen sich die Fans auf ein neuerliches Duell zwischen Ronnie Bratschi und Roger Schnellmann freuen. Zwischen den beiden Mitsubishi-Fahrern steht es in Sachen Siege 3:2 für Schnellmann, wobei Bratschi schon zwei technisch bedingte Ausfälle zu beklagen hatte. «Das ist auch der Grund, weshalb […]

Rekord-Festival im Jura – Faggioli mit Mega-Bestmarke

19. August 2019

Bei der 76. Ausgabe des Bergrennens St.Ursanne – Les Rangiers in der Schweiz, purzelten die Rekorde gleich reihenweise. Nicht nur dank Gesamtsieger Simone Faggioli aus Italien. Trotz einigen Unterbrechungen war die 76. Ausgabe des Berg-Klassikers St.Ursanne – Les Rangiers ein voller Erfolg. Vor allem was die Zeiten betrifft. Dass der Streckenrekord wackeln würde, weil die Piste für das diesjährige Rennen auch im oberen Bereich frisch asphaltiert wurde, war anzunehmen. Dass der neue Rekord aber gleich 2,3 Sekunden unter der alten Bestmarke liegt, zeigt die enorme Entwicklung im Bergrennsport. Verantwortlich für die neue Bestzeit ist Simone Faggioli. Der Italiener hat in seinem Norma M20 FC beim zur Europameisterschaft zählenden Lauf im Jura nichts anbrennen lassen und feierte seinen achten Erfolg in Serie, den neunten insgesamt. Faggioli setzte seine Bestmarke am Morgen, als die Temperaturen noch niedriger waren. Sein Widersacher und Landsmann Christian Merli konnte die 1:39,306 min erst am späten Nachmittag kontern, blieb aber mit 1:39,539 min knapp über der Bestzeit und lag am Ende als Zweiter zwei Sekunden hinter Faggioli. Ein Blick auf die Durchschnittsgeschwindigkeit (187,78 km/h) verdeutlicht, wie rasant die beiden EM-Starter unterwegs waren. Platz 3 und damit der Sieg in der Schweizer Meisterschaft ging an Marcel Steiner. Auch er absolvierte die 5,18 km lange Strecke in einer neuen Schweizer Rekordzeit. «Das Ziel war eine 45er-Zeit», sagt Steiner. «Mit 1:44,561 min bin ich natürlich sehr zufrieden. Überhaupt war es ein sehr gutes Wochenende. Das Auto lag perfekt. Und bis auf ein paar Motorenaussetzer im ersten Lauf gab es keine Probleme.» Steiner hat mit dem Sieg in Les Rangiers bis auf einen Zähler auf Leader Eric Berguerand, der seit seinem schweren Unfall 2007 nicht mehr im Jura fährt, aufgeschlossen. Trotzdem liegen die Vorteile weiter beim Walliser. Der hat – im Gegensatz zu Steiner – durch den Startverzicht in Les Rangiers sein Streichergebnis bereits eingezogen. Außerdem hat Steiner in Les Rangiers trotz eines neuen Schweizer Rekordes keine Zusatzpunkte bekommen. «Die gibt es nur, wenn du den absoluten Streckenrekord fährst», weiß der Berner LobArt-Pilot. Bester Schweizer Formelfahrer war wie in Anzère Robin Faustini. Der junge Aargauer sicherte sich den siebten Gesamtrang und 20 wertvolle Punkte in der CH-Meisterschaft auf dem von Vater Simon Hugentobler geliehenen Reynard 97D (Foto oben). Hugentobler selbst wurde in einem Osella PA30 Cosworth (ex-Cyrille Frantz) mit etwas mehr als 4,5 Sekunden Rückstand auf seinen Sohn Zehnter im Scratch und Dritter in der Abrechnung der besten Schweizer – 1,4 […]

EM-Schlussphase beginnt in St. Ursanne – Steiner gegen Europas Berg-Elite

14. August 2019

Am Wochenende steigt die 76. Ausgabe des Klassikers St.Ursanne – Les Rangiers. Mehr als 190 Fahrer sind gemeldet. Darunter auch die Elite des europäischen Bergrennsports. Die Schweizer Berg-Meisterschaft geht in die zweite Saisonhälfte. Am Wochenende steigt im Jura das Saisonhighlight mit dem Klassiker St-Ursanne – Les Rangiers. Zur 76. Ausgabe haben sich mehr als 190 Piloten eingeschrieben. Darunter auch namhafte Fahrer aus Italien, Österreich, Frankreich, Deutschland und Tschechien wie etwa der seit 2012 in Les Rangiers ungeschlagene Simone Faggioli (Foto oben) oder EM-Titelverteidiger und Streckenrekordhalter Christian Merli (beide aus Italien). Daneben gibt es aber noch ein paar weitere Hochkaräter wie etwa der Österreicher Christoph Lampert, der zum ersten Mal in Les Rangiers am Start steht, der Franzose Cyrille Frantz sowie die beiden Südtiroler Diego de Gasperi und Fausto Bormolini. Aus Schweizer Sicht hat Marcel Steiner die besten Aussichten, gegen Europas Berg-Elite zu bestehen. Steiner hat 2010/2011 den Gesamtsieg in Les Rangiers errungen und komplettierte in den vergangenen zwei Jahren als Dritter jeweils das Podest. «Der Gesamtsieg wäre toll», sagt Steiner, «aber gegen Faggioli und Merli ist das ein schwieriges Unterfangen.» Für Steiner zählt aber nicht nur das Podium im Gesamtklassement, der Berner peilt in Les Rangiers seinen ersten Saisonsieg in der Schweizer Meisterschaft an. Bei den bisherigen vier Rennen stand ihm jeweils Eric Berguerand vor der Sonne. Der verzichtet seit seinem schweren Unfall 2007 traditionell auf den Saisonhöhepunkt im Jura. Steiner, der in der Meisterschaft 26 Punkte hinter Berguerand liegt, könnte somit zum Walliser aufschließen, muss aber im Verlauf der Saison ebenfalls noch ein Streichresultat in Kauf nehmen. Neben Steiner ist auch Joël Volluz ein Kandidat für ein Spitzenergebnis. Der Walliser hat allerdings einen Rückschlag erlitten. Beim Bergrennen in Osnabrück (D) verunfallte er. Volluz weiß deshalb noch nicht, ob er die Reparatur bis zum Wochenende abgeschlossen hat. «Ich habe noch nicht alle Teile erhalten», sagt Volluz. «Ich weiß nicht, ob die Zeit reicht.» Volluz’ einziger Gegner bei den «Single Seatern» bis 3000 cm3 wird Robin Faustini sein. Der junge Aargauer hat in dieser Saison schon mehrfach sein Können unter Beweis gestellt und war zuletzt, ebenfalls in Osnabrück, schnellster Fahrer mit einem klassischen Formelauto. Bei den hubraumschwächeren Monopostos wird der Sieg in der Schweizer Meisterschaft zwischen Henri Schmidt aus Porrentruy, der zuletzt in Anzère triumphierte, Joël Grand aus Chalais und Jean-Marc Salomon aus Courtedoux ausgemacht. Im Kampf um die Tourenwagenkrone wird es zu einer Neuauflage des Mitsubishi-Duells Roger Schnellmann gegen Ronnie […]

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