Boxengeflüster 08/2021 „Masters-Spezial“: Wussten Sie schon dass…?

16. Oktober 2021

DASS die Schweizer Marcel Steiner, mit Partnerin Tamara Pauli in Braga als Zaungäste auftauchten. Nach dem Motorschaden an Marcels LobArt Honda Turbo beim Osnabrücker Bergrennen im August, hatte der Berner Oberländer seinen geplante Teilnahme am Masters absagen müssen. Dennoch reisten die Beiden schon am Donnerstag per Flugzeug an und genossen die freie Zeit bei allerlei netten Gesprächen im Fahrerlager und mischten sich natürlich auch unter die Schweizer Delegation bei der großen Parade der Nationen in der historischen Altstadt von Braga. DASS der Bronzemedaillengewinner der Kategorie 4 Wallace Manzies (ausgesprochen Mänges), wohl eine der längsten und kompliziertesten Anreisen zum portugiesischen Mastersschauplatz hatte. Der amtierende Britische Bergmeister aus Alloa in Schottland, der seinen eigenen Renntruck dabei hatte, durchquerte erste einmal die Britische Insel. Anfangs 465 Meilen (750 km) an die südenglische Küste, danach 25 Stunden per Fähre nach Nordspanien. Mit dem letzten Abschnitt der Reise über 7-8 Stunden und 680 km dann ins Fahrerlager von Braga. DASS es um das Masters auch Schattenseiten gab. Schon am Freitagabend, nach Einbruch der Dunkelheit hatten sich Tausende in der Kehre beim Hotel Golden Tulip eingefunden und machten die noch für den Straßenverkehr geöffnete Rennstrecke unsicher. Einige „Möchtegernrennfahrer“ hatten ihren Gasfuß nicht unter Kontrolle und befeuerten so die Partylaune der Herumstehenden. Daran änderte auch das kurzzeitige Aufkreuzen der Polizei nichts. Durch die Raserei kam es später noch zu einem Zusammenstoß zweier Fahrzeuge, wobei eine unbeteiligte Frau verletzt wurde. DASS der einzige Deutsche Tourenwagen-Starter (!) beim diesjährigen Hillclimb Masters Erwin Buck, vom sachverständigen Publikum für seine mutige Fahrweise im VW Spiess Scirocco Mk 1 16V mit offenem Szenenapplaus bedacht wurde. Zur Belohnung gab es einen Pokal für Rang 3 in der Gruppe 3 der Kategorie FIA-Tourenwagen im Rahmen der wundervollen Siegerehrung und Medaillenvergabe. Der Schwabe tauchte sogar im FiA-Livestream als einer von wenigen Interviewgäste auf. Die Sprache  kam dabei auch auf den „German Berg Cup“ und man fragte sich wo die vielen tollen Tourenwagen daraus in der Masters-Starterliste abgeblieben sind. DASS bei der Preisverteilung der Masters-Kategorie 3 aus Versehen dem Schweizer Reto Meisel eine silberne, anstatt einer goldenen Medaille umgehängt wurde. Es ist reiner Zufall, passte aber in sein Wochenende. Der Aargauer hätte sich lieber die Silbermedaille in der Kategorie 1 um den Hals hängen lassen, als die Goldmedaille in der Kategorie 3. Im Fernduell mit den Tourenwagen-Assen war er nur zwei Tausendstelsekunden langsamer als der Pole Szymon Lukaszczyk. Meisel ist sicher, dass die FIA diesen Fauxpas mit der […]

Marcel Steiner Kolumne: Jetzt läuft‘s – aber richtig!

15. August 2021

Nun war es schon wieder lange still auf diesem Kanal. Nicht ganz so still war es bei uns. Aber auch nicht alles spielte von Anfang an in den richtigen Tönen. Doch alles mal der Reihe nach… Anfang Juni konnte ich den LobArt/Honda nach den Abstimmungsarbeiten bei Helftec Engineering abholen. Danach mussten wir das Auto wieder auf die Fliehkraftkupplung umbauen, und der Kupplungstest verlief gleich vielversprechend. Die Testfahrt in Anneau du Rhin (Frankreich) war für uns quasi eine Formsache und wir waren überzeugt, dass dem geplanten Bergrennen in Beaujolais (Frankreich) nichts mehr im Weg stehen würde. Leider wurden wir eines besseren belehrt: Auf der Rennstrecke wollte der Turbomotor nicht richtig in die Gänge kommen. Nach wenigen Runden mussten wir wieder zusammenpacken. In der darauffolgenden Woche stand der nächste Test an, bei welchem Flavio und Guido Helfenstein von Helftec Engineering auch vor Ort waren. Leider konnte auf der Strecke das Problem weder lokalisiert, noch behoben werden. Der Motor musste nochmals auf den Prüfstand… Die Situation erinnerte uns an die Anfänge mit dem LobArt, auch da lief es am Anfang sehr holprig und wir mussten den Heimweg antreten – zum Teil ohne gefahren zu sein. Auch jetzt ist es eine komplett neue Technik, die noch etwas Arbeit und Erfahrung braucht, bis sie richtig zum Laufen kommt. Genau aus diesem Grund arbeiten wir mit den richtigen Leuten zusammen, mit denen wir die Herausforderungen lösungsorientiert angehen können. Nach einem kompletten Check der mechanischen und elektronischen Systeme und Feinabstimmung des Kennfeldes konnten wir auf dem Prüfstand grünes Licht geben. Am 3. August waren wir erneut in Anneau du Rhin zum Test. Nun lief der Motor wie am Schnürchen. Nur die Tücken der Technik holten uns nach 1 ½ Runde in Form einer gebrochenen Antriebswelle ein. Diese konnten wir in nützlicher Zeit vor Ort tauschen und den Test zur vollen Zufriedenheit vorführen. Wir testeten alle Leistungsstufen mit beeindruckenden Topspeed-Werten. Auch Startübungen mit Traktionskontrolle konnte ich absolvieren. In der Datenaufzeichnung konnten wir eine imposante Beschleunigung auf 100 und 200 km/h rauslesen. Auch das Fahrverhalten des LobArt aus Fahrwerk und Aerodynamik stimmte mich positiv. Das Paket scheint auf der Rundstrecke gut miteinander zu harmonieren. Nach diesem positiven Test werden wir den LobArt/Honda Turbo am Berg erproben. Wir sind alle voll motiviert und freuen uns, nach fast zwei Jahren wieder an den Rennen von Osnabrück (D), Oberhallau (CH), Turkheim (F) und St. Agath (A) teilzunehmen. Bei diesen Rennen werden wir noch […]

Marcel Steiner sitzt gut vorbereitet in den Startlöchern

14. Mai 2021

Gibt es eine Rennsaison 2021? Diese Frage haben sich der Schweizer Top-Pilot Marcel Steiner und sein Team schon sehr oft gestellt. Doch auch die Truppe aus dem Berner Oberland kann sie zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantworten. Alle Motorsportbegeisterten hoffen darauf, dass die Bergrennen zumindest ab Sommer abgehalten werden können, und die Jungs von Steiner Motorsport hoffen endlich den neuen Turbomotor unter Rennbedingungen einsetzen zu können. Apropos Motor: „Anfang Oktober 2020 wurde unsere Freude am neuen Turbo jäh gebremst“, sagt Marcel in seiner aktuellen Presseaussendung. „Der Automobil-Weltverband FIA kastrierte die Turbomotoren der Gruppe E2-SS und E2-SC mit einem Airrestriktor. Generell mussten wir bereits mit 1.7-mal weniger Hubraum gegenüber den Saugmotoren auskommen, nun wurde der Turbo nochmals mit einem Luftbegrenzer von 42.25 mm beschnitten. Dies zog mir und den Jungs von Helftec Engineering kurzzeitig den Boden unter den Füssen weg“. Den Kopf in den Sand stecken wollte Steiner-Motorsport aber auch nicht. Eine Lösung musste her und wurde gefunden. So passten die Steiners den Hondamotor bei der Reparatur gerade noch an die neuen Anforderungen an. Am LobArt-Sportwagen nahm man zudem kleine Updates an der Aerodynamik vor und seit kurzem steckt das Aggregat nun wieder im LobArt-Chassis. Kleinere Anpassungen am Auspuffkrümmer stehen noch aus, danach gilt’s auf dem Rollenprüfstand das Kennfeld abzustimmen. Der LobArt Honda-Turbo wäre also bald bereit, um Runden zu drehen oder Bergstraßen hochzujagen. Weiter stellt sich noch eine Reglementsfrage. Nach aktuellstem Stand übernehmen einige nationale Verbände (Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich…) das FIA-Regelwerk nicht oder noch nicht. In diesen Ländern kann der Turbo noch frei und ohne Airrestriktor atmen. „So werden wir unseren Motor auch noch offen abstimmen und bis auf weiteres so fahren“, kündigt Steiner an. Auslauf soll der LobArt Honda im Jahr 2021 hauptsächlich in der Schweizer Bergmeisterschaft finden, die anfangs aus neun Rennen bestand. Leider wurden bereits La Roche, Hemberg, Reitnau, Anzere und Les Paccots wegen Covid-19 wieder abgesagt. Daher musste sich das Team wieder etwas umorientieren. „Zudem finde ich als ersten Start am Berg 2021, gleich auf der Highspeed-Strecke in Les Rangiers, nicht ganz optimal. Aus diesem Grund rückten die französischen Rennen von Vuillanfans und Beaujolais in meinen Terminkalender“. Zudem möchte Marcel Steiner auch die Rennen in Osnabrück/D, Türckheim/F und St.Agatha/A fahren. Dies hängt aber von den Reglementen zum Restriktor und der finanziellen Lage von Steiner Motorsport ab. Als großes Highlight findet im Oktober in Portugal das 4. FIA Hillclimb Masters statt. Nach seiner Teilnahme 2018 in […]

Marcel Steiner Kolumne: Mehr Zeit für den neuen Turbo-Motor

24. Mai 2020

Wie schön wäre es doch, wenn wir von Steiner Motorsport nach einem arbeitsintensiven Winter zum Start der Saison an den geplanten Rennen in Rechberg und Eschdorf hätten teilnehmen können! Ich habe mich sehr darauf gefreut. Leider sind die genannten Bergrennen, wie auch alle Bergrennen in der Schweiz und das FIA Hill Climb Masters in Portugal im Oktober abgesagt. Zu groß ist das gesundheitliche und finanzielle Risiko während der Corona Pandemie für die Zuschauer, Rennfahrer und die Organisatoren. Von meinem ursprünglichen Saisonplan steht aktuell nur noch das Rennen vom 26./27. Oktober in St. Agatha (AT). Ich muss jedoch ehrlich gestehen; auch wenn die beiden Rennen nun stattgefunden hätten, wären wir wohl kaum mit unserem neuen Projekt fertig geworden. Und das nicht nur wegen COVID-19. Wie ihr vielleicht schon in einigen Onlinemedien zum Thema Motorsport gelesen habt arbeiten wir mit der Firma Helftec Engineering an einem 1750 ccm-Honda-Turbo-Motor. Als Basis dient ein Honda Civic Type R-Motor mit original 2 Liter Hubraum. Der Lockdown hat u.a. die Beschaffung einiger Teile für den Umbau des Motors erschwert, da durch die Hubraumverkleinerung und die Änderung vom Sauger- zum Turbomotor inwendig fast alles modifiziert werden muss. Mittlerweile ist aber fast die komplette Umgebung vorbereitet und der Motor zur Montage bereit. Bald setzen wir ihn ins Chassis ein und beginnen mit der Abstimmung auf dem Prüfstand. Auch an der Karosserie und Aerodynamik nehmen wir wegen dem Turbo einige Veränderungen vor: Am Auffälligsten ist der Wegfall der Airbox, wodurch der Heckflügel eine bessere Anströmung bekommt. Zudem konnte ich mit der Firma Drexler Automotive GmbH eine Zusammenarbeit für das Getriebe und Differential realisieren. Ich bin schon richtig gespannt, wie sich der LobArt/Honda durch das neue Differential um die Kurven steuern lässt. Im Juni und Juli planen wir Testfahrten mit allen neuen Komponenten, sobald die Grenzen wieder offen sind. Ab August finden in Frankreich wieder Bergrennen statt, auch in Deutschland und Österreich gibt es noch einige aktive Termine, die wir interessiert verfolgen. Wir möchten den LobArt/Honda unbedingt bei einigen Renneinsätzen im Ausland auf Herz und Nieren testen, damit einer erfolgreichen Saison 2021 nichts im Wege steht. Ich hoffe deshalb, möglichst bald über COVID-19-Lockerungen, verheißungsvolle Testfahrten und bevorstehende Rennen hier zu berichten. In diesem Sinne bis bald… Marcel

Steiner mit neuem Honda-Turbomotor

6. Februar 2020

Auch Marcel Steiner macht sich 2020 in seiner Schweizer Heimat rar. Nicht dass er dem 2019 ungeschlagenen Eric Berguerand und dessen Lola-Cosworth ausweichen will. Im Gegenteil, für den LobArt ist momentan bei Helftec in Hildisrieden ein neuer Honda-Turbomotor in der Entwicklung, mit dem er dem Walliser vom Material her wieder Paroli bieten sollte. Den Motor aus einem serienmässigen Civic Type R lieferte der Honda-Händler aus Oberdiessbach selbst. Daraus machen die Luzerner, die auch die Drift-Boliden von Yves Meyer vorbereiten, ein Rennaggregat. Um das für Bergrennen in der Gruppe E2 der Rennsportwagen vorgeschriebene Hubraumlimit von drei Liter nicht zu überschreiten (Turbofaktor 1,7 für Benziner), wird er auf 1750 ccm reduziert. Damit wird deutlich mehr Leistung und ein besseres Drehmoment generiert als mit dem bisher verwendeten Honda-Mugen-3.0-V8-Saugmotor. In Frankreich pulverisierte Champion Geoffrey Schatz mit einem Norma-Oreca-Turbo-Sportwagen alle Rekorde, auch planen weitere bekannte Bergspezialisten ihre Saison mit diesem Konzept. Marcel Steiner: «Ich spüre, dass ich in diesem Winter wieder mehr motiviert bin. Dies ist eine neue Herausforderung für mich. Nun hoffe ich, dass auch LobArt wie versprochen Modifikationen für das Chassis liefert.» Mehr Starts im Ausland: Nachdem er schon fünfmal Schweizer Rennsportwagenmeister und mehrmals Vizemeister war, konzentriert sich Steiner nicht mehr auf die nationale Schweizer Szene. Geplant sind nur noch heimische Starts in Reitnau, St-Ursanne, Oberhallau und vor dem Heimpublikum am Gurnigel. Dafür fährt der wie Ronnie Bratschi im Ausland beliebte und populäre Berner bei ausgesuchten Veranstaltungen wie Eschdorf (L), Rechberg (A), Ecce Homo (CZ), Glasbach (D), Osnabrück (D), St. Agatha (A) und eventuell Mickhausen (A). Diese Bergrennen zählen teilweise zur EM, zum FIA Hill Climb Cup oder zu nationalen Meisterschaften. Fernes Saisonziel für Steiner (und Bratschi) ist die Teilnahme am vierten FIA Hill Climb Masters Mitte Oktober in Portugal. von Peter Wyss / www.autosprint.ch

Preisverleihung Auto Sport Schweiz – Ehre, wem Ehre gebührt

28. November 2019

Auto Sport Schweiz hat am vergangenen Wochenende im ehrwürdigen Hotel Bellevue Palace in Bern die Schweizer Automobil-Meister und Pokalsieger ausgezeichnet. Rund 150 geladene Gäste nahmen am vergangenen Freitagabend an der Meisterfeier teil. In neun Kategorien wurden die Sieger der diesjährigen Automobil-Meisterschaften geehrt. Durch das abendfüllende Programm führte SRF-Sportmoderator Lukas Studer gemeinsam mit Brice Zufferey, Promotor der Junior-Rallye-SM und der Clio RT3 Alps Trophy. Bis auf zwei Fahrer aus der Rallye-Fraktion waren alle Piloten aus den verschiedenen Meisterschaften (Rallye, Slalom, Berg) und auch aus den Pokalen (Berg-Pokal, Rallye-Pokal) zugegen. Sie durften vom Präsidenten der Nationalen Sportkommission (NSK), Andreas Michel, sowie von Miss Yokohama, Kylie Raymund, ihre Preise in Empfang nehmen. Gleich zwei Auszeichnungen erhielt Martin Bürki. Der Uetendorfer gewann zum siebten Mal (zum sechsten Mal in Serie!) die Schweizer Slalom-Meisterschaft. Außerdem sicherte sich der bald 52-jährige Bürki im Schweizer Berg-Pokal Platz 2 hinter Philipp Krebs. Dieser freute sich riesig über seine Auszeichnung: «Noch nie zuvor hat ein Fahrer mit einem Cup-Fahrzeug diese Wertung gewinnen können», sagte Krebs. «Deshalb bedeutet mir dieser Titel besonders viel.» Auch Hanspeter Thöni (Zweiter im Slalom) und Christian Darani (Dritter) haben ihre Pokale mit Stolz entgegengenommen. In der Schweizer Berg-Meisterschaft ging der Titel zum sechsten Mal an Eric Berguerand. Der Dominator der abgelaufenen Saison hat seinen ersten Titel 2005 geholt. Danach war er von 2013-2016 unantastbar. In seiner derzeitigen Verfassung wird es für die Konkurrenz 2020 schwierig werden, den Walliser vom Thron zu stoßen. Bei der Siegerehrung in Bern warnte Berguerand aber: «Im Moment stehe ich ganz oben – das stimmt. Aber im Motorsport kann sich das Blatt schnell wenden. Deshalb genieße ich den Moment und freue mich auf die nächste Saison.» Hinter Berguerand holten sich Marcel Steiner und Robin Faustini ihre silbernen Kannen für die Plätze 2 und 3 ab. Während Steiner als mehrfacher Schweizer Meister das Gefühl bestens kennt, war es für den jungen Faustini eine Premiere. «Platz 3 war mein Saisonziel», meinte der Aargauer bescheiden. «Das habe ich erreicht.» Für die Fans des Schweizer Automobilsports ist der dritte Platz Faustini ein Versprechen für die Zukunft. Selbst Beguerand freute sich für den Podiumsneuling. «Es ist schön zu sehen, dass der Nachwuchs nicht ausstirbt», so der Champion. Für eine Premiere sorgte auch die Familie Feigenwinter. Zum ersten Mal standen in der Berg-Meisterschaft Vater und Sohn gemeinsam auf dem Podium. Das hat es bisher nur in der Schweizer Rallye-Meisterschaft gegeben. «Mit meinem Sohn Raphi auf dem Podium […]

Berguerand auch in Mickhausen vor Steiner

7. Oktober 2019

Marcel Steiner schien beim Int. Bergrennen Mickhausen in Südbayern auf dem Weg zum Tagessieg. Doch bei einsetzendem Nieselregen war einmal mehr Eric Berguerand der Schnellere. Das nach einem Jahr Pause zum 38. Mal ausgetragene Int. ADAC Bergrennen Mickhausen südlich von Augsburg zählte als Finallauf zur Deutschen Automobil-Bergmeisterschaft und zu anderen nationalen Prädikaten. Weil es jedoch kein Lauf mehr zum FIA-Bergcup war, wie bis 2017, waren außer ein paar Österreichern und Schweizern kaum ausländische Fahrer am Start. Marcel Steiner und Eric Berguerand sind seit etlichen Jahren gern gesehene Gäste in Mickhausen und machten den Tagessieg unter sich aus. Anders als in der Schweizer Bergmeisterschaft gab Steiner im LobArt-Sportwagen (Foto Mitte) schon im nassen Training vom Samstag, als auch in den beiden ersten Rennläufen bei kühlen, aber trockenen Bedingungen das Tempo vor. Sein erster Saisonsieg über den bisher unbezwingbaren Gegner lag in der Luft. Doch entscheidend sollte der dritte Durchgang sein. Anders als in der Schweiz zählten in Mickhausen nicht die beiden besseren, sondern alle drei Laufzeiten für das Gesamtklassement. Als leichter Nieselregen einsetzte, blieb Steiner auf Slicks, während Berguerand seinen Lola-Cosworth (Foto oben) mit Profilreifen bestückte – offenbar mit ganz guten. Aus einem Rückstand von 1,7 Sekunden machte der diesjährige Bergmeister in der Addition einen Vorsprung von 1,8 Sekunden. Steiner hatte auf der bloß 2,2 Kilometer langen Strecke mit nur 79 Metern Höhenunterschied ganze 3,5 Sekunden auf Berguerand verloren. Dieser kam so zum Saisonschluss zu einem weiteren Tagessieg, dem ersten in Mickhausen nach etlichen Anläufen. Eric Berguerand: «Im zweiten Rennlauf der Rennwagen war es schon so nass, dass ich mit Slicks wie auf Glatteis fuhr. Ich wollte eigentlich schon zusammenpacken. Doch als das Rennen so zügig lief, montierte ich für den dritten Lauf aus Sicherheitsgründen die Regenreifen. Als ich die Zeiten von Marcel und Alex hörte, wusste ich, dass es die richtige Wahl war. Ich hatte nochmals richtig Spaß beim Fahren und so halt die Chance gepackt.» Tausende Zuschauer säumten die Rennstrecke und standen bei der letzten Talfahrt Spalier. Sie feierten Eric Berguerand erstmals als Tagessieger in Mickhausen. Dem dafür schon dreimal beim grenznahen Bergrennen erfolgreichen Steiner (zuletzt 2017) blieb einmal mehr nur der zweite Gesamtrang und zum Trost der Sportwagensieg vor dem Deutschen Alexander Hin im Ex-Hugentobler-Osella PA30 Zytek V8. Marcel Steiner: «Wenn ich müsste, würde ich mich wieder für Slicks entscheiden. Für Regenreifen war es meiner Meinung einfach zu wenig nass. Ich fuhr halt zu verhalten hoch. Es ist […]

Hintergründe zu den Wertungsausschlüssen von St. Agatha

23. September 2019

Das Bergrennen St. Agatha  des oberösterreichischen MSC Rottenegg schrieb wieder einmal Geschichte. In den letzten Jahren gelang dies Markus Altenstrasser und seinem Team mit einer reibungslosen Organisation, einer wunderbaren Atmosphäre und sportlich hochwertigen Läufen. Doch die sportlichen Resultate sollten diesmal alsbald nach Rennende in den Hintergrund treten und die bis dahin glänzende Veranstaltung den Beteiligten in eher unangenehmer Weise in Erinnerung bleiben. Gegen die Piloten Marcel Steiner, Alexander Hin und Georg Lang wurde Protest eingelegt, in allen drei Fällen stattgegeben und die Angeschuldigten disqualifiziert. Protestführer war Patrik Zajelsnik, der zunächst hinter Marcel Steiner auf Gesamtrang zwei rangierte. An die beiden Laufbestzeiten des neuen Schweizer Vizemeisters (1:03,087 und 1:03,414 min) kam zuvor weder Zajelsnisk noch ein anderer Konkurrenten heran, doch das nützte dem Oberdiesbacher nichts. Die Nachuntersuchung der Techniker vor Ort ergab an Steiners LobArt LA01 das die Mittel-Finne der Airbox um 2,8 cm zu hoch war. Des Weiteren ragte der Auspuff 2,5 Zentimeter zu weit nach hinten heraus, was nicht unbedingt einen Wettbewerbsvorteil bedeutet und eher auf eine Nachlässigkeit oder Versehen hindeutet. Das Reglement kennt in diesem Fall aber keine Spielräume. Da es um den Tagessieg und viel Prestige ging, ist diese Protestnote noch einigermaßen nachvollziehbar. Im Fall der beiden Deutschen Alexander Hin und Georg Lang, kann man jedoch von einem klassischen „Zierleistenprotest“ sprechen, der eher auf die Personen abzielt, als auf die Fahrzeuge. Gegenstand und Angriffspunkt war in beiden Fällen die Außenspiegel. Die Spiegel waren laut österreichischem Chef-Techniker und geübten FIA-Funktionär, übrigens ur-original, wurden also einmal so legal gefahren bis die FIA die Mindestmaße für den Bergrennsport festgesetzt hat. Vorgeschrieben sind 150×50 mm, montiert waren 111×52 mm. Somit blieb den Verantwortlichen auch in diesem Fall keine andere Wahl als der Wertungsauschluss. Zweifellos in diesem Zusammenhang stehen die Vorfälle vom Osnabrücker Bergrennen diesen Jahres (BiD berichtete). Beim Lauf zur Deutschen Bergmeisterschaft und FiA Hillclimb Cup legte Marcel Steiner einen Protest gegen den Hubraum an Zajelsniks Mugen-Triebwerk ein. Doch der Deutsch-Slowene verweigerte Anfang August eine technische Nachkontrolle und entzog seinen Norma M20 FC schlussendlich ohne Klärung den Technikern. Eine Feststellung der Hubraummaße konnte somit nicht durchgeführt werden. Der Fall wurde sogleich an die FiA gemeldet. Der aktuelle Stand der Ermittlungen und Konsequenzen daraus, sind derzeit nicht bekannt. Vier Wochen später fehlte das Zajelsnik-Team bei ihrem Heimatrennen, dem vorletzten Berg-EM Lauf von Ilirska Bistrica. Zum EM-Finale in Buzet (Kroatien), eine Woche vor St. Agatha, trat man wieder an. Unbestätigt ist ein Protest […]

Boxengeflüster 08/2019: Wussten Sie schon dass…?

16. September 2019

DASS das Comeback des bis Anfang Oktober nochimmer amtierenden DMSB Berg-Cup Champion für Sportwagen 2018 und Deutschen Vize-Bergmeisters 2017 Frank Debruyne kein gutes Ende nahm. Beim Bergrennen Eichenbühl saß der Badener erstmals am Berg in seinem neuen Projekt, einem Formel 3 vom Typ Dallara F316 (Foto oben), also einem sehr modernen und erst drei Jahre alten Chassis. Im vergangenen Herbst hatte Debruyne mit den Arbeiten begonnen, nachdem er seinen altgedienten Dallara F303 nach Irland verkaufte. Sein neues Renngerät musste aus vielen Teilen erst zusammengesetzt werden. Ein Test auf der französischen Rundstrecke Anneau du Rhin verlief kürzlich vielversprechende. Doch am Eichenbühler Berg drehte sich der Neurieder bereits am Trainingstag mit dem Heck in die Leitplanken und verzichtete danach auf weitere Starts und geht noch einmal in heimischer Werkstatt in Klausur. DASS dem neuen Schweizer Vize-Bergmeister Marcel Steiner bei seinem Heim-Bergrennen am Gurnigel ein großes Missgeschick unterlief. Nachdem die „Legenden“ ihren ersten Show-Lauf im Anschluss an das reguläre Rennfeld absolviert hatten, besuchte Marcel kurz seinen Vater Heinz Steiner im Zielraum. Er wollte erfahren, welche Eindrücke er von seiner ersten Fahrt nach 20 Jahren im Martini Mk 77 BMW hatte. Als Marcel bemerkte, dass die Rückführung bereits im Gange war, rannte er zu seinem LobArt zurück. Nur stand dieser nicht mehr wie vorher am selben Platz, sondern etwa 20 Meter weiter unten hinter Absperrgittern – in der Seite eines PKWs. Die „autonome Fahrt“ hinterließ einigen Schaden vom Frontsplitter bis zum Heckflügel. Doch der größte Schaden entstand an Monika Fahrni, der Lebensgefährtin eines Rennfahrerkollegen, in Form eines Beinbruchs, der am Montag operiert wurde. Marcel Steiner und BiD wünschen gute und schnelle Besserung, liebe Moni! Den sympathischen Schweizer werden wir nach dem Abschluss der Schweizer Meisterschaft noch bei den Rennen in St. Agatha und Mickhausen erleben. DASS bei der ADAC Rallye Deutschland, dem Rallye-Weltmeisterschaftslauf im nördlichen Saarland, an der Mosel und dem Truppenübungsplatz Baumholder wieder ein wenig „der Geist des Bergrennsports“ dabei war. Teil von Wertungsprüfungen waren die ehemaligen Bergrennstrecken Fell-Thomm (Trierer Bergrennen) und des Teufelskopf-Bergrennens von Reichweiler (bei Kusel). Zudem mischten auch in der Organisation, aus dem Bergrennsport bekannte Personen mit. Einer der Umweltbeauftragten war Christoph Schackmann (EMSC Bitburg). Helmut Weyer der frühere Organisationsleiter des letztmals im Jahr 2011 ausgetragenen Trierer ADAC Bergrennens, fungierte wie in den Vorjahren als Abschnittsleiter der Mosel-WP´s. Hans-Peter Baehr, aus dem Organisationsteam ehemaligen des Potzberg-Rennens, das der MSC Potzberg bis in die 1990er Jahre veranstaltete und heutige Leiter des […]

Noch mehr Rekorde zum Schweizer Saisonabschluss?

11. September 2019

Auf die Pflicht folgt die Kür. Beim Saisonfinale der Schweizer Berg-Meisterschaft wollen Eric Berguerand und Andy Feigenwinter als neue Meister nochmals glänzen. Eric Berguerand hat am vergangenen Wochenende mit einem dritten Platz beim Bergrennen am Gurnigel seinen fünften Titel bei den Rennwagen nach 2013, 2014, 2015 und 2016 ins Trockene gefahren. Am kommenden Wochenende steht der 40-jährige Walliser als frischgebackener Meister nochmals im Einsatz: beim Saisonfinale der Schweizer Bergmeisterschaft, dem achten Lauf von Châtel-St-Denis nach Les Paccots im Kanton Freiburg. Obwohl Berguerand, der in Les Paccots in 53,55 min den Streckenrekord hält, den Titel im Sack hat, ist er für das letzte Rennen 2019 voll motiviert. «Ich freue mich auf Les Paccots, bin gleichzeitig aber auch froh, dass die Saison am Wochenende zu Ende geht. Es war anstrengend, aber die Arbeit hat sich ausbezahlt. Und ich hoffe, dass mir beim letzten Rennen nochmals ein Top-Ergebnis gelingt.» Im Rennen um den Gesamtsieg kann Berguerand in Les Paccots eigentlich nur die Technik im Weg stehen. So wie zuletzt am Gurnigel, als es am Lola FA99 des Wallisers Probleme mit der Schaltung gab. Berguerands Dauerrivale Marcel Steiner wird in Les Paccots nämlich fehlen. «Ich werde wohl eine Pause gebrauchen», sagt der Vizemeister, der in dieser Saison meistens das Nachsehen gegen Bergeurand hatte, auch oder weil sein LobArt LA01 salopp gesagt übergewichtig ist. «Ich habe in Les Rangiers rund eine Sekunde pro Kilometer auf die beiden Spitzenreiter aus Italien verloren – allein aufgrund des Gewichts. Auch gegen Eric bin ich da im Nachteil. Aber nichtsdestotrotz gratuliere ich ihm zu seinem Titel. Er hat ihn verdient.» Zu den Top-Anwärtern auf Platz 2 hinter Berguerand gehört somit Robin Faustini. Der junge Aargauer hat den dritten Gesamtrang am Gurnigel trotz des Tagessieges von Thomas Amweg sichergestellt. «Das war mein Ziel für dieses Jahr», so Faustini, der auch im Freiburgischen mit dem Reynard 97D seines Vaters Simon Hugentobler antritt. Dieser trifft in der Kategorie der Sportwagen E2 bis 3000 cm3 beim Finale auf keinen Geringeren als auf den Franzosen Cyrill Frantz, der im Vorjahr hinter Sieger Berguerand und Joël Volluz Gesamtdritter wurde und wie Hugentobler auf Osella fährt. Wie Berguerand bei den Rennwagen könnte es auch Andy Feigenwinter bei den Tourenwagen locker angehen. Der Baselbieter könnte zwar theoretisch noch eingeholt werden. Doch Roger Schnellmann, der Einzige, der dazu noch in der Lage wäre, verzichtet auf den Start auf der 2,58 km langen Strecke. Damit ist Feigenwinter die Tourenwagen-Krone […]

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