Marcel Steiner Kolumne: Schall und Rauch in Massongex

16. Juli 2018

Schon im Vorfeld lief es etwas unüblich um das Bergrennen von Massongex (Schweiz). Lange gab es vom Veranstalter weder Infos noch eine Nennliste. Diese wurde erst nach dem Rennen von Reitnau veröffentlicht. Das Fahrerlager war zudem erst Freitag spät beziehbar und auch die Wagenabnahme musste im Nachbarort absolviert werden. So machte ich mich am Freitag erst nach dem Mittag auf den Weg ins Wallis. Weil ich sechs Jahre nicht mehr auf der technisch sehr anspruchsvollen Strecke von Massongex gefahren war, machte ich als erstes eine Besichtigung. Danach absolvierte ich die Wagenabnahme und später richteten wir den Fahrerlagerplatz ein. Weil nicht viele Autos und Fahrer gemeldet waren und diese bloß in zwei Startgruppen aufgeteilt waren, stand mein 1. Trainingslauf schon recht früh morgens an. Das Einlenken in die erste Kurve gelang sehr gut, beim Herausbeschleunigen war jedoch kein Grip da und der LobArt stand quer. Der Rest war eine „gemütliche Besichtigungsfahrt“, die in 1.53.227 gemessen wurde. Nur Christian Balmer (Formula Master) schaffte die Bergstrecke mit 1.59.696 noch knapp unter zwei Minuten. Eric Berguerand (Lola-F3000) konnte seinen Motor zum Training leider nicht starten. Im 2. Probelauf vor der Mittagspause fühlte ich mich schon viel wohler auf der Strecke und auch der Rennwagen war bereits etwas besser abgestimmt. Dies resultierte in 1.50.977. Erneut gelangen auch Christian Balmer (1.58.829) und dem schnellsten Tourenwagenfahrer, Ronnie Bratschi, (Mitsubishi EVO 8, 1.58.917) eine Zeit unter zwei Minuten. In der Mittagspause schwärmte ich noch bei meinem Team, wie kräftig und zuverlässig der Mugen Motor doch gehe und der LobArt sich recht schnell über die winklige Piste wuchten ließe. Für das 3. Training rückte ich mit einer neuen Fahrwerksabstimmung und anderen Reifen aus. Das Auto fühlte sich nun besser an, wobei die Zeit in 1.51.286 schlechter wurde. Bereits im oberen Streckenteil merkte ich, wie der Mugen im Heck anders klang. Ich konnte es jedoch nicht gleich einordnen, denn die Leistung war noch da. Nach der Zieldurchfahrt roch ich allerdings verbranntes Oel und am Wendepunkt zur Rückführung qualmte es dann schon unter der Motorabdeckung. Mit einem Streckenposten demontierte ich sofort die Heckverschalung, um nach dem Schaden zu sehen. Ausser ein wenig verspritztem Öl war nichts erkennbar. Zwei Fahrer, die auf die Rückführung gewartet hatten, informierten mich gleich über Rauch aus dem linken Auspuff. Zurück im Fahrerlager stellten wir einen Riss am Kolben vom 7. Zylinder fest. Dies bedeutete den ersten technischen Ausfall mit dem LobArt/Mugen überhaupt. So brachen wir verfrüht […]

Marcel Steiner Kolumne: Erster Streckenrekord mit dem LobArt

14. Juni 2018

Es war eine strenge und kurze Woche nach Ecce Homo für mich und mein Team. Nach der schnellen tschechischen Strecke mussten wir das Set-Up am LobArt für das langsame Hemberg-Rennen modifizieren. Der Steiner Motorsport-Teambus inklusive Rennwagen und Material fuhr bereits am Donnerstag wieder Richtung Toggenburg, um unseren tollen Fahrerlagerplatz bei der Garage Theo Keller zu beziehen. Alle Einrichtarbeiten und die Wagenabnahme erledigten mein Vater Heinz und  Peter Sägesser, damit ich am Freitag noch bis Werkstattschluss arbeiten konnte. Danach reiste ich nach, um vor der Dunkelheit noch kurz die Strecke zu besichtigen. In Hemberg angekommen erfuhr ich, dass mein größter Rivale, Eric Berguerand, das Rennen kurzfristig abgesagt hatte. Vor dem 1. Trainingslauf am Samstag besichtigte ich nochmals die Piste. Auf dem Weg zum Start stellte ich fest, dass die Straße an den schattigen Stellen vom nächtlichen Regen noch nicht ganz getrocknet war. In diesen Passagen war noch etwas Vorsicht geboten. Ansonsten fühlte sich die Fahrt ansprechend an und im Ziel stand die Anzeige bei 56.73. Kein anderer Teilnehmer schaffte die Strecke unter einer Minute und in diesem Moment wünsche ich mir mehr Konkurrenz. Es gab zwei Möglichkeiten – das Rennen eher gelassen nehmen oder versuchen, den Streckenrekord anzugreifen. Und wer mich kennt weiß: ich entschied mich für das Zweitere. Die knapp 8.000 Zuschauer und meine Gegner verdienten einen Wettkampf, bei dem ich mich maximal für den Rennsport einsetzte. Für den 2. Probelauf veränderte ich das Set-Up des LobArts nur sehr gering. Die Strecke bot aber massiv mehr Grip. Weil sich Peter Ammann vor mir gedreht hatte, wurde ich mit der roten Flagge angehalten und letztlich mit 2.38 Minuten gemessen. Zwischen dem 2. und 3. Training befreite ich zunächst mit dem Föhn die Reifen vom alten Gummi, entschied mich dann aber trotzdem für einen anderen Reifensatz. Die Unterstützung von Jörg Müller (21 Jahre Werksfahrer bei BMW) motivierte mich zusätzlich. Der LobArt fühlte sich gut an. Ich attackierte und realisierte eine Zeit von 54.99, also gleiches Niveau wie in 2017 im Rennen. Da ich die Reifen noch etwas schonen wollte, wechselte ich wieder auf die anderen zurück, die mich im 4. Versuch in 55.69 Sek. ins Ziel trugen. Kurz nach vier Uhr hatten wir unsere Trainingsläufe bereits absolviert und konnten so den Renntag vorbereiten. In der Nacht auf Sonntag regnete es nochmals. Zwar begrüßte uns der Morgen mit Sonnenschein, aber wie tags zuvor war die Strecke teilweise noch feucht. Für das gesamte Feld stand noch […]

Marcel Steiner Kolumne: Mein dritter Platz in Ecce Homo

11. Juni 2018

Nach fünf Jahren Pause vom tschechischen Berg EM-Lauf in Ecce Homo (CZ) konnte ich bei wechselhafter Witterung am 3. Juni 2018 den 6. Gesamtrang erkämpft  und mir den dritten Platz der eigenen Kategorie sicheren. Hie meine Erlebnisse, „geng wie geng“ im persönlichen Rennbericht. Wegen der Anreise von über 1.100 Kilometern machten wir uns bereits am Mittwoch nach Arbeitsschluss auf die Reise nach Tschechien. Zum ersten Mal seit geraumer Zeit fährt „Housi“ wieder mit, der schon früher meinen Vater auf die Rennstrecken begleitet hatte. Das freut mich sehr, denn nach den technischen Problemen in Eschdorf war ich mir nicht mehr sicher, ob ich in Ecce Homo überhaupt starten soll. Die zahlreichen Zusprüche und Begleitung meiner treuen Fans haben mich aber sehr motiviert, doch hinzufahren. Auf der Fahrt wechseln wir uns am Steuer ab. So erreichen wir am Donnerstag um 10 Uhr mit dem Teambus das Fahrerlager. Dort werden wir bereits vom Veranstalter erwartet und zu unserem Platz geleitet. Bei schon recht warmen Temperaturen richten wir unsere Basis für die nächsten Tage ein. Ansonsten verläuft dieser Tag noch locker und ich habe Zeit, mir die 7.8 Kilometer lange Strecke nochmals einzuprägen. Am Freitag stehen noch einige kleine Arbeiten am LobArt, eine weitere Streckenbesichtigung und die Wagenabnahme an. Samstagfrüh um halb sieben checke ich mein Handy und ein großer Schreck durchfährt meine Glieder. Ich sehe das Bild eines fürchterlichen Unfalls auf der Rennstrecke. Wie wir später erfahren werden, ist ein illegales „Rennauto“ bei einer unerlaubten Trainingsfahrt frontal mit dem privaten PKW einem Rennfahrer kollidiert. Der Fahrer des illegalen Fahrzeugs ist noch auf der Stelle verstorben. Wegen der Bergungsarbeiten verschiebt sich der Trainingsbeginn um eine Stunde auf 9 Uhr. Nach fünf Jahren Pause nehme ich endlich die Bergstrecke von Ecce Homo wieder unter die Räder! Es herrschen sommerliche Temperaturen und das 1. Training harzt: Das Set-Up des LobArt passt noch überhaupt nicht auf die zum Teil holprige Piste. Das Auto setzt zum Teil heftig auf. Ich realisiere eine Zeit von knapp unter drei Minuten; auf Christian Merli (Osella FA30) fehlen mir 13 Sekunden, auf Simone Faggioli (Norma-Zytek) und Milos Benes (Osella FA30) 8 Sekunden. Für den 2. Trainingslauf stellen wir die Federrate und Fahrzeughöhe des Rennwagens rigoros um. Das Fahrverhalten ist besser und ich finde mehr Vertrauen in Auto und Strecke. Ich steigere mich um 5.5 Sekunden auf 2.54.23, verkürze den Rückstand auf 12 Sekunden und fahre damit auf Platz fünf. Bei der Streckenbesichtigung am Sonntagmorgen […]

Marcel Steiner Kolumne: Voll motiviert hin, gefrustet zurück aus Eschdorf

12. Mai 2018

Nach dem ansprechenden Resultat vom Rechberg waren mein Team und ich motiviert und zuversichtlich, auch in Eschdorf um das Podest zu kämpfen. Die versammelte Konkurrenz aus Frankreich, Belgien, Luxemburg und Slovenien machte es uns aber nicht leicht. Wir waren nur als kleine Delegation unterwegs, daher war die Stimmung im Team sehr entspannt. Schnell war unser Fahrerlagerplatz eingerichtet und ich konnte die Strecke besichtigen. Mit der Wagenabnahme hatten wir grosses Glück; wir brachten sie reibungslos über die Bühne, während andere zum Teil lange in der Kolonne stehen mussten. Gegen Abend lösten wir am Formel Nissan von Sascha Herz noch ein Problem an der Wippschaltung. Samstagfrüh stand nochmals eine Streckenbesichtigung an. Es war fast Mittag, als wir zum 1. Trainingslauf antreten konnten. Ich war sehr gespannt, wie sich der LobArt auf dieser Strecke nun anfühlen würde. Doch bereits nach wenigen Kurven war ich sehr enttäuscht: Das Auto untersteuerte massiv und ich konnte keine Geschwindigkeit aus den Kurven mitnehmen. So realisierte ich bloss die viertschnellste Zeit mit 1.8 Sek. Rückstand auf die Bestzeit, hinter drei Normas und knapp vor einem Osella. Im 2. Probelauf versuchten wir über die Fahrzeughöhe das Untersteuern zu beheben. Der LobArt verhielt sich aber nur geringfügig besser. Ich fuhr zwar um eine Sekunde schneller, doch der Rückstand auf die Spitze wuchs auf 2.3 Sek. an. Zudem fiel ich hinter Cyrille Frantz im neuen Osella PA30. Im 3. Training wollte ich weitere Änderungen am Fahrwerk ausprobieren. Die Elektronikprobleme vom Rechberg meldeten sich aber zurück und ich konnte den Motor am Vorstart nicht mehr anlassen. Also schleppten wir den Rennwagen zurück ins Fahrerlager und. suchten noch bis weit in die Nacht den Elektronikfehler, leider erfolglos. Nach einer wiederholten Streckenbesichtigung am Sonntagmorgen standen vor dem Rennen noch einige Arbeiten am LobArt an, die mein Team perfekt und zeitgerecht ablieferte. Die kürzere Übersetzung und das Set-up passten besser auf die Sprintstrecke von Eschdorf. Ich konnte mich auf 50.601 steigern und reihte mich hinter Sébastien Petit (Norma-Mugen, 48.260 Streckenrekord) und Patrik Zajelsnik (Norma-Mugen, 49.232) ein. Beim 2. Rennlauf musste ich mich an der Startlinie noch etwas gedulden. Wegen Ölflecken im Vorstartbereich haben die Organisatoren erst die gesamte Strecke auf weitere Verunreinigungen geprüft. Mein Einsatz und weitere Adaptionen am Fahrwerk zahlten sich in 50.075 aus, womit ich den 3. Platz halten und mich 0.3 Sek. vor Jelle De Coninck positionieren konnte. Vor meinem Start zum 3. Wertungslauf hörte ich über den Lautsprecher, die meisten Fahrer […]

Marcel Steiner Kolumne: Saisonstart mit Podium am Rechberg

25. April 2018

Wenn die Tage wieder länger werden und der Schnee geschmolzen ist, nehmen wir die Bergrennen wieder in Angriff. Mein gesamtes Team und ich freuen uns auf die neue Saison und sind motiviert, mit dem LobArt-Mugen weiterhin an die Erfolge von Steiner Motorsport anzuknüpfen. Dies ist aber nur möglich durch die langjährige Unterstützung meiner treuen Sponsoren und dem starken Team um mich herum. Vielen Dank an alle, die ihren Beitrag zu einer erfolgreichen Saison 2018 leisten! Im Winter führten wir die üblichen Revisionsarbeiten und einige kleine Modifikationen am LobArt durch. Bereits vor zwei Wochen absolvierten wir zwei erfolgreiche Testtage auf dem Circuit de Bresse in Frankreich, an denen wir viele neue Abstimmungsvarianten ausprobierten und ich mich nach der langen Winterpause etwas warmfahren konnte. Entsprechend zuversichtlich nahmen wir die lange Reise zum Rechbergrennen in Österreich unter die Räder unseres Teambuses. Nach 11 Stunden Fahrt erreichten wir Freitagfrüh um halb fünf das Renngelände. Wir waren bereits bei den Letzten, daher gestaltete sich die Suche nach einem geeigneten Fahrerlagerplatz schwierig. Im Laufe des Vormittags zeigte sich Dusan Neveril bereit, ein wenig zu rücken – so ergab sich für uns noch ein Plätzchen. Nachdem wir zügig unser Zelt aufgebaut hatten, verlief der restliche Tag ruhig mit Streckenbesichtigung und Wagenabnahme. Am Samstagmorgen besichtigte ich wie üblich vorab die Strecke, und dies bei frühlingshaftem Sonnenschein. Gegen 11 Uhr startete ich mit dem 1. Trainingslauf und war dabei äußerst gespannt, wie sich das Set-Up von Bresse am Berg bewähren würde. Erst war ich etwas vorsichtig unterwegs, versuchte jedoch im oberen Streckenteil das Auto zu spüren. Nach der ersten Fahrt am Berg nach sieben Monaten Pause konnte ich noch zu wenig konkrete Aussagen über das Fahrverhalten abgeben, um bereits an der Fahrwerkseinstellung etwas zu ändern. In 2:03,380 erreichte ich den 4. Rang und war zudem rund fünf Sekunden schneller als 2013 mit dem Osella FA 30 im 1.Training. Im 2. Probelauf wollte ich mich mit gleicher Fahrzeugeinstellung steigern und Eindrücke gewinnen, um unsere Arbeit voranzutreiben. Während der Fahrt bremsten mich plötzlich gelbe Flaggen, da der Rennwagen vor mir einen technischen Defekt aufwies. Daher konnte ich aus der erzielten Laufzeit zwar keine relevanten Schlüsse ziehen, versuchte aber dennoch, nach meinem Empfinden das Auto besser abzustimmen. Weil sich durch viele Unterbrechungen der Trainingsbetrieb verzögerte, stand die Sonne bei meinem 3. Start sehr tief und die Sichtverhältnisse waren nicht optimal. Ich konnte die Veränderungen am Fahrwerk aber gut fühlen, mich auf 2:02,865 […]

Marcel Steiner strebt Titelverteidigung an

18. April 2018

Schon in der vergangenen Saison konnte der Schweizer Marcel Steiner das Potenzial seines Sportwagens LobArt LA 01 Mugen, nach einer erfolgreichen Entwicklungsarbeit, unter Beweis stellen. Am Ende standen der Gewinn der Schweizer Berg-Meisterschaft für Rennsportwagen und der 3. Platz im FIA Int. Hill Climb Cup 2017 zu Buche. Auch für 2018 hat sich der schnelle und erfahrene Pilot aus dem Berner Oberland Einiges vorgenommen. Vorrangig konzentriert sich Marcel Steiner nach Bekanntgabe seiner Saisonplanung auf die Titelverteidigung in der Schweiz. Aber er ist auch mit dem wunderschönen Sportwagen bei einigen renommierten internationalen Veranstaltungen zu sehen. Am 4./5. August wird es vermutlich die einzige Gelegenheit für die deutschen Fans sein, Marcel Steiner mit dem ultraschnellen Fahrzeug live zu sehen – er plant einen Start beim 51. Int. Osnabrücker Bergrennen und möchte ganz sicher einen absoluten Spitzenplatz auf der 2, 030 km langen Strecke erringen. Dazu kommt bereits am kommenden Wochenende die Teilnahme beim zweiten EM-Lauf des Jahres am Rechberg in Österreich. Geplant sind weiter  die Bergrennen in Eschdorf (Luxemburg) am ersten Mai-Wochenende, der tschechische EM-Lauf von Ecce Home und zum Abschluss der Saison auf der Powerpiste vom St. Agatha in Oberösterreich.

Marcel Steiner-Kolumne: Perfekter Saisonabschluss

4. Oktober 2017

Die Woche zwischen St.Agatha und Mickhausen war kurz und stressig. Zudem hatte ich mein Auge noch auszukurieren, das ich mir am Samstagabend in St.Agatha verletzt hatte. Trotzdem versuchten wir den LobArt Mugen V8 so gut wie möglich zu Hause in der Schweiz vorzubereiten. Nachdem wir bereits am Donnerstagabend losfuhren und kurz vor Mitternacht im Fahrerlager ankamen, konnten wir am Freitag die letzten Arbeiten ausführen. Bei nur leicht feuchter Straße merkte ich bereits bei der Streckenbesichtigung, dass unter diesen Bedingungen überhaupt kein Grip vorhanden war. Da die Strecke am späteren Nachmittag gesperrt wurde, die Wagenabnahme schnell erledigt und der Rennwagen zügig fertig war, konnten wir zeitig Feierabend machen. Der Trainingssamstag fand bei angenehmem Herbstwetter statt. Um die Mittagszeit stand ich dann das erste Mal an der Startlinie. Ich musste mich aber noch etwas zurückhalten, um meine neuen Bremsbeläge und Bremsscheiben einzufahren. Daher waren die Bremspunkte noch sehr früh gesetzt. Ansonsten war ich mit dem Fahrverhalten zufrieden. Unser Basis-Set-Up scheint also langsam zu stimmen. In 50.693 musste ich mich wiedermal um rund 1/10 hinter Partik Zajelsnik (Norma M20 FC Mugen) anstellen. Hinter uns lag eine große Lücke von 3.5 Sekunden und mehr auf den Rest des Feldes. Vor dem 2. Training kontrollierten wir nochmals die neue Bremse und verstellten den hinteren Stabilisator etwas. Nun konnte ich meine Bremspunkte weiter nach vorne rücken, dies ergab eine Steigerung von 1.6 Sekunden auf 49.030, womit ich nun rund 0.6 Sekunden vor Patrik die Führung übernehmen konnte. Dahinter klaffte immer noch ein Loch von 3 Sekunden und mehr. Im 3. Probelauf wurde es bereits etwas kühler und die Sonne wollte die Reifen auch nicht mehr so richtig aufwärmen. Ich entschied mich daher für eine andere Reifenmischung und ein leicht angepasstes Fahrwerk. Kurz bevor ich zur Startlinie rollen musste, konnte ich gerade noch 49.810 auf der Anzeigetafel für Zajelsnik lesen. Er konnte sich also nicht mehr verbessern. Der Start gelang mir super, die Einfahrt in den Wald bei der „Antoniusbuche“ war sehr zügig. „Karussell“ und „Waldkurve“ gingen flott, im „Regal-S“ nur ein leichter Lupfer am Gas und danach noch durch die Zielschikane… 48.129 wurde für mich gestoppt. Das Auto fühlte sich auf der ganzen Stecke richtig gut an und wenn ich einen weiteren Trainingslauf gehabt hätte, wäre wohl noch mehr gegangen. Aber es war ja nur Training… Leider bewahrheitete sich der Wetterbericht und in der Nacht kam der gemeldete Regen. Dieser hielt  bis in den frühen Morgen hinein, zudem nieselte es […]

Steiners besonders schöner Saisonabschluss in Mickhausen

3. Oktober 2017

Der Schweizer Bergmeister Marcel Steiner gewann das Internationale Bergrennen Mickhausen nach einem harten Duell mit Patrik Zajelsnik. Romeo Nüssli triumphierte wie im Vorjahr in der Gruppe E1. Schönes Herbstwetter im Training vom Samstag, Regen am Morgen des Renntags, danach trocken und zum Schluss fast perfekte Verhältnisse – die 163 Fahrer aus sieben Nationen mussten sich beim Int. 37. ADAC Bergrennen Mickhausen südlich von Augsburg in Südbayern auf alle Bedingungen einstellen. Und am besten gelang dies Marcel Steiner. Nur im ersten Training und im zweiten Rennlauf am Sonntag war sein grosser Gegenspieler Patrik Zajelsnik im Norma M20 FC auf der 2,2 km langen Strecke um jeweils eine Zehntelsekunde schneller. Steiners klare Bestzeit im nassen ersten Rennlauf war aber für nichts, weil der Regen für den Rest des Tages aufhörte und die Piste langsam abtrocknete. Im zweiten Durchgang irritierten ihn die Ölflaggen im schnellen Régal-S, wo lange nach einem heftigen Unfall des Schweizers Patrick Hedinger (Peugeot 205) gar keine Rutschgefahr mehr bestand, etwas mehr als den mit slowenischer Lizenz startenden Deutschen. So musste der dritte, nahezu trockene Lauf die Entscheidung bringen. Steiner zeigte Nervenstärke und legte mit 49,258 die Tagesbestzeit hin, klar vor Zajelsnik (50,035). In der Addition der beiden besten Zeiten lag der Schweizer Bergmeister somit um 0,684 voraus. Nach seinen beiden Tagessiegen von 2010 und 2012 (als er Simone Faggioli bezwang) mit dem Osella FA30 war es für den 42-jährigen Berner der dritte beim grossen deutschen Finalrennen und der erste internationale Erfolg mit dem LobArt-Mugen. „Als weder Merli noch Faggioli auf der Startliste standen, wusste ich, dass ich hier mit Zajelsnik um den Sieg fahren werde. Der Saisonschluss in Mickhausen ist immer schön, und wenn man vor dieser tollen Zuschauerkulisse gut fährt und danach bei einer öffentlichen Siegerehrung gefeiert wird, ist das genial“, freute sich Steiner. Wie zuletzt beim Bergrennen Gurnigel durfte Christoph Lampert als Dritter auf dem Gesamtsiegerpodest mitfeiern. Mit jedem Rennen kommt der Vorarlberger besser mit dem Osella PA2000 Honda Evo zurecht. Hinter den drei Sportwagenpiloten belegte Simon Hugentobler zur eigenen Überraschung den vierten Platz und gewann damit die Gruppe E2-SingleSeater. Von seinem Sohn Robin Faustini gecoacht, der wegen Motorproblemen am Tatuus-Honda FM von Bossy Racing auf den geplanten Start verzichten musste, fand Hugentobler den richtigen Kompromiss, um die Power des Reynard-Mugen 97D bei den tückischen Bedingungen richtig einzusetzen. Fausto Bormolini, Tagessieger von 2007 in Mickhausen, blieb nach einem leichten Leitplankenkontakt im Nassen auch in den zwei weiteren Rennläufen […]

Steiner vorzeitig Meister – Berguerand Gurnigel-Tagessieger

11. September 2017

Bei Regen und Kälte liessen sich am Samstag wirklich nur die grössten Rennfans aus der warmen Stube locken. Der Sonntag begann zwar im Schweizer Gantrischgebiet auch noch trüb, aber das Wetter besserte sich zusehends, und schliesslich konnten die rund 230 Konkurrenten auf Autos aller Kategorien sowie die 40 Fahrer historischer Motorräder ihr Können doch noch vor einer stattlichen Zuschauerkulisse zeigen. Im Verlauf des Nachmittags trocknete die Fahrbahn völlig ab, und im zweiten Durchgang lagen die besten Zeiten schliesslich nur noch gut anderthalb Sekunden über dem Streckenrekord. Lokalmatador Marcel Steiner und der amtierende Schweizer Champion Eric Berguerand lieferten sich wie erwartet ein packendes Duell. Der Walliser liess sich durch einen leichten Ausrutscher im letzten Training nicht aus dem Konzept bringen, sondern hatte im ersten Rennlauf auf der noch teilweise feuchten Piste die Nase um 8 Hundertstel vorn. Im letzten Versuch versuchte Steiner auf dem optimierten LobArt-LA01 zwar den Spiess umzudrehen, aber erneut war Berguerand um einen Zehntel schneller. Steiner ärgerte sich zwar über den knapp entgangenen Tagessieg, konnte sich aber mit dem vorzeitigen Gewinn des Meistertitels bei den Rennsportwagen trösten. Auf das letzte Bergrennen vertagt wurde die Entscheidung bei den Tourenwagen: Frédéric Neff (Porsche), der wie sein Verfolger Roger Schnellmann (Mitsubishi) einen weiteren klaren Sieg feierte, rückte dem Titel aber um einen Schritt näher. Wie Steiner hatte auch der Innerschweizer Rolf Reding Grund bereits am Gurnigel zum Feiern, wurde er doch mit einem weiteren Volltreffer klarer Gewinner der neu ins Leben gerufenen Schweizer Junior-Bergmeisterschaft. Fest in Berner Hand war schliesslich der Renault Classic Cup. Philipp Krebs war am Gurnigel der Schnellste, Denis Wolf wurde dank seinem zweiten Rang schon ein Rennen vor Schluss Gesamtsieger. Gesamtklassement nach zwei Rennläufen: Eric Berguerand (CH), Lola FA99-Cosworth, 3:33,13 Marcel Steiner (CH), LobArt LA01-Mugen, 3:33,31 Christoph Lampert (A), Osella PA 2000 Evo, 3:40,74 Die kompletten Resultatlisten gibt es als Download auf www.gurnigelrennen.ch

Steiner und Reding auf Titelkurs – Schnellmann oder Neff

31. August 2017

Die Endphase in der diesjährigen Schweizer Bergmeisterschaft wird am 9. und 10. September auf der 3,7 km lange Strecke zwischen Dürrbach und Gurnigelbad eingeleutet. Dann steht nämlich die 48. Auflage des traditionellen Bergrennens am Gurnigel auf dem Programm. Das Interesse der Aktiven an diesem publikums­wirksamen Anlass vor den Toren Berns war derart riesig, dass der Organisator sogar mehrere Dutzend Nennungen zurückweisen musste, um die selbst gesetzte Obergrenze von 270 Autos nicht zu überschreiten. Nachdem Eric Berguerand in den letzten vier Jahren jeweils den Titel bei den Rennsportwagen holte und stets auch Tagessieger am Gurnigel wurde, hat nun Lokalmatador Marcel Steiner die Chance, das Blatt zu seinen Gunsten zu wenden. Der Oberdiessbacher hat seinen italienischen LobArt-Mugen V8 für diese Saison weiter optimiert und den favorisierten Walliser im direkten Duell bereits viermal bezwungen. Um bereits vor dem SM-Finale als neuer Meister festzustehen, muss der dreifache Ex-Champion zwar nicht mehr gewinnen, aber an seinem Hausberg, wo er mit 1’41,39‘‘ nach wie vor Rekordhalter ist, strebt Steiner natürlich trotzdem seinen sechsten Tagessieg an. „Bei einem Sieg inklusive Streckenrekord durch Eric Berguerand reicht mir ein 3. Platz um Schweizer Bergmeister der Rennsportfahrzeuge 2017 zu werden. Sehr gerne zähle ich hierbei auf die Unterstützung der zahlreichen Fans und Zuschauer“, sagt Marcel Steiner dessen Gedanken noch immer beim in Oberhallau tödlich verunglückten Rennfahrerkollegen Martin Wittwer sind. „Ich bin noch immer fassungslos, leer und traurig. Sieben Jahre lang wurden wir auf Schweizer Bergrennstrecken von solch tragischen Ereignissen verschont. Im 3. Rennlauf des Bergrennens in Oberhallau kehrte der Tod aber gnadenlos zurück und raubte uns unseren Rennfahrerkollegen Martin Wittwer. Martin verlor in der Passage zwischen „Wäldchen“ und „Brotlaube“ die Herrschaft über seinen Peugeot 205 GTI und prallte mit dem Dach voran gegen einen Baum. Trotz aller Bemühungen der Rettungskräfte verlor Martin den Kampf um sein Leben. Das Team Steiner Motorsport entbietet der Familie und den Angehörigen ihr tiefstes Beileid und viel Kraft, um dieses schreckliche Ereignis zu verarbeiten!“ Reto Meisel, der auf dem spektakulären Mercedes SLK 340 im vergangenen Jahr bei den Tourenwagen dominierte, figuriert zwar auf der Startliste, da sein Bolide aber in Oberhallau nach einem Defekt in Brand geriet, muss der Pechvogel des Jahres wohl auf den Start verzichten. Um seine Nachfolge streiten sich Frédéric Neff (Porsche 996 GT3) und Roger Schnellmann (Mitsubishi Evo 8), welche in ihrer jeweiligen Kategorie den Ton angeben. Da der Jurassier bisher ungeschlagen blieb, hat er die besseren Karten, aber auch bei […]

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