Boxengeflüster 10/2018 „Masters-Spezial“: Wussten Sie schon dass…?

26. Oktober 2018

DASS der Luxemburger Leon Linden, nach eigenen Angaben, beim FIA Hillclimb Masters letztmals an einem Bergrennen teilnahm und seine Motorsportkarriere  mit diesem wundervollen Anlass beendete. Der 80jährige gelernte Automechaniker war seit 1968 aktiver Renn- und Rallyefahrer. Rund 700 Starts absolvierte der Pettinger allein bei Bergrennen. Mit seinem Dallara Formel 3-Rennwagen gelang ihm unter anderem 2006 die Luxemburger Bergmeisterschaft. Bei der Team und Fahrervorstellung auf der Piazza Grande in Gubbio ging erst ein Raunen und dann ein riesen Applaus durch das Publikum, als der Sprecher Alter und Fahrzeug des ältesten Teilnehmers des diesjährigen Masters verkündete. Es war wohl einer der schönsten Momente in Leo´s  50jähriger Zeit im Motorsport. DASS der Luxemburger Patrick Weber, den Viele als versierten Experten und langjährigen Streckensprecher beim Hillrace in Eschdorf kennen, auch beim FIA Hillclimb Masters in Italien im Einsatz war. Mit seiner Sprachgewandtheit  informierte er die Fans an der Strecke in den Sprachen Deutsche, Englisch und Französisch, sodass der einheimische Sprecher fast „arbeitslos“ war. Auch moderierte Weber mit seinem italienischen Kollegen am Samstagabend die Parade und Presentationszerimonie in mitten der Altstadt von Gubbio. Allerdings waren die Reportagen an der Strecke nicht immer so ganz verständlich, da die an der Strecke verteilten Lautsprecher per Funk angesteuert wurden und den beiden Sprechern nur ein Sprechfunkgerät als Mikrophon zur Verfügung stand. DASS der Deutsche Bergmeister Armin Ebenhöh in Gubbio sein vorerst letztes Bergrennen fuhr. Der Niederbayer war seit 2004 bei fast jedem Berg DM und KW Berg-Cup-Lauf am Start und möchte zumindest in 2019 eine Entspannungspause vom Rennsport einlegen und sich etwas mehr Ruhe gönnen. Zuvor hatte der Geschäftsführer bei Skoda Auto Weissdorn aber noch einen Auftritt bei der ADAC 3-Städte-Rallye, dem Saisonabschluss der Deutschen Rallyemeisterschaft. Im Vorprogramm der Super Special-Stage, das mitten in Straubing vor der Joseph-von-Fraunhofer-Halle stattfand absolvierte Armin Ebenhöh mit seinem VW Scirocco 16V Demofahrten und wurde live im Interview präsentiert. Der ebenfalls aus dem KW Berg-Cup bekannte Christian Auer fungierte im ex-Fritz-Köhler BMW M3 E36 als Taxifahrer. DASS Italien, als Gastgeber des Masters mit 38 Startern die Größte Abordnung in Gubbio stellte, erstaunlicherweise gefolgt von den Britten mit 16 Fahrerinnen und Fahrern und den Franzosen mit 13 Aktiven. Selbst die Polen reisten noch mit 11 Teilnehmern an. Die kleinste Gruppe, mit dem neuen KW Berg-Cup Gesamtsieger Thomas Strasser und Altmeister Felix Pailer stellte übrigens der österreichische Verband, der zeitgleich mit dem Masters seinen letzten Berg-Meisterschaftslauf beim italienischen Bergrennen von Cividale (Friaul) durchführte und so […]

80 Jahre Léon Linden – Der Methusalem des Autosports

2. Juni 2018

Er ist wirklich ein Unikum, der gute alte Léon! Alt, das darf man in diesem spezifischen Fall durchaus schreiben, ohne es abwertend zu meinen oder gar dem Mann mit dem so typischen, inzwischen längst von grau auf weiß übergegangenen Schnurrbart Unrecht zu tun. Im Gegenteil: gerade weil Léon Linden seit nun bereits 60 Jahren, ja, über einem halben Jahrhundert, im Automobilsport aktiv ist und sich nach wie vor mit ungebrochenem Ehrgeiz und Kämpferwillen ins enge Cockpit seines Formel-Rennwagens zwängt, erfüllt er irgendwie auch eine Vorbildfunktion für eine ganze Generation rüstiger Pensionäre, welche längst noch nicht dran denken, sich aufs Altenteil abschieben zu lassen. Und wenngleich der Petinger wohl als der insgesamt dienstälteste Sportler des Großherzogtums Luxemburg angesehen werden dürfte, kann sich so manch jüngerer Athlet aus den unterschiedlichsten Sportarten an Léons Fitness und der Akribie, mit der er sich immer wieder den Herausforderungen des Wettbewerbs stellt, ein Beispiel nehmen. Nach Rückschlägen, wie etwa jenem vor fünf Jahren, als ihn ein Motorschaden am Lkw ereilte, mit dem er sein Rennfahrzeug zu den unterschiedlichen Veranstaltungen im In- und vor allem Ausland bringt, hadert er zwar in der ihm gewohnten Manier lautstark mit dem Schicksal, ohne sich jedoch entmutigen zu lassen, sogar dann nicht, wenn die erhoffte Lieferung der Ersatzteile sich mitten im Sommer unerwartet lange hinzieht und ihn letztlich sogar zwingt, einen vorzeitigen Schlussstrich unter die damalige Saison 2013 zu ziehen. Noch ein Beispiel gefällig? Bitteschön! Als „sacré Léon“ vor einem guten Jahrzehnt beim Bergrennen Eschdorf – wo er seit der allerersten Ausgabe auf der Startliste fungiert – kurz nach der Zieldurchfahrt von der Strecke abkam und seinen Dallara-Opel an einem Hausgiebel in seine Einzelteile zerlegte, rechnete niemand ernsthaft damit, dass er bereits wenige Wochen später in Wolsfeld nahe Echternach wieder an die Startlinie rollen würde. Tag und Nacht hatte der ehemalige Werkstatt-Vorsteher bei der Luxemburger Eisenbahngesellschaft CFL und gelernte Automechaniker geschraubt, um sein Fahrzeug wiederherzurichten, „aufgeben“ gehört eben nicht zu Léons Wortschatz. „Ich hatte damals ein klein wenig zu lange auf die Zeitenanzeige geschaut und war unkonzentriert“. Seine unnachahmliche und zu weilen witzige Art kam aber auch in diesem Moment zum Vorschein. Als sich bei den Bergungsarbeiten die Hausbesitzern aufgeregt mehrfach bei Léon erkundigte, ob es ihm denn gut gehe, meine er nur lapidar „Madame, soll ich es ihnen beweisen“. Am 26. Mai 1936, also vor fast genau 80 Jahren geboren, war Léon Linden während der ersten Jahrzehnte seiner exemplarischen Motorsportkarriere vor allem als […]